Part 3
+Seitentouren+: ~a~) +Fleyh+--+Wieselstein+--+Langewiese+-- +Strobnitz+--+Langewiese+--+Fleyh+. In Fleyh über die Brücke und wenige Schritte auf der Straße abwärts, dann steilen Pfad l. aufwärts, der später in einen fast ebenen Fahrweg übergeht. Auf diesem erreicht man nach 3 ~km~ l. die Hortenwiese mitten im Hochwalde und nach dieser Wegkreuzung. Hier r. hinauf zum Wieselstein (956 ~m~). Aussicht der höchsten Felskoppe verwachsen, dafür schöne Aussicht auf einer etwa 200 Schritte südl. Felskoppe. Abstieg auf gleichem Wege, bei der Wegkreuzung aber nun geradeaus eben fort und nach einer halben Stunde aus dem Walde und nun über den freien Wolfsberg mit neuerdings schöner Aussicht nach Dorf Langewiese. Von hier auf blaugelbblau markiertem Wege zur (10 ~km~) +Strobnitz+ (853 ~m~) (herrliche Aussicht auf das Teplitzer Talbecken) und wieder zurück nach Langewiese und nun auf der Straße nördlich nach Fleyh, insgesamt 19 ~km~.
~b~) +Einsiedl+--+Deutsch-Einsiedel+--+Bad Einsiedel+--+Urs+--+Deutsch-Einsiedel+--+Einsiedl+ Auf der Straße über die Grenze nach D.-Einsiedel (513 E.) und die Saydaer Straße 2 ~km~ hinauf, bis zum Kurhaus Heidelberg, wo 3 Min. r. von der Straße idyllisch inmitten dichten Waldes das gernbesuchte Eisen- und Schwefelbad Einsiedel mit sehr guter Restauration liegt. Wieder zurück zum Kurhaus Heidelberg die Straße kreuzend in südwestlicher Richtung durch den gleichnamigen Ort (s. Berlet, Erzg. R. VII a) mit sehenswerter Spielwarenindustrie auf den +Urs+ (Ahornberg), 833 ~m~, mit farbenprächtiger Aussicht und zurück südöstlich nach D.-Einsiedel und Böhm.-Einsiedl, zus. 10 ~km~.
4. Abschnitt.
Einsiedl--Sebastiansberg (31 ~km~).
+Zugangswege+: ~a~) von +Sachsen+: Bahnlinie Freiberg--(Chemnitz)--Olbernhau--Neuhausen. Nach Einsiedl 6 ~km~. ~b~) von +Böhmen+: 1. Bahnlinie Komotau--Bodenbach bis Haltestelle Johnsdorf. 2. Elektrische Bahn Brüx--Johnsdorf. Von Johnsdorf nach Einsiedl 9 ~km~.
Bei dem oben bezeichneten Hause Nr. 10 westlich aus dem Orte, zum Hause Nr. 13 und 12 an letzterem Wegtafel (n. Gebirgsneudorf 4 ~km~). L. zweigt Weg ab, wir nach r. Der ziemlich gute Fahrweg schlängelt sich durch Felder und Wiesen, ein herrliches Tal dehnt sich sanft hinunter, freundlich schaut der sächsische Ort Bruderwiese herüber, vor uns im ~SW.~ blaut die über 900 ~m~ hohe Kammlinie des Bernstein und der Hübladung. Schöner Rückblick. Nach 20 Min. kommt (immer gerade fort) eine ½-stündige Waldwanderung und schon senkt sich unser Weg zwischen steinbesäten Fluren dem l. zur Kammhöhe emporstrebenden Gebirgsneudorf zu, das wir r. bei einer Schleiferei, l. bei Haus Nr. 133 betreten. Auf dem Waldwege von Gebirgsneudorf her bemerkten wir l. Pfosten ~E~/₂₆, 6, 7, ~C~/₃, r. Pfosten 7, 3, 8 und Stein 41.
(4 ~km~) +Gebirgsneudorf+, 700 ~m~, 1788 E., langgestreckter Ort mit Spielwarenindustrie. Bestes Gasthaus am untersten Dorfende »Zum grünen Baum«. (S. Berlet, Erzg.-Wegweiser R. VII a.)
+Seitentour+: +Nach Katharinaberg und zurück.+ Hinter dem »Grünen Baum« am Berg empor zum Kaiser Franz Josef-Aussichtsturm, herab in die altertümliche Bergstadt Katharinaberg (Hotel Kronprinz Rudolf, einfach, aber gut) (s. Berlet, Erzg. R. VII a) und nun auf derselben Straße bei genanntem Turme vorbei in südöstlicher Richtung (l. immer schöne Aussicht auf Gebirgsneudorf und Einsiedl) in 1 Stunde an das obere Ende von Gebirgsneudorf und nach Nickelsdorf, wo wir beim Hause Nr. 19 (Rasierstube) auf den Kammweg treffen und uns nach r. wenden.
Unternimmt man die vorgenannte Seitentour nicht, so steigt man l. durch Gebirgsneudorf empor, r. Kirche, Ferd. Grumptmann, Gasthaus und Fleischerei, weiter oben Spar- und Vorschußkasse; l. Ferd. Neubauers Gasthaus, Schule, Gasthaus zur Linde, Postamt und schließlich (l.) Haus Nr. 125. Hier gegenüber verlassen wir den Ort, auf schmalem Steige durch die Wiesen, in 150 Schritten erreichen wir an der Straße Haus Nr. 19 in Nickelsdorf mit Rasierstube.
(5 ~km~) +Nickelsdorf+ (755 ~m~), 500 E. Der östliche Teil des Ortes liegt unmittelbar auf der Kammlinie (Wasserscheide der böhmischen und sächsischen Gewässer). Dort befinden sich auch die zwei Gasthäuser des Ortes »Zur Gebirgshöhe« und »Tropschuh's Gasthaus«. Von Nickelsdorf senkt sich das tief eingeschnittene Mariental mit dem Ruttenbache nach Obergeorgental (Eisenbahnstation) hinab (6 ~km~).
Die +Straße+ wendet sich dann r. gegen Katharinaberg hinab, wir aber schreiten l. auf einem Fahrwege zwischen den Häusern von Nickelsdorf (die Dorfstraße) geradeaus hindurch.
Vorher Blick r. auf den Kaiser Franz Josef-Aussichtsturm bei Katharinaberg und die kammthronenden Häuser von Kleinhan. Am Ende des Ortes schöner und umfassender Blick ins Schweinitztal mit den Ortschaften Gebirgsneudorf, Deutsch-Neudorf, Deutsch-Katharinaberg (beide letztgenannte in Sachsen).
Nun schlängelt sich unser Fahrweg durch Jungwald sanft hinab und wir betreten die nach Schloß Eisenberg führende Waldstraße, auf der wir l. mäßig ansteigend nach etwa 700 Schritten zum +Wildzaun+ (l. Pfosten 25) gelangen.
Schon nach wenigen Schritten nach Betreten dieser Straße schöner eigenartiger Rückblick auf die dichtgedrängten Giebel und Dächer von Nickelsdorf.
Am Wildzaun (Tor) verlassen wir die Straße und folgen dem nach r. abzweigenden Fahrwege immer etwa 790 ~m~ hoch am Wildzaune (l.) und am Fuße des (l.) +Adelsberges+ (901 ~m~) in nordwestlicher Richtung. Bald kommt man wieder durch einen Wildzaun (das Tor wieder schließen!); l. Grenzsteine 16/3 und 108 und Pfosten 37, r. Pfosten 6. Der Weg senkt sich etwas. Nach etwa 6 Min. von der Straße an Wegkreuzung. Wir bleiben weiter auf unserem +Wege+, der sich +nach l.+ wendet, während der querende Weg r. in eine gerade Schneise mit Blick auf eine ferne sächsische Ortschaft abfällt, l. aber zum Adelsberge ansteigt, wo nun in einiger Entfernung der erstbemerkte Wildzaun verläuft.
Nun folgen l. Stein 109, weiter l. Stein mit den Buchstaben ~U. L.~ und nach etwa 100 Schritten +neue Wegkreuzung+. R. ein Weg zurück und ein Weg (unser bisheriger) gerade aus. Wir steigen l. ziemlich steil gegen den Adelsberg hinauf.
Mit jedem Schritte wird die Aussicht (Rückblick) umfassender und zeigt schließlich folgendes prächtiges Bild: Ueber dem Walde im Vordergrunde geradeaus der Gebirgskamm mit den kammstehenden Häusern der Orte Nickelsdorf und Gebirgsneudorf, hinter ihnen der kahle, flurstreifige Wachhübel (765 ~m~), gerade dahinter aus dunklem Walde aufragend der eiserne Turm des 774 ~m~ hohen Haselsteines (erbaut vom Brüx-Oberleutensdorfer Erzgebirgsverein) und l. hinter diesem der 849 ~m~ hohe, flachgewölbte Wolkenhübel, über den uns der Kammweg von Göhren herübergeleitet hat, l. dahinter die schöne Kuppe des Schwarzen Berges und r. dahinter der dominierende, 956 ~m~ hohe Wieselstein, an dessen Südabhang die Strobnitz (853 ~m~) und der Ossegger Spitzberg (661 ~m~) zur Ebene absteigen. Hinter diesen schiebt sich noch die Koulisse des Mückenberges hervor, r. ragen das Elbe- und Mittelgebirge auf mit dem Donnersberge und seinen Trabanten. L. senkt sich das Schweinitztal mit den vorher genannten und anderen Ortschaften nach Sachsen hinein, wo in weiter Ferne die Bergstadt Sayda und westlich ein ferner Berg sich deutlich abheben. Näher im Norden ragt der Katharinaberg mit der gleichnamigen Stadt malerisch empor. Eine herrliche Ausschau!
Weitersteigend treten wir in den Hochwald ein und erreichen die Höhe von 900 ~m~. Unser Weg mündet bald auf eine von l. kommende Straße, die wir nach r. verfolgen. L. kleine Quelle, r. Steinbruch mit Holzhütte. Bald dahinter Weggabelung: die Straße wendet sich l. Wir schlagen den r. abzweigenden +Fahrweg+ zwischen Pfosten 34 und 35 ein.
Auf der Straße mit Tafel »Verbotener Weg« (l.) kann man zum Gipfel des +Bernsteins+ (921 ~m~) [südöstlich] gelangen, wenn man nach etwa 8 Min. l. einen Pürschsteig verfolgt (insgesamt 1,5 ~km~). Auf dem mächtigen, aber flachen Gipfel befinden sich einige Felsgruppen, deren höchste eine Triangulierungssäule trägt. Aussicht teilweise verwachsen.
Unser Weg steigt nun weiter noch ein wenig an und mündet in etwa 6 Min., wo der Wald sich lichtet, in einen von r. kommenden Hohlweg ein, gleichzeitig wendet er sich stark nach l. Wir kommen l. nahe an den Wildzaun und erreichen nun die höchste Erhebung der Kammwegstrecke im östlichen Erzgebirge mit 910 ~m~ Seehöhe, leider ohne Ausblick. Es folgt Jungwald. Von links kommt aus dem Wildzaun ein Fahrweg und dann eine breite Straße, die sich mit unserem Fahrweg vereinigt. R. Stein 23 und 112. Weg senkt sich. Austritt auf eine große Waldblöße, durch die sich lieblich und sanft ansteigend unser Weg hindurchschlängelt und schließlich nach r. umbiegt. L. Steine 111, 108, 42, 6; r. 1 (hier zweigt ein Fahrweg l. ab), 2, 3, 4, ⁴/₁, auf der Straße weiter und schon werden einige Häuser des Dorfes Ladung sichtbar, auf die wir zuwandern. Wir kommen zu dem 1. Hause Nr. 23. Die Straße führt l. in das Dorf Ladung, der Kammweg gerade aus, r. nahezu nördlich an dem Hause Nr. 23 vorbei.
(10 ~km~) +Ladung+ ist eines der höchstgelegenen Dörfer des Erzgebirges (911 ~m~) und zählt 28 Häuser mit 115 Einwohnern. Echtes Gebirgsdorf mit 2 einfachen Gasthäusern (das obere ist besser). Ladung hieß vor Zeiten Langendorf. Eine Zollstraße führte durch den Ort. Diese konnte aber zwischen Stolzenhan und Ladung wegen der überaus großen Steigung kein beladener Wagen befahren, die Ladung mußte über die steile Lehne heraufgetragen werden und konnte erst wieder »in der Ladung« auf den Wagen geladen und weiter befördert werden. Der Name Langendorf kam bald außer Gebrauch.
Vom Hause 23 führt uns eine neuerbaute Straße (Kammwegmarke und grünweiße Marke) unmittelbar in den Wald und ziemlich gerade abwärts. Eine lange Schneise mit herrlicher Aussicht auf waldige Höhen kreuzt rechtwinkelig, eine große Waldblöße wird durchschritten.
R. erhebt sich die 920 ~m~ hohe +Hübladung+ mit (r. vorne) den Felszacken des +Eduardsteines+.
Nach 1½ ~km~ von Ladung taucht vor uns das Forsthaus Nr. 23 auf, Austritt aus dem Walde und herrliche Ausschau.
Die Kammhöhen senken sich zum Natschungtale und bilden eine liebliche Mulde mit den zerstreuten Häusern von +Kleinhan+ und (12 ~km~) +Rudelsdorf+. Kammthronend (auf einem Seitenkamme) stehen Kirche und Schule von Kleinhan. Sie sind ein Denkmal Kaiser Josef II., welcher auf einer Erzgebirgsreise im J. 1766 auch hierher kam und auf Ersuchen der Bewohner von Kleinhan, Rudelsdorf und Ladung beide erbauen ließ. Die gesamte Kircheneinrichtung (auch Altar und Predigtstuhl) mit Ausnahme einiger Bänke stammt aus dem Kloster von Laun an der Eger, das Kaiser Josef neben andern überflüssigen Klöstern Oesterreichs aufhob und dessen Einrichtung er der Kirche zu Kleinhan überließ. Die Kleinhaner Kirche (848 ~m~) ist im oberen Flöhagebiet weithin sichtbar.
Vor dem 1. Hause (Forsthaus) Wegteilung, gerade aus nach Kleinhan, r. zum Eduardsteine 0,5 ~km~.
Der +Eduardstein+ (früher großer Stein genannt) ist eine romantische Felsengruppe auf dem Hübladung mit weiter Aussicht besonders gegen Sachsen bis in die Gegend von +Augustusburg+, aber auch bis zum Keil- und Fichtelberg hinauf gegen Westen. Er wurde vor etwa 20 Jahren zu Ehren des damaligen Obmannes des Görkauer Erzgebirgsvereines Eduard Täubner »Eduardstein« genannt. Er ist ein Granitfels, wie auch das ganze Bernsteinmassiv aus Granit besteht.
Als Kammweg führt vom Forsthause l. ein Sträßchen hinab zum Wegweiser an der Bezirksstraße Göttersdorf--Kleinhan. Ein meterhoher Grenzstein kündet uns, daß wir nun den Brüxer Bezirk verlassen. Wir schreiten nun l. die Straße gegen Neuhaus (Göttersdorf) hinab. L. ein kleiner Teich hart an der Straße, r. eine Mühle mit größerem Teiche, aber entfernter.
Die Straße macht nun eine scharfe Wendung nach r., tritt in den Wald ein und steigt langsam zur Wasserscheide an, auf der sie genau weiterführt. L. Pfosten 15 und 16. Bald aber unterfließt ein Bächlein die Straße von r. nach l. und nach 1½ ~km~ kommt von r. ein stärkerer Bach, der +Aubach+, und unterquert gleichfalls die Straße (799 ~m~), r. Tafel 20, Revier Neuhaus, l. Tafel 17, Revier Ladung. Hier biegt die Straße scharf nach l., wir verlassen sie und wenden uns dem scharf r. abzweigenden Sträßchen zu, das zuerst durch hohen Bestand, dann jungen Bestand sanft ansteigend (l. Pfosten ¹⁹/₂₁, r. ²⁰/₂₁) nach l. sich wendet, im hohen Bestand bald mit einem andern Fahrweg sich vereinigt und r. wendet (r. Abzweigung eines Fahrweges). Kammweg wendet sich im Jungbestand nach l. und übersetzt einen Wasserlauf der von l. kommt (Aubach). Von hier steigt das Waldsträßchen stark an bis zur Weggabelung, wo der Kammweg gerade aus als Fahrweg weiter geht, während sich das Waldsträßchen nach l. wendet. Bald ist ein Hauptschneisenkreuz erreicht, wo r. Pfosten 25 steht. Auf der r. abbiegenden Schneise weiter bis r. Pfosten 14 erreicht wird. Gegenüber bei Pfosten 16 wendet sich der Kammweg rechtwinkelig ab auf eine Nebenschneise bei Stein 224 vorbei, bald im Hochwald, der bis zur Bezirksstraße Göttersdorf--Kallich geht, wo der Kammweg auftrifft, unweit kl. Beerhübel an der Grenze der Forstreviere Neuhaus (Domaine Görkau) (nach Göttersdorf zu) und Ochsenstaller, r. Abteilung 16, l. Abteilung 15, bei Telegraphenstange 106. Zwischen Telegraphenstangen 115 und 116 an der scharfen Biegung nach l. ein Bildstock mit Bild des weißen Hirsches, r. Pfosten 16 und 17. Revier Ochsenstaller 18 grenzt mit Revier Kallich 22 r. und 21 l., weiter die Reviergrenzen Kallich 19/20, 23/22 und bei Telegraphenstange 145 die Reviergrenzen 18/19, 24/23. Wegweiser nach Gabrielahütten 1 Stunde und Göttersdorf 2 Stunden. Bei Telegraphenstange 183 das Gemeindeamt und Kirche, bei Telegraphenstange 199 Gasthaus zur Hoffnung, bei Telegraphenstange 200 Gasthaus zur Post, Gasthaus zur Einigkeit (Oberlehrer).
(19 ~km~) +Kallich+, 721 ~m~, 1012 E., liegt in einer weiten Mulde und gewährt mit den anstoßenden sächsischen Ortschaften Ober- und Nieder-Natschung und Rübenau einen imponierenden Anblick. Hat ein Emaillewerk und Spielwaren-Hausindustrie. Bei Kallich gibt es inmitten der Gneismassen Lager von Urkalk, woher der Name kommt.
Vom Gasthof zur Einigkeit, wo die kleine Straße nach Görkau abgeht, auf der Reitzenhainer Straße schwach ansteigend durch die Häuserreihe bis zum Hochwald (Revier Natschung, Pfosten 27). Ausblick nach Sachsen und den zunächst gelegenen Häusern von Ober-Natschung. Sofort nach Eintreten in den Wald l. ab und über Werkgraben, bei Weggabelung gerade aus (nicht r.) ansteigend, erst in hohem Bestand, dann im Jungholz über Wiese nach Heinrichsdorf an Gasthaus von Kosch vorbei. Auf der Dorfstraße abwärts in 5 Min. bis zur Natschungbrücke und 100 ~m~ hinter letztem Haus (Nr. 48) r. ab an den Waldrand (Revier Natschung, l. Pfosten 26, r. Pfosten 27). Nach etwa 200 ~m~ r. ab, etwa 200 ~m~, dann l. ab in Schneise, Revier Neuhaus; auf dieser zum Teil steil ansteigend nach Stein ~A~ (787,7 ~m~), wo Reviere 3/21 4/22 angrenzen, und weiter zum Wildzaune mit Tor und Treppe. R. ab nach Annasäule auf den Steinhübel. Im Wildpark erst Blöße l., dann Jungholz, sanft abwärts bei Pfosten 35 r. Blick auf den Alten Teich l. Noch 300 ~m~ durch hohen Bestand zum Zaun des +Forsthauses Neuhaus+ (25 ~km~). Durch Gehöft und Zaun l. hinab und 100 ~m~ unter der Zaunecke r. durch Unterholz über den Bach (Ablauf des neuen Teiches), von wo man steil aufwärts über Schneise und Waldweg zum Wildgattertor mit Treppe heraus auf den großen Fahrweg gelangt, der zunächst (ca. 400 ~m~) am Wildzaun entlang führt, dann l. abzweigt und von dem ab Fußsteig dann hinabführt in das Flößbachtal. Hier kreuzt man den Grundtalweg von Komotau nach Reitzenhain. (Es lohnt ein Abstecher nach (l.) der sog. Hölle (Felsschlucht mit Brücke über den herabstürzenden Bach. Hin- und Rückweg etwa 25 Min.)
Will man den nicht zu langen Rückweg von der Hölle aufwärts sparen, so kann man weiter hinab zum Assigbach gehen und entlang desselben auf der Straße hinaufsteigen nach Sebastiansberg; umsomehr zu empfehlen, da der Kammweg ziemlich viel verlorene Steigung enthält.
Der Kammweg führt nun über die Bachbrücke, dann hinauf in den Wald und wieder hinab zum Assigbach, wo zunächst Straße nach Reitzenhain (6 ~km~) getroffen wird, über eine Treppe zur Grundtalstraße bei der Brücke über kleinen Assigbach, Haulmühle, Görgmühle vorbei, unter der hohen Eisenbahnbrücke hindurch, etwa 1 ~km~ bis zur Bahnhofstraße, auf welcher man zur Stadt (31 ~km~) +Sebastiansberg+ gelangt.
5. Abschnitt.
Sebastiansberg--Keilberg (31 ~km~).
+Zugangswege+: Von +Sachsen+ und +Böhmen+ aus: Eisenbahnlinie Reitzenhain--Komotau mit Station Sebastiansberg.
Die Königl. Bergstadt +Sebastiansberg+ (841 ~m~, 1995 E.) liegt auf dem sog. Paßberg und wird daher im Volksmunde kurz »Baßberg« genannt. Sie wurde etwa in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegründet, als hier der Bergbau auf Silber und Kupfer aufgenommen wurde. Die Stadt ist in regelmäßigen Quadraten angelegt. Für Ausbeutung der großen Torflager ist seit 1898 eine Moorkulturstation hier eingerichtet worden und erhielt diese wie die Korbflechtschule im Jahre 1906 ein neues Gebäude. Gasthäuser: Löwe, Krone, Adler, städt. Rathaus.
Zur Eisenbahnstation auf der Bahnhofstraße in ½ Stunde. Auf dem Marktplatz steht eine Orientierungstafel des Erzgebirgs-Vereins Komotau. Die im Jahre 1906 angebrachte Markierung des +Kammweges+ führt am nordwestlichen Ende des Marktes bei Wohlfahrts Gastwirtschaft die Straße hinaus und es beginnt am letzten Haus (Nr. 184) eine breite Trift mit einseitiger Baumreihe.
Im Rückblick unterhalb der Stadt Sebastiansberg der Bahnhof Krima-Neudorf und die Komotauer Gegend, nach vorwärts Reischberg und Aschberg, während r. der Hirtstein und andere Höhenpunkte Sachsens sichtbar werden.
Hinter der in 20 Min. erreichten Brücke über den großen Assigbach wird der Weg schmäler, nähert sich dem bis an die Reitzenhainer Heerstraße sich erstreckenden Moorlager und steigt anfangs stärker an. Bei zwei Weggabelungen hält man sich l., ebenso auf der Ulmbach-Preßnitzer Straße, welche in etwa 1 Stunde erreicht wird. Diese Straße wendet sich von Pfosten schwarz 7, rot 2 ziemlich scharf westlich und erreicht an der Grenze des Revieres Ulmbach 9 und mit der Domäne Preßnitz (Revier Sonnenberg 43) die Landesgrenze, gekennzeichnet durch den Hauptstein VII K. Böhmen/K. Sachsen. Die Straße folgt auf eine längere Strecke der Landes- bezw. Reichsgrenze, welche auch noch zwei alte Grenzsteine mit böhmischer Königskrone und sächsischem Kurschwert bezeichnen, steigt wieder an und erreicht an der Grenze der Bezirkshauptmannschaften Komotau und Kaaden (10 ~km~ von Sebastiansberg) bei Pfosten Domäne Preßnitz (Revier Sonnenberg 44) die mit Stationssteinen versehene Waldstraße (4,984 ~km~ von dem später zu erwähnenden Nullpunkt nach Preßnitz zu). R. bietet sich zeitweise ein Ausblick nach Sachsen, nach dem Hirtstein, Zöblitz und in die Marienberger Gegend. Bei ~km~ 4,2 wendet sich die Landesgrenze von der Straße ab; bei ~km~ 3,7, wo die Straße einen scharfen Knick nach l. macht, trifft von r. ein Hauptflügel auf, welcher direkt auf den sächsischen Ort Satzung zuführt.
Die Waldstraße bietet bei ~km~ 2,0 einen Ausblick nach r. in das obere Preßnitztal, führt abwechselnd durch niederen und hohen Bestand, bis bei ~km~ 0,9 der Wald endet und sich eine freie Aussicht nach dem wenige hundert Meter entfernten Forsthaus und darüber nach Preßnitz, dann Reischberg, Kupferhübl, Spitzberg sowie Keilberg öffnet. Man gelangt an dem Forsthaus vorbei, hinab in das Tal der Preßnitz an das Mauthaus (~W~). Hier mündet die bisher verfolgte Ulmbacher Waldstraße (als Nullpunkt) ein in die von Preßnitz nach Christofhammer führende Kleinstraße. An dem Mauthaus steht für diese Straße der Kilometerstein 1,3. Von ~km~ 1,0 bis 0,4 zeigt sich im Rückblick das Massiv des hohen +Haßberges+ (990 ~m~).
Nachdem man den Preßnitzbach überschritten hat, gelangt man (oberhalb der Straße vom Mauthaus) an das Waldschlößl (~W~), von wo aus die von Sorgenthal, Jöhstadt, Pleil kommende Hauptstraße (~km~ 1,486) als Kammweg (13,0 ~km~) zur Stadt +Preßnitz+ hereinleitet.
Als +Seitentouren+ lohnender Art können in Vorschlag kommen: Von Sebastiansberg über Ulmbach nach Satzung mit dem +Hirtstein+, eine hochinteressante Basalt-Quellkuppe. Von Sebastiansberg über Neudorf, Zollhaus, Hohentanne und Platz (kleinste Stadt Böhmens mit nur 401 Einwohner) zur +Ruine Hassenstein+ 9 ~km~, [ = blau/weiß ] markiert. Von Preßnitz auf dem Kammweg bis zum Mauthaus, dann die Straße links weiter nach Pleil und Sorgenthal, dicht an der Reichsgrenze. Es ist der Besuch von +Jöhstadt+, ja von +Annaberg+ leicht zu ermöglichen, weil man mit der Eisenbahn über +Weipert+, das wohl auch eines Besuches wert ist, nach Schmiedeberg (Station oder Haltestelle) schnell zurückgelangen kann, um am Spitzberg vorbei wieder nach Preßnitz zu kommen, falls man es nicht vorziehen sollte bis Kupferberg zu fahren und hier wieder die Kammwanderung fortzusetzen.
Die Stadt +Preßnitz+ (727 ~m~, etwa 4000 E.) ist weitbekannt durch die von hier aus die Welt durchziehenden Musikkapellen, die sich seit 100 Jahren gebildet haben, nachdem der Bergbau im 18. Jahrhundert zum Erliegen gekommen war, Spitzen-Fabrikation und Handel mit Posamenten nur wenig Erlös abwarf. Am viereckigen und mit Anpflanzungen versehenen Marktplatz das herrschaftliche Amtshaus und gegenüber die 1906 installierte Bezirkshauptmannschaft. Gasthöfe: Hotel Roß, Herrenhaus.
Vom Marktplatz am Herrenhaus vorüber und zur Kaadner Straße hinaus gelangt man an die Friedhofskapelle (0 ~km~), wo links die Straße zum Bahnhof Preßnitz-Reischdorf abzweigt, während der Kammweg auf der Straße nach Dörnsdorf (Kupferberg) noch 0,8 ~km~ weiter läuft. Sofort nach Ueberschreitung der Hammerlebachbrücke zweigt der Kammweg zunächst als Fußsteig r. ab, setzt sich dann oberhalb Dörnsdorf als Fahrweg fort und führt bei den obersten Häusern von Köstelwald vorbei zu einem sehr schmalen Eisenbahn-Durchlaß, durch welchen man unter der Eisenbahn hinweg bald zu einer Kapelle und, am Fuße des Kupferhübels entlang, (18 ~km~) zur Stadt +Kupferberg+ (841 ~m~, 1101 E.) gelangt. Gasthöfe: Hotel Deutsches Haus, Sonne, Städtisches Rathaus; Wirtschaften: Touristenheim zur Krone, Stadtpark.