Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 3
Wir haben schon oben angedeutet, daß an hundert stellen des buches uns die person des verfaßers entgegentritt, daß wir darin ein deutliches bild von der physiognomie der guten alten stadt erhalten. Mitten unter der trockenen, lang gedehnten verzeichnung der handwerker und ihrer pflichten, der arbeiter und ihrer löhne erscheint, gelegentlich hingeworfen, ein satz, der leben in die todte masse bringt, der unser interesse auch an der prosaischen umgebung, in der er auftritt, erhöht, um so mehr, als dieß kein künstliches experiment ist. Der wackere Endres Tucher hat wohl nie daran gedacht, daß sein werk jemals die schwelle des rathhauses oder der Peunt überschreiten werde. Es sind also keine schriftstellerischen manöver, denen wir da begegnen, sondern es ist die gesunde natürlichkeit des mannes, der wir diese reizenden einschiebsel zu verdanken haben. Er gibt darin sich und seine zeit ganz wie sie waren. Es war ein sparsamer mann, unser baumeister. Zu unnöthigen ausgaben entschließt er sich nie, dieß zeigt sich bei jeder gelegenheit, aber auch bei den unvermeidlichsten weiß er eine einrichtung zu treffen, durch die er der stadt ein paar groschen erspart. Wir erinnern uns, daß der rath vorsorglich die bewohner von Hersbruck und Lauf angieng, ihm vom steigen der Pegnitz sofort nachricht zu geben; der baumeister muß das ersuchen alle jahre um weihnachten erneuern; diesen brief schickt er jenen durch ihren bäcker hinaus, damit er keinen boten verlohnen muß und keine kosten verursacht.[25] Er scheut sich nicht, eines noch weiter als sparsamkeit gehenden verfahrens der viertelmeister erwähnung zu thun. Das gras in den zwingern ist für die findelhäuser bestimmt; aber die viertelmeister, denen die aufsicht über die zwinger zusteht, haben, erzählt er, zuweilen selbst kühe und brauchen die weide für sich, oder gönnen sie guten freunden vor der findel.[26] Mit derselben harmlosen gemüthsruhe verzeichnet er das benehmen des waldamtmannes bei dem verbot, eichenlaub zur stadt zu bringen, wovon früher die rede war. Aufgefordert, 20 pfund als strafe zu zahlen, erklärte Endres, daß er das keineswegs aus seinen mitteln bestreiten, sondern aus der losungsstube nehmen werde, dahin könne es der amtmann wieder zurückbringen. Als dieser hartnäckig auf seiner forderung stehen blieb, schickte Endres endlich die 20 pfund, von denen der amtmann 30 pfennige behielt und ihm das andere wieder zurückgab.[27] Ebenso naiv läßt er uns erkennen, wie wenig grund man hatte, sich vor dem raschen eingreifen einer hohen polizei zu fürchten. Eine anzahl unternehmender Handwerker vermuthet im vestnerberge einen schatz; sie beginnen danach zu graben und stoßen dabei auf unterirdische gänge, die von der burg herab nach verschiedenen puncten der stadt führen. Diese arbeit konnten sie sechs wochen lang betreiben, ohne daß dem rath etwas davon zu ohren kam. Endlich ward man davon in kenntnis gesetzt, Endres untersuchte den fall, man ließ die leute auf ihr ansuchen weiter graben, und da sie natürlich nichts fanden, hatte der rath noch die annehmlichkeit, die löcher, die sie da und dort geöffnet hatten, wieder verschütten zu laßen.[28]
Ein anderer passus charakterisiert nicht minder scharf die zustände der stadt in jener zeit. Ein gewisser Zeringer hatte an der steinernen brücke am neuen bau eine »marter« setzen laßen, der rath verbot ihm, daran noch ein Schild anzubringen. Er that es dennoch und da er auf wiederholte abmahnung der behörde sich nicht entschloß, dasselbe abzunehmen, fand man es eines tages mit brauner farbe überstrichen; »ob das der Zeringer befohlen, setzt Endres dieser erzählung bei, oder wer das gethan hat, das weiß gott wohl.«[29]
In seiner aufrichtigkeit verhehlt er auch nicht ein misgeschick, das ihn während seiner amtsführung getroffen. Er hat unter anderm das bohren der brunnröhren zu überwachen. Da kommt im jahre 1462 ein Jude her, des namens Josep von Ulm, der sich anheischig macht, auf der stadt kosten ein bohrzeug herstellen zu wollen, durch dessen hilfe ein mann in einem tage so viele röhren bohrt als sonst zwei gesellen in zwei oder drei tagen fertig bringen; wenn ihm der versuch mislingt, will er den schaden tragen; wenn er gut ausfällt, begehrt er, daß ihm ein ehrbarer rath das bürgerrecht schenke. Man geht darauf ein, Endres läßt umfaßende vorkehrungen treffen, ein gerüst errichten u. s. w.; als bereits 50 gulden dafür verausgabt waren, stirbt der Jude in Stuttgart und das werk bleibt in seinen anfängen wieder stehen.[30] Nicht minder aber weiß er die energie zu betonen, mit der er im nothfall die verordnungen des raths durchführt. Jeremias Holzschuher baute sich ein Haus hinter St. Egidien. Er brach deshalb etliche kleine häuser ab, die ihm im wege standen und erhielt die erlaubnis des rathes, um eine gerade linie herstellen zu können, unentgeltlich ein stückchen weit in den gemeindegrund herauszubauen. Aber er oder sein werkmeister versah es und fuhr weiter heraus, als der rath erlaubt hatte, was zu großen conflicten führte, in denen doch Endres standhaft alle nachgiebigkeit verweigerte.[31] Auch sonst berichtet er wohl einmal über die mühe, die er sich im interesse der humanität und seines dienstes gibt. Es waren bauern verpflichtet, die reinigung von gräben in der umgegend der stadt vorzunehmen. Im weigerungsfall sollten sie gepfändet und die reinigung auf ihre kosten vorgenommen werden. Aber obwohl es nie ohne weigerung von ihrer seite abging, so wuste er sie in der regel durch seine überredungskunst zum gehorsam zu bewegen, so daß es fast niemals bis zur execution kam.[32]
Der werth der aufzeichnung wird dadurch erhöht, daß sie dann und wann eine notiz über sitten und gebräuche der zeit und der stadt gibt. Eine der hübschesten stellen ist der bericht über die sulzfische, die Endres nach altem herkommen den werkmeistern und werkleuten der stadt am heiligen christabend sendet, deren bereitung, die unserem geschmack schlechterdings unbegreiflich ist, ausführlich geschildert wird. Eine auserwählte schaar derselben werkleute, der werkmeister, der maurer, der zimmermann und der schaffer erhalten außerdem am vorabend von St. Johannis tag zu sonnwenden auf der stadt kosten ein viertel guten meths und an St. Martins abend ein viertel guten Frankenweins. Endres selbst, der ersichtlich mit seinen leuten im besten einvernehmen steht, hat denselben zuweilen aus eigenem säckel zu St. Martins tag jedem eine gans und zu weihnachten einen weck geschickt, auch wohl zu Walpurgis jedem der nachtmeister einen kreuzkäse zukommen laßen.[33]
Ein andere stelle belehrt uns über die art und weise, in der gewisse amtliche ankündigungen proclamiert wurden. Jährlich ein mal muß der Fischbach gereinigt, also das waßer auf etliche tage abgesperrt werden. Dieß läßt der baumeister auf des raths geheiß am sonntag, vor die arbeit beginnt, in der St. Lorenzkirche von der kanzel herab durch einen büttel oder einen schreiber ausrufen, nach dem der segen gegeben ist und ehe man den weihbrunnen gibt, während der priester in der sacristei die heiligen gewänder ablegt; denn da ist das meiste volk in der kirche.[34]
Anderswo wird berichtet, daß eine arme dorfschaft, der das hochwaßer eine brücke weggerißen hat, die erlaubnis erhält, an gewissen tagen vor u. l. frauen kirche auf dem markt beiträge zur aufführung einer neuen sammeln zu laßen, und wieder an einer andern stelle, daß jungfrauen und »geisterinnen« im criminalgefängnis, im »loch« eine truhe stehen haben, in der sie kissen, laken, polster und anderes geräthe bewahren, das benützt wird, wenn man den gefangenen das leben absagt und ihnen die heiligen sacramente spendet, und daß ein »ewiges geld« zur erhaltung dieser sitte gestiftet ist.[35]
Sollen wir endlich noch die genauigkeit der aufzeichnung constatieren, so wird genügen, wenn wir als probe anführen, wie Endres sogar nöthig findet, zu notieren, daß er zu zeiten dem Ludwig Pfinzing, der stadt weiermeister, ein paar waßerstiefel aus der Peunt geliehen habe, aber sofort, um ja kein präjudiz für seine nachfolger zu bilden, beisetzt, daß er dazu keineswegs verpflichtet gewesen sei.[36]
Wenn wir uns nach den quellen umsehen, welche der bearbeitung des baumeisterbuches zu grunde liegen, so finden wir die schriftlichen bedeutend in der minderheit. Verträge, rathsverläße u. s. w. hat Endres Tucher ohne zweifel vorliegen gehabt, dann und wann weist er direct auf solche hin, namentlich im nachtrag ist eine reihe in den text aufgenommen; er hat auch die schrift eines vetters, Berthold Tucher über die gräben um die stadt, benutzt[37] und die bücher seines vorgängers im amte, Hans Graser durchgesehen.[38] Diese letzteren hat er freilich nicht in der besten ordnung gefunden, aber er gibt doch etliches daraus im auszug und gerade das ist für uns von der höchsten wichtigkeit, da es die unterschiede der preise, arbeitslöhne u. s. w. zu Grasers zeiten und etwa 20 jahre später in der klarsten weise darlegt. Die hauptquelle aber, die Endres Tucher seiner darstellung zu grunde legte, war die mündliche überlieferung. Und da hat er einen trefflichen dolmetscher zur seite gehabt an dem schaffer und anschicker auf der Peunt, Conrad Gürtler. Als Tucher das material zu seiner aufzeichnung zu sammeln begann, war Gürtler schon 27 jahre lang in seiner stelle und hatte vier baumeistern hinter einander verständig und treu gedient. Endres hat ihn aber auch fest ins herz geschloßen und unterläßt nie, seinen rath zu erholen und in zweifelhaften fällen seine ansicht gewißenhaft zu verzeichnen.
Um aber noch einmal auf die urkunden zurückzukommen, die Endres Tucher benutzt hat, so möchten wir nicht versäumen, zum troste neuerer forscher, die mit getäuschten hoffnungen ein archiv verlaßen, zu constatieren, daß auch dem städtischen baumeister zu Nürnberg im 15 jahrhundert diese schriftstellerische calamität nicht erspart war. Er berichtet mit großem kummer, daß er lange zeit nach einem vertrage gefahndet habe, aber die losunger hätten ihn nicht finden können und ihm gesagt, nachdem sie noch viele briefe hätten, die nicht registriert seien, so wüsten sie die verlangte urkunde nicht zu finden. Sie möge wohl auch unter den unregistrierten liegen.[39]
Nachdem wir uns so lange mit dem baumeisterbuche Endres Tuchers beschäftigt haben, bleibt uns noch übrig, einen blick auf die person des verfaßers zu werfen. Wir erhalten über ihn kurze auskunft in dem »~Tucherbuch~«, dem prachtvoll ausgestatten pergamentnen geschlechtsbuche der noch in Nürnberg blühenden familie der freiherrn von Tucher, dessen einsicht mit freundlichster liberalität gestattet wurde. Im anfage des 17 jahrhunderts angefertigt, liegen diesem geschlechtsbuch zum grösten theil die materialien zu grunde, welche dr. Christoph Scheurl, der berühmte Nürnberger gelehrte, und sammler für die familie zusammengestellt hatte. Über Endres wird bl. 51 folgendermaßen berichtet:
Herr Endres Tucher, der ander diß namens, Endressen Tuchers und Margaretha Baumbgartnerin sohn ward geborn den funften aprilis am andern ostertag und negsten tag nach Ambrosii [5 April] umb ein ur auf den tag anno 1423; Wilhelm Scheuhenpflug hueb ihn auß der tauff; hielt hochzeit mit junckfrawen Adelheit Gundlachin von Bamberg mittwoch nach deß hailigen creutz erfindungs tag 1446 [4 Mai], ward deß raths an stadt seines vaters brudern Bertholden Tuchers anno 1454, der vorderst alt genant und paumeister, beschrieb ein ordentlich, nutzlich buch von gemainer statt gebewen, von rath vnd ordnungen, das er einem erbern rath zuletzt schencket und heutiges tags in der peundt gebraucht wird, thailet mit seinen dreyen brüdern Bertholden, Hannßen und Sebalden donerstag nach Urbani 1462 [27 Mai], ubergab Bertholden und Hannßen, seinen brudern sein antheil an ihrem vaterlichen hauß und andern seinen guettern freytags nach Urbani 1476 [31 Mai] und ward mit bewilligung seines unfruchtbaren weibs ein convers bruder zu den cartheusern an s. Ambrosii tag 1476 [4 April], als er zwei und zwaintzig jar in rath gangen war, und ward Hannß Volckhaimer an sein statt baumeister. .. .. Er lebet im orden ain und dreißig jar, ward alt vier und achtzig jar und neun tag, starb den vierzehnten aprilis anno 1507 daselbsten (in s. Sebalds kirche) im chor vor dem hohen altar begraben.
Wir können noch hinzufügen, daß eine chronikalische aufzeichnung, welche von Endres vater herrührt, vorhanden ist und in dem 1 bande der Nürnberger chroniken gedruckt vorliegt, daß Endres selbst seit 1454 bis zu seinem rücktritt aus der welt alter genannter blieb, und seit 1459 ein jahr um das andere elector war, endlich daß er seine stelle als der stadt baumeister im jahr 1461 antrat. (Raths- und ämterbücher der genannten jahre im Nürnberger archiv.)
Sein bild in dem Tucherbuch, welches freilich kaum auf porträtähnlichkeit wird anspruch machen dürfen, in doch ganz in der weise aufgefaßt, wie wir ihn uns denken, nachdem wir sein buch gelesen haben. Ein ernster, wohlwollender mann steht er da vor uns, wie wir ihn auf jeder seite des baumeisterbuches finden.
Ich habe zum schluße noch wenige worte über meine bearbeitung zu sagen, die sich fast einzig auf topographische und die nöthigsten sachlichen erläuterungen beschränkt, und nur an ein paar stellen durch notizen aus dem Nürnberger k. archiv bereichert worden ist. Was die topographischen anmerkungen betrifft, so bin ich mir wohl bewust, daß sie an zahlreichen und nicht unbedeutenden mängeln leiden. Wenn die publication eine Nürnberger im eigentlichsten sinne des wortes wäre, so würde wohl eine reihe sehr eingehender untersuchungen in dieser richtung nothwendig gewesen sein, die unter den verhältnissen, unter denen diese edition erscheint, unterbleiben konnten und musten. Hier galt es nur, so viel zu erklären, als man mit den vorhandenen hilfsmitteln erklären konnte. Da hat sich freilich schnell und empfindlich genug gezeigt, wie sehr die topographie Nürnbergs noch im argen liegt. Das büchlein von Nopitsch (Wegweiser für fremde in Nürnberg. 1801) erwies sich noch immer als das brauchbarste, um so mehr, als der verfaßer es zu einer zeit niederschrieb, in der die alten bezeichnungen der straßen, häuser, höfe, etc. noch in aller mund waren, während sie täglich mehr den modernen namen, die man ihnen zu substituieren beliebte, weichen und so nach und nach ganz der vergeßenheit anheimzufallen drohen. Manche hilfe gewährte auch die kleine schrift: »Die noch vorhandenen abzeichen Nürnberger häuser von einem forscher in alten dingen.« Nürnberg 1855, die eine reiche menge von andeutungen gibt, die ich dankbar benuzte. Wenn der verfaßer dieses werkchens, der sich so lang und viel mit Nürnberger geschichte beschäftigt hat, sich nur angewöhnen wollte, seine behauptungen nicht immer lediglich in die luft zu stellen, sondern sich herbei ließe, sie durch citate zu stützen. Um wie viel verdienstlicher würde dadurch dieses schriftchen, das freilich nicht einmal das erfüllt, was es in seiner jetzigen gestalt verspricht, da es nicht die vollständigkeit aufzuweisen hat, die man doch wohl fordern darf. Man könnte dem verfaßer eine anzahl von häusern mit abzeichen und gerade in belebten straßen bezeichnen, die man in seinem buche vergebens gesucht hat.
In dem alphabetischen verzeichnis am schluße, das die topographischen anmerkungen enthält, sind die namen von straßen, welche heute noch dieselben sind, wie ehedem, nicht verzeichnet worden. Man kann sie leicht auf jedem plane der stadt Nürnberg, deren eine große zahl existiert, finden. Für solche, die sich eingehender für diesen theil der arbeit interessieren, darf auf den stadtplan verwiesen werden, der dem 1 bande der Nürnberger chroniken beigegeben ist.
Zum schluße erlaube ich mir noch einen wunsch auszusprechen. Möchte doch das baumeisterbuch Endres Tuchers, das so viel werthvolles material enthält, einen berufenen mann anregen, seine kräfte der erforschung der Nürnbergischen topographie zuzuwenden. Unsere philologen haben sich so viele mühe gegeben, die topographien Roms und Athens bis in die kleinsten einzelheiten zu ergründen und festzustellen; sollte unser altehrwürdiges Nürnberg nicht einer gleichen mühe werth sein? Das wäre eine aufgabe für die localhistoriker, die hier eine arbeit fänden, durch welche sie sich wirkliche und nachhaltige verdienste um die wißenschaft erwerben könnten und zu der sie sicher mehr beruf und geschick hätten, ab zu den elaboraten, womit ihre mehrzahl in der regel die gelehrte weit heimsucht.
Dr. Friedrich von Weech.
1461.
[ij^a] Nachdem und herr Hanns Coler des paumeister amptz abstunt und das einem erbern ratt aufgabe in dem ein und sechtzigsten jare in der vasten, also ward ich Endres Tucher von einem erbern ratt hie bestellet zu der stat paumeister ampt, und darnach in dem selben jare zu dem newen rat thet ich gehorsam und pin nun in das viert jare der stat paumeister gewest. also hab ich gemerckt ettliche ordenung altes herkomens, auch bestellung der werckleut, allerlei zeugs und mancherlei, das einem der stat paumeister zu steet, angeet und im nöt ist zu wissen, des alles doch kein eigentliche verzeichnus vorhanden gewest ist. darumb hab ich mit hilf Conrat Gürtlers, ietzunt auf der Peunt gesessen, der dann ein schaffer und anschicker ob der stat pewen pei sibenundzweintzig jaren gewesen ist, nemlich pei Hansen Graser, Stefan Schuller, Lutzen Steinlinger seligen und herrn Hansen Coler, alle paumeister, und nun pei mir im vierden jare schaffer und anschicker ist, die hernach geschriben stuck auf gezeichent, wie der ettliche vor alter mit guter gewonheit herkomen sein, auch wie ich das ietzunt halt und außricht, darauß und darnach sich kunftiglichen ein stat paumeister gerichten mag. nit das es pei den hernach geschriben stucken und artickeln allweg also besteen oder beleiben solle, oder das ich kunftige paumeister lernen oder unter richten wolle, des sie vor mer dann ich wissen etc. dann sich die ding alle sam teglichs verkeren und endern in ein und ander, so mag aber doch ein paumeister auß dem allen abnemen, wie es vor gehalten worden ist, und sich auch dester paß kunftiglichen darnach wissen zu richten etc. und soliche verzaichnuss ist gescheen und gemacht worden nach Cristi gepurt viertzehenhundert und in dem vier und sechtzigsten jare zu aller heiligen tag [Nov. 1]. mer so ist darnach und darzu in das puch geschriben und das alles geendt und beslossen worden zu aller heiligen tag im sibenzigsten jare.
[xxj^a] Durch anzeigung dieses nachgeschriben kolenders vindet man eins ieden tags was ein paumeister desselben tags oder in derselben wochen gescheft oder zu thun hatt, die er dann auf die selben oder ander tag wenn es im eben ist außrichten mag etc. und wie woll in dem hernachgeschriben puch gar vill stuck sein, die ein paumeister wissen und in acht haben soll über jare, dieselben man aber nit alle nach dem kolender außrichten mag, sunder unter allen anderen hab ich die außgezeichent und in den kolender pracht, die dann ein paumeister auf dieselben tag und wochen ungeverlichen außrichten mag oder bestellen, das die außgericht werden, dardurch dester minder saumnuss geschicht. nachdem der stuck und artickel on zall und so vil ist, das die ein paumeister nit woll alle in dem sinne allewege pei anderen teglichen zufellen und gescheften getragen mag, darumb hab ich diesen kolender zu einer vermanung gemacht.
Am ersten so steet in dem hernachgeschriben kolender, das aber in anderen gemeinen kolendern nit steet, nemlich der vassnacht, die ostern und pfingst veiertag und der tag, so man das hochwirdig heiligtumb hie weist, auch die vier goltfasten tag, unsers herren leichnams tag; und das G ist suntag pustaben gerechent. und dieselben tag der vassnacht, ostern, pfingsten sein doch also außgemessen, das die über viertzehen tag nit mugen hinfur noch hinter nimmer mer kunftiglichen keines jars gefallen; wo die tag aber hin fur oder hin hinter gefallen anders dann sie ietzunt steen, so prenget es doch an diesem furnemen kein irrung, wann darinnen doch allweg zu vinden ist, was man thun sol etc.
Zu dem andern so ist der kolender also zu versteen, das man muß suchen in der liny eines ieden tags, den man wissen oder haben will, do steet am ersten nach dem heiligen tag: folio 165 oder 27 etc. das bedeutet dasselb plat hinden in dem puch, das muß man erstlichen suchen, und so man dasselb plat hat so muß man wider sehen in den kolender und in derselben liny suchen, was pustaben noch der zale des folio geschriben steet. den oder dieselben pustaben muß man dann suchen, an dem vorgeschriben plat, das man gefunden hat, do steen der oder dieselben pustaben versals weiß mit ruberiken geschriben, und alsdann den oder dieselben artickel lesen, der oder dieselben artickel zu erkennen geben und klerlichen innhalten, was desselbigen tags oder wochen ungefehrlichen zu thun ist, und also mag man verrer suchen desselben tags in derselben liny die ander zall der folio und nach den pustaben, die darnach steen, dieselben versale, so vindet man desgleichen in denselben artickeln über jar eins ieden tags, was ein paumeister zu thun hat.
Kal. =Der jener hat 31 tag.=
=A. der jarstag.=
b. Steffan achter. folio 165. =N. A.=
c. Johanus achter.
d. der kindlein achter. folio 27. =N= etc. 28. =F.= 29. =W. N.= 30. =V. N. S. A. M.= 31. =D. S.=
e. Symon pischof. folio 26. =D.=
f. =der oberst tag.=
g. Lucius pischoff. folio 22. =D. N= etc. 23. =E.=
=A.= Erhart pischof. folio 48. =A. E.=
b. Julius marterer. folio 165. =N. A.=
c. Paulus einsidel.
d. Peter prediger. folio 165. =N. A.=
e. Johanus pischof. folio 27. =N= etc. 28. =F.= 29. =W. N.= 30. =V. N. S. A. M.= 31. =D. S.=
f. Hilarius pischof. folio 26. =D.=
g. Felix priester. folio 47. =W.=
=A.= Maur. apt. folio 165. =N. A.=
b. Marcell pabst. folio 65. =A. J= etc.
c. Anthonig apt. folio 165. =N. A.=
=10 hore= d. Prisca junckfr. folio 26. =A.=
e. Germanicus mart. folio 27. =N= etc. 28. =F.= 29. =W. N.= 30. =V. N. S. A. M.= 31. =D. S.=
f. Fabian Sebastian. folio 26. =D.=
g. Agnes junckfr.
=A.= Vincent mart. folio 66. =S.= 165. =N. A.=
b. Emerenciana. folio 171. =E.=
c. Tymotheus junger. folio 165. =N. A.=
d. =Paulus bekerung.=
e. Policarp pischof. folio 27. =N= etc. 28. =F.= 29. =W. N.= 30. =V. N.= =S. A. M.= 31 =D. S.=
f. Johans mit dem gul. folio 26. =D.=
g. Thomas prediger.
=A.= Valerius pischof. folio 167. =B.= 165. =N. A.=
b. Adelheid junckfr. 12. =Z.=
c. Metranus mart. 165. =N. A.=
Kal. =Der febrer hat 28 tag.=
d. Brigida junckfr. folio 27. =N= etc. 28. =F.= 29. =W. N.= 30. =V. N. S. A. M.= 31. =D. S.=
e. =unser frawen liecht.=
f. Blasius pischoff. folio 26. =D.=
g. Gelasius pischof.
=A.= Agatha junckfr. folio 43. =A. P. W= etc. 165. =N. A.=
b. Dorothea junckfr. folio 121. =B. J.=
c. Reichart kunig. folio 165. =N. A.=
d. Helena kungin.
e. Apollonia junck. folio 27. =N. A.= (u. s. w. wie oben am 1.)
=11 hore= f. Scolastica junck. folio 26. =D.= 25. =N.=
g. Eufrasia junck.
=A.= Eulalia junck. folio 162. =D.= 165. =N. A.=
b. Steffan pischof. folio 52. =E. B. D= etc.
c. Valentin mart. folio 160. =M.=
d. Faustin marterer. folio 165. =N. A.=
e. Juliana junckfr. folio 27. =N= etc. (u. s. w. wie oben am 1.)
f. Donatus pischof. folio 26. =D.= 169. =M.=
g. Concordia junck. folio 32. =A. W. N= etc. 2. =A.=
=A.= Gabinus marterer. folio 160. =W.= 165. =N. A.=
b. =Fasennacht.=
c. Siriccius. folio 27. =N= etc (u. s. w. wie oben am 1.)
d. =Peter stulfeier.= folio 7. =M.= 9. =A.= 31. =J.=
e. ........ folio 26. =D.= 160. =E. A. D.= 161. =S. V. J. A. D.= 162. =W.=
f. =Mathias XII pot.=
g. Walpurg schidung. folio 163. =D.=