Fechsung

Part 6

Chapter 63,508 wordsPublic domain

Ich habe eine falsche, ja sogar eine +ganz falsche+ Ansicht irgendwo gelesen über das Wesentliche des +lyrischen Dichters+. Das hat mich gekränkt. Denn erstens kränkt mich jede +unrichtige+ Ansicht, zum Beispiel, wenn man sagt, das Eiweiß sei wertvoller als der Eidotter, oder Reis gebe keine Kraft, obzwar die Japaner damit Port Arthur doch eingenommen haben; und zweitens ist es ganz falsch, den lyrischen Dichter anders zu beurteilen als: ein +idealer Gipfel der Subjektivität+, wodurch +jede+ seiner +Einzelempfindungen+ sich zugleich +erhöht+ zur Empfindungsweise +aller+ Herzen, also sich zur +Objektivität+ steigert oder sozusagen kristallisiert! Jeder unglücklich Liebende ist ein „Werther“, +jede+ nicht erhörende anständige Frau ist eine „Lotte“. Und Goethe hat seine +subjektive+ unglückliche Liebe zu Frau Lotte Buff +so+ geschildert, daß sie den +Ewigkeitswert+ für alle +subjektiv+ unglücklich Liebenden und +alle+ subjektiv einen +nicht+ erhörenden +sogenannten+ anständigen Frauen erhalten hat, also, item, +objektiv+ geworden ist! Wer mir +dagegen+ widerspricht, ist -- -- ein +Wider+spruchsgeist. Und die kann ich nicht ausstehen. Wenn ich die Bergalmen so schildere, daß +jeder+ sagt: „Ja, so ist sie, meiner Six, da gibt’s gar nix!“ dann bin ich ein subjektiv-objektiver Dichter der Bergalm, also a Lyriker.

Wenn +meine+ Träne von allen +agnosziert+ wird als +ihre+ Träne, wenn +mein+ Lächeln von allen +agnosziert+ wird als +ihr+ Lächeln, wenn +meine+ Eifersuchtsqualen zugleich von allen als +ihre+ Eifersuchtsqualen gefühlt, gelitten werden, ich also nur das +tönende+ Herz aller, +leider stummen+, bin, indem ich es +sage+, mitteile, hoffentlich aber +ohne Reim+, so bin ich ein +lyrischer Dichter+! Der +lyrische Dichter+ unterscheidet sich von dem +lyrischen Menschen überhaupt+ nur dadurch, daß er +aussagt+, was jener +verschweigt+! Diskretion in +Herzenssachen+ ist, wie Diskretion in sexuellen und in ökonomischen Sachen, +immer nur+ ein Zeichen, daß irgendwo irgend etwas irgendwie nicht ganz koscher ist und das +Licht des Alltages+ zu meiden hat! Der Dichter hat +nichts+ zu +meiden+!

DER TOD EINER SAMARITERIN

+Komtesse Lubienska vom Schnellzug getötet+

+Krakau+, 24. März.

Gestern abend ereignete sich auf der Eisenbahnstrecke Krakau-Zakopane ein schwerer Unglücksfall, dem die neunzehnjährige Tochter des dortigen Großgrundbesitzers Grafen Dr. Felix +Lubienski+ zum Opfer fiel. Die Komtesse, die in der ganzen Umgebung wegen ihres Wohltätigkeitssinnes allgemein verehrt wurde und der Bauernschaft in Erkrankungsfällen stets erste Hilfe leistete, erhielt gestern abend die Nachricht, daß eine Bäuerin in einem nahegelegenen Bauernhofe im Sterben liege. Sie begab sich unverzüglich auf den Weg dahin, und um diesen abzukürzen eilte sie durch den Schloßgarten, der von der Eisenbahnlinie Krakau-Zakopane durchschnitten wird. Beim Versuche, das Geleise zu übersetzen, wurde sie von dem eben die Stelle passierenden Schnellzug erfaßt und getötet. Man fand die junge Aristokratin als gräßlich verstümmelte Leiche auf.

Als der tragische Tod der Komtesse in der Umgebung bekannt wurde, strömte die Landbevölkerung in Scharen nach dem Schlosse, um an der Bahre der allverehrten Wohltäterin Gebete zu verrichten. Das Leichenbegängnis wird sich zu einer Trauerkundgebung der ganzen Bauernschaft im weiten Umkreise des gräflich Lubienskischen Besitzes gestalten. Und gerade +diese+ mußte überfahren werden!? Zum „+überfahren-werden+“ sind doch +andere+ da! Wenn ich da an Paula, Esthère, Anna, Mitzi denke und diese anderen -- -- -- „Samariterinnen“!?

DIE STUPIDITÄTEN DER VOGEL-STRAUSS-POLITIK

„Nein, sie erzählt mir merkwürdigerweise wirklich alles, alles, ich habe mich wiederholt, sogar zu meinem Erstaunen, davon überzeugt!“

Ochs!

*

„Ich gebe zu, daß sie sich gern amüsiert -- -- --.“

Ich geb’s auch zu. Gebn S’ noch etwas zu, daß mer auf gleich kommen!

*

„Sie ist ja noch ein halbes Kind -- -- --.“

Ja, aber die andere Hälfte ist ein ausgewachsenes Mistvieh!

*

„Sie sagt immer ‚Maxl‘ zu mir, und zwar so herzig -- -- --.“

Ich höre immer nur heraus „Herr Idiot“, „Herr Nebbich“ und von herzig keine Spur.

*

„Muß man denn gleich das Schlimmste von jemandem denken?!“

Nein, das wäre unbequem.

*

„Meine Frau ist sparsam. Sie braucht +nur+ das +für sie+ Notwendigste!“

Ah, da schau her.

*

„Ich habe mir trotz allem noch eine gute Portion Optimismus bewahrt!“

Sie meinen wohl eine riesige Portion Kretinismus!

*

„Ich habe so viele Beweise ihrer Anhänglichkeit,“ sagte die Maus von der Katze;

ja wirklich, sie hatte sie zum Fressen gern.

*

„Wir wollen doch nur auf eine +angenehme Weise+ getäuscht werden!“

Wie ist das?!?

*

„Sie hat eine solche Freude über +meine+ Blumen!“

Über Ihre +Blumen+!

*

„Sie ist fast die ganze Hälfte des Jahres so nett zu mir -- -- --!“

Ja, sechs Wochen vor Weihnachten, sechs Wochen vor ihrem Geburtstag, sechs Wochen vor ihrem Namenstag und sechs Wochen vor deinem Besuch in ihrem Seebad. Macht schon ein ganzes halbes Jahr!

GEISTIGKEIT

+Vergeistigung+ ist, wenn die äußerste menschlichste Zärtlichkeit sich ins +Körperliche+ hinüberretten, sich befreien, sich dokumentieren +muß+, weil man es absolut nicht mehr bei sich behalten könnte! Meine Schwester Gretel mußte, besonders in der letzten schweren Zeit, dem geliebten 85jährigen Vater ununterbrochen leise über die silberweißen Haare streicheln, sonst hätte sie diese Fülle von aufgestapelter Angst, Sorge, fanatischer Anhänglichkeit +unmöglich aushalten+ können. Sie +mußte+ ihn streicheln, ihm in die Augen schauen, seine Hände berühren! So sei der Liebende; die Liebende! Nicht +anders+! Der Hund muß vor zärtlichster Anhänglichkeit wedeln, irgendwie muß er seine tiefe Liebe zu dir +äußerlich+ ins Leben hinaus, +körperlich+ dokumentieren, ja dir +beweisen+ und leicht plausibel machen! Er weiß, daß du sein Innenleben sonst +nicht ganz+ erfassen kannst! So sei alles Körperliche nur der +letzte plausible Ausdruck+ einer tiefen seelischen Angelegenheit, die ans Licht des Tages gelangen will und +keinen Grund hat+, sich länger zu +verstecken+! So sei der Kuß und jegliche Berührung! Die +innere+ Zärtlichkeit wird +endlich herausgeboren+ in die Welt, braucht sich nicht +zu genieren+, +kann+ es sogar nicht, da sie zum Leben+müssen+ +erstarkt+ ist! +Unentrinnbarer+ Zwang sei die Devise des +höchst kultivierten+ Organismus, nicht +spielerische Tändelei+! +Alles+ stehe unter den heiligen Schutzfittichen der Natur, und die Berührung geliebter Finger sei +nur+ der Ausdruck unabwendbarer seelischer Anhänglichkeiten!

Alle +körperlichen+ Dinge aber sogleich +körperlich+ empfinden, ist ein Zustand von sogenannter „reizbarer Schwäche“, das heißt, man hat nicht Zeit, +seelisch auszureifen+! Dante konnte sieben Jahre für die vergötterte Beatrice seelisch ausreifen! Es gibt ein herrliches Lied, mit dem Refrain: „Zeit -- -- -- nur +Zeit+!“ Sich „Zeit nehmen“ ist die edle Ermahnung von Volksschullehrern an ihre Schüler. Ja, wertvolle Frauenseelen mahnen eigentlich immer ängstlich: „Es wird schon die Zeit kommen -- -- --.“ Zu jeglicher „Vergeistigung“ ins Körperliche braucht man +Zeit+, und die vorschnell gepflückte Stunde ist ein Verbrechen und eine +Ungeschicklichkeit+, die du an +dir selbst+ begehst! +Reizbare Schwäche!+

APOLLOTHEATER

+Märzprogramm.+ Vor allem meine +Bewunderung+ für +Gussy Holl+, Diseuse. Gleich bei der ersten Strophe der Bauernparodie, weiß, spürt man sogleich, daß man eine ganz echte und leichte, also +graziöse+, mühelose Könnerin vor sich hat, die dem Publikum nichts +abtrotzt+, sondern +von selbst+ alle sogleich zu +dankbaren Freunden+ hat! Ihre Komik ist komisch, ihre Talente sind +nicht enderschöpft+ in ihren Darbietungen, sondern +dahinter steckt+ gleichsam ein noch gänzlich unausgeschöpftes Repertoir sämtlicher +lustigen+ und +tragischen+ Lieder des herrlichen Hannes Ruch, der natürlich seit Marya Delvard in Wien +entschwunden+ ist. Seine einst von Mella Mars gesungene herrliche parodistische Tarantella wäre so ein Schlager für Gussy Holl. Sie kann nämlich noch viel mehr als sie kann, das ist das +Befreiende+ bei ihren Vorträgen, daß sie nicht immer nur „ein Letztes, Mühseliges“ mühselig +herauspreßt+, wie viele, die ich +leider+ nicht nenne. Kunst muß leicht, lächelnd, kindlich, mühelos sein. Wunderbar ist ihre Parodie der Japanerin „Hanako“, ein +tragisches Äffchen+! Sarah Bernhardt mit der Spukarie aus „Kameliendame“ sollte sie auslassen. Das ist zu billig. Die Bernhardt muß sie in ihrem übertriebenen französischen Racine-et-Corneille-Pathos parodieren! Reizend macht sie den „Damenimitator“, und als Zugabe: „Fritz Grünbaum“. Ein herziges Kunstwerkchen sind allein schon ihre zierlich-kindischen Verbeugungen, und überhaupt alles an ihr, jede Bewegung haucht „Persönlichkeit“ aus, für die sie nichts kann. Man ist direkt dankbar, daß sie da ist, was man nicht von allen behaupten kann, die uns mit Liedern und Rezitation +be--glücken+! Möge Gussy Holl, die +Könnerin+, ihr Repertoir ausdehnen bis zu +tragischen Balladen+! Eine herrliche Sensation ist die amerikanische Keulenschwingertruppe The five Morton. Ein Abend im Parke eines Sportklubs: Wirklich spielen und singen diese „+körperlichen Hocharistokraten+“ nur gleichsam für sich selbst und werden nur +zufällig+ von Direktor Ben Tieber dafür bezahlt. Man glaubt es fast gar nicht, daß sie für Gage spielen. So etwas kann man auch eigentlich nicht bezahlen. Klothilde v. +Derp+ tanzt mit einem Partner idealisierte Bauerntänze zu Chopin, Opus 69 Nr. 2 und Opus 34 Nr. 1. Jedenfalls +ist+ sie und +tanzt+ sie überaus lieblich. Ob es Chopin ist, weiß ich nicht, es ist „Tanz“ mit Musikbegleitung. Mit den +Haxen+ kann man nicht +denken+! Und mit dem +Gehirn+ kann man nicht +tanzen+! Die drei Clowne „+Alvaretta+“ sind +unübertrefflich+. Mit neun Tönen a la +Kikeriki+ bringt der eine alle Lustigkeiten herbei, und der andere mit einer unverständlichen Anrede an das Publikum. Lustig wirken, mit geringen Mitteln, heißt „große Mittel“ haben! Die +Alvarettas+ sind mustergültig! Sehr gut ist das +Nachtigallen-Liebesduett+, Parodie aus der Vogelwelt, von Robert und Bertrand. Bei McLeans sind die +allerherrlichsten rostroten Haare+ der hübschen Tänzerin allein schon ein Kunstgenuß, obzwar sie echt sind! Diese rostrote Mähne so zu schütteln ist wunderbar. Da sieht man wieder, daß es +nur einen Hauptschmuck+ gibt der schönen Frau, ihre +Haare+, und nicht ekelhaft teure Hüte mit unglückseligen Tieren ausgerupften Federn! Der Sketch mit Charlé, Brand, Bachrich, Brenneis ist sehr lustig. Fragt mich nicht nach dem Inhalt, denn das Erröten steht mir nicht gut! Die zwei „+Spaniels+“ der Gaudsmith haben mehr Verve und Freudigkeiten als die meisten +menschlichen+ Akrobaten. Ihre Lust, sich zu produzieren, ein +hündischer+, aber diesmal +edler+ Ehrgeiz, ist rührend!

SPLITTER

Zum Singen gehört die heilige +Trinität+: ein feines Ohr, eine feine Seele, ein feiner Geist! Die meisten haben höchstens ein feines Ohr. Und +das+ haben sie meistens nicht!

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Es ist angenehmer, mit Frauen zu verkehren als mit Männern! Die Frau denkt: „+Ich+ versteh einmal +gar nichts+. Er versteht vielleicht +auch nicht viel+. Aber +mehr als ich+ versteht er jedenfalls!“

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Eine Dame sagte zu mir: „Wissen Sie, was mir an Ihnen am meisten imponiert hat?! Daß Sie wissen, was eine ‚+legierte Suppe+‘ ist! Das weiß der Hofmannsthal nicht und der Dehmel nicht und der George nicht. Der Shaw +weiß es+ vielleicht, aber er wird uns zum Narren halten und uns erklären, daß es eine Suppe sei, in die uneheliche Kinder hineingesprudelt werden!“

*

„La forme littéraire de son esprit était -- -- -- la +lettre+!“

La forme littéraire de son esprit était: la conversation!

La forme littéraire de son esprit était, de mettre la main tendrement sur les genoux d’une dame pendant le souper!

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Es ist eine Bestialität, bei Tag und bei Nacht auf der eigenen +Loblauer+ zu liegen!

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„Eine Dame läßt man nicht warten,“ ist von Anno 1870, zur Zeit des Börsenkrachs.

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Attachements an Frauen werden immer bestraft. Selbstverständlich. Solche horrende Stupiditäten können gar nicht genug bestraft werden.

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Es gibt +dreierlei+ Menschen, die +kein Geld+ haben: die Verschwender, die Geizigen und die Armen.

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Man muß wenigstens der +Leithammel+ seiner eigenen Schafherde werden können!

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An der Frau erlebt man nicht nur +die+ Enttäuschungen, die +sie+ uns bereitet, sondern auch jene, die +wir ihr+ bereiten!

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Ein glückliches Paar: +Er+ tut, was +sie+ will -- -- -- und +sie+ tut, was +sie+ will.

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Es ist traurig, eine +Ausnahme+ zu sein. Aber noch trauriger ist es, +keine+ zu sein.

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Bekehren?! Man kann einen Vogel nicht dazu bekehren, daß unter Wasser zu atmen leichter, angenehmer und gesunder sei! +Dazu+ kann man nur einen +Fisch+ bekehren!

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Bei der Auswahl eines japanischen Papierkorbes kamen sie ganz auseinander. Sie sagte: „Wie gut, daß es nicht erst im Bett geschehen ist!“

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Die Französin:

„J’ai vu dans un +certain+ théâtre un +certain+ Girardi, qui m’a fait une +certaine+ impression dans une ville qui m’en a fait +aucune+!“

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Im Augenblick, da man eine Frau „+sein eigen+“ nennt, ist sie es +schon nicht+!

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Auch der Hund ist +nur+ wertvoll, weil er sich nach uns +sehnt+, wenn wir nicht da sind. Ein Hund, der sich nicht nach uns sehnt, ist ein +Hund+!

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Es ist nicht wahr, daß man eine geliebte Frau +sein+ eigen nennen will, man will vor allem nicht, daß der +andere+ sie so nenne!

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„Aber Peter, deine Angeschwärmte macht sich doch lustig über dich!“

„Ich würde mich schämen, so wenig kompliziert zu sein, um von der Dame verstanden zu werden! Außerdem habe ich eine Glatze und kein Geld.“

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„Langweilen Sie sich nie mit dieser Person, Herr Peter?!“

„Nein, +sie+ mit +mir+!“

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Das Publikum ist für +sein+ Geld gern reserviert, ohne Stimmung. Ich bin für das Geld +von anderen+ gern stimmungs-voll!

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Hedi Weingartner, Mademoiselle Morvay, Elsa Török, Paula Hein und eine goldrote Fremde sind die besten Tänzerinnen im Saale! Ist das ein Aphorismus?! Nein, aber wahr ist es!

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Die maurische Tänzerin tanzt mit den langen graubraunen Händen und Fingern anmutiger als viele andere mit den langen weißen Beinen!

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„Was spricht man mit so einem Mädchen den ganzen Abend?!“

„Dasselbe, was man mit der Antilope, der Gazelle und dem Kolibri spricht! Man bewundert sie!“

„Und +das+ genügt Ihnen?!“ sagen immer diejenigen, denen etwas +noch viel weniger+ Wichtiges genügt!

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Paula Hein tanzt +unübertrefflich+ Tango! Wenn sie noch dazu ein Kollier von erbsengroßen Perlen eines Grafen umhätte, würde das Publikum ihre Kunst +anerkennen+!

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Heute, Sonntag abend, treten +Esthère+ und +Hélène+ zum erstenmal auf. Es ist, wie wenn man sagte: „Punkt elf Einzug der +Göttin Anmut+!“

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Die russische Truppe Glazeroff ist „ein feuriger Wirbelsturm“. Mancher könnte von ihnen +Elan+ lernen! Aber „Elan“ erlernt man nicht!

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Die lange, edel gebaute Engländerin Deeley tanzt in einer weiten, langen, himbeerfarbigen Samthose (Herrenhose) und mit gelben Holzpantinen. Wenn ich denke, wie Frau Kl........ erst darin ausschauen würde! Aber sie trägt leider „+Paquin-Modelle+“!

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Frauen haben nicht nur +fünf+ Sinne mitbekommen, sondern auch einen +sechsten+ und +sogar+ einen siebenten Sinn für +alle+ Lächerlichkeiten und Eitelkeiten des Mannes, der sie verehrt! +Er+ aber glaubt alles +ausgleichen+ zu können mit seinem -- -- -- Geiste!

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+Hedi Weingartner+ ist im Apollosaal unbedingt die ideale Repräsentantin der +Wiener+ Tänzerin: Eine riesige +Verve+, gutmütig, ein edel-süßes Gesichterl, bescheiden, lebenslustig und dabei doch innerlich ganz traurig. Worüber? Fragen Sie doch Franz Schubert und Hugo Wolf!

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Von der Idee, daß es einer Rose im Glase vielleicht weh tut, wenn sie an eine andere zu nahe angepreßt ist und sich nicht entfalten kann, bis zu +der+ Idee, daß es jemandem, der einen liebhat, vielleicht weh tut, wenn man -- -- --, ist ja nur +ein+ Weg, der +Weg des Herzens+!

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Tanzen: Zuerst tanzt man +zu wenig+; hernach tanzt man +zu viel+, und bis man’s +kann+, tanzt man weder zu wenig noch zu viel, sondern +gerade recht+! Ist es mit +allem+ so?! Ja, mit +allem+!

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+Würde+! Würde ist nichts anderes als so viel zu können, daß man’s nicht mehr nötig hat, es zu zeigen!

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Wenn eine Frau einen +sehr, sehr+ gern hat, so bemerkt man +dennoch+, das heißt, man bemerkt natürlich +nicht+, daß sie neben einem, ganz neben einem, hinwelkt, matt wird, ganz matt wird und stillschweigend verkommt! Woher, meine Herren, kommt das?! Wissen Sie, was Sauerstoff ist und Verbrennung, Stoff+wechsel+?!

Es entsteht durch Anregungen, durch +Anregungen+ mancherlei Art. +Nur+ durch Anregungen, +von selbst nie+, nie! +Verstanden?!+

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Wenn wir eifersüchtig sind, entsteht gerade +jene Spannung+, die die Frau +braucht+, um den anderen interessant zu werden. Wie sollte sie also darauf verzichten können? Wenn sie uns unseren Frieden läßt, macht sie ein schlechtes Geschäft. Vorläufig hat sie noch uns +und+ die anderen. Später, wieder ein gutes Geschäft, +nur+ mehr die anderen!

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Frauen nehmen uns drei Viertel unserer Lebensenergien weg. Wenn wir sie aber +nicht+ hätten, hätten wir +überhaupt keine+ Lebensenergien. Freilich, es gibt noch andere Stimulantien unserer Maschinerie: Eitelkeitsbefriedigungen, Ehrgeiz und Geldsucht. Aber das sind Phantome. Der Leib der Frau ist leider eine Tatsache!

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Der Mörder.

Wenn mein herziges Kanarienvogerl seine ihm notwendige Freiheit durchs Fenster nimmt, so habe ich zu warten, ob das unvernünftige leichtsinnige Tierl ein grauslicher Kater frißt oder ob es in sein +Käfigerl+ „reuig“ (ein schönes und blödes Wort!) zurückkommen werde! In +keinem Falle+ habe ich mit der Browning nach ihm zu schießen! Auch dann nicht, wenn ich ein fescher Tangotänzer bin! Verstanden, Sie, Herr von Mörder?!

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Moderne Schauspielerin:

„Ich will auf der Bühne nicht mehr schreien und weinen, ich will Gedankenstriche laut und deutlich +nicht sprechen+!“

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Hausfrau und Gast:

„Bei uns ist es langweilig, aber man ißt gut.“

„Dann ist es doch nicht +langweilig+!“

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Man kann mit einer „Gefallenen“ beisammensitzen, selbstverständlich. Nur mit einer +Mätresse+ kann man es nicht, dieser +Gefallenen+ eines Einzelnen!

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Waldspaziergang im Herbstnebel:

„Hier, hier ist es friedvoll, hier kann einen nichts stören und irritieren als höchstens eine geliebte Frau!“

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A la Pschütt-Karikaturen:

Weshalb verzögern uns die geliebten Frauen die letzte Gnade?! Weil sie wissen, daß es ihre +letzte+ ist!

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Wenn eine Dame über jemanden sagt: „Es ist +nichts+ zwischen uns, man kann nur so gut mit ihm über alles reden!,“ dann kann sie eben auch so gut mit ihm +darüber+ reden, wann man mit ihm wird -- -- -- wieder reden können!

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Viele Mädchen, die zum Geschirrabwaschen bestimmt waren, gehen später auf die Fasanenjagd. Sie haben ihren +Beruf+ verfehlt!

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Der „Tango“ ist eine +ethische+ Angelegenheit: er ist der Ausgleich für alles, was der Mann der Frau schuldig geblieben ist! Ihre Verzweiflung heißt: Tango! Irgendwo muß sie sich +anständig+ austoben!

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Der +edle+ Tango ist eine +Platonisierung+ der Sexualität durch schöne rhythmische Bewegung!

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Ein Handkuß kann eine letzte +Ehrerbietung+ sein oder eine erste +körperliche Berührung+!

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Jeder tanzt den Tango, so wie er selbst +ist+! Die meisten daher +hundsordinär+!

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„Esthère, du wirst nie wissen, was du mir gewesen bist!“

„O ja, aber erst, wenn es für mich einen Seltenheitswert bekommen hat.“

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„Weißt du, daß das Drehen deines Köpfchens beim Tanzen und das Schütteln deiner Locken mich seliger machen als die ganze Gnade jeder andern?!“

„Mein Freund, ich weiß es. Deshalb solltest du mir auch ein ganz besonders schönes Weihnachtsgeschenk machen!“

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Naturschutzpark:

Gegenden „jungfräulich“ erhalten wollen?! Schwer aber verdienstlich!

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Wenn einem Manne, der +selbst+ unglücklich geliebt hat, ein anderer sich +anvertraut+ in seiner unglücklichen Liebesangelegenheit, hat er das +Glück+, ihm +dieselben+ stupiden weisen Ratschläge zu geben, die ihm selbst einst gegeben wurden und die ihm in nichts genützt haben, sondern ihn nur weiter +hineingerissen+ haben!

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Tränen eines Mannes wirken +nicht+, weil die Frau sie nach +ihren eigenen+ billigen taxiert!

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Das Eheglück:

Wenn +alles+ glatt geht, dann geht’s +erst recht schief+!

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Wenn ein +Wertvoller+ sich umbringt, erfährt man es nie, +weshalb+?! Weil die +Wertlosen+, die es +veranlaßt+ haben, es vertuschen!

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„Peter, der Gervaiskäse, den du mir als Souper angeraten hast, hat mir +nicht gut+ getan!“

„Wahrscheinlich hast du dich im Laufe des Tages über irgend etwas ‚gegiftet‘!“

„Ja. Aber wie kommt +das+ zum Gervais?!“

„Selbst Gervais wird +dadurch+ unverdaulich!“

„Ja, Peter, Gervais, und sich +nicht+ über Tag giften, +so+ schön und einfach +ist+ das Leben nicht!“

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„Machen Sie sie mit einer anderen eifersüchtig!“ ist ein perfid-blöder Rat. Denn wenn man sie nicht +so+ gern hat, daß man ihr eben +das+ nicht +antun+ kann, dann hat man sie +überhaupt+ nicht gern!

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„Alles zu +seiner+ Zeit“ ist ein großartiges Sprichwort. Die Frauen möchten es +gern+ befolgen! Aber die Männer lassen sich nicht Zeit zu „seiner Zeit“!

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Zeige mir deine Fingernägel, und ich werde dir sagen, ob du dich an mir +rächen+ wirst! Wofür?! Daß meine +schöner+ sind! Ist es mit dem Rücken und den Beinen ebenso?! Nein, denn man +sieht sie nicht+. Aber auf dem +Lido+?! +Ja, dort+ ist es +ebenso+!

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Die +einzige+ Art, den Haß gegen +besser+ Ausgestattete zu besiegen, ist die Bewunderung! +Künstler sein+ ist, das Bessere +bewundern+ zu können, statt es zu +hassen+!

SEMMERING-PHOTOGRAVÜREN

+Lebens-Leitmotiv+:

„Wer die Natur +liebhat+, die schönen Wälder, die schönen Berge, die schönen Almen, die schönen Bäche, die schönen Primeln, die schönen Frauen, die schönen Kinder, die schönen Pferde, die schönen Hunde, die schönen Katzen, dem kann nicht viel Böses passieren in diesem +sonst+ ziemlich dürftigen und belanglosen Erdentale! Die schönen Austern, den schönen Kaviar nicht zu vergessen!“

+Semmeringlandschaft beim Orthof+:

Man +verliert+ sein Herz an so vieles, da kann man es doch auch einmal an etwas +gewinnen+!

+Gloggnitz+:

Gloggnitz, ich kenne dich nicht! Aber soll mich +das+ hindern, über dich etwas Feines zu sagen?! Keineswegs. Auf deiner Station spürt, riecht man schon Bergluft. Hier wird die Berglokomotive angehängt. Und Mädchen rufen dir zu: „Schneerosen gefällig, ein Büscherl zwanzig Heller?!“ „Bald werde ich sie mir selber pflücken,“ denkt man und verläßt stolz Gloggnitz, ohne Geldausgaben!

+Partie aus Schlagl+:

Schlagl, du bist der +einsamste+ Ort auf der ganzen Strecke, +also+ der beneidenswerteste!

+Am Schwarzakai in Payerbach+:

Siehst du Forellen?! Nein, aber ich +ahne+ sie -- --. Dort wo sie zu Hunderten +sind+, sind sie nicht +schöner+!

+Der Schwarzaviadukt+:

Dem Semmering zu! Um +diese+ Gefühle könnt ihr mich wirklich alle beneiden! Aber wenn man +das+ kann, ist man ja +selber schon+ beneidenswert!

+Reichenau. Am Schwarzakai im Herbst+:

Zu +meiner+ Zeit war diese liebe herzige Brücke, die ins +Paradies+ „Talhof“ führt, noch aus grauem morschem sonn-duftendem Holz! Jetzt ist sie prächtiger, doch nicht mehr so +prächtig+!

+Der Talhof in Reichenau gegen die Eng+:

Hier verbrachte ich die Jahre (Sommer) von 1869 bis 1880. Ich liebte hier alles, alles fanatisch, inklusive die Talhofherrin Olga!

+Im Kurpark von Reichenau+:

Gehört Courmachen auch zur Kur?! Das +ist doch+ die Kur!

+In der Eng+:

Immer ahnte, befürchtete man, erhoffte man +Kreuzottern+, diese schönen Teufelinnen -- -- -- -- nie kamen sie! O ja, in +anderer+ Form! Und ebenso schön von der Natur ausstaffiert! Kreuzottern kann man +geschickt+ packen, daß sie einem nichts tun können! Und wenn sie beißen, kann man es durch Alkoholrausch unschädlich machen!

+Die Waißnixmühle in Reichenau+:

Dieser +Mehlduft+ war uns +wunderbar+! Parfümfabrik der Natur!

+Holzarbeit+: