Fechsung

Part 7

Chapter 73,455 wordsPublic domain

Auch das Holz duftete wunderbar in der düsteren Holzkammer, wo ich die Vierzehnjährige -- -- -- -- küßte!

+Kaiserbrunn+:

In blankem Blechbecher an langer Holzstange schöpfte man uns Kindern in eiskaltem Schneebergloch das grüne Wasser, das einst die Großstadt beglücken sollte. 1869! Jetzt trinken es alle, Millionen. Es hat seine Romantik verloren, +also+ einen Teil seiner Gesundheit!

+Kind im Hühnerhof+:

Erwachsene Frauen haben selten so graziöse Bewegungen! Sie füttern aber auch nicht liebevoll Hühner, sondern +lassen+ sich füttern -- -- -- von +Ochsen+!

+Auf dem Krummbachstein+:

Da steht einer und +vergißt+! Und -- -- -- +erinnert+ sich -- -- --. Ich verstehe, daß man steigt, um +fern+ zu sein. Aber daß man steigt, um zu steigen, das verstehe ich nicht! Man +steigt+ ja doch nicht!

+Das Schneebergplateau vom Herminensteig+:

Zirbelkiefer, du +Zwergmärchenwald+ meiner Kinderzeit!

+Das Baumgartnerhaus auf dem Schneeberg gegen die Raxalpe+:

Baumgartnerhaus, +Märchengasthof+ meiner Kinderjahre! In finsterer feuchter Nacht wurde man aus dem Schlaf gerissen, der blutroten Sonnenkugel, auf dem Kaiserstein, entgegen! Sturm brauste, Kühe schliefen auf schwarzen Almen, und in uns ächzte der unausgeschlafene Schlaf!

+Der Tiefblick vom Schneeberg auf das Puchberger Tal+:

Zirbelholz, Zerben, Knieholz, Latschenkiefer, Sturmgebogenes aber +Elastisches+ im Kampf ums Dasein, ich liebe dich!

+Im oberen Höllental+:

Schwarzawasser, ich kannte jeden deiner Gurgellaute, dein Brausen, dein Lärmen, dein Schweigen; besonders dein dunkelgrünes Schweigen in Felsenbuchten!

+Das Raxplateau mit den Lechnermauern im Winter+:

Ich kenne das nicht. Aber meine Schwester Gretl, die Bergsteigerin, sagte immer: „Wie kann man heiraten, wenn man +so etwas+ hat?!?“

+Das Erzherzog-Karl-Ludwig-Schutzhaus auf der Raxalpe+:

Die Menschen, die +hier+ sind, sind hier wegen +echter wirklicher+ Angelegenheiten, wegen Schneefeldern, Zirbelholz und Bergsturm!

+Die Preiner Wand mit der Preiner Schütt auf der Raxalpe+:

Hier werden keine kleinen Kinder malträtiert, hier wünscht niemand Hofrat zu werden, hier fällt Regen, bläst Wind, hier fällt Schnee, braust Sturm!

+Der Viadukt über den Gamperlgraben+:

Der Gamperlgraben! Selbst das Wort „Gamperl“ kann romantisch wirken! Wie wenn eine junge Schönheit dir es mitteilt: „Je vais faire +pipi+!“

+Bahnwächter+:

Bahnwächter?! Bist du nicht abgestumpft durch deinen schweren Beruf?! „Woll, woll! Aber +schöner+ is schon als in der Großstadt! Dort wär man +noch mehr+ abgestumpft!“

+Das Große Höllental an der Raxalpe+:

„+Wild-romantisch+,“ sagen die Reisehandbücher. „+Friedlich-einsam+,“ sagt das Herz.

+Die Kahlmäuer von der Zikafahnleralm auf der Raxalpe+:

Die „+Rax+“ kenne ich nicht, aber meine Schwester Gretel, eine berühmte Rax-Kletterin, sagte mir, daß auf den „Zikafahnlern“ ganze Strauchwälder von wilden Himbeeren wüchsen! Und es dufte da droben wie kalifornisches eingemachtes Kompott. Meine Schwester Gretl hat nicht geheiratet. Mit den „Zikafahnlern“ können Männer nicht konkurrieren! Womit überhaupt, bitte?!

+In der Kirche von Maria-Schutz+:

Klara Panhans, meine Tränen sollen dich +begleiten+, da Lächeln mir +nicht beschieden+ ward!

Hier betete ich oft für meine kleine Heilige, die damals zwölfjährige +Klara Panhans+, dort wo der Bergquell dem Altar entspringt! Eine englische Dame sagte gestern zu mir: „Peter, wieso kommt es, daß man erst nach acht Jahren Ihre Briefe, Ihre Tränen, Ihre Verzweiflung versteht?!“ Ich erwiderte: „+Gut Ding braucht Weile!+“

+Partie bei Klamm im Frühling+:

Im Frühling ist alles grün -- lila -- rosig -- duftig. Mehr kann man nicht aussagen darüber. Weshalb also reimen und dichten?!

+Einfahrt in den Pollerostunnel+:

Wenn man „Indianergeschichten“ ängstlich las, hatte man ähnliche Stimmungen! Besonders bei der Ausfahrt. Chingachguk wurde also Gott sei Dank doch +nicht+ skalpiert!

+Semmeringlandschaft vom Eselstein+:

„Hier kenne ich jeden Steig!“ sagte der Turist. „Hier kenne ich jeden Grashalm!“ sagte der Dichter.

+Gefräßiges Volk; Ziegen+:

Ziegenkäse war mein Lieblingskäse. +Molkenkäs+ auf dem Lakaboden. Er ist verschwunden aus der Welt. Er war zu +einfach+, zu +billig+, zu +gesund+!

+Orthofstraße gegen den Feuchter+:

Sie gingen selbander. Er sagte: „+Jetzt erst+ liebe ich dich +ganz+!“ Sie erwiderte: „+Jetzt erst+ liebe ich die Natur +ganz+!“

+Auf der Straße zum Semmering+:

Da +fahren+ sie, die Reichen, fliegen dahin, 45 HP! Und die Armen +reden es sich ein+, daß „Fußwanderung“ einen +größeren+ Genuß biete!

+Die Kaltwasserheilanstalt Semmering+:

Kaltes Wasser als Heilmittel! +Sporen+ und +Peitsche+ für ein +ermüdetes+ Pferd! Ja, es lauft dann +frischer+, aber +auf Kosten+ seiner eigenen erschöpften Kräfte! Ich bin mehr für laues Wasser, es wird weniger +mißbraucht+, weil es nicht so +unselig prompt+ wirkt! Die Menschen wollen sich eben +keine Zeit+ lassen, um gesund zu werden! +Um sich krank zu machen+, da hatten sie +jahrelang+ Zeit!

+Auf dem Semmeringpaß+:

Semmeringpaß, schon als Kind erschauerte ich, an der markierten Grenze zweier Provinzen mich zu befinden!

+Der Talhof+:

Auch ein „Talhof“. Aber nicht der Talhof meiner geliebten „+Talhofherrin+“! Also ein ganz gewöhnlicher Talhof! +Ohne+ Olga W.!

+Bei der Bobbahn auf dem Semmering+:

Hier frieren „Aristokraten“ stundenlang, zum Pläsier! Leider bekommen sie keine Frostbeulen! Sie genießen sogar die Kälte! Schade!

+Zuschauer+:

Überall gibt es +Zuschauer+. Das heißt Leute, die sich für etwas interessieren, wofür sie sich gar nicht interessieren!

+Bob in voller Fahrt+:

+Dersteßt+ euch! Ihr, die ihr +keine Zeit habt+, den Winterwald anzustaunen!

+Auf dem Gipfel des Stuhlecks+:

Sie war auf dem „Stuhleck“, +mit ihm+! Man könnte ebenso sagen: „Sie war in der Rotenturmstraße, +mit ihm+! Wegen dem bissel Schnee?!?!“

+Das Palace-Hotel im Winter+:

Wenn ich nur den Unterschied wüßte zwischen Winter und Sommer, auf dem Semmering!? Im Winter trägt Klara Panhans Winterloden und im Sommer Sommerloden! Alles andere ist doch +gleichgültig+!

+Straße in Spital+:

+Auch hier+ gibt es vielleicht alle Laster der Großstadt! Aber man macht kein solches „Geserres“ damit! No, malheur, daß mir kane Engel noch nicht sind!

+Auf der Kampalpe+:

+Diese+ Kühe stören mich nicht! Sie suchen sich ihr +Fressen+ selber!

+Briefträger+:

„In +Wien+ Briefe austragen muß +schrecklich+ sein! Da hat man +nicht einmal+ auf den anstrengenden Wegen die erfreuende +Bergluft+!“

+Mürzzuschlag gegen die Schneealpe+:

Die „+Beauté+“ des Dorfes, Josefa! Aber sie fühlt nicht: „Lieber +hier+ die +erste+ als in +Wien+ die +letzte+!“ Sie fühlt: „Lieber in Wien die +erste+!“

Hier sah ich noch eine rothaarige Wunderbare, die nach der Großstadt sich sehnt und der die Berge +nichts+ sind, weil sie ihr nicht sagen: „+Du+ bist +noch schöner+ als wir!“

+Gemse+:

Wenn man sie irgendwo im Geröll an den Felsmauern erschaut, fühlt man: „+Die, die+ hat die +Freiheit+!“ Pumps, schießt sie einer tot und prunkt noch mit dem langen straffen Rückenhaar. „Edelweiß soll man nicht mehr +pflücken+, Gemsen soll man nicht mehr +schießen+, ja da freut mich die ganze Bergwelt nimmer!“ sagte ein Naturfreund. Wie wenn man sagte: „Kinder soll man nicht mehr +prügeln+?! Ja, da freut mich ja das ganze +Familienleben+ nicht mehr!“ „+Mehr+ Geld ausgeben als man hat, +soll+ man +nicht+?! Ja, da freut einen ja das +ganze Geld+ nicht mehr!“ Gemse, ich erschaute dich freudig auf Geröllhalde, senkrecht stehend! Welches Vergnügen, einen schweren anmutlosen Kadaver aber dann herabkollern zu sehn?!?

SPLITTER

Das Dümmste ist der von lüsternen Weibchen gezüchtete Größenwahn eines mittelmäßigen hübschen Mannes!

*

Es gibt keinen größeren Gegensatz als die Beurteilung einer Liebesangelegenheit von Seiten des Beteiligten und von Seiten des Unbeteiligten. Der eine hat die +Gerechtigkeit+ des Herzens, der andere die +Ungerechtigkeit+ objektiver Beurteilung.

*

Wenn eine Dame, die man liebhat, sogleich fragt: „Weshalb ist Herr L. nicht mitgekommen?!“ so gibt es nur drei Entschuldigungen: Sie liebt ihn, sie „fliegt“ auf ihn, oder er macht Präsente. Nun wird man mir prompt erwidern, es könne doch auch +bloß+ eine konventionelle „Liebenswürdigkeit“ sein! Eine konventionelle Liebenswürdigkeit, die einem andern eine +Qual+ bereitet, ist aber ein +gemeines Verbrechen+!

BRIEF AN EINE JUNGE BRASILIANERIN

Chère Lyska,

ce n’est pas l’amitié sexuelle que j’ai pour vous, mais c’est l’amitié pour votre personnalité tendre et exceptionelle, dont on ne pourrait pas se rendre compte exactement, mais qui pourtant a l’effet de +régions belles qu’on ne connaissait pas jusqu’alors+ -- -- --! Votre voix mélodique, un peu sombre et chantante, vos yeux d’une profondeur mélancolique, quelquefois comme les boules noires et anxieuses des papillons de nuit percés d’une aiguille dans une boite, encore vivants, votre manière d’être assise, d’écouter, et de marcher, tout à fait infantille et gracieuse, m’+émuent plus+ que le désir +m’excite+ de jouir de vous! Votre +personnalité+ est plus grande que votre +féminité+ -- -- --. Je voudrai vous caresser, comme une maman exaltée et exagérée caresserait son bébé adoré, et mes baisers surtout sur vos yeux adorés seraient d’une tendresse passionée et sobre tout à la fois -- -- --. La peau de votre main aimée exhale un parfum surhumain; comme les abricotiers en fruit, dorés et chauffés par le soleil! C’est pourquoi un baiser sur votre main quand elle est un peu chaude, me rend plus heureux que les autres hommes peut-être la possession entière de votre corps merveilleux et d’ébène! Je bois ennivré le parfum de vos mains! De tenir vos mains, vos doigts longs et bruns entre les miennes, me procure un bonheur surhumain, de la tranquillité, de la paix! Et j’oublie mon sort triste! Mais, hélas, que puis je vous donner en récompense?!?

Peut-être +par moi et par mon exaltation+, votre +conscience+ de votre don céleste de pouvoir faire heureux et paisible! Ce serait alors peut-être la „Bonne Fée“, qui a la bonne volonté de guérir les pauvres malades d’âme, les mendians de la vie quotidienne et triste et ennuyeuse! Pouvoir être „Bonne Fée“, c’est une mission outre-terrestre et fière! Vous avez reçu pour ces „sorcelleries“ votre personnalité rayonnante et douce! En +l’acclamant+, je vous +récompense+!

J’aime votre bouche, vos yeux, votre teint pâle et mystérieux, votre démarche enfantine et gracieuse, votre voix un peu sombre et mélodique, comme les voix dans la nuit tombante, dans les prées, dans les forêts, dans les eaux mortes -- -- --. Vous êtes autre que les autres. Ce n’est pas un compliment banal et niais. Mais, Lyska, on vous regarde d’un regard +plus ému+ que les autres jeunes filles attrayantes -- -- --! Vous n’auriez qu’à +choisir+ entre les jeunes gens -- je vous bénis -- -- -- le plus riche!

Peter.

SPLITTER

Brief:

„Liebwerter Kollega Fr. H., ich möchte es Ihnen gern sagen, daß ich Ihr fünfzehnjähriges Töchterchen ‚Naemi‘, (der jüdische Name hat ihr Gott sei Dank nicht geschadet!) für eine +edelste Vollkommenheit+ halte. Aber Sie gehören bestimmt zu den Vätern, die mir darauf prompt erwidern werden: ‚Wenn sie nur +brav+ und +gesund+ bleibt!‘ Gerade zwei Eigenschaften, auf die ich +nicht den geringsten Wert lege+!“

*

Eine Dame war unliebenswürdig gegen mich. Ich sagte: „Nehmen Sie einen Suppenlöffel voll Cortex Rhamni Frangulae!“

„Wird es mir nützen?!“ sagte sie.

„Nein, +mir+!“

Der befreite Mensch ist +stets+ liebenswürdig, ja sogar +zu Gnaden+ geneigt. Der andere ist mißmutig, geizig, lieblos!

*

Anita hat mich verlassen, weil sie bemerkt hat, daß ich edlere Hände und Füße, einen elastischeren Gang habe als sie! Sie hat sich einen genommen -- -- -- nun, Sie können es sich daher denken, wie er aussieht! Anita ist zu mir zurückgekehrt. Sie hat reuig gesagt: „Und eine Glatze hat er aber auch, da bleibe ich doch gleich lieber bei dir!“

*

„Es ist sehr angenehm, einen Mann liebzuhaben, der eifersüchtig ist! Man kann ihn gegebenenfalls gleich +loswerden+! Der +andere+, der sich +alles+ gefallen läßt, bleibt +picken+, trotz allem! Vielleicht +braucht man+ ihn aber doch wieder +später+, zu irgend etwas!“ Ja, man muß +vorsichtig+ sein!

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Zwei Welten:

„Da ich +leider+ nicht splitternackt herumgehen kann, so +muß+ ich ein Kleid tragen, das +mindestens+ meine nackte Schönheit +andeutet+!“

„Da ich +Gott sei Dank+ nicht nackt zu gehen brauche, soll mein Kleid +vor allem+ die anderen hinweg täuschen +darüber+, was +darunter+ ist!“

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+Seide+ ist feiner als die +Haut+! sagte der Krätzige.

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Solange man gesund ist, hat man keinen Grund, sich vor Krankheit +zu schützen+! Außer der „+Voraussichtige+“! Der gilt aber als Narr und Hypochonder. Man +gönnt+ es ihm +nicht+, daß er +rechtzeitig+ auf Mohnstrudel verzichten kann!

*

Weshalb sind die Menschen so renitent gegen +Wahrheiten+?! Damit sie nicht bei den vielen +Unwahrheiten+, die man ihnen als Wahrheiten +auftischt+, Schaden leiden!

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Als ich auf dem Pordoijoch-Paß ankam, wurde es mir ganz gleichgültig, ob meine Emmy mit dem Herrn Karl -- -- -- unten in der Ebene spazieren gehe! Ich war eben dem Himmel um 2500 m nähergerückt!

*

Eine Frau, die sich an Eifersuchtsqualen weidet, ist +ärger+ als ein Fleischer, der absichtlich daneben sticht, um die Qual des Opfers zu verlängern!

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„Was wirst du tun, wenn du mich verlierst?!“

„Dann suche ich mir eine +Wertvollere+!“

„Da bleibe ich lieber bei dir!“

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Ich glaube nicht an +Dauer+, ich glaube nur an +Augenblicke+! Und auch an die glaub ich eigentlich nicht! Ich glaube an den +Rausch+, das heißt, ich weiß, daß er ein infamer +Betrug+ ist!

*

Ich halte die Volkstracht der venezianischen Mädchen für das Ideal: schwarzer Wollschal, schwarze Strümpfe, schwarze Pantoffel, kein Hut. Man vermeidet dadurch Neid, Eifersucht, Sehnsucht in bezug auf die „besseren“?! Stände. Man errichtet eine Barrikade, eröffnet einen Abgrund, schließt sich aus von dem Unnötigen! Wird frei und stolz!

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Sei schön +nackt+! Wie du sonst bist, ist doch +belanglos+!

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Ich hätte die Welt regenerieren können mit meinen in Lehren umgesetzten Erkenntnissen. Aber es fehlten mir dazu +zwei+ der wichtigsten +Talente+: die Allüren eines +Hochstaplers+ und eines +Propheten+!

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Philosophie: Er hielt so viel vom Wert des +Schlafes+ für die menschliche Maschine, daß +wach zu sein+ ihm direkt als ein Verlust an Lebenskraft dünkte! Also ein Esel seines besseren Wissens!

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Die „+Kehrseite+ der Medaille“ ist falsch ausgedrückt. Es muß heißen: „Die +andere+ Seite!“ Beide Seiten sind nämlich gleich wichtig!

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Ich, zu meinem Lohndiener Peter: „Sie, Peter, das ist so aufmerksam von Ihnen, so rücksichtsvoll, mir in diesen schweren Zeiten immer alle Extrablätter so pünktlich zu besorgen und durch die Türspalte zu schieben -- -- --.“

„Herr Peter, unsereins ist halt auch neugierig, was vorgeht! Und wir können’s uns es nicht kaufen!“

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Ich warf den ganz unverständlichen chinesischen alten Mystiker in den Papierkorb.

Morgens um ½7 traf ich mein Stubenmädchen auf dem düsteren engen Hotelgang bei der Lektüre dieses Buches. „Das ist doch ganz unverständlich!“ sagte ich. „Aber spannend, Herr von Altenberg, aufregend spannend, man kennt sich da Gott sei Dank gar nicht mehr aus. +Was man versteht, ist doch so uninteressant!+ Nicht?! Das weiß man ja sowieso.“

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Einer sagte: „Sehen Sie, Peter, wie ich Ihre Lehren strikte befolge!“ Und ließ sich zwei Portionen +Gervais+ zum Souper geben. Er vermischte sie mit dem schwerst verdaulichen Öl, Paprika und Senf! „Sonst hat das öde Zeug ja gar keinen pikanten Geschmack!“ sagte er.

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Ich verzeihe der Frau alles, nur nicht schwarze Poren auf der Nase! Vor allem aber ist der Mann ein Verbrecher, der sie nicht lehrt, mit dem stumpf kurz abgeschnittenen mittleren Fingernagel durch sanftes Pressen sie zu reinigen!

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Einer Frau sagen: „Sie haben einen unidealen Atem“, ist schwerer als ihr zu sagen: „Du Kanaille!“

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Geld und Sexualität sind die reellen +Mysterien des Lebens+! Eitelkeit und Ehrgeiz die +unreellen+!

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Wenn man von schönen Frauen nichts anderes erlebte, als daß sie den Teint, diesen schimmernden +untrüglichen+ Verkünder von Schönheit und Gesundheit, mit Puder vernichten und dumm-grausam schädigen, wüßte man +schon genug über sie+!

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Als ein Mann seine junge Frau brutal und zynisch behandelte, sagte ihr der zu Hilfe gerufene Ochs, der +Nervenarzt+: „Das ist die +sentimentale Verehrung+ ihres Gatten, nur pathologisch +gehemmt+ und daher ins +Umgekehrte+ umgeschlagen!“ +Dich+ sollte man auch um--schlagen, daß du nicht mehr aufstehen und ordinieren kannst!

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„Haben Sie denn so viele Erfahrungen?!“ sagte eine Dame schnippisch zu mir. „Erfahrungen nicht, aber Erfahrung!“

*

+Dialog+:

„Weshalb, Peter, sitzt Herr L. so weit weg von mir?!“

„Vielleicht nicht +weit genug+!“

„Und wenn er am Ende der Welt säße, säße er mir noch immer näher als du neben mir!“

„Ja, aber er könnte dann eben doch nicht deinen süßen Atem beim Sprechen spüren!“

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+Subjektivität+:

„Si +toutes+ les Françaises, Esthère, ont si peu de miséricorde que vous pour un homme, +qui+ les adore tendrement -- -- -- alors, je +méprise+ la France!“

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Ein Arzt hat nicht die merkwürdigen Symptome einer seltenen und ihm unverständlichen Krankheit in sein „gelehrtes Wissen“ +hineinzuzwängen+, sondern sich zu sagen: „Bisher war ich also vielleicht doch ein +Ochs+!“

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Eine Dame sagte: „Ich bin nur neugierig, ob Sie +mir+ zuliebe Ihre schöne Autofahrt heute aufgeben werden!?“ Später sagte sie: „Tut es Ihnen +nicht doch+ ein bißchen leid um Ihre schöne Autofahrt?!“ „O ja, +sogar sehr+, aber zwei Geschäfte kann man eben leider nicht auf einmal machen!“

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Gesunde Politik: Die +englische+ Paradeissauce mit Curry „+Catsup+“ sollte den +französischen+ Senf als Fleischwürze vertreiben!

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Wer seine körperlichen Kräfte übersteigt, ist ein +Dummkopf+, wer seine sexuellen Kräfte übersteigt, ist ein +Narr+, wer seine ökonomischen Kräfte übersteigt, ist ein +Verbrecher+!

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„Ich bin ein +Bohemien+“ heißt meistens: „Ich habe, wie Sie sehen, in meiner Kindheit +zu wenig+ feine noble Guvernanten gehabt!“

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Man ist nicht immer aufgelegt, seine Geliebte als unmündiges krankes +Kindchen+ zu taxieren! Man hat selber eben manchmal Bauchschmerzen!

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Landpartie:

„In +deiner+ Gesellschaft gefällt mir die Königswiese, Vorderbrühl, viel besser! Nein, eigentlich: +Du+ gefällst mir viel besser in der +Gesellschaft der Königswiese+!“

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„Jessas, dieser Peter hat mir mein ganzes schönes +Selbstbewußtsein+ geraubt! Wer bin ich +denn dann noch+?!“ +Eine+, die kein Selbstbewußtsein mehr hat, also das Höchste, Bescheidenste, Anständigste, Zarteste, Nobelste, Rücksichtsvollste, Adeligste, und -- -- -- das +Glücklichste+!

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Potenz ist, +nur+ das unternehmen, was man +kann+! Impotenz ist +nur+, das +unternehmen+, was man +nicht+ kann!

Es gibt auch für den Magenkranken eine +Potenz+: Weichgekochter Karolinenreis und Gervais mit Salz. Seine Impotenz ist: Rostbratl mit Zwiefel! Ich bin +reich+, wenn ich +weniger+ ausgebe +als ich habe+!

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„Der Gesunde sollte eigentlich +alles+ verdauen können!“ heißt: „Ein guter Violinspieler sollte eigentlich auch gut Flöte blasen!“

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+Bergsteiger+: „Ich hab eine Freud +an mir+! Daß ich so gut kraxeln kann und so viel aushalt!“

+Bergfahrer+: „Ich hab eine Freud +an der Natur+!“

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Bessie: „Meine berühmte man Dolf is Bohémian wo es ihm +paßt+, and +like all+, wo es ihm auch wieder paßt. Peter is everywhere Bohémian, auch wo es ihm und den anderen gar +nicht+ mehr paßt!“

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Man sagt immer, daß der Tierbändiger mit dem Blick bändige. Wohl möglich. Aber „aushungern“, „prügeln“, „Finsternis“ wirken sicherer! Wirkung des Geistes, habe ich schon bei der „Marlitt“ gelesen, aber eine Watschen wirkt prompter.

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Auch eine Ohrfeige muß „geistig“ sein, d. h. eine symbolische Handlung für „Verzweiflung, Kränkung, Trauer und tiefste Liebe!“

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+Biblisch+:

So du die nahrhafte Soyabohne in deinen Mund nehmest und die unverdaulichen Bohnenschalen nicht ausspuckest, sollst du verdammet sein ewiglich!

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Eine Frau verwöhnen, heißt +sich selbst auf ihre+ Kosten (zu ihrem +Schaden+) ein teures Vergnügen bereiten!

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Weshalb fährt nicht Jupiters oder Jehovas Blitz hernieder, wenn eine Geliebte sagt: „Wannst’ mich gern hast, so kaufst mir auch so an Schal wie die Finnerl einen hat! Wannst’ mich nämlich ernstlich gern hast!?“

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Die Liebe.

Sehnsucht ist der Wunsch etwas zu haben, was man haben +möchte+ und +nicht+ hat!

Gibt es denn auch eine Sehnsucht nach etwas, was man +bereits+ hat?!?

Ja, wenn man etwas so lieb hat, wie man es lieb +hätte+, wenn man sich noch danach +sehnt+ und es noch +nicht+ hat!

*

Das Unglück ist, in der Kunst und im Leben, daß dumme Leute oft +geschickter+ sind als die gescheiten! Der Gescheite glaubt es +nicht nötig+ zu haben, +auch noch+ geschickt zu sein, der Dumme weiß, daß er geschickt +sein muß+! Wenn man dem Gescheiten es +beibringen+ könnte -- -- -- aber kann man einem Gescheiten etwas beibringen?! Er glaubt doch, daß er +gescheit ist+!

*

+Gerechtigkeit+ ist ein +Talent+ wie ein anderes! Man +hat+ es oder man hat es +nicht+. Es ist ein +religiöses+ Talent, gerecht sein zu wollen. Zu +erlernen+ gibt es da nichts. Das kommt von +oben+, das heißt, von +drinnen+!

*

Die größte Kunst ist es, über einen Graben +nicht+ zu springen, der zu breit ist, um hinüberzukommen!

*

„+Memento mori!+“ sagte jemand zu jemandem, der zu Solokrebsen aufmerksamst roch und sagte, er traue sich nicht, sie zu essen; no probier’s, höchstens krepierst du!

*

Ich, zu meinem Lohndiener: „Sie, wie gefällt Ihnen denn meine neue Freundin?!?“

„Herr von Altenberg, +ich+ bin nicht +maßgebend+. Aber unser +Portier+, der doch ein +verheirateter+ Mann ist, hat g’sagt: ‚+Da+ saget i auch net +nein+‘!“

*

„Pétère, Sie ärgern uns oft, aber +langweilig+ sind Sie +nie+! Die anderen sind sehr +nett+ zu uns, aber +langweilig+!“

„Welche also würden Sie vorziehen?!“

„Die Netten!“

KRIEGSZEITEN

Ein Delikatessenhändler annoncierte an seinem herrlichen Auslagefenster: „Von 3° Kälte abwärts an kann jeder vorübergehende +wirklich Bedürftige+ für 40 Heller +Halbemmentaler+ und ein Stück schwarzes +bestes+ Hausbrot abends zwischen 7-8 umsonst erhalten! Es werden nur +50+ täglich beteilt. Jeder nicht gerade sehr +Hungrige+ nimmt es +daher+ dem anderen weg!“

Ein Dichter schrieb darüber, und alle anderen Delikatessenhändler verpflichteten sich infolgedessen zu derselben Leistung. Es wurden daher an jedem Abend, zwischen 7-8, tausend Hungrige gespeist. Weshalb aber gerade Halbemmentaler?! Der Dichter hatte erklärt, er ersetze vollkommen das Fleisch, für wirklich Hungrige nämlich, und sei billiger als Ganzemmentaler. Und Dichter wissen +alles+ genauer als die anderen. Insofern sie nämlich +echte+ Dichter sind.

SÜHNE

Sie hatte es sich mit ihm +für ewige Zeiten+ durch eine wirklich unmenschlich grausame, vielleicht gar nicht +so bös+ gemeinte Bemerkung verdorben! Trotzdem hing er an ihr, noch drei lange Jahre. Dann, beim endgültigen Abschiede, sagte er ihr es. Er teilte ihr diese ewig eiternde Wunde mit, die in der „Schlacht des Liebeslebens“ sie ihm einst grundlos beigebracht hatte!

Da sagte sie ergeben: „+Damals+ hättest du mich schon entfernen sollen aus deiner Nähe!“

„Die Zeit gibt uns +genau+ den Zeitpunkt an, wann wir zu rächen, zu strafen, zu sühnen haben! Man darf seinem Herzen nicht voreilig zuvorkommen!“

DORA 1