Flora von Deutschland Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen

Part 2

Chapter 23,158 wordsPublic domain

2. _Doldige Blütenstände._ Die Hauptachse ist verkürzt (»hört plötzlich auf«), und die Nebenachsen entspringen an einem Punkte. Hierher gehören: _Dolde_, von der verkürzten Hauptachse erheben sich gestielte Bltn, die zumeist in gleicher Höhe stehen (Fig. 29h, Schlüsselblume); _zusammengesetzte Dolde_, eine Dolde, bei der jede Nebenachse wieder eine Dolde trägt (Fig. 29i, die meisten Doldenpfl.); _Köpfchen,_ auf der verkürzten Hauptachse stehen dicht gedrängt zahlreiche ungestielte od. ganz kurz gestielte Bltn (Fig. 29k, Grasnelke). Wenn ein Köpfchen von Hüllblätt. umgeben wird (wie bei den Korbblütlern), so nennt man es _Blütenkörbchen_ (Fig. 29l).

3. _Trugdoldige Blütenstände._ Die Hauptachse ist durch eine endst. Blüte abgeschlossen und trägt unter dieser nur noch eine od. wenige Nebenachsen, die entweder mit einer Blüte abschließen od. in derselben Weise verzweigt sind. Bei der _Trugdolde_ entspringen unter der endst. Blüte an einem Punkte 2 od. mehr Nebenachsen, die sich wiederholt wie die Hauptachse verzweigen können (Fig. 30, Wolfsmilch, Holunder). _Büschel_ od. _Knäuel_ sind Trugdolden mit sehr verkürzten Stielen, so daß die Bltn meist unregelmäßig gehäuft erscheinen (viele Nelken, Gänsefuß).

6. Die Frucht.

Aus dem Frkn. entwickelt sich die Fr. Die Frknwand bildet sich zur _Fruchthülle_ od. _Fruchtschale_ aus. Man unterscheidet:

1. _Trockene Früchte._ Die Frschale ist bei der Reife trocken. Öffnen sich die reifen Früchte nicht, so nennt man sie _Schließfrüchte;_ wenn dagegen zur Reifezeit die Frschalen aufspringen, bezeichnet man die Fr. als _Kapselfrüchte_ (Springfrüchte). Die _Nuß_ ist eine Schließfrucht mit harter Schale (Haselnuß); die _Teil-_ oder _Spaltfrucht_ eine Schließfrucht, die bei der Reife in 2 oder mehrere einsamige Teile (Ahorn, Doldengewächse) zerfällt. Besondere Formen der Kapselfrüchte sind die _Hülse,_ eine einfächerige, mit 2 einander gegenüberliegenden Längsspalten aufspringende Fr. (Erbse), und die _Schote,_ eine ebenfalls mit 2 Klappen aufspringende Fr., die aber durch eine Längsscheidewand in 2 Fächer geteilt ist (Kreuzblütler). Ist die Schote wenig länger als breit, so wird sie _Schötchen_ genannt.

2. _Saftige Früchte._ Die Frhülle ist saftig und fleischig. Besteht sie aus einer häutigen Außen- und einer saftigen Innenschicht, so bezeichnet man die Fr. als _Beere_ (Weinbeeren); ist die Frwand aus 3 Teilen zusammengesetzt: einer äußeren häutigen, einer mittl. fleischigen und einer innern harten Schicht, so heißt sie _Steinfrucht_ (Kirsche).

Anleitung zum Gebrauch der Bestimmungstabellen.

Es ist bei der Einrichtung der Tabellen darauf Bedacht genommen, sie so zu gestalten, daß auch der im Bestimmen nicht Geübte sich rasch orientiert und bei sorgfältiger Beobachtung und genauer Untersuchung ohne große Mühe den Namen einer ihm unbekannten Pflanze auffindet. Um über die ersten Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, soll an einigen Beispielen gezeigt werden, wie beim Bestimmen einer Pflanze zu verfahren ist.

1. Das _Schneeglöckchen_ (Galanthus nivalis). Wir beginnen auf Seite 12, wo es in der ersten Tabelle heißt:

1. Pfl. ohne Bltn und Samen usw.

415

-- Pfl. mit samenerzeugenden Bltn usw.

_2_

Die hinter einer Ziffer und dem darauf folgenden Striche stehenden Merkmale bilden stets Gegensätze, von denen immer nur einer auf die zu bestimmende Pflanze zutreffen kann. In diesem Falle kommen die ersten Merkmale nicht in Betracht, denn es handelt sich um eine Pflanze mit »samenerzeugenden Blüten«. Wir folgen deshalb der am Ende der Reihe stehenden Ziffer, die uns auf Nr. 2 der Tabelle verweist, wo wieder zwischen zwei Gegensätzen die Entscheidung getroffen werden muß. Da nach einer Bemerkung zu der 1. Gruppe nur die Nadelhölzer gehören, so ist die vorliegende Pflanze der 2. Gruppe zuzurechnen, und wir müssen unter Nr. 3 weiter suchen. Hier ist die Entscheidung nicht immer leicht, da es bei beiden Gruppen Ausnahmen gibt, wie schon die Worte »in der Regel« und »fast stets« andeuten. Die in Klammern beigefügten Bemerkungen werden aber leicht auf den rechten Weg helfen, und selbst dann, wenn dem Anfänger trotzdem ein Irrtum unterlaufen sollte, wird er in den allermeisten Fällen doch zum Ziele gelangen, weil die »schwierigen« Gewächse in beide Gruppen aufgenommen sind. Unsere Pflanze gehört zweifellos zur 1. Gruppe, zu den Monokotylen, der parallelnervigen Blätter und der 6(2×3)zähligen Blütenteile wegen. Es ist deshalb zur weiteren Bestimmung die nächste Tabelle auf der folgenden Seite zu benutzen. Von Nr. 1 kommen wir auf Nr. 2, weil die Blüten weder fleischige Kolben noch kugelige Köpfchen bilden. Die Pflanze ist in Stengel und Blätter gegliedert, was uns nach Nr. 3 und dann sofort weiter nach Nr. 19 führt. Ohne Schwierigkeiten gelangen wir weiter nach 20, 25, 26, 27 und schließlich nach 28, wo sich die letzten Gegensätze finden. Der Fruchtknoten ist unter der Blüte sichtbar, weshalb die Pflanze zu der Familie der Amaryllidaceen gehören muß. Zur Bestimmung der Art benutzen wir die Tabelle auf Seite 401 und kommen -- unterstützt durch die Abbildung -- ohne große Mühe auf den richtigen Namen.

2. Das _Buschwindröschen_ (Anemone nemorosa). Die Pfl. gehört nach der 1. Tabelle unzweifelhaft zu den Dikotylen (gefingerte Blätt.!). Da ein Kelch fehlt, ist Tabelle III auf Seite 21 weiter zu benutzen. Von Nr. 1 gelangen wir nach Nr. 9 und von hier nach Nr. 12. Es kann zweifelhaft erscheinen, ob die Blätt. quirlst. od. wechselst. sind. Während nämlich im oberen Teile des Stengels 3 Blätt. zu einem Quirl geordnet sind, entspringt am Grunde des Stengels noch ein einzelnes Blatt. Wie in allen zweifelhaften Fällen, so ist es auch hier gleichgültig, welchen Weg man einschlägt. Gehen wir z. B. von Nr. 12 nach Nr. 48, so gelangen wir weiter nach Nr. 72 und schließlich nach 73, wo wir sofort herausfinden, daß die Pflanze zu der Familie der Ranunculaceen gehören muß. Wenn wir von Nr. 12 nach 13 gehen, so gelangen wir sogar noch etwas rascher zu demselben Resultate (von 13 nach 14, 15 und 16). Die Familientabelle auf Seite 114 führt uns auf die Gattung Anemone (1, 2, 3, 4, 17, 18,) und schnell ist dann aus der Tabelle auf Seite 118 auch die Art herauszufinden.

3. Der _Gamander-Ehrenpreis_ (Veronica chamaedrys). Für Anfänger, die mit den botanischen Kunstausdrücken noch nicht genügend vertraut sind, empfiehlt es sich, beim Aufsuchen der Familie oder Gattung auf Seite 37 zu beginnen. Die Pflanze ist krautig und hat gegenst. Blätt., weshalb wir auf Seite 60 weiter suchen müssen. Nr. 1 dieser Tabelle verweist uns nach Nr. 20, dann weiter nach 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 30 und schließlich nach 32. Wie die dort aufgeführten Merkmale erkennen lassen, gehört unsere Pflanze zu den Scrophulariaceen, weshalb wir auf Seite 262 weiter zu prüfen haben. Die vierzipfl. Blkr. und die Zweizahl der Stbblätt. bilden die Merkmale der Gattung Veronica. Mit Hilfe der Arttabelle auf Seite 267 wird dann leicht festgestellt, daß es sich nur um den Gamander-Ehrenpreis handeln kann.

Tabellen zum Bestimmen der Familien und Gattungen nach dem natürlichen System.

(Eine Tabelle zum Bestimmen der Familien und Gattungen nach einfachen Merkmalen beginnt auf S. 37.)

_1._ Pfl. ohne Bltn und Samen; Vermehrung durch einzellige, staubfeine Körner (Sporen). Farne, Bärlappe, Schachtelhalme usw.

_Kryptógamae_[3] 415

-- Pfl. mit samenerzeugend. Bltn, die entweder Stbblätt. und Stempel oder beide enthalten.

(_Phanerógamae_) _2_

_2._ Samenknospen frei, nicht von einem Frkn. eingeschlossen. Bäume od. Sträucher mit nadel- od. schuppenf., meist immergrünen Blätt. (Hierher gehören nur die Nadelhölzer)

_Gymnospérmae_ 412

-- Samenknospen v. ein. Frkn. eingeschlossen

(_Angiospérmae_) _3_

_3._ Laubblätt. in der Regel mit parallel od. bogig verlaufenden, unverzweigten Hauptnerven (Fig. 31), stets einfach und ungeteilt; Bltnteile meist in der 3-Zahl vorhanden; Keimling mit einem Keimblatt. $(Hierher gehören die Liliengewächse, Orchideen, Schilfe, Binsen, Gräser, Halbgräser usw. -- aber keine Bäume und Sträucher. Ebenso gehören alle Pfl., deren Bltn außer dem Stempel noch 5 od. 10 Stbblätt. enthalten, zur folgenden Gruppe. Von den Gewächsen, in deren Bltn sich 4 Stbblätt. mit dem Stempel zusammenfinden, gehören nur eine grünlich blühende Wasserpfl. (Potamogeton) und (Fig. 917) eine kleine weißblühende Laubwaldpfl. (Maianthemum) mit meist nur 2 bogennervigen, herzf. Blätt. zu dieser Gruppe.)$

_Monocotýleae_ Tabelle I, Seite 13

-- Laubblätt. fast stets mit fiederig (Fig. 18) od. fingerig (Fig. 6) angeordneten Hauptnerven; Bltnteile meist in der 5- oder 4-Zahl vorhanden; Keimling mit 2 Keimblätt. $(Hierher gehören u. a. alle Bäume und Sträucher (mit Ausnahme der Nadelhölzer), sämtliche Pfl. mit feinzerteilten, handf. geteilten, fiederteiligen, gefied. od. gefingerten Blätt., alle Landpfl. mit gezähnten, gesägten und gekerbten Blätt. und alle Gewächse ohne grüne Blätt. [außer einigen Orchideen]).$

(_Dicotýleae_) _4_

_4._ Bäume od. Sträucher $(bei kleinen Sträuchern ist der Stengel zuw. nur unten holzig.)$

Tabelle II, Seite 16

-- Kräuter

_5_

_5._ Bltnhülle nicht in einen grünen Kelch und eine andersfarbige Blkr. gegliedert $(die Bltnhülle ist entw. einfach (nur ein Kreis von Bltnhüllblätt.) od. doppelt und dann gleichfarbig, d. h. beide Kreise haben gleiche Färbung)$

Tabelle III, Seite 21

-- Bltn mit Kelch und Blkr. $(der Kelch ist nicht immer grün, doch stets anders gefärbt als die Blkr. Zuw. fällt er früh ab und ist dann nur an den Knospen zu finden)$

_6_

_6._ Blkr. getrenntblättr.

Tabelle IV, Seite 27

-- Blkr. verwachsenblättr. $(zuw. nur am Grunde verbunden)$

Tabelle V, Seite 32

Monocotýleae. Einkeimblättrige Pflanzen.

Tabelle I.

_1._ Bltn alle in einem keulenf. oder walzl., oft fleischigen Kolben oder in kugeligen Köpfchen (Fig. 32, 33 u. 909-911)

_29_

-- Bltn nicht in Kolben od. kugeligen Köpfchen

_2_

(Nur bei Zea (Mais) stehen die Stempelbltn in einem Kolben.)

_2._ Pfl. nicht in Stengel und Blätt. gegliedert, nicht im Boden wurzelnd, stets schwimmend od. untergetaucht; Stengel blattart., rundl. od. an einem Ende stielart. verschmälert und dann meist kreuzweise verbunden. Blüht sehr selten

Wasserlinse, Entenflott, _Lemna_ 385

-- Pfl. in Stengel und Blätt. geglied. od. mit nicht deutl. unterscheidb. Blätt., aber dann nie freischwimmend

_3_

_3._ Bltn blumenkronart. gefärbt (weiß, gelb, rot, blau usw.), bisweilen außen grün od. doch mit grünen Zipfeln od. Streifen, selten ganz grün od. gelblich, aber dann stets 2lippig

_19_

-- Bltn unscheinbar, grünl. od. bräunl., nicht blumenkronart., nie 2lippig; Bltnhülle oft nur in Form von Schuppen od. Spelzen vorhanden od. ganz fehlend $(Hierher gehören u. a. alle Gräser u. grasart. Gewächse, Binsen, Simsen, alle unter Wasser blühend. Pfl., sowie alle Wasserpfl. mit quirlst. Blätt. -- aber auch viele mit anders gestellten Blätt. Einige Orchidaceen mit grünl. od. gelbl. Bltn gehören zur vorhergehenden Gruppe)$

_4_

_4._ Landpfl.

_13_

-- Wasserpfl.

_5_

_5._ Blätt. quirl- od. gegenst. $(Keine Gräser od. Binsen)$

_8_

-- Blätt. wechselst.

_6_

_6._ Bltn mit 1 od. 2 kahnf. Deckblättchen (Spelzen), in kleinen Ährchen (Fig. 28 u. 833); Stbblätt. 2-3

_15_

-- Bltn nicht von kahnf. Deckblättchen umschlossen; Bltnhülle 4- od. 6blättr., zuweilen fehlend od. sehr wenig entwickelt

_7_

_7._ Bltn in wenigblüt. Köpfchen (Fig. 34); Bltnhülle 6blättr., trockenhäut., bräunl.; Stbblätt. 6

_Juncus_ 396

-- Bltn in Ähren od. doldenf. Büscheln od. einzeln, zuw. von Scheiden eingeschlossen; Bltnhülle nicht 6blättr.; Stbblätt. 1-4.

_Potamogetonáceae_ 380

_8._ (5.) Blätt. am Grunde mit einer den Stengel umgebend. Scheide od. mit einem großen, durchscheinenden Blatthäutchen

_Potamogetonáceae_ 380

-- Blätt. am Grunde ohne Scheide u. ohne ein großes, durchscheinendes Blatthäutchen

_9_

_9._ Blätt. mehr od. weniger fein gesägt od. gezähnelt (zuweilen nur vorn -- Lupe!)

_12_

-- Blätt. völlig ganzrandig

_10_

_10._ Blätt. gegenst., die oberen oft zu einer auf dem Wasser schwimmenden Rosette zusammengedrängt; Bltn einzeln, blattachselst., nur mit 2 kleinen, sichelf. Hüllblätt.; Fr. 4teilig, scharf berandet (Fig. 35)

|Callitriche|[4] 90

-- Blätt. quirlst.; Stengel hohl

_11_

_11._ Stbblätt. 8; Blätt. zu 3-6, die untergetauchten schmal lanzettl., zurückgeschlagen, die oberen eif.

|Elátine| 149

-- Stbblatt 1; Blätt. zu 8-12, linealisch

|Hippúris| 212

_12._ (9.) Blätt. gegenst. (selten zu 3), besonders vorn gezähnelt; Bltn grün, in Ähren (Potamogeton densus)

_Potamogetonáceae_ 380

-- Blätt. zu 3-8quirlig, der ganzen Länge nach gleichmäßig gezähnt od. feingesägt (Fig. 36); Bltn weiß od. rötl., einzeln, sitzend od. auf langen fadenf. Stielen (Hydrilla, Helodea)

_Hydrocharidáceae_ 379

_13._ (4.) Bltnhülle 6blättr. od. 6teil. $(bei Paris 8-10blättr.)$; Stbblätt. mindestens 6

_16_

-- Bltnhülle entweder aus 1 od. 2 Spelzen (kleine kahnf. Deckblättch.) gebildet (Gräser und Riedgräser) od. aus 2 kleinen sichelf. Blättch. od. fehlend; Stbblätt. 1-3

_14_

_14._ Blätt. gegenst.; Bltn einzeln, blattachselst., von 2 weißl., sichelf. Blättchen gestützt; Fr. 4teilig (Fig. 35)

|Callitriche| 90

-- Blätt. nicht gegenst.; Bltn mit 1 od. 2 Spelzen, in kleinen Ährchen; Blätt. am Grunde scheidig

_15_

_15._ (6.) Bltn zwischen 2 Spelzen; Ährchen am Grunde meist mit 2 Kelchspelzen (Fig. 28); Stengel knot., meist rund u. hohl; Blattscheiden meist gespalten (der Länge nach aufgeschlitzt), an der Übergangsstelle zur Blattfläche mit einem Häutchen od. einer Haarreihe. Gräser.

_Gramíneae_ 331

-- Bltn hinter ~einer~ Spelze (Fig. 37); Ährchen am Grunde ohne Kelchspelzen (aber zuweilen mit leeren Bltnspelzen); Stengel fast nie knotig, meist 3kantig, massiv; Blattscheiden meist geschlossen. Riedgräser

_Cyperáceae_ 360

_16._ (13.) Stengel windend; Blätt. langgestielt, pfeilf. bis herzf.; Stbbltn und Stempelbltn auf verschiedenen Pfl.

_Tamus_ 402

-- Stengel nicht windend

_17_

_17._ Bltnhülle bräunl., lederart., trocken, ein Griffel mit 3 Narben (Fig. 38). Binsen, Simsen

_Juncáceae_ 396

-- Bltnhülle grün od. gelblich grün, nicht trockenhäutig

_18_

_18._ Narben federig (Fig. 39) od. dem Frkn. schief aufsitzend (Fig. 40); Fr. bei der Reife in 3 od. 6 Teilfrüchte zerfallend; Blätt. schmal, grasart.; Pfl. 10-60 cm hoch, an feuchten Orten wachsend

_Juncagináceae_ 380

-- Narben weder federig noch dem Frkn. schief aufsitzend; Fr. bei der Reife nicht zerfallend

_Liliáceae_ 387

_19._ (3.) Bltnhülle unregelmäßig, 6blättr., in 2 Kreisen angeordnet, das unt. Blatt des inneren Kreises zu einer Honiglippe ausgebildet, oft gespornt (Fig. 41 u. 953); Stbblätt. 1 (selten 2), 2fächerig, mit der großen, klebrigen Narbe zu einem »Säulchen« verwachsen; Frkn. unterst., oft gedreht. Pfl. zuweilen nur mit schuppenf., nicht grünen Blätt.

_Orchidáceae_ 404

-- Bltnhülle regelmäßig od. fast regelmäßig, nicht lippig

_20_

_20._ Landpfl. od. Wasserpfl., bei denen wenigstens die ob. Blätt. weit aus dem Wasser hervorragen

_25_

-- Wasserpfl. Blätt. entw. alle untergetaucht od. die ob. schwimm.

_21_

_21._ Blätt. klein, nicht 1 cm breit, gegenst. od. quirlig

_23_

-- Blätt. bedeutend größer, wechselst.

_22_

_22._ Blätt. entweder schwertf., stachelig-gesägt (Fig. 42), zu einer schwimmenden Rosette vereinigt od. herzf., kreisrund, langgestielt (Fig. 43), schwimmend; Bltn weiß (Stratiotes, Hydrocharis)

_Hydrocharidáceae_ 379

-- Blätt. linealisch, lanzettl., eif. od. (Fig. 44), pfeilf., niemals schwertf. od. kreisrund; Bltn weiß od. rötlich, zu 1-5 an den Gelenken des Stengels entspringend od. in quirligen Rispen od. Trauben

_Alismatáceae_ 378

_23._ (21.) Blätt. quirlst. (Hydrilla, Helodea)

_Hydrocharidáceae_ 379

-- Blätt. gegenst.

_24_

_24._ Blkr. weiß, auf der einen Seite gespalten, mit tief 5teiligem Saum; Kelch 2spaltig (Fig. 45)

|Móntia| 102

-- Blkr. rötlichweiß, mit 3-4 freien Blblätt.; Kelch 2-4spaltig

|Elátine| 149

_25._ (20). Jede Blüte mit 1-4 Griffeln od. Narben

_26_

-- Jede Blüte mit 4 bis vielen Griffeln. Wasser- oder Sumpfpfl.

_Alismatáceae_ 378

_26._ Zarte Uferpflanzen mit gegenst. Blätt.; Kelch 2-4 spalt.

_24_

-- Landpfl. od. höhere Sumpfpfl.; Bltnhüllblätt. alle blumenkronart. gefärbt

_27_

_27._ Stbblätt. 3; Narben 3, zuweilen blumenblattart.; Frkn. unterst.

_Iridáceae_ 402

-- Stbblätt. 6 (seltener 4)

_28_

_28._ Frkn. unterst. $(unter der Blüte sichtbar)$

_Amaryllidáceae_ 401

-- Frkn. oberst. $(von den Bltnhüllblätt. umschlossen)$

_Liliáceae_ 387

_29._ (1). Nur 1 Kolben vorhanden, der von einem Deckblatt gestützt wird (Fig. 909-911)

_Aráceae_ 385

-- Mehrere (meist 2) walzl. od. eif. Kolben untereinander od. Bltn. in kugeligen Köpfchen; obere Kolben und Köpfchen mit Stbbltn (Fig. 32-33)

_Typháceae_ 386

Dicotýleae. Zweikeimblättrige Pflanzen.

Tabelle II.

Bäume und Sträucher.

_1._ Stengel windend, kletternd od. rankend

_66_

-- Stengel nicht windend, kletternd od. rankend

_2_

_2._ Blätt. nadel- oder schuppenf. $(zur Blütezeit immer vorhanden)$

_63_

-- Blätt. nicht nadel- od. schuppenf. $(zur Blütezeit zuw. fehlend)$

_3_

_3._ Pfl. zur Blütezeit mit mehr od. weniger entwickelten Blätt.

_13_

-- Die Blätter stecken zur Blütezeit noch ganz in der Knospe

_4_

_4._ Bltn nicht in Kätzchen

_8_

-- Bltn (wenigstens die Stbbltn) in Kätzchen $(Stbblätt. und Stempel stehen hinter einer Schuppe)$

_5_

_5._ Entwickelte Kätzchen aufrecht od. schief abstehend

_7_

-- Stbkätzchen (Kätzchen mit Stbblätt.) und oft auch die Stempelkätzchen hängend

_6_

_6._ Schuppen der Stbkätzchen am Rande meist lang zottig; Stempelkätzchen hängend, mit den ersteren nie auf derselben Pfl. (Populus)

_Salicáceae_ 79

-- Schuppen der Stbkätzchen am Rande nicht langzottig; Stempelbltn entw. knospenart. (Fig. 46a) od. in kleinen eif. Kätzchen (Fig. 46b), mit den Stbkätzchen auf derselben Pfl. $(aber nicht immer auf demselben Zweige)$

_Betuláceae_ 76

_7._ (5.) Stbblätt. kürzer als die Kätzchenschuppen (Fig. 47); Stbkätzchen bis 1½ cm lang, Stempelkätzchen 5-6 mm lang (Fig. 254); Zweige glänzend dunkelbraun. Pfl. bis 1½ m hoch

_Myríca_ 85

-- Entwickelte Stbblätt. viel länger als die Kätzchenschuppen; Kätzchen größer

_Salix_ 79

_8._ (4.) Bltn ohne jede Bltnhülle; Stbblätt. 2 (Fig. 48)

_Fráxinus_ 238

-- Bltnhülle vorhanden

_9_

_9._ Stbblätt. 20 bis viele; Bltn weiß od. rosa (Prunus)

_Rosáceae_ 166

-- Stbblätt. höchstens 8; Bltn nie weiß

_10_

_10._ Bltn goldgelb

_12_

-- Bltn nicht goldgelb

_11_

_11._ Blkr. langröhrig, rosa; Stbblätt. 8

_Daphne_ 211

-- Blkr. glockig, bräunlichrot; Stbblätt. 3-8; Bltn gebüschelt (Fig. 49)

_Ulmus_ 86

_12._ (10.) Stbblätt. 2; Bltn über 1 cm lang

_Forsýthia_ 238

-- Stbblätt. 4; Bltn etwa 3 mm breit, in Dolden

_Cornus_ 230

_13._ (3.) Blätt. ungeteilt, gelappt od. buchtig, aber nicht gefiedert oder gefingert $(also nicht aus völlig getrennt. Blättch. zusammengesetzt)$

_24_

-- Blätt. gefiedert od. gefingert

_14_

_14._ Stbbltn in walzenf. Kätzchen; Stempelbltn zu 1-3 an der Spitze der Ästchen. Walnuß,

_Juglans_ 79

-- Weder Stbbltn noch Stempelbltn in Kätzchen

_15_

_15._ Blätt. gegenst.

_21_

-- Blätt. wechselst.

_16_

_16._ Blkr. schmetterlingsf. (Fig. 27); Stbblätt. 10, ihre Fäden verwachsen

_Papilionáceae_ 195

-- Blkr. nicht schmetterlingsf.

_17_

_17._ Bltn grünlichgelb, grünlichweiß od. purpurviolett

_19_

-- Bltn goldgelb, rot od. reinweiß

_18_

_18._ Stbblätt. 6; Bltn gelb; Blätt. gefiedert, dornig, lederart.

_Mahónia_ 124

-- Stbblätt. zahlreich; Blätt. nicht lederart.

_Rosáceae_ 166

_19._ Blattstiele, Blütenrispen und junge Zweige wollig zottig; Bltn grünlichgelb; Stbblätt. 5; Fr. in rötl. Kolben

_Rhus_ 161

-- Blattstiele nicht wollig zottig

_20_

_20._ Bltn dunkelviolett, klein, in ährenf. Trauben

_Amórpha_ 204

-- Bltn grünlichweiß, in Rispen; Blätt. sehr groß; Blättch. am Grunde grobgezähnt

_Ailánthus_ 160

_21._ (15.) Blätt. gefingert; Fr. mit stachlichter Hülle. Kastanie

_Aesculus_ 159

-- Blätt. gefiedert

_22_

_22._ Bltn aufrecht, weiß od. gelblichweiß, in Rispen od. Trugdolden (Sambucus)

_Caprifoliáceae_ 288

-- Bltn hängend

_23_

_23._ Bltn gelbgrün, in Büscheln; die einzelnen Bltn langgestielt, entw. nur Stbblätt. od. nur Stempel enthaltend

_Negúndo_ 159

-- Bltn weiß, in Traub.; Kapsel häut., aufgeblasen

_Staphylāēa_ 160

_24._ (13). Blätt. wechselst. od. (Fig. 54) gebüschelt

_39_

-- Blätt. gegenst.

_25_

_25._ Auf Baumästen wachsende Sträucher

_Lorantháceae_ 87

-- Pfl. im Erdboden wurzelnd

_26_

_26._ Stbblätt. 2-8 od. nur Stempel in der Blüte

_29_

-- Stbblätt. 10 bis viele

_27_

_27._ Kleine, bis 30 cm hohe Halbsträucher; Bltn fast stets gelb

_Heliánthemum_ 148

-- Höhere Sträucher. Bltn weiß

_28_

_28._ Stbblätt. 10; Stbfäden platt, 3 spitzig; Kelchzipfel u. Blblätt. 5; Bltn geruchlos

_Dēūtzia_ 164

-- Stbblätt. zahlreich; Kelchzipfel und Blblätt. 4-5; Griffel 1 bis mehrere, unten verwachsen; Bltn stark duftend

_Philadélphus_ 164

_29._ (26.) Blkr. 2lippig; Stbblätt. 2 od. 4 (2 lange und 2 kurze)

_Labiátae_ 251

-- Blkr. nicht 2lippig (oder undeutlich und dann mit 5 Stbblätt.)

_30_

_30._ Stengel niederliegend, dünn, nur am Grunde holzig; blühende Triebe aufrecht; Blätt. mehr od. weniger lederart.

_38_

-- Bäume od. Sträucher mit aufrechten Zweigen

_31_

_31._ Blätt. lederart., immergrün; Bltn geknäuelt, gelblichweiß

_Buxus_ 90

-- Blätt. krautig, leicht zerreißbar, im Herbste abfallend

_32_

_32._ Bltn grün od. gelblichgrün

_36_

-- Bltn weiß, gelblichweiß, rötlich od. violett.

_33_

_33._ Stbblätt. 5; Blkr. verwachsenblättr.; Frkn. unterst.

_Caprifoliáceae_ 288

-- Stbblätt. höchstens 4

_34_

_34._ Blblätt. 4, frei; Stbblätt. 4; Frkn. unterst.

_Cornus_ 230

-- Blkr. verwachsenblättr.; Stbblätt. 2; Frkn. oberst.

_35_

_35._ Fr. eine Beere; Kelch abfallend; Bltn weiß

_Ligústrum_ 238

-- Fr. eine Kapsel; Kelch bleibend; Bltn rötl., bläulich od. weiß

_Syrínga_ 238

_36._ (32.) Blätt. gelappt; Stbblätt. meist 8. Ahorn

_Acer_ 159

-- Blätt. nicht gelappt; Stbblätt. 4-5 od. nur Stempel in der Blüte

_37_

_37._ Zweige meist dornig; Seitennerven des Blattes der Blattspitze zugebogen; Griffel 2-4spalt.; Fr. eine Beere

_Rhamnus_ 160

-- Zweige dornenlos, jung oft 4kantig od. zusammengedrückt; Seitennerven des Blattes dem Rande zu verlaufend; Fr. eine rote, stumpf- od. geflügelt kantige Kapsel

_Evónymus_ 160

_38._ (30.) Bltn blau, einzeln, ansehnlich

_Vinca_ 242

-- Bltn hellrosa, zu 1-2 auf langen Stielen, nickend (Fig. 110). Nadelwälder

_Linnǣa_ 290

_39._ (24.) Bltn (wenigstens die Stbbltn) in dichten od. (Eiche) lockeren Kätzchen oder in lang herabhängenden kugeligen Büscheln oder Köpfchen

_57_

-- Bltn nicht in Kätzchen, meist auffällig gefärbt

_40_

_40._ Stbblätt. höchstens 10 oder nur ein Stempel in der Blüte

_44_

-- Stbblätt. 20 und mehr, stets mit den Stempeln in derselben Blüte; Bltn zuweilen gefüllt

_41_

_41._ Bltnstiel mit bleichem, halbangewachsenem Deckblatt (Fig. 50); Blätt. schief herzf. Linde

_Tília_ 153

-- Bltnstiel ohne ein solches Deckblatt

_42_

_42._ Bltn weiß od. rötlich; Blätt. mit oft früh abfallenden Nebenblätt.; Bltnboden krug- od. becherf., auf seinem oberen Rande Kelch, Blkr. und Stbblätt. tragend

_Rosáceae_ 166

-- Bltn gelb

_43_

_43._ Kleiner (10-20 cm) niederliegender od. aufsteigender Halbstrauch; Blätt. ganzrandig

_Heliánthemum_ 148

-- Höherer (2-3 m) Strauch; Blätt. scharf gesägt; Bltn meist gefüllt (Kerria)

_Rosáceae_ 166