Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg

Part 26

Chapter 264,073 wordsPublic domain

Als dan liderlich meister hie aufgenummen sein auf dem hantwerck der decker piß her, die den morter nit gewist haben zu bereiten und die dach in der gemein ubel gedeckt und verwarlost haben, als sie dan des hantwerx nit noch nottorft gelernt oder gekunt haben, auch die meister etlich untüglich knecht von irs eigen nucz wegen dorzu gepraucht haben, dordurch den leuten ir zimer und heuser verdorben und erfault sein: und dorumb so hat ein erberer rat geseczt, das hinfür keiner zu meister sol auf genumen werden, er hab dan das hantwerck beweist und bewert vor 2 meisteren des selben hantwerk, die man dorumb verhoren sol vor den herrn auf den eit, das derselb, der meister wol werden, das hantwerck genüglichen kunn und dem wiß vor zu sein noch nottorft.

So hat ein erber rat geseczt, das die meister keinen knecht auf die decher sullen stellen zu decken, er hab dan vor dreu jar morter gerürt. auch so sullen dieselben knecht geloben alle jar, so die meister sweren zu sant Walpurgen tag [1 Mai], das sie den leuten wollen getrewlichen arbeiten und von der stat nit wollen ziehen dan mit eins pürgermeisters laub.

Dozu hat ein erber rat geseczt, welcher meister oder knecht in den vorgemelten geseczen fürprocht wirt, der dorinnen geprochen und nit gehalten het, der sol auf das haus zu puß geben 2 pfunt novi ungnade.

[190^a] Diese zwei stuck gehorent dem pfenter zu.

Und ein ratte soll alle vierteil jars leut von rats wegen geben, die solich meister und ir gesellen zu verhoren besenden, ob sie solich gesetze überfaren oder gehalten haben, und darnach der puß nachgeen als sich gepuret und recht ist.

Auch welich meister und gesellen solich gesetze überfaren hetten, das dieselben die pauherren oder ir gewalt, den sie solich pewe gethan hetten, auch melden sollen, dieselben auch zu verhoren besenden und furpaß der puß gegen ine nachgeen als sich gepuret und recht ist.

[190^b] Von ettlichen gesetzen der gepewe halben im statbuch begriffen.

Es ist auch gesetzt, das einer den andern befriden soll in der stat wo einer eingeet zu der rechten hant, und ob einer an den andern gestossen hat überzwerch, das sullen sie mit einander befriden; und außwendig der stat sol einer den andern befriden velds halben, als in dem statbuch steet folio 156.

Es soll auch ein ieglicher man den anderen befriden in der stat als hoch ir peder aigen geen.

Es soll ein ieglicher man den anderen befriden in den höffen und in gerten zwelf schuch hoch.

Es soll auch ein ieder den anderen befriden in der vorstat acht schuch hoch veldes halben.

Wer auch, ob iemant liecht oder trupfen het geen auf den anderen, das soll er abthun, wenn er des von im ermant wirt, alle tag pei einem pfunt haller, dann er bring es mit brieffen oder mit zeugen, das er es durch recht haben soll. pringt er es dann, das er es durch recht auf in haben sull, so soll er herauß auf in nichtz giessen noch werfen keinen unflat, oder was das ist, oberseit seiner rinnen oder niderseit; als oft er das bricht, so gibt er sechtzig haller von iedem tag.

Es ist auch gesetzt: ist, das einer pawen will mit steinwerck zwischen im und seinem nachpauren, so soll er das seinem nachpauren anbietten mit zweien gesworen mannen, ob er mit im pawen woll; und das soll er im in viertzehen tagen sagen, ob er es thun woll oder nicht. will er dann mit im pawen, so soll er den paw mit im anheben in einem halben jare, und sullen die maur auf ir baider aigen legen und sullen auch die maur machen drewer gaden hoch; wolt aber ir einer hoher mauren, der mag auf seinem halbteil mauren wie hoch er will. sie mugen auch die maur mit irrer paider willen niderer machen denn dreier gaden hoch, wie sie wollen; als in dem statbuch steet folio hundert 57.

[191^a] Will er aber nit pawen, so soll jener ein maur auf in legen auf rechten grunt; wolt aber jener, auf den man die maur legt, dieselben maur kellertieff haben und bedorft ir gener nicht, der die maur legt, so soll er sie von sein selbs gelt legen biß auf rechte kellertieff von dem grunt, als jener die maur legen soll.

Wer auch jenen den paw anpeut, als verr der pawen will auf ir paider aigen, alsverre soll jener mit im pawen.

Wer auch, das der ander verrer pawen wolt auf ir paider aigen, des solt im der ander auch gehorsam sein.

Wer auch verrer pawen wolt, dann ir peder aigen geen, die der paw antrifft, der bedarf nit kellertieff faren, aber er soll die maur sust auf rechten und guten grunt legen; wolt aber der ander kellertieff haben im zenutz, der soll dieselben kellertieff an der meur selber an der hoch furen biß an den rechten grunt mit sein selbs gelt. und wer auf den andern also legen will, der soll nicht kurtzer auf in legen dann zwenunddreissig schuch, es sei dann mit irrer beider willen.

Wer furpaß verrer pawen wolt, den sein aigen treff an stallung, heukamer oder was das were, der bedarf nit kellertieff faren und soll auch ein maur neur zwaier schuch dick legen, ob er will, ob dem ertrich und zweier gaden hoch und nicht hoher, ob er will; will der ander hoher pawen, das mag er thun mit seinem gelt on ditz schaden. aber wer gen einem hoff oder gen einem garten pawen wolt, der bedarf aber nit kellertieff faren und mag eins gadems hoch pawen von rechtem grunt, das soll dreizehen schuch hoch sein ob dem ertrich, und die maur soll sein ob dem ertrich anderhalb schuchs dick in dem rechten, als vor geschriben steet, welcher nicht mit dem andern pawen wolt, das man die maur auf den anderen legt. und solt auch ein ieglicher, der also pawen wolt, dem andern sein holtzwerck vassen in das steinwerg, und solt auch seinem nachpauren die maur vertigen mit pogen und mit venstern, als redlich und bescheidenlich wer. wer der ist, der den andern den paw anpeut, als vor geschriben steet, will jener denn nicht mit im pawen, so soll er auf in legen und soll auch jenem sein haus untersetzen und abraumen mit sein selbs pfenning. wer aber, das einer nicht anheim were, mit dem einer pawen wolt, so soll man im es verkunden von gerichtz wegen [191^b] mit des gerichtz brieff; und wenn denn der bott beredt zu den heiligen, auf welichen tag er im den brieff geantwurt habe, von demselben tag in vier wochen kumpt er dann nicht und verantwort sich oder ehaft not für in beredt wirt als recht ist, so soll jener auf in legen und soll mit seinem pawe volfaren als recht ist.

Hat einer ein hoff und der ander ein nebenhaus oder ein abseitten doran stossen und wollen die mauren miteinander, so sullen sie machen ein maur dritthalb schuchs dick und zwei gadem hoch; wellen sie aber von paiden teilen die hohen machen, das mugen sie woll thun. will aber einer die maur auf den andern legen, so soll er sie auch dritthalb schuchs dick machen und zwei gadem hoch; bedarf er ir hohir, so mag er sie auch woll hoher machen auf seinen teill, als in dem statbuch steet folio hundert achtundfunftzig.

Es ist auch erteilt etc. umb all graben und reihen zu Nuremberg, das niemant kein privet dorein haben noch machen soll; wer das übervert, der muß von iedem tag furpaß geben ein halb pfunt haller.

Es sein zu rat worden etc., das niemant kein zins nemen soll außwendig sein haus vor dem drischeufel; wer darüber zins neme, der soll in auf das haus antworten den losungern, und soll auch niemant auserhalben seins haus von keiner stat, von dheiner panck, von keinem schrein noch schragen noch von keinem andern ding, davon er zins nimpt, herfür setzen bei einem pfunt haller, und soll auch niemant weder fewer noch rauch haben vor seiner thür bei der vorgenanten puß.

Es haben die burger etc. wer, das zwen oder mer ein aigen mit einander hetten, das sullen sie mit einander nit teilen, es mug dann iedem teil werden funfundzweintzig schuch weit vorn gegen der strassen; wer aber, das das aigen als weit nicht were, so soll einer dem andern sein teil nicht abkaufen oder im zu kaufen geben. mochten sie aber pede uberein nicht komen, so sollen sie das gantz eigen mit einander also gantz verkauffen. wer aber, das sie dasselb eigen haben wolten, so sullen sie es umb zins hinleihen, wer allermeist davon geben will; wolten sie aber mit wilkür bei einander ungetailt [192^a] darinn sitzen, das mochten sie woll thun.

Es haben auch gesetzt die burger vom ratte, ob das wer, das zwen oder mer ein aigen mit einander hetten, und ob sie das mit einander teillen wolten, welcher dann das merer teil an dem aigen hett, der solt mit dem loß an ein ort vallen nacheinander, und haben aber an dem aigen mer leut teil, so soll aber der merer teil des aigens pei einander pleiben und zu einander gefallen mit dem loß, ob sie es teillen wollen. und wer auch, das in den sachen kein stoß wurd, derselb stoß solt steen an schöpfen und an rat, als in dem statbuch steet folio hundert neunundfunftzig.

Es ist auch gesetzt, das niemant furpaß nicht pawen soll vor seinem haus oder vor seinem geswell, es sei vorn oder hinten, on der burger rat, es seien kellerhelse oder was es sei; wer das pricht, der muß ie als oft geben funf pfunt haller an die stat und er muß dennoch den paw abprechen. und ob vor diesem gesetz icht gepawet ist zu unrecht, das soll darumb nicht besteen, man mug es rechtfertigen wenn die burger wollen.

Es ist auch gesetzt, wer rinnen hat geen auß seiner kuchen oder seinem haus und unrein wasser darauß geust und laitet, der muß geben ie von dem tag ein pfunt haller.

Wer auch pawen will, der soll mit zigeln oder mit leim pawen, er soll auch mit zigeln decken; wer das pricht, der gibt funf pfunt haller.

Und wer ein hultzen want macht, der soll sie gegen im cleiben, und der an im sitzt, der soll die ander seit cleiben, ob er selbs ein want nicht enhett, pei der vorgenanten puß.

Auch ist gesetzt, das niemant leim graben soll bei dheinem weg umb und umb bei der stat, er grab dann zehen schuch davon, bei sechtzig haller ie von dem tag, der do grebt oder der es heist.

[192^b] Wer pawet und ertrich außschut, der soll in acht tagen darzu greiffen und soll das nach einander außfuren, die weil sein icht da ist; thut er das nicht, so soll er darnach altag geben ein pfunt haller, als im statbuch steet hundert einundsechzig folio.

Wer mist tregt an die strassen, let er in lenger ligen denn uber den achten tag, so soll er furpaß geben zu puß von iedem tag ein pfund haller; und wer den mist denn nimpt, der hat doran nicht missetan, es sei in der stat oder in der vorstat.

Wer hintersessen hat oder hausgenossen, der soll haben zu seinen hintersessen und hausgenossen ein privet; wer das pricht, der gibt ein pfunt haller, als in dem statbuch steet folio hundert zwaiundsechzig.

Und niemant soll kein unflat in hefen oder in anderen dingen an die straß werfen; wer so getanen unflat wirft an die strassen, der muß geben sechtzig haller; hat der hausgenoß des nicht, so pfendt man den, des das aigen ist.

Es gepietten auch unser herren etc., das furpaß niemant kein unflat, wie der genant ist, in der stat noch vor der stat in den Vischpach werfen noch giessen soll; wer das überfure und das man das mit zweien oder dreien beweisen mocht, der must als oft er gerugt wurde, ein pfunt newer haller zu puß geben, als in dem wandelbuch steet folio 82.

[193^b] Von dem tagwerck seil.

So hab ich, als ich paumeister worden pin, gefunden auf der Peunt ein altz tagwerck seil, das gar von einem alten pauren, der vill jar darmit gemessen hat, der das der stat gegunt und übergeben, als ich von dem Gürtler bericht worden pin etc. dasselb seil hab ich im zwinger hinter der Peunt auf der gedeckten zwingermeur zwischen dem thuren mit dem grün G und dem thuren darnach mit dem grün H verzeichen lassen an der prustwer gegen dem graben unter der zinnen. do hab ich vier eisen, eins einer spann lanck, in die maur legen lassen, sein gestalt als ein klammer, und ist ie von einem eisen zu dem anderen ein vierteil eins tagwercks; der vierteil sein also vier noch einander, das alles ist die leng von einem tagwerck, und halben weg dieselben leng oder der vorgeschriben vierteil zwai ist überzwerch zu rechen die praitten von einem tagwerck etc. will man dann das nach den schuen haben oder rechen, so ist ie dreuhundert und zweintzig statschuch nach der leng ein tagwerck und hundert und sechtzig statschuch überzwerch zu rechen ein tagwerck.

Ob nun iemant an einem seil die leng nemen und abmessen wolt, so soll man des geflissen sein, das man die leut warn, die solichs begeren, das sie das moß mit keinem newen seil nemen, es wer dann, das das in sunderheit darzu gemacht worden were, oder das das vor gar woll gestreckt und der trodel darauß komen were; dann es felet sust gar sere, das das seil auß einander geet und sunderlich, ob man damit messen wurd auf einer wisen oder acker, die naß oder darauf der taw lege, so geet das seil ser ein. in dem allen muß man sich versehen oder leut, die darvon ein meß nemen wolten, darvor warnen etc.

[194^a] Von den gengen unter der vesten.

Nachdem und in dem zwei und sechtzigsten jare umb sant Endres tag [30 Nov.] und darvor ettliche zeit der Cuntz Rußwurm mit ettlichen gesellen in seinem haus an der Kramergassen unter der vesten gelegen sich unterstunt, durch anzeigen einer frawen und eins knaben nach einem schatz zu graben und untersich an das ertrich eingrub pei vierundzweintzig schuen tieff und auf ein ganck, der in gantzen vels gehauen was, kom: in demselben ganck kam man herab in den samenkasten des wassers der roren am Milchmarckt, der do ist zwischen des Hanns Zollners, des plechschmids, haus und dem prunnen vor seinem haus uber doselbst etc. man kam auch in demselben gang hinauf gegen der vesten zu dem prunnen an der oberen Smidgassen vor des Rügers, messingslahers, haus und umb die rören desselben prunnen in die gassen fur des Pecherers haus: dem gruben sie darnach in seinen keller etc. man kam auch in demselben gang gegen dem Thiergarthner thore umb des Mülichs prunnen, der in seinem haus steet, und verrer kam man in des Kamerers, messingslahers, haus, alles in gengen, die in ganzen fels gehawen waren, und des an ettlichen enden das steinhebig noch darinnen lag, also das man das verziehen must, darmit man durchkomen mocht etc. und nachdem sie pei sechs wochen also arbeitten und in den gengen geraumpt hetten und die dingen lautbrecht wurden und an mich langten, besant ich den Eberhart Rügger, messingslaher, der dann der verleger solcher arbeit auch einer was. mit dem redt ich von befelhnus eins erberen rats, doran ir arbeit auch gelangt hetten, was er und sein gesellen domit meinten, das sie also grüben on laub eines rats und westen woll, das sie solchs pillig mit wissen eins rats solten thun; wo sie solichs in einer herren stat gethan hetten, so wurden sie hart gestroft. also patt er mich, ine nit mer dann noch drei tag zu erlauben, sie weren gantz am ent und solich arbeit wer iederman unschedlichen; sie hetten vill darauf gelegt und darunter versaumpt und hoften ie, in solt gelucken nach ir kuntschaft sag. das vergunt ich ine also mit wissen eins rats noch drei tag zu raumen. also arbeitten sie lenger, das darnach aber an ein rat langt und an die elteren herrn, die befolhen mir, nach ine allen den, die do arbeitten, zu schicken und ine zu sagen, das sie solten aufhoren zu arbeitten. clagten sie iren schaden sere und versaumnus vergangen der zeit und patten mich, ine an die herren zu prengen und sie zu pitten, ine lenger zu vergunnen zu arbeitten, sie wolten alle sweren, ob ine gelucket [194^b] oder was sie fünden das alles den elteren herren zu geben auf iren vertrawen, was sie ine dovon geben, wolten sie sich lassen genugen; und patten dopei, ine an der vergangen zerung ein stewer zu geben, dann ine ir kuntschaft eigentlich sagt, das sie ie finden solten ettwas mercklichs, des sie dann ettliche worzeichen funden und gesehen hetten. darauf gab ich ine im dreuundsechtzigsten jare zu sant Anthony tag [17 Januar] zehen pfund novi von befelhnus der elteren herren und nam von ine allen und ir iedem besunder ein gelubd an eits stat, das ir keiner vor dem anderen und sie alle vor den elteren herren nicht verhalten wolten etc. darauf fur ich auch mit hinab in die geng, die pei zwelf, achtzehen, vierundzweintzig schuen tieff unter der erden waren, und kroch die mit ine auß als weit die geen. darnach funden sie aber ettliche worzeichen, die ine ir kuntschaft sagt, und arbeitten pei viertzehen tagen, aber alles unentz und vergebenlich. liessen sie davon und patten die elteren herren durch mich, ine zu vergunnen, in sant Walpurgen cappeln hinter dem altar in der ecken gegen mitternacht ein zu faren; des ine vergunt wart und mir bevolhen darob zu sein etc. darauf und im dreuundsechtzigsten jare an sant Valentins tag [14 Febr.] fingen sie an, hinter dem altar ein loch vier schuch geviert pei zweintzig schuen tieff, das sie auf zwu seitten spannen musten gegen dem gemeur, und als sie dem grunt des turns zu ent komen noch pei zweintzig schuen tieff in den vels unter sich gruben und doch auf das letzt unentz davon schieden und pei acht wochen auch vergebens doran arbeitten. dasselb ertrich ich auf der stat kost darnach ließ herauß unter die linten schutten etc. der gesellen waren zehen, nemlich Cuntz Rußwurm, nageller, Linhart Freundt und Cuntz Hofer sein zwen aiden, Eberhart Rüger, messingslaher, Johannes Kremer, ein schreiber, Asem Helbling, ein kursner, der het ein knaben genant Steffan, Thoman Lemell, peckenknecht, Cuntz Perenecker, ein harnasch palierer, Hanns Müllner, ein zimmergesell. ine gieng grosse kost darauf auch an zeug und liechten.

Item das loch hinter dem altar hab ich oben pei dreien schuen tieff verschutten lassen und darauf wider ein estrich geslagen und von merer sicherheit wegen ein podem von prettern darauf umb den altar machen lassen, ob das loch oben einviell, das [195^a] dennoch der pretter poden do plieb. man hielt auch pei sechs wochen lang kein mess in der capell, wann man ertrichs halben nit woll do mess halten mocht, wann die kirch auch stetz verslossen was etc.

[195^b] Von dem hausratt und küchengeschirr.

Item der hernach geschriben hausratt und kuchengeschirr ist vorhanden auf dem rathaus, darzu herr Hanns Koler, die zeit der stat zu Nuremberg zeugmeister, den slussel hatt, anno etc. im zweiundsechtzigsten jare am sambstag vor sant Bartholomeus tag [21 Aug.].

Item am ersten ein grosse flaschen, dorein geet drei und dreissig moß.

Item mer ein flaschen, dorein geet zweintzig moß.

Item ein flaschen, dorein geet achtzehenhalb moß.

Item ein flaschen, dorein geet sibentzehen moß.

Item ein flaschen, dorein geet zwelfhalben moß.

Item zwei flaschen, do geet in iede ailf moß.

Item acht flaschen, do geet in iede ailfthalb moß.

Item zwu flaschen, do geet in iede zehen moß.

Item ein flaschen, dorein geet neun moß.

Item neun flaschen, geet in iede acht moß.

Item zwu flaschen, geet in iede achthalb moß.

Item funf flaschen, geet in iede sibenthalb moß.

Item funf flaschen, geet in iede sechs moß.

Item vier flaschen, geet in iede sechsthalb moß.

Item ein flaschen, dorein geet funf moß.

Item neun flaschen, geet in iede funfthalb moß.

Item zwu flaschen, geet in iede vier moß.

Item zwu flaschen, geet in iede vierthalb moß.

Item drei flaschen, geet in iede drei moß.

Summa: sechtzig flaschen, die all geeicht und auf einer ieden flaschen gezeichent ist, was dorein geet.

Item mer ist dorpei siben grosser und kleiner verzinter speisflaschen.

Item zwenundsechtzig alter und newer kupfrer und eisener verzinter trinckpecher.

Item mer ist vorhanden zehen alt und vier new grosser und ziliger speiskessel.

Item mer zehen grosser und kleiner schmaltzkessel.

Item mer ailf groß und klein drifuß unter die obgeschriben kessel gehorende.

Item neunzehen eisener hengel zu den kessellen.

Item drei alt und drei new groß und zilig eisen rost.

Item acht eisner prottspieß.

Item funf kupfrer grosser und kleiner anrichtschopfer [196^a].

Item drei groß kupferer durchsleg mit zweien hanthaben ir ieder.

Item zwen new klein kupferein durchschleg mit hultzen hanthaben.

Item sechtzehen grosser und kleiner, alter und newer eisener gelocherter faumlöffel.

Item zehen alter und newer ungelocherter eisner kochlöffel.

Item zwai par alter und dreu par newer kuchenbackmesser.

Item zwen gut grosser morser und ein eisenen strempfel darzu gehorent.

Item zwei grosse und zwai kleine kupfrene geslagene alte meß, ettwas mit zu eichen.

Item ein grosse kupfrene pfannen.

Item mer ailf groß und neun zilig alter und newer eisener pfannen.

Item dreizehen gedreitseck zu kuchenspeis.

Item sechtzehenhalbhundert hultzer hoffschussel.

Item achtzehen grosser latern.

Item so hat der Hanns Meyschner, hausknecht, in seiner gewalt, als hernach geschriben steet:

Item zwen zilig kessel und drei klein drifuß.

Item drei vierteilkandel.

Item drei moßkandel.

Item ein seitelkandel.

Item ein mischkendelein.

Item zweihundert grosser schenckkandel auf füssen.

Item ein flaschen, dorein geet sibenzehen moß.

Item vier flaschen, geet in iede vier moß.

Item ein halbeimerigen stentner.

Item so hat der Koler zu dem sallpeter siden im marstall zwen groß kupferer speiskessel.

Item das vorgeschriben geschirr ist alles gezeichent mit der stat Nuremberg schilt und wappen.

[196^b] Von kerren und wegen im dreuundsechtzigsten jare.

Item im dreuundsechtzigsten jar am pfintztag [21 Apr.] des hochwirdigen heiligen heiligthumb abent und am freitag [22 Apr.] des heiligthumbs tag ward von befelhnus der erberen herren durch mich bestellt unter allen thoren mit den thorwarten oder zollnern, was wagen und kerren herein in die stat gingen; doch ward kein paurenwagen noch karren, die mit milch, ruben oder kraut herein furen, gezelt die zwen tag.

Item Thiergarthner thore: einundfunftzig wegen und hundert kerren.

Item Newenthore: vierhundert und neunundsechtzig wegen und kerren.

Item Spitalerthore: dreuhundert und zwenundzweintzig wegen und 200 kerren.

Item Frawenthore: dreuhundert einundzweintzig wegen und 207 kerren.

Item Laufferthore: einhundert drei wegen und hundert ein karren.

Summa: zwelfhundert sechsundsechtzig wegen und kerren, mer sechshundert und acht kerren.

[197^a] Von den linten.

So steet im statpuch am allerletzten geschriben, das Paulus Forchtel seliger die linten auf des Hallers wisen hat setzen lassen; das ist gescheen nach Cristi gepurt viertzehenhundert und in dem einundvierzigsten jare.

Am montag sant Benedicten tag [21 März] in dem achtundsechtzigsten jare ließ ich setzen auf die Schüt gegen dem Sant vierundviertzig linten, gegen sant Katherein zwuundviertzig, auf dem Sweinmarckt einundzweintzig, auf die Hallerwisen ailf, auf den Thiergarten drei, pei dem Irherthürlein drei, pei dem siechhaus drei, pei sant Wilboltz prunlein zwu, auf der Peunt zwu, auf sant Seboltz kirchoff eine. summa: die ein hundert und zwu und dreissig linten kosten ie eine mit allen dingen für graben, setzen, zeundörnen stecken eine achtzehen pfenning.

Zu sant Walpurgen tag [1 Mai] in dem sibentzigsten jare setzt man achtundzweintzig linten vorn am perg unter der vesten inwendig der stat mit einer, die man auf die hoch vor Albrecht Kressen haus auch setzet. so pust man uf dieselben zeit ein zwuunddreissig linten auf die Schüt und Sweinmarckt, die man setzt an ettlicher ander stat, die man vor gesetzt hett und verdorben waren. der linten kost auch eine drei pfenning zu graben und drei pfenning zu furen herein von der stat walthawer.

In dem sibentzigsten jare am erittag nach sant Mertheins tag [13 Nov.] setzt man in Schießgraben am Sant hinter der stetten pei dem inneren Laufferthore viertzehen junger linten und zwenundzweintzig junger vogelpaum, desgleichen auf die vesten in Sebolt Kressen und des richters des Bemers garten in iedem zwen [197^b] vogelpaum, und auf der Schüt und auf dem Sweinmarckt do versetzt man ettlich linten an der stat, die vor do stunden und verdorben warden etc. und der kost ie eine drei pfenning zu graben und drei pfenning zu faren herein etc.

[198^a] Von der alten schrift am thuren.