Part 35
_2._ Blattscheiden nicht od. kaum aufgeblasen; Ährenrispe verlängert (bis 14 cm), meist grün; Granne höchstens ½ so lang als die Kelchspelze, meist kürzer (Fig. 800). 6. 7. Wiesen, Triften, auch oft gebaut
Wiesen L., Timotheusgras, _Ph. praténse_ L.
-- Oberste Blattscheide aufgeblasen; Ährenrispe 1-2½ cm l., fast stets violett; Granne mindestens ½ so lang als die Kelchspelze, meist 3 mm l. (Fig. 801). 6. 7. Wiesen und Moore der Sudeten, bayr. Alpen
Alpen-L., _Ph. alpínum_ L.
_3._ Ährenrispe 1-2½ cm l., längl.-eif., weißgrün; Kelchspelzen allmählich zugespitzt (Fig. 802a), am Kiel steifhaarig gewimpert, 2-3mal so lang als die behaarte äußere Bltnspelze. Pfl. mehrstengelig, ohne nichtblühende Blätterbüschel. 5. 6. Sandige Orte am Meeresstrand und selten auf Sandfeldern am Rhein
Sand-L., _Ph. arenárium_ L.
-- Ährenrispe selten unter 3 cm lang, zylindrisch; Kelchspelzen abgestutzt, plötzlich zugespitzt (Fig. 802b), am Kiel rauh od. mit einigen borstl. Wimpern, wenig länger als die Bltnspelzen
_4_
_4._ Kelchspelzen keilf., quer abgestutzt, an der Spitze aufgeblasen kantig (Fig. 802b), rauh; Stengel am Grunde verzweigt, fast bis zur Spitze beblättert; Blatthäutchen verlängert, stumpf. 5. 6. Äcker, Weinberge, selten im mittl. und südl. Gebiet
Rauhes L., _Ph. ásperum_ Villars
-- Kelchspelzen lanzettl., schief abgestutzt; Stengel dünn, oben oft purpurn; Blätt. schmal; Blatthäutchen kurz, stumpf. Pfl. graugrün, mit nichtblühenden Blätterbüscheln. 6. 7. Trockene Anhöhen und Wiesen
Böhmers-L., _Ph. boehméri_ Wibel
15. _Mibóra_ Adanson, Zwerggras. III.
Sandige Felder der Rheingegend. $(_Chamagróstis minima_ Borkhausen)$ 3. 4.
_M. mínima_ Desvaux
16. _Agróstis_ L., Straußgras. III.
_1._ Blätt. (wenigstens die grundst.) borstl.; innere Bltnspelze fehlend; Blatthäutchen längl.
_3_
-- Blätt. alle flach; beide Bltnspelzen vorhanden, innere kurz
_2_
_2._ Blatthäutchen kurz (höchstens 2 mm l.), gestutzt; Rispe auch nach dem Verblühen ausgebreitet, meist violett. 6. 7. Wiesen, Grasplätze, gemein
Rotes St., _A. vulgáris_ Withering
-- Blatthäutchen lang (bis 6 mm), spitz; Rispe nach dem Verblühen zusammengezogen, meist bleich. 6. 7. Wiesen, Äcker, Gräben, häufig. Wie vor. sehr veränderlich
Weißes St., _A. alba_ L.
_3._ Rispenäste glatt, auch nach dem Verblühen ausgebreitet; Bltnspelze unter der Mitte begrannt. Pfl. dicht rasig. 7. 8. Steinige Plätze im Riesengebirge und am Gipfel des Arber im Böhmerwald
Felsen-St., _A. rupéstris_ Allioni
-- Rispenäste rauh
_4_
_4._ Bltnspelze unter der Mitte begrannt, an der Spitze gezähnelt; Rispe nach der Blüte zusammengezogen. 6-8. Torfwiesen, nicht selten
Hunds-St., _A. canína_ L.
-- Bltnspelze am Grunde begrannt, an der Spitze 2borstig; Rispe auch nach der Blüte ausgebreitet; Ährchen fast doppelt so groß als bei vor. 7. 8. Nur im Kessel des Mährischen Gesenkes
Alpen-St., _A. alpína_ Scopoli
17. _Calamagróstis_ Adanson, Reitgras. III.
_1._ Kelchspelzen lanzettl. $(_C. lanceolata_, mit schmal lanzettl. Kelchspelzen, ist von der folgend. Gruppe durch die sehr kurze Granne unterschieden)$
_3_
-- Kelchspelzen linealisch-pfrieml., oben von der Seite zusammengedrückt, etwa so lang als die Haare der Ährchenachse; Blätt. mindestens 5 mm br.; Pfl. graugrün
_2_
_2._ Rispe steif aufrecht, knäuelig gelappt; Granne in der Mitte des Rückens der Bltnspelze entspringend, etwa ⅔ so lang als die fast gleichen Kelchspelzen, diese meist 3mal so lang als die äußere Bltnspelze (Fig. 803). 6. 7. Sandige Orte in Wäldern und an Ufern, häufig
Sand-R., _C. epigēīos_ Roth
-- Rispe schlaff, überhängend, zur Blütezeit ausgebreitet; Granne der Bltnspelze endständig, fast so lang als die meist ungleichen Kelchspelzen, diese höchstens 2mal so lang als die äußere Bltnspelze (Fig. 804). 6. 7. Sandige Flußufer, selten
Ufer-R., _C. litórea_ DC.
_3._ Bltnspelzen fast gleich lang, etwa 4mal so lang als die Haare (Fig. 805); Granne weit länger als die Kelchspelzen, gekniet; Ährchenachse über den Grund der Blüte verlängert[48]; Rispe schmal, meist ziemlich locker; Ährchen grünlich, oft hellrötlich überlaufen. 6. 7. Schattige Wälder, zerstr. $(_C. silvática_ DC.)$
Rohr-R., _C. arundinácea_ Roth
-- Bltnspelzen höchstens doppelt so lang als die Haare, meistens ebenso lang od. kürzer
_4_
_4._ Granne endst., der 2zähnig ausgeschnittenen Spitze der Bltnspelze entspringend und kaum länger als die Seitenspitzen (Fig. 806); äußere Bltnspelze bedeutend länger als die innere; Rispe schlaff; Ährchen braunrot. 6. 7. Torfwiesen, Erlenbrüche, zerstr.
Wiesen-R., _C. lanceoláta_ Roth
-- Granne auf dem Rücken der äußeren Bltnspelze entspringend
_5_
_5._ Granne gekniet, ziemlich kräftig (Fig. 807), die Kelchspelzen meist etwas überragend, im unteren Viertel der äußeren Bltnspelze entspringend; Bltnspelzen etwas derb, beide annähernd gleichlang, fast so lang als die Kelchspelzen; Rispe schmal, nach der Blütezeit meist eng zusammengezogen; Ährchen gelblichgrün, violett angelaufen. 7. 8. Bergwälder, selten
Berg-R., _C. vária_ Link
-- Granne gerade, zart, kürzer als die Kelchspelzen; äußere Bltnspelze meist beträchtlich länger als die innere
_6_
_6._ Rispe schlaff, ausgebreitet; Granne die Bltnspelze wenig überragend (Fig. 808); Bltnspelzen zarthäutig, durchscheinend; Blätt. ziemlich breit (bis über 5 mm); Stengel am Grunde meist ästig. 7. 8. Lichte, sandige Waldplätze, Gebüsche, selten auf Wiesen
Hain-R., _C. halleriána_ DC.
-- Rispe schmal, steif aufrecht, vor und nach der Blütezeit zusammengezogen; Granne die Bltnspelze kaum überragend (Fig. 809); Ährchen hellbr. bis violett; Blätt. schmal (2-3 mm br.); Stengel nicht ästig. 7. 8. Moorige Wiesen, stellenweise, besonders in Norddeutschland von Holstein bis Schlesien.
Übersehenes R., _C. neglécta_ Fries
Bastarde: _arundinacea_ × _epigeios_ = _C. acutiflóra_ DC.; _C. arundinacea_ × _lanceolata_ = _C. hartmaniána_ Fries u. a.
18. _Ammóphila_ Host, Strandhafer. III.
Rispe weißlich, dicht, walzlich, bis 15 cm lang; Bltnspelzen etwa 3-4mal so lang als die Haare am Grunde der Bltn. 7. 8. Küste der Nord- und Ostsee
_A. arenária_ Link
Rispe etwas bräunlich, gelappt, in der Mitte dicker, bis 25 cm lang; Bltnspelzen bis doppelt so lang als die Haare. 7. 8. Meeresküste, besonders an der Ostsee
_A. arenaria_ × _Calamagrostis epigeios_ = _A. báltica_ Link
19. _Apéra_ Adanson, Windhalm. III.
Rispenäste weit abstehend; Stbbeutel linealisch-längl. 6. 7. Äcker, Sandplätze, gemein
Acker-W., _A. spica venti_ Beauvois
Rispe zusammengezogen, schmal; Stbbeutel rundl.-eif. 6. 7. Salzderhelden in Hannover (angeblich) und um Zons bei Köln
Unterbrochener W., _A. interrúpta_ PB.
20. _Holcus_ L., Honiggras. III.
Granne der Stbblüte die Kelchspelzen weit überragend; Halm nur an den Knoten behaart; obere Blattscheiden kahl. 6. Wälder, zerstr.
Weiches H., _H. mollis_ L.
Granne der Stbblüte kürzer als die Kelchspelzen, zuletzt einwärts gekrümmt (Fig. 810); Blätt. beiderseits weichhaarig; Halm an und unter den Knoten nebst den Blattscheiden dicht kurzhaarig. 6-8. Wiesen, gemein
Wolliges H., _H. lanátus_ L.
21. _Weingaertnéria_ Bernhardi, Silbergras. III.
Trockene, sandige Orte, nicht selten. 7. 8.
_W. canéscens_ Bernhardi
22. _Aira_ L., Schmiele. III.
_1._ Pfl. 5-20 cm hoch, zart; äußere Bltnspelze meist 2spitzig, gekniet-begrannt; Ährchen 2-3 mm lang; Fr. von den Spelzen lose umschlossen
_5_
-- Pfl. 30-120 cm hoch, schlank; äußere Bltnspelze an der gestutzten Spitze gezähnelt, begrannt; Ährchen 4-5 mm lang; Fr. von den Spelzen fest umschlossen
_2_
_2._ Granne undeutlich gekniet, weißl., sehr selten fehlend; Blätt. flach
_4_
-- Granne gekniet, am Grunde bräunlich, weit länger als die Spelzen
_3_
_3._ Obere Blüte des Ährchens 2mal so lang als ihr Stiel[49]; Kelchspelzen etwa gleich lang; Rispe reichährig, längl.; Blatthäutchen längl., spitz. Pfl. in kleinen, aber dichten Rasen. 7. 8. Moorige Heideplätze. In Nordwestdeutschl., in Schleswig, auf der Insel Röm und auf Rügen
Zweifarbige Schm., _A. díscolor_ Thuillier
-- Obere Blüte 4-8mal so lang als ihr Stiel; Kelchspelzen ungleich lang; Rispe nicht reichährig, mit aufrecht abstehenden, meist geschlängelten Ästen; Blatthäutchen der unt. Blätt. gestutzt; Blätt. borstl.; Pfl. lockerrasig, meist rot überlaufen. 7. 8. Trockene Wälder, Heiden, meist häufig
Schlängelige Schm., _A. flexuósa_ L.
_4._ Pfl. dicht rasig, meist grasgrün; Blätt. oberseits sehr rauh; Rispenäste wagerecht abstehend; Ährchen fast stets bräunlichweiß; Granne etwa von der Länge der Spelze. 6. 7. Wiesen, Wälder, gemein
Rasen-Schm., _A. caespitósa_ L.
-- Pfl. mit kurzen oder längeren Ausläufern, auffallend hellgrün; Blätt. weniger rauh; Rispenäste mehr aufrecht; Ährchen doppelt so groß als bei vor., meist goldgelb; Granne die Spelze oft weit überragend. 6. 7. An der Unterelbe und Untereider im Gebiet der Ebbe und Flut $(_A. wibeliána_ Sonder)$
Sumpf-Schm., _A. paludósa_ Wibel
_5._ Rispe zusammengezogen (Fig. 811); Ährchen anfangs hellgrün, später bräunlichweiß, länger als ihre Stiele. 4. 5. Sandboden, zerstr.
Frühe Schm., _A. praecox_ P. B.
-- Rispe ausgebreitet (Fig. 812); Ährchen so lang oder kürzer als ihre Stiele. 5. 6. Wie vor., zerstr.
Nelken-Schm., _A. caryophylléa_ Weber
23. _Arrhenathérum_ P. B., Wiesenhafer. III.
Wiesen, Wegränder, häufig. 6. 7.
_A. elátius_ M. u. K.
24. _Avéna_ L., Hafer. III.
_1._ Kelchspelzen 1-3nervig; Ährchen meist unter 2 cm lang, aufrecht
_6_
-- Kelchspelzen 7-11nervig; Ährchen meist größer, hellgrün, zuletzt hängend
_2_
_2._ Bltn von der Ährchenachse abgegliedert, getrocknet leicht aus den Kelchspelzen loszulösen, bei der Reife einzeln abfallend; äußere Bltnspelzen bis zur Mitte nebst der Ährenachse dicht bräunlich od. weißl. behaart (Fig. 813); Ährchen meist 3blütig; Rispe allseitswendig, mit wagerecht abstehenden Ästen. 6-8. Unkraut unter Getreide
Flug-H., _A. fátua_ L.
-- Bltn von der Ährchenachse nicht abgegliedert; reife Fr. nicht ausfallend; äußere Bltnspelze meist kahl; Ährchen meist 2blütig. Angebaute Arten
_3_
_3._ Ährchen etwa 1 cm l., längl.; äußere Bltnspelze oben breiter, 2spitzig, die Spitzen nicht in feine Grannen ausgezogen; Kelchspelzen so lang als die Bltnspelzen; Rispe einseitswendig. 6-8. Selten gebaut
Kurzhafer, _A. brevís_ Roth
-- Ährchen 2-2½ cm lang, lanzettlich
_4_
_4._ Ährchenachse unter jeder Blüte behaart; äußere Bltnspelze in 2 begrannte Zipfel gespalten (Fig. 814), außerdem an beiden Bltn des Ährchens mit rückenständiger Granne; Rispe einseitswendig, oberwärts traubig. 6-8. Seltener gebaut
Sand-H., _A. strigósa_ Schreber
-- Ährchenachse kahl od. nur am Grunde der unt. Blüte des Ährchens kurzhaarig; äußere Bltnspelze an der Spitze nicht lang begrannt, rückenständige Granne bei der oberen od. bei beiden Bltn des Ährchens fehlend
_5_
_5._ Rispe ausgebreitet, allseitswendig, mit abstehenden Ästen. 6-8. Gebaut
Rispen-H., _A. satíva_ L.
-- Rispe schmal zusammengezogen, einseitswendig, mit anliegenden Ästen. 6-8. Seltener gebaut
Fahnen-H., _A. orientális_ Schreber
_6._ Blattscheiden und Stengel zusammengedrückt, rauh; Blätter 6-15 mm br., an der Spitze kappenf. zusammengezogen; Ährchen 4-6blütig, mit behaarter Achse. 7. 8. Feuchte Wiesen der Sudeten
Flachstengeliger H., _A. planicúlmis_ Schrader
-- Blattscheiden nicht oder kaum zusammengedrückt; Blätt. 3 bis 4 mm breit
_7_
_7._ Blätt. oberseits wie die Blattscheiden rauh, aber nicht zottig, wenigstens die unt. gefaltet; Rispenäste einzeln oder zu 2; Ährchenstiele dick, unter dem Ährchen verdickt; Kelchspelzen beide 3nervig; Ährenachse unter der 2. Blüte mit einem Haarbüschel, das vielmal kürzer als die Blüte ist. 5. 6. Hügel, trockene Wiesen, besonders im Süden und Westen
Wiesen-H., _A. praténsis_ L.
-- Blätt. alle flach, glatt, die unt. nebst den Scheiden zottig; unt. Rispenäste zu 4-5; Ährchenstiele fein, kaum verdickt; äußere Kelchspelze 1nervig, obere 3nervig; Haarbüschel unter der 2. Blüte ½ so lang als diese. 5-7. Wiesen, grasige Hügel, häufig
Flaum-H., _A. pubéscens_ L.
25. _Trisétum_ Persoon, Grannenhafer. III.
Kelchspelzen 7-9nervig; äußere Bltnspelze der unt. Blüte jedes Ährchens an der Spitze in eine gerade Granne auslaufend, die der übrigen Bltn an der Spitze haarspitzig 2grannig und außerdem mit rückenst., geknieter Granne (Fig. 815). 6. Trockene Hügel, Wege, zerstr., besonders im westl. und mittl. Gebiet $(_Avena tenuis_ Moench)$
Dünner Gr., _T. ténue_ Roemer u. Schultes
Kelchspelzen 1-3nervig; alle Bltn eines Ährchens mit rückenst., geknieter Granne; Ährchen gelb; längere Rispenäste mit 5-6 Ährchen. 6. Wiesen, häufig, im Norden selten. $(_Avena flavéscens_ L.)$
Goldhafer, _T. flavéscens_ P. B.
26. _Gaudínia_ P. V., Gaudine. II.
Bisweilen eingeschleppt. 6.
_G. frágilis_ P. B.
27. _Cýnodon_ Richard, Hundszahn. III.
Sandfelder. In der Rheingegend, im südl. Gebiet, unweit Potsdam. 7. 8.
_C. dáctylon_ Persoon
28. _Sesléria_ Scopoli, Kopfgras. III.
Blätt. flach, unbereift, mit starken Rand- und Mittelnerven $(var. _calcárea_ Opiz)$ od. getrocknet am Rande eingerollt, bläulich bereift, mit schwächeren Nerven $(var. _uliginósa_ Opiz)$. 4. 5. Sonnige Kalk- und Sandhügel (die 1. Form) od. auf feuchten Torf- und Heidewiesen (die 2. Form)
_S. coerúlea_ Arduino
29. _Phragmítes_ Trinius, Schilf. III.
Ufer, gemein. 8. 9.
_Ph. commúnis_ Trinius
_Arúndo donax_ L., Pfahlrohr, ähnlich dem Schilf, aber mit 3spalt. Deckspelzen, zum. angepfl. u. verw. (Lausitz)
30. _Sieglíngia_ Bernhardi, Dreizahn. III.
Waldränder, Triften, nicht selten $(_Triódia decúmbens_ P. B.)$. 6. 7.
_S. decúmbens_ Bernhardi
31. _Molínia_ Moench, Pfeifengras. III.
Sumpfwiesen, Heidemoore, Wälder, häufig. 8. 9.
_M. coerúlea_ Moench
32. _Eragróstis_ Host, Liebesgras. III.
_1._ Unt. Rispenäste zu 3-5; Ährchen 5-12blütig; Bltnspelzen zieml. spitz. 7. 8. Im Elsaß, in Baden u. eingebürgert zwisch. Giebichenstein u. Trotha b. Halle.
Behaartes L., _E. pilósa_ P. B.
-- Rispenäste einzeln od. zu 2; äußere Bltnspelze stumpf
_2_
_2._ Ährchen ca. 7 mm l., 8-20blütig, meist violett; äußere Bltnspelze ohne Stachelspitze; Scheiden und Blattränder lang behaart. 7. 8. Sandboden. Meist mit fremdem Samen eingeführt, selten und unbeständig.
Kleines L., _E. minor_ Host
-- Ährchen ca. 1 cm l., 15-20blütig, grün, violett überlaufen; äußere Bltnspelze kurz ausgerandet, kurz stachelspitzig; Blattscheiden kahl; Blattränder kahl od. zerstr. behaart; Rispe etwas gedrängt. 7. 8. Selten eingeschleppt
Großes L., _E. major_ Host
33. _Koeléria_ Persoon, Schillergras. III.
_1._ Blattscheiden der untersten (abgestorbenen) Blätt. in schlängelig verwebte Fasern aufgelöst; Blätt. starr, schmal, meist zusammengerollt; Ährenrispe dicht, nicht unterbrochen. 5-6. Nur bei Rufach im Elsaß.
Walliser-Sch., _K. vallesiána_ Bert.
-- Blattscheiden nicht od. in gerade Fasern aufgelöst
_2_
_2._ Äußere Bltnspelze zugespitzt oder kurz stachelspitzig; Blätt. grasgrün; unt. Blattscheiden kurzzottig. 6. 7. Trockene Grasplätze, nicht selten
Kamm-Sch., _K. cristáta_ Persoon
Kommt in 2 Unterarten vor: a) Ährchen 2-5blütig, ca. 6 mm lang; Rispe dicht, schmal zylindrisch, zuweilen sehr robust, stark gelappt, mit 3-4 cm langen abstehend. Ästen (_K. pyramidáta_ Persoon); Blattspreite meist flach, am Rande gewimpert; unt. Blattscheiden schwach behaart (_K. ciliáta_ Kerner); b) Ährchen 2blütig, 3-5 mm lang; Rispe sehr schmal, am Grunde meist unterbrochen, ihre Äste dünn, Blattspreite schmal, meist rinnig zusammengefaltet bis fast rundl. eingerollt; Blattscheiden mehr oder weniger weichhaarig (_K. grácilis_ Persoon).
-- Äußere Bltnspelze abgerundet stumpfl. oder an der ausgerandeten Spitze kurz stachelspitzig; Blätt. graugrün; Blattscheiden kahl (nur die abgestorbenen unt. sehr kurzhaarig). 6. 7. Sandboden, Kiefernwälder, weniger verbreitet
Graugrünes Sch., _K. glauca_ DC.
Kommt ebenfalls in 2 Unterarten vor: a) Pfl. stark graugrün, dicht rasig, hoch; Blätt. lang, meist flach, zuweilen mit gefalteten untermischt, niemals eingerollt; äußere Bltnspelze immer stumpf (_K. glauca_ DC. -- im engeren Sinne); b) Pfl. trübgrün, lockerrasig, niedriger (zuweilen nur 10-20 cm hoch); grundst. Blätt. zahlreich, schmal, eingerollt, kurz (3-5 cm), starr, kahl, oft gekrümmt; äußere Bltnspelze bisweilen stachelspitzig (_K. arenária_ Dumortier). So auf den ostfriesischen Inseln und etwas abweichend bei Ahrensch unweit Cuxhaven. Auf der Insel Röm die var. _címbrica_ Aschrs. u. Gr., die sich von K. glauca nur durch geringere Größe und die weißlichen Ährchen unterscheidet.
34. _Catabrósa_ P. B., Quellgras. III.
Stehende Gewässer, quellige Orte, zerstr. 7. 8.
_C. aquática_ Beauvois
35. _Mélica_ L., Perlgras. III.
_1._ Bltnspelzen kahl; Ährchen lang gestielt, in lockeren, oberwärts traubigen Rispen
_3_
-- Bltnspelzen am Rande vom Grunde bis zur Spitze lang seidig bewimpert (Fig. 816); Ährchen kurz gestielt, in ährenf. Rispen
_2_
_2._ Ährenrispe ziemlich dicht, ringsum gleichförmig mit Ährchen besetzt, die die Achse wenigstens in der Mitte verdecken; äußere Kelchspelze viel länger als die innere; Blätt. meist flach; Blatthäutchen spitz. 6. Sonnige, steinige Orte, selten. Thüringen (Kyffhäuser), Hessen (Friedberg), Württemberg (Tübingen), Elsaß, Pfalz u. Rheinprovinz
Siebenbürgisches P., _M. transsilvánica_ Schur
-- Ährenrispe locker, zuletzt meist nur an einer Seite mit Ährchen besetzt, die die Achse nicht verdecken; Kelchspelzen fast gleich; Blätt. etwas starr, trocken borstenförmig eingerollt; Blatthäutch. stumpfl. 5. 6. Zerstr. im mittl. u. südl. Gebiet
Gewimpertes P., _M. ciliáta_ L.
_3._ Ährchen aufrecht, nur mit 1 vollkommenen Blüte; Kelchspelzen kurz zugespitzt; Blatthäutchen kurz, mit einem lanzettlichen Anhängsel gegenüber der Blattfläche. 5. 6. Häufig in den norddeutschen Buchenwäldern, sonst selten.
Einblütiges P., _M. uniflóra_ Retzius
-- Ährchen nickend (Fig. 817), mit 2 vollkommenen Bltn (Fig. 818); Kelchspelzen stumpf
_4_
_4._ Blatthäutchen sehr kurz (nur ein brauner Saum); Ährchen länglich; Kelchspelzen braunrot, weiß berandet; Bltnspelzen krautig, ziemlich dünn, grün, deutlich 5nervig. Pfl. grasgrün, mit weitkriechendem Wurzelstocke. 5. 6. Wie vor., zerstr., in Nordwestdeutschl. und Schleswig-Holstein selten
Nickendes P., _M. nutans_ L.
-- Blatthäutchen ziemlich lang, weiß; Ährchen eif.; Kelchspelzen meist grün, meist mit einem trüb-rötl. Streifen vor dem weißl. Hautrande und am Grunde; Bltnspelzen ziemlich dick, steif, gewölbt, glänzend, undeutlich 5nervig; Pfl. etwas graugrün, rasig. 5. 6. Thüringen (Sulza bis Naumburg), Prov. Sachsen (Hakel), Unterfranken (Königshofen im Grabfelde, Schweinfurt)
Buntes P., _M. picta_ C. Koch
Bastard: _M. nutans_ × _picta_. Thüringen. Unterfranken.
36. _Briza_ L., Zittergras. III.
Wiesen, Triften, häufig. 5. 6.
_B. média_ L.
37. _Dáctylis_ L., Knäuelgras. III.
Rispe geknäuelt, gelappt; Kelchspelzen derb, äußere 1-, innere 3nervig, wie die äußere Bltnspelze am Kiel steif gewimpert. Pfl. dichtrasig, meist etwas graugrün. 5-7. Wiesen, Wälder, gemein
Gemeines K., _D. glomeráta_ L.
Rispe nicht geknäuelt, schlank, fast ährenf.; Kelchspelzen häutig, wie die äußere Bltnspelze 3nervig, kahl. Pfl. mit kriechend. Ausläufern, lebhaft hellgrün. 6. 7. Laubwälder, Gebüsche, wohl oft übersehen
Aschersons-K., _D. aschersoniána_ Graebner
38. _Cynosúrus_ L., Kammgras. III.
Wiesen, Triften, häufig. 6. 7.
_C. cristátus_ L.
39. _Scleróchloa_ P. B., Hartgras. III.
Triften, Wegränder, selten. Besonders in Mittel- und Süddeutschl. 5. 6.
_Sc. dura_ P. B.
40. _Poa_ L., Rispengras. III.
_1._ Äußere Bltnspelze mit 5 starken Nerven; unt. Rispenäste zu 5
_11_
-- Äußere Bltnspelze undeutlich 5nervig
_2_
_2._ Stengel 2schneidig zusammengedrückt, mit langen Ausläufern; Blatthäutchen kurz, gestutzt; oberste Scheide länger als ihr Blatt; Rispe schmal. Pfl. graugrün. 6. 7. Wiesen, Hügel, Wegränder, meist häufig
Zusammengedrücktes R., _P. compréssa_ L.
-- Stengel rund oder etwas zusammengedrückt, aber nicht 2schneidig
_3_
_3._ Äußere Kelchspelze 1nervig, die viel kürzere innere 3nervig; Rispe einseitswendig, ihre Äste einzeln od. zu 2; Blatthäutchen der oberen Blätt. längl.; Stengel am Grunde meist liegend. 2-11. Äcker, Gärten, Wege, gemein
Einjähriges R., _P. ánnua_ L.
-- Beide Kelchspelzen 3nervig
_4_
_4._ Blatthäutchen verlängert (wenigstens bei den oberen Blätt.)
_6_
-- Blatthäutchen aller Blätt. kurz, gestutzt od. fehlend
_5_
_5._ Pfl. durch abwischbaren Reif stark blaugrün; Halm steif, nur unten beblättert; Blätt. starr, abstehend, rauh; Blattscheiden länger als die Halmglieder, die Knoten bedeckend; Rispe aufrecht, lang gestreckt, mit rauhen Ästen; Ährchen grün und schmutzigviolett gescheckt. 7. 8. Riesengebirge, Mährisches Gesenke
Hechtblaues R., _P. cǣsia_ Smith
-- Pfl. meist rein grün; Halm meist schlaff, glatt; Blätt. lang, nicht starr, ihre Scheiden meist nicht bis zum nächsten Knoten reichend; Rispe zur Blütezeit ausgebreitet, später zusammengezogen; Ährchen meist grün. Sehr veränderlich. 6. 7. Wälder, Gebüsche, zerstr.
Hain-R., _P. nemorális_ L.
_6._ Blühender Halm und Blättertriebe am Grunde von gemeinschaftlichen Scheiden eingeschlossen, zuweilen zwiebelart. verdickt; ob. Scheiden länger als ihr Blatt; Rispenäste meist einzeln
_10_
-- Blühender Halm und Blättertriebe nicht von gemeinschaftlichen Scheiden eingeschlossen
_7_
_7._ Blatthäutchen der unt. Blätt. kurz. gestutzt, die der oberen längl., meist spitz; oberste Scheide viel länger als ihr Blatt; Blätt. an den langen, kriechenden, zusammengedrückten Ausläufern und an den Blättertrieben 2zeilig gestellt; Ährchen 3- bis 5blütig; unt. Rispenäste 2-4; Rispe abstehend. 7. Mit den Alpenflüssen in die Ebene herabsteigend
Zweizeiliges R., _P. cenísia_ Allioni
-- Alle Blatthäutchen länglich
_8_
_8._ Unt. Rispenäste zu 3-5; äußere Bltnspelze unter der Spitze mit einem gelben od. braunen halbmondf. Fleck; Halm aufsteigend. 6. 7. Feuchte Wiesen, Gräben
Sumpf-R., _P. palústris_ Roth
-- Unt. Rispenäste zu 1-2
_9_
_9._ Rispenäste fadenf., steif; Rispe an der Spitze nickend, locker; Ährchen meist 3blütig, eif., violett; Bltn nicht durch Wollhaare verbunden; Halm schlaff, glatt; Blätt. weich, glatt, länger als die Scheiden. 7. 8. Riesengebirge, Alpen
Schlaffes R., _P. laxa_ Haenke
-- Rispenäste haardünn; Rispe an der Spitze überhängend; Ährchen 4-6blütig, längl.-eif.; Bltn meist durch Wollhaare verbunden; oberstes Blatt kürzer als seine Scheide. 7. Geröll der Alpenflüsse
Kleines R., _P. minor_ Gmelin
_10._ Halm und Blättertriebe am Grunde zwiebelig verdickt; alle Blatthäutchen verlängert; Blätt. sehr schmal; Rispenäste zur Blütezeit aufrecht abstehend, vorher und nachher zusammengezogen; Ährchen gewöhnlich in blattart. Knospen auswachsend $(_vivípara_)$. 5. 6. Grasplätze, Hügel, zerstr., in Nordwestdeutschl. fehlend
Knolliges R., _P. bulbósa_ L.
-- Pfl. am Grunde nicht deutlich zwiebelig; Blatthäutchen der unt. Blätt. kurz, gestutzt; Blätt. breiter, plötzlich fast kappenf. zusammengezogen, grasgrün; Rispenäste zur Blütezeit weit abstehend, vorher und nachher schief aufrecht; Ährchen 4-10blütig, meist bunt gescheckt. $(Ändert ab: var. _badénsis_ Haenke; Pfl. niedriger; Blätt. kurz, steif, am Rande knorpelig weiß; Ährchen breiter, mehr zusammengedrückt. Mitteldeutschland.)$ 6. 7. Felsige Abhänge der höheren Gebirge
Alpen-R., _P. alpína_ L.