Erzgebirgisches Wanderbuch 148 Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge

v. Maltitz zu Meißen zerstört, weil der Geistliche, der die

Chapter 228,462 wordsPublic domain

Gnadenstätte betreute, zur lutherischen Lehre übergetreten war.

Wir stellen uns außen mit dem Rücken gegen das Fenster. Unser Weg führt geradeaus über den Bach, etwas rechts halten. Der Weg ist am Anfang schlecht zu erkennen, wird aber nach und nach deutlicher. Nur wenige Schritte, dann auf die querkommende Schneise nach rechts. Wir gehen den schnurgeraden Schneisenweg durch die »Dippoldiswalder Haide«, wie der Wald ortstümlich genannt wird. An Abteilungsnummern 68/69, sowie 63/64 vorüber. Über eine Straße. Bei Abteilung 63/64 geradeaus. Weg geht bergab. Über einen Bach und hinauf zu dem schon jetzt sichtbaren _Einsiedlerstein_.

355,2 ~m~ hoch gelegene mächtige Sandsteingruppe. Hier soll einst der sagenhafte Gründer Dippoldiswaldes, der Eremit Dippold, gehaust haben. Auf der Spitze die Reste einer Kapelle.

Wir stellen uns so, daß wir die Felsgruppe im Rücken haben und wählen die Fahrstraße nach links, den sogenannten Malterweg. Nach ca. 15 Minuten Wegsäule an einer Straßenkreuzung. Nun etwa 40 Schritte in der alten Richtung weiter, dann den Fußweg links ab. Einen Fahrweg überschreiten. Dann nach etwa 5 Minuten auf einen Fahrweg in der bisherigen Richtung. Diesem folgen. Zum Hochbehälter der Wasserleitung von Dippoldiswalde. Dahinter Wegteilung: links den breiten Weg. Dieser führt erst am Waldrande hinauf, dann wieder in den Wald. In der Richtung bleiben, nicht rechts oder links abgehen. Nach Austritt aus dem Walde den Fahrweg links. Dippoldiswalde wird im Tale sichtbar. Vor uns der Luchberg. Rechts Erholungsheim Dippoldishöhe. An den Steinbrüchen vorbei. Unmittelbar dahinter zum _Johannaturm_. 425 ~m~ ü. M. Der Turm ist 20 ~m~ hoch und bietet sehr schöne Aussicht. Vom Turm nach der Landstraße. Auf dieser nach _Dippoldiswalde_ hinab.

Im Felde rechts bemerkt man das Tartarengrab, ein Rasenhügel mit einer Säule. Grabmal eines tartarischen Prinzen, der im 7jährigen Kriege als österreichischer Ulanenoffizier hier fiel.

Dippoldiswalde, eine gewerbefleißige Stadt von 3900 Einwohnern, 356 ~m~ hoch gelegen. Sitz der Deutschen Müllerschule. Die Industrie erzeugt Strohhüte, Holzwaren, Pappe, Metall- und Zementwaren. Der Ort hat viel unter Kriegsnöten gelitten, sich jedoch stets wieder erholt. In früheren Jahrhunderten wichtige Grenzfeste mit regem Silberbergbau. Die 1150 im romanischen Stile erbaute Nikolaikirche ist turmlos. Auffallend sind die steinernen Betsäulen an den Eingängen zur Stadt. Der Beachtung wert ist auch das altertümliche Rathaus mit Schmuckgiebel, Wappen derer von Maltitz, sowie an beiden Ecken nach dem Markte die Standbilder der Jungfrau Maria und des heiligen Laurentius. Im Rathause das Altertumsmuseum des Gebirgsvereins.

Übernachtung je nach den Ansprüchen in Hotel Stadt Dresden, Sonne, Goldner Stern, Roter Hirsch, Bahnhofshotel.

_2. Tag_: Mit dem ersten Morgenzug Bahnfahrt nach _Kipsdorf_.

Dorf mit 450 Einwohnern, 539 ~m~ hoch gelegen. Mit seinen Nachbarorten Bärenfels und Bärenburg hat sich Kipsdorf infolge seiner geschützten Lage inmitten prächtiger Waldungen zu einer stark besuchten Sommerfrische entwickelt, die auch verwöhnten Ansprüchen zu genügen vermag. Auch als Luftkurort, der sich bis 750 ~m~ Höhe erstreckt, wird Kipsdorf gern gebraucht. Neuerdings auch als Wintersportplatz beliebt. 1913 waren über 10000 Gäste hier. Zahlreiche Gasthöfe und Pensionen.

Vom Bahnhof im Tale aufwärts zum Hotel Halali. Rechts weiter über die Rote Weißeritz auf einer Holzbrücke. Dann links den Bahnhofssteig hinauf nach _Bärenfels_.

2 ~km~ von Kipsdorf entfernt, 750 ~m~ hoch gelegen.

Oben in Bärenfels Rechtsbiegung der Straße und bald darauf Wegteilung bei einem Wegweiser. Wir gehen links, die sogenannte Böhmische Straße. Im Anfang Wald und Häuser von Bärenfels. Der Weg steigt fortwährend an, führt durch Wiese und bringt uns nach _Schellerhau_.

In der ganzen Dorfanlage mit seinen weit verstreuten Häusern ein echtes Erzgebirgsdorf. 762 ~m~ hoch. Altertümliche Kirche. Sommerfrische. Nordwestlich des Dorfes ist der Bärenfelser Spitzberg zu sehen.

Die Straße ohne links oder rechts abzugehen immer auf den Wald zu. In diesem immer in derselben Richtung weiterwandern bis auf die querkommende Straße nach Altenberg. Bei Stein 5,1 teilt sich der Weg mehrfach. Wir folgen dem Wegweiser »Rehefeld«, nach rechts. Auf der schönen Straße wandern wir bis Kilometerstein 3,0. Nun achtgeben! Unweit des Steines geht rechts ein schmaler Weg, mit Wegweiser »Rehefeld« bezeichnet, ab. Auf diesem wandern wir bis zum »Gasthaus Rehefeld«. Wir sind auf der Straße angelangt und wandern auf dieser nach links durch das Dorf _Rehefeld-Zaunhaus_.

Anmutig im Tale der Wilden Weißeritz zerstreut gelegenes Dorf mit einem Jagdschloß des ehemaligen Königs. Es wurde 1869 im Schwarzwälder Stil erbaut. Königin Karola bescherte Baupläne und Projekt ihrem Gemahl als Weihnachtsgeschenk. Die Einrichtung des Schlößchens ist einfach aber behaglich. Die Kapelle entstand 1879.

Wir wandern die Straße aufwärts. Hinter dem letzten Hause über eine Brücke. Immer die breite Straße weiter, zur Rechten die Wilde Weißeritz. Vor uns einzelne Häuser von Kalkofen. Unsere Straße gelangt an ein Wildgatter. Am Zaune nach rechts weiter. Wir kommen zum Gasthaus »Schanknahrung« und zum Forsthaus Kalkofen. Hinter ersterem ein Kreuz. Dort über den Bach. Von diesem gehen wir ca. 100 Schritte bis zu einem rechts abgehenden, blau-weiß-blau bezeichneten Weg. Diesen weiter gehend erst über Wiese, dann durch Wald bis zu einem Holzweg (etwas zerfahren). In der bisherigen Richtung weiter, über eine Brücke und zur Brettschneidemühle Löwe. An dieser links vorüber. Die Weißeritz überschreiten. Die Straße aufwärts. Auf eine querkommende Straße. Diese nach links bis zum Wegweiser »Nach Kalkofen«. Geradefort zum _Niklasberger Kreuz_. Herrliche Ausblicke in das Niklasberger Tal. Bei der mehrfachen Wegteilung geradeaus, beim Kreuze vorüber und auf dem Fußweg hinab nach _Niklasberg_, Station und Stadt.

540 ~m~ hoch gelegenes Bergstädtchen (Station 718 ~m~) mit 600 Einwohnern. Bergbau ist nahezu erloschen. Gasthaus, Rathaus.

_Aufstieg zum Warteck._ Vom Markte 25 Min.

Prächtiger Aussichtspunkt, 743 ~m~ hoch gelegen. Herrlicher Blick auf den Erzgebirgshang und auf das böhmische Mittelgebirge, besonders auf den Milleschauer und den Teplitzer Kessel. Von der Bahn Klostergrab--Moldau sieht man drei übereinander liegende Abteilungen.

An Kirche und Schule links vorbei. Hinter der Kirche links hinauf, ca. 2 Minuten, dann nach rechts. Vor dem letzten Hause nach links in Richtung des Bahntunnels. Diesen durchgehen und steil hinauf nach dem Hochwald. Durch diesen und halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüste des Wartecks.

Von der Station (½ Std.): Über die Geleise und ihnen rechts nach. Ein Wegweiser ist weithin sichtbar »Aufstieg zum Warteck 1,5 ~km~«. Den blauweißen Markierungen nach. Der Weg trifft mit dem oben beschriebenen nach dem Bahntunnel zusammen. Steil hinauf. Durch das Hochwaldstück, vor dem niedrigen Wald halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüst.

Zurück zum Markt. Dann auf der Straße nach _Neustadt_, einem 300 Einwohner zählenden Dorfe. Nun hin auf schöner Landstraße nach Bahnhof _Moldau_. Nach einer Stärkung im »Fischerhaus« oder »Tourist« fährt man über Bienenmühle nach Freiberg und von da nach Chemnitz zurück.

Rüstige Fußgänger können die Wanderung durch einen Besuch des »Stürmer« erweitern. Die Wanderzeit von Niklasberg nach Moldau würde dann 2¼ Stunde betragen. Der Blick ist ähnlich wie der vom Warteck. Vom Markt in Niklasberg auf der Hüttengrundstraße bis zum Ende des Städtchens, dann rechts einen Weg ab, der im großen Bogen auf den 869 ~m~ hohen bewaldeten Stürmer führt. Dann nach Neustadt und auf der Straße nach Bahnhof Moldau.

~c~) _Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (1¼ Std.) -- _Eichwald_ (1¼ Std.) -- _Teplitz_ (Straßenbahn) -- _Mariaschein_ (Bahn) -- _Mückentürmchen_ (1½ Std.) -- _Zinnwald_ (2¼ Std.) -- _Altenberg_ (1 Std.) -- _Kipsdorf_ (2¼ Std.).

Wanderzeit: 2 Tage.

Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau. Hierher mit der Bahn über Freiberg--Bienenmühle. Bahnfahrt möglichst schon am Vorabend.

_1. Tag_: Vom Bahnhof Moldau rechts hinauf zum Gasthaus Fischerhaus. Von hier nach links aufwärts zum Kasernengebäude der österreichischen Zoll- und Bahnbeamten. Hier sogleich nach links und den Waldfahrweg. Über die Bahn. Am Waldrande rechts hin, allmählig dem Oberlauf der Wilden Weißeritz entgegen. Links sehen wir das Forsthaus Kalkofen. Der Wald tritt später rechts etwas zurück. Rechts zwei einzelne Fichten. Nun links ein Fahrweg nach Kalkofen und Rehefeld, dann rechts ein Fußweg nach Station Neustadt; gleich darauf zeigt ein Wegweiser den Fahrweg nach Kalkofen. Nun geradefort, auf dem rechten Hang des Weißeritztales hinauf zum _Niklasberger Kreuz_. Herrliche Blicke in das Niklasberger Tal und das böhmische Mittelgebirge. Vierfache Wegteilung. Geradeaus am Kreuz vorüber steil den Fußweg hinab nach _Niklasberg_. Wir gehen jedoch nicht bis ins Städtchen selbst, sondern nach kurzer Wanderung nach links zu einem zweiten Kreuze an der Straße. An diesem vorüber und auf prächtiger Waldstraße fort. Endlich über die Bahngeleise und zum Bahnhof _Eichwald_ (570 ~m~ hoch).

Zum Dorf gelangt man in 25 Minuten, abwärts wandernd. Eichwald ist bekannter Waldkurort und wird auch von Wintersportlern viel aufgesucht.

Bis Teplitz benutzt man am besten die elektrische Straßenbahn, da man zu Fuß zwei Stunden gut zu gehen hat und der Weg durch das Braunkohlengebiet bei Zuckmantel sehr staubig ist. Die Endstation der Straßenbahn liegt in Ober-Eichwald. Man fährt durch Nieder-Eichwald--Tischau--Zuckmantel--Weißkirchlitz--Turn. Fahrzeit ¾ Stunde. Man steigt auf dem Markt aus.

_Teplitz-Schönau_, berühmter Kurort, im Bielatale 230 ~m~ hoch gelegen. Geschützte Lage zwischen Erz- und Mittelgebirge. 27000 Einwohner. Der Sage nach entdeckten Hirten im Jahre 762 die warmen Quellen (~tepla voda~ = warmes Wasser). Heute wird das Wasser zu Bade- und Trinkkuren gebraucht. Der Besuch ist im Juli--August am lebhaftesten. Nachtlager nehmen die Chemnitzer gern in den Gasthöfen »Zum Tiroler« und »Anker«, beide am Markt gelegen. Wir benutzen die übrige Zeit des Tages zu einem Rundgang. Vom Markt der Straßenbahn nach, links durch die Waisenhausgasse zum Schulplatz mit den Schulgebäuden. Vor uns das nach dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen benannte Friedrich-Wilhelms-Spital, von den Söhnen des Fürsten für Teplitzer Arme gestiftet. Von dem Denkmal rechts nach der Bahnhofstraße. Diese überschreiten. Zur Elisabethstraße zur evangelischen Kirche, 1861--64 im Basilikastil erbaut. Von der nördlichen Vorhalle aus hübscher Blick auf das Erzgebirge. Rechts auf der Elisabethstraße die Synagoge, 1882 im maurischen Renaissancestil errichtet. Nun in die Lindenstraße. Diese rechts in den Seume-Park mit dem Grabstein des »Spaziergängers nach Syrakus«. Der Dichter Joh. Gottfr. Seume starb 1810 in Teplitz. Eine Büste ward ihm 1895 gesetzt. Durch die Promenaden gehen wir zur Terrasse, am unteren Ende der Lindenstraße gelegen. Hier betrachtet man den Kurgarten. Empfehlenswert ist von hier aus die Wanderung nach dem Schloßberg. Wanderzeit ¾ Stunde. Wir verfolgen die Lindenstraße bis zum Ende. Zwischen Stein- und Stephansbad durchgehen. Schlangenbadstraße und eine Lindenallee, die Fortsetzung der ersteren. Auf einem Promenadenweg endlich hinauf zum _Schloßberg_.

392 ~m~ hoch, aus Phonolith bestehend. An Stelle der Ruinen des 1655 zerstörten Schlosses ist ein Neubau im Ritterburgenstil errichtet worden. Darin befindet sich ein gutes Gasthaus. Prächtige Rundsicht: Süden: Milleschauer. Südwesten: Borschen. Norden: Erzgebirge von Klostergrab bis zu den Höhen bei Nollendorf im Nordosten.

_2. Tag_: Mit der Aussig-Teplitzer Bahn nach Mariaschein fahren. Weg zum Bahnhof: Vom Markt zum Schulplatz, der Straßenbahn nach zur Meißener- und bis zur Giselastraße. Links der Bahnhof. Fahrzeit ¼ Stunde. Vom Bahnhof Mariaschein links den ersten Fußweg hinauf nach dem Orte.

_Mariaschein_, ein altberühmter Wallfahrtsort, am Fuße des Erzgebirges. 3000 Einwohner. Jesuitenkloster. Umfangreiche Klosterkirche. In der Mitte des Hochaltars unter Glas ein wundertätiges Marienbild, eine 12 ~cm~ hohe Tonfigur. Die Legende erzählt, ein Mädchen sei zwischen Mariaschein und Graupen von einer Schlange gebissen worden. Auf ihren Hilferuf erschien Maria in Form eines Madonnenbildes, das eine Nonne vor den Hussiten in einer nahen Linde verborgen hatte. Die Bürger von Graupen trugen das Bild im Triumph nach ihrer Stadtkirche, aber dreimal kehrte das Bild im Dunkel der Nacht nach der Linde zurück. Man baute nun an der Stelle eine Kapelle, die dem Bilde als Wohnort angenehm war. Die Kirche ist von Linden umgeben. Um sie führt ein Kreuzgang mit 8 Kapellen und 35 Beichtstühlen.

Wir wandern an der Kirche nach links auf direkter Fahrstraße in ¼ Stunde nach _Graupen_.

Altes Bergstädtchen 318 ~m~ hoch in einer Bergschlucht gelegen. 1904 brannte ein großer Teil des Ortes ab. 3600 Einwohner. In der Stadtkirche die »heilige Stiege«, 28 Marmorstufen, die von den Gläubigen nur knieend erklommen werden. Über der Stadt die Rosenburg und die Wilhelmshöhe.

Die Straße hinauf durch das Städtchen. Fußwege kürzen die Kurven der Straßen erheblich ab. Man kommt nach Ober-Graupen. Hinter dem letzten Hause ist man auf der Straße angelangt. Bald hat man das »Gasthaus Mückenberg« erreicht, von wo man in einigen Minuten zum _Mückentürmchen_ gelangt.

808 ~m~ hoch. Turm hat eine Höhe von 17 ~m~. Daneben Gasthaus. Wolfgangskapelle am Fuße des Turmes. Hier wird jedes Jahr im Juli ein Volksfest, das St. Wolfgangsfest, gefeiert. Der Bergbau ist erloschen. Die Aussicht ist überwältigend, besonders auf das Teplitzer Tal und das böhmische Mittelgebirge. Auch die Lausitzer Berge vom Jeschken bis zur Lausche sind sichtbar. Zur Erläuterung der Aussicht erwerbe man sich eine Ansichtskarte, die alle sichtbaren Punkte angibt: Süden: Teplitz und Schloßberg, rechts darüber der Borschen (einem liegenden Löwen vergleichbar). Milleschauer, links davon der Kletschen, davon links der doppelgipflige Lobosch. Zwischen dem Milleschauer (Donnersberg) und dem spitzen Kletschen die Hasenburg, an den 2 Türmen erkenntlich. Südosten: Aussig, (tief im Tale), dahinter der Radobyl bei Leitmeritz, links davon der Gletschberg, links der spitze Kleis und der Jeschken. Osten: Die Kämme des Iser-, Riesen- und Lausitzer Gebirges. Norden: Im Vordergrund der hier wenig reizvolle Erzgebirgskamm, darüber hinaus Dresden und die Gegend um Pillnitz. Nordosten: Sattelberg, in nächster Nähe. Dahinter der Valtenberg. Westen: der steile Südabfall des Erzgebirges mit dem waldigen Wieselstein. In größerer Entfernung dahinter der Fichtelberg.

Nun in westlicher Richtung hinab zur St. Wolfgangskapelle an der Teplitzer Landstraße. Die Straße überschreiten und geradeaus den Fahrweg fort, der durch einen Wegweiser und den Marken des Kammweges (|_|_|_| blau und gelb-blau) gekennzeichnet ist. Unser Weg führt eben dahin bis vor zwei Hegerhäuser. Hier, dem Wegweiser nach, rechts ab, immer den Marken folgend. Wir verlassen den Wald. Wegteilung: rechts ab. Waldecke abschneiden. Wegteilung: links ab und auf die Dorfstraße von _Vorderzinnwald_, ein zerstreut liegendes, ärmliches Kammdorf. Die Straße links aufwärts. Wir kommen am Gasthaus »Sächsische Schweiz«, an einer Kapelle und am »Gasthaus grüne Wiese« vorüber. Dahinter Wegteilung. Wir gehen in derselben Richtung weiter immer der Kammwegsmarkierung nach bis _Hinterzinnwald_.

Ärmliches böhmisches Bergstädtchen mit 1200 Einwohnern; Gasthäuser: Biliner Bierhalle, Sängergruß, Bergmannsgruß.

Dann, nach Überschreitung der Grenze, _Sächsisch-Zinnwald_.

Kammdorf mit über 300 Einwohnern. Kirche in heimatlicher Bauweise von Lossow & Kühne. Sommerfrische und Wintersportplatz. Bergbau auf Zinn, Wismut und Wolfram. Gasthaus: Sächsischer Reiter. Im benachbarten Georgenfeld der schön gelegene Lugsteinhof.

Am Gasthaus »Sächsischer Reiter« links weiter nach Georgenfeld. Nun auf der Landstraße, den blauweißen Marken nachgehend, nach _Altenberg_.

Anmutig in einer Talmulde zwischen dem Kahlen- und dem Geisingberge 753 ~m~ hoch gelegenes Städtchen mit 1650 Einwohnern. Zinnbergbau wird hier noch betrieben durch Gewerkschaft »Vereinigt Feld im Zwitterstock bei Altenberg«. Die größte Grube ist der 233 ~m~ tiefe Römerschacht, in den man gegen Zahlung von 1 Mark einfahren kann. Karte im Faktoreigebäude, auch Mineralien kann man hier käuflich erwerben. Östlich der Stadt die _Große Binge_, die größte Sachsens. Bei dem anfänglichen Raubbau trug man wenig für die Sicherheit der Bergleute Sorge. Infolgedessen stürzte am 24. Januar 1624 das ganze vor der Stadt liegende große Zinnbergwerk mit furchtbarem Getöse in sich zusammen. Zum Glück befanden sich nur 24 Bergleute in den Gruben, von denen 19 gerettet wurden, 4 blieben tot, einer wurde nicht mehr aufgefunden, was man als Strafe für die Gottlosigkeit des Verschütteten ansah. Der 60 Fuß hohe Hügel ward zu einem kraterähnlichen Abgrund von 83 ~m~ Tiefe. Die Wände der Binge bestehen aus Granitporphyr und Zinnzwitter.

Altenberg ist gern besuchte Sommerfrische und Wintersportplatz.

Vom »Alten Amtshaus« aus wandern wir auf schöner Waldstraße, meist abwärts führend, nach _Kipsdorf_, ein prächtiger Ausklang unserer Wanderung.

Von hier mit der Bahn über Hainsberg nach Chemnitz zurück.

17. In das Gebiet um Frauenstein.

Das östliche Erzgebirge bietet auch im nördlichen Abhange viel Gelegenheit zu lohnenden Wanderungen. Von Chemnitz aus sind die Wanderungen in einem Tage leicht auszuführen, allerdings muß man am Morgen den erstmöglichen Zug benutzen. Wem 1½ oder 2 Tage zur Verfügung stehen, füllt den ersten Tag mit einer Wanderung durch den Rabenauer Grund bis Dippoldiswalde oder Schmiedeberg aus.

~a~) _Schmiedeberg_ -- _Saubachtal_ -- _Ammelsdorf_ (1¼ Std.) -- _Körnermühle_ (20 Min.) -- _Frauenstein_ (1¾ Std.) -- _Ratsmühle_ (20 Min.) -- _Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 6¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Schmiedeberg, Linie Hainsberg--Kipsdorf.

Schmiedeberg ist Marktflecken mit 800 Einwohnern. Hüttenwerk, früher viel Bergbau. Bei der Kirche (von Bähr, dem Erbauer der Frauenkirche in Dresden 1716 vollendet) rechts über die Brücke die Straße fort. Durch Niederpöbel bis zum Gasthofe. Hier, bei Kilometerstein 7,3, teilt sich der Weg. Wir wenden uns rechts, an einem rechts abbiegenden Fahrweg vorbei, in das waldige _Saubachtal_. Nach ca. 10 Minuten biegt rechts ein Fahrweg ab (diesen gehen wir nicht!) weiter die Straße. Der Weg steigt an. Wir überschreiten den Forstmeisterweg. Links ein Porphyrbruch. Wir kommen zu einer Wegteilung. Geradeaus, den linken Weg weiter. Wir kommen zu einem Punkte, an dem 5 Wege zusammenlaufen. Wir gehen den zwischen den Abteilungen 42/35 weiter. Wir verlassen den Wald und kommen nach _Ammelsdorf_. Vor uns das Frauensteiner Schloß, rechts von diesem der Turmberg. Rückwärtsblickend sehen wir die Schwarze Tellkoppe. Bei dem Schulhause Wegteilung: links. Hartmannsdorf wird, rechts von Frauenstein, sichtbar. Die Straße macht eine große Schleife nach rechts, die man durch einen links abbiegenden Fußweg abschneidet. Endlich zur _Körnermühle_ im Tale der Wilden Weißeritz. Mahl- und Schneidemühle mit Kistenfabrik. Über die Brücke, den Fußweg rechts. Er führt über Wiese, schneidet einen breiten Fahrweg und geht im Walde aufwärts. Eine Waldstraße wird überschritten. Hübsche Rückblicke. Nach Verlassen des Waldes sieht man Frauenstein, rechts dahinter Freiberg und die Halsbrücker Esse. Unser Weg schneidet die Straße Hermsdorf--Hartmannsdorf, biegt nach rechts und gleich wieder nach links. Wir gelangen nach _Reichenau_ auf die Straße. Wegteilung: links auf die an einem Türmchen erkenntliche Schule zu. Die Straße weiter. Kurz vor Frauenstein über den mit hübschen Anlagen ausgestatteten Kuttelberg und endlich nach _Frauenstein_.

Städtchen mit 1300 Einwohnern, 652 ~m~ hoch gelegen. Gern besuchte Sommerfrische. Interessante Schloßruine, eine der eindrucksvollsten des ganzen Gebirges, dicht hinter dem jetzigen Schlosse. In diesem, dem jetzigen Amtsgericht, wohnt im Erdgeschoß links der Hausmeister, der Führungen durch die Ruine übernimmt. Vom großen Turme, dem »Dicken Märten« aus, schöne Aussicht.

Vom Markt bei »Goldener Löwe« die Gasse hinaus. Der Weg teilt sich, wir gehen rechts die Straße an den Häusern hin, am Schießhause vorüber. Die Straße macht eine scharfe Biegung nach links, wir gehen jedoch auf dem schmalen Wege in bisheriger Richtung weiter. Bei hübschen Blicken immer geradeaus. Der Weg senkt sich und führt ein kurzes Stück durch den »Hofbusch«. Wir kommen zur _Ratsmühle_, einer Mehl-, Öl- und Brettschneidemühle mit Gastwirtschaft. Vor derselben noch geht unser Weg links über den Bach, dann bergan. An der Waldecke biegt der Fahrweg nach links, wir gehen den Fußweg in bisheriger Richtung weiter. Wegteilung: Geradefort, den linken Weg über die Höhe. Wir sehen Obernassau. Auf der Höhe befindet sich ein Gedenkstein: »Andenken an G. F. Thiers, dessen Leben am 1. Juli 1875 hier ein Blitzstrahl endete.« Prächtiger Rundblick auf Augustusburg, Haßberg, Keil- und Fichtelberg, Katharinenberg usw. Wir schneiden einen Fahrweg und wandern den Fußweg weiter. Der Weg senkt sich. Man trifft auf zwei sich nähernde Fahrwege. Wir benutzen den rechten. In Niedernassau angekommen, gehen wir nach rechts, über die Brücke zum Gasthause. Die Straße überschreiten. Dem Wegweiser »Claußnitz« aufwärts folgen. Beinahe auf der Höhe angelangt, schneiden wir einen Fahrweg. Wegteilung: rechts. Marschrichtung der Turm von Sayda. Der Weg geht etwas nach links. Man geht noch 80 bis 85 Schritte auf ihm, dann den Rasenweg rechts abwärts. Unten über die Brücke, unter der Bahn weg nach _Claußnitz_. Wir kommen an der Brettmühle vorüber, dann zu einer Felsenkuppe. Die Straße führt über die Brücke und auf die Landstraße. Diese nach rechts bis »Gasthaus zum Sächsischen Reiter«. Straße steigt an. Bei Kilometerstein 10,4 ein Rundteil mit einer Steinbank. Blick auf Sayda und Friedebach. Die Straße macht eine große Schleife. Wir kommen nach _Friedebach_. Durchs Dorf. Bei Kilometerstein 6,4 gehen nach rechts zwei Wege, von denen wir den linken benutzen. Bei den Scheunen kommt man nach _Sayda_.

Stadt mit 1500 Einwohnern, 677 ~m~ hoch gelegen. Ein bemerkenswertes Bauwerk ist die gotische Stadtkirche mit den als Kunstdenkmälern wertvollen E. v. Schönburgischen Epitaphien. Burg und Stadt wurden im 30jährigen Kriege völlig verwüstet. Die Stadt wurde 1842 erneut durch Brand zerstört. Heute ist Sayda, der prachtvollen nahen Wälder wegen, starkbesuchte Sommerfrische.

Mit der Bahn über Mulda und Freiberg nach Chemnitz zurück.

~b~) _Klingenberg_ -- _Frauenstein_ (Bahn) -- _Ratsmühle_ (20 Min.) -- _Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.) -- _Olbernhau_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 4 Std. 20 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Frauenstein. Bis Sayda siehe vorige Wanderung.

Vom Saydaer Markt die Lange Gasse hinauf. Vor dem Kirchhofe gelangen wir auf die Heidersdorfer Straße. Zwischen den Scheunen durch nach rechts. Dahinter Wegteilung: Geradeaus. Nach ca. 20 Minuten erneute Teilung: den rechten Weg (geradeaus) weiter. Restauration »Zur Maschine«. Wald, Teich und Ziegelei. Wir kommen nach _Heidersdorf_. Links, neben dem zweiten Gute, Wegteilung: rechts weiter. Richtung: Oberneuschönberg. Nach wenigen Minuten Wegteilung: links, dem Wegweiser folgend. Links sehen wir Niederseiffenbach, Seiffen, darüber Heidelberg und Böhmisch-Katharinenberg. Links von Seiffen der kahle Schwartenberg. Der Weg schneidet eine Bodensenkung. Es folgt ein einzelnes Haus. Nun kommt man in das Forstrevier Pfaffenroda und zu einem vierarmigen Wegweiser. Zwischen der rechts nach Schönfeld und geradeaus nach Olbernhau führenden Straße gehen zwei Wege ab, von denen wir den linken benutzen. Er geht etwas nach rechts, sodann wieder links, durch Buchenwald an den Abteilungen 68/69 vorüber nach Abteilung 66. Nach ca. 12 Minuten einen querkommenden Weg überschreiten, gleich dahinter kommt ein zweiter; auf diesem nach rechts. Bald darauf teilt sich der Weg, wir gehen links. Man schneidet hier den Fußweg, indem man geradeaus geht. Durch prächtige Buchen und gemischten Waldbestand kommt man auf einen Querweg, den wir nach links verfolgen. Wir kommen zur Talsohle. Eine Brücke überschreitet den Bärenbach. Nun den Fahrweg links abwärts. Wegteilung: auf dem linken Ufer des Baches geradeaus weiter. Bei Abteilungen 65/64 rechts an einer Brücke vorüber. Rechts folgen Teich und Wiesen. Links wird der Bruchberg sichtbar. Über den Bach und bergauf. Den Hügel überschreitend bietet sich uns ein schönes Bild von Olbernhau und Grünthal mit ihrer waldreichen Umgebung. Wir wandern bis zum Markt von _Olbernhau_.

Gewerbtätige Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen. Es werden Spielwaren, Haus- und Küchengeräte, Schulartikel und Zündhölzer hergestellt. Die Stadt liegt schön in dem von bewaldeten Höhen eingeschlossenen Flöhatal, bedeutende Sommerfrische.

Mit der Flöhatalbahn über Pockau--Flöha nach Chemnitz zurück.

18. Auf dem östlichen Kammweg ins Natzschungtal.

Ein Ablaufen des ganzen Kammweges ist nicht zu empfehlen, da er zum größten Teile auf aussichtslosen Waldstraßen läuft und leicht eintönig wird. Einzelne Stücke zu begehen kann allerdings nur angeraten werden. Die folgende prächtige Waldpartie mit dem anschließenden Besuch der schönsten Punkte in der Umgebung von Olbernhau wird viele Freunde finden. Das einheitlich durchgeführte Zeichen ist ein vierzinkiger Kamm im weißen Felde. (|_|_|_|).

_Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (¾ Std.) -- _Neustadt_ (½ Std.) -- _Willersdorf_ -- _Fleyh_ (2 Std.) -- _Göhren_ (1¾ Std.) -- _Bad Einsiedel_ (1¼ Std.) -- _Seiffen_ -- _Olbernhau_ (2 Std.) -- _Bruchberg_ (1 Std.) -- _Sophienstein_ (35 Min.) -- _Stößerfelsen_ (½ Std.) -- _Gabrielahütten_ (½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Kallich_ -- _Reitzenhain_ (3 Std.).

Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau.

Wanderzeit: 2 Tage. Möglichst am Vorabend der Wanderung nach Moldau fahren. Nur für sehr rüstige Wanderer.

_1. Tag_: Wanderzeit ca. 8 Stunden. Vom Bahnhof Moldau zum Niklasberger Kreuz wie unter 16 ~c~. Nun den Kammzeichen folgend, beim Wegweiser rechts. Eine zweite Wegteilung folgt nach wenigen Schritten: links den Feldweg zum Wald hinauf. Der Weg geht über die Höhe und gewährt prächtige Blicke. Wir gelangen schließlich nach ca. 20 Minuten auf die Landstraße und diese folgend nach _Neustadt_ hinauf.

Im Dorfe Wegkreuzung. Wir gehen in derselben Richtung weiter. Dem Wegweiser »Willersdorf« folgen. Außerdem geben uns Kammzeichen und blau-weiß-blaue Marken den Weg an. Wir gelangen in den Wald. In diesem Wegteilung: scharf rechts. Nach Verlassen des Waldes nach _Willersdorf_. Wir sind im Quellgebiet der Flöha (böhm. Fleyh) angelangt. Abwärts durch das Dorf, an der Kapelle vorbei. Kurz darauf Wegteilung: links weiter. Am Walde links hin. Dann auf Feldwegen hinab nach _Fleyh_.

Reizend gelegenes Dorf mit 540 Einwohnern. Unweit des Dorfes ist die Quelle der Flöha. Die alte interessante Holzkirche stammt aus dem Jahre 1653.

Am Gasthof zur Sonne gehen wir links über die Brücke. Straßenteilung: die Talstraße bis zum Dorfende hinab. Bei der Brettmühle links von der Talstraße ab. (Man lasse sich nicht von den Entfernungsangaben einer Wegtafel täuschen!) Durch ein Wildgatter. Der Weg teilt sich, links weiter. Durch den Wald. Kreuzen eines breiten Wirtschaftsstreifens, der sogen. Allee. (Auf ihm kämen wir rechts zum Jagdschloß Lichtenwald, links nach Forsthaus Georgshöhe.) Wieder durch Wildgatter. Immer auf unserem Weg bleiben! Rechts folgt der recht wasserarme »Schwarze Teich«. Hier entspringt der Rauschenbach. Nach Austritt aus dem Walde zum _Forsthaus Göhren_, sehr einsam gelegen. Hier verlassen wir den Kammweg. Hinter dem Forsthaus scharf rechts, dem Wegweiser folgend, immer geradeaus auf markiertem Waldweg nach _Bad Einsiedel_.

Kleiner 753 ~m~ hoch gelegener Kurort. Eisen- und schwefelhaltige Quelle. Kurhaus, Badehaus und Wirtschaftsgebäude gleichen einem alten Bauernhofe. Die Lage inmitten der herrlichsten Wälder, die reine Höhenluft veranlassen viele, den Ort zu klimatischen Kuren zu benutzen. 3 Minuten westlich davon liegt an der Straße, am Waldrand, das _Kurhaus Heidelberg_. 759 ~m~ hoch. Vielbeanspruchte Sommerfrische.

Vom Kurhaus Heidelberg, den blau-gelben Marken folgend, die Straße nach Seiffen hinab. Nach ungefähr 2 Minuten den Feldweg rechts ab. Er führt am Berghang durch die Häuser von Heidelberg. Am Gasthaus zur Glashütte vorbei. Dahinter Wegteilung. Dem Wegweiser folgend nach links abwärts. Unten zwischen zwei Gütern hindurch, immer in derselben Richtung fort nach _Seiffen_.

Dorf mit 1600 Einwohnern. Sitz der sächsischen Spielwarenindustrie. Fachschule. Man sehe sich, nachdem man Erlaubnis erhalten, ein Drehwerk an, z. B. bei Herrn Hermann Hetze oder Oswald Zeidler. In der Nähe Seiffens die Binge, eine Erinnerung an den ehemaligen Zinnbergbau.

Die Straße nach Dittersbach schneiden wir halbrechts und folgen dem Wegweiser Niederseiffenbach. Nach ca. 10 Minuten Wegteilung links, den rotgelb bezeichneten Spitzbergsteig weiter. Einzelne Häuser von Niederseiffenbach. Der Weg führt in den Wald bis zu einer vierfachen Wegteilung. Halblinks steil hinab ins Tal der Flöha. Nun nach links, am Gasthof vorüber, rechts über die Flöhabrücke, zur Station _Schweinitzthal_.

Nun die Talstraße nach _Oberneuschönberg_.

Dorf mit 1450 Einwohnern, in nächster Nähe ausgedehnter Waldungen gelegen, daher gern als Sommerfrische aufgesucht.

Die Talstraße weiter nach _Kupferhammer-Grünthal_.

Dorf mit ca. 500 Einwohnern, 468 ~m~ hoch gelegen. Umfangreiche Kupfer- und Messingwerke, dem Kommerzienrat Lange-Auerhammer gehörig. Sie wurden 1491 durch die Gebrüder Allenpeck gegründet und 1567 vom Kurfürsten August gekauft. In dem fiskalischen Hammerwerk wurde früher »gesaigert«, d. h. Schwarzkupfer von dem noch darin befindlichen Silber befreit. Als Peter der Große auf seiner Karlsbader Reise die Hütte besuchte, setzte er sich auf einen der großen Zainhämmer und ließ sich auf- und niederschwingen. Über den zwei Toren befindet sich noch heute das kurfürstliche Wappen. Heute werden Kupferdrähte, -platten, -bleche und -legierungen hergestellt. Seitlich der Station das Dorf Sächsisch-Grünthal mit 420 Einwohnern und dem Kurhaus, in dem Schwefel-, Eisen- und Moorbäder genommen werden können.

Endlich führt uns die Talstraße nach _Olbernhau_.

Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen (Bahnhof 460 ~m~ hoch). Die Industrie erzeugt Spielwaren, Haus- und Küchengeräte, Schulartikel, Zündhölzer. Früher Olbernhaw und Albertshain. In einem weiten Talkessel von bewaldeten Höhen umgeben. Besonders Buchenwaldungen machen die Gegend überaus anmutig. Übernachtungsgelegenheit: Gerichtsschänke (Markt), Amtshof (Zöblitzer Straße), Klix (Schülerherberge des Chemnitzer Erzgebirgsvereins), Opitz (beide an der Bahnhofstraße).

_2. Tag._ Wanderzeit: 5--6 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Olbernhau.

Erstes Ziel ist der Bruchberg. Von der Tourentafel 252 den Fußweg rechts hinab. An der alten Glasfabrik vorbei. Den breiten Weg in Richtung des Bahndammes weiter. Über die Geleise und nach Leibnitzdörfel, einem Ortsteil von Olbernhau. Tourentafel 251. Den Bruchbergweg aufwärts. Bei Tourentafel 251 ~a~ rechts. Am Gasthof »Dörfelmühle« vorbei. Der Weg geht in den Wald. Links ein Teich. Wegteilung: links weiter. Wir kreuzen einen Bach. Steil hinauf Schaaldenkmal. Oben kreuzen wir den Königsweg. Buchenwald. Rechts Flurstein 146. Hier, Abt. 60/61, 64 Wegteilung. Wir gehen links den angenehmen Weg zum _Bruchberg_.

675 ~m~. Felsgruppe. Stufen führen zum höchsten Punkt. Prächtige Aussicht ins Olbernhauer Becken, Flöhatal bis Augustusburg. Im Tale aufwärts sehen wir die Waldungen und Höhen bei Hirschberg und Bad Einsiedel.

Wir wandern zur letzten Wegteilung zurück und durch den Wald, erst Buchen, dann Fichten weiter. Überschreiten einen Waldfahrweg. Stein 158. Überschreiten dann einen Fahrweg bei Abteilungen 69/71. Dann zu Abteilungen 68/69, 71/79. Hier fünffache Wegteilung. Wir gehen in der alten Richtung weiter, zwischen den Abteilungspfählen 68/79 durch. Der Weg senkt sich. Auf querkommenden Waldweg bei Stein 181, Abteilungsnummern 67/68, 79/86. Links bis zur Wegteilung, dann rechts hinab zur Wegkreuzung. Hier rechts weiter zum _Sophienstein_.

Felsbastei, 680 ~m~ hoch. Prächtiges Talbild. Tief unten Rothenthal, in Grün gebettet das langgestreckte Brandau, halbrechts auf der Höhe Katharinaberg.

Wir gehen zu den letzten Abteilungspfählen zurück und nun auf dem vom Olbernhauer Erzgebirgsverein angelegten Vereinssteig weiter. Der schöne Waldweg bringt uns auf einen Fahrweg; auf diesem nach rechts. Stufen führen uns links hinab zum _Stößerfelsen_.

Felsplateau, 689 ~m~ hoch, mit Geländer und Unterkunftshütte. Überaus schönes Landschaftsbild. Tief und einsam das waldige und felsige Tal der Natzschung, die den Grenzbach zwischen Sachsen und Böhmen bildet.

Wir wandern nun den Vereinssteig weiter, der uns in Windungen hinab auf die Talstraße des Natzschungbaches bringt. Wir gehen über eine Brücke nach _Gabrielahütten_.

Zu Kallich gehörend. Früher Eisenwerk. Gasthaus »Zur Böhm. Schweiz« wird gern von den Wanderern besucht. Hübscher Garten. Wegen der schönen Lage auch als Sommerfrische geeignet.

Beim Gasthaus über die Brücke und den blau-gelben Marken nach, die uns auf der Talstraße im Natzschungtale aufwärts führen. Prächtige Tallandschaften. Nach ca. ½ Stunde Lauckners Gasthof, zu Rübenau gehörig, das auf der Höhe liegt. Die Straße weiter zur Neuen Mühle. Dahinter teilt sich der Weg bei einem Felsblock. Wir gehen links. Nach kaum 5 Minuten wiederum Wegteilung: links hinab; im Tale aufwärts. In 20 Minuten nach _Kallich_.

Böhmisches Grenzdorf mit 1200 Einwohnern.

Am Gasthof »Post« Wegteilung. Wir gehen rechts über die Brücke, dann links weiter. Emaillierwerk. Gasthof »Einigkeit«. Hier Wegteilung: rechts weiter. In einer kurzen halben Stunde sind wir in Natzschung angelangt. Am Gasthaus »Zum Stern« links. Nach ein paar Schritten rechts weiter. An der Schule vorüber. Hinauf zum sogen. Kriegwald, zu Böhmen gehörend. Name stammt jedenfalls aus den Hussitenkriegen. Im Walde an einem Teiche vorüber und endlich nach Böhmisch-_Reizenhain_.

Dorf mit 260 Einwohnern und dem altbekannten Gasthof Malzhaus.

Die Schwarze Pockau trennt das Dorf von Sächsisch-_Reitzenhain_.

776 ~m~ hoch gelegen, 800 Einwohner. Beliebte Sommerfrische. Naturheilanstalt von Wansleb, 7 Minuten vom Bahnhof. Reitzenhain hat neben Oberwiesenthal die niedrigste Jahrestemperatur und größte Regenmenge. Bahnverbindung über Marienberg, Pockau-Lengefeld, Flöha nach Chemnitz.

19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau.

Die Erzeugnisse dieses Gebietes, die Spielwaren, sind jedenfalls bekannter als die Gegend selbst. Sehr zu Unrecht, denn seine herrlichen Täler können auch einen Weitgereisten befriedigen. Enge, steile Talwände, gewaltige senkrecht abstürzende Felsmassen geben den Tälern einen wildromantischen Anstrich. Mächtige Waldbestände locken den die Einsamkeit Suchenden an. Die Mischung von Laub- und Nadelwald macht die Gegend noch anziehender. Der Geologe wird den Hirtstein aufsuchen, der Freund der alten Baukunst und Volkskunde die alten Kirchen von Großrückerswalde und Lauterbach. Dem Chemnitzer wird die Neunzehnhainer Talsperre besonders interessant sein. Die Orte drängen sich nicht so zusammen wie in anderen Teilen des Gebirges, hier ist das am schwächsten bevölkerte Gebiet des ganzen Gebirges. Den Naturfreund wird dies aus verschiedenen Gründen nicht abhalten.

~a~) _Leubsdorf_ -- _Grünhainichen_ (1¼ Std.) -- _Floßmühle_ -- _Reifland_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 2¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Leubsdorf, Station der Linie Chemnitz--Flöha--Reitzenhain.

Leubsdorf, Dorf mit 2700 Einwohnern, 320 ~m~ hoch gelegen.

Vom Bahnhof hinab zur Flöhabrücke, über dieselbe und links den Fußweg im Tale aufwärts. Nach ca. 30 Minuten links die Brücke überschreiten, durch eine Holzschleiferei (rechts halten!) über die Bahn. Der angenehme Talweg bringt uns weiterhin durch die Grünhainichener Papierfabrik und nach _Grünhainichen_.

Gewerbefleißiges Dorf mit 2400 Einwohnern, 337 ~m~ hoch gelegen. Haupthandelsplatz für Spielwaren und Küchengeräte.

Wir überschreiten die Bahngeleise und wandern den Uferweg entlang. Durch die Schönherrsche Spinnerei. Im Hofe halbrechts. Über die Bahngeleise. Nach ca. ½ Stunde an ein Bahnwärterhaus. Nun den Fußweg hinunter, unter dem Viadukt weg, über den Drahtseilsteg. Rechts um die Holzschleiferei und Mühle. Zur Station Floßmühle (links). Unsern Uferweg weiter, an noch zwei Holzschleifereien vorüber, der Rotenbach mündet von links ein. Endlich zum Bahnhof _Reifland_.

Dorf mit 780 Einwohnern, 369 ~m~ hoch gelegen.

Mit der Bahn über Flöha nach Chemnitz zurück.

~b~) _Reifland_ -- _Neunzehnhain_ (1¼ Std.) -- _Waldkirchen_ (1¾ Std.).

Wanderzeit: 3 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland (Linie Chemnitz--Reitzenhain).

Hierher mit der Bahn oder wie unter ~a~. Vom Bahnhof über die Flöhabrücke. Den weiß-rot-weißen Marken folgend hinauf nach _Wünschendorf_. Beim Ausgang des Dorfes Wald. Links zeigt uns ein Wegweiser einen schönen Waldsteig nach _Neunzehnhain_.

Idyllisch am Lautenbach gelegenes Sommerfrischenörtchen von felsigen Gneishängen umfaßt, 60 Einwohner zählend. Oberhalb und unterhalb des Ortes befinden sich die Talsperren zur Wasserversorgung der Stadt Chemnitz. Die obere Talsperre wird gebildet durch eine 285 ~m~ lange, 35,5 ~m~ hohe Sperrmauer von 4,5 ~m~ oberer Stärke und soll 3⅓ Mille ~cbm~ Wasser fassen. Die untere, durch eine 150 ~m~ lange und 17 ~m~ hohe Sperrmauer von 4 ~m~ obere Stärke gebildet, faßt ½ Mille ~cbm~ Wasser. Das Stauwasser der oberen wird zur unteren geführt und von hier unterirdisch durch das Zschopautal zur Einsiedler Talsperre und von da nach Chemnitz weitergeleitet.

Wir wandern nun vom Gasthaus nach links, dann rechts den gelb-weiß bezeichneten Schulweg weiter. Nach 4 Minuten durch Wald links hinauf zur Lengefelder Landstraße. Auf dieser links weiter nach _Börnichen_. Beim Gasthof rechts die Landstraße weiter nach _Waldkirchen_. Durch das Dorf zum Bahnhof geht man über ½ Stunde!

Dorf mit 1800 Einwohnern, 316 ~m~ hoch am Hange des Zschopautales gelegen. Station der Linie Chemnitz--Annaberg--Weipert.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~c~) _Reifland_ -- _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (¾ Std.) -- _Heinzebank_ (1¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 3¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland. (Siehe Wanderung ~a~ und ~b~.)

Vom Bahnhof über die Flöhabrücke, dann links weiter. Über den Neunzehnhainer Bach. Im Walde Wegteilung: links, dem Wegweiser folgend auf prächtigem Waldweg an die v. Herdersche Schleiferei. Dann durch Laubwald. Wir kommen zum Gasthaus Rauenstein. An der rechten Hausecke den Fußweg hinauf, um die Straße ein Stück abzuschneiden. Durch das Schloß Rauenstein, der v. Herderschen Familie gehörig und in seiner alten, ursprünglichen Bauweise wiederhergestellt. Im Hofe zwei große Linden. Vom Gehöft in 20 Minuten bis zum Markt von _Lengefeld_.

Städtchen mit 3600 Einwohnern, 480 ~m~ hoch am Abhange des Adlersteins gelegen. Lengefeld ist bekannt durch seine Wurstfabrikation. Außerdem Weberei, Spielwarenfabrikation u. v. a.

Vom Markte die Wolkensteiner Straße hinaus; nach 20 Minuten in Johnsdorf, einem Ortsteil von Lengefeld. Von der Höhe genießt man eine schöne Aussicht. Hinter Johnsdorf in den Wald. Nach ca. ¼ Stunde zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Wir wandern geradeaus. Herrliches Waldbild. Rechts sehen wir den Bornwald mit dem Weißen Stein. Vor Stein 16,7 ein Marienbild. Hinter Stein 18,0 Straßenteilung: rechts aufwärts. Beim Stein 18,8 auf der Höhe sehr schöner Rückblick. Bei Stein 19,6 erreichen wir die Straßenhöhe. Wir verlassen den Wald. Links eine Wiese mit Teich. Wir gelangen zu Gut und dann Gasthaus zur _Heinzebank_. An der Kreuzung der Straßen Zschopau--Marienberg und Wolkenstein--Lengefeld gelegen. Heinrich der Fromme gab ihm den Namen, da er hier in seinem Jagdschlosse häufig wohnte. Vor Erbauung der Bahn ein Eldorado der Frachtfuhrleute.

Nun die Straße in südöstlicher Richtung weiter. Quer durch Hilmersdorf. Hier geht rechts eine Straße ab, die in 40 Minuten nach Warmbad oder in 50 Minuten über Warmbad nach Floßplatz (Haltestelle der Chemnitz-Annaberg-Buchholzer Bahn) führt. Von Hilmersdorf wandern wir nach Wolkenstein über Geringswalde in 1¼ Std. Über Wolkenstein und Warmbad siehe auch die Wanderung im oberen Zschopautal so wie 19 ~e~.

Von Wolkenstein bez. Floßplatz-Warmbad mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~d~) _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (35 Minuten) -- _Adlerstein_ (¾ Std.) -- _Lauterbacher Knochen_ (½ Std.) -- _Lauterbach_ (20 Min.) -- _Ruine Lauterstein_ (¾ Std.) -- _Bahnhof Zöblitz_ (¼ Std.)

Wanderzeit: 3 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Rauenstein. Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Über die Flöha, unter dem Schlosse Rauenstein hin, durch einen Tunnel nach Lengefeld.

Vom Markte durch die Wolkensteiner Straße nach den Ortsteil Johnsdorf. Dahinter in den Wald. Zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Schönes Waldbild. Wir verlassen die Straße und den Waldweg aufwärts. Nach kurzer Zeit rechts, den Marken nach, einen Abstecher zum _Adlerstein_. Triangulierungsstation. Mächtige Glimmerblöcke. Wieder zurück zu dem vorigen Waldweg und auf diesem weiter. Wegkreuzung: geradeaus. Nach 4 Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen links und schneiden sogleich einen Weg. Über Feld. Wir schneiden einen Feldweg. Wieder in den Wald, nach rechts. Wiederum über Feld. Nun auf das nächste Wäldchen zu, das den Lauterbacher Knochen bewächst. Es scheint als ob unser Weg zu weit nach links führe! Vom Waldrand an 35 Schritte, dann rechts auf dem Fußweg auf den _Lauterbacher Knochen_. 683 ~m~ hoch. Die Aussicht ist leider zum Teil verwachsen.

Von der Triangulierungssäule aus unsern Fußweg 1 Minute zurück, dann den Fußweg rechts abbiegen. Auf dem Feldwege rechts weiter. Wir gelangen nach _Lauterbach_.

Dorf mit wertvoller alter Kirche, die 1906 abgebrochen und auf dem hochgelegenen Friedhof als Begräbniskapelle wieder aufgebaut wurde. Sie ist einschiffig mit Holzdecke und Dachreiter. Der einspringende Chor öffnet sich im Spitzbogen, ist mit drei Seiten des Achteckes geschlossen und mit Strebepfeilern besetzt. Kirchenboden und Dachwerk ragen weit über die Umfassungsmauern hinaus. Auch das Kirchengerät ist künstlerisch und volkskundlich von großem Werte.

Von der Kirche aus auf der Niederlautersteiner Straße weiter. Wir schneiden die Rittersberg-Zöblitzer Straße und gelangen hinab zur _Ruine Lauterstein_ und zur Schloßmühle (mit Restauration).

Die Burg soll 1315 durch die Burggrafen von Leisnig erbaut worden sein, die sie 1434 an den Freiberger Bürger Kaspar Berbisdorf verkauften. Dessen Nachkommen verkauften sie 1559 an den Kurfürsten August, der sie zur Amtmannswohnung bestimmte. Am 14. März 1639 wurde sie von 3 schwedischen Reitern niedergebrannt.

Nun auf der Steinbrücke über die Pockau. Rechts die Straße weiter. Nach 3 Minuten die Straße links ab, rot-blau-rot bezeichnet. Wir bleiben also rechts der Bahn! Wir überschreiten einen Mühlgraben. Wegteilung: links gelangt man in ½ Stunde in die Stadt Zöblitz; rechts zum bekannten Gasthaus zur Kniebreche und von hier in 4 Minuten zum Bahnhof _Zöblitz_.

Stadt mit 2400 Einwohnern, 600 ~m~ hoch gelegen. Schöne Lage inmitten von Laub- und Nadelwäldern. Fabrikation von Blechwaren, Trommeln und Spielwaren. Besonders sehenswert ist die Serpentinfabrikation. Die Fabrik liegt 5 Minuten vom Markt entfernt und kann nach Spende eines Betrags für die Arbeiterkasse besichtigt werden. Der Serpentinstein eignet sich wegen seiner verschiedenen Färbung und Weichheit in bergfeuchtem Zustande, die das Schleifen und Drechseln gestattet, vorzüglich zur Herstellung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen. Die Bearbeitung begann schon Anfang des 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert waren 29 Brüche im Gange. Neuerdings ist die Industrie unter fachmännischer Leitung und unter künstlerischer Mitwirkung wieder aufgeblüht. Besitzer der Brüche ist die Sächs. Serpentingesellschaft. Der Stein wird hauptsächlich zu Grabplatten, Denkmälern, Urnen, Dosen, Säulen, Gesimsen, Schreibzeugen, Schmucksachen und dergl. verwendet. In der Zöblitzer Kirche befinden sich schöne Arbeiten davon.

Vom Bahnhof zur Stadt ca. ½ Stunde, es verkehrt ein Postomnibus.

Von Zöblitz Bahnfahrt nach Chemnitz.

~e~) _Zöblitz_ -- _Morgensternhöhe_ -- _Vogeltoffelfelsen_ -- _Teufelsmauer_ -- _Nonnenfelsen_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) -- _Pobershau_ (½ Std.) -- _Marienberg_ (1¼ Std.)

Wanderzeit: ca. 4 Std.

Ausgangspunkt: Markt Zöblitz: 25 Min. vom Bahnhof. Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Auf der Olbernhauer Straße den rot-weißen Marken nach bis zur Tafel Grenzbezirk. Nun bis zum Wegweiser Morgensternhöhe. 5 Minuten hinauf zur Höhe.

Hier sind vom Erzgebirgsverein Ursprung Fahnenmaste, Pilz und Ruhebänke aufgestellt worden. Die Aussicht ist prächtig, das Gelände sehr günstig für Wintersport. 707 ~m~ hoch.

Nun zum Wegweiser zurück. Den rot-weißen Marken folgen bis zu einem rechts abgehenden Weg. An einer Fichte ein Wegweiser. Auf diesem Wege geradefort in den Wald, in diesem nach rechts auf einem schmalen Wege zum _Vogeltoffelfelsen_.

Felsbastei 690 ~m~ hoch. Fahnenmast und Bank. Herrlicher Blick ins tiefe Tal der Pockau, über die westlichen Höhen und Marienberg.

Vom Vogeltoffelfelsen den rot-weißen Marken nach, durch den Bauernhof Hüttstadt, in dem neuerdings eine sehr besuchenswerte Jugendherberge eingerichtet worden ist, hinab ins Tal, links weiter in 10 Minuten zur _Ringmauer_; eine gewaltige Felswand, die mit Schwefelalgen überzogen ist und mit ihrer rötlichen Farbe in wirksamen Gegensatz zu dem dunklen Grün der Fichten tritt. Gegenüber liegt der Rabenberg, auf dessen Gipfel ein sagenhaftes Raubschloß gestanden haben soll. Wir wandern über die Brücke und stehen am Fuße des steilen _Katzensteins_. Wir gehen nun zunächst den Talweg noch ¼ Stunde weiter. Die Talwände verengern sich, mächtige Felsblöcke und schroffe Steinwände ragen empor. Rechts die gigantische _Teufelsmauer_, links der gewaltige _Nonnenfelsen_. Von einer Ruhebank, oberhalb des Weges, kann man die großartige Szenerie am eindrucksvollsten genießen.

Wir gehen nun ca. 3 Minuten zurück. Der erste Weg links hinauf ist mit Wegweiser versehen. Ihm folgen wir zur Höhe des _Katzensteins_.

706 ~m~ hoch. Auf dem Bergplateau befinden sich eine Verkaufsbude für alkoholfreie Getränke, Schutzhütten und Bänke. Einzigschöner Blick ins Tal der rauschenden Pockau, dem Rabenberg mit dem dahinter sich ausdehnenden Kriegwald. Eine tischähnliche Platte diente früher zuweilen fürstlichen Besuchern als Frühstückstisch.

Unser Weiterweg ist blau-gelb bezeichnet. Er führt zwischen die beiden Schutzhütten hindurch nach links auf einen Fahrweg und zum _Grünen Graben_, einem 14 ~km~ langen Kanal, der früher den Marienberger Bergwerken die Triebkraft lieferte. Am Graben nach rechts hin, dann ihn überschreiten und aus den Wald hinaus. Durch Felder nach _Pobershau_.

Ausgedehntes tief im Tal der Roten Pockau gelegenes Gebirgsdorf, in dem Schachteln und Bürstenhölzer gefertigt werden. Ehemals Zinnbergbau.

Hinter dem 1. Grundstück Wegteilung. Wir gehen geradeaus und den 1. Feldweg zur Dorfstraße hinunter. Diese kreuzen wir und gehen den »Stangenweg« aufwärts. Links das Gasthaus zur Linde. Auf der Höhe ein Stück durch Wald. Wir gelangen zu einzelnen Häusern des sehr zerstreut liegenden Dorfes _Gebirge_. Der Weg fällt. Wir sehen den Marienberger Kirchturm. Am Exerzierplatz der Unteroffizierschule vorüber und nach _Marienberg_.

Regelmäßige, nach dem Muster der ostdeutschen Kolonialstädte angelegte Stadt mit 7600 Einwohnern. Industrie: Holz- und Blechspielwaren, Metallknöpfe, Mosaikplatten, Holzstoff- und Pappenfabrikation.

Die Stadt wurde 1521 von Heinrich dem Frommen gegründet, sein Denkmal findet man auf dem Markte. Marienberg ist Sitz einer Unteroffizierschule. Früher reiche Bergerträgnisse. Im grauen Marienberger Gneis fanden sich Silber, Zinn, Kobalt und Nickel. Der 30jährige Krieg vernichtete den Bergbau, der nie wieder in Blüte kam. Im Rathaus wird das interessante Manuskript von Adam Rieses sogen. »Coß«-Algebra vom Jahre 1524 aufbewahrt. Die schöne Stadtkirche besitzt ein künstlerisch beachtenswertes Portal.

Marienberg ist Station der Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Wer noch Kraft und Lust besitzt, kann noch eine Wanderung über die Dreibrüderhöhe und Warmbad Wolkenstein nach Station Floßplatz-Warmbad anschließen. Insgesamt 2¼ Stunde Wanderzeit.

Vom Marienberger Markte gehen wir die Wolkensteiner Straße hinaus, unser Weg ist blau-rot bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,7 gehen wir an der Straße rechts ab, folgen dem Feldweg. Der Weg teilt sich nacheinander zweimal, wir gehen beide Male links. Der Weg bietet prächtige Blicke, besonders auf den mächtig daliegenden Pöhlberg, links davor der Bärenstein, dann der Spitzberg und der Haßberg. Unser Weg führt uns am Waldrande aufwärts zur _Dreibrüderhöhe_.

688 ~m~ hoch. Eiserner Aussichtsturm und Gasthaus. Hervorragender Rundblick. Der Gebirgskamm bietet sich imposant dar. Von rechts nach links: Auersberg, Scheibenberg, Fichtelberg, Keilberg, Bärenstein, Pöhlberg, Spitzberg, Haßberg.

Unser blau-rot bezeichneter Weg führt uns weiter durch den Wald abwärts. Nach Verlassen des Waldes Wegkreuzung: geradeaus, den Rasenweg, nicht rechts und links abgehen, stets auf die Markierungssteine achtgeben! Der Weg wird schmäler und kommt auf einen Feldweg, auf diesem einige Schritte nach rechts, dann links dem Wegweiser nach, auf Rasenweg zum Dorf _Gehringswalde_. Die Straße ca. 100 Schritte aufwärts, dann den Weg nach links, zwischen zwei Gütern hindurch. Dahinter Wegteilung: links weiter. Bereits nach 2 Minuten teilt sich der Weg wiederum: rechts ab. An einer Steinhalde vorbei, in einen schönen Wiesengrund hinab. Endlich zum _Warmbad Wolkenstein_.

458 ~m~ hoch gelegen. Älteste und wärmste Mineralquelle Sachsens, alkalisch-erdiger Säuerling, Therme von 29° ~C~, besonders gegen Gicht und Rheuma angewendet. Kurhaus mit schönen Anlagen. Logierhäuser. Die Quelle wird seit 1385 benutzt. Das Quellhaus kann gegen eingeholte Erlaubnis im Badebureau besichtigt werden (Trinkgeldbüchse!). Das Becken der Quelle ist 3,4 ~m~ tief, faßt 43 ~cbm~ und liefert 150 ~l~ pro Minute.

Nun durch den anmutigen Hüttengrund zur Hüttenmühle (blau-rot bezeichnet). Dann die Fahrstraße weiter abwärts, am Gasthaus Waldmühle und Speisebechers Papierfabrik vorbei ins Zschopautal. Über die Brücke zur Station Floßplatz-Warmbad. Linie Chemnitz--Annaberg.

~f~) _Zöblitz_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) -- _Grüner Graben_ -- _Kühnhaide_ (1¾ Std.) -- _Reitzenhain_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof, bez. Markt Zöblitz. Bis zum Katzenstein wie unter Wanderung 19 ~e~.

Vom Katzensteinplateau gehen wir zwischen den beiden Schutzhütten durch links auf den Waldfahrweg zum _Grünen Graben_.

Dieser 14 ~km~ lange Kanal diente früher als Triebkraft den Marienberger Bergwerken, jetzt treibt sein Wasser die Sägewerke und Drechslereien von Pobershau. Er ist zum Teil zugedeckt.

Nun gehen wir nicht rechts, sondern am Graben hin, auf rot-weiß bezeichnetem Wege, dem Wasser entgegen. Nach 1¼stündiger Wanderung über die Steinerne Brücke links zur Talstraße. Auf dieser weiter in ½ Stunde nach _Kühnhaide_.

Sehr ausgedehntes 3 ~km~ langes Dorf mit 1200 Einwohnern. Die Pockau bildet den Grenzbach. Drüben liegt das böhmische Kienhaide. Unser Kühnhaide hängt fast mit Reitzenhain zusammen. Hinter dem Gasthaus »Wildshaus« an der Waldecke den Weg links ab, der am Zeuggraben entlang in ¼ Stunde nach _Reitzenhain_ führt. (Seite 135.)

Von Reitzenhain mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~g~) _Reitzenhain_ -- _Kallich_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Gabrielahütten_ -- _Olbernhau_ (4 Std.)

Wanderzeit: 5½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain.

Vergleiche auch Wanderung 18. 2. Tag.

Von Sächsisch-Reitzenhain nach Böhmisch-Reitzenhain. Am Gasthaus Malzhaus vorüber die Straße weiter bis zur Straßenteilung. Dem Wegweiser folgend links ab. Schöne Waldstraße. Nach Verlassen des Waldes der Ortsteil Natzschung. Am Gasthaus zum Stern teilt sich der Weg: rechts weiter. In ½ Stunde gelangen wir nach _Kallich_. Am Gasthaus zur Post links weiter. Nach 3 Minuten zur Zollbrücke. Davor rechts ab, im Tale abwärts. Über eine Brücke aufs linke Ufer der Natzschung. Auf die Landstraße nach _Rübenau_. Die Straße rechts hinab in ¼ Stunde zu Lauckners Gasthaus. Nun im herrlichen Natzschungtal weiter abwärts nach _Gabrielahütten_. Das Gasthaus zur Böhmischen Schweiz liegt am jenseitigen Ufer. Bei Tourentafel 244 (an der Straße). Den blau-weiß bezeichneten Weg weiter, der durch den Wald zu den hervorragendsten Punkten der Olbernhauer Umgebung führt, z. B. Stößerfelsen, Sophienstein, Bruchberg. Endlich nach _Olbernhau_. (Seite 132.)

Über Pockau--Lengefeld--Flöha nach Chemnitz zurück.

~h~) _Olbernhau_ -- _Steindl_ (2½ Std.) -- _Kleinhan_ (¾ Std.) -- _Gabrielahütten_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Olbernhau_ (1½ Std).

Wanderzeit: 6¼ Std.

Ausgangspunkt: Olbernhau.

Hierher von Chemnitz über Flöha, Pockau--Lengefeld.

Die Grünthaler Straße hinaus, in ¼ Stunde nach _Grünthal_. Weiter durch Böhmisch-Grünthal nach _Brandau_.

Sehr ausgedehntes Dorf mit 2000 Einwohnern. In der Nähe Anthrazitgruben.

Im Orte hinauf bis zur Schule. Gegenüber der Kirche rechts den Feldweg zum Forsthaus, am Waldesrande gelegen. Hier Wegteilung: links zum Walde hinauf. Der Weg biegt nach einigen Minuten scharf nach rechts. An der Biegung geht links ein schmaler Fahrweg ab, den wir aber _nicht_ benutzen dürfen! Noch eine Minute weiter. Ein zweiter schmaler Waldfahrweg. Diesen gehen wir hinauf durch den Wald. Wegteilung: links! Unser Weg geht fast eben weiter. Er bringt uns zu einer querkommenden Schneise mit den Abteilungsnummern 4/5 und 8/9. Die Schneise rechts hinauf. Nach ca. 5 Minuten kommt eine neue schmale Schneise quer. Abteilungsnummern 7/8 und 5/6. Auf dieser nach links und hinauf zum _Steindl_.

838 ~m~ hoch. Bewachsener Basaltberg mit einer durch die Bewachsung etwas beschränkten, aber sonst herrlichen Aussicht. Die Waldtäler, Ahornberg, Schwartenberg, Wieselstein, Strobnitzkuppe, Milleschauer, Lobosch, Kletschen, Seiffen, Katharinenberg, Frauenstein, Sayda usw. sind zu sehen.

Die Schneise, auf der wir kamen, wandern wir weiter. Nach ¼ Stunde links ein Wildzaun. An ihm links den Fahrweg abwärts ca. 2 Minuten, dann rechts der Fußweg am Zaune weiter abwärts. Wo der Zaun nach rechts geht, wenden wir uns links, gehen auf einen Fahrweg und mit diesem abwärts. Wir kommen zur Brandau-Kleinhaner Straße. Diese nach rechts bis zum Forsthause, an der Katharinenberger Landstraße. Diese rechts nach _Kleinhan_ hinauf.

Dörfchen, 820 ~m~ hoch, sehr zerstreut.

Von der Straße zur Kirche. Zwischen Kirche und Schule den Fußweg weiter. Den querkommenden Weg rechts. Dann Wegteilung: links zum Walde hinab. An der Waldecke teilt sich der Weg: den Fahrweg rechts weiter. Nach wenigen Minuten links den breiten Fußweg weiter. Er bringt uns wieder auf den Fahrweg. Diesen nach links. Im Tale angekommen, Fahrwegkreuzung. _Ochsenbrücke_. Nun rechts ab. Prächtige Waldwanderung. Der Fahrweg teilt sich: rechts weiter nach _Gabrielahütten_. Nach Olbernhau siehe 19 ~g~.

~i~) _Reitzenhain_ -- _Satzung_ (1 Std.) -- _Hirtstein_ (25 Min.) -- _Schmalzgrube_ (1 Std.) -- _Jöhstadt_ (1½ Std.) -- _Weißer Hirsch_ (¾ Std.) -- _Konduppelbachtal_ -- _Königswalde_ (1¼ Std.) -- _Annaberg_ (1 Std.).

Wanderzeit: 7 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain. Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Aus dem Bahnhof tretend nach links, nach einigen Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen die Fahrstraße weiter bis zu einer zweiten Wegteilung. Hier links, am Gasthaus »Neue Welt« vorbei, durch Wald. Wir kommen an die ersten zu Satzung gehörigen Häuser. Die Straße macht eine Biegung nach links. Hier gehen wir rechts den »Mühlsteig« ab nach _Satzung_.

844 ~m~ hochgelegenes Dorf mit 1500 Einwohnern. Satzung ist das ausgesprochene Eldorado der Handelsleute. Besonders während des Sommers ist ein großer Teil der Männer auf dem Gänse-, Bettfedern- und Spitzenhandel unterwegs, hauptsächlich Mähren, Ungarn und Pommern werden bereist. Die Satzunger haben sich infolgedessen einen gewissen Grad von Weltbürgertum zu eigen gemacht. Auf der Kirche eine lustige Wetterfahne, Johannes den Täufer darstellend. Wenn er das Taufkännel dem Dorfe zukehrt, gibts Regenwetter.

Wir schlagen nun unterhalb des Schulhauses die Steinbacher Straße ein. Nach einer knappen Viertelstunde hinter Kilometerstein 19,8 die Waldstraße nach links weiter. Nach 8 Minuten sind wir auf dem _Hirtstein_ angelangt.

Die mit einer trigonometrischen Stationssäule gekrönte Kuppe ist 889 ~m~ hoch ü. d. O. Die Aussicht ist sehr schön. Süden: Im Vordergrund Satzung, rechts dahinter der Haßberg. Weiter rechts der Preßnitzer Spitzberg, hinter demselben der Keilberg. Dann der Fichtelberg mit seinen zwei Kuppen. Weiter rechts die drei Riesengräber Bärenstein, Scheibenberg und Pöhlberg. Zwischen Scheibenberg und Pöhlberg etwas näher: Grumbach. Weiter rechts Preßnitz- und Zschopautal, bei günstiger Witterung auch die Augustusburg. Im Norden füllt Wald den Vordergrund aus. Dahinter die beiden Kühnhaide. Im Osten der Wald von Komotau und Rothenhaus. Links von Satzung Ulmbach und dahinter Sebastiansberg.

Hauptsächlich wird aber der Hirtstein als höchst interessantes geologisches Vorkommnis aufgesucht. Am Fuß der Kuppe der Basaltsteinbruch. Die meist fünfseitigen Säulen liegen horizontal und strahlen von einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt aus.

Wir gehen nun zum Waldrande hinab und an diesem, den blau-weißen Marken nach, bis zur Straße. Auf dieser nach rechts, den rot-gelben Marken folgend nach _Schmalzgrube_.

Dorf mit 280 Einwohnern, am Zusammenfluß der Preßnitz und des Schwarzwassers. 575 ~m~ hoch gelegen. Vielbesuchte Sommerfrische am Beginn des Kriegwaldes, der sich bis Jöhstadt hinzieht und seinen Namen von einem für Sachsen unglücklichen Gefecht aus der Hussitenzeit herleitet. Der Ort besaß früher Silberbergbau und Eisenwerk, auch Kalköfen.

Von der Haltestelle auf dem Fußwege im Schwarzwassertal aufwärts, den rot-gelben Marken nach, oder von der Lorenzmühle über die Preßnitzbrücke und die Jöhstädter Straße aufwärts. Sie führt durch den Kriegwald und bietet hübsche Blicke in das Schwarzwassertal. Nach ½ Stunde vereinigen sich beide Wege bei der Hainmühle. Die Straße bringt uns nach Schlössel, einem Ortsteil von Jöhstadt. Wir gehen über die Bahn, die Schlösselstraße weiter zur Stadt. Durch die Kirchstraße rechts zum Markt von _Jöhstadt_.

Hübsche Gebirgsstadt, 783 ~m~ hoch gelegen, mit 2300 Einwohnern. Industrie: Posamenten- und Spitzenfabrikation, Schatullen, Spritzen, künstliche Blumen. Vielbesuchte Sommerfrische.

Jöhstadt ist 1655 zur Stadt erhoben worden und gehört zu den Städten, die ihren Namen der heiligen Familie verdanken. (Marienberg, Annaberg, St. Joachimsthal). Auf dem Markte eine alte Postsäule aus dem Jahre 1730 mit dem kurfürstlich sächsischen und dem polnischen Wappen. Geburtsort des Kirchenliederdichters Joh. Andr. Cramer.

Nun wandern wir vom oberen Ende des Marktes die Weiperter Straße (links) hinaus. Links der prächtige Haßberg, geradeaus der Preßnitzer Spitzberg. Die Straße geht nach rechts. Die Höhen des Erzgebirgskammes werden sichtbar. Wir überschreiten die Straßenhöhe (812 ~m~) und gelangen durch schönen Wald zum _Weißen Hirsch_, einem einsam gelegenen Gasthause, auch Sommerfrische. Auf der Straße noch einige Schritte weiter, dann geht rechts ein gelb-rot bezeichneter Weg ins _Konduppelbachtal_ ab. Wir berühren den Zigeunerfelsen und wandern dann im engen Waldtale zur Oberförsterei und zum Dorf _Königswalde_.

Malerisch im Pöhlatale am Fuße des Pöhlberges inmitten grüner Gärten gelegen. 702 ~m~ hoch. 2900 Einwohner.

Durch das Dorf bis zur Kirche, dann die Straße nach links. Bei Müllers Restauration den sogenannten Marktsteig rechts ab, bei Kilometerstein 2,3. Nach 2 Minuten Wegteilung: links weiter durch ein Gut. Der Weg steigt fortwährend an. Sehr aussichtsreich. Links am Wege der _Galgenbergturm_.

693 ~m~ hoch. Sehr hübsche Rundsicht.

Dann über die Geleise der Industriebahn Annaberg--Königswalde. Endlich auf den Köselitzplatz. Dann durch die Große Kirchgasse auf den Markt der alten Bergstadt _Annaberg_.

Über Annaberg Ausführliches unter Wandervorschlag 23. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

20. Ins Assigbachtal und zur Ruine Hassenstein.

Eine herrliche Fahrt ins Böhmerland zu zwei Glanzpunkten des ganzen Gebirges. Der Ausflug ist von Chemnitz aus bequem zu unternehmen, wenn man am Vorabend in Reitzenhain eintrifft und am zeitigen Morgen die Wanderung beginnt. Wer mehrere Tage anwendet, kann den ersten Tag ausfüllen wie unter 19 ~f~ oder 18 (2. Tag) beschrieben.

_Reitzenhain_ -- _Assigbachtal_ -- _3. Grundmühle_ (3 Std.) -- _Tschoschl_ -- _Krima-Neudorf_ (1 Std.) -- _Platz_ -- _Ruine Hassenstein_ (2 Std.) -- _Sonnenberg_ (¾ Std.) -- _Bahnhof_ (½ Std.).

Wanderzeit: 7¼ Std.

Ausgangspunkt: Reitzenhain, Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Unser Weg ist rot-weiß bezeichnet. Die Straße nach Böhmisch-Reitzenhain aufwärts. Am Malzhaus vorüber. Nach dem letzten Hause eine Brücke. Wegweiser. Wir gehen links in den Wald. Über Hochmoorfläche. Nach einstündiger Wanderung überschreiten wir die Bahnlinie Reitzenhain--Komotau. Nun links den Waldweg hinab. Nach wenigen Minuten den Fußweg scharf rechts hinab ins Tal zu einem düstern, geheimnisvollen Moorteich. Wir gehen am Teiche entlang, dann rechts den Fußweg hinunter, in 20 Minuten zum Grunde des Assigbaches. Auf Stufen geht es hinab zur Hölle, einer Felsschlucht mit Brücke über den schäumenden Assigbach. Ein prächtiges Talstück. Nun in einer Viertelstunde hinab zur neuen Talstraße, die dem Assigbachtale viel vom Zauber seiner Unberührtheit genommen hat. An der Straße die Wasserleitung, die das Wasser des Assigbaches zur Komotauer Talsperre im Gröllbachtal führt. Immer im Waldtal abwärts zur _3. Grundmühle_, einer Schneidemühle mit einfachem Schankbetrieb. Hier geht der Gröllbach in den Assigbach, die Talsperre im Tale desselben liegt 20 Meter oberhalb der Mündung. Nun rechts den Weg ab, der im Tale des Krima-Baches aufwärts führt. Er ist rot-weiß markiert. Bei der Wegteilung rechts den blau-weißen Marken folgen. (Links geht es nach Dorf Krima, unser Ziel ist jedoch die Haltestelle!) Wir gelangen nach _Tschoschl_. Nun den rot-weißen Marken nach über die Tschoschl-Mühle nach Station _Krima-Neudorf_. Nun den blau-weißen Marken folgen zum Zollhaus. Links weiter, immer den blau-weißen Marken nach. Wir gelangen nach Hohentann und dann nach _Platz_, dem kleinsten Städtchen Böhmens (340 Einwohner). Von hier in 10 Minuten zur Ruine _Hassenstein_.

Nach Überschreiten des Grabens kommt man in den Vorhof, dann über einen zweiten Graben in den Burghof. Hier eine Restauration. Zum Betreten der eigentlichen Ruine ist der Erwerb einer Eintrittskarte nötig. Der Verkäufer ist verpflichtet, ohne Bezahlung auch den Eingang zum Bergfried aufzuschließen. Links befindet sich der Bergfried, der Hauptturm der alten Burg. Ein zweiter Turm erhebt sich über dem großen Keller. Am Ziehbrunnen, der 4 ~m~ Wasserstand aufweist, vorbei zunächst zum Bergfried, dessen Höhe 25 ~m~, Durchmesser des Grundes 19 ~m~, davon 17 ~m~ Mauerstärke und 2 ~m~ Hohlraum. Von der Glasgalerie des Turmes aus genießt man einen prachtvollen Ausblick. Nach Süden: im Vordergrunde das Brunnersdorfer Tal, dahinter Kaaden, links davon Komotau. Rechts hinter Kaaden der Purberg und rechts über diesem hinaus der Heinersdorfer Berg. Weiter rechts das Liesengebirge und dahinter das Duppauer Gebirge. Im Vordergrund der »Gickerich« (Aussichtsgerüst). Nach Norden: links hinter dem Forsthaus die Kirche von Sonnenberg. Im Westen: die 725 ~m~ hohe Hundskuppe. Im Osten die Saazer Ebene mit Saaz und Priesen, die Höhen bei Konotop, sowie im Hintergrund die Hügel bei Sirbitz und Waltsch.

Nach Besteigung des Bergfriedes geht man links zum Streitgang und rechts zum Balkon.

Die Burg Hassenstein wird 1344 urkundlich zum ersten Male erwähnt. Besitzer war ein Herr von Schönburg, der aus dem Meißnischen stammte. Ein Schönburger beteiligte sich an einer Verschwörung gegen König Wenzel IV. von Böhmen. Die Aufrührer wurden bestraft. Ausführender der Strafakte war Niklas v. Lobkowitz, der Hassenstein eroberte und dieselbe als Belohnung erhielt. Seine Nachkommen erhielten die Burg als Kronlehen. Einer von ihnen war der durch seine umfassende Bildung ausgezeichnete Bohuslav Lobkowitz von Hassenstein. Seine bedeutende Bibliothek wurde auch von Luther und Melanchthon benutzt, die sich Schriften nach Wittenberg kommen ließen. 1606 erwarb ein Ritter von Steinbach die Burg durch Kauf. Wegen seiner Neigung zum Protestantismus wurden 1622 seine Güter eingezogen. Dabei wird die Burg bereits als »das wüste Schloß Hassenstein« erwähnt, demnach kann sie nicht erst im 30jährigen Kriege durch die Schweden verwüstet worden sein. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der Großindustrielle Edler Franz Preidl von Hassenbrunn die Burg, dessen Erbe Emanuel Karsch zur Erhaltung der Burg mancherlei Baulichkeiten ausführen ließ.

Nachdem wir die Burg verlassen, gehen wir an dem Wege rechts, der nach Brunnersdorf führt, vorbei. Darnach Wegeteilung beim Forsthaus: links ab. Nach ca. 8 Minuten erneute Wegteilung: rechts. Der Weg zieht sich ins Tal links hinab. Hübscher Blick auf Sonnenberg. Nach Überschreiten des Talgrundes steil aufwärts nach _Sonnenberg_.

Alte Gebirgsstadt mit 2000 Einwohnern, 746 ~m~ hoch gelegen. Fabrikation von Posamenten, Kunstblumen und Blättern. Spitzenklöppelei. Musikantenstadt. Viele Einwohner gehören zu reisenden Musikkapellen. Nach der 2 ~km~ entfernten Station verkehrt ein Omnibus. Man versuche, möglichst am zeitigen Nachmittag wegfahren zu können.

Bahnfahrt über Weipert und Annaberg nach Chemnitz.

21. Ins obere Zschopautal.

Die Wanderungen unter 11 führten von der Mündung der Zschopau bis nach Flöha. Die folgenden Wanderungen schließen hier an. Eins der am stärksten besuchten Wandergebiete tut sich auf, dessen Mittelpunkt die altehrwürdige Augustusburg bildet. Dann ergeht man sich in entzückenden Talwanderungen um Zschopau, über Scharfenstein nach Wolkenstein. Bis hierher bildet das Tal den Anziehungspunkt, weiter nach der Quelle zu treten die Bergriesen des oberen Gebirges in den Vordergrund des Interesses. Dem Chemnitzer sind eine Menge von Ausflügen in dieses Gebiet vertraut und bekannt, es sollen daher nur die wesentlichen und schönsten herausgehoben werden.

~a~) _Flöha_ -- _Schweddey_ -- _Augustusburg_ (1¾ Std.) -- _Kunnerstein_ -- _Erdmannsdorf_ oder _Hennersdorf_ (1 Std.).

Wanderzeit: 2¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn.

Vom Bahnhof zur Hauptstraße und auf dieser nach links. Die Bahn überschreiten. Beim Gasthof links in ein Wiesental mit einzelnen Häusern, die _Schweddey_.

Der Name stammt aus dem 30jährigen Kriege, es sollen hier Kämpfe mit den Schweden stattgefunden haben.

Wir folgen dem Laufe des Baches, auf das rechte Ufer, in den Wald. Anmutiger Weg mit Birken am Anfang. Wir kommen an einem verlassenen Kalkofen und einer Höhle vorbei. Gleich darnach scharf links hinauf zu einem Feldweg, der hübsche Aussicht bietet. Endlich gelangen wir auf die Staatsstraße und mit dieser nach _Augustusburg_.

Die Stadt ist 505 ~m~ hoch gelegen und zählt 2560 Einwohner. Sie wird gern als Luftkurort aufgesucht. Bis zum Jahre 1900 führte sie den Namen Schellenberg, dann nahm sie den Namen der Burg an, die natürlich den Hauptanziehungspunkt bildet.

Im 12. Jahrhundert stand an derselben Stelle die Schellenburg, die 1547 vom Blitze getroffen und eingeäschert wurde. Kurfürst August, gern Vater August genannt, ließ 1568--72 das gegenwärtige Schloß von Hieronymus Lotter, dem damaligen Bürgermeister von Leipzig, im Renaissancestile aufbauen. Lotter ist auch als Erbauer des alten Rathauses und der Pleißenburg in Leipzig bekannt. Wegen der hohen Baukosten fiel er bei dem sparsamen Kurfürsten in Ungnade. Graf Rochus v. Linar führte im Verein mit Erhard van der Meer den Bau zu Ende. Das Schloß hat als Lieblingsaufenthalt verschiedener sächsischer Fürsten glänzende Tage gesehen. Im 30jährigen Kriege wurde es von den Kroaten zerstört. Schlimmer als die Kroaten hausten die Bewohner der Umgebung in dem zerstörten Schlosse. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde weggeschafft, so die Bleitafeln des Fußbodens der Galerien, Steine und Balken, sodaß der ganze obere Teil abgetragen wurde. Das jetzige Dach wurde 1800--1802 aufgesetzt. Augenblicklich befinden sich in dem Schlosse das Amtsgericht, die Oberförsterei und das Rentamt. Ein Teil des Schlosses soll als Verkehrsmuseum für das Erzgebirge eingerichtet werden, die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen.

Das Schloß liegt auf einem steilen Porphyrfelsen und besteht aus einem mächtigen Viereck, von vier eigenartigen Ecktürmchen gekrönt, und zeigt seine Fronten nach den vier Himmelsrichtungen. Vier Hauptgebäude: Sonnen-, Linden-, Hasen- und Küchenhaus umschließen den Hof.

Der Volksmund rühmte einst von dem Schlosse, daß es soviel Fenster habe, wie das Jahr Tage, soviel Schornsteine, wie das Jahr Wochen, so viel Wetterfahnen, als das Jahr Monate.

Wir betreten das Schloß von Norden her durch den Haupteingang. Eine steinerne Brücke führt über den Graben, der einst Bärenzwinger war. Durch ein wohlerhaltenes Burgtor im italienischen Renaissancestil betreten wir den Schloßhof. Vor dem Schloßtor betrachten wir den Pranger mit dem Halseisen. Der Märchenbrunnen im Schloßhof, vom sächsischen Kunstverein gestiftet, würde an anderer Stelle besser wirken, hier stört er den einheitlichen Eindruck. Vor dem Lindenhaus eine große Linde, deren Krone durch ein Balkengerüst gestützt wird. Sie soll 1421 verkehrt gepflanzt worden sein. Sie hat einen Umfang von 7 ~m~, der Stamm ist aber nur 2,3 ~m~ hoch, dann breiten sich die Äste weit aus. 1669 schützte man den Stamm durch eine kupferne Haube vor dem Hohlwerden. In der Schloßkirche, erbaut von Erhard van der Meer, kostbare Gemälde Lukas Cranach des Jüngeren. Das Altargemälde zeigt Vater August und Mutter Anna mit ihren zahlreichen Kindern. Im hinteren Schloßhof der vom Bornhaus geschützte 170 ~m~ tiefe Brunnen, 1568--75 von Hans Planer, dem Freiberger Bergmeister für 72000 rheinische Gulden gebaut. Seit 1879 ist er nicht mehr im Betrieb.

Vom Aussichtsturm aus hübsche Aussicht.

Von der Stadt entweder den blau-gelben Marken folgend direkt nach Station Erdmannsdorf, oder mit der Drahtseilbahn hinabfahrend. Man kann den Ausflug sehr lohnend um eine Stunde erweitern, wenn man den _Kunnerstein_ mit besucht.

Vom Restaurant Schloßberg aus die Waldstraße geradeaus, durch die Villenkolonie, die Vater-August-Straße rechts ab zum Waldhaus (Kurhaus und Hotel). Nun die König-Albert-Straße abwärts. An Café Seeliger vorbei. Dann die Zschimmerstraße halbrechts kreuzend, den Waldweg weiter, erst den weißen, dann den rot-gelben Marken nach zum Kunnerstein.

Ein anderer Weg ist folgender: Vor dem Restaurant Schloßberg rechts ab den »Reitsteig-Poetenweg«. An der Waldecke links ein Rainstein. Unter demselben teilt sich der Weg. Wir gehen halbrechts hinab in ein Tal zur Bismarck- und Moltke-Eiche. Den Weg in der alten Richtung weiter, immer den Telephondrähten nach, über die Höhe hinab zum _Kunnerstein_.

438 ~m~ hohe Felsbastei über dem Zschopautale. Restauration. Prächtiger Blick ins Zschopautal.

Nun entweder nach Erdmannsdorf oder nach Hennersdorf, um den Bahnanschluß zu erlangen. Nach Erdmannsdorf wandert man folgendermaßen:

Links die Stufen hinab, den Marken folgend durch den Wald. Bei der Wegteilung rechts fort. Hübscher Blick auf Erdmannsdorf.

Der Weg nach Hennersdorf ist folgender:

Nach Verlassen der Gaststätte rechts den Promenadenweg. An der ersten Wegteilung rechts, ebenso an der zweiten. Der Weg ist gelb-weiß bezeichnet. Er biegt dann etwas links und führt dann an einem Bache hinab. Im Tale angekommen links. Nach Verlassen des Waldes über Wiesen auf die Straße und auf dieser hinab nach Station _Hennersdorf_.

~b~) _Flöha_ -- _Struthwald_ -- _Erdmannsdorf_ (1½ Std.) -- _Augustusburg_ (40 Min.) -- _Dorfschellenberg_ (½ Std.) -- _Leubsdorfer Spinnerei_ -- -- _Hohenfichte_ (1 Std.) -- _Metzdorf_ -- _Hetzdorfer Bastei_ (1 Std.) -- _Bahnhof Falkenau_ (40 Min.).

Wanderzeit: 5 Std. 20 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn. Siehe auch Wandervorschläge 13.

Die Straße abwärts, durch das Tunnel, rechts weiter. Durch ein zweites Tunnel. Am Postamt vorüber. Über die Brücke des Fabrikgrabens. Beim Restaurant Albertsburg links dem Wegweiser »Struthweg« folgen. An der Spinnerei Weißbach & Sohn hin. Über den Graben, sodann überschreiten wir auf der Struthbrücke die Zschopau. Rechts die Mündungsstelle der Flöha. Unter dem Viadukt hinweg. Der Fußweg bergan bringt uns in den Struthwald. Nach wenigen Minuten geht links ein Fahrweg ab, mit dem Wegweiser »Plaue« versehen. Ihm folgen wir bis Flurstein 44. Nun den Schneisenweg rechts zwischen Abteilungspfählen 1 und 2. Wir überschreiten einen Fahrweg. An Stein 45 vorbei. Bei Abt. 1 und 9 einen Fahrweg überschreiten. Links werden Häuser sichtbar, die sogen. »Neue Sorge«. Den sumpfigen Stellen unseres Weges weichen wir nach rechts aus. Bei Stein 48 die Fahrstraße kreuzen. Den Rasenweg in der alten Richtung weiter. An Stein 49 vorbei. Fahrweg überschreiten. Der Weg geht bergab. Bei Stein 50 im Tal des Hahnebaches. Abteilungsnummer 22 rechts am Baume. Wir bleiben in unserer Richtung und passieren den Bach (ohne Brücke!). Wir kommen zu Stein 51. Stufenweg. Einen Fahrweg kreuzen. Wir gelangen zu Abteilung 21. In der alten Richtung fort. Stein 52. Der Weg wird schmäler und fällt. Es kommt Stein 53. Wir überschreiten den Schwarzbach und gehen wieder bergauf. Der Weg führt durch sehr schönen Wald, reichlich mit Buchen durchsetzt. Bei Stein 54 kreuzen wir den »Strengen Furth-Flügel-Weg«. Der Weg führt weiter bergab und gelangt ins Tal des Kalten Baches. Am Stein 55, der am Bache steht, vorbei. Am Bache den Fahrweg hingehend aus dem Wald heraus. Auf die Straße. Auf dieser nach rechts wandernd nach _Erdmannsdorf_.

Gewerbfleißiges Dorf mit 1700 Einwohnern, 294 ~m~ hoch an der Zschopau, von Wald umgeben, daher gern als Sommerfrische aufgesucht. Im Schloßhofe des der Familie v. Könneritz gehörigen Rittergutes eine 400jährige Linde. Spinnereien von Meister mit vorbildlichen Wohlfahrtseinrichtungen.

Von Erdmannsdorf nach Augustusburg kann man die Drahtseilbahn benutzen.

Fußgänger wählen folgenden rot bezeichneten Weg: Vom Bahnhof die Straße nach rechts zur Eisenbahnbrücke. Dreifache Wegteilung. Wir wählen den mittelsten Weg, der uns am Bache hin bis zu einer Wegteilung führt. Links am Bache weiter. Den Rodelbahnweg hinauf. Wegteilung: rechts den steilen rot markierten Weg. Wieder auf den Rodelbahnweg. Längs diesem zur Endstation der Drahtseilbahn und Restauration Waldfrieden. Hinter letzterem die Stufen hinauf zu _Cantors Ruhe_, einem Felsenvorsprung mit hübscher Aussicht. Dann an der Kirche vorüber, durch die Pfarrgasse zum Schlosse _Augustusburg_. Weiteres unter 21 ~a~.

Nach Besichtigung des Schlosses, das Tor verlassend rechts durch die Stadt, abwärts an den Gasthäusern Lehngericht und Weißer Hirsch vorüber. Die Poststraße rechts weiter. Nach knapp 5 Minuten links den »Hohlweg« hinunter, der uns auf die Fahrstraße bringt. Diese immer weiter bergab nach _Dorfschellenberg_. Unterhalb des Gasthauses teilt sich der Weg. Wir gehen rechts in Richtung »Leubsdorf« aufwärts. An Kirche und Friedhof vorbei. Dann ins Flöhatal hinab. Nun kurz nach Kilometerstein 2,6 links auf die Leubsdorfer Spinnerei zu. Am Tore den Fußweg links am Zaune hin. Der Weg bringt uns an prächtigen Wald und geht immer an der Flöha abwärts. Durch die Eisenbahnbrücke. Rechts ein Haus mit Scheune. Wegteilung: beide Wege vereinigen sich nach ¼ Stunde wieder. Wir gelangen nach _Hohenfichte_. (Wanderung 13). Rechts über die Flöha nach _Metzdorf_. Die Fahrstraße weiter bis zum Gasthaus Waldpark. Bei der Station Metzdorf die Bahn (Hetzdorf--Eppendorf) überschreiten. Über die Höhe. An der Parkettfabrik vorbei. 5 Minuten darnach rechts dem Wegweiser folgend vom Talweg ab und einen Fußweg bergan. Wegteilung: rechts weiter. Auf der Höhe bei Abteilung 99 scharf nach links den Waldweg weiter. Der reizende Weg bringt uns zur _Hetzdorfer Bastei_. (Wanderung 13).

Nach Genießen der prächtigen Aussicht ein Stückchen zurück und in der alten Richtung hinab. Über die Bahn, durch Felder, an den Wald. Nun links weiter. Durch die Wattefabrik. Über die Flöhabrücke. Wir gelangen zu Bahnhof _Hetzdorf_. Dahinter über die Brücke, dann rechts den Weg bis zum Beginn an Falkenau. Hier über das Geleise der Bahn nach links. Durch die Ziegelei. Immer auf dem Fußweg bleiben bis zur Station _Falkenau_. Linie Chemnitz--Dresden.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~c~) _Gablenz_ -- _Schere_ (1¼ Std.) -- _Kunnersdorf_ (1¼ Std.) -- _Kunnerstein_ (½ Std.) -- _Augustusburg_ (½ Std.).

Wanderzeit: 2½ Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Gablenz.

Nach Verlassen der Straßenbahn die Straße immer weiter. Sie steigt allmählich an bis zum Gasthof Adelsberg, volkstümlich unter dem Namen »Schere«. Die Straße bietet nun schöne Ausblicke, besonders auf Lichtenwalde, Frankenberg und Sachsenburg. Bei Kilometerstein 6,1 Wegteilung. Wir folgen dem Wege halbrechts nach Kunnersdorf. Einen Feldweg überschreiten. Zur Waldecke. Grenzstein 107. Vierfache Wegteilung: Geradeaus, also nicht in den Wald. Erst noch kurze Zeit am Waldrande hin und dann geht es in den Wald hinein. Etwas steil abwärts. Der Wald führt den Namen der »Schwarze Wald«, wird vom Volke aber das »Rauche Gebiet« genannt. Wir gelangen auf die Sternmühlen-Tal-Straße. Diese nach links abwärts bis zur Wattefabrik in Kunnersdorf. Das Dorf beginnt in wenigen Minuten. Bei Haus Nr. 13 gehen wir rechts weiter durch das Dorf. Prächtiger Blick auf die Augustusburg. Beim Gasthof überschreiten wir links die Zschopaubrücke. Etwa 1 Minute dahinter rechts weiter, am Bahndamm empor und die Bahn überschreiten. Nun den Fußweg, der mit Stangengeländer versehen ist, aufwärts. Oben kommen wir durch Felder auf einen Feldweg. Diesen rechts hinauf nach dem Walde. Im Walde teilt sich der Weg. Rechts weiter und auf dem gebräuchlichen Kunnerstein-Weg nach rechts. An der Luthereiche vorbei zum Kunnerstein. (Seite 157).

Zur Augustusburg führen verschiedene Wege. Wir gehen am Gasthaus Kunnerstein zunächst rechts abwärts. Bei der nahen Wegteilung links hinauf, den rot-gelben Marken folgend. Nach ca. 15 Minuten teilt sich die Straße, links die Waldstraße aufwärts, den blau-weißen Marken nach. Villenkolonie. Endlich zur Restauration Schloßberg. Nun beim Kilometerstein 0,0 den blau-weißen Marken nach, aufwärts. Bei Kilometerstein 0,1 links zum König Friedrich August-Platz, von dem man eine reizende Aussicht genießen kann, rechts weiter zum Schloßeingang. Von Augustusburg nach Station Erdmannsdorf siehe Wanderung 21 ~a~. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~d~) _Kunnerstein_ -- _Hennersdorf_ (30 Min.) -- _Witzschdorf_ (40 Min.) -- _Waldkirchen_ (30 Min.) _Zschopau_ (40 Min.)

Wanderzeit: 2 Std. 20 Min.

Ausgangspunkt: Gasthaus Kunnerstein.

Hierher wie unter ~a~ oder ~c~.

Den Promenadenweg rechts abwärts. Nach wenigen Schritten Wegteilung: rechts. Bei der nächsten Wegteilung wiederum rechts ab. Der Weg dreht sich links aufwärts und kommt in ein Seitental, in diesem rechts abwärts. Unten Wegteilung: links weiter. Über Wiesen auf die Augustusburg-Hennersdorfer Straße. Rechts abwärts nach Hennersdorf. Am Gasthof vorüber zur Zschopaubrücke. Diese nicht überschreiten, sondern die Dorfstraße weiter. Bei der Haltestelle Hennersdorf über die Geleise. Rechts Holzwarenfabrik von Leistner. Nun den Uferweg an der Zschopau hin. Zu Strobels Brücke. (Zu Strobels Holzschleiferei Schöntal führend.) Der Weg wird schmal, er geht oberhalb des Bahndammes aufwärts. Gebäude der Witzschdorfer Nähfadenfabrik werden sichtbar. Zur Station _Witzschdorf_.

Dorf mit 1300 Einwohnern. Sächsische Nähfadenfabrik, A.-G. vormals Heydenreich.

Links über die Geleise, die Straße hinauf. Auf der Höhe Wegteilung: rechts weiter. Die ebene Straße bietet prächtige Aussicht. Straßenteilung: rechts abwärts nach _Waldkirchen_.

Dorf mit 1760 Einwohnern. Die Station liegt 316 ~m~ hoch. Das langausgedehnte Dorf streckt sich bis zur Höhe von 515 ~m~. Bedeutende Holzwarenfabrikation. Der Ortsteil auf dem linken Zschopauufer in der Nähe des Bahnhofes heißt Zschopental.

Vor Überschreiten der Brücke rechts Mühle mit Weberei und Zwirnerei. Über die Brücke zum Gasthof Eichhörnchen. Wir überschreiten die Bahn. Bahnhof Waldkirchen bleibt links. Der Weg teilt sich, wir folgen dem Weiser »Zschopau« halblinks hinauf. Nach Kilometerstein 7,3 durch einen Fußweg links die Straße abschneiden. Die Straße überschreiten und zum Königsplatz, dann diesen überqueren und durch die Königstraße zum Alt- und Neumarkt von _Zschopau_.

Stadt mit ca. 8300 Einwohnern in prächtiger Lage 326 ~m~ hoch gelegen. Ursprüngliche Namen Zschachpe, Scopa, Zschopa. Die Gründung des Ortes wird Heinrich I. zugeschrieben, der das Schloß Wildeck als Burgwarte zur Bewachung des Flußüberganges erbaute. Der älteste Teil des Schlosses, der jetzt noch stehende Wartturm, führt daher im Volksmunde den Namen »Der dicke Heinrich«. Die Lage der Stadt an einer Hauptverkehrsstraße des mittelalterlichen Deutschlands (zwischen Hamburg--Leipzig--Chemnitz--Prag--Wien--Triest) beeinflußte in günstiger Weise die Entwickelung der Stadt. Sie hatte vielfach unter Kriegsnöten zu leiden, erholte sich aber von allen Drangsalen bald wieder. Die Industrie beschäftigt sich mit Baumwollspinnerei, Weberei, Strumpfwirkerei und Zwirnerei. Bekannt ist die Baumwollspinnerei von Jakob Georg Bodemer († 1888), der durch bahnbrechende Verbesserungen der Spinnerei und durch hochherzige Verwendung seiner Mittel für Volksbildung usw. ein Wohltäter des Erzgebirges geworden ist.

Zschopau ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~e~) _Zschopau_ -- _Bodemerkanzel_ -- _~Via mala~_ -- _Wilischthal_ (1¼ Std.) -- _Scharfenstein_ (¾ Std.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher von Chemnitz direkt mit der Bahn, oder nach Wandervorschlag 21 ~d~.

Aus dem Bahnhof tretend nach rechts bis zur Zschopaubrücke. Jenseits derselben links die Stufen hinab. Unser Weg ist blau-weiß markiert. Die Thumer Straße aufwärts, am Restaurant Grüne Aue vorbei. Zu Scheunen. An der letzten Wegteilung: links abwärts zum Bache und hier, vor dem Steinbruch, links hinauf. Wir gelangen an den Wald. Halblinks den Fußweg weiter, der uns nach wenigen Minuten zur _Bodemerkanzel_ führt.

Felsvorsprung mit Ruhebank und Inschrifttafel, die den wonnevollen Eindrücken des Ortes Ausdruck verleiht. Wir stehen an einem der schönsten Punkte des ganzen Tales, das sich in voller Schönheit dem Auge darbietet. Unter uns das Wehr der Bodemerschen Spinnerei, gegenüber das Tischautal, rechts der Ziegenrück, Schloß Scharfenstein, sowie die Kuppe des Pöhlberges. Links der Zschopenberg mit der Bismarckhöhe.

Von der Kanzel unsern Weg bis zum Waldende zurück und links an demselben hin bis zum Fußweg. Auf diesem links im Walde abwärts. Immer gerade hinunter. Herrliche Wanderung bis zu den Felswänden der _~Via mala~_. Weiter auf den Talweg hinab und auf diesem am Flusse aufwärts nach _Wilischthal_.

Ortsteil von Zschopau, 340 ~m~ hoch gelegen, mit großer Papierfabrik. Kopfstation der Linie Ehrenfriedersdorf--Thum. Rechts, steil über dem Tal, der Affenstein, an der Flaggenstange kenntlich.

Von der Station hinauf auf die Talstraße und auf dieser nach rechts. Wegteilung: links ab, dem Wegweiser »Weg zur Schloßbrauerei« folgen. Dieser Weg, die sogenannte Alte Scharfensteiner Straße, geht mit der neuen Talstraße ein Stück parallel. Nach einer knappen halben Stunde scharfe Biegung nach links. Einzelne Häuser von Scharfenstein. Den Bach überschreiten, dann rechts weiter. Hinan zum _Schloß Scharfenstein_.

Auf stolzer Bergeshöhe gelegen, ein malerisches Bild. Durch ein Portal, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, mit den Wappen derer von Einsiedel und von Ponikau verziert. Schloßhof mit dem 17 ~m~ hohen und 8,5 ~m~ dicken Bergfried. Weitere Besichtigung ist nicht gestattet. Die Burg gehörte im 12. und 13. Jahrhundert den Herren von Waldenburg und Wolkenstein und war eine berüchtigte Raubritterburg. 1312 wurde sie deshalb zerstört und gelangte im 15. Jahrhundert, neu aufgebaut, in den Besitz der Familie von Einsiedel.

Das Dorf Scharfenstein zählt gegen 950 Einwohner und liegt 354 ~m~ hoch. Als Sommerfrische gern aufgesucht. Große Spinnerei von Lechla, zu den ältesten in Sachsen gehörig. Scharfenstein ist der Geburtsort des bekannten Wildschützen Karl Stülpner, der am 30. September 1762 hier geboren ward. Von allen gefürchtet, aber wegen seiner Gutherzigkeit auch geliebt. Seine Streifzüge unternahm er bis weit hinein ins Böhmerland. Seine Taten wurden mit dem Nimbus der Romantik umkleidet und gaben Stoff zu zahlreichen Erzählungen und Theaterstücken. Er starb am 24. September 1841 in Scharfenstein.

Scharfenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~f~) _Zschopau_ -- _Ziegenrück_ -- _Scharfensteiner Kanzel_ -- _Scharfenstein_.

Wanderzeit: 1½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher mit der Bahn oder wie unter 21 ~d~.

Eine sehr lohnende Waldwanderung. Wegbezeichnung weiß-rot-weiß. Auf der Scharfensteiner Straße über die Bahn. Beim Walde den Fahrweg halblinks aufwärts. Nach knapp 3 Minuten geht ein Fußweg links ab, den wir nicht benutzen. Von rechts mündet ein Fahr-, von links ein Fußweg in unsern Weg. Nach ungefähr 20 Schritten halbrechts den breiteren Fußweg. Von unserm Wege kann man nach rechts einen Abstecher zu Mosens Ruhe machen, um die schöne Aussicht zu genießen. Links folgen Forstabteilungen 13, 14, 15, rechts 23, 22, 21. Nach Besteigen der Höhe sind wir auf dem vorderen Ziegenrück angekommen, der mit schönem Buchenwald bedeckt ist. Wir wandern auf einem Bergrücken. Rechts das Zschopautal, links das Hohndorfer Tal. Am Ende des Buchenwaldes teilt sich der Weg. Wir gehen in derselben Richtung weiter. Unser Weg führt durch Nadelwald und steigt etwas an. Wir gelangen zu einer Ruhebank, von der aus man einen hübschen Blick ins Wilischtal mit dem Geiersberg im Hintergrunde genießt. Mehrfache Wegteilung: In der alten Richtung am Buchenwalde steil hinab. Wegteilung: Geradeaus. Es folgen die Abteilungsnummern 18/17. Kurz darnach zum höchsten Punkte unserer Wanderung, dem 535 m hohen _hinteren Ziegenrück_.

Immer in unserer Richtung weiter, ohne links und rechts abzugehen. An einem alten Grenzstein vorüber, zum Waldrande. Hübscher Gebirgsblick auf die Dreibrüderhöhe mit Turm, den Hirtstein. Am Waldrande hin, dann über Feld und dann rechts abwärts wieder in den Wald. Achtung! Nach ca. 300 Schritten rechts einen empfehlenswerten Abstecher auf die _Scharfensteiner Kanzel_ unternehmen. Von dieser Felsklippe ein ganz großartiger Blick auf den Zschopaufluß. Zurück zu unserm Wege und nun hinab zum _Kessel_, ein Talgrund, in dem zwei Waldbäche zusammenfließen. Rechts die Brücke überschreiten und am Bache abwärts bis zur Schloßbrauerei. Von hier links aufwärts zum Schloß Scharfenstein. Siehe Seite 165.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~g~) _Scharfenstein_ -- _Hopfgarten_ (¾ Std.) -- _Warmbad_ -- _Wolkensteiner Schweiz_ -- _Wolkenstein_ (2 Std.).

Wanderzeit: 2¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Scharfenstein. Hierher mit der Bahn oder wie unter 21 ~e~ und ~f~. Über Scharfenstein siehe Seite 165.

Vom Bahnhof aus rechts. Über die Zschopaubrücke. Hernach geradeaus. Wegteilung: links im Tale weiter, dem Wegweiser: »Hopfgarten« folgen. Bald wieder eine Wegteilung: links, dem breiten Wege nach. Das Tal ist anfangs breit, später treten die Talwände mehr zusammen. Der Rückblick auf Scharfenstein ist sehr anmutig. Wir gelangen nach _Hopfgarten_.

Dorf mit 360 Einwohnern, an beiden Ufern der Zschopau gelegen.

Nun über die Holzbrücke aufs jenseitige Zschopauufer. Sofort rechts weiter an der Bahn hin. Unter der Bahn weg, in südöstlicher Richtung hinauf in den Wald und nach _Warmbad-Wolkenstein_.

Die wärmste Heilquelle Sachsens, 29° ~C~. Zur Unterbringung der Badegäste dienen eine größere Anzahl an Baulichkeiten. An der Quellenfassung ein Altarbild mit der Jahreszahl 1385. Das Bad hieß in alten Zeiten »Das Warme Bad zu unsern lieben Frauen auf dem Sande«. Jedenfalls war hier ein Wallfahrtsort. Von den sächsischen Fürsten wurde die Quelle gern aufgesucht.

Nun durch den Hüttengrund abwärts bis zum Wegweiser »_Wolkensteiner Schweiz_«. Der Weg zeigt blau-weiße Markierung. Steil empor, zuletzt auf die Leiter zur _Viehtriffthöhe_ mit schöner Aussicht. Weiter zur _Himmelsleiter_ mit Unterstandshütte. Nun zum _Echoplatz_, auf der Höhe gelegen. Dabei einen Abstecher zur Brückenklippe, mit hervorragend schönem Talblick. Nun zum Felsentor und aus dem Walde heraus. Zur Straße und links zum Bahnhof _Wolkenstein_.

Stadt mit 2400 Einwohnern, Bahnhof 391, Stadt 470 ~m~ hoch gelegen. Posamentenindustrie.

Zur Stadt (¼ Std.) geht man an Hotel Stadt Dresden vorbei. Dort den Stadtberg empor, wobei man den Haganlagen einen Besuch abstatten kann.

Das Schloß Wolkenstein, im 13. Jahrhundert Besitz der Waldenburger, fiel an das sächsische Fürstenhaus und wurde, namentlich im 16. und 17. Jahrhundert, öfters von den Fürsten bewohnt.

Wolkenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg und Kopfstation der Preßnitztalbahn Wolkenstein--Jöhstadt.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~h~) _Dittersdorf_ -- _Weißbach_ (½ Std.) -- _Wilischthal_ (1 Std.) -- _Scharfenstein_ (¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (2¾ Std.)

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie: Chemnitz--Aue--Adorf.

Nach Verlassen des Bahnhofs über das Geleise und zur Straße. Diese nach rechts. Bei der Straßenteilung in der alten Richtung bleiben. Bis zu Stöckels Gasthaus. Straßenteilung: rechts weiter. Nach _Weißbach_.

Langausgedehntes Dorf mit 1600 Einwohnern.

Vom Gasthof zur Linde links im Dorfe abwärts. Am Rittergut vorüber. Straßenteilung: weiter im Dorfe in derselben Richtung abwärts. An Kirche und Schule, sowie Gasthaus Lehngericht vorbei. Zum Gasthof Mittel-Weißbach. Hier geradefort gehen. Am Gasthaus Wettin vorbei. Beim Ausgang des Dorfes Wegteilung: in der alten Richtung weiter. Wir gelangen ins Wilischtal zur Papierfabrik mit Einkehrgelegenheit. Nun an der Wilisch weiter bis zur Mündung in die Zschopau. Dort über die Zschopaubrücke zum Bahnhof _Wilischthal_.

Weiterwanderung unter 21 ~e~ bis Scharfenstein, dann unter 21 ~g~ bis Wolkenstein.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

22. Durch das Preßnitztal zum Haßberg, Kupferhübel, Herrgottstuhl und Keilberg.

Eine außerordentlich lohnende Wanderung für rüstige Fußgänger, die von Chemnitz aus in 2 Tagen auszuführen ist. Ein Stück wird das liebliche Preßnitztal durchgangen, dann berührt man die wilde Gegend des Haßberges, genießt von einem der schönsten Aussichtspunkte des ganzen Gebirges -- dem Kupferhübel -- eine prachtvolle Aussicht, steigt dann in das schöne Egertal hinab, besteigt den wenig begangenen Herrgottstuhl und nimmt einen alpinen Aufstieg zum Keilberg. Am 2. Tag bricht man möglichst zeitig in Pürstein auf, um rechtzeitig den Abendzug in Oberwiesenthal zu erreichen.

1. Tag: _Steinbach_ -- _Schmalzgrube_ (¾ Std.) -- _Christophhammer_ (¾ Std.) -- _Haßberg_ (1¼ Std.) -- _Preßnitz_ (1 Std.) -- _Kupferberg_ (1¼ Std.) -- _Kupferhübel_ (½ Std.) -- _Kleintal-Pürstein_ (2 Std.).

2. Tag: _Okenau_ (1 Std.) -- _Herrgottstuhl_ (1¼ Std.) -- _Krondorf_ -- _Hauenstein-Warta_ (1 Std.) -- _Hüttmesgrün_ -- _Hauensteiner Forsthaus_ -- _Hofberg_ -- _Keilberg_ (4½ Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1 Std.).

1. Tag.

Wanderzeit: 7½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Steinbach. Linie Wolkenstein--Jöhstadt.

_Steinbach_, Dorf mit 1100 Einwohnern. Über die Bahn und am linken Ufer der Preßnitz bis zur Brücke, weiter auf dem rechten Ufer am Flusse hin bis zur Straße. Auf dieser nach _Schmalzgrube_. Dorf am Zusammenfluß des Schwarzwassers und der Preßnitz, als Sommerfrische stark besucht. Bis zum Gasthof Lorenzmühle. Dann über die Preßnitz und die linke Straße gehen. Wir überschreiten die Grenze, gehen an einer Sägemühle vorbei nach _Christophhammer_.

Böhmisches Grenzdorf mit 750 Einwohnern, 659 ~m~ hoch gelegen.

Es empfiehlt sich nun, zum Haßberg einen Führer mitzunehmen, da der Besitzer, Graf Buquoi das Betreten des Waldes und das Anlegen jeglicher Markierungen verbietet. Man wandert auf der Preßnitzer Straße bis zur Brettmühle. Hier links ab zum Forsthaus. Von hier den breiten Fußweg in nördlicher Richtung bis zur 2. Schneise, die rechts zur Höhe führt. Auf dieser Schneise ca. 10 Minuten, dann rechts auf einen Fußpfad, der sich zum Gipfel des _Haßberges_ emporschlängelt.

990 ~m~ hoch. Er besteht aus Leucitbasalt und ist fast ganz bewachsen. Aussicht bietet er am besten noch von der nach Christophhammer gelegenen Seite. Im Osten Sebastiansberg, dahinter das böhmische Mittelgebirge. Südosten: Preßnitz, Kupferhübel, Kupferberg, dahinter das Duppauer Gebirge. Rechts vom Kupferberg: Schmiedeberg, Keil- und Fichtelberg, entfernter rechts der Auersberg. Im Westen: Bärenstein und Scheibenberg, rechts davon der Pöhlberg.

Den Abstieg nimmt man ohne Führer am besten auf dem Herwege bis zur Brettmühle zurück, dann die Preßnitzer Straße weiter, am Mauthäusel (Gasthaus) vorüber nach Preßnitz.

Man kann auch den mühsamen Weg vom Haßberggipfel auf der Südwestseite durch das Steingeröll auf die Forststraße nehmen und den Kammzeichen folgend am Forsthaus vorüber nach _Preßnitz_ wandern.

_Preßnitz_, Stadt mit 4000 Einwohnern, 721 ~m~ hoch gelegen, früher freie Bergstadt. Eine echte Musikantenstadt. Scharen von Musikern und Musikerinnen gehen alljährlich in die Welt hinaus, bis nach der Türkei, Nordafrika und Amerika. Die Hauptinstrumente sind Guitarre, Harfe, Violine und Cello. Ignaz Walter 1776--92 Bürgermeister von Preßnitz ist der Begründer des Preßnitzer Musikantenwesens. Er selbst war Harfenist und führt den volkstümlichen Beinamen »König David«.

Nun an der Stadtkirche vorbei links zur Landstraße. Auf dieser am Friedhof _rechts_ vorbei bis zur Brücke. Hier rechts den Fußweg ab. Dieser kreuzt mehrere Feldwege, geht an drei einzelstehenden Kreuzen vorbei. Immer in der Richtung bleiben. An einzelnen Häusern von Köstlwald vorüber. Über die Höhe. Hinter dem Bahnwärterhaus die Bahn überschreiten, rechts weiter zur Stadt _Kupferberg_.

Städtchen mit 1200 Einwohnern, 841 ~m~ hoch am Südabhang des Erzgebirges gelegen. Einst ergiebiger Kupferbergbau. Der Mariahilfstollen am Kupferhübel kann wegen seiner Malachitbildungen gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. ¼ Stunde nördlich der Stadt der _Kupferhübel_, 908 ~m~ hoch, der eine der schönsten Aussichten des Erzgebirgskammes bietet. Der Gipfel trägt ein Gasthaus, sowie die Mariahilf-Kapelle. Die Aussicht ist prächtig. Nordosten: der Haßberg. Norden: Preßnitzer Spitzberg. Nordwesten: Dorf Schmiedeberg. Westen: Im Vordergrunde Oberhals, dahinter der Gottesgaber Spitzberg, rechts davon der Keilberg, weiter rechts der Fichtelberg, das einzelne Haus an seinem Westabhang ist das Neue Haus, links vom Keilberg der Hauenstein. Im Süden und Osten überschauen wir einen großen Teil des Egertales. Jenseits davon die Ruine Engelhaus. Weiter das Mittel-, Lysen- und Duppauer Gebirge. Im Osten: den Milleschauer. Im Südosten: Kaaden a. d. Eger, etwas links davon Saaz. In dieser Richtung soll man bei günstigem Wetter die Weißen Berge bei Prag erblicken. Im Süden: Kupferberg, über dem Kirchturm gerade hinaus Ruine Egerburg. Rechts davon der Lysenkamm. Vor diesem die Ruine Schönburg, etwas rechts davon im Hintergrunde der Oedschloßberg bei Duppau.

Wir wandern von der Südecke des Städtchens weiter, schneiden die Straßenwindungen ab und gelangen zur Sphinx, einem Felsgebilde. Nun auf alpinen Steigen bei herrlicher Aussicht hinab nach _Steingrün_ und _Kleinthal_, Ortschaften, deren Häuser weit verstreut sind. Dann am Bühlbache weiter hinab nach _Pürstein_.

Dorf am Fuße des Himmelsberges, 351 ~m~ hoch gelegen. Oberhalb davon die spärlichen Überreste der Burg Pürstein. Gelegenheit zum Übernachten haben wir in den Gasthäusern Schloßberg, Stadt Wien, Eisenhammer.

2. Tag.

Weiter abwärts zur Station Pürstein und auf der Straße nach _Okenau_. Nun das »Kunststräßel« aufwärts zum Hegerhaus, wo man der Sicherheit wegen noch einmal Wegerkundigungen einziehen kann. Nun nach rechts. Ca. 150 ~m~ dahinter links an einer alten Buche vorbei, steil zur Höhe hinauf. Von der Felsbastei, einem natürlichen Felsstuhl, aus herrliche Aussicht ins Egertal.

Im Nordwesten unter uns das Dorf Wotsch. Im Westen der Keilberg mit Turm, davor etwas rechts die Wirbelsteine. Im Nordosten: Ruine Schömburg. Im Norden: Okenau, dahinter Pürstein. Weiter hinaus der Kupferhübel. Im Westen: der Himmelstein.

Wir wandern nun auf bezeichnetem Wege westlich zu einem Jagdunterstand, daneben ein Hochsitz. Dann in Windungen auf schmalem Fußweg hinab nach _Krondorf-Sauerbrunn_.

400 ~m~ hoch gelegen. Hübsche Anlagen und Promenaden. Kurrestaurant und Quellenhaus.

Nun hinab zur Station _Hauenstein-Warta_. Das Dorf Warta liegt am jenseitigen Ufer der Eger, die wir überschreiten. (Brückengeld!)

Nun links durch das Dorf, die Fahrstraße weiter. Über eine Steinbrücke. Dahinter rechts ab, dem Wegweiser folgend nach Dorf _Hauenstein_. Malerisch liegt dabei auf einem Basaltfelsen das dem Grafen Buquoi gehörige Schloß.

Beim 1. Hause von Hauenstein halblinks hinauf zur breiten Fahrstraße. Auf dieser rechts weiter nach _Hüttmesgrün_. Vom Gasthause aus kürzen wir auf einem steilen Fußwege die Straßenbogen. Steil hinauf zum _Hauensteiner Forsthaus_, (volkstümlicher Name Reitförster). Der Rückblick ist überwältigend schön. Am Forsthaus vorbei und auf der Straße weiter wandern. Links die Felsklippen sind die 1094 ~m~ hohen Wirbelsteine. Die Waldstraße bringt uns zum _Mauthaus_ (Wirtshaus), an der Kaiserstraße nach Kupferberg gelegen. Mit dieser dann zum Gasthaus _Hofberg_. Dahinter links hinauf in ½ Stunde zum Gipfel des _Keilberges_.

Über den Keilberg und die Abstiege von demselben siehe auch Wanderung 24.

Nach Oberwiesenthal auf rot-weiß bezeichnetem Fußwege. Die Kaiserstraße überschreitend zum Gasthaus Waldschlössel. Zum Waldrand und dann zum Grenzbach hinab. Dann wieder bergan zu Stadt und Bahnhof _Oberwiesenthal_.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

23. Nach Annaberg, dem Pöhlberg und Bärenstein oder Scheibenberg.

Neben den landschaftlichen Schönheiten bringt diese Wanderung allerlei historisch und volkstümlich Wertvolles. Auf Schritt und Tritt begegnet man Zeugen der einstigen Bergherrlichkeit. Der Silberreichtum ist dahin, aber Annaberg hat seinen Ruf als Hauptstadt des oberen Erzgebirges zu wahren gewußt. Gern besucht der Wanderer die prächtige und geistig regsame Bergstadt. Ehrwürdige Vergangenheit und vorwärtsstrebende Gegenwart reichen sich hier die Hand. Schon die Bahnfahrt durch das schöne Zschopautal ist genußreich. Wir verlassen die Bahn in Schönfeld. Die Wanderungen sind wenig anstrengend und bequem an einem Tage zu erledigen.

~a~) _Bahnhof Schönfeld_ -- _Markus Röhling_ -- _Käthchenstein_ -- _Schreckenberg_ -- _Frohnauer Hammer_ -- _Annaberg_ -- _Pöhlberg_.

Wanderzeit: ca. 3 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Schönfeld. Linie Chemnitz--Annaberg.

Vom Bahnhof rechts hinauf zum Restaurant Erholung. Nun rechts hinab ins Tal. Unterhalb des Bahnhofes mündet die Sehma in die Zschopau. Nun im Sehmatale links aufwärts bei der Fabrik Neudeck, den rot-weißen Marken nach. Der Weg teilt sich. Rechts den gelb-weiß-gelben Marken nach, hinauf nach _Markus-Röhling_, einem verlassenen Silberbergwerk in idyllischer Lage mit einfacher Restauration. Nach Verlassen des Gasthauses den gelb-weiß-gelben Marken folgend am Käthchenstein, einem sagenumwobenen Felsen, vorüber nach dem _Schreckenberg_.

666 ~m~ hoch, mit einer künstlichen Ruine, von deren Turm aus man einen ganz prächtigen Blick besonders auf Annaberg und den Pöhlberg genießen kann.

Nun hinab auf steilem Wege zum _Frohnauer Hammer_.

Dieser älteste Profanbau der ganzen Gegend aus dem Jahre 1470 besitzt noch alle uralten Einrichtungen seines Betriebes. Der Hammer ruht zwar, aber seine Einrichtung bleibt durch den Hammerbund erhalten. Der ehemalige Besitzer Martin erklärt das Werk. Das Herrenhaus stammt aus dem Jahre 1697 und birgt im Erdgeschoß eine erzgebirgische Schankstube, während im Obergeschoß ein kleines Museum untergebracht ist, dessen Hauptsehenswürdigkeit eine meisterlich geschnitzte Weihnachts-Krippe vom Oberwiesenthaler Holzschnitzer Hertelt bildet.

Wir gehen, aus dem Gasthaus tretend, links weiter. Rechts über die Sehmabrücke, an der alten Herrenmühle, dem jetzigen Elektrizitätswerk vorbei, unter der Bahn hindurch, den Frohnauer Kirchsteg, die Frohnauer Gasse hinauf, rechts zur Bergkirche und zum Markt von _Annaberg_.

Die Hauptstadt des Obererzgebirges gehört zu den schönsten Städten Sachsens. Am Abhange des Pöhlberges, 602 ~m~ hoch gelegen mit ca. 20000 Einwohnern. Als Mittelpunkt der erzgebirgischen Posamentenindustrie gilt die Stadt als Hauptplatz für diesen Industriezweig neben Paris.

Die Stadt verdankt ihre Entstehung den reichen Erzfunden, die Herzog Georg den Bärtigen 1496 zur Gründung der Stadt veranlaßten. Ursprünglich »Neustadt am Schreckenberg« genannt, verlieh ihr Kaiser Maximilian im Jahre 1501 Wappen und den jetzigen Namen. Zu Ehren der Schutzheiligen erbaute man 1499 bis 1525 die herrliche St. Annenkirche. Die Glanzperiode des Silberbergbaues fällt in das 16. Jahrhundert. Die in der Annaberger Münze geprägten Engelsgroschen oder Schreckenberger genossen wegen ihres hohen Silbergehaltes allgemeine Wertschätzung. Der Ruf der Stadt zeigt sich in dem ehemals bekannten Worte: »Bist ein reicher Annaberger, hast den Sack voll Schreckenberger«. Beim Niedergang des Silberbergbaues entwickelte sich die Band- und Bortenwirkerei, verbunden mit der von Barbara Uttmann eingeführten Spitzenklöppelei, und erhielt der Stadt ihre Bedeutung. Aus diesen Anfängen entstand die heutige Posamentenindustrie, der sich noch andere Industriezweige, die meist dem Luxus dienen, anschlossen. So ward die Stadt mit den engverbundenen Nachbargemeinden Buchholz und Sehma zur führenden Fabrikstadt des Erzgebirges. Eine Reihe bedeutender Namen sind mit Annaberg verknüpft. Der Rechenmeister Adam Ries lebte 1515--1559 hier als Bergschreiber; Barbara Uttmann, die Wohltäterin des Erzgebirges ward 1514 hier geboren und starb 1575. Christian Friedrich Weiße, der Freund Lessings, als Kinderfreund bekannt und geliebt, ward 1726 hier geboren. Der unter dem Namen Peter Gast bekannt gewordene Komponist und Philosoph wurde als Heinrich Köselitz 1854 in Annaberg geboren und starb 1918 in seiner Vaterstadt. Er war der Freund und Deuter Friedrich Nietzsches und nach dessem Tode Hauptmitarbeiter am Nietzsche-Archiv zu Weimar.

Wir besuchen in Annaberg die Hauptkirche, das Erzgebirgsmuseum und den Friedhof.

Auf dem Markte das Bronzedenkmal der Barbara Uttmann von R. Henze. Nun durch die Große Kirchgasse zum Erzgebirgsmuseum, gegenüber der Hauptkirche, Haus Nr. 16. Es gliedert sich in kulturhistorische und touristische Abteilung. Die erstere enthält geschichtliche, kunstgewerbliche und volkskundliche Altertümer erzgebirgischer Bodenständigkeit, z. B. Kirchen-, Haus- und Zunftgeräte, Waffen, Münzen, Kleidungs- und Schmuckstücke, Bücher, Karten, Handschriften und Bilder. Erzeugnisse der erzgebirgischen Industrie, wie Klöppeleien, Chenille- und Seidenwirkwaren, keramische Erzeugnisse, Zinn, Schnitzwerke, Weihnachtskrippen u. a. m. In der touristischen Abteilung finden sich Bilder, Karten, Führer und Pläne, Erzgebirgsliteratur, Darstellung des Erwerbslebens einzelner Gegenden usw.

Die Hauptkirche kann man nach Anmeldung beim Kirchner, wohnhaft Kleine Kirchgasse 23, besichtigen. Sie ist eine der schönsten Kirchen Sachsens und inbezug auf Reichtum an Kunstdenkmälern aus katholischer Zeit wohl die interessanteste. Der Bau ist eine dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff, der Turm ist 76 ~m~ hoch. Zwölf achtseitige Pfeiler tragen das Gewölbe. Überaus groß ist die Fülle von prächtigen Skulpturen, Altären, Fenstergemälden usw. Das Lebensalter des Mannes und der Frau ist in köstlich naiven Reliefdarstellungen an den Emporen angebracht. (Siehe die Schwindschen Bilder in der Wartburg.) Der Hauptaltar ist 1522 vom Augsburger Meister Adolf Dowher geschaffen worden. Großartige Orgel.

Nach Besichtigung der Kirche geht man durch die Kirchgasse wieder zum Markt zurück und durch die Wolkensteiner Straße zum Friedhof, hinter der Trinitatiskirche gelegen. Von der Kanzel an der Außenseite der Kirche wird zum Trinitatissonntage gepredigt. Daran schließt sich das bekannte Volksfest, die Käth, die in diesem Jahre ihr 400jähriges Bestehen feiern konnte. In der Nähe der Kirche befindet sich das Grabdenkmal der Barbara Uttmann. In unmittelbarer Nähe davon die berühmte Linde, die mit ihren seltsam geformten Ästen von 23 steinernen Pfeilern gestützt wird. Der Sage nach ward sie verkehrt gepflanzt. An den Friedhofsmauern alte Familiengrüfte und Grabsteine.

Vom Friedhof zurück bis zum Ende der Wolkensteiner Straße, dann links die Lindenstraße am alten Seminar aufwärts zum Schutzteich (rechts). Nun links die Pöhlbergstraße hinan. Beim Aufstieg fortwährend schöne Blicke auf den Gebirgskamm. Beim Steinbruch teilt sich der Weg. Rechts führt die direkte Straße an der »Sandgrube« vorüber zum Pöhlbergturm. Lohnender ist aber der Rundgang um den Berg. Er zweigt nach dem Steinbruch bei der Orientierungstafel rechts von der Straße ab. Es folgen mehrere Tafeln, die die Aussicht erklären. Bemerkenswert sind die sogenannten »Butterfässer«, 6--10 ~m~ lange aufrechtstehende Basaltsäulen. Hier den Weg hinauf zum Plateau des _Pöhlberges_.

833 ~m~ hoch. Basaltberg. 29 ~m~ hoher Aussichtsturm und Berggasthaus. Die Aussicht ist hervorragend. Eine Orientierungstafel auf dem Turm gibt alle sichtbaren Punkte an.

Vom Berg nach der Stadt zurück und mit der Bahn nach Chemnitz.

~b~) _Pöhlberg_ -- _Floßgraben_ -- _Morgensonne_ -- _Dorf Bärenstein_ (2 Std.) -- _Bärenstein_ (40 Min.) -- _Cranzahl_ (1¼ Std.)

Wanderzeit: Reichlich 4 Std.

Ausgangspunkt: Pöhlberg.

Die Pöhlbergstraße abwärts bis zur Sandwäsche. Dann den sogenannten Floßgraben entlang. Dieser ist von dem Annaberger Markscheider Georg Oehder angelegt worden, um das Holz aus dem oberen Pöhlatale nach Annaberg zu bringen. Hinter Kleinrückerswalde (Ortsteil von Annaberg) Weg zur Bärensteiner Straße und zur _Morgensonne_. (Gasthaus.) Dann die Straße weiter nach _Bärenstein_.

Marktflecken mit 4400 Einwohnern, 707 ~m~ hoch am Fuße des Bärensteins gelegen. Rege Industrie, besonders Posamenten. Hängt unmittelbar mit der böhmischen Grenzstadt Weipert zusammen.

Von der Annaberger Straße wenden wir uns bei der Schule in die Fichtnergasse. Diese führt beim Hochbehälter auf die neue Bergstraße. Diese windet sich empor zum Wald und zum Gipfel des _Bärensteins_.

898 ~m~ hoch. Nephelinbasaltkuppe. 1913 ward der 30 ~m~ hohe Aussichtsturm errichtet. Hübsches Unterkunftshaus. Sehr schöne Aussicht, besonders auf den Kamm. Reizend ist auch der Blick auf die nähere Umgebung.

Wir folgen nun den blau-roten Marken hinab zum großen Teil durch schönen Wald nach Bahnhof _Cranzahl_.

Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~ hoch gelegen. Posamentenindustrie und Sägewerke. Station der Linie Weipert--Annaberg--Chemnitz.

Rückfahrt nach Chemnitz.

~c~) _Pöhlberg_ -- _Königswalde_ -- _Pöhlatal_ -- _Bärenstein_.

Wanderzeit: 2½ Std.

Ausgangspunkt: _Pöhlberg_.

Vom Pöhlberg die Pöhlbergstraße hinab bis zur Sandwäsche. Dann am Floßgraben hin. In der Nähe des Galgenberges (mit Turm) auf den von Annaberg kommenden breiten Königswalder Marktsteig. Auf diesem links weiter, endlich hinab nach _Königswalde_.

Dorf mit 2900 Einwohnern in hübscher Tallage.

Am Gasthof Amtsgericht vorüber, über die Pöhlabrücke. Nach rechts. Am Gasthof Ratsgericht vorbei. Hinter Stein 3,00 teilt sich die Straße. Rechts die bequeme Talstraße im schönen Pöhlatal weiter. Wegbezeichnung blau-weiß-blau. Nach ca. 1 Stunde zum Blechhammer mit Restaurant. Immer im Tale weiter, an der Gasanstalt vorbei. Unter der Bahn weg. Rechts hinauf nach _Bärenstein_. Weiteres siehe Wanderung 23 ~b~. Wem der Weg nach Cranzahl zu weit erscheint, geht vom Berg zurück nach Bahnhof Bärenstein und fährt von hier über Annaberg nach Chemnitz zurück.

~d~) _Annaberg_ -- _Buchholz_ (½ Std.) -- _Schlettau_ (1 Std.) -- _Stadt Scheibenberg_ (¾ Std.) -- _Scheibenberg_ (½ Std.) -- _Bahnhof Scheibenberg_ (40 Min.).

Wanderzeit: ca. 3½ Std.

Ausgangspunkt: Markt zu Annaberg.

Vom Markte durch die geschäftsreiche Buchholzer Straße. Links das Denkmal Georgs des Bärtigen, des Gründers der Stadt. Die Kaiser Wilhelm-Straße setzt die Buchholzer Straße fort. An ihr links das Stadttheater. Später das Bismarckdenkmal. Rechts über die Brücke und die Bismarckstraße weiter. Ohne Unterbrechung sind wir so nach Buchholz gelangt. Nur die Sehma trennt die beiden Städte. (Eine Vereinigung beider wird von vielen wohlmeinenden Seiten angestrebt.)

_Buchholz._ Stadt mit 11000 Einwohnern, 557 ~m~ (Rathaus) hoch gelegen. Die Industrie erzeugt: Posamenten, Spitzen, Kartonagen.

Die Stadt wurde um einige Jahre später (1501) als Annaberg von Friedrich dem Weisen gegründet. Eine frühere Ansiedelung hieß bereits Buchholz. Der Name der neuen Stadt wurde St. Katharinenberg im Buchenholz. Ursprünglich reiche Ausbeute an Silber und Zinn. Als der Bergsegen erlosch, wandte man sich, wie in Annaberg, der aufstrebenden Posamentenindustrie zu. Die Kirche ist sehenswert. Auf dem Markt das Denkmal Friedrichs des Weisen.

Wir gehen die Karlsbader Straße entlang bis zum Schluß. Rechts der Friedhof mit Begräbniskapelle. Ca. 2 Minuten vom Ende der Friedhofsmauer betreten wir die prächtigen Waldanlagen. Wir durchschreiten sie. Die Scheibenberger Straße geht links neben uns her. Auf einen freien Platz. Hier links auf die Straße und dieselbe rechts weiter. Forsthaus (mit Gasthaus). Nach Verlassen des Waldes rechts das Gasthaus Neu-Amerika. Endlich nach _Schlettau_.

Stadt mit 3700 Einwohnern, 584 ~m~ hoch gelegen im Talkessel an der Zschopau. Die Industrie erzeugt: Posamenten, landwirtschaftliche Maschinen, Leim, Knochenpräparate.

1367 war die Stadt im Besitz der Markgrafen von Meißen. Später waren die Herren von Schönberg auf Hassenstein Besitzer. 1413 gehörte die Stadt dem Kloster Grünhain. Nach dem Hussitenkriege wurde sie von Abt Nikolaus an Sigismund von Miltitz verpfändet. 1464 verbot Friedrich der Sanftmütige eine weitere Veräußerung. Das Schloß war Wohnung des kurfürstlichen Forstmeisters. An der östlichen Chorwand der Kirche befindet sich ein Mönchsgesicht, das Wahrzeichen der Stadt.

Nun links über den Schloßplatz, die Buchholzer Straße weiter, über den Markt und die Schwarzenberger Straße hinan. An Siegesdenkmal und Kirche rechts vorbei. Links der Bahnhof. Die Geleise überschreiten und die Ahornallee empor. So nach _Scheibenberg_.

Stadt mit 2700 Einwohnern, 625 ~m~ hoch am Fuße des Scheibenberges gelegen. Die Stadt wurde 1522 durch Ernst und Wolf von Scheibenberg als Bergstadt gegründet. Die Industrie befaßt sich mit Posamenten, Darmsaiten, Korsetts, Zigarren. Scheibenberg war der Wirkungsort des Pfarrers Christ. Lehmann, des Verfassers des »Historischen Schauplatzes des oberen Erzgebirges«, des zuverlässigsten älteren Quellenwerkes über das Erzgebirge. Scheibenberg wird als Sommerfrische aufgesucht.

Vom Markte gehen wir zur Kirche hinauf. Von dieser links ab, geradeaus durch die Pfarrgasse. Nun rechts nach dem Schießhause, welches rechts liegen bleibt. Neben der Straße läuft ein Promenadenweg hinauf bis zur Spitze. Hübsche Anlagen. Bei der Wegteilung rechts weiter. Wegmarkierung ist blau-weiß bis zum Gipfel des _Scheibenberges_.

807 ~m~ hoch. Basaltberg. Turm und Berggasthaus. Die prächtige Aussicht wird durch eine Orientierungstafel auf dem Turme erläutert. Wegweiser führen zu einigen hübschen Punkten: Waldfrieden, Schafpüschel, Zwergloch, Orgelpfeifen, Ostpanorama.

Vom Scheibenberg zurück zur Stadt und zu der 10 Minuten entfernten Station.

Bahnfahrt über Zwönitz nach Chemnitz zurück.

24. Zum Fichtel- und Keilberg.

Das Kammgebiet des Erzgebirges wird von den Bergmassen des Fichtel- und Keilberges beherrscht. Den Wanderer wird es immer zu diesen Bergen ziehen, die neben ausgezeichneter Aussicht frische Höhenluft und würzige Waldluft spenden. Durch die Bauten des Erzgebirgsvereins veranlaßt, ist der Fichtelberg und somit das ganze Gebiet der großen Touristenwelt aufgeschlossen worden. Manches Ursprüngliche ging dadurch verloren, aber der Wanderer braucht ja nicht auf den großen Heerstraßen zu den Bergriesen zu ziehen, es gibt genug echte Wanderpfade. Besonders von diesen sollen einige angeführt werden. Ein Aufstieg zum Keilberg wurde schon unter Wandervorschlag 22 behandelt. Der Entfernung von Chemnitz wegen empfiehlt es sich, am Vorabend der Wanderung zum Ausgangspunkt derselben zu reisen.

~a~) _Bärenstein_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.) -- _Rotes Vorwerk_ (1½ Std.) -- _Fichtelberg_ (½ Std.) -- _Neues Haus_ (½ Std.) -- _Gottesgab_ (½ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1 Std.).

Wanderzeit: 6½ Std.

Ausgangspunkt: Bärenstein. Station der Linie Chemnitz--Annaberg--Weipert. Hierher mit der Bahn oder wie unter 23 ~b~ und ~c~ beschrieben.

Vom Bahnhof bis zur Annaberger Straße. Auf dieser ein paar Schritte, dann links an Häusern vorbei, über Felder zum Waldrand. An diesem nach links auf einen Fahrweg bis zum Wegweiser »Neudorf« rechts, diesem in den Wald folgen auf dem sogenannten Feuerturmweg. Diesen weitergehen. Die Pasche-Straße überschreiten bis auf die breite Torfstraße. Auf dieser wenige Schritte nach links. Dann auf dem weiß-rot-weiß bezeichneten Wege über eine Waldwiese. Er führt auf eine Waldstraße. Diese nach rechts zum Erlenheidenweg. Ein Prachtstück von einer Fichte ist hier zu sehen. Nun den Zeichen nach bis zum Waldrand. An diesem hin, über Feld nach _Kretscham-Rothensehma_.

Sommerfrische an der Bahn Cranzahl--Oberwiesenthal, 780 ~m~ hoch gelegen, hufeisenförmig von 800 ~m~ hohen Bergrücken umgeben. Nach drei Seiten Wald.

Nun den weiß-rot-weiß bezeichneten Weg weiter. Auf der Straße weiter bis zu dem Wege, der oberhalb der Haltestelle rechts in den Wald geht. Immer im Walde aufwärts zum »Flügel«, den man ca. 20 Minuten verfolgt und der schließlich in die Eisenstraße mündet, von der aus man prächtige Blicke auf den Wald genießen kann. Die Eisenstraße umgeht den Eisenberg, einen 1028 ~m~ hohen Nebengipfel des Fichtelberges. Sie führt beim _Roten Vorwerk_ (schönes Berggasthaus 978 ~m~ hoch gelegen), auf die Vierenstraße. Nun den steilen Fichtelbergsteig, 230 ~m~ Steigung überwindend, hinauf zum Gipfel des _Fichtelberges_.

Höchster Berg Sachsens, der Glimmerschieferformation angehörend. Der früher kahle Gipfel wurde 1852--64 vom Oberförster Starke aufgeforstet. Ein Denkstein in der Nähe des Turmes erinnert daran. Großes Unterkunftshaus mit Turm, vom sächsischen Erzgebirgsverein errichtet und unterhalten. Der Chemnitzer wird besonders das hübsche Chemnitzer Zimmer aufsuchen, das vom Zweigverein Chemnitz gestiftet wurde. Die Aussicht vom Turm ist großartig! Zu Füßen Oberwiesenthal und Böhmisch-Wiesenthal, dahinter die Wirbelsteine, vor diesen Gasthaus Hofberg an der Kupferberger Straße. Dahinter am Horizont das Lysengebirge. Über der Oberwiesenthaler Kirche hinaus der Weiße Berg bei Prag, links davon Saaz, die Eger und Kaaden. Über Böhmisch-Wiesenthal der kahle Kupferhübel. Links davon weit entfernt die Hasenburg bei Lobositz und der spitze Wostrey. Im Osten: Links von Böhmisch-Wiesenthal Stolzenhain, dahinter der steile Borschen bei Bilin, links davon der pyramidenförmige Milleschauer mit Turm, links davon Jeschken und Lausche (nur bei sehr günstiger Aussicht zu sehen). Im Nordosten: In der Nähe zu unseren Füßen das Rote Vorwerk, dahinter am Horizont der Kahleberg bei Altenberg, rechts davon etwas näher von links nach rechts: Haßberg, Preßnitzer Spitzberg, Sebastiansberg. Weiter entfernt das Mückentürmchen mit Turm. Im Norden: der breite Pöhlberg, rechts davon Mildenau. In der Nähe Kretscham-Rothensehma. Dahinter die Dreibrüderhöhe (an der Baumgruppe erkenntlich), rechts davon die hohe Esse bei Halsbrücke, rechts in der Nähe Bärenstein, dann im Tale Weipert. Dahinter am Horizont Schloß Frauenstein. Rechts davon die Saydaer Kirche, dann der Schwartenberg, links vom Pöhlberg die Augustusburg, links davon in der Nähe Annaberg, davon links am Horizont der Beutenberg, weiter links der Greifenstein (die Felsen ähneln einer Baumgruppe), davor Walthers Höhe, dahinter am Horizont der Kolmberg, links davon nahe der Scheibenberg, dahinter am Horizont der Rochlitzer Berg. Im Süden: Keilberg mit Turm, rechts davon sehr weit Rachel, Arber und Osser im bayrischen Wald. Rechts davon am Horizonte: Siebenberge bei Hostau, Ohrenberg, Glaß- und Tillenberg. Ganz nahe: Gottesgab. Rechts davon der Pleßberg mit Turm, rechts am Horizont der Bahnhof von Eger. Südwestlich: nahe der Gottesgaber Spitzberg, darüber der Ochsenkopf im Fichtelgebirge. Rechts im Vordergrund der Peindlberg, rechts davon der Schneeberg (Fichtelgebirge). Auf der Höhe des Kammes in nächster Nähe Irrgang und Seifen (zerstreut liegende Häuser). Rechts dahinter am Horizont: Der Waldstein in Bayern. Westen: der Auersberg (Turm), links davon im Tale Johanngeorgenstadt, darüber hinaus der Rammelsberg. Rechts vom Auersberg der Kuhberg b. Schönheide, weiter rechts dann die Morgenleite, rechts davon Turm des Gleesberg und Keilberg b. Schneeberg, weiter der Spiegelwaldturm.

Wir folgen nun der Markierung weiß-rot ×. Der Weg (Prinzenweg) führt auf dem Rücken des Fichtelberges hin. Dieser Weg bringt uns zum _Neuen Haus_. Gasthaus an der Landstraße nach Gottesgab, 1092 ~m~ hoch gelegen.

Nun die Landstraße rechts ab bis nach _Gottesgab_.

Höchstgelegene Stadt (1028 ~m~) Mitteleuropas mit 2600 Einwohnern. Die Industrie erzeugt Spitzen, Seidenhandschuhe, Kartonagen. Für Botaniker bietet das die Stadt umgebende Hochmoor viel Interessantes. Gottesgab ist der Wohnsitz des erzgebirgischen Volksdichters Anton Günther.

In Gottesgab nicht zu lange Rast halten, trotz des traulichen Aufenthalts bei Oppl, Kranl usw.

Nun die Landstraße in östlicher Richtung zurück. Nach ca. 10 Minuten teilt sich die Straße. Wir wandern rechts zu den _Sonnenwirbelhäusern_, 1155 ~m~ hoch gelegen, höchste Ansiedlung des böhmischen Erzgebirges. Wir bleiben noch ca. 10 Minuten auf der Landstraße, der sogenannten Kaiserstraße: dann rechts, einem Wegweiser folgend, auf der Fahrstraße zum _Keilberg_.

1245 ~m~. Höchste Erhebung des Erzgebirges. Auf dem Gipfel Berggasthaus mit Turm, Eigentum des Erzgebirgsvereins Joachimsthal.

Die Aussicht ist großartig. In Norden: der Fichtelberg mit Berghaus, rechts davon das Rote Vorwerk, darüber der Greifenstein (Felsgruppe, einer Baumgruppe ähnelnd), rechts davon der Beutenbergturm, rechts davon etwas näher Annaberg, drüber Schloß Augustusburg, rechts davon der Pöhlberg. Nordosten: rechts am Pöhlberg der Bärenstein, darunter Dorf Bärenstein und Weipert, vor diesem tief im Tal: Unterwiesenthal, darüber die Kirche von Jöhstadt, dahinter am Horizonte die Halsbrücker Esse. Rechts von Jöhstadt Zöblitz, davon rechts Sayda (Kirche), dahinter Schloß Frauenstein. Vor diesem Bahnhof Reitzenhain. Rechts im Vordergrunde der Preßnitzer Spitzberg und Haßberg, unter diesem etwas rechts im Osten: Preßnitzer Kirche, davor der Kupferhübel mit Kapelle. Links davon das Mückentürmchen, davon links der Hohe Schneeberg. Rechts vom Kupferhübel am Horizont die Lausche, daneben der Kletschen, darunter der Borschen bei Bilin. Darüber der spitze Milleschauer, vor diesem tiefer der Brüxer Schloßberg. Rechts vom Milleschauer der Jeschken. Im Südosten: Ganz nahe die Wirbelsteine. Darüber hinaus die spitze Ruine Schönburg bei Klösterle, dahinter Saaz und die Saazer Ebene. Etwas rechts der Wirbelsteine am Horizont sehr undeutlich der Weiße Berg bei Prag. Rechts der Ruine Schönburg der spitze Egerberg. Weiter rechts hinten das Lysengebirge, dann der Schwarzenberg. Rechts vom Lysengebirge der Herrgottstuhl, rechts davon der Hengstberg. Im Süden: Der Pleßberg mit Turm (sehr nahe), rechts davon am Horizont der Arber (Bayernwald). Rechts vom Arber: Rachel und weiter rechts der Osser. Im Vordergrund der Schwarzfels, dahinter die Eger, darüber die Stefanienwarte bei Karlsbad. Weiter rechts im Mittelgrunde die Kirche von Pfaffengrün, links darüber der Drei-Kreuzberg und Aberg bei Karlsbad. Südwesten: Im Vordergrund etwas tiefer der Hofer Berg bei Joachimsthal, dahinter am Horizont: der Waldstein in Bayern. Nahe die Häuser von Hengstererben, darüber der Rammelsberg, rechts davon der Plattenberg, rechts davon am Horizont der Auersberg mit Turm. Vor diesem in der Nähe der Gottesgaber Spitzberg. Rechts etwas unterhalb des Auersberges der Kuhberg bei Schönheide, rechts davon die Morgenleite, weiter rechts der Spiegelwaldturm, Elterlein, Zwönitzer Höhen und wiederum im Norden der Fichtelbergturm.

Aus dem Keilberghaus tretend um die Ecke. Die Markierung bis Oberwiesenthal ist weiß-rot ×. Zunächst hinunter zur Straße. Diese überschreiten und den Marken nach bis zum Grenzbach bei der Knopfmühle. Den Grenzbach überschreiten wir auf einem Holzstege und gehen dem Wege nach, der an der Stirnseite der Mühle vorbeiführt. Er bringt uns nach _Oberwiesenthal_.

Höchste Stadt Deutschlands (914 ~m~) mit 1900 Einwohnern. Besuchte Sommerfrische. Bedeutender Wintersportplatz. Die Industrie erzeugt: Posamenten, Handschuhe, Klöppeleien und Kartonagen. 1527 wurde die Stadt gegründet. Silberbergbau. Auf dem Markte eine kursächsische Postsäule von 1730. Beet mit Alpen- und Erzgebirgspflanzen.

Wer die Absicht hat, in Oberwiesenthal oder auf dem Fichtelberge zu übernachten, bestelle das Nachtlager, der Überfüllung wegen, vorher. Endstation der Gebirgsbahn Cranzahl--Oberwiesenthal.

Mit der Bahn über Cranzahl, Annaberg nach Chemnitz zurück.

~b~) _Weipert_ -- _Schlössel_ (1¾ Std.) -- _Lauxmühle_ -- _Hofberg_ -- _Keilberg_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 3¼ Std.

Ausgangspunkt: Weipert. Hierher mit der Bahn Chemnitz--Annaberg--Weipert.

_Weipert_ ist böhmische Grenzstadt mit 12000 Einwohnern, 713 ~m~ hoch gelegen. Industrie: Posamenten, Weberei, Wirkerei, Färberei, Handschuhe, Strümpfe, Gewehre, Papier. Unmittelbar damit verbunden der sächsische Marktflecken Bärenstein.

Vom Bahnhof zum Kaiser Josefs-Platz. Nun auf die Karlsbaderstraße, zunächst an Häusern vorbei, dann durch Wald nach _Schlössel_. 5 Minuten davon die _Lauxmühle_, Sommerfrische und Vergnügungslokal. Wir gehen nun von der Straße ab und benutzen den Fußweg, der an der Mühle steil hinauf zum »Riegel« führt; dies ist der Bergrücken zwischen Grenzbach und Stolzenhainer Bach. Auf der Höhe geradefort, aus dem Walde heraus. Schöne Aussicht: Rechts Oberwiesenthal und Fichtelberg, links Stolzenhain. In südöstlicher Richtung bis zu dem von Böhmisch-Wiesenthal heraufkommenden Fahrweg. Auf diesem zum Gasthaus Hofberg. Dahinter links den Weg von der Fahrstraße ab, den Kammzeichen folgend, nach dem Keilberg. Weiteres siehe 24 ~a~.

~c~) _Cranzahl_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.).

Mit der Bahn bis Cranzahl, Linie Chemnitz--Annaberg--Weipert.

_Cranzahl._ Gewerbfleißiges Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~ hoch gelegen. Posamentenindustrie.

Wir folgen den weiß-rot-weißen Marken. Vom Bahnhof links und gleich links über die Bahn. Auf dem Triftweg hinauf zum Wald. In diesem wandern wir bis zum Lampertsbach. Nun rechts auf der Torfstraße weiter durch prächtigen Wald. Unser Weg vereinigt sich mit dem Frauenturmweg, der von Bärenstein kommt. Dann den Markierungszeichen nach auf einem Fußweg über eine Waldwiese mit prächtigen Buchen. Der Weg bringt uns auf eine Waldstraße. Diese rechts weiter verfolgen zum Erlenheidenweg. Mächtige Fichte. Nun zum Waldrand, an diesem hin, über Feld nach Kretscham-Rothensehma.

Über diesen Punkt, sowie Weiterwanderung nach dem Fichtelberg siehe Seite 183 u. f.

~d~) _Crottendorf_ -- _Joachimsthaler Straße_ -- _Reitsteig_ -- _Fichtelberg_.

Wanderzeit: 3¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Obercrottendorf. Station der Linie Schlettau--Obercrottendorf.

Hierher am Vorabend der Wanderung mit der Bahn über Annaberg. Nach Belieben kann man auch in Annaberg übernachten und mit dem ersten Frühzuge nach Obercrottendorf fahren.

Crottendorf, ein gewerbfleißiges Dorf mit 4800 Einwohnern, 650 ~m~ hoch am Oberlauf der Zschopau gelegen. Die Industrie befaßt sich mit Posamentenerzeugung, Fabrikation von Emaillierwaren, Zement- und Strumpfwaren. Im Jahre 1575 wurde hier Marmor entdeckt und ergiebig gebrochen. Er fand z. B. Verwendung beim Rathaus zu Amsterdam, Gellert- und Friedrich August-Denkmal in Leipzig, bei der Dresdner Hofkirche und für das Königin Mathilden-Denkmal in Kopenhagen. Die Marmorgewinnung ging infolge der Einführung besseren ausländischen Marmors zurück. Seit 1825 benutzt man ihn nur noch zur Herstellung von Kalk. Der Kalkofen ist gegenwärtig nicht mehr im Betrieb.

Vom Bahnhof Obercrottendorf den gelb-weißen Marken folgend links. Von der Bahnhofsrestauration rechts über die Zschopau. Nun links und dann rechts. Den Marken nach bis zum Gasthaus Glashütte. Wegteilung: Geradeaus zum Forsthause. Wegteilung. Wir folgen weiter den weiß-gelb-weißen Marken nach rechts in knapp 20 Minuten zum Wald. Wegteilung: Geradeaus. Die breite Waldstraße, Joachimsthaler Straße, weiter, ungefähr 2 Stunden. Straßenteilung. Nicht auf der Joachimsthaler Straße weiter, sondern links ab. Nach ½ Stunde bei Abteilung 52 rechts den Reitsteig hinan. Wir wandern an einem Quellbach der Zschopau hin, steil hinauf zum Fichtelberg. Weiteres siehe 24 ~a~.

~e~) _Mittweida-Markersbach_ -- _Mittweidatal_ -- _Nitzschhammer_ (1 Std.) -- _Wolfner Mühle_ -- _Fichtelberg_ (3 Std.).

Wanderzeit: 4 Std.

Ausgangspunkt: Station Mittweida-Markersbach. Linie Annaberg--Schwarzenberg--Aue.

Station für die Dörfer Mittweida (1400 Einwohner) und Markersbach mit Unterscheibe (950 Einwohner). Ausgangspunkt am Vorabend der Wanderung erreichen!

Eine sehr einsame aber prächtige Wanderung. Wegmarkierung weiß-blau-weiß. Vom Bahnhof im Tal aufwärts unter dem großen Viadukt hinweg zum Nitzschhammer in Obermittweida. (Gasthaus und Sommerfrische). Nach ca. 5 Minuten Wegteilung: links im Tal der Großen Mittweida weiter. An zwei Holzschleifereien vorüber zur _Wolfner Mühle_. Hier ist letzte Einkehrgelegenheit. Weiter an zwei Fabriken vorbei. Wir wandern immer im Mittweidatal aufwärts, überschreiten die Waldstraße von Oberrittersgrün nach Neudorf und gelangen zu einer Quelle. Nun steil hinauf zum Prinzenweg. Diesen nach links zum Fichtelberg.

Weiteres unter 24 ~a~.

~f~) _Oberrittersgrün_ -- _Tellerhäuser_ (1¾ Std.) -- _Fichtelberg_ (1¾ Std.).

Wanderzeit: 3½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Oberrittersgrün.

Linie Grünstädtel--Oberrittersgrün. Von Chemnitz nach Aue, dann mit der Bahn Werdau--Annaberg weiter bis Grünstädtel. Hier in die Schmalspurbahn umsteigen. Anfahrt möglichst am Vorabend erledigen.

_Oberrittersgrün_, 631 ~m~ hoch an der Grenze gelegen mit 940 Einwohnern, die meist in Holzstoff- und Pappenfabriken beschäftigt sind oder Spitzen klöppeln. Übernachtungsgelegenheiten im Erzgeb. Hof, Goldenen Engel oder bei Edelmann.

Der Weg nach dem Fichtelberg ist rot-weiß markiert. Vom Bahnhof die Talstraße aufwärts zum Gasthaus Böhmische Mühle. Kurz vorher teilt sich die Straße, wir gehen links weiter, am Gasthaus der Ludmilla Paatsch vorüber. Häuser von Ehrenzipfel, einem Ortsteil von Rittersgrün. Immer den rot-weißen Marken nach bis zum einsamen Walddorfe _Zweibach_. (Waldschenke). Nun geht die Straße steil im Hochwalde bergan nach _Tellerhäuser_.

921 ~m~ hoch, höchstgelegenes Dorf in Sachsen mit 150 Einwohnern, die meist im Walde beschäftigt sind. Das Dorf wurde 1570 durch den Bergmann Teller gegründet. Sommerfrische.

Die Straße weiter aufwärts bis zur Wegtafel 1050 »Fichtelberg«. Links steil hinauf zum querkommenden Prinzenweg und auf diesen links zum _Fichtelberg_.

Weiteres unter 24 ~a~.

~g~) _Johanngeorgenstadt_ -- _Schwarzwassertal_ -- _Gottesgab_ (4 Std.) -- _Fichtelberg_ (¾ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1 Std.)

Wanderzeit: 6¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Johanngeorgenstadt.

Linie Schwarzenberg--Johanngeorgenstadt. Hierher über Annaberg oder Aue, möglichst am Vorabend der Wanderung.

_Johanngeorgenstadt_, Stadt auf dem Fastenberg, 670 bis 820 ~m~ hoch gelegen mit 6400 Einwohnern. Jüngste Stadt des Erzgebirges. 1654 von aus Böhmen vertriebenen Protestanten gegründet. Die Industrie erzeugt: Glacéhandschuhe, Pianinos, Zigarren, Schatullen, Bureaumöbel, Uhrgehäuse. Der Bergbau beschränkt sich nur noch auf die Gewinnung von Wismut, Eisenstein und Uranpecherz. Bedeutender Touristenverkehr und Wintersportplatz. Beliebter Ausflugsort der Karlsbader Kurgäste. Auf dem Markte das Denkmal des Kurfürsten Johann Georg I., des Begründers der Stadt und eine kurfürstliche Postsäule aus dem Jahr 1728. Auf dem Postplatze das Denkmal des erzgebirgischen Dialektdichters Röder, der 1900 hier starb. Im nahen Breitenbach die beliebte »Dreckschänke«.

Vom Bahnhof durch die Talstraße am Pochwerk der Gruben vorbei. Nach Kilometerstein 18,7 über die Brücke nach _Wittigsthal_. Überschreiten der Landesgrenze. Damit in _Breitenbach_ angelangt. Böhmisches Grenzdorf mit 450 Einwohnern. Straßenteilung. Rechts geht es zur Dreckschänke. Wir gehen links weiter, dem Wegweiser Seifen-Gottesgab und den blau-roten Marken folgend. Im Schwarzwassertal weiter. Bald in den Wald. Wegteilung: rechts weiter. Bei einer Schneidemühle über die Brücke nach _Brettmühl_, zu Breitenbach gehörend. Schöne Talwanderung. Wir gelangen nach _Junghengst_, 826 ~m~ hoch gelegen. Dann nach _Zwittermühl_, 880 ~m~ hoch gelegen. Hinter dem Gasthaus links weiter bis zur Seifener Mühle. Oberhalb derselben das Schwarzwasser überschreiten und hinauf nach _Seifen_.

Kirchdorf mit 600 Einwohnern, 960 ~m~ hoch an der Kammstraße von Platten nach Gottesgab gelegen.

Auf dieser links weiter. Neben der Straße läuft der Plattner Bergwerksgraben hin. Immer auf der Straße bleiben bis zu den _Försterhäusern_, auch Spitzberghäuser genannt. Weiter durch öde Hochmoorgegend, wo an einzelnen Stellen Torf gestochen wird. Endlich hinauf nach _Gottesgab_. (Siehe Seite 185).

Vom Hotel »Grünes Haus« die Landstraße 10 Minuten lang weiter. Straßenteilung: links über die Grenze zum »Neuen Haus« und Fichtelberg, rechts zu den Sonnenwirbelhäusern und zum _Keilberg_. Weiteres siehe unter 23 ~a~.

Es empfiehlt sich zuerst zum Fichtelberg zu wandern, dann bis zur erwähnten Straßenteilung zurück und dann zum Keilberg und Oberwiesenthal.

25. Nach Einsiedel und Umgebung.

Den landschaftlich schönsten Teil des Zwönitztales bildet die Umgebung Einsiedels. Die Wanderung im Tale selbst ist nur zwischen Einsiedel und Burkhardtsdorf so recht lohnend, die Zahl der Ausflüge jedoch, die von dem Tale aus unternommen werden können, ist um so größer. In Verbindung mit dem lieblichen Einsiedel besucht man die aussichtsreichen Berge und Felsbildungen Geiersberg, Dittersdorfer Höhe, Kemtauer Felsen, Burgstein und Adelsberg. Ausflüge hierher werden besonders gern zur Zeit der Baumblüte unternommen.

~a~) _Altchemnitz_ (_Neue Welt_) -- _Einsiedel_.

Wanderzeit: 1¼ Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahnlinie ~A~ in Altchemnitz (Reichels Neue Welt).

Über die Zwönitzbrücke und den angenehmen, schattigen Weg links am linken Flußufer hin. Wir kommen zu einem Gut mit großem Hof. Den Fußweg weiter, der immer am Zaun des Chemnitzer Wasserwerks hin zur Höhe führt. Über Wiesen hinab. Der Weg bietet sehr schöne Aussicht. Wir gelangen zu drei einzelnen Gehöften und zu einer Mühle. Hier rechts aufwärts auf einen Fahrweg zu einem Bauerngut. Links am Hause hin zu einem Fußweg, der durch Gebüsch ziemlich eben am Hange hinführt. Der Weg bringt uns hinab zur Eisenbahnbrücke und Dorfstraße. Nun reichlich 5 Minuten die Straße aufwärts bis Restaurant Schweizertal. Dahinter links über die Zwönitz zu einem hübschen ebenen Weg, der uns am Mühlgraben hin zu einem Bache führt. Diesen überschreiten und weiter zur Papierfabrik und nach _Einsiedel_.

Anmutig im Zwönitztal 344 ~m~ hoch gelegenes Dorf mit annähernd 5000 Einwohnern. Industrie: Trikotagen, Brauerei. Von Chemnitzer Ausflüglern gern besucht, besonders das Berggasthaus Waldesrauschen. Die älteste Chemnitzer Talsperre liegt in der Nähe.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~b~) _Bernsdorf_ (_Feldschlößchen_) -- _Reichenhain_ (40 Min.) -- _Pfaffensteig_ -- _Niederwald_ -- _Einsiedel_ (1 Std.).

Wanderzeit: 1¾ Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Friedhof (~F~ und ~B~).

Die Fahrstraße weiter bis zur Augsburger Straße. Rechts durch diese bis zum Gasthof Bernsdorf. Nun links auf dem Marktsteig hinter dem Ortsteil Bernsdorf hinweg zum Restaurant zur Post. Wir kreuzen den Fahrweg, den Fußweg weiter, die neuerbaute Bernsdorf-Reichenhainer Straße kreuzen. Den breiten Fußweg weiter. Über einen Feldweg weg. Neben uns läuft ein anderer Feldweg hin. An ein Gut. Zur Dorfstraße von _Reichenhain_. Diese hinab bis zum Gasthof. Weiter bis zum Spritzenhaus (Nr. 37). Hier halblinks ab, an der Schule (rechts) vorbei. Den Feldweg aufwärts. Wegteilung: rechts weiter. Der Weg senkt sich. Wegteilung: ebenfalls rechts. Wenige Schritte dann wiederum Wegteilung: links weiter. Vor uns die bewaldete Höhe des 455 ~m~ hohen Pfaffensteins. Den Fußweg weiter. Er bildet die direkteste Verbindung zwischen Reichenhain und Einsiedel und heißt von altersher der _Pfaffensteig_, da in katholischen Zeiten die Reichenhainer Pfarrer Filialgottesdienst in Einsiedel abhielten und unsern Weg benutzten. In ein Wiesental. Über den Bach und wieder aufwärts. Von der Höhe hübscher Blick ins Zwönitztal. Der Weg geht wieder abwärts zum _Niederwald_, zum Forstrevier Einsiedel gehörend. Im Walde den Weg hinab bis zum Bach. Abteilungsnummern 39/40. Wegteilung: Geradeaus an der Einsiedler Papierfabrik (links) vorbei und am Zaune hin bis zum Gasthaus Kaiserhof. Die Dorfstraße weiter zum Bahnhof. Hier entweder über die Geleise und zum Gasthaus Einsiedel, oder vor den Geleisen links die Straße einbiegend, am Forsthaus vorbei, (rechts) bei der Straßenteilung rechts und etwas steil hinauf zum Gasthaus _Waldesrauschen_. (¼ Stunde ab Bahnhof).

~c~) _Altchemnitz_ (_Neue Welt_) -- _Promenadenweg_ -- _Erfenschlag_ (20 Min.) -- _Stiefelmühle_ -- _Pfarrhübel_ -- _Einsiedel_ (1 Std.)

Wanderzeit: 1 Std. 20 Min.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Altchemnitz. Linie ~A~. Reichels Neue Welt, bez. Lilienhaus.

Rechts neben dem Lilienhaus ein Tor aus natürlichen Ästen mit der Aufschrift Promenadenweg nach Erfenschlag! Wir wandern durch das Tor im Zwönitztale entlang. Schöner Weg. Der Weg führt durch die Anlagen des Wasserwerkes Chemnitz, wird daher nachts geschlossen. Man vergewissere sich nach Befinden beim Eingang über die Schließungszeit. Links am Wege der stille Weiher. Zu einigen Stufen. Oben links weiter. Der Weg senkt sich hinab zur _Stiefelmühle_. Wieder aufwärts. Bei dem Bauerngut rechts den steilen Feldweg hinauf, bald links umbiegend zum 430 ~m~ hohen Pfarrhübel. Auf dem Kamme angekommen links ab; bei hübscher Aussicht, allerdings ohne Schatten, bis zur Kirche von Einsiedel. Rechts der Gasthof Einsiedel.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~d~) _Erfenschlag_ -- _Niederwald_ (¾ Std.) -- _Goldener Hahn_ (¾ Std.) -- _Talsperre_ -- _Einsiedel_ (½ Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Erfenschlag. Linie Chemnitz--Aue.

Vom Bahnhof zur Landstraße. Diese rechts durch Erfenschlag. Am Gasthof vorbei zum Restaurant Schweizertal. Bei Kilometerstein 3 links den Fußweg weiter. Über die Brücke. Hinter dieser rechts aufwärts am Graben hin. Unser Weg biegt nach links und verbreitert sich. Einen Bach überschreiten. Abteilungsnummern 39/40. Hier Wegteilung: im _Niederwald_ aufwärts. Nach ca. 1 Minute Wegteilung: rechts weiter. Nach einigen Schritten erneute Wegteilung: in der alten Richtung bleiben. Weiterwendend sehen wir rechts am Wege den Luftkanal des Wasserstollens, der von der Talsperre nach Reichenhain führt. (Ziegelhäuschen). Bei Abteilungsnummer 38/40 den Bach überschreiten. Der Weg wird steiler. Wegkreuzung. Wir kreuzen kurz nacheinander 2 Schneisen. Grenzstein 7 rechts. Von rechts kommt ein Fahrweg, auf diesem nach links. Bei Grenzstein 120 macht unser Weg eine Biegung nach rechts. Am Waldrande weiter. Zur Landstraße (Chemnitz--Zschopau). Auf dieser nach rechts zum Gasthof _Goldener Hahn_.

481 ~m~ hoch gelegen. Früher Raststation der zahlreichen Fuhrleute. Die Zschopauer Straße war als Verbindungsstraße von Prag nach Leipzig besonders zur Zeit der Messe ungeheuer belebt.

Vom Goldenen Hahn dem Wegweiser folgend nach Einsiedel. Der Weg führt in Schleifen ins Zwönitztal hinab zur _Einsiedler Talsperre_.

180 ~m~ lang, 20 ~m~ hoch, Mauerstärke 14 ~m~, an der Krone 4 ~m~; Fassungsraum 350000 ~cbm~. Die gewaltige Mauer sperrt das sogenannte Stadtguttal ab und fängt alle Waldwasser und Niederschlagswässer auf. Der Wasservorrat (300--330 Mill. Lit.) würde zureichen, um Chemnitz auch zur Zeit des größten Wasserverbrauches, ohne jeden Zufluß, 25--30 Tage mit Wasser zu versorgen. 1894 war der Bau fertig. Baukosten: 1300000 Mk. Das Wasser wird unterhalb in überwölbten Filtern durch Sand gereinigt. Der 8 ~km~ lange Stollen der Neunzehnhainer Talsperre mündet oberhalb, und vereint fließt das Wasser durch einen Stollen nach Reichenhain und zum Hochbehälter an der Zschopauer Straße.

Unser Weg führt zwischen den Filterbecken über den Abfluß und hinunter nach Einsiedel.

~e~) _Erfenschlag_ -- _Alte Harth_ (¾ Std.) -- _Berbisdorf_ (½ Std.) -- _Eibenberg_ (½ Std.) -- _Geiersberg_ (¼ Std.) -- _Einsiedel_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 2¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Erfenschlag, Linie Chemnitz--Aue.

Von der Station zur Straße. Auf dieser nach links zum Bahnwärterhaus. Links über das Geleis. Dahinter Wegteilung: links. Nach ca. 2 Minuten rechts über die Zwönitz und unweit davon über einen Mühlgraben. Links aufwärts auf einem Fußweg mit Geländer zu einem Fahrweg. Auf diesem durch ein Gehöft, geradeaus, am Abhang hinauf. Unser Weg macht einen Bogen nach links, dann nach rechts. Wegteilung: rechts aufwärts. Der Geiersbergturm wird vor uns sichtbar. Einen Fußweg überschreiten. Der Weg geht bergab in ein hübsches Wald- und Wiesental. Von nun an führt uns der Weg 20 Minuten lang durch die _Alte Harth_.

Hier stand früher ein Dorf, das aber nach den Hussitenkriegen durch die Pest ausstarb. Das Dorf verfiel. Die Sage berichtet, daß im Wiesental eine Glocke versunken sei, die in der Neujahrs- und Walpurgisnacht läute.

Links am Wege ein Teich. Unser Weg steigt etwas an. Wir gehen an einem Zaune hin. Bei der Zaunecke einen Weg überschreiten. Wegteilung: in unserer Richtung bleiben. Nicht vom Wege abgehen bis zum Friedhof _Berbisdorf_. In der Richtung bleiben bis zur Kirche, dann links ins Dorf hinab. Die Dorfstraße nach rechts aufwärts. An der Schule vorüber. Wegkreuzung: Links fort, dem Wegweiser »Eibenberg« folgen. Der Weg teilt sich: rechts die Fahrstraße in Richtung »Klaffenbach« fort. Den 2. Feldweg links zum _Geiersberg_.

536 ~m~ hoch, mit Gasthaus und Aussichtsgerüst. Die Aussicht ist lohnend: zu unseren Füßen Eibenberg, dahinter Augustusburg, davon rechts die Höhen bei Oederan und Freiberg. Halbrechts vor uns das Zwönitztal mit Neu-Eibenberg, am jenseitigen Abhange Kemtau. Dahinter die Kemtauer Felsen. Vom Kamm des Erzgebirges sieht man den Pöhlberg, Keil- und Fichtelberg. Hinter uns halbrechts der Greifenstein (ähnelt einer Baumgruppe). Links Chemnitz. Dahinter der Rochlitzer Berg. Zwischen Chemnitz und Augustusburg der Beutenberg und Adelsberg.

Vom Geiersberg zur Straße zurück. Diese rechts. Wegteilung: rechts hinab. Nach 1 Minute am 1. Gute Wegteilung: links durch das Dorf Eibenberg. Zur Schmiede an der Dorfstraße. Auf dieser nach links. Zu Reuthers Restaurant. Kurz nachher bei Haus 30 (rechts) Wegteilung: links weiter. Breiter Fußweg. An Gebüsch. Vor uns ein lindenumgebenes Gut. Wegteilung: links abwärts, am Gute vorbei. Zur Talstraße des Ortsteiles Schieferwinkel. Diese nach rechts abwärts zum Restaurant Schieferwinkel. Weiter abwärts an den Berbisdorfer Bach. Wegteilung: links hinab auf dem Fußweg zur Landstraße. Diese nach links zum Bahnhof.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~f~) _Bernsdorf_ -- _Erfenschlag_ (1 Std.) -- _Pfarrhübel_ (¼ Std.) -- _Geiersberg_ (1 Std.) -- _Schieferwinkel_ -- _Einsiedel_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 3 Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Friedhof ~F~ oder ~B~. Feldschlößchen.

Die Bernsdorfer Straße weiter, dann die Augsburgerstraße rechts entlang. Zur Reichenhainer Straße. Diese links. Durch das Jägerholz zum alten Chausseehaus Erfenschlag. Die von rechts kommende Straße nach links weiter. Beim Bahnwärterhaus rechts über die Geleise zur Stiefelmühle (links). Dahinter links hinauf zu einem Bauerngut. Nun rechts steil hinauf zum 430 ~m~ hohen Pfarrhübel. Bei Gut Nr. 44 (Erfenschlag) rechts an der Scheune weiß-rot-weiße Marken. Auf der Höhe Wegweiser. Zu einem umzäunten Waldgrundstück im Tale. Dieses lassen wir links. Durch ein Stück Wald, dann auf Feldwegen, dann am Waldrande hin, immer geradefort. Die Richtung gibt uns zuletzt das Aussichtsgerüst auf dem _Geiersberg_ an. Über diesen, sowie Weiterweg nach Einsiedel siehe 25 ~e~.

~g~) _Einsiedel_ -- _Wettinhöhe_ (40 Min.) -- _Mühlbergweg_ (½ Std.) -- _Dittersdorf_ (¾ Std.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.

Vom Bahnhof nach rechts. Am Bahnhofsrestaurant dem Wegweiser »Altenhain-Wettinhöhe« nach links folgen. Über die Zwönitzbrücke. Wegteilung: links die Altenhainer Straße weiter. Nach ca. 3 Minuten, bei Leitungspfahl 6 rechts die Straße verlassen, dem Wegweiser »Wettinhöhe« nach. Durch Gebüsch. Wegkreuzung: rechts weiter. Wiederum Wegteilung: links aufwärts. Zurückblickend hübsche Aussicht. Durch die breite Schneise, dann rechts ab zur _Wettinhöhe_.

460 ~m~ hoch. Waldidyll.

Von der Höhe zu dem breiten Schneisenweg zurück. Diesen nach rechts. Bei Abteilung 57, Grenzstein 16, Kreuzung. In derselben Richtung noch reichlich 2 Minuten weiter bis ein Rasenweg querkommt. Auf diesem nach rechts bis zu Stein 236. In der Richtung bleiben, an Grenzstein 235--230 vorüber. Bei Stein 229 links, am Waldrande hin. Bei Stein 224 auf Fahrweg. Diesen links aufwärts in den Wald folgen. Wegteilung: Geradeaus. Nach 2 Minuten wiederum Wegteilung: rechts abwärts. Über einen Bach. Der Weg wird steil. Bei Abteilungsnummer 61 Wegkreuzung: rechts abwärts. Weiterhin vierfache Wegteilung: Den 2. Weg nach links, links an der Kiefer mit Abteilungsnummer 62 vorbei. Unser Weg, der sogenannte Mühlbergweg führt durch prächtigen Wald. Einen Schneisenweg überschreiten, ebenso ein Bächlein. Von einer Waldblöße aus wunderschönes Bild von Einsiedel. Weiter an Feld. Rechts herrlicher Blick ins Zwönitztal mit dem Kemtauer Felsen (höchster Punkt). Der Weg führt in ein Tal hinab, steigt aber dann wieder an und bringt uns schließlich nach _Dittersdorf_. Durch das langausgedehnte Dorf die Dorfstraße abwärts. Nach dem Postamt Wegteilung: rechts weiter zur Zwönitztalstraße. Rechts die Filzfabrik, sowie Bahnhof und Bahnhofsrestaurant.

Rückfahrt nach Chemnitz.

~h~) _Einsiedel_ -- _Talsperre_ (20 Min.) -- _Herrenteich_ (¼ Std.) -- _Wettinhöhe_ (¼ Std.) -- _Bahnhof Einsiedel_ (20 Min.).

Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue. Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.

Vom Bahnhof rechts. Am Bahnhofrestaurant Wegteilung: Dem Wegweiser »Altenhain-Wettinhöhe« folgen. Über die Brücke. Wegteilung: scharf nach links. Zur Talsperre (Seite 198). Über die Brücke des Abflusses. Die Straße hinauf bis zu den roten Türmen, mit dem Chemnitzer Stadtwappen versehen. Wir gehen weiter aufwärts bis zur Wegteilung: rechts hinab, am Zaune hin. Zum _Herrenteich_. Am Zaune hin. Dieser biegt bei einer Fichte mit Nr. 47 nach rechts. Links Grenzstein 15. Darnach Wegteilung: rechts im Walde hinauf. Zu einer Schneise mit Abteilungsnummern 59/56. In dieser links hinauf bis Grenzstein 16. Nun die breite Schneise reichlich 3 Minuten nach rechts, dann links zur _Wettinhöhe_. 465 ~m~ hoch, Waldidyll. Nun auf die Schneise zurück und auf dieser 1 Minute lang nach links hinab. Dann links steil hinunter. Wegteilung: rechts fort. Mehrfache Wegteilung: links abwärts. Über einen Graben. Auf die Straße. Diese links bis zum Bahnhof Einsiedel.

~i~) _Einsiedel_ -- _Körnerhöhe_ (½ Std.) -- _Kemtauer Fabrik_ (¾ Std.) -- _Bahnhof Dittersdorf_ (¾ Std.) -- _Waldesrauschen_ -- _Einsiedel_ (50 Min.).

Wanderzeit: ca. 3 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue. Hierher mit der Bahn oder wie 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.

Hübsche Waldwanderung. Vom Bahnhof über die Bahn und auf der Straße weiter. Links die Hungersnot-Eiche, eine Erinnerung an die Teuerung von 1847. An Dorfplatz und Gasthof vorbei zum Gasthof »Drei Eichen«. Hier rechts auf die Eibenberger Straße bis zum 1. Weg, der rechts abgeht. Am Waldrande hin. Der Weg wendet sich links und führt empor zur 451 ~m~ hohen _Körnerhöhe_.

Schirm mit hübschen Blicken auf das Tal um Einsiedel.

Nun den Rasenweg weiter bis zum Behälter der Einsiedler Wasserleitung. Links hinab. Über einen Bach zur Eibenberger Straße. Auf dieser nach rechts bis zu 4 einzelnen Häusern. Hinter dem letzten nach links. Den Feldweg hinauf, geradeaus bis zum Wald. Abteilungen 73, später 74 und 75. Bei Abteilung 70 eine Schneise, diese rechts hinab zu einem gelb-weiß bezeichneten Fußweg. Auf diesem steil hinab ins Zwönitztal. Am jenseitigen Ufer die _Kemtauer Fabrik_. Wir bleiben auf dem linken Ufer und wandern durch das wunderschöne Zwönitztal weiter bis zur Holzbrücke am Bahnhof _Dittersdorf_.

Nun entweder von hier aus mit der Eisenbahn zurück oder auf dem jenseitigen (rechten) Ufer über Berggasthaus Waldesrauschen nach Einsiedel (50 Minuten) und von Einsiedel (20 Minuten) mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~k~) _Einsiedel_ -- _Dittersdorfer Höhe_ (1 Std.) -- _Fischzuchttal_ -- _Einsiedel_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 2¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.

Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~. Sehr lohnende Waldpartie.

Vom Bahnhof über die Brücke und auf der Altenhainer Straße bis zur Hermannstraße rechts. Auf dieser bis zum blau-weiß bezeichneten Weg. Diesen links ab, dem Wegweiser folgend. Über Feld hinauf zum Wald und in diesem etwas etwas steil empor zum Hofweg, der von der Wettinhöhe kommt. Unseren blau-weiß bezeichneten Weg weiter zur _Dittersdorfer Höhe_.

554 ~m~ hoch. Gasthaus und Triangulierungssäule. Wohl die beste Aussicht auf das Erzgebirge von der Chemnitzer Umgebung aus. Der grabähnlich markante Pöhlberg, rechts davon Bärenstein, Fichtel-, Keil- und Scheibenberg. Die Greifensteine. Nach links Haßberg und Hirtstein. Im Osten die Augustusburg und die Höhen bei Oederan. Im Norden der Adelsberg mit Turm. Im Westen: der Chemnitzer Talkessel, Totenstein, Hohenstein und weit entfernt der Rochlitzer Berg.

Von der Triangulierungssäule nach Norden über Feld und zum Wald. In diesem auf eine breite Lärchenallee. Auf dieser nach links, Weg zwischen Abteilungsnummern 54 und 55. Am Waldrande treffen wir auf den von der Wettinhöhe heraufkommenden Schneisenweg. Diesen, den sogenannten Tonbergweg, hinab bis zum Grenzstein 233. Nun rechts bis Stein 235 und hier links hinab ins _Fischzuchttal_, nach der früher hier betriebenen Forellenzucht genannt. Das hübsche Tal verfolgen wir abwärts bis zur Altenhainer Straße. Auf dieser links zum Bahnhof.

~l~) _Dittersdorfer Höhe_ -- _Dittmannsdorf_ (1¼ Std.) -- _Hennersdorf_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Dittersdorfer Höhe. Hierher wie unter 25 ~k~. Verbindungsweg nach dem Zschopautal.

Von der Dittersdorfer Höhe bis zur Lärchenallee wie unter 25 ~k~. Die Allee nach rechts bis zur Straße. Auf dieser nach rechts bis zur Straßenteilung. Über die Straße und auf dem Wege am weitesten rechts nach _Dittmannsdorf_. Die Dorfstraße hinab. Nach Verlassen des Dorfes ein Bachtal mit Fahrweg durchqueren. Unseren Weg weiter bis _Hennersdorf_.

Weiteres siehe: 21 ~a~, ~d~.

~m~) _Einsiedel_ -- _Fischzuchttal_ -- _Dittersdorfer Höhe_ (1¼ Std.) -- _Dittersdorf_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue. Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.

Vom Bahnhof zum »Gasthof zum Bahnhof«. Über die Zwönitzbrücke. Die Landstraße weiter bis Telephonleitungsstange 5. Nun rechts von der Straße ab, dem Wegweiser nach. Im Fischzuchttal entlang. An dem Zaune hin, aufwärts. Vom Zaunende noch ca. 3 Min. weiter bis Grenzstein 248. Wegteilung: rechts über Wiesen weiter. Erneute Wegkreuzung: links hinauf. Weiter am Wald in die Höhe bis Abteilungsnummer 57/58, Grenzstein 233. Nun rechts weiter. Im Walde, dem sogenannten Oberwalde, gerade aufwärts. Auf der Höhe angelangt, geht der Weg eben hin. Es folgt Grenzstein 29 (links). Dann bei Grenzstein 28 einen Weg überschreiten und kurz darnach auf einen breiten Fahrweg. Diesem nach links in den Wald folgen. Bei Abteilung 55 Wegteilung: rechts weiter. Nach 10 Minuten wiederum Wegteilung: in der alten Richtung bleiben. So zur _Dittersdorfer Höhe_ hinauf. (Siehe Seite 204.)

Nun den gelb-blauen Marken nach zum Bahnhof _Dittersdorf_.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~n~) _Einsiedel_ -- _Waldesrauschen_ -- _Dittersdorf_ (¾ Std.) -- _Kemtauer Felsen_ (1½ Std.) -- _Bahnhof Burkhardtsdorf_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 3 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue. Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.

Vom Bahnhof über die Zwönitzbrücke. Auf der Altenhainer Straße weiter bis zur Hermannstraße. Diese nach rechts zum Berggasthaus _Waldesrauschen_. Nun zum Wald. Die Rodelbahn überschreiten. Den Fußweg hinab zu einem Bach folgen. Nun auf dem Fahrweg wieder zum Wald hinauf. Bei der Wegteilung: rechts hinab. Weiter am Flusse hin bis zur Straße. _Dittersdorf_. Auf der Straße weiter. An Bahnhof und Filzfabrik vorbei zum Gasthof »Zum Grünen Tal«. Einzelne Häuser, (das »Loch«) Ortsteil von Dittersdorf. Hinter dem letzten Hause den »Gelenauer Steig« links steil empor zu einem Waldfahrweg. Diesen eine reichliche Minute nach rechts, dann auf dem Gelenauer Steig halblinks weiter. Nun den blau-weißen Marken nach, hinauf, die Weißbach-Kemtauer Straße überschreiten; zum Waldrand zu einem querkommenden Feldweg, die sogenannte Eisenstraße. Ihr gehen wir ca. ½ Stunde nach, den blauen Marken folgend bis zu einem Wegweiser rechts. Nun hinauf zum _Kemtauer Felsen_.

592 ~m~ hohe Felsklippen mit Bank und Triangulierungssäule. Höchste Bodenerhebung der Chemnitzer Umgebung. Schöne Aussicht nach dem oberen Erzgebirge.

Nun auf der Schneise nach Westen weiter zu einem breiten Waldweg. Auf diesem zum Waldrand nach links. Auf einen Fahrweg, diesen rechts in den Wald. Den rot-gelben Marken folgend bis Bahnhof _Burkhardtsdorf_.

(Siehe Wanderungen 26.)

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~o~) _Einsiedel_ -- _Fischzuchttal_ -- _Oberwald_ -- _Dittmannsdorf_ (2 Std.) -- _Sternmühle_ (1¼ Std.) -- _Adelsberg_ (½ Std.) -- _Neue Schenken_ -- _Endstation Feldschlößchen_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.

Vom Bahnhof über die Zwönitzbrücke, dem Wegweiser Wettinhöhe-Altenhain folgen. Wegteilung: scharf links, also _nicht_ die Hermannstraße! Bei Telephonstange 5 dem Wegweiser »Zur Dittersdorfer Höhe« nach. Der Weg führt uns durchs _Fischzuchttal_. Rechts ein Bassin, mit Gras bewachsen und roter Luftesse. Sammelstelle der Gewässer des unteren Fischzuchttales. Ein Stollen führt sie zum Talsperren-Abfluß. Vom Zaunende noch 3 Minuten weiter. Wegteilung: links aufwärts. Auf der Höhe, bei Stein 235 Wegkreuzung, etwa eine Minute abwärts zum Stein 233. Nun bei Abteilungsnummern 57/58 links den Schneisenweg empor, den sogenannten Tonbergweg. Von der Höhe hübsche Rückblicke. Wir wandern weiter zu Grenzstein 29 (links), bei Grenzstein 28 überschreiten wir einen schmalen Fahrweg und kommen auf einen breiteren Fahrweg. Diesem folgen wir nach links in den Wald bis zur Zschopauer Straße. Auf dieser rechts weiter. Ein Tal durchqueren, dann steigt die Straße an bis zur Höhe von 511 ~m~. Hier, bei Kilometerstein 16,0 links von der Straße ab. Bei der dreifachen Wegteilung gehen wir den untersten Weg rechts hinab. Auf einen breiten Fahrweg, diesen nach links durch breite Lärchenallee. Erst durch Wald, dann über Feld in großem Bogen in das schöne Dittmannsdorfer Tal hinab. Bei Grenzstein 157 rechts ab und auf dem unteren Bauernweg weiter zu dem Dorfe _Dittmannsdorf_. An Kirche, Lehngericht und Gasthof vorbei bis zu Fritzsche's Restaurant. Über die Brücke. Weiter bis zu Haus 58 links. Hier auf dem Feldweg nach links, dem Wegweiser nach »Fußweg nach Altenhain.« Der Weg führt über die Höhe nach _Kleinolbersdorf_. Wir gelangen beim Restaurant zur Erholung auf die Talstraße Altenhain--Kunnersdorf und diese weiter bis zu den letzten Häusern von Kleinolbersdorf. Am letzten Hause (einer Gestellfabrik) rechts ab, den Bach überschreiten und auf dem angenehmen Rasenweg immer am Waldrande hin, dann links über eine Brücke zur _Sternmühle_. Ländliches Gasthaus in reizender Lage.

Nun die Talstraße etwas abwärts. Dann den rot-gelben Marken folgend. Auf breiten Waldweg. Diesen nach links. Bei Stein 132 (rechts) Wegteilung: geradefort. Unweit davon erneut Wegteilung: rechts. Dann durch Feld, den Fußweg halbrechts zur Höhe. Zwei kleine Fahrwege überschreiten. Auf der von links kommenden Fahrstraße geradeaus hinauf zum _Adelsberg_.

507 ~m~ hoch. Gasthaus mit 20 ~m~ hohem Aussichtsturm. Prächtige Aussicht. Die Augustusburg zeigt sich in stattlicher Schönheit. Links davon der Bahnhof Oederan und die hohe Esse in Halsbrücke. Weiter Schloß Sachsenburg, am Horizont etwas undeutlich der Colmberg. Rechts von Augustusburg die Höhen bei Frauenstein, noch weiter rechts die bei Olbernhau. Zu unseren Füßen Klein-Olbersdorf. In Richtung der Kirche am Horizont der Haßberg, links davon der Hirtstein, links davon die Reitzenhainer Wälder. Davor die Dreibrüderhöhe, an den einzelnen Baumgruppen kenntlich. Rechts vom Haßberg: Pöhlberg, Bärenstein, Keil- und Fichtelberg, Greifenstein. Wir stellen uns mit dem Rücken gegen die Augustusburg. Vor uns die Altchemnitzer Kirche, rechts davon der Totenstein am Horizont. Links davon Hohenstein und das Oelsnitzer Kohlenrevier. Rechts vom Totenstein der Rochlitzer Berg. Ausgezeichneter Überblick über die Stadt Chemnitz.

Vom Gasthaus der Fernsprechleitung folgen auf die Dorfstraße von Ober-Hermersdorf. Immer abwärts. Bei Telephonstange 84 über den Bach, durch ein Bauerngut und auf dem Feldwege zur Zschopauer Straße bei den Neuen Schenken. Der Weg ist gelb-rot markiert. Auf der Straße weiter bis zum Johannisgarten, dann links die Feldschlößchenbrauerei. Wenige Minuten unterhalb derselben links die Wartburgstraße hinunter zu Meyer's Feldschlößchen und somit Endstation der Straßenbahn ~F~ und ~B~.

~p~) _Gablenz_ -- _Adelsberg_ (1¼ Std.) -- _Sternmühle_ (½ Std.) -- _Poetenweg_ -- _Erdmannsdorf_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 3 Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahnlinie ~G~ in Gablenz.

Ein Stück des Höhenweges III, bezeichnet durch weiß-gelb, liegendes Kreuz.

Vom Endpunkt der Straßenbahn auf der Erdmannsdorfer Straße allmählich ansteigend zum Gasthof Adelsberg, mehr bekannt unter dem volkstümlichen Namen »Schere«. Etwa 5 Minuten hinter der Schere rechts den Fußweg, den liegenden Kreuzen (gelb-weiß) nach. Zu den Adelsberghäusern und zum Wald und durch diesen zum _Adelsberg_. (Siehe 25 ~o~).

Nun weiter den Zeichen nach auf Fußweg, mit schönen Ausblicken, zur _Sternmühle_. Über den Bach und am rechten Ufer desselben den Fußweg hin. Etwas bergan, dann links zur Wattefabrik Kunnersdorf. Nun knapp 2 Minuten wieder auf der Straße zurück und an der Fabrik auf einem Fußweg rechts am Hang hinan. Schöner Blick auf die Augustusburg und das Zschopautal. Dann abwärts und beim Beginn von Erdmannsdorf auf die Kunnersdorfer Straße zur Spinnerei. Rechts über den Mühlgraben und dem schönen schattigen Poetenweg folgend zum Bahnhof _Erdmannsdorf_. (Anschluß an Wanderungen 21 ~a~, ~b~, ~c~, ~d~.)

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~q~) _Altchemnitz_ -- _Klaffenbach_ (¾ Std.) -- _Arnokreuz_ (20 Min.) -- _Bergschenke_ (¼ Std.) -- _Geiersberg_ (½ Std.) -- _Einsiedel_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 2½ Std.

Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn in Altchemnitz.

Die Straße weiter nach Harthau; aber nicht links bergan, sondern im Tale weiter. Links ein Teich, rechts Benzinfabrik. Nun über das Bahngeleis und über die Würschnitzbrücke, links hinauf nach _Klaffenbach_. Am Gasthaus St. Arno vorüber bis Haus Nr. 40 (links). Kurz darnach dem Wegweiser: »_Nach St. Arnokreuz_« folgen.

Die Sage berichtet, daß Bischof Arno von Würzburg im Jahre 892 von den heidnischen Sorben beim Messelesen hier erschlagen worden sei. Wahrscheinlicher ist, daß er, als Kriegsmann im Gefolge des Thüringerherzogs Pezzo, am Ufer der Chemnitz im Kampfe fiel.

Die Dorfstraße weiter aufwärts bis zu Haus 47, (links), nun den Masten der elektrischen Leitung folgend, den Gutsweg hinauf auf die Harthau-Burkhardtsdorfer Straße zur Klaffenbacher _Bergschenke_. Von hier zum Aussichtsturm auf dem _Geiersberg_, den wir schon vor uns sehen.

Vom Geiersberg nach Einsiedel über den Schieferwinkel siehe Wanderung 25 ~f~.

~r~) _Dittersdorf_ -- _Gelenauer Steig_ -- _Kalkofen_ (50 Min.) -- _Burgstein_ (20 Min.) -- _Oberer Hammerbergweg_ -- _Dittersdorf_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie Chemnitz--Aue.

Vom Bahnhof über die Geleise zur Landstraße. Diese nach rechts bis zur Wegteilung. Dem Wegweiser »Burkhardtsdorf-Kemtau« folgen. Am Fabrikzaun hin. Nach ca. 10 Minuten zum »Loch«, einem Ortsteil von Dittersdorf mit Gasthof »Zum grünen Tal«. Rechts die Zwönitzbrücke, nicht über diese, sondern ein kleines Stück auf der Talstraße weiter. Dann links ab, den _Gelenauer Steig_. Erst Stufen, dann Fußweg. Im Walde hinauf. Nach 5 Minuten auf einen von Lärchen eingefaßten Waldweg. Diesen etwa 1 Minute nach rechts, dann halblinks den Fußweg fort. Einen Waldweg und eine Schneise überschreiten. Der Weg geht etwas bergab, überschreitet ein Bächlein und geht wieder bergan. Gleich darnach über eine kleine Brücke. Immer in gerader Richtung aufwärts. Einen schmalen Fahrweg überschreiten, bis wir einen breiten Fahrweg erreichen. Diesen nach rechts. Herrlicher Blick ins Zwönitztal. Vor uns im Tal die Häuser des »Loches« und das Rittergut. Den Waldweg weiter. Wegteilung: links der Flurstein »Forstrevier Dittersdorf«. Wir gehen den schmalen Weg rechts weiter und gelangen in einigen Minuten zum _Kalkofen_. Waldwärterhaus in idyllischer Lage. Früher wurde hier Kalk gebrannt. Wieder in den Wald. Zu Grenzstein 27 (links). Kurz darnach biegt der Weg nach links. Wegteilung: rechts den Rasenweg weiter. Er führt uns geradefort auf einen Fahrweg. Diesen einige Schritte abwärts bis zu einer Wegsäule. Nun in der Richtung nach Dittersdorf rechts weiter. Nach einigen Schritten wieder Wegteilung: den schmalen Fahrweg links weiter. Nach einigen Minuten teilt sich der Weg wiederum: wir bleiben auf unserem Wege, rechts abwärts. Nun die Schritte zählen! Ungefähr 460 Schritte auf dem steilen Weg hinab, dann rechts den Fußweg weiter und in 2 Minuten auf den _Burgstein_. Steil abfallende Felsen. In alten Zeiten soll hier eine Kapelle gestanden haben, Reste davon waren noch vor 100 Jahren vorhanden. Der Blick ist entzückend schön.

Nun auf den Fahrweg zurück und diesen hinab zur Talstraße. Diese überschreiten und weiter abwärts zum Bahnwärterhaus. Über die Schienen und durch die _Kemtauer Fabrik_. Über den Weg. Dahinter an der Zwönitz abwärts. Der Weg steigt langsam wieder an. Oben ist er von Birken eingefaßt. Bei der 1. Brücke teilt sich der Weg: links den breiten Fahrweg aufwärts auf einen Rasenplatz im Walde. Wegteilung: den 2. Weg von links in der bisherigen Richtung weiter, den sogenannten »Oberen Hammerweg«. Bei Abteilung 70 eine Schneise kreuzen. Nach einigen Minuten einen Schneisenweg und wiederum nach einigen Minuten Schneise 69/70 überschreiten. Gleich darnach Wegteilung: rechts abwärts, ebenso bei der nächsten Wegteilung. Weiterhin durch eine Anpflanzung. Buche mit Bank. Nach 1 Minute teilt sich der Weg: rechts hinab auf die Talstraße und diese nach rechts zum Bahnhof _Dittersdorf_.

Rückfahrt nach Chemnitz.

26. Ins Gebiet der Greifensteine.

Ein von den Chemnitzern gern aufgesuchtes Gebiet. Es bildet einen angenehmen Übergang vom unteren zum oberen Erzgebirge. Die Wanderungen sind nicht mit anstrengenden Steigungen verknüpft. Der Geolog beschaut mit Interesse die Granitmassen des Greifensteins, die ihn an die Teufelsmühlen und Teufelsmauern des Fichtelgebirges, der Rhön und des Vogelberges erinnern. Reich an historischen Erinnerungen ist das Gebiet um Ehrenfriedersdorf und Geyer und auch Frau Sage hat hier ihre bunte Mären gesponnen. Die Chemnitzer Freunde des Klettersportes stählen hier ihre Kraft für schwerere Aufgaben des Alpengebietes. Jede unserer Wanderungen füllt einen Tagesausflug aus und stellt nicht übermäßige Anforderungen an die Kräfte der Naturfreunde.

~a~) _Dittersdorf_ -- _Kemtauer Felsen_ (1½ Std.) -- _Auerbach_ (1 Std.) -- _Jahnsbach_ -- _Greifensteine_ (1¾ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (¾ Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie Chemnitz--Aue.

Bis zum Kemtauer Felsen wie unter 25 ~m~.

Nun der Wegbezeichnung des Höhenweges III, gelbes liegendes Kreuz, weiter folgen. Einige Minuten auf der westlichen Schneise, dann den breiten Waldweg links an den Waldrand. In der bisherigen Richtung weiter, eine Anzahl Feldwege überschreiten, dann durch Wald zur Annaberger Straße. Die Straße überschreiten und den breiten blau-rot bezeichneten Weg im Abtwald weiter. Wir gelangen zum sogenannten Tischel, Buche mit Bänken. Auf den Wegweiser achten. Wir folgen den weißen Zeichen durch den Wald, dann durch Wiesen hinab, links haltend nach _Auerbach_.

Industriereiches Dorf mit 2800 Einwohnern.

Nun links die Dorfstraße hinauf bis zum Dorfende, dann rechts ab an der Wiese entlang zur Thumer Straße. Diese überschreiten. Dann, den rot-gelben Marken folgend, auf Fahrweg zur Hormersdorf-Jahnsbacher Straße. Endlich nach Jahnsbach bis zur Straßenteilung.

_Jahnsbach_, Dorf mit 2400 Einwohnern, hängt mit Thum zusammen.

Bei der Straßenkreuzung rechts die Bahn überschreiten und hinauf zum Wald. Den gelben Kreuzen nach zu den _Greifensteinen_.

Auch »Der Greifenstein« genannt. 751 ~m~ hoch. Sieben geologisch interessante Granitfelsen vulkanischen Ursprungs. Der höchste der Felsen (751 ~m~) kann mittels einer Treppe bestiegen werden. Er bietet hervorragend schöne Aussicht auf das obere Erzgebirge. Orientierungstafeln an den Brüstungen geben die einzelnen Punkte an. Auf dem Gamsfelsen eine Gemse von Chemnitzer Alpinisten aufgerichtet. Sie benutzen den Greifenstein zu Kletterübungen. Auch Edelweiß gedeiht hier. Auf den Felsen kommt die Veilchenflechte vor, die nach Anfeuchten Veilchengeruch ausströmt. Auf einem Felsen ein eisernes Kreuz, von einem Arbeiter der Solbrigschen Kammgarnspinnerei in Harthau zum Gedenken an den im Kriege gefallenen Sohn des Besitzers aufgestellt. Neben den Felsen ein gutes Berggasthaus, der Stadt Ehrenfriedersdorf gehörig.

Rot-gelbe Marken zeigen uns den Weg nach Ehrenfriedersdorf. Wir suchen zunächst die Stülpnerhöhle auf, 8 ~m~ tief gelegen, wo der Wildschütz Karl Stülpner gehaust haben soll. Unweit davon liegt die Ritterhöhle, ein angebrochener Stollen. Weiterhin führen uns blaue Marken vom Wege ab zur Harfenfichte, einem merkwürdig gewachsenen Baume. Wir kehren zu unserem Wege zurück und gelangen zur Stadt _Ehrenfriedersdorf_.

Freundliche alte Bergstadt mit gegen 6000 Einwohnern, 533 ~m~ hoch gelegen. Früher hochentwickelter Bergbau auf Zinn, Arsenkies und Silber. Während des Krieges wieder im Betrieb. Die Schächte sind gegenwärtig wieder geschlossen. Die großen Halden des Sauberges zeugen noch jetzt von vergangener Bergherrlichkeit. Die Industrie befaßt sich mit Schuhwaren, Posamenten, Gorl und Strümpfen. Vor dem Rathause das Standbild Friedrichs des Streitbaren, dem die Gründung der Stadt zugeschrieben wird. Sage von der langen Schicht: 1568 wurde die unversehrte Leiche eines Bergmannes aufgefunden, der 1507 verschüttet worden war.

Station der Linie Schönfeld--Meinersdorf--Chemnitz. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~b~) _Burkhardtsdorf_ -- _Besenschenke_ -- _Thum_ (1¾ Std.) -- _Greifenstein_ (¾ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (¾ Std.) -- _Saubachtal_ -- _Kalter Muff_ (1½ Std.) -- _Bahnhof Wolkenstein_ (½ Std.).

Wanderzeit: 5¼ Std.

Ausgangspunkt: Burkhardtsdorf. Linie Chemnitz--Aue.

Burkhardtsdorf ist Industrieort mit gegen 4700 Einwohnern, 403 ~m~ hoch gelegen. Fabrikation von Strumpfwaren.

Vom Bahnhof links über die Geleise, die Landstraße nach Thum hinauf. Sie führt durch den _Abtwald_ (gehörte in alter Zeit dem Chemnitzer Benediktinerkloster). Zur _Besenschenke_. (1846 von einem Besenbinder gebaut.) Die Landstraße fort. Nach Verlassen des Waldes hübsche Blicke auf das obere Erzgebirge. Wir kommen nach _Obergelenau_. Rechts das Genesungsheim der Chemnitzer Ortskrankenkasse. Links das König-Albert-Heim, Erholungsstätte für sächsische Staatsbeamte. Am Gasthaus Zur Linde und am Forsthaus Thum vorüber. Von der Höhe (603 ~m~) prächtiger Ausblick. Die Straße führt nun hinab nach _Thum_.

Stadt mit 4500 Einwohnern. Die herrschende Industrie ist die Strumpferzeugung. In der Nähe der Stadt fand am 25. Januar 1648 das letzte Gefecht des 30jährigen Krieges auf sächsischem Gebiet statt.

Durch die Stadt, die Stollberger Straße entlang. Am Hause 84 (rechts) links dem Wegweiser »Greifenstein« folgen. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Durch den Wald. Über eine Fahrstraße, die »Giftmehlbahn« genannt, weil früher hier Arsenik von der nahe gelegenen »Gifthütte« (jetzt Dynamitfabrik) befördert wurde. Gleich darauf zu einer zweiten Fahrstraße, diese nach rechts zu den _Greifensteinen_. (Siehe 26 ~a~.)

Nach Ehrenfriedersdorf siehe 26 ~a~.

Von der unteren Seite des Marktes aus rechts, den rot-gelben Marken nach durch das waldige Saubachtal zum _Kalten Muff_, auch _Franzenshöhe_ genannt. Einfaches Gasthaus an der Straße von Geyer nach Wolkenstein gelegen, zum Dorfe Neundorf gehörig. Prächtiger Blick auf den Erzgebirgskamm. Die Straße links weiter über _Falkenbach_ und Schönbrunn zum Bahnhof _Wolkenstein_.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~c~) _Jahnsbach_ -- _Greifenstein_ (50 Min.) -- _Greifenbachtal_ -- _Walthershöhe_ (50 Min.) -- _Geyer_ (½ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (1 Std.) -- _Thum_ (1 Std.) -- _Burkhardtsdorf_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 5¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Jahnsbach, Linie Chemnitz--Aue. In Meinersdorf umsteigen!

Vom Bahnhof auf rot-gelb bezeichnetem Wege nach den _Greifensteinen_. (Siehe 26 ~a~.)

Von Wegtafel 186 folgen wir den blau-weißen Marken durch den Pochwald hinab in das _Greifenbachtal_. Links die Ruinen eines verfallenen Pochwerkes. Vor uns die eiserne Bahnbrücke der Bahn Ehrenfriedersdorf--Geyer. Auf einer kleinen Brücke den Greifenbach überschreiten. Rechts hinauf zum Schlegelberg. Aus dem Walde heraus, bald aber wieder hinein. Links ein Denkstein an zwei vom Blitze erschlagene Personen. Nun zur _Walthershöhe_.

Berggasthaus, 697 ~m~ hoch gelegen, Aussichtsturm.

Die Aussicht ist ganz prächtig! Nun auf bezeichnetem Wege nach _Geyer_.

Stadt mit 5400 Einwohnern, 605 ~m~ hoch gelegen. Früher Zinnbergbau, jetzt hauptsächlich Posamentenindustrie. Am Markte eine Postsäule aus dem Jahre 1730. Der Kirchturm birgt die große Prinzenglocke, die durch das Sturmläuten beim Prinzenraub gesprungen sein soll, sie wurde 1539 umgegossen. In der Kirche das Grabmal Hieronymus Lotters, des Erbauers des Leipziger Rathauses und der Augustusburg, er starb hier 1580 als Besitzer des Lotterhofes, des ehemaligen Rittergutes. Auf dem Friedhof liegt Evan Evans begraben, der 1844 verstorbene Begründer der Maschinenspinnerei in Sachsen, seine Fabrik befand sich im nahen Siebenhöfen. Sehenswert ist die große Binge, 10 Minuten vom Markte, durch Zusammenbrüche des Zinnbergwerks 1704 und 1803 entstanden. Sie ist 70 ~m~ tief, 200 ~m~ lang und 160 ~m~ breit. Es sind noch die Spuren früherer Strecken, Abbau- und Fördergänge zu erkennen. Seit 1906 hat man den Abbau von Zinn und Wolfram wieder aufgenommen.

Vom Markte geht man nun aufwärts auf der Straße nach Schönfeld. Hinter dem Roten Vorwerk biegt die Straße nach rechts. Bald zeigt links ein Wegweiser einen Weg nach _Ehrenfriedersdorf_. (Siehe 26 ~a~.)

Die Straße gerade durch die Stadt. An den Gifthütten vorüber in das Mühlholz. Die Straße teilt sich: links aufwärts. Am Waldschlößchen vorbei. Es folgt rechts an der Straße ein eisernes Denkmal, das an das letzte Gefecht des 30jährigen Krieges auf sächsischem Boden, 25. Januar 1648, erinnert. Der Grund führt noch heute den Namen »Elendswiesen«.

Etwas aufwärts nach _Thum_. (Siehe 26 ~b~.)

Wir durchwandern die Stadt in gerader Richtung. Beim Stadtteil Oberdorf schneiden wir durch einen abschneidenden Weg nach rechts einen großen Straßenbogen ab. Hinauf zur Straßenhöhe. Es folgen Forsthaus (links) und Gasthaus Linde, sowie das Genesungsheim der Chemnitzer Ortskrankenkasse, in Obergelenau. Wir gelangen nun in den Abtwald, zur Besenschenke und die Straße abwärts wandernd nach _Burkhardtsdorf_ zum Bahnhof.

Rückfahrt nach Chemnitz.

~d~) _Zwönitz_ -- _Niederzwönitzer Wald_ -- _Gifthütte_ -- _Greifenstein_ (1¾ Std.) -- _Walthers Höhe_ (50 Min.) -- _Geyer_ (½ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (1 Std.).

Wanderzeit: Reichlich 4 Stunden.

Ausgangspunkt: Bahnhof _Zwönitz_. Linie Chemnitz--Aue.

Stadt mit gegen 3700 Einwohnern, 549 ~m~ hoch gelegen. Früher Bergbau, gegenwärtig Schuh- und Wirkwarenfabrikation, Gorlnäherei und Weberei. Auf dem Markte eine Postsäule vom Jahre 1727 mit kursächsischem und polnischem Wappen.

Vom Markte aus in östlicher Richtung die Annaberger und Geyersche Straße entlang. Vor der Schüllerschen Dampfsägemühle links ab, den gelben liegenden Kreuzen nach. Die schöne Wanderung durch den Niederzwönitzer Wald bringt uns an der Dynamitfabrik, volkstümlich Gifthütte genannt, vorüber zu den _Greifensteinen_. Weiteres siehe 26 ~a~.

Von Ehrenfriedersdorf nach Chemnitz benutzt man die Eisenbahn.

27. Stadtparkgänge.

Im Süden der Stadt ziehen sich am Chemnitzfluß die Anlagen des Stadtparkes hin. Hohe Eichen und Erlen beschatten die Promenadenwege. Zur Zeit der Rosenblüte erfreut man sich an Duft und Blütenpracht des köstlichen Rosariums. Die Chemnitzer Stadtgärtnerei hat mit großem Verständnis das Vermächtnis des Fabrikanten E. O. Clauß erweitert und ausgebaut, sodaß sich der Stadtpark neben viel besprochenen Promenaden anderer Städte wohl sehen lassen kann. An den Besuch des Parkes schließen sich kurze Spaziergänge an.

~a~) _Treffurthbrücke_ -- _Stadtpark_ (½ Std.) -- _Wind_ (10 Min.) -- _Eichhörnchen_ (¾ Std.) -- _Markersdorf_ (¼ Std.) -- _Altchemnitz_ (½ Std.) -- _Stadtpark_ (½ Std.).

Wanderzeit: 2 Std. 40 Min.

Ausgangspunkt: Haltepunkt der Straßenbahn ~A~ oder ~L~ an der Treffurthbrücke. (Annaberger Straße).

Rechts über die Brücke bis zu Sachsens Ruhe. (Gartenwirtschaft). Nun rechts auf der Straße über den Mühlgraben. Noch ca. 2 Minuten weiter, dann links auf einem Fußweg in den Stadtpark. Unser Weg führt uns zum Claußdenkmal, einer Granitsäule mit Medaillon und der Inschrift: Dem Schöpfer dieser Anlagen, E. O. Clauß. Die dankbare Stadt Chemnitz. Wir gehen den Weg bis zur Brücke über die Chemnitz. Hier schließt sich ein neuer Teil an mit Weiher, schönen Eichen und dem Rosarium. Dann folgt ein Staudengarten mit Zierbeeten. Die Anlagen sollen nach und nach bis nach Markersdorf ausgebaut werden.

Wir gehen durch den Park bis an das Ende des Weihers. Dann rechts hinauf zur Parkstraße. Auf dieser nach links wandernd, genießen wir prächtige Blicke auf das Chemnitztal sowie auf die Höhen des Zwönitz- und Würschnitztales. Der Geiersberg tritt besonders hervor. Durch die Haydnstraße dann auf die Stollberger Straße. Rechts sehen wir das Gasthaus _Wind_.

Garten und eiserner Aussichtsturm, 328 ~m~ hoch gelegen.

Nun die Landstraße links weiter. Rechts das Bassin der Kappler Wasserleitung. Am Horizonte werden links der Adelsbergturm, geradeaus der Geiersbergturm sichtbar. Weiter am Helbersdorfer Friedhof vorüber. Die Straße bietet hübsche Aussicht. Sie führt schließlich zur _Kolonie Markersdorf_, einem Ortsteil von Markersdorf. Nun ca. 10 Minuten weiter zum _Eichhörnchen_. Bekannter Gasthof mit Garten.

394 ~m~ hoch gelegen. Herrliche Aussicht auf den ganzen Chemnitzer Talkessel. Einige Schritte vor dem Gasthaus zeigt ein Wegweiser links »Nach Markersdorf«. Diesem folgen wir und gelangen nach ¼stündiger Wanderung nach Markersdorf. Wir schneiden unterwegs einen Bogen ab, indem wir bei der Rechtsbiegung des Weges, den Rasenweg geradeaus wählen.

_Markersdorf_, Vorort von Chemnitz. Wir gehen die Dorfstraße hinab bis zur Markersdorfer Schmiede, bekanntes Gasthaus. Nach einigen Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen nach rechts über den Mühlgraben und die Geleise der Chemnitz-Stollberger Bahn. Dahinter nach links. An der Haltestelle _Ober-Altchemnitz_ vorbei. Nach Aufhören des Geländers gehen wir links den Fußweg weiter. Unterhalb der Schule, beim Altchemnitzer Gasthof, gehen wir links von dem Wege ab. Er führt über die Bahn, weiterhin durch Wiesen. Auf einer Brücke über ein Wehr. Nun am andern Ufer rechts auf diesem Uferweg zum Stadtpark zurück. Von diesem nach dem Ausgangspunkt Treffurthbrücke. Bequeme Wanderer können in Altchemnitz die Wanderung abbrechen und mit der Straßenbahn nach dem Stadtinnern zurückkehren.

~b~) _Treffurthbrücke_ -- _Stadtpark_ (½ Std.) -- _Helbersdorf_ (5 Min.) -- _Markersdorfer Schmiede_ (½ Std.) -- _Harthau_ (40 Min.) -- _Altchemnitz_ -- _Neue Welt_ (20 Min.).

Wanderzeit: 2 Std. 5 Min.

Ausgangspunkt: Haltepunkt der Straßenbahn ~A~ oder ~L~ an der Treffurthbrücke.

In den Stadtpark siehe 27 ~a~. Im hinteren Teile des Parkes die Scheffelstraße rechts ab nach Helbersdorf. Die Dorfstraße links weiter. Die Straße senkt sich etwas bis zu einem Teiche. Hier rechts ein Weg in 5 Minuten zur Markersdorfer Schmiede.

Von der Schmiede aus etwa 30 Schritte abwärts gehen. Dann rechts den Berg hinan auf ein Gut mit Schieferdach zu. An der Zaunecke rechts weiter, am Zaune hin. Dann den Feldweg hinauf. An einer Sandgrube vorüber. Bei der Wegkreuzung bleiben wir auf unserem Wege. Er biegt links, geht über ein Bächlein und führt zum _Harthwald_. In diesem aufwärts. Rechts der Flurstein »Markersdorf-Harthau«. Ein Weg geht rechts ab, den wir nicht benutzen. Nach wenigen Minuten teilt sich der Weg: links den Rasenweg weiter. Der prächtige Waldweg dauert leider nur 8 Minuten, dann an Feld. Nun am Waldrande rechts hin. Bei schönen Ausblicken gelangen wir zur Talstraße und zu Dorf _Harthau_. Industriedorf mit 6500 Einwohnern. Große Kammgarnspinnerei.

Über die Würschnitzbrücke auf die Annaberger Straße. Diese nach links bis zu Großers Restaurant. Hier Wegetafel.

Nun die Talstraße weiter. Große Fabrikanlagen. Bei Stein 5,388 gelangen wir nach Altchemnitz. Endlich zum Endpunkt der Straßenbahn ~A~ bei _Reichels Neuer Welt_. Mit der Straßenbahn nach dem Stadtinnern zurück.

28. Ins Zwönitz- und Würschnitztal.

Die beiden Stammflüsse des Chemnitzflusses führen in reizvollster Weise den Wanderer vom niederen zum höheren Gebirge. Wald, Fluß und Höhe vereinigen sich, um ihm Schönes in reicher Abwechselung zu bieten. Spiegelwald, Fürstenbrunn, Schatzenstein und Prinzenhöhle sind die Glanzpunkte dieses Gebiets.

~a~) _Stollberg_ -- _Tabakstanne_ -- _Thalheim_.

Wanderzeit: 1½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Hierher mit der Bahn. Linie Chemnitz--Stollberg.

Stollberg. Stadt mit 7900 Einwohnern, 447 ~m~ hoch gelegen. Die Industrie erzeugt Textilwaren. Sitz zahlreicher Behörden und Schulen. In der Nähe das Schloß Hoheneck, in dem ein Landesgefängnis für Männer untergebracht ist.

Vom Bahnhof durch die Bahnhofsstraße zum Markt. Oberhalb der Kirche, am Kunzeschen Hause eine Wegmarkierungstafel. Unser Weg ist rot-blau bezeichnet. Den Kirchsteig hinab, am Ende links in die Kirchstraße und Innere Chemnitzer Straße und so auf den Postplatz. Beim Hotel »Goldner Adler« nach rechts auf der nach Hoheneck führenden Schwarzenberger Straße. Die Johannisgasse bringt uns aus der Stadt heraus. Auf bequemem Wege empor zum Bellevue, Bauernwirtschaft und Schankbetrieb. Hübsche Ausblicke. Wir gehen weiter; rechts geht ein Feldweg ab, den wir nicht benutzen. Bald zu einer Wegteilung. Dem Wegweiser und den senkrechten gelben Marken folgend rechts ab. Zur Höhe hinauf. Wir sehen schon die auf der gegenüberliegenden Höhe stehende _Tabakstanne_.

Diese altehrwürdige Tanne, nach der auch das 6 Minuten davon an der von Stollberg nach Thalheim führenden Straße gelegene Gasthaus benannt ist, soll bereits der dritte Baum sein, der den gleichen Namen trägt. Ihre Vorgängerin wurde 1879 durch einen Sturm entwurzelt. Sie soll 400 Jahre alt gewesen sein. Der jetzige Baum wurde 1910 von einem Blitzstrahl getroffen und sehr beschädigt. Er trägt die Inschrift:

Sieh hier, mein lieber Wandersmann Verjüngt die alte Tabakstann, Und nimm davon die weise Lehr: Das Neue prüf, das Alte ehr.

Für diesen im Absterben begriffenen Baum ist schon Ersatz vorgesehen.

Bald erblicken wir auch auf einer Waldblöße das Gasthaus »Zur Tabakstanne«, zu Thalheim gehörend. Im ländlichen Stile gebaut mit Garten und Veranden.

Wir gehen den von Stollberg kommenden Fahrweg weiter und erreichen nach halbstündiger Wanderung _Thalheim_.

Dorf, mehr einer Stadt ähnelnd, mit gegen 7800 Einwohnern, an der Zwönitz gelegen. Mittelpunkt der erzgebirgischen Strumpfindustrie. Station der Linie Chemnitz--Aue.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~b~) _Pfaffenhain_ -- _Goldbach_ -- _Tabakstanne_ (1½ Std.) -- _Thalheim_ (½ Std.).

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Station Pfaffenhain. Linie Chemnitz--Stollberg.

Rot-weiße Marken führen uns auf der Straße nach Jahnsdorf zum _Goldbach_. An diesem auf Fußweg rechts entlang zum Wald. Weiter auf dem Waldfahrweg, der sich bis zur Höhe des Gasthauses _Tabakstanne_ schlängelt. Weiteres unter 28 ~a~.

~c~) _Stollberg_ -- _Heiliges Holz_ -- _Großer Stein_ -- _Brettmühle_ -- _Guter Brunnen_ -- _Zwönitz_.

Wanderzeit: 2½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Linie Chemnitz--Stollberg.

Vom Bahnhof zum Marktplatz durch die Bahnhofstraße. Vom Markt weiter durch Herrenstraße, Marienplatz, Schneebergerstraße, Schützenplatz und schlagen den gegenüber der Grabnermühle links abzweigenden Weg ein, der nach dem »Waldfrieden« (Restaurant und Sommerfrische) führt. An diesem vorüber gelangen wir durch das Heilige Holz nach dem Großen Stein. Vorher ist auf einem Schild ein Weg nach dem Guten Brunnen angegeben, den wir aber nicht gehen! Wir gehen unsern Weg weiter über den Großen Stein und wandern zur _Brettmühle_, eigentlich Gasthaus Jägerhaus, zu Niederzwönitz gehörend. Von hier gehen wir dem blau-weiß-blau bezeichneten Wege nach zum Bad »_Guter Brunnen_«.

600 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus, Badehaus und idyllischer Weiher, ruhig im Walde gelegen. Die Quellen enthalten kohlensauren Kalk salzsaures Magnesia, sie wurden 1498 entdeckt und ähneln den Gasteiner Wässern.

Den blau-weiß-blau bezeichneten Waldpfad weiter, dann Feldweg bis auf die Stollberger Straße. Diese weiter. Die Höhe überschreiten, am Feldschlößchen vorüber, über die Bahngeleise zum Bahnhof _Zwönitz_. (Siehe Wanderung 26 ~d~.)

Zwönitz ist Haltestelle der Bahn Chemnitz--Aue. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~d~) _Zwönitz_ -- _Moosheide_ (¾ Std.) -- _Grünhain_ (¾ Std.) -- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.) -- _St. Oswaldskirche_ -- _Langenberg_ -- _Schwarzbach_ -- _Elterlein_ (2 Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.

Über Zwönitz siehe Wanderung 26 ~d~.

Vom Bahnhof nach dem Markte, die Annaberger Straße weiter, dann rechts die Schützenstraße aufwärts zum Schützenhaus. Dahinter geradeaus, den weiß-gelben Marken folgend, nach _Moosheide_. Einfaches Gasthaus, 630 ~m~ hoch gelegen. Nun den rot-weiß-roten Marken nach, die Fahrstraße weiter nach _Grünhain_.

Stadt mit 2600 Einwohnern, 630 ~m~ hoch gelegen. Industrie: Posamenten, Blechwaren, Spielsachen, Emaillegeräte. Grünhain wurde 1236 vom Burggrafen Meinhardt II. von Meißen gegründet, zunächst als Cistercienserkloster. Es entwickelte sich zu einem der reichsten und angesehensten in ganz Sachsen. 1429 wurde es von den Hussiten verwüstet und 1553 aufgelöst. Die Gebäude wurden durch Krieg und Brand zum größten Teil vernichtet, nur geringe Reste zeugen von verschwundener Pracht, so der »Fuchsturm«, in welchem Kunz v. Kauffungen die Nacht nach seiner Gefangennahme zugebracht haben soll.

Vom Marktplatze die Hauptstraße aufwärts bis vor die Eisenbahnbrücke. Nun links den rot-weißen Marken nach. Über die Bahn, dann links ab. Zum Walde empor. An der Waldecke nach rechts, Fahrweg durch den _Spiegelwald_ zum _König-Albert-Turm_.

727 ~m~ hoch. Aussichtsturm und Sommerwirtschaft. Die Aussicht ist ganz prächtig. Nordost: Unter uns Grünhain; links davon die Greifensteine, darüber hinaus Schloß Augustusburg, rechts von Grünhain die Dreibrüderhöhe. Im Osten: der grabähnliche Pöhlberg, rechts davon der Scheibenberg, dahinter der Bärenstein. Weiter hinter diesem der Preßnitzer Spitzberg. Im Südosten: Fichtel- und Keilberg, rechts davon der Gottesgaber Spitzberg und der Pleßberg (kahl, mit Turm). Süden: unter uns Beierfeld, tief im Tale Schwarzenberg, am Horizont der Plattenberg, rechts hinter Schwarzenberg die Morgenleite mit Aussichtsturm, sowie der Auersberg. Westen: das Auer Tal, dahinter der Filzteich bei Schneeberg, rechts davon die Zwickauer Gegend, dann der Totenstein. Norden: der Rochlitzer Berg.

Wir folgen nun den gelb-weißen liegenden Kreuzen. Zunächst Richtung Grünhain bis zur Waldecke. Nun rechts am Walde hin. Über die Bahn, rechts der Bahnhof Beierfeld. Nun halblinks die Straße überschreiten, dann rechts. Die Wegsäule gibt uns die Richtung zum »Fürstenberg« an. In den Wald. Kurz darauf Wegteilung: rechts hinab. Der Weg bringt uns wieder auf die Fahrstraße, die wir vorher überschritten. Diese nach rechts. Es folgt eine Wegteilung: geradeaus. Bei der nächsten Straßenteilung nach ca. 10 Minuten wiederum geradefort. Dem Wegweiser »Raschau« folgen. An einzelnen Häusern vorüber. Der Weg geht bergab und führt in den Wald. Dem Wegweiser folgend, den 1. Weg rechts ab. Links die König Albert-Buche, 1889 gepflanzt. Nun links hinunter zum _Fürstenbrunn_.

Hier wurde am 8. Juli 1455 Prinz Albert, der Stammvater der albertinischen Wettiner aus den Räuberhänden Kunz von Kauffungens befreit. An diese Begebenheit erinnert ein Granitobelisk über dem Fürstenbrunn. Daneben ein Blockhaus mit Restaurationsbetrieb, in dessen Gastzimmer sich einige, den Prinzenraub darstellende Bilder befinden.

Nun zu dem nahen Dörfchen _Haide_, mit der sagenumwobenen _St. Oswalds-_ oder _Dudelkirche_.

Sie soll 1514 durch den Grünhainer Abt Georg Küttner gegründet und wegen Dazwischenkunft der Reformation nicht ausgebaut worden sein. Die Sage erzählt jedoch folgendes: Der reiche Hammerherr Kaspar Klinger habe den Bergherrn Wolf Götterer aus Elterlein, von dem er sich beleidigt glaubte, meuchlings erschlagen. Er erbot sich, zur Sühne dem heiligen Oswald eine Kirche zu bauen. Dem reichen Hammerherrn gestatteten die Richter solch teure Lösung. Aber der Himmel ließ sich nicht bestechen. Als die Kirche geweiht werden sollte, zog ein schwarzes Wetter herauf. Als der Priester den Hammerherrn ermahnte, den Zorn Gottes durch Reue zu besänftigen, wurde er verlacht. Da fuhr ein Blitzschlag hernieder, erschlug den Sünder und vernichtete die Kirche, sodaß nur die Trümmer übrig blieben. Fromme Scheu hinderte den Wiederaufbau des Kirchleins.

Von hier auf der Raschauer Straße weiter nach dem Dorfe _Langenberg_ mit dem Rittergut _Förstel_, das von der Leipziger Ortskrankenkasse als Erholungsheim eingerichtet wurde. Vor dem Rittergute erhebt sich ziemlich frei aus der Erde der Silberemlerfelsen.

Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken durch das Dorf nach _Schwarzbach_ und _Elterlein_.

Stadt mit 2500 Einwohnern, 620 ~m~ hoch gelegen.

Weiteres siehe 28 ~e~.

Mit der Bahn über Zwönitz nach Chemnitz zurück.

~e~) _Zwönitz_ -- _Ziegenberg_ (20 Min.) -- _Moosheide_ (45 Min.) -- _Schatzenstein_ (45 Min.) -- _Elterlein_ (45 Min.) -- _Schwarzbach_ (25 Min.) -- _Förstel_ -- _Langenberg_ (45 Min.) -- _Schwarzenberg_ (40 Min.).

Wanderzeit: 4½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.

Über Zwönitz siehe 26 ~d~.

Vom Bahnhof zum Markt. Dann auf der Annaberger Straße, den weiß-gelb-weißen Marken folgend, bis zur Schützenstraße. Durch diese bis zum Schützenhaus. Hier links zum _Ziegenberg_.

651 ~m~ hoch. Obelisk mit Medaillons Kaiser Wilhelms I., König Alberts, Moltkes und Bismarcks. Hübsche Ausblicke auf das Zwönitztal, Lößnitz und Schneeberg.

Nun in südwestlicher Richtung hinab zur Straße und auf dieser (schön schattig!) bis an den Wald zur _Moosheide_.

676 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus. Vor dem Hause bergan und nach links. Den Zeichen nach auf hübschen Waldwegen zum _Schatzenstein_.

Felsklippen aus Glimmerschiefer, 763 ~m~ hoch gelegen, tief im Walde versteckt. Der höchste Felsen ist verwachsen, bietet daher keine Aussicht. Von den westlich gelegenen hat man gute Aussicht auf das obere Erzgebirge.

Vom Schatzenstein den Marken weiter folgend bis zum Ausgang aus dem Wald. Am Waldrande hin und zur Grünhain-Elterleiner Straße. Auf dieser nach links zur Stadt _Elterlein_.

620 ~m~ hoch gelegen mit ca. 2500 Einwohnern. Früher wurde hier Eisenstein gewonnen und im Hammerwerk und Regelschmiede weiterverarbeitet. Jetzt beschäftigt man sich mit Posamenten- und Gorlnäherei und Landwirtschaft. Auch Eisengießerei und Maschinenbau. Auf dem Markte ein Denkmal der Barbara Uttmann, die hier geboren sein soll.

Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken südlich nach Schwarzbach. Weiter durch das Schwarzwassertal zum Rittergut Förstel, wo im Rittergut das Genesungsheim der Leipziger Ortskrankenkasse untergebracht ist. Vor dem Rittergute ein isolierter Felsen, der Silberemlerfelsen. Weiter durch Dorf Langenberg nach _Schwarzenberg_.

Stadt, 465 ~m~ hoch gelegen, in prächtiger Umgebung. Hier fließen Schwarzwasser und große Mittweida zusammen. Die Stadt ist von allen Seiten mit waldigen Höhen umgeben. Industrie: Blechwarenfabriken, Emaillierwerke, Eisengießerei, Kammgarnspinnerei, Pappenfabrik, Posamenten. 7800 Einwohner. Das Schloß gibt der Stadt ein malerisches Ansehen. Reiche historische Erinnerungen. Schon 1150 ging die zur bayerischen Ostmark gehörige Herrschaft Schwarzenberg käuflich in den Besitz Friedrich Barbarossas über. Friedrich II. schenkte sie an Böhmen, wo sie über 200 Jahre verblieb. 1459 kam sie als Heiratsgut an den Sohn Friedrich des Sanftmütigen, Herzog Albrecht, der mit einer böhmischen Prinzessin vermählt war. Letztgenannter verkaufte in Geldnöten den Besitz an die Familie v. Tettau. Von ihr erwarb sie Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige zurück. Den steinernen Schloßbau führte, an Stelle eines morsch gewordenen hölzernen, 1555 Kurfürst August auf. Durch Kriege und Brände hatten Stadt und Schloß viel zu leiden. Heute ist im Schlosse das Amtsgericht untergebracht.

Station der Linie Annaberg--Aue--Werdau. Wir fahren über Aue nach Chemnitz zurück.

Man kann mit dieser Wanderung auch einen Besuch des Oswaldkirchleins und Fürstenbrunnens verbinden. Man geht nach Durchwanderung Langenbergs rechts den Weg nach Haide mit der _Oswaldskirche_ (Seite 229) und von hier zum Fürstenbrunn. Nun nach Schwarzenberg: Aus dem Gasthaus kommend geradefort, den prächtigen Waldweg. Nach 20 Minuten aus dem Walde. Bei schöner Aussicht auf Schwarzenberg durch Wiesen hinunter, den Schwarzbach überschreiten, den Weg im Tal weiter. Dann nach _Wildenau_, zu Schwarzenberg gehörend, am 1. Hause links ab, sofort aber nach rechts abbiegen. Unter der Bahn weg. Am Schützenhaus vorbei. Bei Kilometerstein 9,6 teilt sich der Weg. Rechts führt ein Fußweg in 5 Minuten zum Bahnhof; links auf der Fahrstraße weiter zur Stadt. (¼ Std.).

~f~) _Grünhain_ -- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.) -- _Oswaldkirche_ (10 Min.) -- _Waschleithe_ -- _Grünhain_ (1¼ Std.) -- bez. _Zwönitz_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 2¾ Std. bez. 4¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Grünhain. Linie Zwönitz--Scheibenberg.

Von Chemnitz hierher über Zwönitz.

Vom Bahnhof zum Markte. Dann die Hauptstraße bis zur Eisenbahnbrücke. Kurz zuvor zeigt links ein Wegweiser den Weg zum Spiegelwald mit dem König-Albert-Turm. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Über die Bahn, links zum Wald. Von hier rechts den Fahrweg weiter zum Turm. Beschreibung der Aussicht usw., sowie Wanderung zum Fürstenbrunn und zur Oswaldkirche siehe Wanderung 28 ~d~.

Von der Oswaldkirche den weiß-blau-weißen Marken folgen. Unser Weg führt im schönen Oswaldtale zum Dörfchen _Waschleithe_. Von hier windet sich der Weg im Walde empor und führt nach Grünhain zurück. Von hier mit der Bahn zurück. Man kann die Wanderung bis Zwönitz fortsetzen, was bez. des Bahnanschlusses leicht geboten erscheint. Auf der Zwönitzer Straße wandert man über die _Mooshaide_ (Restauration) bequem in 1½ Stunde nach Zwönitz.

~g~) _Lößnitz_ -- _Alberoda_ -- _Dürre Henne_ -- _Hohe Warte_ -- _Prinzenhöhle_ (1½ Std.) -- _Niederschlema_ (1 Std.) -- _Floßgraben_ -- _Aue_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 3¾ Std.

Ausgangspunkt: Lößnitz, unterer Bahnhof. Linie Chemnitz--Aue.

_Lößnitz._ Stadt mit 7400 Einwohnern, 422 ~m~ hoch gelegen. Man fährt bis zum unteren Bahnhof, da er näher an der Stadt liegt als der obere. Lößnitz ist eine der ältesten Ansiedelungen des ganzen Gebirges. Industrie: Strumpf-, Schuh-, Baumwollwaren-, Wäschefabrikation.

Unser Weg ist weiß-blau-weiß bezeichnet. Durch eine prächtige Lindenallee kommen wir zu dem aussichtsreichen _Schießhause_. Prächtige Aussicht! Nun hinab nach dem Dorfe _Alberoda_ (1855 Einwohner). Nun hinauf zum Gasthaus »_Dürre Henne_«, einer einsamen Ansiedelung. Von hier zum Aussichtspunkt _Hohe Warte_, 503 ~m~ hoch gelegen. Großartiger Blick ins Muldental auf- und abwärts, sowie durch das Schlematal mit dem Dörfchen Nieder- und Oberschlema, und der Stadt Schneeberg.

Nun zunächst auf Feldwegen, dann durch Wald hinab ins Muldental. Den Talweg rechts weiter bis zu einem Wegweiser. Diesem rechts hinauf folgen zur _Prinzenhöhle_.

Diese ist ohne Zweifel ein angefangener aber nicht weiter gebauter Stollen. Wir stehen am Schauplatze einer Szene aus dem bekannten Prinzenraube. Der Hergang war kurz folgender: Kunz v. Kauffungen hatte in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen aus dem Altenburger Schlosse geraubt. Während er seinen Spießgesellen den 14jährigen Ernst übergab, behielt er den 12jährigen Albert bei sich. Die Prinzen sollten nach dem Schlosse Eisenberg in Böhmen gebracht werden. Auf getrennten Wegen eilten die Räuber durchs Erzgebirge. Eingeschüchtert durch das Sturmläuten versteckten sich die Genossen Kunzens, Mosen und Schönfels, mit ihrem Prinzen Ernst in der hiesigen Kluft. Als sie nun von dem Schicksale Kunzens erfuhren, der inzwischen in der Nähe des Fürstenbrunns gefangen genommen worden war, boten sie dem Amtshauptmann von Zwickau die Auslieferung des Prinzen an, wenn sie selbst an Gut, Leib und Leben ungestraft blieben. Auf diese Bedingungen ging man ein und verschaffte so dem Prinzen Ernst die Freiheit.

Am Eingange der Höhle befindet sich eine Marmortafel, die an das Ereignis erinnert. In der Nähe liegt das im Schweizerstil gebaute Forsthaus mit Restauration und prachtvollem Blick ins Muldental.

Von hier den weiß-blau-weißen Marken weiter folgend. Auch ein Wegweiser gibt die Richtung an, ins Muldental hinab. Die Eisenbahnbrücke überschreiten, dann rechts. Über die Grabenbrücke und dann über die eiserne Muldenbrücke.

Man kann nach Überschreiten der letzteren einen Abstecher hinauf zur Ruine Eisenburg oder Isenburg unternehmen. Ein Fußsteig führt rechts hinauf. Die geringen Mauerreste gehörten jedenfalls zu einer Vorburg des Schlosses Stein. Sonstige Nachrichten fehlen.

Wir gehen auf unsern Weg zurück. Auf Waldweg hinauf zum Bismarckstein. Hier Tourentafel 165 ~b~. Der Weg teilt sich. Wir gehen links hinab nach _Niederschlema_.

Dorf mit 2600 Einwohnern, 300 ~m~ hoch gelegen. Industrie: Papier- und Maschinenfabriken.

Unsere Marken führen uns weiter zum _Floßgraben_.

Dieser 1556 bis 1559 angelegte Kanal führte einen Teil des Muldenwassers von Bockau nach Oberschlema-Schneeberg, er diente einst der Holzflößerei. Der Weg an ihm hin ist ganz herrlich. Er bringt uns am Genesungsheim des D. V. d. H. vorüber. Dahinter links den Fußweg hinab nach _Aue_.

Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.

Von Aue mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

_h_) _Stollberg_ -- _Oberdorf_ -- _Beutha_ (1¼ Std.) -- _Raum_ (20 Min.) -- _Meisterei_ (¼ Std.) -- _Prinzenhöhle_ (¾ Std.) -- _Stein_ (¾ Std.) -- _Hartenstein_ (20 Min.) -- _Raum_ (½ Std.) -- _Beutha_ (20 Min.) -- _Stollberg_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 5¾--6 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Hierher mit der Bahn.

Über Stollberg siehe Seite 224. Vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße zum Markt. Nun durch die Herrenstraße über den Marienplatz, die Schneeberger Straße entlang. Bei Landgrafs Restaurant rechts ab, auf der Teichstraße weiter, sie setzt sich als Dorfstraße durch _Mittel-_ und _Oberdorf_ fort. Wir kommen am Walkteiche vorüber und gelangen schließlich zum Bahnhof Oberdorf-Beutha. Nun links über die Höhe nach _Beutha_. An der Kirche vorüber, rechts in die Dorfstraße einbiegen. Später links die Straße nach _Raum_. Hier nimmt uns die Staatsstraße Lichtenstein--Hartenstein auf, die wir links einbiegend, ein Stück gehen. Dann beim Restaurant rechts auf einem Feldweg zur _Meisterei_.

Früher eine Scharfrichterei und Abdeckerei, jetzt gern aufgesuchter Gasthof mit Garten.

Nun links in den Wald bis zum Wegweiser »Prinzenhöhle«. Diesen Weg schlagen wir ein, er ist rot-weiß bezeichnet. Wir kommen zu einer Waldblöße, auf dem dem verstorbenen Fürsten von Schönburg-Waldenburg ein Denkstein errichtet worden ist. Auf unsern Weg zurück. Prächtiger Buchenwald nimmt uns auf, der »Knoblochberg« genannt, was zu Zeiten auch mit den Geruchsorganen wahrzunehmen ist. Der Weg geht immer abwärts, zuletzt etwas steil. Wir halten uns links und kommen zum _Forsthaus_ (auch Schankbetrieb). Hübsche Ausblicke auf das jenseitige Muldenufer mit dem Dorfe Wildbach und der Isenburg-Ruine (siehe vorige Wanderung). Nun durch den herrlichen Wald auf felsigem Steig hinab zur _Prinzenhöhle_. (Siehe Wanderung 28 ~g~).

Wir gehen nun weiter talabwärts zur Zwickauer Mulde und am rechten Ufer derselben nach _Stein_ mit dem altehrwürdigen Schlosse.

Das Dörfchen zählt 110 Einwohner. Das Schloß, hoch auf dem Felsen thronend, gibt dem Orte ein überaus malerisches Ansehen. Es gehört der Herrschaft Schönburg-Waldenburg und dient jetzt zu Wohnzwecken für Beamte. Die Besichtigung ist gestattet. 194 Stufen hinauf auf den alten Hauptturm, der einen schönen Ausblick gewährt. Burgverlies, Ruine der Burgkapelle, Verteidigungsgalerie, 32 ~m~ hoher Eckturm.

Nun beim Teiche rechts hinauf nach der Stadt _Hartenstein_.

Stadt mit 2800 Einwohnern, 350 ~m~ hoch gelegen. Der Markt macht mit seinen altertümlichen Gasthäusern einen hübschen Eindruck. Auf dem 396 ~m~ hohen Schloßberge das imposante Schloß Hartenstein, dem Fürsten von Schönburg-Waldenburg gehörend. In Abwesenheit der Besitzer kann das Schloß besichtigt werden. Allerlei Altertümer, darunter eine Feldschlange, die bei den Freudenschüssen nach Beendigung des Krieges 1871, scheinbar trüber Ahnungen voll, zersprang.

Vom Schlosse rechts hinauf, durch ein Waldstück, auf unsere frühere Straße, auf der wir hergekommen sind. Zurück nach Raum und weiter nach Station Oberdorf-Beutha. Bei günstiger Gelegenheit benutzt man von hier aus die Bahn bis Stollberg; im andern Falle wandert man über Oberdorf nach _Stollberg_ zurück.

Von Stollberg nach Chemnitz mit der Bahn.

29. Ins Schwarzwasser-, obere Muldental und zum Auersberg.

Ein jeden Naturfreund hocherfreuendes Gebiet. Aus engen, geradezu klammartigen Tälern steigt man auf waldigen Wegen zu aussichtsreichen Höhen hinauf. Das rasch emporblühende Aue, das altehrwürdige Schneeberg, die echten Gebirgsstädte Johanngeorgenstadt und Eibenstock, das liebliche Schwarzenberg umschließen ein Gebiet, das auf Schritt und Tritt neue Schönheiten erschließt. Die Genüsse einer einsamen Waldwanderung können hier am besten ausgekostet werden.

Den Glanzpunkt dieser Gegend, wie überhaupt einen des ganzen Gebirges, bildet der Auersberg, von allen Naturfreunden geliebt und gern aufgesucht. Der ungünstigen Bahnverhältnisse wegen ist es zu empfehlen, die Fahrt zum Ausgangspunkt am Vorabend der Wanderung zu erledigen.

~a~) _Schwarzenberg_ -- _Konradswiese_ -- _Morgenleite_ (2 Std.) -- _Jägerhaus am Ochsenkopf_ (¾ Std.) -- _Antonsthal_ -- _Erlabrunn_ (1¼ Std.) -- _Johanngeorgenstadt_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 5¼ Std.

Ausgangspunkt: Schwarzenberg. Hierher über Aue.

Vom Bahnhof in ¼ Stunde zum Markt. Nun die Schneeberg-Eibenstocker Straße hinaus. Am Friedhof vorbei. Bei Kilometerstein 0,0 teilt sich der Weg. Den rot-gelben Marken nach, links aufwärts. Wegweiser »Morgenleite«. Auf der Höhe Wegteilung: dem Wegweiser folgend rechts weiter. Nach ca. 20 Minuten Wegkreuzung. Nun rechts weiter, den blau-roten Marken nach. Am Wald Wegteilung: links weiter. Nach kurzer Zeit den Wald verlassen und den Fußweg halblinks weiter bis zur Waldecke. Einen Fahrweg überschreiten, geradefort. Über Wiesen. Ein Fahrweg kommt von rechts; auf diesem links weiter, dem Wegweiser »Konradswiese« folgend. Wegteilung: rechts gehen. 4fache Wegteilung: rechts weiter. Wir gelangen zur _Konradswiese_. Waldwärterhaus in ganz prächtiger Lage. Einfache Schankwirtschaft. Schöner Ausblick. Das Gebäude verlassend wandern wir nach links, an 2 Teichen vorüber. Dahinter Wegteilung: Rechts, den gelb-weißen Marken nach. Einen breiten Fahrweg überschreiten. Geradeaus weiter zur _Morgenleite_.

813 ~m~ hoch. Aussichtsgerüst und Unterkunftshütte. Die Aussicht ist ganz hervorragend. Osten: Schwarzenberg, Raschau, der Raschauer Grund, die Stadt Scheibenberg, rechts davon der Bärenstein, dahinter der Haßberg bei Preßnitz. Süden: Gottesgaber Spitzberg, rechts Seifen (Böhmen), weiter im Vordergrund Rittersgrün, rechts davon Breitenbrunner Waldhäuser, im Vordergrunde Crandorf, Johanngeorgenstadt. Südwesten: Auersberg, davon rechts Eibenstock. Westen: Karlsturm bei Reiboldsgrün. Nordwesten: Kirchberg, rechts davon Schächte von Zwickau. Norden: Hohenstein, dahinter der Rochlitzer Berg, im Vordergrunde Oberpfannenstiel, die Bernsbacher Höhe, Bernsbach; rechts davon Beierfeld, dahinter die Augustusburg. Nordosten: Annenkirche zu Annaberg, davon links Großrückerswalde (weißer Turm), rechts davon der Pöhlberg. Herrlich ist der Überblick über das Waldmeer.

Vom Aussichtsgerüst den blau-weißen Marken nach bis zur Wegtafel. Wir gehen nun in Richtung »Jägerhaus-Bockau«. Bald zu einer einfachen Wegteilung: rechts, den blau-weiß bezeichneten »Lauterer Grenzflügelweg« ab. Nach einer Wanderung von ca. 20 Minuten gelangen wir zum Treffpunkt der Straße von Aue und Bockau. Links, die Straße weiter, den weiß-gelb-weißen Marken folgend zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_.

782 ~m~ hoch, einsame Siedlung, zu Bermsgrün gehörig. Gasthaus. Das Jagdhaus wurde von den sächsischen Fürsten gern aufgesucht. 1693--1711 lebte hier Herzog Wilhelm Christian von Holstein-Wiesenburg; er starb auch hier. Kreuzungspunkt der Straßen Schwarzenberg--Eibenstock und Bockau--Breitenhof.

Wir folgen nun dem Wegweiser »Breitenhof«. Die Straße geht erst eben dahin, dann rechts durch das Halsbachtal steiler hinab nach _Antonsthal_. Nun auf der Landstraße weiter. Bei Stein 13,0 Wegteilung: links fort, dem Wegweiser nach. Bei Stein 14,3 kommen wir auf die Talstraße des Schwarzwassertales. Diese aufwärts wandernd gelangen wir nach Station _Erlabrunn_. Die Talstraße weiter hinauf bis _Johanngeorgenstadt_.

Weiteres siehe Wanderung 24 ~g~.

Mit der Bahn über Schwarzenberg--Aue oder Schwarzenberg--Annaberg nach Chemnitz zurück.

~b~) _Schwarzenberg_ -- _Antonsthal_ (1½ Std.) -- _Jägerhaus am Ochsenkopf_ (1 Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) -- _Bockau_ (1 Std.) -- _Rechenhaus_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Auerhammer_ (1¾ Std.) -- _Aue_ (½ Std.).

Wanderzeit: 7¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Schwarzenberg. Hierher über Aue.

Vom Bahnhof zum Markt. Nun auf die Erlaer Straße. Die Schwarzwasserbrücke überschreiten. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Im Schwarzwassertale an der Bahnlinie hin, hinauf nach _Erla_.

Dörfchen mit 260 Einwohnern, 467 ~m~ hoch gelegen.

Nun die Talstraße weiter nach _Antonsthal_, 521 ~m~ hoch gelegener Ortsteil von Bermsgrün.

Von hier rechts in den Wald und durch das Halsbachtal, am linken Ufer des Halsbaches hinauf; eine köstliche Waldtalwanderung! Wir kommen an einzelnen Häusern vorüber, den Waldhäusern der Gruben Ritter St. Georg, Unverhofft Glück, Weißer Adler, Fünf Brüder. Vom Waldrande hübsche Ausblicke. Der Halsbachtalweg stößt auf die Schwarzenberg-Sosaer Straße. Diese links weiter zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_.

Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.

Wir folgen nun den weiß-gelb-weißen Marken auf der Straße Aue--Bockau. Wir gehen bis zu einer sechsfachen Wegteilung, hier den blau-weiß bezeichneten Weg, den sogenannten Lauterer Grenzflügelweg weiter. Bei einer weiteren Wegteilung ebenfalls den blau-weißen Marken nach zum Aussichtsgerüst auf der _Morgenleite_.

Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.

Vom Gerüst zur Wegteilung; nun den gelb-weißen Marken nach rechts abwärts. Wir überschreiten einen Fahrweg, den Schneisenweg immer abwärts folgend. Er bringt uns auf einen von rechts kommenden Fahrweg. Diesen links weiter, an einem kleinen Teiche vorbei zur _Konradswiese_ (siehe 29 ~a~).

Nachdem wir das Gebäude verlassen, gehen wir den blau-roten Marken nach rechts in den Wald. Nach Verlassen desselben über Feld hinab nach _Bockau_.

Langausgedehntes Dorf mit 4000 Einwohnern, 434 ~m~ hoch gelegen. Früher war der Ort bekannt durch die Herstellung von Schneeberger Schnupftabak, Viehpulver und andere Apothekerwaren. Angelikawurzel wird jetzt noch angebaut. Der volkstümliche Name »Wurzelbocke« hat sich noch erhalten. Bekannt ist das Schindlersche Blaufarbenwerk (Ultramarinfabrik).

Wir wandern die Dorfstraße abwärts bis zur Muldenbrücke. Rechts über diese zum Gasthaus _Rechenhaus_, wo der Floßgraben von der Mulde abzweigt. Wir gehen nun den Fußweg an demselben hin. Mächtige Granitfelsen, gewaltige Blöcke in wildem Durcheinander, prächtige Baumriesen auf den Talhängen geben herrliche Landschaftsbilder.

Auf dem Floßgrabenfußweg zur Zschorlauer Straße. Auf dieser hinab nach _Auerhammer_, Dorf mit 1340 Einwohnern; endlich hinab nach _Aue_.

Industriestadt mit gegen 20000 Einwohnern, 348 ~m~ hoch am Zusammenfluß von Schwarzwasser und Zwickauer Mulde in einem, von zum Teil steilen Bergen umgebenen, Talkessel gelegen. Aue hat eine ganz rapide Entwicklung genommen, vor 30 Jahren zählte die Stadt noch 3600 Einwohner. Grund dafür ist die Vielseitigkeit der Industrie, Blechbearbeitungsmaschinenfabriken, Blech- und Metallwarenfabriken, Baumwollwebereien, Wäschefabriken usw.

Aue ist Station der Linie Chemnitz--Aue--Adorf.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~c~) _Schwarzenberg_ -- _Morgenleite_ (1½ Std.) -- _Konradswiese_ (½ Std.) -- _Bockau_ (½ Std.) -- _Rechenhaus_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Aue_ (2 Std.).

Wanderzeit: 5¼ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Schwarzenberg. Hierher über Aue.

Vom Bahnhof zum Markte. Die Eibenstocker Straße hinaus, am Friedhofe vorbei. Der Weg ist rot-gelb bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,0 teilt sich der Weg. Dem Wegweiser links aufwärts folgen. Auf der Höhe, beim Bleygut, biegt die Straße nach links, wir gehen jedoch rechts in bisheriger Richtung den Fahrweg weiter. Nach ca. 20 Minuten zum »Restaurant zur Morgenleite«. Geradeaus, das Restaurant bleibt rechts. Nach 10 Minuten zu den Henneberghäusern. Am ersten Hause gehen wir links. Hinter dem nächsten Gute (nach ca. 3 Minuten) den Hauptweg links fort. Wegteilung vor dem Felde: links weiter. Durch Wald, immer den Marken folgend. Nun zu Grenzstein 15. Hier rechts den Morgenleitenweg weiter. Nach 5 Minuten ein querkommender Weg, diesen nach rechts zum Turm auf der _Morgenleite_. Weiteres unter 29 ~a~.

Weiterwanderung bis Aue siehe 29 ~b~.

~d~) _Aue_ -- _Floßgraben_ -- _Bockau_ (2¼ Std.) -- _Jägerhaus am Ochsenkopf_ (1 Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) -- _Konradswiese_ (¾ Std.) -- _Schwarzenberg_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 6 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Aue. Linie Chemnitz--Aue. Über Aue siehe Seite 241.

Vom Bahnhof zum Markte. Nun durch die Wettiner Straße, über die Muldenbrücke. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Wir gelangen nach Dorf Auerhammer bis zum Dorfplatz. Wegetafel. Hier rechts weiter bis zur Wegteilung: links zum Gasthof hinauf. An diesem vorbei und hinauf zum _Floßgraben_ (Seite 241). An diesem läuft ein Fußweg hin, diesen links, dem Wasserlauf entgegen. Prächtige Wege, meist durch Wald, hübsche Felsgruppen und schöne Ausblicke. Wir wandern bis zum Ende des Grabens beim _Rechenhaus_. Nun in derselben Richtung die Straße weiter. Dann durch den Hof des Blaufarbenwerkes links. Die Brücke überschreiten zur Station _Bockau_. (Seite 241). Nun hinauf zum Dorf _Bockau_. Von hier den blau-weißen Marken nach auf der Landstraße (Bockau--Breitenhof). Durch prächtigen Wald zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_. (Seite 239). Von hier zur _Morgenleite_, siehe Wanderung 29 ~b~.

Vom Turm eine Minute zurück zur Wegteilung. Nun rechts abwärts, den gelb-weißen Marken folgend. Immer auf dem Schneisenweg weiter. Er führt auf einen querkommenden Fahrweg. Diesen nach links zur _Konradswiese_ (Seite 238). Nun den rot-blauen Marken nach. Das Gebäude hinter uns, nach links. An zwei Teichen vorbei. Wegteilung: links hinab. Der Weg, von Hecken eingerahmt, führt durch Wiesen. Wegteilung: Dem Wegweiser scharf rechts nach. Nach einigen Minuten bei der Wegkreuzung geradeaus. Der Weg führt durch Wiesen und Wald bis auf die Eibenstocker Straße. Diese abwärts bis zum Markte von _Schwarzenberg_. Nach dem Bahnhof und mit der Bahn über Aue nach Chemnitz zurück.

~e~) _Aue_ -- _Köhlerturm auf dem Gleesberg_ (1¼ Std.) -- _Schneeberg_ (½ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Aue_ (2 Std.).

Wanderzeit: 3¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Aue. Linie Chemnitz--Aue--Adorf.

Vom Bahnhof nach dem Markte. Die Wettiner Straße entlang; über die Muldenbrücke. Wir gelangen nach _Auerhammer_ auf den Dorfplatz. Nun den rot markierten Weg rechts weiter. Bei der Wegteilung folgen wir dem Wegweiser. Rechts weiter, über die Brücke und die Stufen hinauf. Oben nach links den Fußweg weiter; nach ca. zwei Minuten rechts zum Wald hinauf. Den Floßgraben überschreiten; im Walde empor. Nach Verlassen des Waldes an die Peuschelgüter. Hinter diesen teilt sich der Weg: Links durch den Wald, den Marken nach. Wegteilung mit Wegtafel: rechts weiter zum _Köhlerturm_ auf dem _Gleesberg_.

584 ~m~ hoch. Der Turm hat eine Höhe von 22 ~m~. Den Turm ziert ein Bild ~Dr.~ E. Köhlers, dem einstigen Vorsitzenden des Erzgebirgsvereins. Beim Turm Sommerwirtschaft. Die Aussicht ist lohnend, besonders schöne Blicke ins Mulden- und Schlematal.

Vom Turme führt ein rot-blau bezeichneter Weg hinab nach _Schneeberg_.

Bergstadt mit 9100 Einwohnern, 470 ~m~ hoch auf dem Schneeberg gelegen. Einst hochberühmter Silberbergbau, von dem die zahlreichen Halden noch heute Zeugnis ablegen. Der Bergbau ist bis auf die Gewinnung von Nickel, Kobalt und Wismut erloschen. Die Industrie beschäftigt sich mit mechanischen Stickereien und Klöppeleien. Auch Puppen, Tüll, Korsette, Buntpapier, Holzwaren und Spielzeug werden hier erzeugt. Weltbekannt ist die Herstellung chemischer Farben zur Porzellanmalerei in Geitners Fabrik. Schneeberg ist besonders Schulstadt geworden. Der Gesamtvorstand des Erzgebirgsvereins hat hier seinen Sitz.

Am Markte sind bemerkenswert das Stammhaus der Familie Schnorr