Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 35
=rechtfertigen= in den alten stand setzen, ausbeßern 196, 19. 218, 1. 248, 33; vor gericht bringen, processieren 261, 8. 283, 28. 312, 13.
=reiffen= raufen, rupfen 77, 21. reiffen f. die raufe am barn? 302, 20.
=reihe=, =reihen=, =reichen=, =reien= f. schmaler gang zwischen zwei nicht ganz aneinander stehenden häusern 119, 28. 174, 13. 266, 7. 268, 30. 282, 27. Schmeller 3, 77.
=reis= f. kriegszug 210, 20. =reishütlein= zelt; reispet 304, 17.
=reisech= m. grüne baumzweige 76, 33.
=reisholtz= nadelholz 73, 7.
=reitleine= f. zugseil 195, 20.
=rettig= rettig werden, berathen 38, 27. 72, 10.
=reuchen= räuchern 118, 33.
=ribsweis= adv. in ungezählter und ungeordneter menge 87, 21. 88, 12; zu ripsen, rapsen, raffen, also ribsweise soviel, als gerade gerafft wird?
=richse= f. reihe? 137, 6. Vgl. rick bei Schmeller 3, 42.
=rick= m. (?) rick oder stange 111, 10.
=rigel= m. hebel oder walze 41, 32. 126, 14; stange 56, 20. 302, 21.
=rinch= m. den rinch und rinnen 202, 33. ringförmige vertiefung, grube?
=ring= adj. von personen, schlecht 328, 18.
=rinckelmacher=, der ringlein von messing und eisendraht für die gürtler verfertigte 156, 27. Schmeller 3, 112.
=rinckmaur= ringmauer 71, 7. 132, 28.
=röcklein= n. brödchen aus weizenmehl, das eine beimischung von roggenmehl hat 205, 8. Schmeller 3, 71.
=rotschmit= feuerarbeiter in messing, gelbgießer 157, 12. 160, 11 u. s. w.
=röttelstein= der rötel 236, 28.
=ruck= st. m. einem den ruck halten, ihn unterstützen 208, 14. Das segplat =uber ruck= richten 101, 8.
=ruckprett= rückenlehne 298, 25.
=rügen= ein vergehen anzeigen 62, 31. 67, 24. 272, 34.
=rustholz= holz von altem gerüste 35, 23.
=rute= f. sie ist 13 statschuch lang 51, 2.
=s= für organ. sch findet man in S häufig: such (schuch), sulden, flais (fleisch), zwisen, gesehen, ansicker, gesriben, sedlich u. s. w.
sag f. gerichtliche aussage 309, 1, 5 u. s. w.
=sagerer= m. die sacristei, sacrarium 180, 20. 233, 10. 321, 20.
=saltzer= salzverkäufer 130, 32. 255, 2.
=salwort= m. 150, 26; salbort 154, 1, 13; eine art kaltschmiede, welche theile der damaligen rüstung (saro) verfertigten (würkten). Vgl. Schmeller 3, 278.
=sam= relat. adv. wie, als 18, 2. 77, 34. 203, 30. 247, 4.
=sammen= sammeln 232, 11. =samenkasten= waßerkasten 163, 20. 164, 18. 177, 28. 183, 21.
=saumen= einen, in nachtheil bringen 90, 7.
=sch= = =s=, erbforschter 93, 8.
=schacht= m. pl. schechte ein stück waldes 123, 33.
=schaff= n. gesetzschaff, aus sechs sch. bestehend 107, 13. 108, 19.
=schaffer= anordner 17, 13. 32, 18 u. s. w.
=schale= f. steinplatte 86, 20. 226, 7, 11. 292, 28 u. s. w. Jener theil des wagens, auf welchem der kipfstock ruht 102, 22.
=schalig=, =schallig= adj. vom stein, nicht hart, zerbröckelnd 85, 5. 88, 9.
=schalken= heimlich wegnehmen, veruntreuen 41, 21. 90, 5, 24.
=schait= f. scheidung 225, 20. 227, 14.
=schatzen= den werth bestimmen 37, 28.
=schauffel= schaufel eines waßerrades 122, 21. =schauffelpant= 77, 5.
=schebe= plur. von =schaub= strohbündel 113, 20.
=schefflach= n. waßerschaff 328, 8. 329, 35.
=schellhamer= 100, 17. Das wort ist sonst nur als familienname nachweisbar, welcher z. b. sehr oft in den handwerkerverzeichnissen des 14 und 15 jh. auf dem k. archive in Nurnberg vorkommt (neben =Schlaghammer=), auch bei Schreiber, freiburg. urkundenbuch 2, 139 (14 jh.). Nach Weinholds mittheilung heißt in Schlesien noch eine axt der zimmerleute die =schellaxt=. Zu vgl. ist schellen schlagen, herabschlagen, zerschlagen.
=scherbe= f. topf, in scherben oder hefen 259, 29; nachttopf 296, 37.
=schermstein= eine art ziegel 95, 25.
=schersmit= der die sägeblätter macht 101, 6.
=scheter= m. glattleinwand 299, 26. Schmeller 3, 413. Frisch 2, 175^b.
=scheuben= schieben 68, 18.
=schicken= schaffen, anordnen 44, 24. 46, 4 u. s. w.; thun, machen 63, 28.
=schieben= eine gerichtssache an eine höhere stelle bringen 311, 24; von dieser wieder zurück 311, 32.
=schiedung= f. scheidung, theilung 168, 10. 171, 1. 172, 24 u. s. w.
unser frawen =schiedung=. Mariä himmelfahrt 27, 17. Kungund =schidung= 22, 5.
=schierst=, =schirst=, =schirist= adv. nächstkünftig 269, 15. 305, 22 u. s. w.
=schießen= mit einem baue hinaußfahren 260, 21.
=schilt= pl. wappenschild 202, 18 ff.
=schintelpaum= zu dachschindeln 76, 24.
=schirm= m. zielscheibe 118, 4.
=schlechtz= adv. schlechthin, geradezu 186, 4.
=schleifen= f. schlitten zu den waßerkufen 141, 25 ff.
=schleißholtz= gespaltenes holz 119, 8.
=schmecken= riechen 115, 11. 236, 16. 239, 2.
=schneller=, =sneller= gatter oder schneller 210, 23; schlagbaum 296, 14 ff. Die schneller unter den stadtthoren (mit zugseilen) 130, 36. 296, 15.
=schock=, =geschock= n. sechzig stücke 74, 29. 77, 13. 121, 8.
=schoren= raumen und schoren 256, 24. s. =aufschoren=.
=schoßgatter= n. fallgatter an den schwibogen beim ein- und ausfluße der Pegniz 78, 2. 22. 128, 17. 198, 18. 252, 16. 265, 4 u. s. w.
=schragen= m. pl. =schregen= holzgestelle 197, 5. 246, 24. gatter oder schragen in der sägmüle 317, 1. s. gatter.
=schrank= m. 214, 2; gewöhnlich plur. =schranken= schranke 210, 21 ff.
=schreitmeß= n. ein maßstab 126, 32.
=schrem= f. (?) bodenstreifen 263, 29.
=schrot= m. holzprügel 90, 29. 92, 17. 303, 35. =schrotten= holz spalten 90, 30 (die schröt kleiben 92, 17); =schrötweis= adv. 79, 28; das =schrottpeihel= der zimmergesellen 43, 4.
=schrotter= welcher die vollen wein- und bierfäßer in den keller und aus demselben bringt 78, 28. 267, 21. =schröter= 328, 4. =schrotleitter= 267, 30. Vgl. Frisch 2, 229^b.
=schub= m. einen schub zum rechten geben, vor gericht fordern? 312, 14.
=schuffen= f. schöpfgelte 41, 26. 326, 24; liderein schuffen an stielen 140, 33.
=schuß= m. waßerschwall 236, 14; mit der schaufel am schuß arbeiten d. h. mit der wurfschaufel arbeiten, erde auswerfen 45, 8. 68, 15.
=schut= f. der schutt 57, 28, 31. 81, 16. 247, 24; ort, wo der schutt abgeladen wird 58, 1.
=schutzen=, =aufschutzen= ein fließendes waßer mit dem schutzprett (218, 25. 30. 221, 18. 20. 28) aufstauen 219, 20. 229, 21.
=schweissen= einen steinkeil schweissen 100, 19.
=schwingen= geschwungen zeug (hanf, flachs) 109, 16. Vgl. Schmeller 3, 541.
=seegen= f. großes zugnetz 268, 14. Schmeller 3, 212.
=seichen= sich, durch eine seiche fließen 164, 24.
=seidennetter= seidensticker 152, 14. 153, 24.
=sein= in der 3 pers. plur. ausnahmsweise sent 62, 6; im partic. wechselt =gewesen= mit =gewest=, z. b. 17, 11, 14. 40, 29, 31.
=seint= adv. seit 71, 24; sonst sider.
=seitlangs=, =seitlengs= adv. längs 175, 2. 183, 24.
=selbander= selbst mit noch einem 197, 13.
=selbher= eigener herr 210, 2.
=setzen= etwas zum rechten, es aufs recht ankommen laßen 309, 27. zu und ab setzen von der arbeit (dazu und davon gehen) 57, 5. =zusammen setzen= zusammen stehen, halten 82, 7. einen zuber von newen setzen (zusammenfügen) 107, 6. =setzen= etwas auf einen, es ihm übertragen, vollmacht geben 115, 30. 263, 3. =an oder in den wagen setzen= anspannen 126. 22, 23.
=setzeisen= ein werkzeug der steinmetzen 40, 16. Vgl. Frisch 2, 268^a.
=sibel= adj. rund 302, 15; diese form auch durchaus in S. s. =sünbel=.
=sider= adv. seit 38, 2. 47, 4. 114, 11. 120, 37. 197, 11. 216, 33 u. s. w.
=sillstrank= 109, 33; strang zum geschirre des zugviehes? Vgl. Schmeller 3, 229. Frisch 2, 277c.
=sittig= adj. von pferden 56, 30.
=slecht= adv. einfach 291, 21; slechtz 45, 7, wie schlechtz.
=slegel= m. zapfen, schleuße bei den fischteichen 217, 30. 219, 29 u. s. w. beim fluße 233, 25.
=sleipfen= f. 296, 8 was =schleifen=.
=slichten= die pruckhölzer recht einziehen und slichten 59, 28.
=sloßwein= (?) 40, 28.
=snurslechtz= adv. schnurgerade 166, 12. Ebenso =snuerrechtz= 318, 27.
=spange= f. eine art balken 75, 37. 76, 1; halb oder spangennegel 98, 32. Vgl. Schmeller 3, 572.
=spannen= im partic. mit umlaut gespennt 128, 20.
=spanpet= bettgestell, bettlade 299, 18 u. s. w.
=sparren= m. dachsparren? 75, 16 u. s. w.
=spigler= spiegelmacher 154, 32.
=spindel= f. welle zu den schoßgattern 78, 22. 249, 13.
=spital= m. das spital 227, 8. u. s. w.
=sprüssel= m. leitersproße 116, 12. 195, 21.
=spülach= n. spülicht 303, 9.
=spünpett= 298, 16, 32, was =spanpett=.
=spunt= m. spunt in einer brunnröhre 49, 23 u. s. w.; ein zapf und ein spunt in die rör 174, 1; =spunt=, =spuntholtz= 75, 1. 4. 6. 30; ein dickes brett; reihe von pfählen, waßerwehr 201, 22. 30; ein hert von 4 spünden 303, 4.
=stadeltenne= sch. m. 180, 16.
=staffelholtz= zur unterlage für abzustellende waaren dienend 75, 20. Schmeller 3, 617.
=stampf= m. stempel 97, 36.
=stecheisen= ein werkzeug der steinmetzen 40, 16.
=steen= vom pfande. werth haben 33, 7. 236, 35.
=steinhebig= n. steinschutt 286, 5. steinhewig 321, 19.
=stemmen=, =stemben= intrans. vom aufschwellen, austreten und fließen des waßers 164, 8. 221, 32. 223, 19. 224, 14. 271, 12 u. s. w. stembt oder fleust 164, 12; eine =stemmung= machen 229, 21.
=stentner= m. stellfaß 289, 25.
=stetten= f. schießstätte 117, 29. 118, 21.
=stettes= adv. stets 329, 11.
=Stockart= Stuttgart 197, 27.
=stollen= m. grube in einem steinbruche? 81, 24; gestell 298, 11.
=störchschnabel= ein werkzeug, der spitze pflasterhammer, womit die weicheren pflastersteine bearbeitet werden 100, 9.
=stoß= m. holzstoß 35, 21. 79, 21 u. s. w. zwist, streit 283, 20.
=stössel= m. der den pflasterern nachstößt 49, 28 u. s. w.; werkzeug desselben 100, 11.
=strempfel= m. womit im mörser gestoßen wird 289, 5.
=streuholtz= querhölzer, womit die balken einer brücke belegt werden 70, 16.
=stroß= f. die unterlagsbalken des schlittens oder wagens in der sägmühle 122, 18. 317, 1.
=stul= die pflasterer arbeiten auf dem stul 50, 12. stul im heimlichen gemach 315, 25.
=stümel= m. kleines holzstück 116, 6.
=stumpfet= adv. stumpf, abgenutzt 117, 4.
=stunt= zwei oder drei stunt, zwei oder dreimal 249, 15.
=stüren= stöbern 234, 1.
=sturtzen= f. großer quaderstein, der die beiden thürpfosten oben verbindet 83, 36.
=stürtzplech= eisenblech zu schlössern 97, 2. 98, 27.
=stutzen= f. ein holzgefäß 41, 26. 106, 29. Schmeller 3, 674.
=sudschaff= ein kleines schaff 303, 32.
=sultzfische= angabe zur bereitung derselben 124, 4 ff.
=summer=, =sümmer= n. ein trockenmaß 92, 24 u. s. w. 206, 28. Vgl. Schmeller 3, 249.
=sünbel= adj. rund, mhd. sinewël, sinwël 74, 24. 166, 22. 167, 1, 8. 178, 34. 179, 21. 181, 32 u. s. w.
=sunbenten= pl. die sommersonnenwende 61, 27. 125, 16.
=Sundergeu=, =Sündergeu= s. die topogr. anm. und vgl. auch Frisch 2, 355^b.
=sünst= wechselt mit süst sonst 34, 24. 112, 4 u. s. w.
=suppe= f. frühstücksuppe 60, 10 ff.
=sutten= f. eine krankenstube im neuem spital; s. die anmerk. s. 180 und vgl. noch Schmeller 3, 293, der das wort mit sucht, und Frisch 2, 357c, der es mit sutte (lache, pfütze) zusammenbringt.
=swarte= f. schwartenbrett 121, 17 u. s. w.
=swynbogen= m. schwibogen; diese form durchaus im fewerpüchel 331, 12, 13, 18. 333, 4.
=tachscherm= pl. = dachscherben? zerbrochene dachziegel 260, 3. Vgl. =schermstein=.
=taglon= n. und m. 248, 5 250, 19.
=tagwerk= n. größe desselben 285, 5.
=tangrass= n. nadelholzzweige 73, 23.
=tanpaum= waldbaum, eichen thanpaum 74, 17; tennen tanpaum 76, 30.
=taschner= taschenmacher 150, 11.
=tangen= præt. =docht= 91, 31.
=teiche= f. vertiefung im pflaster 49, 21. Vgl. Schmeller 1, 426.
=thier= dammwild 123, 14 ff.
=tille= s. =dille=.
=tolde= f. quaste 299, 24.
=treufziegel= ziegel an der dachtraufe, welcher zwischen je zwei vorne abgerundete zu liegen kommt 95, 20.
=trog=, =trock= m. brunnentrog 86, 27. 171, 22.
=trodel= m. holzfasern im hanfe, werg 285, 16.
=truhe= sch. f. das hölzerne gerinne, in welchem der Fischbach über den stadtgraben fließt 222, 7. 224, 6. 229, 28.
=trupfe= sch. f. traufe 280, 24.
=tüll=, =thüll= n. wand oder zaun von brettern 265, 1. 297, 30; befestigung um den markt Wörd 215, 7. 249, 21.
=türren= anom. vb. dürfen 115, 21; dar 245, 14; getare 71, 6; getorst 312, 7.
=u= = =o= vorfuderen 295, 13; lun, lunen statt lon, lonen fast immer in BC. = â un laub 316, 14; getun 321, 32. ü = i prünnen 117, 14.
=übereilen= sich, beeilen 235, 25.
=uberig=, =uberich= adj. uberig pfenninge, welche die arbeiter über den bestimmten lohn bekommen 45, 10. 68, 12.
=überkomen= ich hab überkomen, ein übereinkommen getroffen 47, 7.
=übernemen= einen, zu viel von ihm fordern 39, 16.
=überpitten= durch bitten überreden 232, 31.
=überschuß= m. was über eines hauses senkrechte linie hinausgebaut wird 260, 15. 262, 25 u. s. w.
=überzwerch= adv. quer über 165, 35. 166, 5. 167, 3. 36 u. s. w. (=uberzweirch= 128, 24. 135, 7). Als præpos. mit dem genitiv 213, 3, 29. 214, 28. 218, 2. 228, 31, 32; mit dem accusativ 217, 10.
=umb= præp. von 269, 26.
=umber= adv. umher 72, 14.
=umbgeen= in der reihe herum gehen, umgang halten 233, 10; sich drehen, in angeln bewegen, umbgeender gatter 211, 1 ff.
=umbseß= m. in derselben gegend ansäßig 315, 35.
=und= relativpartikel 39, 6. 79, 14. 29. 86, 16. 115, 2. 202, 22. 236, 1. 269, 3; folgt gewöhnlich auf nachdem 17, 2. 72, 22 u. s. w.
=under= unser 316, 4; diese merkwürdige form erscheint in andern Nürnberger handschriften (z. b. in denen über den ersten markgräflichen krieg von 1449-50) fast regelmäßig für unser oder wechselt doch sehr häufig mit diesem ab, und ist wohl so zu erklären, daß aus unser zuerst eine assimilierte form =unner uner= (wie man sie noch in Nürnberg hört. vgl. auch Schmeller, gramm. § 660) und aus dieser durch angefügtes d (vgl. oben d) under entstand. Auch in den sette communi kommt ündar vor statt ünzar; Schmeller. cimbrisch. wb. s. 46. nr. 66. Im baumeisterbuche erscheint das wort noch einmal als =onder= 129, 20, wo ich es unnöthig in =unser= änderte.
=underfaren= untermauern 235, 15; mit stein =unterfuren= 197, 26.
=understeen= verhüten 332, 18.
=underthalb= adv. unterhalb 135, 20.
=underzuch= m. unterfutter 132, 21.
=unentz= adv. ohne erfolg 287, 4.
=ungelirnig= adj. schwer begreifend 36, 24.
=ungeschlacht= adj. vom holze, welches nicht gut zu spalten ist 92, 19.
=ungeverlich= adj. gut, tauglich 86, 13.
=unhau= m. gegensatz von wedel 70, 17.
=unlust= m. was eckel erregt, unrat etc. 253, 26. 254, 14. 303, 11. 314, 19. =unlustig= 114, 12.
=unprechenhaft= adv. in gutem zustande 318, 7.
=unrat= m. nachtheil, schaden 272, 8.
=unterfangen= sich eines dinges, daran gehen, es in besitz nehmen 85, 12.
=unterscheit= f. bedingung 81, 16. 112, 6. 265, 7; unterscheit geben, auskunft ertheilen, specificieren 241, 16. 242, 2.
=untersetzen= das haus, stützpfeiler anlegen 282, 10.
=unverkümert= nicht in eines andern gewalt sich befindend 221, 8.
=unverscheidenlich= adv. ohne unterschied 305, 23.
=unwüstlich= adv. ohne zu verderben 305, 13.
=urtail= f. das urtheil 311. 22. 313, 11 u. s. w.
=urlaub= m. entlaßung 34, 32. 37, 17 u. s. w. =urlauben= entlaßen 43, 36.
=w= = =b= fast durchaus in S.
=wachalter= m. wacholder 77, 1.
=wacken= m. feldsteine, alte quadern und wacken 199, 6. 201, 32. Vgl. Schmeller 4, 19.
=wagen= m. wagen oder schlitten in der sägmühle 122, 15. 317, 1.
=walstat= n. auf der walstat, an ort und stelle 80, 5.
=walt= plur. =welde= 90, 35. =walthawer= der das holtz fällt und in die stadt bringt 69, 32 ff. =walthawen= das holz zimmern und walthawen 79, 22. =waltpflug= ein größerer pflug, womit ausgereutete waldstrecken gepflügt werden 102, 9.
=wampen= pl. der bauch, das unedle eingeweide der thiere 200, 9.
=wandeln= etwas gut machen, ersetzen 33, 10.
=wandelbuch= strafbuch 284, 27.
=warnen= den schaden verhüten 319, 35. Vgl. bewaren.
=wart= f. ort der aufbewahrung 130, 32.
=wasen= m. rasen 233, 19. 236, 9.
=weck= st. m. brotwecke 125, 24.
=wedel= m. jene phase des mondscheins, in welchem das holz gefällt werden soll (nadelholz im zunehmen und laubholz im abnehmen des mondes 73, 7 ff.) 70, 15. 78, 1. 79, 16. =gewedelt= holz, das zu rechtem wedel geschlagen ist 123, 7.
=wedel= m. buschigter wipfel eines baumes 199, 5. 201, 32.
=weichkessel= keßel für das weihwaßer 180, 23.
=weil= f. zeit, weil haben 86, 12.
=weinachtkess= pl. eine abgabe von käse zu weihnachten 206, 30.
=weisen= sch. vb. geweist 58, 9. =angeweist= 59, 19.
=weithaft= f. weite, raum 264, 28.
=weit= m. ein färbstoff, weithaus 254, 3. weitmesser 244, 5.
=weiten= erweitern 310, 29.
=weitenmeß= n. ein maßstab 126, 33.
=weppner= gewaffneter, schützen und weppner 131, 1. 331, 32.
=wer=, =were= n. das waßerwehr 165, 16. 201, 19; wer oder güßpett 198, 16 u.s.w.; dim. =werrlein= 198, 29.
=werben= potschaft werben, als bote einen auftrag verrichten 332, 37.
=were= f. befestigung; were und zwinger 133, 10. 134, 1 u.s.w.
=werd= m. kleine insel 309, 12, 13. 312, 11.
=werck= n. geschlossens werck eine art dachziegel, firstziegel? 95, 15.
=wercktag=, =werckentag= arbeitstag 33, 15. 63, 32 u.s.w.
=werckeisen= eisen für die schloßer und schmiede, aus welchem sie die geräthschaften machen 97, 1. 98, 21.
=werspitze= sch. f. ein spitzwinkliges waßerwehr zur theilung des waßers 308, 32. 309, 34 u.s.w.
=weschin= f. wäscherin 230, 30.
=wesen= n. aufenthalt, wohnung 298, 6, 36; sich mit wesen (häuslich) niderlaßen 273, 29; zustand 315, 8; in wessen halten 323, 27 u. öfter.
=wessenlichen= adv. in gutem zustande 318, 6.
=wetter= n. witterung 232, 36.
=wetter= m. oder n.? gabelförmiges verbindungsholz am wagen 102, 16. Bair. der wettern Schmeller 4, 199; schwäb. die wetter, gabel am hinterwagen, Schmid 520.
=widemen=, =gewident= gestiftet 96, 8.
=wie=, =zu wie= wozu 32, 23. Alter instrumentalis.
=wilkür= f. freie wahl 283, 12.
=wiltnerin= händlerin mit wildbrät 171, 16.
=winde= f. vorrichtung zum winden, die quadersteine in die höhe zu ziehen 45, 19 (heute der „steinhaspel“); =geende winden=, die in thätigkeit sind 62, 18 u.s.w. =windenpaum=, einer der drei bäume, aus denen das gerüst einer winde besteht 76, 27.
=windenseil= 45, 21.
=wintfall= m. pl. wintfelle vom winde umgeworfene bäume 78, 32 ff.
=wintliecht= pl. wintliechte wachsfackel 297, 17.
=wurcken= arbeiten 272, 22. wurckpeihel handbeil der zimmergesellen 43, 1.
=wurtzerin= die gemüse verkauft 170, 22, 25. =wurtzgarten= küchengarten 174, 24.
=zaum= m. ein theil der winde, vielleicht das band, der riemen, an welchem der flaschenzug befestigt wird 45, 21.
=zeil= f. reihe 238, 10.
=zeinnachen= m. 268, 14 gleichbedeutend mit =zeinreuse= geflochtener fischkorb? Schmeller 3, 132. 4, 265.
=zengel= n. leger und zengel zu wein 297, 9, 11, 20; die zwei ausgehöhlten, der rundung des weinfaßes angepassten balken, auf welchen es ruht (dimin. von =zange=).
=zencket=, =zenckent= adj. gezackt, von den schrancken 213, 21. 30. 214, 25. 215, 5, 13 u.s.w.
=zeren= einen, verköstigen 230, 35.
=zettel= f. schriftliche aufzeichnung, rechnung u.s.w. 241, 3 ff.; schriftliches instrument größerer art 123, 1. 317, 19 u. öfter.
=zeug= m. in verschiedener bedeutung, handwerkszeug 34, 27. 37, 12 u.s.w.; stoff, aus dem etwas gemacht wird 54, 11. 55, 10 (mörtel). 273, 18 (kalk) u.s.w. kriegszeug 110, 26. =zeugmeister=, der die aufsicht über das zeughaus hat 140, 5. 287, 33; andere bedeutung (vielleicht mit bezug auf den handwerkszeug) hat es wohl 320, 1.
=zeundorn= pl. -dörne zweige von einem dornstrauch um die neugesetzten linden 290, 27.
=zichenmacher= der bettüberzüge macht 155, 22.
=zilig= adj. mittelmäßig, klein 288, 28. 33. 289, 10. 304, 17. Vgl. Schmeller 4, 252.
=zimlich= adj. was sich gebührt, in zimlichen paw 315, 8; zimlicher pfenning 317, 15 u.s.w.
=zimmer= n. zimmerholz 33, 35 u.s.w.; das zimmer zu werck ziehen oder abpinden 63, 27; das zimmer abpinden und aufrichten 65, 23, d.h. die balken in einander fügen, einen dachstuhl u.s.w. aufrichten.
=zu= = =zer= (vgl. über dieses niderd. mitteld. zu Weinholds dialektforschung s. 57. Kehreins grammat. des 15-17 jh. 2. § 238): =zufallen= 41, 29. 141, 4. =zufellen= auseinandernehmen 117, 16. =zuhawen= 79, 11. 258, 12. =zulechzen=, =zulechsen= von hölzernen gefäßen, so eintrocknen, daß die fugen den festen schluß verlieren und flüßiges durchlaßen 41, 27. 141, 4. Schmeller 2, 422. =zumülmen= sich, zerreiben, zermalmen 87, 30. =zuprechen= 87, 30. =zurindet= (?) latten 239, 26. =zurüdung= zerrüttung 82, 2. =zuschiessen= 118, 5. =zutragen= uneins werden 261, 8.
=zuber= m. er faßt bei 2-1/2 eimer 307, 28.
=züchtiger= 119, 20 was =lebenszüchtiger=.
=zug= m. vorrichtung zum aufziehen für die dachdecker 52, 30.
=zugseil= zu den winden 109, 15 ff.
=zukomen= des lonnes nit zukomen, damit nicht ausreichen? 39, 15.
=zukunft= ankunft 295, 20.
=zunemen= den lon, mehr als den gewöhnlichen lohn geben 69, 23.
=zungio= juni 316, 16; czunio 25, 1.
=zusagen= bekennen, gestehen 309, 8.
=zuschieben= zu hilfe geben 209, 14.
=zuspruch= anforderung, anklage 311, 15.
=zwei= im fem. =zwue= 51, 8. 165, 2. 223, 22 u.s.w. =zwu= 167, 38. 224, 27. =zwo= 169, 3. aber =zwei= stunt (zweimal) 249, 14.
=zwer= adj. für =zwerch=, einer zweren hent dick, wie eine querhand 78, 19. 256, 2.
=zwerch= adv. quer 177, 31. =zwerchs= 181, 2. =zwerchgaße= 226, 19. =zwerchen= sich, kreuzen 166, 18. 178, 31.
=zwerwoffen= n. die queraxt der zimmerleute 43, 2.
=zwickstein= kleine steine, womit die löcher im pflaster „außgezwickt“ werden 260, 3.
=zwinger= der raum zwischen der innern und äußern stadtmauer 110, 24 u.s.w. dim. zwingerlein 185, 36.
=zwir= adv. zweimal 68, 30. 112, 28. Vgl. =zwer=.
=zwispitz= m. werkzeug der steinmetzen 33, 9. 40, 16 u.s.w.
LIES
s. 7, z. 8 v. u. ~wird es~. 26, 3 ~besuche~. 26, 7 ~potten~. 34, 33 ~hinleihen~. 38, 37 ~vor~. 41, 22 ~steinmetzen~. 44, 23 ~inen~. 52, 28 ~badgeltz~. 76, 12 das comma nach ~holtz~ zu setzen. 78, 13 ~rinholtz~. 81, 19 ~schedlichen~. 81, 23 ~eich~. 90, 3 ~geben~. 90, 4 ~nit~. 90, 30 ~machen~. 93, 5 ~hingeben~. 93, 12 ~neulich~. 96, 8 ~von~. 99, 5 ist zwischen ~rören~ und ~püchsen~ das comma zu streichen; die zwei worte bilden ein compositum. 101, 34 nach ~nachdem~ das comma zu streichen. 112, 25 ~gibt ims~. 118, 24 ~an der~. 131, 33 ~und~ denselben. 186, 13 ~schuen~. 198, 27 ~oberthalb~. 200, 5 ~riemen~. 205, z. 2 v. u. ~und gottesacker~. 225, 9 ~des meister~. 241, 27 ~den herren~. 249, 14 ~schoßgattern~. 253, 22 ~einflüß die~. 291, z. 4 v. u. ~Mcccxxiii~. 308, 34 ~zugetailt~.
FUSSNOTEN:
[Fußnote 1: bl. 1-3. bl. 30^b.]
[Fußnote 2: bl. 3-31^a.]
[Fußnote 3: bl. 31^b-38^a.]
[Fußnote 4: bl. 40^b.]
[Fußnote 5: bl. 38-43.]
[Fußnote 6: bl. 43-65, 68-70.]
[Fußnote 7: bl. 66, 67.]
[Fußnote 8: bl. 82-97.]
[Fußnote 9: bl. 144-146, 148-159.]
[Fußnote 10: bl. 106-131.]
[Fußnote 11: bl. 168.]
[Fußnote 12: bl. 132-134.]
[Fußnote 13: bl. 135-144.]
[Fußnote 14: bl. 98-106.]
[Fußnote 15: bl. 77-82.]
[Fußnote 16: bl. 196.]
[Fußnote 17: bl. 202-207.]