Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 5
In einem erbergen rate wart erteilt und verlassen im sibenundsechtzigsten jar am montag vor Pangracy [11 Mai], das ich Endres Tucher [4^b] meister Hannsen Ruprecht hinfur alle jar geben solt zu vorauß zehen pfunt novi; des gib ich im alle kottember zehen pfunt alt wie oben steet. und von der anforderung wegen die er gehabt hat eines thurns und herberg halben, so im Steffan Schuler seliger versprochen hat, und von pesserung wegen seines lones auch von einer erung und trinckgeltz wegen der pew halben, die er einem erbergen rate und gemeiner stat getan hat etc. ist erteilt, das ich im fur alle dink geben soll viertzig pfunt novi, die ich im dann alspald par geben hab. waren burgermeistere Karel Holtzschuer, Endres Gewder etc.
Wenn aber ein werckmeister ein ler jungen an der stat arbeit lernen und anpringen wolt stein zu hawen, das zu der stat paumeister steen soll zu erlauben; doch soll man im uber ein ler jungen nit erlauben, dann die andern steinmetzen versaumen sich mit im, die weil einer einem etwaß weist so het er selber mer nutz geschaft. wo im dann ein paumeister des vergunt, so soll derselb ler jung geloben der stat paumeister und der stat werckmeister dreu jar, die nechsten, pei und an der stat arbeit zu beleiben. dorumb soll im ein paumeister das erst jare geben zu taglon allwegen acht pfenning minder dann einem steinmetzen und alle wochen, wenn er arbeit, zwen pfenning padgeltz und von einem, zwen oder drei tage ein pfenning padgeltz, und furbas nach außgang des ersten jars ganzen lone als andern steinmetzen, es were dann, das sich einer im jare also pessert, oder das er als gar grob und ungelirnig wer, so het ein paumeister darein zu sehen im den lon zu pessern oder nit. wo aber einer bruchig wurde, es wer ein ler jung oder der gelubden gesellen einer, und vor der zeit hinloff, so soll im der meister nachfragen, und wo er in erfüre das einem paumeister zu wissen thun, und nach des paumeisters rate dem nachschreiben, darmit ein sulcher vertriben wurde und darfur gehalten als er ist.
Nu uber das alles so hat ein erberg rate einem werckmeister und stat maurrer ab zu sagen und urlaub zu geben, wenn ein rate will etc.
[5^a] Von der stat werckmeister, dem zimmerman.
Der stat werckmeister, der zimmermann, soll der stat paumeister geloben und sein trew geben an eines aids stat, das er das zukunftig jar ob der stat pewen und arbeit sein und der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wolle, auch die zimmergesellen die unter im sein darzu halten, das sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten. er soll auch selbs teglich pei der stat arbeit sein und mit der hant selber arbeitten was einem werckmeister zusteet, und der arbeit getvewlichen vor sein in mossen, als ob sie im selber zustund. er soll sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden noch machen, es sei im dann vor von einem erbern ratte oder der stat paumeister erlaubt. auch so soll er der stat iren zeug getrewlichen bewaren, den er unter handen hat, und darvon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eines paumeisters. und ob im seiner gesellen einer oder mer nit gefolgig, fugsam oder eben wern, so soll er das einem paumeister zu wissen thun, der hat dann darein zu sehen, ir einem oder mer darumb urlaub zu geben. auch soll der meister kein frembden gesellen nit furdern an der stat arbeit on wissen und willen eines paumeisters, alles ongeverlichen.
Er soll auch das holtz, das der stat walthawher zu der stat pewen und nottorft herein antwort, mitsampt dem schaffer abzelen als oft das nöt ist, und sunderlichen alle goltvasten, wenn der stat paumeister mit dem walthawer rechen will, so soll der werckmeister darob sein, das der stat walthawer ein iedes holtz von leng und groß volliglichen hawen und pringen; weren aber soliche holtzer nit vollig an leng und groß, das solt er einem paumeister zu wissen thun, und welchs holtz dann kein bestimbt noch gesetzt gelt het das soll der werckmeister schatzen und darob sein, das der stat in gleichem gelt von dem walthawher werde.
So hat der stat walthawher piß her allewegen zu ieder rechnung dem Dubinger von dem rechen und trinckgelt, das im der stat paumeister gibt, sechtzig pfenning geben von freiem willen, das [5^b] aber der walthawher nit mer [thut] und dem meister Ekarius nichtz mer gibt ietzunt.
Es sol im der stat paumeister geben alle wochen, es sei veiertag oder wercktag, für sein lone und padgelt funf pfunt alt.
Und er hat sein herberck und wonung zu vorauß auf der Peunt zins frei, darzu hat er holtz und spen, das abgeet von dem zimmer, was er der zu seiner nottorft im haus ongeverlichen verprennt oder bedarfe. sider er auf die Peunt komen ist hat im der Coler als ein paumeister der spen begunt, des ich im dann auch nit abgeslagen hab; aber die weil er im marstall saß, must er sein holtz selber haben.
Auch gibt man dem meister Hannsen dem Dubinger, ietzunt statmeister, alle jare auß der losung stuben zweintzig gulden rheinisch zu vorauß.
Im sechsundsechtzigsten jare bestellt herr Hanns Coler und ich Endres Tucher nach abgang meister Hannsen Dubinger seligen von befelhnus eines erbergen ratz meister Ekarius zehen jare lang zu der stat zimmermeister und versprachen im zweintzig pfunt novi alle jare zu vorauß; des gib ich im alle cottember zweintzig pfunt alt.
[6^a] Nu uber das alles so hat ein erberger ratte einem werckmeister und stat zimmermann ab zu sagen und urlaub zu geben, wenn ein rate will.
Ob nu der stat meister ein ler gesellen haben wolt, des hat man biß her dem zimmermeister nit günnen wollen, doch wo im der stat paumeister eines vergönnen wolt, solt man im uber ein nit vergönnen, und dem das erst halb jare sechs pfenning minner zu taglon geben dann der andern zimmergesellen einem, und hinfur, darnach sich einer pessert oder an neme, so mocht im ein stat paumeister den lone pessern etc. auch soll ein solicher im anfang geloben die nechsten dreu jare an der stat arbeit zu bleiben.
Denn nach solcher bestellung der stat werckmeister und schaffers soll der stat paumeister mit denselben meistern und schaffer rettig werden und für augen nemen die steinmetzen maurrer und zimmergesellen, die das vergangen jar an der stat arbeit gewesen sein, welche gesellen er nun hinfür bei der stat arbeit behalten oder urlauben woll, oder was er von newen gesellen das künftig jar zu der stat arbeit also prauchen woll.
Wer denn sach, das der stat paumeister mer steinmetzen oder zimmergesellen an der geurlaubten oder abgangen stat oder zu den alten nötturftig wurde, so sollen die werckmeister und der schaffer fragen unter den gesellen allenthalben nach redlichen gesellen und vorauß wo man die, die burger hie weren, gehaben mocht, sollen sie einem paumeister furhaben und zu pringen von anderen.
[6^b] Zu sant Niclas tag [6 Dec.] oder den nechsten suntag vor oder nach ongeverlichen, wenn es der stat paumeister fugsam oder eben ist, so soll er fur sich vorderen und besenden durch sein schaffer solich steinmetzen maurrer und zimmergesellen, die er das kunftig jar zu der stat arbeit prauchen will, und inen dann in beiwesen der beder werckmeister und des schaffers das buch und die hernach geschriben artickel lesen, ir iedweder teil sovil und sie das berurt und antreffend ist; und wie wol sie gemeinlich zu dem newen ratt ob der stat amptbuch mit andern gesellen gehorsam thun, iedoch sullen sie der stat paumeister und der stat werckmeister geloben als hernach steet.
Auch alsman bißher nach allem herkomen ettwen vil jare den steinmetzen, maurrern, zimmergesellen etc. die summerzeit achtzehen pfenning und im winter viertzehen pfenning zu taglon geben hat, wann aber der guldein gestigen ist und grosse clag von den erbeittern was, das sie solichs lonnes nit zu komen mochten, darbei sie die pauhern auch sere ubernomen, hat ein erberger rate furgenomen im vierundsechtzigisten jare zu dem newen rate und iren lon erhöchet zu ieder zeit umb zwen pfenning, doch das man inen nit zu essen geben soll etc. und do man inen vor drei pfenning badgeltz geben hat, sol man iren nun hinfur zwen pfenning geben zu badgelt.
[7^a] Von den steinmetzen und maurrer gesellen.
Es sullen die steinmetzen und maurrer gesellen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wird. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laube nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das unter inen in seinem abwesen beviligt gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pewen, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er will.
Jeder steinmetz und maurrer soll auch sein steinaxt, richtscheit, winckelmas und andern sein zeug selber haben.
So sol inen darumb der stat paumeister zu taglone geben wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag [16 Oct.] piß auf sant Peters tag stulfeier [22 Febr.] sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.
Wer aber sach, das ir einer oder mer Kornperck stein hieben, derselben soll man alle tag drei pfenning mer geben, denn den obgeschriben lone zu ieder zeit; das geschicht darumb, das die stein hert sein und sie iren zeug sere darauf verderben und hin slagen.
[7^b] Der stat paumeister soll inen leihen, wenn sie maurren oder löcher prechen, zwispitzen und steinexte oder stecheisen, auch setzeisen und hamer und kellen, alles von der stat zeug.
Nachdem sie in dem winter zu zeitten oder sunst im jare veieren müssen wettershalben, so mag sie ein paumeister woll furderen, an stein furgriff zu hawen, und inen geben ie von einem quader Reuhel pergs zu bescheitten und bosset zu hawen drei pfenning nach altem herkomen.
Auch nachdem und die steinmetzen und maurrer gesellen also gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu vertrincken und leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vill oder wenig; es wer dann, das sie in dem vergangen jare icht redlicher pew volpracht oder gemacht hetten, so mag inen ein paumeister das trinckgelt pessern und für sloßwein ein sechtzig pfenning mer geben, darnach die arbeit gewesen ist und es die gesellen verdient haben etc. so hab ich die jar, die ich pißher paumeister gewest pin, über zehen gelubt steinmetzen nit vill gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.
Mer soll der stat paumeister den steinmetzen und maurrergesellen zu sant Peters tag stullfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach zu sant Oswaltz tag [5 Aug.] aber inen allen zusammen sechtzig pfenning zu vertrincken nach dem alten herkomen geben.
[8^a] So gibt die gemein judischeit auch hie den steinmetzen und maurrern gesellen an der stat arbeit alle jar dreu pfunt alt zu sant Walpurgen tag [1 Mai] trinckgeltz auf das, wo sie zu irer arbeit im jare komen, das sie die steinmetzen und ir gesellen dann unbeschrihen und unangelangt lassen.
In soll auch der stat paumeister zuschicken einen von den gelubten taglonern, der inen ir steinexte, zwispitz und meisel zu dem schmide trag und die spitzen lasse, wenn des nöt ist, und inen dann solichen iren zeug wider zu der arbeit pring nach altem herkomen.
Demselben spitz und exte trager soll der stat paumeister befelhen, das er eigentlich darob sei, das solich spitzen vor der schmiten alspald eigentlichen angeschriben werden, ee und er dann von danne geet, und das er auch in guter acht hab, waß und wie vil der sei zu ieder zeit, auf das, das nichtz vergessen oder geschalckt werde.
Was man dann solcher spitzen den steinmetzer macht, die soll der stat paumeister dem schmit bezallen, also das es die steinmetzen und maurrer nichtz angeet.
Ein obgeschribener spitztrager soll auch in guter acht haben, was schafe, zuber, schuffen, stutzen und anders bei den maurrern zulechsent oder die raiffe abspringen, das er soliche schafe und gefeße dann auf hebe und zu der stat puttner trag und bestell, das die wider gepunden werden, darmit sie nit gar zufallen und vergeen etc. und das er auch des abentz so man abgeet [8^b] von der arbeit den zeug auf hebe und beware, das nichtz verloren werde von steinext, hebeisen, setzeisen, hemer, kellen, schafe, zange, rigel, besen etc.
Ob nu sache were, das frembde gesellen von steinmetzen oder maurrergesellen her kemen oder hie fur wanderten und zu der stat werckmeister dem maurrer kömen und ine umb furderunge petten, den dann derselb meister verrer an der stat paumeister weisen wurd: einem solchen gesellen mocht der stat paumeister wol furderung zu sagen ein acht tage oder viertzehen tage oder piß auf den nechsten lone, darnach und im ein paumeister das vergünt, darmit ie ein solicher wandergeselle ein zerung verdienen möcht, damit er verrer keme. und einem solichen gesellen, der also frembd herkompt, dem soll der stat paumeister zeug leihen von steinexten und wes er bedarfe. do pei soll sich ein paumeister versehen, das im nit einer den zeug hintrage oder versetz, oder das im solich gesellen icht sunst zugeschoben oder zugeschickt sein, kuntschaft oder anders zu treiben.
Auch wo einer stat paumeister so vil arbeit zustunde und zu machen het, als das er mit den gelobten steinmetzen und maurrern die ding so furderlich nit machen noch zu ende pringen mocht, so mocht der stat paumeister pitten oder gepietten den andern meistern hie in der stat, das sie selber oder aber ir einer ein zwen oder drei gesellen der stat paumeister leihen ein acht oder viertzehen tag oder drei wochen, darnach und ir der paumeister bedarfe, dordurch soliche arbeit gemacht wurdet der stat. darumb solt inen der stat paumeister iren taglone geben als andern.
[9^a] Von den zimmer gesellen.
Die zimmergesellen sullen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wurt, von zeug und von holtz. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das unter in in seinem abwesen befilligt gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch sol ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er wil.
Es soll auch ein ieder zimmer gesell sein schrott und wurckpeihel, auch sein zwerwoffen und andern zeug selber haben.
Wo sie aber ettwas altz flicken, abprechen oder machen sullen, dorinnen sie ir schrottpeihel nit geren verderben, do soll in der stat paumeister der stat schrottpeihel eins oder zwai darzu leihen.
Inen soll darumb ein paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stulfeier sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.
[9^b] Nachdem und die zimmer gesellen also gehorsam [gethan] und gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu vertrincken und zu leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vil oder wenig; es were dann, das sie in dem vergangen jar icht redlicher pewe gemacht und volpracht hetten, so mocht inen ein paumeister das trinckgelt woll bessern mit ein sechtzig pfenning, darnach und die arbeit gewest ist und es die gesellen verdient haben. so hab ich die jar, so ich paumeister gewesen pin bißher, bei zehen gelübter gesellen alle jar gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.
Mer soll der stat paumeister den zimmergesellen zu bescheiden einen von den gelobten taglönern, der die spenn unter den fussen zusamen rech und von inen auß den fussen trag, wo sie zimmern oder arbeitten, nach altem herkomen.
Auch soll der stat paumeister den zimmergesellen geben zu sant Peters tag stulfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach, wenn sie den heiltumstull wider abprechen auf dem Marckt, sechtzig pfenning, und zu sant Oswalts tag aber inen allen zusamen sechtzig pfenning trinckgeltz, alles nach altem herkomen.
Zu sant Lucien tag [13 Decemb.] soll der stat paumeister mit der stat werckmeister und dem schaffer zu rat werden und fur sich nemen die taglöner, die das vergangen jare an der stat arbeit gewesen sein, welche er nun hinfur bei der stat arbeit behalten oder urlauben woll, oder was newer taglöner er das kunftig jar bestellen woll. und welche er dann also vermeint zu bestellen, die soll ein paumeister besenden auf den nechsten suntag nach Lucie oder wenn es einem paumeister eben ist, und do in gegenwurtigkeit der stat werckmeister, sunderlich dem maurrer, inen das buch und die artickel lesen und horen lassen, als hernach geschriben steet.
[10^a] So und als man bißher den taglonern nach altem herkomen ettwen vill jare die summer zeit zehen pfenning und im winter acht pfenning und neun pfenning geben hat den, die mit der schauffel arbeitten, nun aber der gulden gestigen ist und man den zimmerleuten und steinmetzen iren lone erhocht hat, hab ich den taglonern an der stat arbeit iren lon auch erhocht und gib inen zu ieder zeit eins pfenning mer dann man vor alter geben hat.
[10^b] Von den taglönern.
Die tagloner sullen der stat paumeister auch der stat werckmeister dem maurrer und dem schaffer geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit von und zu der arbeit gen und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten, auch der stat werckzeug, der inen unter die hent gegeben wirt, wider aufheben und den getrewlichen antworten dohin dann ieder beschiden wirt. und sullen auch der stat werckmeister und anschicker oder wem es der stat paumeister befilht gehorsam sein, was die mit iren schaffen oder an was arbeit man sie schickt zu tun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen. auch soll ir keiner die zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. auch ob ir einer oder mer einem paumeister in der jars frist nit fugsam oder eben wer, so mag im ein paumeister urlaub geben wenn er will.
Es soll auch ein ieder tagloner der an der stat arbeit ist sein aigne schauffel haben.
Inen soll auch der stat paumeister darumb zu lon geben, wenn sie arbeitten allein mit der schauffel, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stulfeier neun pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten [6 Mai] zehen pfenning ein tag, und von demselben sant Johanns tag piß wider auf sant Gallen tag ailif pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, zwen pfenning badegeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.
[11^a] Aber wenn das ist, das die tagloner bei den maurrern oder an andere arbeit geschickt werden, dann do sie slechtz mit der schauffel am schuß arbeitten, an was arbeit das ist, so soll inen ein paumeister geben ir iedem alle tag wenn sie arbeitten eines pfenning mer dann den obgeschriben lone. das sein oder heissen uberig pfenning nach altem herkomen und gewonheit.
Das aber sach wer, und die tagloner geschickt wurden an den hoyer pfell zu schlagen oder im kalck, des ab zu leschen, was der weren, den soll ein paumeister geben zu ieder zeit alle tag, wenn sie arbeitten, zwen pfenning mer dann den ersten gemein obgeschriben lone.
Nun auch welicher dann singt an dem hoyer unter den taglönern dem soll ein paumeister geben alle tag, wenn man pfell schlecht, drei pfenning mer dann den ersten gemeinen obgeschriben lone.
Wo man dann maurret und die winden von stat ruckt, welcher dann schreit von den tagelonern, dem gibt man ein pfennig, welicher dann das winden seil einzeucht, oder so man den zaum nider leget und die winden ab will heben, der hinauf steiget, dem gibt man zwen pfenning.
Ist sach nachdem und die tagloner also gelobt und gehorsam gethan haben, [11^b] so soll inen der stat paumeister zu trinckgelt und leikauf geben vier pfunt alt; ir wer dann so gar vill, so mag inen ein paumeister das trinckgelt woll pessern und ettwas mer geben ein sechtzig pfenning nach alter gewonheit. so hab ich die jar, die ich bißher paumeister gewesen bin, pei dreissig und sechsunddreissig tagloner ie ein jare gehabt etc.
[12^a] Von dem hoyermeister.
Darnach so soll der stat paumeister bestellen den hoyermeister, der dann gewonlichen einer von den gelubten zimmergesellen als ietzunt Conrat Schuchster ist, der dann mit rusten, pfell zu slagen und zu gewinnen, geschickt sei, auch ob den taglonern am hoyher sei, das sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten. demselben hoyermeister soll ein paumeister geben alle jar, wenn er arbeit, den lon, den man sunst einem zimmer gesellen gibt, und an was arbeit inen ein paumeister schickt, des soll er willig und gehorsam sein. auch gelobt ein hoyermeister mit andern zimmergesellen wenn die geloben etc. dorzu so soll im ein paumeister einpinden, die vorgeschriben artickel bei derselben seiner gelüb zu halten, alles ongeverlichen.
Und als man bißher eim hoyermeister und insunderheit dem obgeschriben Cuntz Schuchster alle jar fur ein forauß und trinckgelt hat geben sechtzehen pfunt alt etc. und nachdem ich aber demselben Cuntz Schuchster nun zu der wache und vergeben herberck auf und bei dem polwerk unten am wasser in sant Laurentzen pfarre auf dem Newenpawe geholfen hab, hat er mit willen derselben sechtzehen pfunt alt acht pfunt alt nachgelassen und darbei zugesagt, nit minder alles das zu thun als ein hoyermeister und er bißher getan habe etc.
[12^b] Von dem rörenmeister.