Flora von Deutschland Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen

Part 27

Chapter 272,999 wordsPublic domain

Große K., _V. thapsifórme_ Schrader

-- Narbe keulenf.; Blätt. nicht bis zum nächstuntern Blatt herablaufend. 7-9. Wüste Plätze, Hügel, zerstr.

Filz-K., _V. phlomoídes_ L.

_7._ Längere Stbfäden an der Spitze kahl; Blätt. unterseits dicht gelblich filzig. 7. 8. Angeblich am Mittelrhein und an der Mosel

Berg-K., _V. montánum_ Schrader

-- Längere Stbfäden bis zum Stbbeutel wollig

_8_

_8._ Blätt. unterseits mit dichtem, weißem, abkratzbarem Filz, der sich später in Flocken ablöst, oberseits grauflaumig; Blkr. 14-20 mm br.; Bltnstielchen kürzer als der Kelch. 7. 8. Sonnige Orte der Rheingegend

Flockige K., _V. pulveruléntum_ Villars

-- Blätt. unterseits wie mit Mehl bestäubt, oberseits fast kahl; Blkr. 10-14 mm br., zuw. weiß; Bltnstielchen etwas länger als der Kelch; Stengel und Äste oberwärts scharfkantig. 6-8. Wegränder, steinige Flußufer, Raine, verbreitet

Mehlige K., _V. lychnítes_ L.

Die Gattung ist sehr reich an Bastarden.

2. _Scrophulária_ L., Braunwurz. XIV.

_1._ Bltn grünlichgelb, in blattachselst. Trugdolden; Stbblätt. zuletzt aus der Blkr. hervorragend; Pfl. drüsig zottig. 4. 5. Feuchte Orte. Süddeutschl. und selten am Rhein, zuweilen verw.

Frühlings-B., _S. vernális_ L.

-- Bltn bräunlich

_2_

_2._ Blätt. fiedert. bis doppelt fiedert., kahl; Blkr. klein, violett, Zipfel weißrandig; Kelchzipfel breit häutig berandet. 6. 7. Flußufer, selten (Mittel- und Oberrhein, Elsaß, Baden)

Hunds-B., _S. canína_ L.

-- Blätt. ungeteilt

_3_

_3._ Stengel und Blattstiele zottig; Blätt. weichhaarig; Bltnstand dichtdrüsig; Blkr. braungrün; Stengel scharf 4kantig. 6-8. Nur in Schlesien in trockenen Wäldern und Gebüschen

Behaarte B., _S. scopólii_ Hoppe

-- Pfl. kahl, nur der Bltnstand meist drüsig behaart

_4_

_4._ Stengel scharf 4kantig, ungeflügelt; Kelchzipfel schmal häutig berandet; Blkr. grünbraun, seltener gelbgrün. 6-9. Gebüsche, Gräben, Ufer, häufig.

Knotige B., _S. nodósa_ L.

-- Stengel und Blattstiele breit geflügelt; Kelchzipfel mit breitem, häutigem Rande

_5_

_5._ Blätt. herzf. längl., stumpfgekerbt; Ansatz des 5. Stbfadens rundl.-nierenf., kaum ausgerandet; Blkr. purpurbraun, nur am Grunde grün. 6-9. Sumpfige Orte in der Rheingegend und in Süddeutschl.

Wasser-B., _S. aquática_ L.

-- Blätt. längl.-eif., scharf gesägt, am Grunde verschmälert od. abgestutzt; Ansatz des 5. Staubfadens verkehrt-herzf., 2lappig; Blkr. grünlich-rotbraun. $(Ändert ab: Unt. Blätt. stumpf, gekerbt; Ansatz des 5. Staubfadens 3mal so lang als breit = var. _neésii_ Wirtgen)$ 7-9. Gräben, Bäche, verbreitet. $(_S. aquática_ Aut., _S. aláta_ Gilibert, _S. ehrhárti_ Steven)$

Schatten-B., _S. umbrósa_ Dumortier

3. _Linária_ L., Leinkraut. XIV.

_1._ Blätt. ungestielt od. in den Blattstiel verschmälert

_4_

-- Blätt. mit einem Stiel, der von der Blattfläche deutlich abgesetzt ist; Stengel liegend, dünn; Bltn langgestielt

_2_

_2._ Blattstiel länger als die 5-7lappigen (Fig. 198), kahlen Blätt.; Blkr. hellviolett, am Gaumen mit 2 gelben Flecken. 6-8. Felsen, altes Gemäuer, zerstr.

Efeublättriges L., _L. cymbalária_ L.

-- Blattstiel kürzer als die Blattfläche; Blkr. gelb, mit innen violetter Oberlippe

_3_

_3._ Bltnstiele kahl; Blätt. spieß- od. pfeilf. 7-9. Äcker, stellenweise verbreitet, in Norddeutschland selten od. (Ostpreußen) ganz fehlend

Spieß-L., _L. elatíne_ Miller

-- Bltnstiele langhaarig; Blätt. am Grunde abgerundet. 7-9. Äcker, zerstr., in der norddeutschen Tiefebene fehlend

Unechtes L., _L. spúria_ Miller

_4._ Bltn gelb, oft mit orangefarbenem Gaumen

_9_

-- Bltn bläulich od. violett (od. doch blau od. violett gestreift)

_5_

_5._ Eingang zur Blkrröhre durch die gaumenart. Ausstülpung der Unterlippe nicht ganz verschlossen; Blkr. hellviolett, am Schlunde gelbl.; Bltnstiele mindestens 3mal so lang als der Kelch. 6-8. Äcker, Schutt, Mauern, zerstr.

Kleines L., _L. minor_ L.

-- Eingang zur Blkrröhre durch den Gaumen ganz verschlossen

_6_

_6._ Blkr. mit Sporn 4-7 mm lang, hellblau; Oberlippe aufrecht; Bltnstiele viel kürzer als der Kelch; Samen glatt, breit, geflügelt. 7-9. Kartoffel- und Getreideäcker, verbreitet, im nordwestdeutschen Flachlande meist fehlend

Acker-L., _L. arvénsis_ L.

-- Blkr. mit Sporn 8-20 mm lang; Oberlippe zurückgeschlagen; Bltnstiele so lang od. länger als der Kelch

_7_

_7._ Blätt. meist alle zu 3-4quirlig; Stengel wenigstens am Grunde liegend; Blkr. blauviolett, am Gaumen orange; Samen flach, geflügelt. 7. 8. Mit den Alpenflüssen in die Täler herabsteigend

Alpen-L., _L. alpína_ Miller

-- Höchstens die unt. Blätt. quirlst.; Stengel aufrecht

_8_

_8._ Bltnstiele drüsig, 2mal so lang als der Kelch; Blkr. hell blauviolett; Samen 3kantig, querrunzlig. 6. 7. Gartenpfl. zuw. verwildert

Zweiteiliges L.; _L. bipartita_ Willd.

-- Bltnstiele kahl, etwa so lang als der Kelch; Blkr. bläulich, violett gestreift; Samen 3kantig, punktiert. 7. 8. Einheimisch wohl nur in Elsaß-Lothringen, sonst stellenweise eingeschleppt

Gestreiftes L., _L. striáta_ DC.

_9._ Blkr. ohne Sporn 15-22 mm lang, schwefelgelb, mit orangegelbem Gaumen; Bltntraube dicht; Samen flach, breit geflügelt. 6 bis 10. Sandboden, gemein

Frauenflachs, _L. vulgáris_ Miller

-- Blkr. ohne Sporn 6-10 mm lang; Blätt. bereift

_10_

_10._ Blätt. eif. bis längl.-lanzettl., am Grunde abgerundet, die größeren meist nicht unter 1 cm breit; Blkr. zitronengelb, am Gaumen dunkler, ohne Sporn 6-8 mm lang; Kapsel etwa so lang als der Kelch; Samen flügellos, 3kantig. 6-9. Sonnige Stellen. Nur in Schlesien, bisweilen verschleppt

Ginsterblättriges L., _L. genistifólia_ Miller

-- Blätt. lineal bis linealisch-lanzettl., schmäler als bei vor. Art; Blkr. schwefelgelb, ohne Sporn 8-10 mm lang; Kapsel fast doppelt so lang als der Kelch; Sporn etwas rötl.; Samen flach, geflügelt. 7. 8. Sandige Orte der Ostsee, von Pommern an ostwärts

Dünen-L., _L. odóra_ Chavannes

4. _Antirrhínum_ L., Löwenmaul. XIV.

Blkr. 2-3 cm lang, viel länger als die Deckblättch., verschiedenfarbig; Kelchblätt. viel kürzer als Blkr. und Kapsel. 6-9. In Gärten und daraus verw.

Garten-L., _A. majus_ L.

Blkr. 8-10 mm lang, kürzer als die Deckblättch., rosa; Kelchblätt. länger als Blkr. und Kapsel. 7-9. Lehmäcker, verbreitet, stellenweise (Ost- und Westpreußen) nur eingeschleppt oder (Ostfriesland) fehlend

Feld-L., _A. oróntium_ L.

5. _Anarrhínum_ Desfontaines, Lochschlund. XIV.

Blkr. klein, violett. 7. 8. Sonnige Abhänge an der Mosel und Saar (Trier)

_A. bellidifólium_ Desfontaines

6. _Gratíola_ L., Gnadenkraut. II.

Blätt. sitzend, klein gesägt; Bltn einzeln, blattachselst. 6-8. Feuchte Orte, zerstr., stellenweise selten od. fehlend.

_G. officinális_ L.

7. _Mímulus_ L., Gauklerblume. XIV.

An Flußufern zuweilen verw. 6-10

_M. lúteus_ L.

8. _Lindérnia_ Allioni, Büchsenkraut. XIV.

Flußufer, Teichränder, selten und unbeständig im Südwesten. 7-9.

_L. pyxidária_ L.

9. _Limosélla_ L., Schlammling. XIV.

Bltn klein, rötlich. 6-10. Schlammige Stellen, zerstr.

_L. aquática_ L.

10. _Digitális_ L., Fingerhut. XIV.

_1._ Blkr. purpurrot (selten weiß), innen gefleckt, außen kahl. 6-8. Bergwälder, zerstr., auch in Gärten.

Roter F., _D. purpúrea_ L.

-- Blkr. hellgelb

_2_

_2._ Pfl. oberwärts drüsig-weichhaarig; Blätt. weichhaarig; Blkr. 3-4½ cm lang. 6. 7. Bergwälder, Gebüsche, zerstr.

Blasser F., _D. ambígua_ Murray

-- Pfl. oberwärts nebst den Blätt. kahl; Blkr. ca. 2 cm lang. 6. 7. Steinige Hügel, Bergwälder, in Mittel- und Süddeutschl.

Gelber F., _D. lútea_ L.

Zwischen den 3 Arten kommen Bastarde vor.

11. _Verónica_ L., Ehrenpreis, II.

_1._ Bltn in end- od. blattachselst. Trauben; Deckblättch. d. einzelnen Bltn sehr klein, von den Laubblätt. durchaus verschied., u. deshalb d. Traube stets scharf abgegrenzt (Fig. 674-675)

_17_

-- Bltn einzeln in den Achseln gewöhnlicher Laubblätt. od. in lockeren Trauben, die aber nicht scharf abgegrenzt sind, da die unt. Deckblätt. vollständig d. Laubblätt. gleichen u. nach oben hin allmählich kleiner u. einfacher werden (Fig. 676-677)

_2_

_2._ Die die Bltn stützenden Blätt. sämtlich gleichgestaltet (die oberen wenig kleiner), stets gezähnt (Fig. 676); Stengel nebst den verlängerten Ästen wenigstens am Grunde niederlieg.

_13_

-- Die obersten Deckblättchen von den übrigen Blätt. verschieden (kleiner und einfacher) und daher der Bltnstand traubig (Fig. 677); Stengel meist aufrecht

_3_

_3._ Mittl. Blätt. fingerf. geteilt od. tief fiedersp.

_11_

-- Blätt. alle ungeteilt, entweder ganzrand., gezähnt oder gekerbt

_4_

_4._ Traube verlängert

_7_

-- Traube wenigstens zur Blütezeit kurz, armblütig (Fig. 678-679). Ausdauernde Gebirgspfl. mit meist einfachem Stengel

_5_

_5._ Unt. Blätt. dicht rosettig, größer als die entfernt stehenden übrigen, alle stumpflich verkehrt-eif. (Fig. 679); Blkr. schmutzig blau. 6. 7. Schneekoppe und im Kessel des Mährischen Gesenkes

Gänseblümchen-E., _V. bellidioídes_ L.

-- Untere Blätt. nicht rosettig, kleiner als die übrigen (Fig. 678)

_6_

_6._ Stengel am Grunde holz.; Blkr. 10-14 mm br., blau, mit rotem Ring; Traube von gekräuselten Haaren flaumig; Griffel fast so lang als die kaum ausgerandete Kapsel. 7. 8. Schwarzwald, Vogesen

Felsen-E., _V. saxátilis_ Jacquin

-- Stengel ganz krautig; Blkr. 5-7 mm br., blau; Traube abstehend behaart; Griffel höchstens so lang als die Kapsel. 7. 8. Riesengebirge

Alpen-E., _V. alpína_ L.

_7._ (5.) Bltnstiele kürzer als der Kelch (höchstens halb so lang)

_10_

-- Bltnstiele so lang od. länger als der Kelch

_8_

_8._ Kapsel 2spaltig, breiter als lang (Fig. 680); Bltnstiele abstehend, 2mal so lang als der Kelch; Blkr. blau. 4. 5. Äcker, sehr selten (Wetterau, Oberelsaß, Baden, Pfalz)

Thymianblättriger E., _V. acinifólia_ L.

-- Kapsel nicht 2spalt.; Bltnstiele höchstens etwas länger als der Kelch

_9_

_9._ Blkr. weißlich, bläulich gestreift; Kapsel mit seichter abgerundeter Ausrandung (Fig. 682); Blätt. ganzr. od. schwach gekerbt. Pfl. ausdauernd. 5-9. Sandplätze, Triften, Wiesen, gemein

Quendelblättriger E., _V. serpyllifólia_ L.

-- Blkr. dunkelblau; Kapsel seicht ausgerandet, länger als breit; Samen auf der einen Seite ausgehöhlt; Blätt. eingeschnitten gesägt (Fig. 681). 4. 5. Äcker, verbreitet, im norddeutschen Tieflande meist fehlend

Früher E., _V. praecox_ Allioni

_10._ Blätt. keilf. in den Blattstiel verlaufend, ganzrand. od. gezähnelt; Kapsel mit seichter, abgerundeter Ausrandung, kahl (Fig. 683). Pfl. kahl od. oberwärts drüsig; Blkr. blau u. weiß. 4-6. Bebaute Orte, Flußufer, zuweilen verschleppt.

Fremder E., _V. peregrína_ L.

-- Blätt. herzeif., gekerbt; Kapsel tief spitzwinkl. ausgerand., gewimpert (Fig. 684). Pfl. abstehend behaart. 4-10. Äcker, Triften, gemein

Feld-E., _V. arvénsis_ L.

_11._ (3.) Bltnstiele länger als der Kelch, mittlere und obere Blätt. fingerf. 3-5teil.; Kapsel rundl.; Samen vertieft, beckenf.; Blkr. dunkelblau. 3. 4. Äcker, meist gemein

Finger-E., _V. triphýllos_ L.

-- Bltnstiele kürzer als der Kelch; mittlere Blätt. fiederteilig; Samen nicht vertieft

_12_

_12._ Blkr. 2-3 mm br., blau; Griffel die Ausrandung d. Kapsel kaum überragend; Kapselfäch. 6-8samig. H. 5-10 cm. Sandfelder, im nordwestl. Gebiete fehlend.

Frühlings-E., _V. verna_ L.

-- Blkr. 4-5 mm breit; Griffel die Ausrandung der Kapsel weit überragend; Kapselfächer 9-13samig; Blätt. etwas fleischig, trübgrün. H. bis 30 cm. Pfl. beim Trocknen leicht schwarz werdend. 4. 5. Im mittl., östl. und nordöstl. Gebiet nicht selten, aber oft mit vor. verwechselt.

Dicklicher E., _V. dillénii_ Crantz

_13._ (2.) Blätt. rundl. 3-7lappig, efeuähnlich (Fig. 685); Kelchzipf. breit herzf., ihre Ränder später nach außen gebogen; Kapsel kugelig, fast 4lapp., kahl; Frstiele aufrecht; Bltn klein, hellblau. 3-5. Äcker, Schutt, gemein

Efeublättriger E., _V. hederifólia L._

-- Blätt. gekerbt-gesägt (Fig. 676); Kelchzipfel nicht herzf.; Frstiele zurückgekrümmt

_14_

_14._ Frstiele bedeutend länger als die Blätt.; Kapsel doppelt so breit als lang, stumpf ausgerandet; Blkr. himmelblau, 8-10 mm breit. 4. 5. und 7-10. Äcker, Gartenland, stellenweise. $(_V. buxbaumii_ Tenore)$.

Tourneforts E., _V. tournefórtii_ Gmelin

-- Frstiele höchstens etwas länger als das Blatt; Bltn 4-8 mm breit

_15_

_15._ Kelchzipfel breit, spitzlich, je 2 an der Fr. sich mit den Rändern deckend; Kapsel am Rande nicht gekielt, gedunsen, viel breiter als lang, ihre Fächer 4-14samig; Blätt. rundl.-eif., hellgrün, glänzend; Blkr. dunkelblau. 4. 5. u. 8-10. Äcker, Gartenland, stellenweise häufig.

Glänzender E., _V. políta_ Fries

-- Kelchzipfel schmal, an der Fr. sich nicht mit den Rändern deckend; Kapsel am Rande gekielt, mit 2-7samig. Fäch.

_16_

_16._ Kapsel wenig breiter als lang, spitzwinklig ausgerandet, abstehend behaart; Kelchzipfel längl.-eif., stumpf; Blätt. hellgrün, glänzend, spärlich behaart; Blkr. bläulichweiß, dunkler geadert. 4. 5. u. 8-10. Äcker, zerstr.

Acker-E., _V. agréstis_ L.

-- Kapsel fast doppelt so breit als lang, tief rechtwinklig ausgerandet, mit gekräuselten Haaren; Kelchzipfel fast elliptisch; Blätt. trübgrün, glanzlos, weichhaarig; Blkr. dunkelblau. 4. 5. u. 7-10. Äcker, zieml. selten.

Glanzloser E., _V. opáca_ Fries

_17._ (1.) Bltntrauben seitenst. (Fig. 674)

_20_

-- Bltntrauben endst., daneben oft einige seitenst. (Fig. 675)

_18_

_18._ Bltnstiele länger als das Deckblättch., kahl; Trauben ziemlich locker; Blätt. einfach od. fast doppelt gesägt, längl.-lanzettl.; Blkr. blau. 7. 8. Bergwälder, sehr selten (Harz, Thüringen, Halle)

Unechter E., _V. spúria_ L.

-- Bltnstiele kürzer als das Deckblättch., kurz behaart; Trauben sehr gedrungen (Fig. 675); Blkr. himmelblau

_19_

_19._ Blätt. gesägt-gekerbt, an der Spitze ganzrand., längl.-eif. bis lanzettl.; Blkrröhre länger als ihr Querdurchmesser; Kapsel stumpf; seitenst. Bltntrauben selten. $(Ändert mit verschmälerten, meist zusammengedrehten Blkrzipfeln ab = _var. orchídea_ Crantz.)$ 6-8. Sonnige Hügel, Wegränder, zerstr.

Ähriger E., _V. spicáta_ L.

-- Blätt. bis zur Spitze scharf gesägt, längl. bis lineal-lanzettl.; Kaps. ausgerandet; seitenst. Bltntrauben meist vorhanden. 7. 8. Ufer, feuchte Wies., zerstr.

Langblättriger E., _V. longifólia_ L.

_20._ (17.) Kelch 4teilig

_23_

-- Kelch 5teilig, der eine Zipfel kleiner

_21_

_21._ Kapsel schwach ausgerandet (Fig. 686); nichtblühende Stengel liegend, blühende aufstrebend; Blätt. kurzgestielt, lineal.-lanzettl.; Blkr. hellblau. 5. 6. Trockene Wiesen, Hügel, Wegränder, zerstr., stellenweise fehlend

Gestreckter E., _V. prostráta_ L.

-- Kapsel spitzwinklig-ausgerandet (Fig. 687); Stengel alle aufrecht oder am Grunde aufsteigend

_22_

_22._ Blätt. kurzgestielt, schmal lanzettl., entfernt gesägt, die obersten zuweilen ganzrand. 6. 7. Sonnige Hügel im östl. Deutschl.

Österreichischer E., _V. austríaca_ L.

-- Blätt. sitzend (wenigstens die oberen), eif. bis lanzettl., eingeschnitten gesägt. 6. 7. Sonnige Hügel, zerstr. $(_V. latifólia_ Aut.)$

Breitblättriger E., _V. teucrium_ L.

_23._ (20.) Pfl. kahl (zuweilen der Stengel und Bltnstand drüsenhaarig). Ufer und Sumpfpfl.

_27_

-- Pfl. behaart. Grasplätze, Triften, Wälder

_24_

_24._ Stengel mit 2 Längsreihen von Haaren; Blätt. eif., sitzend od. kurz gestielt; Kapsel kürzer als der Kelch; Blkr. lebhaft blau, dunkler geadert. 5. 6. Wiesen, Wälder, gemein

Gamander-E., _V. chamǣdrys_ L.

-- Stengel ringsum gleichmäßig behaart

_25_

_25._ Blattstiel mindestens 1 cm lang; Blätt. rundl.-eif.; Stengel am Grunde kriechend, schlaff; Traube armblütig; Kapsel oben und unten ausgerandet; Blkr. bläulich weiß, dunkler gestreift. 5-7. Laubwälder, zerstr.

Berg-E., _V. montána_ L.

-- Blätt. sitzend od. kurzgestielt

_26_

_26._ Stengel aufrecht; Blätt. sitzend, herzeif., scharfgesägt, die oberen lang zugespitzt; Kapsel fast kreisrund, ausgerandet; Blkr. hellblau od. rötlich, dunkler geadert. 5-7. Gebirgswälder im südl. Teile des Gebiets

Nesselblättriger E., _V. urticifólia_ Jacquin

-- Stengel kriechend, oben aufgerichtet, rauhhaarig; Blätt. kurzgestielt, verkehrt eif., derb; Traube reichblütig; Kapsel 3eckig, stumpf ausgerandet; Blkr. hellblau, dunkler geadert. 6-8. Trockene Wiesen, Gebüsche, Grasstellen, gemein

Echter E., _V. officinális_ L.

_27._ (23.) Bltntrauben nicht gegenst. (in der Achsel des einen der gegenst. Blätt. keine Traube); Blätt. linealisch-lanzettl. (bis 4 mm br.); Stengel schlaff $(bei der var. _parmulária_ Poiteau u. Turpin nebst den Bltnstielen drüsig behaart)$; Kapsel flach; Blkr. weißlich, gestreift. 6-8. Gräben, Teiche, häufig

Schild-E., _V. scutelláta_ L.

-- Bltntrauben gegenst.; Kapsel gedunsen

_28_

_28._ Stengel fast stielrund; Blätt. kurzgestielt, rundl. od. längl.-eif.; Blkr. himmelblau. 5-9. Wie vor., meist häufig

Bachbungen-E., _V. beccabúnga_ L.

-- Stengel kantig; mittl. und obere Blätt. sitzend

_29_

_29._ Stengel markig; Frstiele wagerecht od. etwas spitzwinklig abstehend; Kapsel kaum ausgerandet, 2-2½ mm lang; Blkr. weiß, bläulich geadert. 6-10. Feuchte Orte im südl. Gebiet.

Blasser E., _V. anagalloídes_ Gussone

-- Stengel hohl (bei Landformen auch markig); Bltn. bläulich, dunkler geadert; Bltnstand selten drüsig; Frstiele spitzwinklig abstehend, schlank. 6-10. Gräben, Ufer, nicht selten.

Gauchheil E., _V. anagállis_ L.

Unterart: _aquática_ Bernhardi, Bltn. blaß, rötlich, meist kleiner; Bltnstand drüsig od. kahl, wie der Frstand sehr locker; Frstiele wagerecht abstehend, meist derber; Blätt. alle sitzend. 6-10. Wie vor. Gebiet der Unterelbe, Schleswig-Holstein, im nordostdeutschen Flachland, Bayern.

12. _Tózzia_ Micheli, Rachenblume. XIV.

Moosige und quellige Gebirgsabhänge. 7. 8. Auf dem Malinow in Schlesien und an der Barania bei Teschen

_T. alpína_ L.

13. _Melampýrum_ L., Wachtelweizen. XIV.

_1._ Ähren einseitswendig, unten meist sehr entferntblütig

_3_

-- Ähren allseitswendig (Bltn rings um den Stengel gestellt); Deckblättch. kamm- od. borstenf. gezähnt

_2_

_2._ Deckblättch. herzf., rötl. od. weißl., am Grunde kammart. gezähnt, aufwärts zusammengefaltet; Blkr. gelblich; Ähre kurz; 6-9. Trockene Wälder und Wiesen, im Nordwesten fehlend.

Kamm-W., _M. cristátum_ L.

-- Deckblättch. keil- od. eif., borstenf. gezähnt, purpurn; Blkr. purpurn, am Gaumen gelb. 6-9. Äcker, besonders auf Kalkboden, im Nordwesten fehlend

Acker-W., _M. arvénse_ L.

_3._ Kelch wollig-zottig; Deckblätt. herzf., borstenf. gezähnt, die oberen blauviolett, selten rötlich od. weißlich; Blkr. goldgelb, mit rotbrauner Röhre. 6-9. Wälder, Gebüsche, meist häufig, stellenweise fehlend

Hain-W., _M. nemorósum_ L.

-- Kelch kahl; Deckblätt. lanzettl., alle grün, ganzr. od. nur am Grunde mit 1-3 Zähnen

_4_

_4._ Blkr. blaßgelb od. weißlich, kaum geöffnet, bis 18 mm lang mit gerader Röhre; Kelchzähne pfriemlich, zurückgekrümmt, kürzer als die halbe Blkr.; Deckblätt. meist jederseits mit 1-3 langen Zähnen. 6-8. Waldwiesen, Gebüsche, häufig

Wiesen-W., _M. praténse_ L.

-- Blkr. goldgelb, weit geöffnet, bis 8 mm lang, mit gekrümmter Röhre; Kelchzähne 3eckig-eif., abstehend, etwa so lang als die Blkrröhre; Deckblätt. ganzrand. od. kurz gezähnt. 7. 8. Wälder in Mittel- und Süddeutschl.

Wald-W., _M. silváticum_ L.

14. _Pediculáris_ L., Läusekraut. XIV.

_1._ Blkr. rot, selten weiß, ihre Oberlippe fast sichelf.; Kapsel schief-eif.

_3_

-- Blkr. gelb

_2_

_2._ Schlund der Blkr. glock. erweitert, durch die zusammenneigenden Lippen geschlossen; Kaps. kugelig. H. 30-100 cm. 6-8. Torfwiesen, selten.

Zepterförmiges L., _P. sceptrum carolínum_ L.

-- Schlund der nicht glockigen Blkr. offen; Blkroberlippe abgerundet, fast gerade, dicht rauhhaarig; Kapsel zusammengedrückt, schief-eif. 7. 8. Hochvogesen

Reichblättriges L., _P. foliósa_ L.

_3._ Kelch 2lappig, mit krausen, eingeschnitten gezähnten Lappen; Stengel von der Mitte an Bltn tragend, steif aufrecht, 10 bis 40 cm hoch. 5. 6. Sümpfe, Moorboden, zerstr.

Sumpf-L., _P. palústris_ L.

-- Kelch 5zähnig od. 5spalt.

_4_

_4._ Stengel mit mehreren niedergestreckten Nebenstengeln, fast von unten an Bltn tragend, bis 15 cm hoch; Kelch 5zähnig, mit blattart., gezähnten Zähnen. 5. 6. Wie vor., zerstr.

Wald-L., _P. silvática_ L.

-- Stengel einfach, aufrecht, 10-20 cm hoch; Kelch bis zur Mitte 5spalt., mit lanzettl., fein gesägten Zipfeln. 6-8. Auf den höchsten Kämmen des Riesengebirges

Sudeten-L., _P. sudética_ Willd.

15. _Alectorólophus_ Haller, Klappertopf. XIV.

_1._ Kelch an seiner Oberfläche drüsig behaart od. von langen Haaren wollig

_5_

-- Kelch ganz kahl od. nur an den Kanten etwas borstig

_2_

_2._ Blkr. mit gerader Röhre, 1½ cm lang; Oberlippe mit 2 kurzen, kaum 1 mm langen, meist weißlichen Zähnen; Unterlippe der Oberlippe nicht dicht anliegend und daher der Schlund etwas offen; Deckblätt. grün. 5-7. Wiesen, Wegränder, häufig.

Kleiner K., _A. minor_ W. u. Grab.

-- Blkrröhre deutlich nach aufwärts gekrümmt; Zähne der Oberlippe 2 mm lang, violett

_3_

_3._ Deckblätt. am Grunde mit langen, grannenart. Zähnen; Blkr. hellgelb, mit offenem Schlunde, 1½-2 cm lang; Stengel schwarz gestrichelt. 6-9. Wiesen, Abhänge, stellenweise im südl. u. westl. Gebiete.

Grannen-K., _A. angustifólius_ Heynhold

-- Deckblätt. am Grunde mit fein zugespitzten, aber nicht grannenart. Zähnen

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_4._ Blkr. mit schwach nach aufwärts gebogener Röhre, 2 cm lang, hellgelb, ihr Schlund durch die anliegende Unterlippe geschlossen; Deckblätt. bleichgrün; Samen zuw. ungeflügelt (var. ápterus Fr.). 5-7. Wiesen, Grasplätze, häufig

Großer K., _A. major_ Ehrh.

Bei der Herbstform (s. unten) sind die Blätt. schmäler, die Stengelglieder kürzer und die bogig aufstrebenden Äste überragen oft den Hauptstengel (_A. serótinus_ Schönh., _A. angustifólius_ Fr.)

-- Blkr. mit fast knief. aufwärts gebogener Röhre, 1½ cm lang, hellgelb, mit offenem Schlunde; Deckblättch. tief gezähnt, mit spitzen Zähnen, nebst den Kelchen schwarz gestrichelt. 7-8. Sudeten

Alpen-K., _A. alpínus_ Sterneck

_5._ Kelch drüsig behaart; Blkr. hellgelb, 2 cm lang, mit schwach gebogener Röhre und geschlossenem Schlunde; Deckblätt. bleichgrün, drüsig. 5-8. Nur bei Jena

Drüsen-K., _A. rumélicus_ Borbás

-- Kelch mit weißen, wolligen, drüsenlosen Haaren; Blkr. hellgelb, 2 cm lang, mit aufwärts gebogener Röhre und meist geschlossenem Schlunde; Stengel langhaarig, nicht schwarz gestrichelt. 5-9. Mittel- und Süddeutschland

Zottiger K., _A. hirsútus_ All.

Fast von jeder Art findet sich eine spätblühende Herbstform. Diese unterscheidet sich von der Sommerform durch eine stärkere Verästelung und durch das Vorhandensein von 2 und mehr Blattpaaren zwischen der obersten Verzweigung und dem Bltnstande.

16. _Bártschia_ L., Bartschie. XIV.

Stengel rauhhaarig; Blätt. eif., sitzend. 6. 7. Quellige Orte. (Riesengebirge, Mährisches Gesenke, Elsaß, Feldberg und bayrische Hochebene)

_B. alpína_ L.

17. _Euphrásia_ L., Augentrost. XIV.

_1._ Oberlippe der Blkr. ungeteilt oder kaum ausgerandet, an den Rändern nicht zurückgeschlagen; Unterlippe mit stumpfen oder seicht ausgerandeten Zipfeln $(_Odontites_)$

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-- Oberlippe der Blkr. 2lappig, an den Rändern zurückgeschlagen; Unterlippe mit tief ausgerandeten oder 2spalt. Zipfeln

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_2._ Blkr. 4-10 mm lang, ihre Röhre auch gegen Ende der Blütezeit den Kelch nicht oder kaum überragend; Blätt. kahl oder behaart

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-- Blkr. 9-11 mm lang, am Ende der Blütezeit sich verlängernd, 10-14 mm lang, ihre Röhre um diese Zeit deutl. den Kelch überragend (Fig. 688); Blätt. stets mehr od. weniger behaart

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