Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 7
[22^b] Von dem schütmeister.
Der stat paumeister soll auch bestellen ein schütmeister, der der schut allenthalben wart vor den thoren und ine der stat, als dann vor alter herkomen ist. und ein solichen schutmeister hat man zu zeitten auch gefurdert an der stat arbeit, doch das er unter sein stunden, die einer sunst feiert, der schut gewart hat, damit der stat arbeit nit versaumet gewest ist, als ich dann ietzunt im andern jare den Cuntz Künnen schutmeister bestellt und noch habe, der dann auch einer von den gelubten taglonern ist.
Nun soll der schutmeister der stat paumeister geloben und sein trew geben, das er das kunftig jare der schut getrewlichen warten, auch alle tag auf die schut gen woll und do die schut und hauffen eingleichen und auch nirgen lassen schutten, dann wo ine der stat paumeister hin weist schutten lassen. und wo man also keller oder anders grüb oder außfuren wolt, do soll ein schuttmeister hin geen und inen sagen, wo sie solich erden oder schut hinfuren sullen, es sei in oder vor der stat; und welicher aber an andere ende also geverlich schuttet, es were in die Begnitz oder sunst an andere ende, dann dohin ine der schutmeister geweist hett, den soll der schutmeister pfenden oder außsetzen ein pfert und das gen einem füterer stellen und furpaß der stat paumeister das zu wissen thun.
Ein schutmeister soll darzu unter den thoren mit den zollnern bestellen, wo die kerner also schut vor das thore furen, das sie das nit geferlich schutten, desgleichen mit dem sande den sie herein furen nit geferlich graben. wo die zollner das geware wurden, das sie das der stat paumeister oder schutmeister zu wissen thun.
[23^a] Es soll auch der stat paumeister auf das minst ein moll im jare zusamen vordern lassen alle kerrner und gertner, die also hie auß furen, auch den maurrern und deckern und andern sande zufuren, und inen sagen in gegenwurtigkeit des schutmeisters, wo sie hin schutten sullen und sunst nirgen. auch dobei ine ernstliche sagen, das sie den sant, den sie herein in die stat furen, graben, do es nit schedlichen sei, sunderlichen den stroßen nit zu nahent graben; welicher doran also bedretten oder der stat paumeister furpracht wurd, der must solich graben wider auß schutten und den sande vor einem andern thor holen, domit er die gruben wider auß schuttet, als man dann woll ettlichen vor den funfen gestraft hat zu meinen zeitten.
Nun auch so soll der stat paumeister dem schuttmeister geben alle wochen zu lone von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stul feier sechsundzweintzig pfenning, und von sant Peters tag stulfeier biß wider auf sant Gallen tag dreissig, alles nach altem herkomen.
Auch darzu so hat ein schutmeister innen den thuren auf der Pleich mit dem ploben E bezeichent, dorinnen er sein wonung hat vergebens und zins frei sitzet, alles nach altem herkomen.
[23^b] Von dem parlierer.
So hat man vor zeitten an der stat arbeit, die weil man funf oder sechs geende winden het, gehabt und bestellt ein parlierer, der auf der maur was, das einem stat werckmeister allein zu schwer was allenthalben zu sein bei den maurrern. eim solichen parlierer hat man ein jar bei achtzehen pfunt alt zu vorauß gegeben und darzu sein taglon als einem andern steinmetzen. do ist es nun von komen und abgangen.
Iedoch nachdem meister Hanns Rupprecht der stat meister dem Ulrich Mülner vor andern in seinem abwesen die arbeit und gesellen empfilcht, hab ich bißber demselben Ulrich Mülner zu vorauß und trinckgelt geben ein jare vier pfunt alt etc.
[24^a] Von dem anschicker.
Und des gleichen hat man gehabt ein anschicker, die weil der tagloner pei hundert oder zwai hundert mer und minder gewesen ist. derselb anschicker also ob den taglonern unter einem werckmeister gewesen ist und die leut angeschrien und angeweist zu arbeitten; einem solichen hat man auch ein vorauß des jars geben und darzu sein taglon. auch hat zu zeitten ein sollicher anschicker pfert gehapt an der stat arbeit, doran er auch etwas gehabt hat; do ist es auch nun von komen etc.
[24^b] Von dem prucken meister.
Mer hat man etwan einen zimmergesellen gehabt und bestellt ein jar, dem hat man zu vorauß geben acht pfunt alt. der hat unter sein zeitten gewart zu den prucken in der stat und die pruck holtzer wider recht ein zogen und geslicht, wenn sie sich verzugen. das ist nun abgangen und davon komen; wenn aber solichs ietzunt nöt ist, so soll der stat paumeister einen von den zimmergesellen von der stat arbeit hinumb senden, der zu den prucken sehe und solich holtzer allenthalben schlicht und recht ein ziech etc.
[25^a] Von dem zu und ab geen [von] der arbeit.
Hiernach steet geschriben, wenn man zu und von der arbeit gen soll nach altem herkomen.
Wenn es den tag achte oder neunne schlecht, so sol man des morgens an der arbeit sein wenn es den garauß schlecht, und zu dem eßen darvon geen wenn es treu schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es viere schlecht, und des nachtz wenn es den garauß schlecht wider darvon geen.
Auch wenn es den tag zehenne schlecht, so sol man des morgens an die arbeit geen zu dem garauß, und zu der suppen darvon geen wenn es zwai schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es dreu schlecht, und zu dem mittag moll wider darvon geen wenn es sechse schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es sibenne schlecht, und des nachtes zu dem garauß wider darvon geen.
Nun auch wenn es den tag ailfe schlecht, so soll man des morgens an die arbeit geen zu dem garauß, und zu der suppen darvon geen wenn es zwai schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es dreu schlecht, und zu dem mittag mall wider darvon geen wenn es sechse schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es sibenne schlecht, und des nachtes ein halbe ore vor dem garauß wider dar von geen.
[25^b] Mer wenn es den tag zwelfe oder dreuzehenne schlecht, so soll man des morgens an die arbeit geen zu dem garauß, und zu der suppen darvon geen wenn es dreu schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es viere schlecht, und zu dem mittag mall wider darvon geen wenn es sibenne schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es achte schlecht, und des nachts wenn es eins gen nacht schlecht wider darvon geen.
So es den tag viertzehenne schlecht, so soll man des morgens an die arbeit geen wenn es eins auf den tag schlecht, und zu der suppen darvon geen wenn es dreu schlecht, und wider zu der arbeit wenn es viere schlecht, und zu dem mittag mall wider darvon geen wenn es sibenne schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es achte schlecht, und zu der vesper zeit wider darvon geen wenn es zehenne schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es ailfe schlecht, und des nachts wenn es eins gen nacht schlecht wider darvon geen.
Darnach wenn es den tag funftzehenne und sechtzehenne schlecht, so sol man zu und von der arbeit geen in aller der maß und zeit, als wenn es den tag viertzehenne schlecht, on allein zu vesper zeit soll man dann darvon geen wenn es ailiffe schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn es zwelfe schlecht.
Ist aber das der tag wider abnimpt, so soll man in aller der maß zu und von der arbeit geen als ain zunemen des tages summer und winter.
[26^a] Zu ostern, pfingsten, sant Johanns abent zu sunbenten, zu sant Merteins tag und zu weihennachten wenn es zwue hore gen nacht schlecht, so sollen die arbeitter feier abent haben und von der arbeit abgeen allenthalben wo sie arbeitten, es sein zimmerleut, maurrer, decker, tuncher, pflasterer, tagloner, oder welche die sein an der stat arbeit.
So haben die zimmer gesellen bei herrn Hannsen Colers zeitten, die weil und er der stat paumeister gewest ist, und do meister Hanns Dubinger der stat meister zimmerwercks worden ist an des Thirmans stat etc. furgenomen und allewegen ie uber viertzehen tag ein bad abent inen furgenomen, und sein einer stund ee abgangen dann sie sunst abgeen solten, das aber doch von alter also nit herkomen ist. demselben nach haben die steinmetzen gesellen ine auch furgenomen ein bad abent, und geen dergleich uber viertzehen tag allewegen auch einer stund ee ab, dann sie sunst thun solten, also das es gleich zu einer gewonheit komen ist. das hab ich ine piß here auch also nach geben und sage inen wenn sie gehorsam thun, das [sie] sunst dester vleissiger sent und zu rechter zeit zu und abe der arbeit geen, domit sie die stunde auch woll mugen herein pringen wo sie wollen etc.
[26^b] Von dem lone der arbeitter und wenn man inen lonnet.
Auch so hat man vor zeitten, die weil der Endres Volckamer seliger der stat paumeister gewesen ist, den arbeittern alleweg gelonet auf den abent an den sambstag nechten als umb vesper zeit oder als pald darnach. so ist der stat paumeister mit sampt dem statmeister dem maurrer und dem schaffer zu der arbeit allenthalben gangen. das ist darumb gescheen, das die arbeitter bei der arbeit pleiben und nit ee abgeen dann ir rechte zeit ist. auch hat man dieselben zeit peutelein gehabt, dorein man den arbeittern iren lone gezelt hat, einem ieden sovil und im dann gepuret hat zu lone. dieselben zeit hat man zwelf und viertzehen geender winden stets gehabt, damit man gearbeit hat, und sein die arbeitter sere alle bei ein ander gewest auf dem graben.
Darnach bei Hannsen Grasers seligen zeitten, als er der stat paumeister gewesen ist, und seit her hat man alleweg gelonet am sambstag früe vor mittag und vor der suppen zeit, und hat das darumb getan, das die arbeitter und die armen leut vor mittag, als wenn sie zu der suppen geen, iren frawen und kinden dann das gelt mugen heim pringen, die dann dorumb fleisch, prot und anders pas kauffen und vinden zu kauffen früe dann auf den abent. auch sullen die statmeister und parlierer ir gesellen und tagloner in acht haben, also das keiner ee abgee dann ir rechte zeit ist. welicher sich aber abstele und abgieng on erlaubung ee es zeit were, den sullen die andern rugen. auf den nechsten lontag so solt im ein stat paumeister so vil stunde er ee abgangen were, einem steinmetzen und zimmergesellen zwen pfenning und einem tagloner ein pfenning von ieder stund so er ist ee abgangen, so vil abziehen oder minder lons geben etc. auch zelt man inen den lone ietzunt in puchslein einem ieden sovil und im gepurt zu lonne.
[27^a] So soll man keim stein metzen, zimmergesellen noch tagloner sein lon pei der stat paumeister gestatten zu verpietten, also wo einer eim wirt oder sunst iemant schuldig were und von einem nit kont bezalt werden, das dann ein solcher wolt durch ein paumeister sein gelt einprengen. das soll nit sein und ist also nit herkomen, sunder wo das an der stat paumeister langt soll er einem solichen sagen, er pfendt oder laß niemantz mit seinem lon pfenden, sunder das sich einer fuge auf den sambstag oder nechsten lon tag früe vor suppen zeit an die ent, do sein schuldiger arbeit, und wenn man in dann löne, das er dann gedenck und sich selber zalen heiß, die weil gener das gelt bei im hab. also ist es von alter herkomen.
Nachdem und mit gewonheit also herkomen ist, das der schaffer, als ietzunt der Gürtler ist, auf der Peunt der stat paumeister am freitag oder alwegen den nechsten tag vor einem lontag an einer zettel verschriben gibt, was der arbeitter allenthalben derselben wochen sei, und [an] was arbeit sie sein oder machen oder gemacht haben die wochen, also lautenden etc. am ersten steet do der tag auf den man lonen soll also: sambstag vor sant Endresen tag verlönt ich vier funf oder sechs tag etc. oder dergleichen heiligen tag in ieder wochen, und wie vil tag die leut gearbeit haben, steet dorpei kurtz geschriben.
Darnach hebt er an mit den zimmer gesellen und setzt zehen, ailif oder zwelf, wie vil dann der ist, ier iedem ein tag zweintzig oder sechtzehen pfenning, darnach es am jar oder der zeit ist etc. haben holtz gezimmert auf der Peunt oder das zimmer zu werck gezogen oder abpunden oder do oder dorte gearbeit, geschickt oder gemacht, wo sie dann gewest sein die selben zeit etc. dorbei steet, und dem meister funf pfunt alt, facit als mit dem padgelt, das er dazu gerechet hat von halben oder gantzen wochen, darnach die wochen vill oder wenig werckentag gewest sein, und ir iedem badgeltz gepuret sovil oder sovil, und setzt dann des ein summ von gelt, was das als machet in einer summ sovil pfunt alt und pfenning.
[27^b] Es stent darnach dann die steinmetzen und maurrer geschriben auch in der gestalt, wie das oben steet mit den zimmergesellen, wann man gibt inen gleich den lone als den zimmergesellen zu ieder zeit und zuletz dem meister funf pfunt alt, das alles macht sovil etc. und setzt des auch ein summ sovil pfunt alt und pfenning.
Auch darnach so steet geschriben die tagloner, der ist acht und zweintzig oder dreissig etc. minder oder mer darnach man ir dann hat, ir iedem ein tag neun, zehen oder ailif pfenning, darnach und es am jare und zeit ist im jare etc. die haben bei den maurrern am rangen, im morter [gearbeit], steinkarren, oder das zimmer den gesellen helfen heben, oder stein oder zigel aufzogen do oder dort, oder prucken helfen legen etc. wo und an was arbeit sie dann gewest sein, das wirt do gemelt und geschriben, und setzt dann des geltz mit sampt dem badgelt auch ein summ sovil pfunt alt und pfenning.
Hernach volgen die hoyer gesellen, der ist zehen, zwelf oder sechtzehen, darnach ir vill ist, der iedem ein tag ailif, zwelf oder dreizehen pfenning, darnach und es am jar ist etc. die haben schirm oder pruckpfell oder sunst gruntpfell geslagen do oder dort zu dem grunt oder zu der pruck oder steg etc. facit mit dem badgelt auch sovil pfunt alt und pfenning.
Und darnach setzet er die decker, also einen oder zwen deckermeister darnach und ir sein, ir iedem ein tag zweintzig oder vierundzweintzig pfenning; einem oder zweien dagknechten, iedem ein tag zweintzig oder sechtzehen pfenning; einen oder zwen morter rurrer, iedem ein tag sibentzehen oder dreizehen pfenning; vier oder [28^a] zwen hantlangern, iedem ein tag zehen, ailif oder zwelf pfenning, darnach und es im jare und an der zeit ist; einem pferd mit einem karren ein tag einundzweintzig pfenning. die haben gedeckt oder geflickt auf dem haus oder thuren oder meuern do oder dort, oder haben zeug gesetzt etc. das alles macht dann mit dem badgelt in einer summ sovil pfunt alt und pfenning.
So steent darnach die pflasterer, also ein oder zwen pflaster meister darnach und ir sein, ir iedem ein tag zweintzig oder vier und zweintzig pfenning; einem oder zweien ir gesellen auf den stullen ein tag zweintzig oder sechtzehen pfenning; einem stossel einen tag zwelf oder sechtzehen pfenning; dreien oder vieren furlegern einem ein tag zehen, ailif oder zwelf pfenning; einem pfert mit einem karren ein tag sechs und zweintzig oder dreissig pfenning, alles darnach und es im jare und an der zeit ist etc. die haben gepflastert auf der pruck, in dem farwek, oder auf dem platz, oder vor dem haus in der gassen etc. macht mit dem badgelt in einer summ sovil alte pfunt und pfenning.
Auch darnach einem tunchermeister ein tag zweintzig oder vier undzweintzig pfenning, und dreien oder vieren seiner gesellen, die tunchen, ein tag zu zweintzig oder sechtzehen pfenning; mer sechs oder acht seiner gesellen ein tag achtzehen oder viertzehen pfenning an estrichen zu schlahen und im morter, darnach auch die zeit am jar ist etc. die haben geduncht, oder stein oder estrich geschlagen do oder auf dem poden oder haus etc. macht mit dem badgelt sovil pfunt alt und pfenning.
Mer dem Rorrenheintzen ein tag zwelf oder sechtzehen pfenning, [28^b] und dreien und vier seiner gesellen ein tag ailif oder zwelf pfenning, auch darnach es an dem jar und an der zeit ist. die haben rorren geporet oder rorren gelegt, oder aufprochen zu rorren in der stat oder vor der stat etc. macht mit dem badgelt sovil pfunt alt und pfenning.
Item mer einem oder zweien pferden ein tag sechsundzweintzig oder achtundzweintzig pfenning, auch darnach und es am jar und der zeit ist. die haben gefurt pretter von der sege auf die Peunt, den zimmergesellen zimmer, das sie abpunden hetten und aufrichten, do oder dort, oder erden und anders gefurt etc. das macht mit dem badgelt sovil pfunt alt und pfenning.
Es steet darnach geschriben: dem Gürtler selber fur sein solde, den man dann alle wochen gibt, summer und winter, feiertag und wercke tag vier pfund alt, und dem schutmeister alle wochen sechs undzweintzig oder dreissig pfenning, darnach und es auch am jare und der zeit ist. das macht sovil alter pfunt und pfenning.
Nach dem allen so steet dann zuletzt an der selben wochen zettel geschriben und zusamen gerechent ein summ von dem allen, das an der zettel geschriben steet, macht sovil pfunt alt und pfenning.
Furpaß und wenn dann der Gürtler der stat paumeister die wochen zettel also gibt, und der paumeister die summ sicht wie vil das machet, und dann der stat meister der maurrer einem [29^a] paumeister auch gesagt hat von einer eiche von sovil oder sovil stein oder quader etc. und ob dann der stat paumeister die wochen sunst mit niemant rechen will oder zu bezalen hat, dozu er vill oder wenig geltz bedarf, nach dem allen soll der stat paumeister denn geen in die lossung stuben und do gelt von den lossungern vordern und einnemen, domit er die ding bezallen und außgerichten mug. dasselb gelt soll dann der schaffer, als ietzunt ist der Gürtler, helfen der stat paumeister alsbald zelen und ie vier pfunt alt in ein puchslein zelen, und das in die puchsen thun, die dorzu gehoren, dardurch er gewar wirt, ob er das gelt alles vindt, das im dann die lossunger geben haben auf das moll etc. und was er pöser pfenning dorin vindt, die soll man auß klauben und die den lossungern wider geben, die wechseln die gern und wollen nit, das man den taglonern und arbeittern poß gelt geben sull, das haben sie mir aigentlich bevolhen.
Auch was geltz die herren auß der lossungstuben also der stat paumeister geben, das ist alleweg muntz als pfenning oder haller und kein golte, das schreiben sie in der stuben in ir register. des gleichen hat der stat paumeister ein gegenzettel oder registerlein auch von bergamen, dorein schreiben die lossungschreiber auch alspald was der paumeister einnimpt, und was er also einnimpt, das wirt alles nach pfund novi angeschriben und auß der losungsstuben also gerechent. in der gleichen gestalt muß es der stat paumeister auch wider verrechen am außgeben als nach pfund novi.
Wenn dann der stat paumeister das gelt also zelet und das in die puchslein ie vier pfunt alt gefast hat, so soll der paumeister dann fur sich nemen die wochen zettel, und nach derselben zettel dann rechen, und in sundere andere puchslein, die ich darzu hab machen und zeichen lassen, zelen den meisteren, gesellen, taglonern und andern, einem ieden sovil und im gepuret.
[29^b] Item am ersten haben die zimmergesellen und steinmetzen einerlai puchslein und sein auch gleich am lon, und auf iren puchslein steet ein peihel und ein steinext.
So haben die tagloner alle gleich puchslein, dorein man einen gleichen lonne durchauß zelt, und auf denselben puchslein steet ein D.
Des gleichen haben die meister auf iren puchslein, der zimmermeister zwai peihel und ein moßstabe, des gleichen der maurrer meister zwai steinext und ein moßstab, und also die andern decker tuncher pflastermeister und ir gesellen, ir ieder sein besunder zeichen auf der puchsen.
Nun wenn man also einzelt auf das letzt in die lönpüchslein, so rechet man und zelet einem ieden ein gantz wochen lonne ein, sovil dann werckentag dieselben wochen gewest ist, durchauß etc. und wenn man dann lonet so freget der stat paumeister die gesellen und arbeitter in ein gemeine, welicher minder dann ein gantz wochenlone habe, das sich derselb melde und das sage. welicher dann hat außgesetzt oder zu thun gehabt, dardurch er aussen blieben oder von der arbeit gewest ist seiner nottorft oder gescheft halben, der sagt dann es: einer ein tag, ein halben tag, ein stund, etzlicher zwu oder drei stund etc. sovil nach anzall nach dem tag lon nimpt der stat paumeister dann wider auß desselben puchslein fur dieselben halb oder gantz tag, und ist es ein steinmetz, tuncherer, pflasterer, decker oder zimmergesell, der einlutz stund aussen gewest ist, das ist alleweg zwen pfenning fur ein stunde; ist es aber ein tagloner so ist es alle wege ein pfenning fur ein stund, die im ein paumeister minder geben [30^a] sol. des sein sie alle willig und haben des kein wider rede. so bedarf ein paumeister nit sorgen, das ir keiner gantzen lon ein neme und stillschweig, dann ob er gern schwig, so schweigen sein gesellen nit, die rugen ie einer den andern.
Und wann es dann zu zeitten ist, das ein arbeit als nöttig ist, also das sie die stunt oder etzlich stunt steen im tag und pei der arbeit pleiben, do sie sunst abgeen mochten; so gibt inen ein paumeister desgleichen ie fur ein stund zwen pfenning wie oben steet, alles nach altem herkomen.
Nun wenn die taglon also eingezelt sein in die lon puchsen, so gibt der stat paumeister als pald dem schaffer oder Gürtler sein wochen solde und darzu des schutmeisters und der pferd lonne, die derselb Gürtler oder ander dieselb wochen an der stat arbeit gehabt haben; dieselben zalt dann furpaß der Gürtler etc. sovil und ir iedem gepurt. welicher dann minder verdient het mit dem pferd, das gibt der Gürtler einem paumeister wider.
So hat man vor zeitten gehabt ein peutel, aber ietzunt, als die ding und von herren Hannsen Coler an mich komen sein, hat man ein swartze hultzen püchsen, die mit allerlai gesamentem gelt ist, dorein man legt soliche halbe oder gantze taglon auch stundgelt, die die arbeitter außgesetzt oder versaumpt haben, die das gelt darfur geben wie da vorn steet etc. darzu legt ein paumeister ein dieselben puchsen alle wochen vier, sechs oder acht pfunt alt, darnach und ine bedunck, das er uberichs gelts bedarf etc. darauß und darvon bezalt der stat paumeister den steinmetzen, wo sie Kornperk stein gehawen haben, iedem alle tag dreier pfenning mer dann den gewonlichen lon, den man inen sunst hat eingezelt und gibt. mer bezalt man auß [30^b] derselben püchsen allen taglonern, die nit allein mit der schauffel arbeitten, einem ieden alle tag, die er die wochen gearbeit hat, ein pfenning, das heist man dann uberich pfenning nach altem herkomen. wann man rechent und zelt denselben taglonern alleweg in ir buchslein den minsten lon zu ieder zeit gleich durchauß, als ob sie alle allein mit der schauffel am schuß arbeitten, und wenn man inen dan gelont, so gibt inen ein paumeister dann die uberichen pfenning wie oben steet. und bezalt man von solichem gelt, wo man die winden von stat rückt oder scheubt, dem, der do schreit, ein pfenning, oder do man das winden seil einzeucht zwen pfenning, oder welicher kalck ablescht oder am hoyer singt, oder do ein tagloner fur einen andern auf der maur, wo man mauret, kan verpinden, oder im morter arbeit und den gut kan machen, und der oder desgleichen do ein paumeister sicht, das es einer verdient, oder der stat werckmeister, heist der stat paumeister ir einem ein pfenning den tag oder zu zeitten ein pare pfenning zu badgelt mer geben. das alles man von solichem gelt bezalt alles nach altem herkomen.
Auch wo dann der stat paumeister also geware wirt, das der arbeitter einer oder mer von der arbeit getragen het on laube, es weren klupfel, pretter, spenn oder anders, das inen verpotten ist, so soll inen ein paumeister an irem lon zwir als vill darfur abschlagen, domit man inen solchs abtragen weren mug etc. dann wo man das von einem liede und von dem andern nit leiden will, so macht es unwillen zwischen inen.
Mer nachdem soliche taglon in die puchslein eingezelt werden, so ist ein laden oder gehelterlein darzu vorhanden, dorein man die alle mitsampt der swartzen büchsen setzt und sperret dieselben zu mit einem schlüssel, den der stat paumeister hat. das ein zellen geschicht alle weg also am freitag nach mittage oder den nechsten tag vor dem lon tag alle wochen.