Flora von Deutschland Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen

Part 33

Chapter 332,937 wordsPublic domain

_1._ Fr. mit ziemlich dickem Schnabel, dessen weißer Teil höchstens so lang ist als die Fr. mit dem unt. gefärbten Teile des Schnabels zusammen; Hüllblätt. schwärzlichgrün, die äußeren eif.-längl., zuletzt zurückgebogen. 7-9. Riesengebirge

Schwärzlicher L., _T. nígricans_ Kitaibel

-- Fr. mit dünnem Schnabel, dessen weißer Teil 2-3mal so lang ist als die Fr. mit dem gefärbten Schnabelgrunde zusammen[41]

_2_

_2._ Äußere Hüllblätt. dem Köpfchen angedrückt, eif.; Fr. gelblichweiß; Blätt. blaugrün, lineallanzettl., gezähnt od. fast ganzr. $(var. _salínum_ Pollich)$ od. lanzettl., buchtig-fiedersp. $(var. _eréctum_ Hoppe)$. 4. 5. Sumpfwiesen, feuchter Sandboden. $(_T. palústre_ DC.)$

Sumpf-L., _T. paludósum_ Scopoli

-- Äußere Hüllblätt. dem Köpfchen nicht angedrückt, abstehend od. zurückgeschlagen

_3_

_3._ Äußere Hüllblätt. schmal lanzettl., schmäler als die inneren, an der Spitze zottig; Haarkr. rötlich; Fr. grau; Blätt. grasgrün; Köpfchen schmal (10-12 mm br.). 7-10. Besonders auf Salzwiesen

Kleinköpfiger L., _T. leptocéphalum_ Rchb.

-- Äußere Hüllblätt. mindestens so breit als die inneren; Haarkr. weiß

_4_

_4._ Äußere Hüllblätt. eif. od. lanzettl., abstehend, innere unter der Spitze oft mit einem Hörnchen od. einer Schwiele $(_T. corniculátum_ Kit.)$; Fr. hellgrau oder $(_T. erythrospérmum_ Andrzj.)$ braunrot; Köpfchen 1-2 cm br.; Blätt. tief fiederteilig. 5-7. Sonnige Hügel, Wegränder

Glatter L., _T. lāēvigátum_ DC.

-- Äußere Hüllblätt. linealisch od. linealisch-lanzettl., zurückgeschlagen, innere meist ohne Schwiele; Fr. hellbraun; Blätt. jederseits mit 3-6 rückwärts gerichteten Abschnitten (Fig. 12). 4. 5. Wiesen, Grasplätze, gemein

Gemeiner L., _T. officinále_ Wiggers

64. _Willemétia_ Necker, Kronlattich. XIX.

Grundst. Blätt. schwach buchtig-gezähnt, die übrigen ganzrand.; Bltn goldgelb. 6-8. Auf den Alpen und den angrenzenden Hochebenen

_W. apargioídes_ Cassini

65. _Chondrílla_ L., Krümmling. XIX.

Grundst. Blätt. buchtig-fiedersp., die höherstehend. sehr schmal; Äste rutenf.; Bltn in Ähren od. Trauben; Fr. oben 5zähnig. 7. 8. Sonnige Orte, zerstr., im nordwestl. Gebiet nur eingeschleppt

Großer K., _Ch. júncea_ L.

Grundst. Blätt. entfernt gezähnelt, blaugrün, kahl; Stengel sonst fast blattlos; Bltn in lockeren Trugdolden; Fr. mit einem gekerbten Krönchen. 7. 8. Im Kies der Alpenflüsse

Kleiner K., _Ch. prenanthoídes_ Villars

66. _Prenánthes_ L., Hasenlattich. XIX.

Blätt. kahl, mit herzf. Grunde stengelumfassend, unterseits blaugrün. 7. 8. Bergwälder, im mittl. und südl. Gebiet.

_P. purpúrea_ L.

67. _Lactúca_ L., Lattich. XIX.

_1._ Bltn blau; Blätt. fiedersp.; Fr. beiderseits mit ~einer~ Rippe, schwarz. 5. 6. Felsen, Steinhügel, Weinberge, sehr zerstr.

Blauer L., _L. perénnis_ L.

-- Bltn gelb; Fr. beiderseits mit ~mehreren~ Rippen

_2_

_2._ Stengel hohl, grün; Blätt. kahl, zart; Fr. 2-3mal so lang als ihr Schnabel

_7_

-- Stengel markig, meist gelblichweiß; Blätt. derb; Fr. höchstens so lang als ihr Schnabel

_3_

_3._ Blätt. herablaufend, unt. tief fiedert., mit linealischen Zipfeln, obere ungeteilt; Köpfchen 5blütig; Stengel meist mit vielen rutenf., aufrechten Ästen. 7. 8. Felsen, steinige Abhänge. Unweit Dresden und bei Netzschkau im Vogtlande

Ruten-L., _L. vimínea_ Presl

-- Blätt. nicht herablaufend, mittl. und obere stengelumfassend; Köpfchen 10-16blütig

_4_

_4._ Gartenpfl. Köpfchen in Doldenrispen; Blätt. meist wagerecht gestellt, kahl, unterseits auf dem Mittelnerv glatt, selten stachelig, mit herzf. Grunde stengelumfassend. 6-8. Als Gemüsepflanze gebaut

Garten-L., _L. satíva_ L.

-- Wildwachsende Pfl.; Köpfchen in Rispen; Fr. an der Spitze meist kurz borstig; Blätt. unterseits auf dem Mittelnerv meist stachelig, mit pfeilf. Grunde stengelumfassend

_5_

_5._ Blätt. linealisch, ganzrand., unt. fiedersp.; Bltnstand schmal, oft traubig; Fr. halb so lang als ihr Schnabel, braun. 7. 8. Wüste Plätze, Weinberge, sehr zerstr., in Mittel- und Süddeutschl.

Weiden-L., _L. salígna_ L.

-- Blätt. längl. bis verkehrt-eif., meist fiedersp.; Fr. etwa so lang als der Schnabel

_6_

_6._ Blätt. fast senkrecht gestellt (ihre Seitenränder nach oben und unten gerichtet), meist buchtig-fiedersp.; Fr. schmal berandet, bräunlich-grau. 7-10. Schutt, Wege, meist nicht selten

Stachel-L., _L. scaríola_ L.

-- Blätt. wagerecht abstehend, meist ungeteilt; Fr. breit berandet, schwarz. Widerlich riechend. 7. 8. Steinige Orte, selten. Rheinprov., Thüring. u. i. südl. Gebiet.

Gift-L., _L. virósa_ L.

_7._ Rispenäste abstehend; Blätt. mit einem geflügelt., stengelumfassenden Stiel, fiedert., mit rundl., eckig-gezähnten Zipfeln und großem Endlappen; Köpfchen 5blütig. 7. 8. Schutt, Wälder

Mauer-L., _L. murális_ Lessing

-- Rispenäste aufrecht; Blätt. tief pfeilf.-stengelumfassend, fiedersp.; Fr. samt dem ½ so langen Schnabel schwarz; Köpfchen vielblütig. 7-9. Wälder, Gebüsch, selten, besonders in Mitteldeutschl.

Eichen-L., _L. qúercina_ L.

68. _Mulgédium_ Cassini, Milchlattich. XIX.

Köpfchen in einfacher od. etwas zusammengesetzter Traube, mit drüsig behaarten Stielen und Hüllkelchen; Blätt. fiedert., mit großem, 3eckigem Endzipfel, die oberen mit geflügeltem, am Grunde herzf. Blattstiel stengelumfassend; Fr. längl.-linealisch, vielrippig, oben etwas verschmälert. 7. 8. Feuchte Waldstell. der höheren Gebirge.

Alpen-M., _M. alpínum_ Cassini

Köpfchen in Doldentrauben, mit kahlen Stielen und Hüllkelchen; Blätt. schrotsägig-fiedert., mittlere und obere mit tief herzf. Grunde stengelumfassend; Fr. elliptisch, beiderseits 5ripp., von der Mitte bis zur Spitze verschmälert. 7. 8. Höchste Vogesen u. sehr selten im Schwarzwald.

Plumiers-M., _M. plumiéri_ DC.

69. _Sonchus_ L., Gänsedistel. XIX.

_1._ Stengel unterwärts meist einfach; Hüllkelch dicht drüsenhaarig $(vergl. aber _S. arvensis_!)$

_3_

-- Stengel meist ästig; Hüllkelch kahl od. weißflockig, selten etwas drüsig

_2_

_2._ Blätt. weich, stachelspitzig gezähnt, am Grunde pfeilf.; Fr. fein querrunzlig; Blkr. hellgelb, unterseits purpurn. 6-10. Äcker, Schutt, gemein

Gemeine G., _S. oleráceus_ L.

-- Blätt. derb, mit stechenden Zähnen, am Grunde herzf.; Fr. nicht querrunzlig; Blkr. sattgelb. 6-10. Wie vor., verbreitet

Rauhe G., _S. asper_ Allioni

_3._ Blätt. am Grunde mit abgerundeten Öhrchen; Doldenrispe nebst den Hüllkelchen gelb-drüsenhaarig, seltener $(var. _uliginósus_ M. B.)$ kahl, wenigköpfig; Fr. braun. 7-10. Äcker, feuchte Wiesen, gemein

Acker-G., _S. arvénsis_ L.

-- Blätt. am Grunde mit zugespitzten Öhrchen; Doldenrispe nebst den Hüllkelchen schwärzl.-drüsenhaarig, vielköpfig; Fr. gelblich. 7. 8. Flußufer, Sumpfwiesen, sehr zerstr., am verbreitetsten in Norddeutschland.

Sumpf-G., _S. palúster_ L.

Bastard; _S. asper_ × _oleraceus_.

70. _Crepis_ L., Feste, Pippau. XIX.

_1._ Fr. nach der Spitze hin verschmälert od. kurz geschnäbelt, aber nicht mit einem fadenf. Schnabel

_5_

-- Fr. alle oder doch die inneren mit fadenf. oder haardünnem Schnabel; Haarkr. stets schneeweiß

_2_

_2._ Köpfchen vor dem Aufblühen aufrecht; Blätt. schrotsägig

_4_

-- Köpfchen vor dem Aufblühen nickend; randst. Bltn unterseits rotgestreift

_3_

_3._ Stengel und Blätt. weichhaarig; Hüllkelch überall von einfachen und drüsentragenden Haaren grau und zottig; Schnäbel der innersten Fr. etwas länger als der Hüllkelch. 6-8. Weinberge, Weg- und Ackerränder, zerstr. im mittl. und südlichen Gebiet, sonst sehr selten

Stink-F., _C. fœtida_ L.

-- Pfl. oberwärts borstig-rauhhaarig; Hüllkelch etwas grau, von starren Borsten steifhaarig, meist drüsenlos; Schnäbel aller Fr. kürzer als die Hüllblätt. 6-8. Wüste Plätze, verlassene Kalkbrüche. Nur in Schlesien bei Gogolin und Oppeln

Mohnblättrige F., _C. rhoeadifólia_ M. B.

_4._ Hüllkelch zur Frzeit etwa so lang als die Haarkr., nebst den Bltnstielen steifborstig, grün; Bltnboden kahl. 6-8. Hügel, Brachen, Schutt, selten eingeschleppt. Bei Oppeln (Schlesien) eingebürgert

Borsten-F., _C. setósa_ Haller fil.

-- Hüllkelch zur Frzeit halb so lang als die Haarkr., oft steifhaarig, grau; Bltnboden behaart; randst. Bltn unterseits purpurn gestreift. 5-7. Trockene Wiesen, Äcker, Triften, kalkliebend. Im südl. Gebiet u. im südl. Teile der Rheinprovinz, bei Höxter in Westfalen

Frühlings-F., _C. taraxacifólia_ Thuillier

_5._ (1.) Haarkr. gelbl. od. schmutzigweiß, steif und zerbrechl.

_16_

-- Haarkr. schneeweiß, weich und biegsam

_6_

_6._ Stengel bis zur Spitze beblättert

_9_

-- Stengel außer der grundst. Blattrosette blattlos oder nur noch mit 1-2 größeren Blätt.

_7_

_7._ Stengel vielköpfig (10-30); Köpfchen klein, traubig od. rispig angeordnet; Blätt. alle grundst., entfernt gezähnelt; Bltn hellgelb. 5-7. Sonnige Hügel, trockene Wiesen, Gebüsche, in Mittel- und Süddeutschl. zerstr., nordöstl. bis Ostpreußen

Abgebissene F., _C. praemórsa_ Tausch

-- Stengel meist 1köpfig, selten ästig

_8_

_8._ Bltn orangerot; Stengel oberwärts nebst dem Hüllkelch schwarzzottig; Blätt. kahl. 7. 8. Alpen und selten auf der bayrischen Hochebene

Gold-F., _C. āūrea_ Cassini

-- Bltn goldgelb; Stengel oberwärts filzig; Hüllkelch graufilzig od. kurz rauhhaarig; Blätt. flaumig. 6. 7. Felsige Orte im südl. Gebiet

Gebirgs-F., _C. alpéstris_ Tausch

_9._ (6.) Fr. im reifen Zustande 20rippig; Pfl. ausdauernd

_14_

-- Fr. 10-13rippig; Pfl. 1-2jährig

_10_

_10._ Äußere Hüllblätt. mehr oder weniger abstehend

_12_

-- Äußere Hüllblätt. angedrückt; Fr. 10rippig

_11_

_11._ Blätt. meist kahl, mit pfeilf. Grunde stengelumfassend, grasgrün; Hüllblätt. außen grauflaumig, zuweilen drüsenhaarig; Köpfchen klein, 1-1½ cm breit. 6-10. Äcker, Triften, häufig

Grüne F., _C. virens_ Villars

-- Blätt. meist drüsig weichhaarig, mittl. am Grunde wie abgeschnitt.; Hüllblätt. ganz kahl, äußere sehr kurz. 6. 7. Hügel, Weinberge. Rheingegend und in Württemberg

Schöne F., _C. pulchra_ L.

_12._ Grundst. Blätt. dem Boden angedrückt, fiedersp. od. gezähnt, die übrigen meist ungeteilt, linealisch, pfeilf., am Rande umgerollt; innere Hüllblätt. innen behaart; Pfl. graugrün. 5-10. Trockene Felder, Mauern, häufig

Grund-F., _C. tectórum_ L.

-- Blätt. alle flach, am Rande nicht umgerollt

_13_

_13._ Griffel braun; Blätt. mit pfeilf. Grunde stengelumfassend; Hüllblätt. außen steifhaarig, innen kahl; Fr. 10rippig, gelbbraun. 5-7. Zuweilen eingeschleppt, besonders unter Luzerne

Nizzaische F., _C. nicaeénsis_ Balbis

-- Griffel gelb; Blätt. mit öhrchenf. gezähntem, aber nicht pfeilf. Grunde schwach stengelumfassend; Hüllblätt. innen anliegend seidenhaarig; Fr. 13rippig, gelblich. 6-8. Wiesen, Weg- und Ackerränder, meist häufig

Wiesen-F., _C. biénnis_ L.

_14._ (9.) Hüllblätt. u. Köpfchenstiele drüsig-kurzhaarig; Pfl. 0,60 bis 1 m hoch, kurzhaarig od. kahl; mittl. Blätt. mit schwach herzf. Grunde stengelumfassend. 6-8. Waldwiesen, zerstr.

Abbiß-F., _C. succisifólia_ Tausch

-- Hüllblätt. rauhhaarig; Pfl. bis 50 cm hoch; mittl. Blätt. mit pfeil- od. spießf. Grunde stengelumfassend

_15_

_15._ Äußere Hüllblätt. so lang als die inneren, fast drüsenlos; Blätt. oberwärts genähert, drüsenlos. 6-8. Gebirgswiesen (Vogesen, Schwarzwald, Alpen)

Schaben-F., _C. blattarioídes_ Villars

-- Äußere Hüllblätt. kürzer als die inneren, alle nebst den Köpfchenstielen rauhhaarig u. zugleich dicht drüsig; Blätt. drüsig weichhaarig. 7. 8. Riesengebirge, Glatzer Schneeberg, Mährisches Gesenke, Alpen

Großblütige F., _C. grandiflóra_ Tausch

_16._ (5.) Fr. 10rippig; obere Blätt. eif., mit herzf. Grunde stengelumfassend, lang zugespitzt; Hüllkelch drüsig behaart, selten kahl. 6-8. Feuchte Wiesen, Sümpfe, nicht selten

Sumpf-F., _C. paludósa_ Moench

-- Fr. 20-30rippig; unt. Blätt. in einen gesägten, geflügelten, stengelumfassenden Stiel verschmälert; Stengel steifhaarig; Hüllkelch rauhhaarig. 7-9. Nur im Kessel im Mährischen Gesenke

Sibirische F., _C. sibírica_ L.

71. _Hierácium_ L., Habichtskraut.[42] XIX.

I. Fr. klein (bis 2½ mm l.), am oberen Rande gekerbt (Fig. 775), schwarz; Stengel mit einer grundst. Blattrosette, sonst blattlos od. wenigblättr.; Pfl. häufig ausläufertreibend

_Pilosélla_ 328

II. Fr. über 3 mm lang, oben mit einer Ringwulst, nicht gekerbt (Fig. 776), Stengel oft mehr- bis reichblättr., aber selten mit grundst. Rosette. Pfl. stets ohne Ausläufer.

a) Hüllblätt. dachziegelart.; Haarkr. mehrreihig, mit kürzeren und längeren Strahlen

_Archierácium_ 329

b) Hüllblätt. 2reihig, die inneren viel länger als die äußeren; Haarkr. 1reihig

_Chlorocrépis_ 331

1. Untergattung. _Pilosélla_ Fries.

_1._ Stengel 2- bis vielköpfig

_4_

-- Stengel 1köpfig (ausnahmsweise 2köpfig), nur mit grundständ. Blätt.

_2_

_2._ Hüllblätt. stumpfl., eif.-lanzettl., 3-4 mm br., meist weiß berandet; Ausläufer kurz, dick, meist unterirdisch. 6. 7. Alpentriften und -wiesen in Bayern

Hoppes H., _H. hoppeánum_ Schultes

-- Hüllblätt. zugespitzt

_3_

_3._ Hüllblätt. am Grunde etwa 3 mm br., meist drüsenlos, lang seidenhaarig; Ausläufer kurz, dick. 5. 6. Sonnige Abhänge, selten

Peletiers H., _H. peleteriánum_ Mérat

-- Hüllblätt. 1-2 mm br., drüsig, graufilzig und steifhaarig (aber nicht seidenhaarig); Ausläufer verlängert, meist schlank. 5-10. Wegränder, Triften, gemein

Kleines H., _H. pilosélla_ L.

_4._ Stengel gabelig 2-5köpfig, außer den grundst. Blätt. meist noch 1blättr.; Hüllkelch bauchig-eif., mit breiter, gestutzter Basis; Blätt. hellgrün, borst. behaart, unterseits außerdem noch mit zerstreuten Sternhaaren 5. 6. Grasplätze, besonders in Schlesien, sonst selten

Ausläuferreiches H., _H. flagelláre_ Willd.

-- Köpfchen in Trugdolden od. Doldentrauben od. Doldenrispen, meist sehr kurz gestielt

_5_

_5._ Bltn dunk. orangerot bis braun; Blätt. grasgrün; Steng. oberwärts nebst dem Hüllkelch schwarz drüsenhaarig. 5. 6. Gebirgswiesen, auch in Gärten und verw.

Orangerotes H., _H. aurantíacum_ L.

-- Bltn gelb od. nur die randst. außen rötlich

_6_

_6._ Blätt. blau- oder graugrün

_8_

-- Blätt. blaß- od. gelblichgrün; Bltn hell-goldgelb

_7_

_7._ Innere Hüllblätt. stumpf; Hüllkelch dicht schwarzborst. u. drüsenhaarig; Köpfe zahlreich, dicht gedrängt; Blätt. zerstr. sternhaarig; Stengel besonders unten mit weichen Haaren, die länger als sein Durchmesser sind. 6-8. Wiesen, Grasplätze, zerstr. $(_H. collínum_ Nägeli u. Peter)$

Wiesen-H., _H. praténse_ Tausch

-- Innere Hüllblätt. spitz; Hüllkelch sparsam sternfilzig; Blätt. beiderseits sternhaarig; Haare des Stengels höchstens so lang als sein Durchmesser. 5. 6. Sonnige Hügel, zerstr., im Nordwesten fehlend

Doldenrispiges H., _H. cymósum_ L.

_8._ Stengel 5-25 cm hoch, 2-5köpfig; Blätt. blaugrün, fast ganz kahl, meist nur am Grunde von schlängeligen Borsten gewimpert; Bltn hellgelb. 5. 6. Wiesen, Triften, häufig

Aurikel-H., _H. aurícula_ L.

-- Stengel 20-100 cm hoch, 3- bis vielköpfig

_9_

_9._ Blätt. graugrün; Stengel 3-12blättr., ohne grundst. Rosette. Ausläufer fehlend

_12_

-- Blätt. blaugrün; Stengel (außer den grundst. Blätt.) 1-3blättr. Ausläufer meist vorhanden

_10_

_10._ Stengel 20-50köpf., oberwärts nebst dem Bltnstande borst.; Blätt. unterseits und am Rande borstig; Bltn hellgelb. 6. 7. Hügel, trockene Wiesen, zerstr.

Hohes H., _H. praeáltum_ Villars

-- Stengel 3-15köpfig

_11_

_11._ Bltn dunkel goldgelb; innere Hüllblätt. schmal blaß berandet; Hüllkelch eif.-kugelig. 5. 6. Grasplätze, Wegränder, Wiesen selten.

Reichblütiges H., _H. floribúndum_ Wimm. u. Grab.

-- Bltn hell goldgelb; innere Hüllblätt. breit blaß berandet; Hüllkelch walzlich. 5. 6. Schlesien

Schwedisches H., _H. suécicum_ Fries

_12._ Steng. unterwärts 3-6blättr., mit wagerecht abstehenden, oft rotbraunen Borsten; Blätt. zerstreut borstig, unterseits dünn graufilzig; Köpfchen ziemlich groß, wenig zahlreich. 6. 7. Sonnige Hügel, Felsen, zerstr.

Borstiges H., _H. setígerum_ Tausch

-- Stengel 10-12blättr., wie die Blätt. mit bogig aufwärts gekrümmten od. angedrückten Borsten dicht besetzt; Köpfchen mittelgroß, ziemlich zahlreich. 7. 8. Wie vor., zerstr.

Natterkopfblättriges H., _H. echioídes_ Lumnitzer

2. Untergattung. _Archierácium_ Fries.

_1._ Grundst. Blätt. zur Blütezeit nicht mehr vorhanden

_10_

-- Grundst. Blätt. rosettig, zur Blütezeit noch vorhanden (zuweilen vertrocknet)

_2_

_2._ Hüllblätt. fast gleichlang, am Grunde mit 1-2 Reihen viel kürzerer Blättchen

_4_

-- Hüllblätt mehr od. weniger dachziegelartig angeordnet, von innen nach außen allmählich kürzer; Zungenbltn an der Spitze gewimpert. Pfl. zottig

_3_

_3._ Grundst. Blätt. mehr od. weniger spatelig, ganzrand. od. fein gezähnelt, in den geflügelten Stiel verschmälert, die übrigen längl.-lanzettl. bis lineal; Stengel oberwärts nebst dem Hüllkelch mit langen, weißen, am Grunde schwarzen Haaren und mit kurzen, schwarzen Drüsenhaaren besetzt. 7. 8. Triften und Wiesen der höheren Gebirge

Alpen-H., _H. alpínum_ L.

-- Grundst. Blätt. längl.-lanzettl., grob gezähnt, die ersten sitzend, die folgenden langgestielt, die übrigen lanzettlich; Hüllkelch schwärzlich, später wenig behaart; Zungenbltn gestreift. 7. 8. Brocken

Brocken-H., _H. brúcterum_ Fries

_4._ Stengel (außer der grundst. Blattrosette) mehrblättrig

_8_

-- Stengel entweder nur am Grunde beblätt. od. außerdem noch mit 1 (selten 2) Blätt.

_5_

_5._ Grundst. Blätt. am Grunde mehr od. weniger herzf.

_7_

-- Grundst. Blätt. in den Blattstiel verschmälert; Stengel 3- bis 5köpfig

_6_

_6._ Blätt. borst., blaugrün, stumpfl.; Hüllblätt. fein drüs., spitz; Bltn hell goldgelb. 6-9. Felsen, zerstr.

Schmidts H., _H. schmídtii_ Tausch

-- Blätt. weich behaart, zugespitzt; Hüllblätt. drüsenlos, besonders am Grunde mehr oder weniger graufilzig; Hüllkelch fast kugelig; Bltn hell goldgelb. 7. 8. Pfl. bläulichgrün

Blaugrünes H., _H. cǣsium_ Fries

_7._ Hüllblätt. mehr oder weniger drüsig, nur die inneren spitz; Stengel vielköpfig; Blätt. weich. 5-10. Wälder, Mauern, gemein

Mauer-H., _H. murórum_ L.

-- Hüllblätt. drüsenlos, lang und fein zugespitzt; Stengel wenigköpfig; Blätt. etwas derb. 5-7. Felsen, selten

Gabeliges H., _H. bífidum_ Kitaibel

_8._ Blätt. mit langen, gelblichen Borstenhaaren, am Rande drüsig, schmal lanzettlich od. linealisch, grob gezähnt; Steng. gestreift. 6. 7. Auf dem Hunsrück, b. Wernerseck im Nettetal b. Neuwied u. Andernach

Steinbrech-H., _H. saxífragum_ Fries

-- Blätt. drüsenlos

_9_

_9._ Äußere Hüllblätt. spitz, schwarzdrüsig; Blätt. mit vorwärtsgerichteten Zähnen; Bltn goldgelb. 6. 7. Wälder, Gebüsche, gemein

Gemeines H., _H. vulgátum_ Fries

-- Äußere Hüllblätt. stumpf, drüsenlos; Blätt. alle gestielt, am Grunde tief buchtig gezähnt; Stengel oft schon vom Grunde an verzweigt; Bltn gelb. 6. 7. Provinz Brandenburg, Hannover, Spessart, Bayern.

Ästiges H., _H. ramósum_ W. u. K.

_10._ Blätt. mit herzf. Grunde stengelumfassend; Rand der Zungenbltn gewimpert; Hüllkelch und Köpfchenstiele dicht drüsig; Bltn dunkel goldgelb. 8. 9. Wiesen höherer Gebirge

Hasenlattich-H., _H. prenanthoídes_ Villars

-- Blätt. nicht od. nur die oberen stengelumfassend

_11_

_11._ Äußere Hüllblätt. an der Spitze zurückgebogen, die inneren breiter, stumpf, meist alle kahl; Köpfchen doldenrispig od. fast doldig; Blätt. sitzend, lanzettlich bis linealisch. 7-10. Wegränder, Triften, Dünen, häufig.

Doldiges H., _H. umbellátum_ L.

-- Äußere Hüllblätt. angedrückt od. etwas abstehend

_12_

_12._ Innere Hüllblätt. spitzl., verschmälert, alle dunkelgrün, am Rande bleicher; Blätt. mit verschmälertem Grunde sitzend; Stengel steif, meist entfernt beblätt., oberwärts traubig rispig od. doldenrispig. 6-8. Lichte Wälder

Glattes H., _H. laevigátum_ Willd.

-- Innere Hüllblätt. stumpf, breiter als die äußeren; Stengel dicht beblättert

_13_

_13._ Obere Blätt. mit herzf. Grunde stengelumfassend; Hüllblätt. hellgrün; Bltn hell goldgelb. 8. 9. Gebüsche

Savoyer-H., _G. sabāūdum_ L.

-- Obere Blätt. mit abgerundetem Grunde sitzend od. etwas stengelumfassend; Hüllblätt. dunkelgrün, getrocknet schwärzlich; Bltn goldgelb. 8-10. Wie vor., häufig $(_H. silvéstre_ Tausch)$

Nördliches H., _H. boreále_ Fries

3. Untergattung. _Chlorocrépis_ Grisebach.

Stengel 1-3köpfig; Blätt. linealisch-lanzettl., blaugrün, kahl; Hüllblätt. lang zugespitzt; Bltn hellgelb, trocken grün. 6. 7. Mit den Alpenflüssen in die Ebene herabsteigend

Widerstoß-H., _H. staticifólium_ Villars

2. Klasse. _Monocotýleae_. Einkeimblättrige Pflanzen oder Spitzkeimer.

Pflanzen mit nur einem Keimblatt. Laubblätt. in der Regel mit parallel verlaufenden, unverzweigten Hauptnerven. Blütenteile meist in der 3-Zahl vorhanden.

91. Familie. _Gramíneae_, Gräser.[43]

I. Jedes einzelne Ährchen der Hauptachse unmittelbar aufsitzend (Fig. 777) od. mit einem ganz kurzen, einfachen Stiele von ihr entspringend (Fig. 781). Der Bltnstand ist daher eine Ähre[44] od. (bei den kurzgestielten Ährchen) eine ährenf. Traube. Der Halm trägt an der Spitze zuw. mehrere fingerart. od. traubig angeordnete Ähren (Fig. 783-784)

_Ährengräser_ 332

II. Die an der Hauptachse entspringenden Stiele sind verzweigt, aber so kurz, daß die Ährchen eine ährenf. Rispe bilden (Fig. 778). (Oft ist erst beim Umbiegen des Bltnstandes zu erkennen, daß die Ährenstiele verzweigt sind, daß also nicht jedes Ährchen unmittelbar an der Hauptachse entspringt)

_Ährenrispengräser_ 334

III. Ährchen langgestielt od. kurzgestielt und dann an längeren Rispenästen stehend und daher eine mehr od. weniger ausgebreitete Rispe bildend (Fig. 779)

_Rispengräser_ 335

1. Ährengräser.

_1._ Halm an der Spitze mit mehreren fingerart. od. traub. zusammengestellt. Ähren (Fig. 783-784)

_13_

-- Halm an der Spitze mit einer einzigen Ähre od. ährenf. Traube (Fig. 777, 781-782)

_2_

_2._ Ährchen ganz in Aushöhlungen der Ährenachse eingesenkt (Fig. 780), 1-2blütig, in fast stielrunder, meist gekrümmter Ähre, die kaum dicker als der Halm ist; Kelchspelzen 2, selten 1, vorn nebeneinander. H. 5-15 cm. Meeresküste

_Leptúrus_ 358

-- Ährchen nicht in die Ährenachse ganz eingesenkt

_3_

_3._ Ähre einseitswendig, da die 1blüt., rötl. od. bläulichen Ährchen in 2 sehr genäherten Reihen stehen (Fig. 782); Halm sehr dünn, mit borstl. Blätt.

_12_

-- Ähre 2seitig, da die Ährchen sich an der Ährenachse gegenüberstehen

_4_

_4._ Auf jedem Absatze der Ährenachse sitzen mehrere (2-6) Ährchen nebeneinander; Ährchen 1blütig

_11_

-- Ährchen einzeln an der Hauptachse stehend, 2-8blütig

_5_

_5._ Ährchen mit der schmalen Seite der Ährenachse zugekehrt, mit 1 Kelchspelze (nur das endst. mit 2)

_Lólium_ 357

-- Ährchen mit der breiten Seite der Ährenachse zugekehrt, alle mit 2 Kelchspelzen

_6_

_6._ Ährchen kurzgestielt (Fig. 781), in einfacher Traube, entfernt stehend, 3- bis vielblütig

_10_

-- Ährchen sitzend, meist dicht gedrängt

_7_

_7._ Äußere Bltnspelze auf dem ~Rücken~ mit ~knief. gebogener~ Granne; Ährchen 4-7blütig

_Gaudínia_ 349

-- Äußere Bltnspelze grannenlos od. an der ~Spitze~ mit ~gerader~ Granne

_8_

_8._ Ährchen 2blütig (mit einem stielart. Ansatz zu einer 3. Blüte); Kelchspelzen pfrieml., 1nervig, gekielt.

Roggen, _Secále_ 359

-- Ährchen 3-8blütig; Kelchspelzen eif. oder lanzettl., mehrnervig

_9_

_9._ Kelchspelzen scharf gekielt (wenigstens an der Spitze), eif., sehr ungleichseitig; unt. Bltnspelze am Grunde ohne Querwulst; Ährchen bauchig. Weizen

_Tríticum_ 358

-- Kelchspelzen nicht od. stumpf gekielt, lanzettl., gleichseitig; unt. Bltnspelze am Grunde mit einer Querwulst; Ährchen nicht bauchig. Wildwachsende Arten

_Agropýrum_ 358

_10._ Kelchspelzen ungleich lang, 5-7nervig; innere Bltnspelze steif gewimpert; Ährchen 4-16blütig, lang, schmal linealisch (Fig. 781)

_Brachypódium_ 357

-- Kelchspelzen fast gleichlang, 3nervig, innere Bltnspelze fein gewimpert; Ährchen 3-7blütig

_Festúca_ 354