Festländer und Meere im Wechsel der Zeiten

Part 10

Chapter 103,283 wordsPublic domain

Jenseits der Mitte des Tertiär aber ist es dann, als verschwebten nun wirklich auch die letzten Nebel der Urwelt über der Karte -- sie wird ganz modern. Die neue große Gebirgsbildung ist da, und ihre entscheidende Tat ist die endgültige Vernichtung der Tethys. Die riesenhaften Kettengebirge Zentralasiens, allen voran der Himalaja, als neue Erdfalten zur Schneeregion emporgereckt versperren ihr den asiatischen Ausgang auch zum Indischen Ozean. Die Schlammschichten, die sie in dieser Gegend selbst noch im ersten Drittel des Tertiär abgesetzt, werden im buchstäblichen Sinne bis in das »Haus des Schnees« (was das Wort Himalaja bedeutet) hinaufgedrückt. Vorderindien gliedert sich endgültig an den neuen Landriegel an. Ein letzter Durchbruchsversuch der Tethys gegen den Persischen Meerbusen mißlingt infolge immer neuer Riegelbildungen. Über Arabien fort wachsen Asien und Afrika sogar zeitweise breit zusammen. Und erst gegen Ende des Tertiär entsteht durch einen großen Zusammenbruch wenigstens hier noch einmal eine Spalte, das Rote Meer. Diese späte Spaltenbildung nordsüdwärts ist an sich sehr bemerkenswert als ein Zerstückelungsversuch im letzten Gefolge der Gondwanalandzerstörung, der jetzt sogar auf den alten soliden Block von Afrika übergreift. Aber den wichtigen Ostausfluß der Tethys kann auch das nicht mehr retten. Neue Gebirgsriegel schieben sich ihr in Gestalt der Balkangebirge, Apenninen, Pyrenäen, des Atlas -- vor allem aber der Hauptmasse der Alpen auch im europäischen Mittelmeer von allen Seiten entgegen. Eine längere Zeit verstopft sich das ganze Ostmittelmeer mit Land. Auch als das wieder etwas abflaute, blieb doch hier bedenklicher Boden, dessen Unruhe wir bis heute noch an Erdbeben und vulkanischen Folgeerscheinungen besonders im unteritalischen und griechischen Gebiet zu spüren bekommen. Vom alten östlichen Ausfluten der Tethys konnte aber fortan schon in dieser Gegend keine Rede mehr sein. Wiederum zugleich aber schob sich der neue Riegelverschluß auch zwischen diese Ecke der Tethys und die alte obisch-uralische Verbindung vom Kaspischen Meer zum Eismeer. Das »Obische Meer« trocknete aus, zum letzten Mal. Europa und Asien verwuchsen in der Urallinie, zum letzten Mal. Vom Menschenstandpunkt für immer. Wir haben es als Geographen wenigstens so und nicht anders gefunden, als wir kamen. Zwischen diese Hauptzüge schoben sich allerdings, wie verständlich, überall noch wechselnde Stufen des Werdens. So, als die Alpen zuerst erschienen, stiegen sie als Zentralmasse noch inselhaft aus der Tethys selbst; nicht bloß im heutigen Mittelmeer, sondern auch nördlich griffen die Wasser zunächst noch darum herum. Lange noch ging ein breiter Meeresarm, immer wieder sich neu füllend, vom Rhonetal über die Nordschweiz bis nach Ungarn und dem Balkan; zeitweise hatte er sogar im Rheintal noch Abfluß unmittelbar nach Norden. Durch die zunehmende Verlandung des Ostmittelmeers gehemmt, bildeten seine zuströmenden Wasser eine Weile ein großes Binnenmeer in der Gegend von Ungarn über das heutige Schwarze Meer bis zum Aralsee. Da das Obische Meer schon fehlte, konnte es für sein Teil aber dort auch nicht mehr zum Eismeer durchbrechen. Als der Zufluß über die Schweiz doch langsam austrocknete, zerfiel dieses Binnenmeer selber zu Bruchstücken; teils sammelte es seinen Rest fortan im Kessel des heutigen Schwarzen Meers (das sich allmählich doch auch noch einen schmalen Ausgang zum wieder etwas freieren Ostmittelmeer erwarb), teils kümmerte es in den abflußlosen Senken des heutigen Kaspischen Meeres und Aralsees weiter. Das alles aber waren doch nur hoffnungslose Schlußzuckungen der Tethys. Im letzten Drittel des Tertiär verlor sie den Panamadurchfluß, -- wieder im heutigen Sinne endgültig. Auch hier war lange noch Kampf. Die entstehenden Kordilleren gaben dem Hauptteil von Mittelamerika ein unbesiegliches Rückgrat. Aber eine gewisse Kurve ihrer Faltung ließ zunächst gerade bei Panama noch ein kleines Stückchen Wasserstraße offen. Endlich aber verlandete doch auch das, damals noch eine sehr bedeutsame Sache für das zeitweise Hinüberwandern der wunderbaren südamerikanischen Riesenfaultiere nach Nordamerika und umgekehrt der Mastodonelefanten und Wildpferde, die drüben noch dauerten, nach Südamerika. Wohl im letzten Ausgang des Tertiär zerbrach dann wirklich auch die isländische Brücke. Schon vorher hatte sich das ostgrönländische Meer zwischen Skandinavien und England vorgeschoben, die werdende Nordsee markierend, und die Davis-Baffinstraße hatte sich zwischen Nordamerika und Grönland geschoben. Untergang also der Atlantis! Indem aber so der Nordteil auch des heutigen Atlantischen Ozeans fertig aufriß, wurde der alte Name der Tethys selber wertlos; dieser Ozean trat hier an seine Stelle, wie bei Europa das echte Mittelmeer. Europa aber, das künftige Wunderland der Kultur, vollendete im gleichen Augenblick den Kreislauf seiner geologischen Abenteuer: wie einst im Kambrium schloß es sich wieder als Halbinsel an Asien, -- mit der freien Wasserfront nach Westen über die grauen Wellen, in denen das Märchen der Atlantis endgültig versunken lag.

Noch stand diesem Europa, wie drüben Nordamerika, das tief einschneidende Ereignis der großen _diluvialen Eiszeit_ bevor. Den wesentlichen Umriß der Erdkarte im großen hat es aber nicht mehr verändern können.

Wieder, wie einst im Beginn der Permperiode in Gondwanaland, trat ums Ende des Tertiär eine Epoche außergewöhnlich feuchtkühlen Klimas ein, -- wie es scheint, auf der ganzen Erde. In den gebirgigen und den zum Pol näheren Gebieten äußerte sich dieser Klimasturz allgemein in mächtiger Schnee-, Gletscher- und Binneneisentwickelung; näher zum Äquator, kam er mehr als Regenperiode. Wir haben schon davon gesprochen, -- beim Märchen von der Sintflut. Denn in _diese_ geologischen Tage ragt ja jetzt schon der Mensch selbst hinein, nicht als dunkle Urstufe, sondern eben als Mensch, der erlebte, kämpfte und sann. Wenn man bedenkt, daß auch die nordischen Eisfelder endlich doch wieder tauten und ihre so befreiten Wasser noch zu denen der südlichen Regenperiode schlugen, so möchte man in diesem »_Diluvium_« (der Name knüpft unmittelbar an die Sintflutsage an) zuletzt fast noch einmal eine »Transgression« erwarten. Und gewiß ist auch, daß mehrere heutige Inselgebiete, so das des polaren Nordamerika und das der Sundainseln, sich damals erst im Sinne unserer Gegenwartskarte wieder ganz von ihren Festländern gelöst haben. Bei uns in Europa ist mit mehrfachem Hin und Her wohl erst das Ostseegebiet damals herausgearbeitet worden. Überall, wo es sich verfolgen läßt, begann die geschichtliche oder doch schon halbgeschichtliche Zeit mit höherem Stand der Binnenseen, mit verhältnismäßig kolossaleren Flüssen, die sich seither wieder eingeschränkt haben und noch einschränken. Aber an die große Linie der Erdteile, wie sie seit dem letzten Tertiär standen, tastete das alles eben doch nicht mehr. Schließlich werden die Zeiträume ja auch hier zu kurz: diese Dinge sind uns tatsächlich noch so nah, daß wir nichts Größeres an Wechsel mehr erwarten können, auch wenn wir uns gewiß sind, daß die geologischen Zerstörungen und Entwicklungen auch über uns fortwalten, -- daß auch unsere Gebirge, indem unser staunender Blick sie noch erfaßt, zerbrechen müssen, unsere Erdteile, indem unsere kleinen Schüler sie von der Karte lernen, kein Gebild der Ewigkeit sein können, und unsere Meere, indem unser Handel sie erschließt und befährt, abermals wechseln werden wie der Nebelschleier eines neuen Tags.

Es scheint vielleicht kein ganz erfreulicher Gedanke, daß mit der sich ändernden Erdkarte, mit dem Erdteil, der sich wieder auflöst, und dem Ozean, der kommt und geht, zuletzt auch die Heimatsscholle, mit der unser tiefstes Empfinden so verwachsen ist, dem Strom der Vergänglichkeit verfallen bleibt. Vom Fels, an dem unsere Vaterlandsgefühle hängen, zum Meer rinnt diese nicht endende Sanduhr der Zeiten und zieht im Maßstab der Jahrhunderttausende den heiligen Boden unter unseren Füßen weg. Aber der Maßstab dieser geologischen Dinge ist in Wahrheit nicht der des erhöhten Stücks Natur, das in uns arbeitet. Die paar Jahrtausende, auf die wir in der Geschichte eines starken und seiner Heimaterde treuen Volkes zurückblicken, umspannen in dem veränderten Tempo unseres Geisteslebens eine ganze Welt an Reichtum und innerstem Gehalt, und noch einmal so ein paar tausend Jahre, auf die Zukunft gewährt, verheißen eine wahre Unendlichkeit, unfaßbar schöner Entwicklung und Erfüllung voll. Vor diesem intensiven Tagesleben bleiben die Aeonen der Geologie mit all ihrem Wechsel ein fernes Riesenmärchen, von dem wir uns gern erzählen lassen, das aber unsere Kreise in Wirklichkeit nicht stören kann. Wenn eine uralte Bergruine oder ein morsches Felsentor auch in unserer historischen Zeit gelegentlich vor unsern Augen einstürzt, wenn wir in der Nacht das Rauschen der Welle hören, die unablässig an unserm Festland nagt, wenn wir die Waffe unseres Vorfahren schon tief begraben finden unter Sand und Moor oder dem langsam wachsenden Tropfstein einer feuchten Höhle, -- dann mag uns auf einen Augenblick der Schauer anrühren auch von diesem ungeheuren Gang des Geologischen, der zuletzt auch uns wie alles um uns besitzt und umfaßt. Doch den Mut unserer Arbeit schöpfen wir aus einer zugleich bescheideneren und doch innerlich reicheren Anteilnahme an den Dingen.

Register

Adelsberg 20 f.

Afrika 38, 56, 58, 99

Alaska 51, 66, 77, 89

Algonkium 44, 45

Alleghanys 53, 73

Alpen 13, 41, 73, 83, 99

Antarktis 38, 40, 79

Archäopteryx 88

Arldt, Theodor 35, 49, 67, 72, 82, 87, 95

Asien 57, 65, 69, 82, 99

Äthiopisches Meer 90

Atlantis 31, 36, 55, 62, 96, 100

Atolle 88

Australien 38, 58, 94, 97

Axenstraße 30

Baffinsbai 54, 72, 100

Beringstraße 51, 77, 83, 89

Buntsandstein 45, 84

Cabral 52

Cañon 44 ff.

Cenoman 92 ff.

Cykadeen 88

Davis-Becken 72, 77, 82

Davis-Straße 37

Devonperiode 31, 43, 66 ff.

Diluviale Eiszeit 5, 100

Diluvialmenschen 13, 55

Diluvialzeit 6, 100 f.

Dolmen 29

Dolomiten 31, 83

Frech 35, 46, 49, 67, 70

Felsenmeere 21, 25

Gebirge, Armorikanisches 73

--, Variskisches 73

Glossopteris 80

Gondwanaland 58 f., 66, 78 ff., 89 ff., 96 f.

Grönland 36, 39, 41, 53 f., 58, 93

Himalaja 27, 29, 30, 40 f., 57, 98

Hoangho 11

Ichthyosaurus 34, 86

Iguanodon 93

Indomadagassische Halbinsel 90, 97

Isländische Brücke 55, 96, 98, 100

Juraperiode 15, 34, 85 ff.

Kap Horn 38, 51

-- Tscheljuskin 51, 61

Kambrium 44, 47 ff., 58, 62, 64

Karbon 70 ff.

Karlsbader Sprudel 24

Karstgegend 21

Kartenbilder, Geologische 35, 49, 67, 72, 82, 87, 95

Kartenbild von Europa 37, 41, 61, 65 f., 74, 82 ff., 86 ff., 98, 100

Koboldmaki 91

Koken 95

Koloradofluß 49

Kordilleren 11, 41, 47, 51, 100

Kreideperiode 92 ff.

Kristallinische Schiefer 42 f.

Lapparent 82, 87

Lemurien 90 f.

Matterhorn 17, 20

Mittagsstein 22

Mittelmeer 37, 39, 40, 59, 65, 88

Mosasaurier 94, 99

Mount Everest 28

Muschelkalk 85 f.

Neumayr, Melchior 86, 87

Nordatlantis 56 ff.

Nordkontinent 37, 53

Nowaja Semlja 61, 68

Nummulitenmeer 28

Obischer Kanal 68, 70, 73

Obisches Meer 68, 98, 99

~Old red~ 69

Ostgrönland-Meer 98, 100

Ozean, Atlantischer 36, 51, 74

--, Indischer 38, 42, 57, 90, 92, 97

Ozean, Pazifischer oder Stiller 36 ff., 49 ff., 59, 66, 69, 70, 94

Panama 39, 51, 59, 64, 97, 100

Pareiasaurus 80, 82

Perm-Periode 45, 58, 74 ff., 78

Permische Eiszeit 80 f.

Plesiosaurus 86

Pteranodon 94

Regenperiode, diluviale 6, 12, 100

Rippelmarken 45, 47

Rotes Meer 31, 40, 99

Rotliegendes 78

Sächsische Schweiz 20

Schnabeltier 82

Schneekoppe 20

Schwarzes Meer 99 f.

Sekundärzeit 82

Shetland-Straße 85, 88, 93

Silur 64 ff.

Sintflut 7 ff., 36, 39, 92 f., 101

Spitzbergen 60, 100

Steinkohlenperiode 31, 43, 70 ff.

Südatlantis 56 ff.

Südkontinent 38

Sueß, Eduard 11, 60

Tertiärperiode 28, 31, 41, 43, 58, 95 ff.

Tethys 60 ff., 83, 88, 91, 93, 97, 98 ff.

Transgressionen 63, 72, 75 f., 77, 92, 97, 101

Triasperiode 31, 58, 82 ff.

Vorderindien 40, 58, 90, 97

Wald, versunkener 27, 29

Wasser, juveniles 24

Wassermarken 28

Zechstein-Meer 78

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Naturwissenschaftliche Bildung ist die Forderung des Tages!

Zum Beitritt in den »Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde«, laden wir

alle Naturfreunde

jeden Standes, sowie alle _Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw._ ein. -- Außer dem geringen

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= K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 erwachsen dem Mitglied =keinerlei= Verpflichtungen, dagegen werden ihm folgende _große Vorteile geboten_:

Die Mitglieder erhalten laut § 5 als Gegenleistung für ihren Jahresbeitrag im Jahre 1913 =kostenlos=:

I. Die Monatschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde.

Reich illustr. Mit mehreren Beiblättern (siehe s. S. 3 des Prospektes). Preis für Nichtmitglieder M 2.80.

II. Die ordentlichen Veröffentlichungen. Nichtmitglieder zahlen den Einzelpreis von M 1.-- pro Band.

Dr. H. Dekker, Vom sieghaften Zellenstaat. Dr. Ad. Koelsch, Der blühende See. W. Boelsche, Festländer und Meere. Dr. K. Floericke, Einheimische Fische. Dr. A. Zart, Atome, Moleküle und andere naturwissenschaftliche Hypothesen.

Änderungen vorbehalten. (Näheres wird im Kosmos-Handweiser bekanntgegeben.)

III. Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden naturwissenschaftlichen Werken (siehe Seite 6 des Prospektes).

☞ _Jede Buchhandlung_ nimmt Beitrittserklärungen entgegen und besorgt die Zusendung. Gegebenenfalls wende man sich an die Geschäftsstelle des Kosmos in Stuttgart.

Jedermann kann jederzeit Mitglied werden.

Bereits Erschienenes wird nachgeliefert.

Satzung

§ 1. Die Gesellschaft Kosmos (eine freie Vereinigung der Naturfreunde auf geschäftlicher Grundlage) will in erster Linie die Kenntnis der Naturwissenschaften und damit die Freude an der Natur und das Verständnis ihrer Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres Volkes verbreiten.

§ 2. Dieses Ziel sucht die Gesellschaft zu erreichen: durch die Herausgabe eines den Mitgliedern =kostenlos= zur Verfügung gestellten naturwissenschaftlichen Handweisers (§ 5); durch Herausgabe neuer, von hervorragenden Autoren verfaßter, im guten Sinne gemeinverständlicher Werke naturwissenschaftlichen Inhalts, die sie ihren Mitgliedern =unentgeltlich= oder zu =einem besonders billigen Preise= zugänglich macht, usw.

§ 3. Die Gründer der Gesellschaft bilden den geschäftsführenden Ausschuß, den Vorstand usw.

§ 4. =Mitglied kann jeder werden=, der sich zu einem Jahresbeitrag von von M 4.80 = K 5.80 h ö. W. = Frs. 6.40 (exkl. Porto) verpflichtet. Andere Verpflichtungen und Rechte, als in dieser Satzung angegeben sind, erwachsen den Mitgliedern nicht. Der Eintritt kann =jederzeit= erfolgen; bereits Erschienenes wird nachgeliefert. Der Austritt ist gegebenenfalls bis 1. Oktober des Jahres anzuzeigen, womit alle weiteren Ansprüche an die Gesellschaft erlöschen.

§ 5. siehe vorige Seite.

§ 6. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der =Franckh'schen Verlagshandlung, Stuttgart=, Pfizerstraße 5. Alle Zuschriften, Sendungen und Zahlungen (vgl. § 5) sind, soweit sie nicht durch eine Buchhandlung Erledigung finden konnten, dahin zu richten.

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Handweiser für Naturfreunde

Erscheint jährlich zwölfmal -- 2 bis 3 Bogen stark -- und enthält:

=Originalaufsätze= von allgemeinem Interesse aus sämtlichen Gebieten der Naturwissenschaften. Reich illustriert.

=Regelmäßig orientierende Berichte= über Fortschritte und neue Forschungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaft.

=Auskunftsstelle -- Interessante kleine Mitteilungen.=

=Mitteilungen über Naturbeobachtungen=, Vorschläge und Anfragen aus dem Leserkreise.

=Bibliographische Notizen= über bemerkenswerte neue Erscheinungen der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur.

Der Handweiser mit seinen illustr. Beiblättern:

Wandern und Reisen / Aus Wald und Heide / Photographie und Naturwissenschaft / Technik und Naturwissenschaft / Haus, Garten und Feld / Die Natur in der Kunst / Natur und Heimatschutz

kostet für Nichtmitglieder ohne Buchbeilage jährlich M. 2.80

=Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt.=

Vom sieghaften Zellenstaat

von

Dr. Hermann Dekker

Mit zahlreichen Abbildungen

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.--. In Leinen gebunden M 1.80

Pflanze, Tier, Mensch, alles Lebendige ist aufgebaut aus winzig kleinen, aber doch mit dem Mikroskop gut erkennbaren lebendigen Bausteinen, den sogenannten Zellen. Jede Zelle lebt für sich, nährt sich und atmet und entfaltet ihre Tätigkeit. Aber das Lebewesen selbst ist nicht einfach die Gesamtsumme der Zellen, das Leben nicht einfach die Summe der Zellentätigkeiten. Ein geheimnisvolles Rätsel ist es, wie alle diese Zellen sich zum Ganzen, zum Zellenstaat zusammenschließen, zu Ordnung und Harmonie. Ein Rätsel, wie sich die Zellen dem Ganzen und höheren Zwecken unterordnen, wie sie zum Wohle des ganzen Zellenstaates zusammenwirken, Hand in Hand arbeiten, harmonisch sich mit ihren Leistungen ineinanderpassen und je nach den Bedürfnissen des Augenblickes arbeiten und ruhen, ihre Aufgaben und Leistungen ändern. Nur dann, wenn unsere Organe vor schweren Leistungen versagen, wenn das Zusammenspiel der Zellen gestört ist, wenn unser Körper nicht so kann, wie er will, und wie wir müssen, werden wir daran erinnert, wie sehr wir von den Lebensleistungen abhängig sind, die sich im Innern abspielen. Tagtäglich aber erhält unsere Zellentätigkeit in tausend schwierigen Lagen unseren Leib gesund und lebendig, tagtäglich finden sich die Zellen schlagfertig mit den Schwierigkeiten des Lebens ab und überwinden in uns sinnreich erscheinender Weise Tod und Gefahren. Sieghaft hilft uns unser Zellenstaat über die Stürme des Lebens hinweg.

Festländer und Meere

im Wechsel der Zeiten

von

Wilhelm Boelsche

Mit vielen hochinteress. Bildern

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.--. In Leinwand gebunden M 1.80

Zu den ältesten Fragen des erwachenden Menschengeistes gehört die nach der Verteilung von Wasser und Land in der Vergangenheit. -- Warum liegen heute Muscheln hoch auf dem trockenen Lande? Warum rauscht die Welle des Ozeans umgekehrt über Strecken, wo die Überlieferung noch von menschlichen Wohnstätten weiß? Ist es denkbar, daß die Wasser einst über die Berge gingen, oder der Abgrund der heutigen See trockenen Fußes zu durchwandern war? Von dem Grübeln über diese Dinge zeugen die Sintflutsagen der Völker. Es ist so: Im Verlauf der vielen Millionen von Jahren, die diese Erdgeschichte umfaßt, haben auf unserem Planeten Festland und Wasserbedeckung unablässig gewechselt. Und von diesem großen Lied des Werdens und Vergehens, an das unsere eigene Menschheitsentwicklung so eng angeschlossen gewesen ist, erzählt dieser Band. In farbigen Bildern malt er die uralten Festländer und Küsten des Nordens, das wunderbare verschollene Gondwanaland im Süden, die später zerstörten Brücken zwischen heutigen Kontinenten; er berichtet von den Sintflut- und Atlantislegenden und ihrem Wahrheitskern, von den Korallenriffen der Vorzeit, die heute Gebirge sind, von den Quellen der Tiefe und von den Zukunftsschicksalen des Wassers und damit des Lebens auf der Erde. -- Im engen Rahmen entfaltet sich vor dem Leser ein Stück praktischer Geologie, während zugleich das heutige geographische Kartenbild der Erde eine neue und überraschende Deutung findet.

=Der blühende See= Von =Dr. Adolf Koelsch=

Mit zahlreichen Abbildungen

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geh. M 1.--. In Leinen gebunden M 1.80

In den Tiefen des Wassers ist nach allem, was wir wissen und ahnen können, das Leben entstanden. Von hier aus eroberte es sich in silurischen oder gar schon kambrischen Zeiten das feste Land, und hier sind auch die ersten Blütenpflanzen entstanden. Aber es scheint, daß jede Lebenseinheit, die vom Festland herangebracht wurde, immer einmal wieder die Rückwanderung antreten muß zu der Stätte, wo das erste Lebensflämmchen aufglomm. Der »Blühende See« erzählt von den diesbezügl. Beobachtungen bei den Blütenpflanzen.

Luftatmende, hochgeborene Pflanzen verwandeln sich wieder zurück in Kiemen atmende Lurche; wir erleben den Abstieg und hören von den tausendfältigen Neuanpassungen, die er nötig macht. Außer der Lebensgeschichte einzelner Gestalten empfangen wir aber auch eine lebendige Schilderung der sozialen Gliederung des gesamten Schwimm- und Tauchpflanzenstaates, lernen seine nächsten Angrenzer an den Strandstreifen der Seen kennen, erfahren von Wesen mit seltsamen Doppelleben zu Wasser und Land und, wie der See sich immer wieder neuen Zugang holt an der Küste.

=Einheimische Fische=

Von

=Dr. Kurt Floericke=

Mit zahlreichen Abbildungen

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geh. M. 1.--. In Leinen geb. M 1.80

Nachdem der bekannte Autor in seinen früheren Bändchen die vier ersten Stämme des Wirbeltierreiches behandelt hat, geht er jetzt dazu über, auch den letzten, die Fische, in seiner packenden gemeinverständlichen Art vorzuführen. Besonders geht der Verfasser auch auf die Organisation und das Sinnesvermögen der Fische ein, ohne jedoch den praktischen Teil, wie Fischzucht und Fischfang, zu vernachlässigen. Auf den beigegebenen Abbildungen gelangt der interessanteste Teil der einheimischen Fischarten zur Darstellung.

Atome, Moleküle

und andere naturwissenschaftliche Hypothesen

von Dr. A. Zart

Mit vielen Bildern.

Für Nichtmitglieder: In farbigen Umschlag geheftet M 1.--, in Leinwand geb. M 1.80.

Ausgehend von einfachen chemisch-physik. Versuchen führt der Verfasser in die Grundfragen naturwissenschaftlicher Anschauung ein und bespricht auf Grund dieser praktischen Ergebnisse deren Anwendung auf allgemein naturwissenschaftliche Probleme.

Die Mitglieder des _Kosmos_ haben bekanntlich nach Paragraph 5·III das Recht, außerordentliche Veröffentlichungen und die den Mitgliedern angebotenen Bücher zu _einem Ausnahmepreis_ zu beziehen. Es befinden sich u. a. darunter folgende Werke: