Part 2
Um unsere Kammwegwanderung fortzusetzen, schreiten wir auf der von Jungferndorf durch +Nollendorf+ führenden Straße durch diesen Ort bis zur hochstehenden Kirche. Ueberraschend schöne Aussicht nach Süden. Gehen wir aber der Friedhofmauer, welche die Kirche einschließt, entlang und dann auf einem Feldwege etwa 8 Min. gegen Osten bis auf die Höhe des +Nollendorfer Berges+ (701 ~m~), so gestaltet sich dieselbe noch entzückender. Der Kammweg aber zweigt von der Straße r. gegenüber der Kirche als schmaler Fahrweg gegen Westen ab. Wegweiser Nr. 729, mit der Kammarke läuft von hier etwa 1000 Schritte eine blaugelbe Marke (nach Tellnitz). Mäßig ansteigend gelangen wir auf dem baumlosen Kamme mit schöner Aussicht in das Pockautal, aus dessen Hintergrund Aussig, beschirmt von der düstern Burgruine Schreckenstein, heraufschaut, und über drei Feldweg-Kreuzungen zu einem Steinkreuze mit grünem Holzgitter, wo sich unser Weg nach r. wendet. Die blaugelbe Markierung führt ins Tal. Nun r. auf das oberste Haus zu, durch dessen Hof (zwischen Haus und Scheune) der Kammweg führt. Dann l. zum Wegweiser Nr. 731 und 732 und dessen blaugelbblauer Marke außer der Kammarke nach (gegen Streckenwald) r. an der Rückseite eines großen Gehöftes in nahezu nordwestlicher Richtung den Fahrweg weiter. R. erstreckt sich die freie Hochfläche des +Kaibler+ (722 ~m~), über welche in einiger Entfernung die eschenbesäumten Straßen nach Schönwald und Peterswald führen, l. ragt die waldesdunkle +Hornkappe+ (665 ~m~) empor, ein walderfülltes Seitental senkt sich hinunter zum tiefen Tellnitzer Grund und jenseits strebt der 792 ~m~ hohe Zechberg empor. Vor uns über dem Walde in der Entfernung von 4 ~km~ erscheint unser nächstes Ziel, der Ort Streckenwald mit dem schlanken Türmchen seines Kirchleins. Fast 2 ~km~ geradeaus geht es auf der herrlichen Höhe bis zum Waldrande mit dem Stein 108. Nun wenden wir uns l. an demselben abwärts, dann in den Wald hinein. Es folgen die Steine: 109, 110, 111, 39, 40, 41, 42, 43 (dann kommt ein Weg l. herab). Unser Weg schlängelt sich zuletzt, Stein 45, und wir sind in einer etwa 100 ~m~ tiefen Einsenkung des Kammes angekommen, durch die eine Straße von Tellnitz nach Schönwald, der sog. Schießhausweg, führt. Wir queren diese und ein Wässerlein. Unser Fahrweg führt nun teils durch Wald, teils an Feldern und Wiesen vorbei. Es folgt Stein 46, Pfosten 24, (ein Weg kommt von r.) r. kleine Sandgrube, Stein 278, Weg windet sich stark nach l., Stein 277, r. etwa 5 ~km~ entfernt im Norden der spitze Sattelberg (719 ~m~), l. Tellnitztal. Bei Stein 275 wieder Wendung nach r., (zwei Wegabzweigungen nach l.) r. halten, Stein 270, Weg steigt wieder an, Stein 269, (Wegabzweigung l.) r. halten. Austritt aus dem Walde. Freie Fluren. Weiter Ausblick nach Sachsen. Schloß Schönwald, Orte Breitenau, Liebenau u. a., r. zwei einzelne Wäldchen (aus dem Walde l. kommt ein Weg). Es folgen nun viele Wegkreuzungen, da meist auf jedes Feld ein Weg abzweigt. Wir müssen nun so ziemlich unsere gerade Richtung nach Westen einhalten und bald erscheint Dorf Streckenwald, bei dessen Kirchlein wir die nach Adolfsgrün führende Straße betreten, die rechtwinklig zu unserem bisherigen Wege nach Süden führt, r. das letzte Haus des Ortes Gasthaus.
(5½ ~km~) +Streckenwald+ (753 ~m~ -- 508 E.) Die Bewohner treiben mannigfachen Handel, besonders mit Borstenvieh, und sind als rührige Geschäftsleute weit bekannt. Die kleine freundliche Kirche ist im Jahre 1901 erbaut. An ihr Gedenktafel: »Zu Ehren Sr. königl. Hoheit Prinz Max, welcher am 14. September 1902 zur Kirchweihe die Festrede abhielt. Gewidmet von Karl Watzke.« (Berlet, Erzg. R. II c).
Auf der genannten Straße fast eben in 20 Min. nach Adolfsgrün. R. vorher Friedhof am Waldesrand.
(7 ~km~) +Adolfsgrün+ (747 ~m~ -- 40 E.) wurde erst vor etwa 60 Jahren gegründet. L. Gasthaus »Zur Waldesruh«, r. »Stadt Dresden«.
Nun die Straße geradeaus aus dem Orte hinaus und weiter. Die Straße senkt sich in eine sanfte Mulde (Kammlinie läuft südlich), deren Rinnsal ins Müglitztal ausmündet. Ein weiter Blick nach Sachsen erschließt sich. Markant hebt sich der Geisingberg mit Turm ab, an dessen l. Abhang lehnt die Stadt Altenberg. Nach 1 ~km~ übersetzt die Straße das vorgenannte Bächlein. Zwischen dem 9. und 10. Baum jenseits verlassen wir die Straße und folgen in fast südlicher Richtung einem mäßig der Kammhöhe zustrebenden Fahrwege über zwei Wegkreuzungen, geradeaus auf das steinerne Kreuz zu, errichtet von Anna Patzelt am 14. Juli 1905, weiter auf zwei neuerliche Kreuze, die »Ritschelkreuze« (765 ~m~), zu. Genau auf der Kammlinie, weite Ausschau: vor uns Ebersdorf, der Mückenberg, r. davon ein mächtiges Stück des Kammes mit dem Vorder-Zinnwalder Kahlenberg, dem »Toten Kinde« und dem Kahlenberg i. S. ganz r. L. merkwürdige Terrain-Erscheinung: der Gebirgskamm schiebt zwei Berge nach Südosten, die höher als er sind: +Zechberg+ und +Schauplatz+ (beide 792 ~m~).
Bei diesen Kreuzen mündet ein Weg von l. in unsern ein, wir gehen nach r., neuerliche Abzweigung, wieder r. halten und in wenigen Schritten treten wir in (9 ~km~) +Ebersdorf+ ein, l. Kaufmann Hermann Merl Nr. 222, r. Josef Kohlschütter, Schneider. Wir wenden uns r. auf die Dorfstraße, gehen nur bis zum nächsten (r.) Hause Nr. 137. Diesem gegenüber schreiten wir l. vor einem neugebauten feuerfesten Hause mit Pappdach und zwei Blitzableitern auf einem Feldwege hinaus aus dem Orte gegen Westen. Der Kammweg durchquert also nur den Ort im oberen Ortsteile, sog. Oberdorf, der eine ausgesprochene Längsrichtung hat. Ebersdorf (753 ~m~, 984 E.) ist eine alte Ansiedlung mit dem ursprünglichen Namen Eberhardsdorf. (Berlet, Erzg. R. II c).
Wenn wir bei genanntem Hause hinaustreten, queren wir sogleich einen Pfad, der parallel mit dem Dorfe läuft. Außerdem führen zwei Wege hinaus, wir folgen dem etwas nach r. führenden. Nach 80 Schritten wieder Wegteilung, wir gehen r. auf dem verrasten Wege weiter. Nach 300 Schritten Wegkreuzung, wir müssen geradeaus. Von r. münden nun wiederholt aus dem Dorfe kommende Feldwege ein. Wir gehen immer in unserer Richtung weiter und auf das im freien Felde stehende eiserne Kreuz mit zwei Bäumen und Umzäunung (errichtet von Zechel »Schenkerkreuz«) zu.
Bei klarem Wetter ist nun ein Verirren unmöglich, da man vor sich den Mückenberg als Wanderziel sieht; bei Nebel aber Achtung! Vom Kreuze weder r. noch l., sondern geradeaus, es folgen mehrere Wegkreuzungen, wir immer in der gleichen Richtung weiter, l. Ausblick durch die Dachsenschlucht auf den Teplitzer Schloßberg; der Weg senkt sich und an seiner tiefsten Stelle steht ein neuerliches Kreuz, Goldammerkreuz, 724 ~m~, 1867, und Wegweiser Nr. 126 und 127, dem wir zum Mückenberg hinauf folgen, noch 10 Min. bergan.
Freundlich blickt das in Holz gekleidete und im Schweizerstil erbaute (12 ~km~) +Mückentürmchen+ aus dem Waldesgrün hernieder und zierlich schlängelt sich der Pfad des Kammweges zu ihm hinauf an Halden und Bingen, Zeugen des einstigen Bergsegens, vorbei. Der Mückenturm, ein vortrefflich bewirtschaftetes Unterkunftshaus, hat mehrere Restaurationsräume, eine größere Anzahl von Fremdenzimmern und dürfte zu einem wichtigen Ruhepunkt für Kammwegwanderer werden. (Berlet, Erzg. R. II c).
Von Tissa bis hierher besteht die Hauptmasse des Erzgebirges aus Urgestein u. zw. Gneis, Glimmerschiefer und Tonschiefer. Der Mückenberg gehört bereits einem Porphyrstocke an, der zwischen Graupen und Niklasberg den Gebirgsrücken durchquert.
Wir steigen nun westlich vom Mückentürmchen hinunter an der St. Wolfgangskapelle mit Holzkanzel im Freien vorbei und übersetzen die von Voitsdorf nach Graupen führende Straße, r. Zollamt. Wegweiser (über Siebengiebel etc., auf dem Bierwege nach V.-Zinnwald). Der hier bezeichneten, ganz ebenen Straße folgen wir etwa 8 Min. bis zum Forsthause mit Wegweiser (676). Vor diesem r. auf schmalem Fahrwege = Bierweg mit blauer Kammarke und blaugelber Marke in den Wald hinein und immer in nordwestlicher Richtung auf dem ebenen, bewaldeten, teils moorigen Kamme nahezu 3 ~km~ fort, dann Austritt aus dem Walde. Auf diesem Wege anfangs zwei Wegteilungen, wir immer l., Rückblick auf den Mückenberg, vorbei an Stein 842, Stein mit Nr. 12, 13, 14, 27, Stein 13, 14, 15, 29, dann Wegkreuzung und bei Stein 15, 31, 13, gerade Schneise, welche wir beide kreuzen. Weg senkt sich, über Wegkreuzung geradeaus, l. Pflanzgarten, dann durch den Wildzaun. Hier Wegteilung, wir r. abwärts auf den inmitten der Wiesen stehenden Wegweiser 299 und 300 zu. Hier verlassen wir die blaugelbe Marke (Achtung), wenden uns scharf nach l. auf die Häuser von (16 ~km~) +Vorder-Zinnwald+ zu. Erst treffen wir l. ein Holzkreuz, r. ein Haus mit 5 kleinen Ebereschen. Man sieht gerade vor sich den Kammweg den Berg hinansteigen. In 6 Min. vom Wegweiser quert er ein nach Süden führendes Sträßchen und führt zwischen zwei Häusern in der bisherigen Richtung hinauf. Das l. Haus ist ein altes Gebäude mit drei alten Bäumen. Auf der Höhe wendet sich unser Weg scharf nach r. und gewährt eine überraschend schöne Aussicht auf die vorher zurückgelegte Kammwegstrecke sowie weite Fernsicht nach Sachsen, infolgedessen »Dresdner Aussicht« genannt. L. läuft eine Steinmauer, erst näher, dann sich entfernend, wir gerade aus fort nach Norden bis auf die von Vorder-Zinnwald nach Hinter-Zinnwald führende Straße (r. letztes Haus von Vorder-Zinnwald), die wir nach l. (Westen) hinansteigen und auf der wir in ½ Stunde die Bergstadt (20½ ~km~) +Hinter-Zinnwald+ (816 ~m~, 1118 E.) erreichen. L. die braun-weiße Schule und die Kirche, r. Haus des Franz Hönig. Nach diesem verlassen wir die Straße und schreiten r. abwärts auf das Pochwerk Moritzhütte zu. Wir steigen nun an der Landesgrenze (in Sachsen!), l. Steine 44, 41, einen Hohlweg hinan, auf das Gasthaus »Zum Bergmanns-Gruß« an der Straße zu, die von Sachsen nach Böhmen führt. Hinter-Zinnwald, (Berlet, Erzg. R. III.)
+Seitentour+: +Hinter-Zinnwald+--+Altenberg+--+Geisingberg+-- +Geising+--+Wettinhöhe+--+Hinter-Zinnwald+. Von Hinter-Zinnwald über die Grenze in das anschließende Sächs.-Zinnwald und auf der beim Gasthofe »Zum sächsischen Reiter« l. abzweigenden Straße in dreieinhalb ~km~ nach +Altenberg+ (Berlet, Erzg. R. II d), Stadt mit 1750 E., hierauf in 35 Min. auf den 823 ~m~ hohen +Geisingberg+ (Basaltkuppe) mit 17 ~m~ hohem Aussichtsturm und schöner Aussicht. Hierauf Abstieg auf markiertem Wege nach (3 ~km~) +Geising+. Stadt mit 1240 E. (Berlet, Erzg R. II c). Von hier auf die +Wettinhöhe+ (zweieinhalb ~km~) mit 15 ~m~ hohem eisernen Turm (zur Wettinfeier 1888 errichtet). Nun Abstieg nach Westen und entlang des Aschergrabens (altangelegter Graben für die Pochwerke in Altenberg) nach Zinnwald dreieinhalb ~km~, zusammen 15 ~km~.
Auf der vorgenannten Straße nach r. (Norden), r. Gasthof zur Biliner Bierhalle. Nach wenigen Schritten Wegweiser Nr. 603 (nach Niklasberg und Neustadt), diesem nach auf die nach l. aufwärtsführende Straße bei (l.) Kaufmann Wenzel Renner, steinernes Kreuz, Annaschacht, Gasthof zur Linde, (r.) Gnade Gottes-Zeche, Steinbruch, große Halden vorbei. R. in geringer Entfernung die Landesgrenze, darüber ganz nahe die Häuser von Sächs.-Zinnwald. Die Straße macht zwei große Kehren und erreicht die freie Höhe. R. schaut gewaltig der Geisingberg herüber und die zwei Häuserreihen des etwa 10 Min. entfernten Ortes Neu-Georgenfeld kehren dem Böhmerlande alle ihre Giebel zu, was uns nicht Wunder nimmt, sind es doch die Anwesen der im Jahre 1728 von Hinter- und Vorder-Zinnwald vertriebenen 777 glaubenstreuen Evangelischen. Bald erblicken wir auch r. aus dem Walde aufragend den felsigen +Lugstein+, der in Sachsen befindlich, eine schöne Aussicht sowohl nach Sachsen wie nach Böhmen bietet. Immer auf der Straße weiterwandernd, treten wir bald (22 ~km~) in den dichten Wald ein, der uns nun 4 ~km~ lang begleitet. Eine reizende Waldwanderung in nahezu 900 ~m~ Höhe und traulicher Einsamkeit. Oft kann man hier stattliches Hochwild erblicken. Die Kammlinie läuft l. von uns über den flachgewölbten, mächtigen +Bornhau+ (911 ~m~), von dem zahlreiche Wässerlein dem Tale der Weißeritz bei Rehefeld-Zaunhaus zueilen. Anfangs schöner Rückblick auf Zinnwald, dann r. hinter uns der Kahlenberg i. S. und auf freier Höhe die fernen Häuser von Schellerhau. Wir dürfen nie von unserer Straße abweichen, auch nicht in der Senkung, in welcher bei einer Holzhauerhütte r. eine Straße nach Kalkofen abzweigt. Nachher l. Stein ~D~/6, eingezäunte Waldwiese, Stein 2/1 und 6/3, r. Blick ins Rehefelder Tal. Beim Stein ~b~/1 gelangen wir nun durch den Wildzaun, wo r. ein Fahrweg abzweigt. Wir auf der Straße weiter, am (l.) Wildzaun entlang bis zum Austritt aus dem Walde. Hier kommen von l. zwei Straßen: eine aus dem Wildgatter herab, das sich nun nach l. wendet, die zweite längs desselben, l. beim Tor Stein ~FB~; r. Wegweiser (nach Zinnwald 5,6 ~km~, nach Niklasberg 2 ~km~), l. geht außerdem ein Fahrweg hinab. Unsere Straße wendet sich ziemlich scharf nach r., l. Blick auf den Stürmer, gerade vor uns die Häuser von Neustadt, r. Bahnhof Moldau mit dem Polterberge, l. steht das »Rote Kreuz«. Wenn man vor dieses einige Schritte vorgeht, schöne Aussicht nach Böhmen: im Vordergrunde die große Eisenbahnbrücke, dahinter der Biliner Borschen und die südöstlichen Kegelberge des Mittelgebirges, mächtig erscheint r. neben ersterem der Schladniger. Beim roten Kreuze senkt sich steil ein Weg hinab nach Niklasberg. Nach einigen Schritten auf unserer Straße l. Wegweiser (derzeit unleserlich), wo l. die Straße nach Niklasberg und Neustadt, r. nach Kalkofen nördlich führt, welch letztere wir 50 Schritte benützen. Hier zweigt dann l. (Achtung!) ein Fahrweg ab, der durch Wiesen zum nahen (3 Min.) Walde emporleitet. Diesem folgen wir. L. erscheint der Donnersberg, vor ihm viel näher das hölzerne Aussichtsgerüst auf dem Warteck bei Niklasberg, hinter uns der Bornhau. Am Waldrande nun, weder l. noch r., sondern geradeaus in den Wald hinein und gerade weiter, wir überschreiten den ebenen +Keilberg+, 829 ~m~. Nach 7--8 Min. Austritt aus dem Walde, Weg senkt sich, vor uns Neustadt, dahinter schaut über den Wald der hohe Wieselstein. Weiter unten kommt von r. hinten ein Weg. Herrlicher Blick: l. vom Donnersberg erscheint der Lobosch bei Lobositz, dahinter der Georgsberg bei Raudnitz, l. unten im Tale das alte Bergstädtchen Niklasberg, r. und l. das Geleise der Strecke Brüx--Moldau und wir schreiten über den Tunnel weg. Der Wald tritt r. zurück und läßt uns ganz nah die Station Neustadt und l. oben am Waldrande das Forsthaus erblicken. R. am Waldessaume großer Stein 105. Weg steigt wieder an, am Waldesrande l. die Steine 121 und 123. Auf der Höhe erblickt man nun die Straße, auf welcher der Kammweg r. nach (28 ~km~) +Neustadt+ führt, zu der wir deshalb hinabschreiten. L. Wegweiser 153 »Ueber das Hohe nach Niklasberg«. Nach 6 Min. betreten wir beim Hause Nr. 11 des Wenzel Preißler, Holz- und Kohlenhandlung, das kammthronende Dorf, 826 ~m~, 305 E. (G. Biliner Bierhalle, beim Wolf.) Am Nordende des Ortes bezeichnet eine Tafel das Haus, in dem Kaiser Josef 1779 Mittagsrast hielt.
Wenige Schritte nach dem Hause Nr. 11 erblickt man die erste Ueberbrückung der wilden Weißeritz, die r. neben der Straße hinuntereilt. (Berlet, Erzg. R. IV.)
+Seitentouren+: ~a~) +Neustadt+--+Stürmer+--+Neustadt+. Vom Wegweiser an der Weißeritzbrücke Nr. 59--61 einige Schritte l. am Hause Wegtafel: Zum Stürmer, 1 ~km~, rotweiße Zeichen. Der Weg steigt an, anfangs zwischen einigen Häusern, später durch Wiesen. Auf der freien Höhe l. schöner Blick auf das Mückentürmchen, vor uns weit ins Böhmerland hinein. Weiter und wenige Schritte in den Wald hinein. Hier Wegweiser, der aber nach jedem Winter umgefahren ist. Der bisherige Weg senkt sich stark, wir l. horizontal zur nahen, jedoch baufälligen Schutzhütte. Schöne Aussicht, insbesondere auf (r.) die Strobnitz (853 ~m~), vor der einige Gründe tief in das Gebirge einschneiden. Der hinter der Schutzhütte befindliche Gipfel ist mit Hochwald verwachsen, dieser aber seit neuerer Zeit verbrochen. Besuch desselben derzeit nicht lohnend. Auf demselben Wege wieder zurück nach Neustadt.
~b~) +Neustadt+--+Rehefeld+--+Moldau+--+Muldenquelle+--+Neustadt+. Von Neustadt zur Station Neustadt über das Geleise auf blauweiß markiertem Wege zum Forsthause Kalkofen. Von hier l. im Tale der wilden Weißeritz abwärts nach +Zaunhaus-Rehefeld+ mit königl. sächs. Jagdschloß, 1869 erbaut. (Berlet, Erzg. R. IV). Von hier westlich den sog. Bierweg hinauf zur Hermsdorfer Straße und auf dieser l. nach +Station Moldau+ (791 ~m~), Gasthaus zum Fischerhaus, Stern etc. Dorf Moldau ist 3 ~km~ entfernt. Nun auf der südlich nach Neustadt führenden Straße bis zur ersten Schneise r., diese, obwohl Verbotstafel, ruhig wenige Minuten bis zur Wiese r., an deren l. Seite nahe dem unteren Ende etwa 40 Schritte von der Straße die +Muldenquelle+ mit einfacher Holzfassung zu suchen ist. Hierauf mit Rücksicht auf das Verbot zurück zur Straße und auf dieser mit schöner Ausschau nach Osten am (r.) Torfwerke vorbei nach Neustadt (zusammen 13 ~km~).
3. Abschnitt.
Neustadt--Einsiedl (24 ~km~).
+Zugangswege+: ~a~) von +Böhmen+ aus: 1. Bahnlinie Prag--Brüx--Moldau: Station Neustadt. 2. Elektrische Bahn Teplitz--Eichwald mit Benützung der unter 1 genannten Strecke. ~b~) von +Sachsen+: Linie Freiberg--Moldau mit Anschluß nach Neustadt.
Wir folgen der Tafel 60: Nach Willersdorf, Fleyh etc. des Wegweisers Nr. 59--61 bei der Weißeritzbrücke und schreiten auf schmalem Sträßchen in südwestlicher Richtung zum Orte hinaus, r. Häuser Nr. 36 und 35, l. zweigt ein Weg zum letzten Hause des Dorfes ab. Schöner Rückblick! R. anfangs Wald, l. immer freie Flur und Steine 198--204. Wiederholt tauchen im Süden die Gipfel des Mittelgebirges auf. Nach 1½ ~km~ treten wir in den Wald ein, r. knorrige Ulme und Stein 261, l. Stein 240 (3 ~m~ abseits). Unsere Straße wendet sich erst etwas nach r., bald aber führt sie 1 ~km~ schnurgerade dahin, bis sie endlich scharf nach r. umbiegt und in einen wohl breiten, aber verrasten Waldweg übergeht. Bei der Biegung Pfosten IV, 6 und weiterhin entlang des ganzen Weges (2 ~km~) die Steine 375--344. Dann Austritt in die freie Flur von Willersdorf, dessen freundliche Häuser wir schon einige Zeit vorher erblickten.
(5 ~km~) +Willersdorf+, früher Wilhardsdorf, meist Neudörfl genannt, zählt 52 Häuser und liegt im Hochtale des Fleyhbaches (Flöha). Gasthaus des Paul Meyer.
Beim Eintritte in den Ort, Wegweiser 150, an einer Mühle vorbei bis zum etwas abseitsstehenden (r.) Hause Nr. 8 des Alwin Mayer, Fleischer. Hier über die Brücke auf das l. Ufer der Fleyh. L. Wegweiser 229 nach Neustadt und wir schreiten auf der Straße bei Wegweiser 225 und 226 abwärts. R. Gasthaus und Fleischerei des Paul Mayer. Bald über die Steinbrücke wieder auf das r. Ufer des Baches und die Dorfstraße hinab bis zur Wegteilung mit steinernem Kreuze (~H. E.~ 1809) und Wegweiser 305 (n. Fleyh). Hier folgen wir dem Fahrweg links geradeaus, während nach r. ein Weg abzweigt, kommen an den Steinen 167--154 vorbei bald in den Wald und gerade aus, weder r., noch l., weiter, nach wenigen Minuten wieder freie Flur, liebliche Mulde mit dem Kirchorte Fleyh. R. stehen später 2 Kreuze mit Wegweiser 151, 152, weil Weg r. von Grünwald einmündet. Wir bemerken zahlreiche Granitblöcke, wir sind ins Granitgebiet eingetreten. Bald nachher über die Brücke des Motzdorfer Baches und in den Ort hinein.
(8 ~km~) +Fleyh+ (729 ~m~, 490 E.) hat eine im Jahre 1653 erbaute hölzerne Kirche, die Bewohner beschäftigen sich meist mit Viehzucht, Ackerbau, Holzarbeit und Handel (6 Sägemühlen). Gasthaus zur Sonne und Touristenhotel zur Mühle. Forellen-Schmaus! (Berlet, Erzg. R. IV.)
Beim Touristenhotel zur Mühle vorbei über die Fleyhbrücke (l.) mit Wegweiser 194, 195 r. die Straße den Bach entlang 2 ~km~ abwärts, bis die Straße eine scharfe Wendung nach r. macht. Wir folgen dem Wegweiser über Göhren nach Johnsdorf, indem wir l. durch den Wildzaun treten und die sogenannte Flösselstraße emporsteigen und uns immer entlang der Telephonleitung halten. R. der Geiersberg. Nach 1½ ~km~ kreuzt eine fast 5 ~km~ lange, ganz gerade Schneise mit Waldstraße unsern Weg, an deren nördlichem Ende das Jagdschloß Lichtenwald, am südlichen Ende das Forsthaus Georgshöhe erscheint (Wunderbare Perspektive). L. Wegweiser 911 (?) oder 811, nicht leserlich. Nun in der bisherigen Richtung weiter (l. Telephonstange 236). Bald zweigt r. rechtwinklig eine Straße ab, wir geradeaus. Es geht fast 4 ~km~ im herrlichen Hochwalde eben dahin. Auf einer Waldblöße wird l. der Wieselstein (956 ~m~) und der Schwarze Berg (888 ~m~) sichtbar. Hierauf kommen wir durch das stattliche Tor des Tiergartens hinaus, der Wildzaun verläßt uns gleich dahinter. L. führt eine Straße in den Rauschengrund, mit ihr die Telephonleitung, wir geradeaus fort. Es folgt Wegweiser r. nach Rauschenbach und in 2 Min. r. der (16 ~km~) +Schwarze Teich+ (801 ~m~) in stiller Waldeinsamkeit auf dem Kamme. L. fällt das Terrain schroff zum genannten Grunde ab. Gleich hinter dem Teiche Wegweiser nach Bad Einsiedl, wir aber folgen unserer Straße, die einen scharfen Bogen nach l. macht, und kommen in 15 Min. aus dem Walde, wo r. das Forsthaus und später l. einige Häuser von (20 ~km~) +Göhren+ sichtbar sind. Schöner Blick auf das Wieselsteinmassiv.
Wenige Schritte hinter dem Forsthause Wegweiser. Wir gehen auf dem hierdurch bezeichneten Fahrwege nach Deutsch-Einsiedel etwa 80--100 Schritte nach r. (schräg zurück!) l. runder St. 25, bis Weg mit Pfosten ~C~/₂₀ und Verbotstafel nach l. abzweigt. Auf diesem nach S. Nach 5 Min. kommt ein Weg von r. Geradeaus weiter, dann r. Pfosten 20 und 17 und Stein 9 und Austritt aus dem Walde, gerade auf das mittlere Haus zu auf die Straße (auf dieser nach r.), die von Göhren am letzten (r.) Hause 34 vorbei westlich nach Böhm.-Einsiedl führt. Bald tritt sie in den Wald, führt dann sanft abwärts, bis sie nach 2½ ~km~ aus dem Walde tritt. Wir treffen l. Pfosten ~G~/₁₆, ~E~/₁₅, ~E~/₂₀, dahinter zweigt eine Straße nach r. ab, wir links. Bald bietet sich uns ein schöner Anblick der Orte Böhm.-Einsiedl und Deutsch-Einsiedel dar, hinter letzterem der hohe Urs (Ahornberg) (833 ~m~) in Sa. In Böhm.-Einsiedl mündet unsere Straße auf die Bezirksstraße Brüx--Sayda ein bei Karl Reißig's Gasthaus. Wegweiser, Straßenkilometerstein 3. Nun die Straße r. im Dorf abwärts, vorbei l. an Hüttl's Schanknahrung, Finanzwache, Kriegerdenkmal, r. Postamt, Denksäule für Erzherzog Stephan, Schule, bis zum Hause Nr. 10 (Agentschaft und Feuermeldestelle), wo der Kammweg gegen Gebirgsneudorf weiterführt.
(24 ~km~) +Einsiedl+ (760 ~m~, 436 E.), hart an der sächs. Grenze am Schweinitzbache, treibt Spielwarenindustrie, reger Verkehr mit Sachsen. ~G.~: Hugo Kunze's Gasthof, Hüttl's Schanknahrung. 2 ~km~ südlich nahe der Brüxer Straße der 774 ~m~ Haselstein mit 14 ~m~ hohem Aussichtsturm. Schlüssel in Hugo Kunze's Gasthof erhältlich.