Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg

Part 6

Chapter 64,078 wordsPublic domain

Zu sant Thomas tag [21 Dec.] soll der stat paumeister besenden den rorenmeister, als ietzunt ist meister Heinrich Scharpf. der sol einem paumeister geloben und sein trew geben, das er der stat nutz und fromen getrewlich furdern und iren schaden bewaren wolle, auch das er das zu kunftig jar ob dem schönprunnen und rören auch an andern der stat arbeit, woran man ine schickt, getrewlichen sein und redlichen arbeitten wolle, und das er den kosten am schön prunnen alle wegen uber vier wochen und im summer öfter abschlaich und außwasch, desgleichen die trog bei den fleischpencken. und sol das alleweg thun auf ein eritag und nit auf ein freitag oder sambstag, nachdem man des wassers zu fischen, paden und ander notturft mer auf die tag bedarf dann auf den eritag. und er soll sich auch sunst keiner andern arbeitten untersten noch machen, es sei im dann vor von einem paumeister erlaubt. auch sol er der stat iren zeug getreulichen bewaren, den er unter handen hat, und darvon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eins paumeisters. auch sol er kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen one allein, was er von alten erfaulten prunn rören auß wurf, die mag er heim furen oder darmit tun und lassen was er will, alles ongeverlichen.

Nachdem und man dem Rorenheintzen, sider herr Hanns Coler paumeister gewest ist, geben hat die summer zeit funftzehen pfenning und im winter zehen pfenning zu taglon, und aller ander arbeitter lon gepessert ist, hab ich mit dem Rorenheintzen auch uberkomen und auch sein lon gepessert als hernach geschriben steet.

Rorrenheintzen dem soll der stat paumeister geben, wenn er arbeit, es sei am schönprunnen oder an ander arbeit der stat nottorft, nachdem und er nit alleweg an dem schönprunnen zu arbeitten hat, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier alle tage zwelf pfenning, von sant Peters tag wider auf sant Gallen tag sechtzehen [13^a] pfenning ein tag zu taglon, und alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Im soll auch der stat paumeister darzu alle jare fur ein vorauß und trinckgelt geben sechtzehen pfunt alt, als man im dann ettwann vill jar her geben hat, wiewoll man dem Abschrot vor zeitten vill ein grossern vorauß und gelt hat mussen geben, der doch minder arbeit thet mit der hent.

Wenn der Rorenheintz dann also gelobt hat, so sol im ein paumeister geben zu leikauf drei oder vier groschen.

So hat der Rorenheintz ein kemmerlein in dem geßlein zwischen dem gewant haus, und des Gartners haus am Fischmarckt, darinnen er sein pfannen, spunt, extlein, hebeisen, hoyer, hadern und andern sein zeug hat, dorzu er allein einen schlüssel hat. aber darnach macht man einem kandelgiesser ein kram an des Heintzen kemmerleins stat und macht dem Heintzen ein kemmerlein zu seinem zeug in das geßlein am alten fleischhaus hinden gegen dem radhaus uber, doselbst bei der kutlerin stege, do es noch also ist.

Es soll darnach der stat paumeister durch sein schaffer besenden die pflasterer meister und die auch wider bestellen zu der stat arbeit das zukunftig jare, dann man der auf das minst zwen, die auf den stullen arbeitten, haben muß uber jar allein zu flicken und im wesen zu halten das alt pflaster allenthalben in der stat.

[13^b] Auch nachdem und man den pflaster meistern, die auf den stullen arbeitten, ettwen vill jar her die summer zeit zweintzig pfenning und im winter achtzehen pfenning zu taglon gegeben, darzu auch mercklich vorauß als acht und neun guldein ir einem ein jar gegeben hat, dann man ir wenig findet und nit wol gehaben mag, und aber ein erberger rate andern arbeittern iren lone gemert hat, also hat man den meistern, die auf den stullen sitzen und arbeitten iren lone auch gemert. und wiewoll sie allwegen zu dem newen rate ob der stat amptbuch gehorsam thun, iedoch sullen sie einem paumeister auch geloben als hernach steet.

[14^a] Von dem pflastermeister.

Der pflastermeister und sein gesellen die pei ime auf den stullen arbeitten sullen der stat paumeister geloben und ir trew geben, das sie das zukunftig jare an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten, und umb die locher im pflaster nit mer noch weitter auf prechen denn sein nöt ist, darzu niemant uber vier schuch zu seinem haus nichtz machen, es wolt dann einer selbs bezalen; auch der stat iren zeuge getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wirt, und auch niemant auf der gemein in der stat kein newe rinnen furen noch stellen, noch das pflaster erhohen, auch kein eckstein einsetzen; auch kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen, dorzu auch ir keiner in dem jare an keiner andern arbeit nit arbeitten denn an der stat arbeit, alles on wissen und erlaubung der stat paumeister ongeverlichen.

Nun darumb soll inen der stat paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zweintzig pfenning dem meister und einem gesellen auf dem stull sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag biß hinwider auf sant Gallen tag vierundzweintzig pfenning einem meister und zweintzig pfenning einem gesellen auf dem stull ein tag, und alle wochen vier pfenning einem meister zwen pfenning einem gesellen, und von einem, zweien oder dreien tagen zwen pfenning einem meister und ein pfenning einem gesellen auf dem stull zu badgelt geben.

So hab ich bißher, die weil ich der stat paumeister gewesen pin, zwen pflasterer und zu dem meisten teil drei auf den stullen gehabt. wenn sie denn also gehorsam thun, so soll inen ein paumeister zwu oder drei maß weins zu leikauf geben.

[14^b] Ich hab in dem sibenundsechtzigisten jare einen pflastermeister, genant Jacob Pewllnschmidt, herpracht und ine zehen jare bestelt und im versprochen den vorgeschriben lon, als einem meister, und alle jare darzu zu vorauß sechtzehen pfunt alt zu geben. und das absagen steet an dem paumeister, des hat er also gelobt.

Es soll kein pflasterer hie meister recht arbeitten oder meister lon nemen on wissen und willen der stat paumeister, der sol vor wissen, was einer kan und wo er gelernt und wie lang einer gepflastert hab und wem.

Als man durch den spitalhoff und müntzhoff geet, ist der stat paumeister des pflasters nit schuldig zu pessern, sunder der newspital soll das in wesen halten.

Bestellen soll der stat paumeister mit den pflasterern, wo man roren legt zu den fliessenden prunnen, das man dasselb ertrich woll stöß, das man auf die roren wurft, und das man das pflaster darauf ein wenig höher ziech, dann es setzt sich alle weg gern an den enden auf die rörn und gewint ein teiche, wo man das nit verkumpt.

Zu zeitten, so der stat pflasterer ob den rörn zue pflastern, sullen sie geflissen sein, das sie alleweg wo spünt in die rörn sein, das sie an dem Rörnheintzen woll erfaren, das sie dann oben im pflaster am tag ein preitten pflaster stein legen, den man auß den anderen gesehen und dar pei gewissen mug, das ein spunt oder die rörn do ligen, das ist gar nütz etc.

[15^a] Von dem stössel.

Auch so mussen die pflasterer haben einen gesellen der inen nachstöst, der ist vor alleweg gewest, und ist noch einer von den stercksten taglonern, und hat auch einem paumeister gelobt und gehorsam gethon mit andern taglonern. einem solichen stössel hat man bißher geben und gibet ims noch, wenn er steest, von sant Gallentag biß auf sant Peters tag stulfeier zwelf pfenning, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag viertzehen pfenning ein tag. nachdem man aber andern iren lon gepessert hat, hab ich im die summer zeit sein lon zwen pfenning gepessert, und gib im sechtzehen pfenning ein tag, aber im winter pleibt es bei den zwelf pfenning. wenn aber er an der stat arbeit ist und nit steest, nachdem man nit allweg pflastern mag, so gibt man im als vill als sunst einem tagloner, und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Von der pflasterer knecht.

Mer mussen die pflasterer haben knecht, die inen furlegen und auf hawen, auch die stein zu schlahen etc. solich knecht man ine von den schwechsten, die dann gelubt sein an der stat arbeit, zuschick, einem ieden der auf dem stull arbeit ein knecht, als vil der ist ongeverlich. solichen knechten gibt man von sant Gallentag piß auf sant Peters tag stul feier zehen pfenning, und von sant Peters tag piß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten ailf pfenning, und von sant Johanns piß wider auf sant Gallen tag zwelf pfenning alle tag ir iedem zu taglon, wenn sie arbeitten pei den pflasterern, und alle wochen einem zwen pfenning padgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen einen pfenning padgeltz.

[15^b] Von ler gesellen der pflasterer.

Ob ein pflastermeister einen gesellen lernen wolt, das mag er wol thun, aber nit anders dann mit der stat paumeister gunst und willen, also das derselb gesell vor ettliche zeit furgelegt und nach gestossen hab. ein sollicher ler geselle soll vor einem paumeister geloben der stat getrew zu sein und schaden bewaren, auch [das er] auf das minst dreu jare, die nechsten, an der stat arbeit und sunst nirgen arbeitten wolle. dem soll denn ein paumeister geben das erste halb jar viertzehen pfenning, das ander halb jar sechtzehen oder achtzehen pfenning darnach er es verdient, und nach außgang des jars gantzen lon wo ers verdien kan.

So muß man den pflasterern und ihren helfern allen werckzeug dar legen und leihen, darmit sie arbeitten, nichtz außgenomen, nach altem herkomen.

Und wo man aber ein pflasterer zu fur dinge und uberhaubt hin lassen will, gibt man ie von einer rutten, die hat dreizehen stat schuch und mit gerechent in ein vierung nach der ruten, ein ruten uber zwerch und ein ruten nach der leng, do gibt man von sechtzig pfenning allein zu machen, und man muß den pflasterern darzu von sante und stein allen zeug zu der hent darzu antworten.

Nun pflastert man gewonlichen von einem hauffen stein, der recht gesetzt ist, zwue ruten, es wer dann, das man die stein als gar klein schlug, dar pei dann auch nit nutz were, so pflasterent man weitter domit.

[16] Von der pflasterer pferde.

Auch so mussen die pflasterer haben einen mit einem pferde und karren, der inen zu der hent furet stein und sante und auch von inen furt den abraum und anders etc. als dann ietzunt der Heintz Löffler in das neunundzweintzigst jar thut und noch verte. mit dem oder einem solichen ein paumeister umb weihennachten auch sein abrede haben soll, das er das kunftig jar an der stat arbeit, und sunderlich den pflasterern zu furen und beleiben, und auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren woll. und nachdem die pflasterer im winter nit allwegen zu arbeitten haben, wo man dann sein zu der stat nottorft mit dem pferde bedarf, das er dann auch willig und gehorsam sei, und des soll er der stat paumeister also geloben.

Im sol der stat paumeister darumb zu taglon geben von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stulfeier sechsundzweintzig pfenning und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag dreissig pfenning alle tag wenn er arbeit, und alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz. darzu so sol man ime ein truhen karren leihen von der stat kerren einen, der starck und gut auf das pflaster sei, alles nach altem herkomen.

Darnach in den weihennacht feiertagen soll der stat paumeister gedencken umb ein deckermeister oder umb zwen mit iren helfern, darnach und man vill zu decken hat das kunftig jare. und wiewoll man ettwan dem deckermeister vorauß gegeben hat, und in sunderheit ich einem meister von Bamberck, genant meister Hanns Zwycker sechsundzweintzig pfunt novi ein jar gab, der aber neur [16^b] zwue stunde im tag die summer zeit von der arbeit abgieng, so hab ich ietzunt ein meister, genant meister Ulrich Pfewffer, gehabt und dem acht und viertzig pfunt alt zu vorauß geben. und nachdem man lange zeit her einem deckermeister allwege zwen pfenning mer gegeben hat dann sunst einem zimmerman oder anderm werckmeister hie in der stat, wo sie iren werckzeug darlegen oder darleihen, dapei hat es ein erber rate noch also beleiben lassen nach altem herkomen.

[17^a] Von dem deckermeister.

Wiewoll die decker gemeinglich zu dem newen rat ob der stat ampt buch gehorsam thun, iedoch so soll der stat deckermeister geloben der stat paumeister und sein trewe geben, das er das kunftig jar an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wolle, auch das er und sein gesellen, die unter im sein, darzu halt, das er und sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlich und redlichen arbeitten, und der stat iren zeug getrewlich bewaren, der inen unter die hent gegeben wirt, auch kein holtz, pretter noch anders von der arbeit nit tragen und sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden on wissen und willen eines paumeisters, alles ongeverlichen.

Nun darumb soll der stat paumeister einem deckermeister zu taglon geben, wenn er arbeit und deckt, von sant Gallentag piß auf sant Peters tag stulfeier zwenundzweintzig pfenning, wo er sein werckzeug selber hat, und von sant Peters piß wider auf sant Gallen tag sechsundzweintzig pfenning. wo man im aber den werckzeug dar legt und leicht als an der stat arbeit, so sol man im allweg zwen pfenning zu ieder zeit minder geben dann den vorgeschriben lon, und alle wochen vier pfenning baldgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen zwen pfenning badgelts. und man legt inen dar allen zeug von zugen, hacken, gelten, leittern, on allein kellen und deckhemerlein nit, das haben sie selber.

Auch darzu hat man alleweg einem deckermeister gelihen, die weil er an der stat arbeit gewesen ist, den turn an der stat maur mit dem roten F bezeichent hinder sant Claren, daran der Vischpach herein geet, darinnen ein meister vergebens gesessen ist, und noch also gehalten wirt nach altem herkomen. man hat vor jaren vier pfund alt zins auß demselben thuren gegeben.

[17^b] Darauf hab ich meister Hannsen Goller zu dem meister rechten geholfen, der dann vor lange jar ein tagknecht pei der stat deckermeister und anderen gewest ist, der mir gelobt hat vier jar zu der stat arbeit, die nun auß sein. also hab ich ine in dem achtundsechtzigisten jar wider bestellt die nechsten funf jare der stat deckermeister zu pleiben, des hab ich ime zu vorauß versprochen die funf jar alle jar acht pfunt alt und den vorgeschriben thuren und herberck. doch steet das absagen an der stat paumeister.

So soll der paumeister alle dache auf thurnen, statmauren, heusern, kremen und andern dachen, die der stat zu steen, keins außgenomen, in guter acht haben und die alle decken und pesseren lassen so oft das nött thut.

[18^a] Von dem dagknecht.

Nun des gleichen muß ein ieder deckermeister haben ein dagknecht, den dann der stat paumeister auch bestellen soll und gelub von ime einnemen nach verhorung der nachgeschriben artickel. und nachdem man nach altem herkomen einem dagknecht geben hat im summer achtzehen pfenning und im winter viertzehen pfenning als den zimmerleuten und steinmetzen gesellen, also hat man inen iren lon ietzunt auch gemert als hernach steet.

Es soll der stat dagknecht geloben der stat paumeister und sein trew geben, das er das kunftig jar an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wolle, und zu rechter zeit von und zu der arbeit geen und getrewlich arbeitten, und kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen auch sich sunst keiner arbeit unterwinden noch machen on wissen und willen eines paumeisters.

Im soll darumb ein paumeister geben zu taglone, wenn er arbeit, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stul feier alle tag sechtzehen pfenning, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallentag zweintzig pfenning ein tag und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

So hab ich bißher kein redlichen dagknecht umb den lon mug gehaben, und hab dapei einem zu vorauß und trinckgelt mussen geben ein jar bei vier pfund alt und zu zeitten sechs pfunt alt.

[18^b] Von dem morter rürrer.

Auch muß ein decker und tagknecht haben einen morter rurrer, doran dann vill leit. do soll der stat paumeister bestellen den pesten so er ine gehaben mag, und wie wol man ettwann kein vorauß geben hat, iedoch so hab ich einem die nechsten zwei jar sechs pfunt alt ein jar geben. auch hat man vormals nach altem herkomen geben die summerzeit funftzehen pfenning und im winter zwelf pfenning ir einem zu taglon. so man aber andern iren lon gemert hat, so hab ich den auch gemert, dann ich sunst kein gehaben mocht.

Es soll der morter rurrer, der der stat decker sein zeug rurren soll, der stat paumeister geloben und sein trew geben, das er das kunftig jare an der stat arbeit pleiben wolle und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch den morter und zeug getrewlich und redlichen arbeitten und rurren nach unterweisung seins meisters, und der stat iren zeug auch getrewlichen bewaren, der im unter die hent gegeben wirt, auch kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen, und sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden dann mit wissen und willen eins paumeisters, alles on geverlichen.

Darumb soll der stat paumeister einem morter rurrer zu taglon geben, wenn er arbeit und morter rurret, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier alle tag dreizehen pfenning, und von sant Peters tag wider auf sant Gallen tag sibenzehen pfenning und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[19^a] Wenn dann der deckermeister dagknecht und morter rurrer also gehorsam thun der stat paumeister, so soll inen ein paumeister geben zwue oder drei maß weins zu leikauffe.

[19^b] Von der decker knecht.

Es mussen auch der stat decker, dagknecht und morter rurrer haben knecht und hantreicher, die inen zutragen und hantreichen. derselben knecht sol in ein paumeister vor den taglonern, die sunst an der stat arbeit gelobt sein, zuschicken zwen oder drei als vill sie der bedorfen. solichen taglönern und hantreichern soll man geben von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zehen pfenning, und von sant Peters tag biß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten eilif pfenning alle tag zu taglon, und von sant Johanns tag biß wider auf sant Gallen tag zwelf pfenning alle tag zu taglon, wenn sie arbeitten pei den deckern, und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[20^a] Von des deckers pferde.

Auch mussen darzu der stat decker haben einen mit einem karren und pfert, der inen zu furt zigel, sande und zeug, wo sie decken, als dann ietzund thut der knab und Gürtlers pferd in das achtzehest jare, und noch vert. und nachdem man aber nit alleweg zu decken hat, wo man dann solchs des Gürtlers knaben mit dem pfert bedarfe sunst zu der stat nottorft ettwas zu furen, das soll er thun und willig sein. darumb ich ime gib, als im die andern paumeister auch haben geben, alle tag wenn er arbeit, winter und summer, ein und zweintzig pfenning ein tag und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz. darzu furet er einen von der stat truhen karren, den man ime leicht nach altem herkomen.

Hette aber der Gürtler kein pfert, so must der stat paumeister sünst einen gesellen und pfert bestellen, der auf die decker wartet und inen zu furet wes sie bedorften etc.

[20^b] Von dem tünchermeister.

Nach dem allen soll der stat paumeister einen redlichen tuncher meister bestellen und mit ime sein abrede haben, ob man sein das kunftig jare icht bedorfe, das er dann gewertig sei mit allen seinen gesellen. und zu vorauß auf das minst soll ein tünchermeister der stat paumeister vorsehen mit einem redlichen tuncher gesellen, der getrew und richtig sei mit der arbeit, des man gemeiniglich alle jar bedarf zu stuben auf den versperten turnen und herniden zu weissen, verstreichen, und zu zeitten der stat pöden zu verstreichen und estreichen zu pesseren.

Demnach dann tuncher meister und ir gesellen in dem lon als zimmer und maurrer meister und ir gesellen alleweg herkomen und gewesen sein, und ein erber rat aber denselben iren lone gemert hat, so hat man den tunchermeistern und iren gesellen iren lone auch gemert, also das man einem tunchermeister zu taglon geben soll, wenn er arbeit und sein eigen werckzeug hat, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zweintzig pfenning, und von sant Peters tag piß wider auf sant Gallen tag vier und zweintzig pfenning, und alle wochen vier pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen zwen pfenning badgeltz.

Einem tuncher gesellen soll man desgleichen von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier sechtzehen pfenning zu taglon geben, und von sant Peters tag piß wider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning, und alle wochen zwen pfenning und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[21^a] Was man aber estrich schlaher bedarf, die mag der stat paumeister bestellen, so er nechst mag, oder von seinen gelobten taglonern doran stellen, ob die anders tugenlichen darzu sein.

So hat ein tünchermeister, der also zu der stat arbeit verpflicht und gewertig ist, nach altem herkomen piß her alleweg gehabt einen thuren, dorein er unten sein eigen rigel und rust pretter behalten und verspert hat, als dann meister Niclas Schleicher der tuncher noch innhen hat an der hochen stat maur bei der Walk, der do gezeichent ist mit dem rotten p etc. darauß er der stat paumeister alle jare zwen kreutzkess gibt zu Walpurgis [1 Mai].

[21^b] Von der stat pfert.

Mer soll der stat paumeister mit einem, dem er getrawen mag, bestellen zwai pfert und ein knecht, der darmit fare und auch darpei helf zu greiffen mit auf und abladen an allerlei, darzu man sein bedarf an der stat arbeit das zukunftig jare, und das soliche pferde auch sittig seien und in kerren und entzen wegen zihen. und wo man aber eines pferdes allein bedarf, also das sie an zweien enden musten sein und von einander gesetzt wurden, darzu darf jener der sie stelt an der stat arbeit nit zwen knecht haben, sunder ein paumeister soll ein knecht zu dem einen pferde schicken, der darmit fare. wo man aber ir beder bedarfe, do soll jener der sie stellt ein knecht zu haben, der dann alle morgen auf die Peunt damit kum, auch willig und gehorsam sei einem schaffer und anschicker, an was arbeit man ine schickt zu furen, das er das thue und auch zu rechter zeit zu und absetz von der arbeit als ander arbeitter, alles ongeverlichen.

Einem solichen, der pfert an der stat arbeit leicht und stellt, dem gibt man auf ein pfert von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stull feier alle tag sechsundzweinzig pfenning, und von sant Peters tag wider piß auf sant Gallen tag acht und zweintzig pfenning zu taglon. und wenn man der pfert eines oder zwai bedarf, so soll jener des sie sein einen knecht darzu stellen; demselben knecht gibt man keinen lon, sunder man gibt ime wenn er damit fert alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen einen pfenning badgeltz, alles nach altem herkomen.

Darauf hab ich ietzund ettliche jare her von Peter Funcken, der stat walthawer, bestellet zwai pfert, die er mir leichet mit sampt seinem knecht, oder er fert selber darmit hinnen, wenn ich der zu der stat nottorft bedarf, umb den obgeschriben lone.

[22^a] Auch so hat der Gürtler ein gutz karren pfert in kurtz kauft, darzu ich der stat tagloner ein alle tag leihe, der darmit ferte am stein karren und an ander der stat nottorft. darvon gib ich ime von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier sechsundzweintzig pfenning ein tag, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag achtundzweintzig pfenning zu taglon.