Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg

Part 25

Chapter 253,907 wordsPublic domain

[181^b] Pei der spitalpruck das narnheuslein gegen dem Karl Holtschuer uber, das hat ein ratt machen lassen und nit der new spital; was aber armer leut dorein gelegt werden, den gibt man von dem newen spital die kost.

Item die stat hat ein vischgruben pei sant Katherein under der müll doselbst an der Begnitz, die hat der Knopf, der stat vischer, zu gewalt. der vischer sitzt auch dopei auf dem thore hinden am marstall pei sant Katherein. dieselben vischgruben soll der stat paumeister auch in acht haben und die pessern und machen lassen im wasser und darob, wo sein not ist. die ist gantz vernewet und wider gemacht, wie sie vor was, in dem sibentzigsten jar zu sant Bartholomeus tag [24 Aug.]

Ludwig Pfintzing, als ietzunt der stat weiermeister hat sein eigen seegen und zeinnachen, auch wasser stifel, das alles er pessern und machen lest und geet der stat paumeister nit an. woll hab ich ime zu zeitten von der Peunt ein par wasserstieffel oder zwei gelihen an einer nott.

Und so sein ettliche heuser in der Judengassen, nemlich das steinnen eckhaus neben irrer schull gegen dem pat mit der sunnen und darzu ein grosser hoff und ein alts hochs hültzeins haus hinden an dem vorgeschriben steinhaus, die vor zeitten der Rappen, juden, gewest sein, und die gemein judischeit einem erbergen ratt jerlich ein zins darauß geben und ine ein erberger rat vergunt die zu prauchen. doran hab ich auf ein zeit, nemlich im einundsechtzigsten jare umb sant Jacobs tag [25 Juli] von befelhnus eins erbergen ratz ein gibel hinden am vörder steinhaus abprechen lassen und ein tachwerk von newem darauf machen lassen und inwendig ein abseitten, als new.

[182^a] So ist in der stat buch am hundert und dreuundneuntzigsten platt ein prief eingeschriben über der Rapen haus die reichen antreffent, dardurch das wasser doselbst fleust, das ein erberger rat vergunt und zugeben hatt den Rapen, die reichen eins teils zu verpawen, und doch ein weitten unter demselben gepewe ettlicher schu weit unverpaut soll pleiben zu dem wasserfluß. denselben prieff villeicht die Rapen haben.

Die Hadermüll und klingenschmitheuser und hutten mitsampt dem herrenhaus vor dem Frawenthore ist alles eins erbergen ratz und gemeiner stat hie, und was doran gepruchs ist ob dem wasser, und soll der stat paumeister machen, als ich dann den klingenschmiden im vierundsechtzigsten jare zwei newe wonheuser und ein tach hab machen lassen. und wie man denselben klingenschmiden und auch dem Grolant die schmeltzhutten gelassen hat sein außgeschnitten zettel vorhanden, die Merthein Holtschuer als ein zinsmeister der stat innen hat, die dann hernach geschriben steen.

Zu wissen, das Erhart, klingenschmit, Ditz Lobenschrott, Jacob Wenig, Thoman Heydinger, Niclass Schwingscherlein, Heintz Klingennagel und Ulrich Praumawer haben bestanden umb die Stromerin das unter hemmerlein zu der Hadermüll von Michaelis schirst komende sechs jar nechst darnach volgende ie ein jar umb achtundzweintzig guldein reinisch nach anzall zu ieder quattemper zu bezallen, und sullen mit der ersten zallung zu Lucie schirst antretten und die einem ratt zu Nuremberg thun, desgleichen mit den andern zallungen. und was an der müll im wasser zu pawen gepuret, das soll ein ratt pawen, was aber ob dem wasser zum müllwerck gehorend zu pawen nottorft sein wurd, das sullen sie selbs pawen. und so sie abziehen, so mugen sie das rat, nagel, zapfen, ring, hamer, gerust in der hütt und klein hütlein im haus, ess und palg mit ine nemen. und haben darauf, wie vor gemelt, die zins zu geben gelobt etc. Actum am suntag nach [182^b] Elisabeth [20 Nov.] anno etc. im dreuundsechtzigsten jare.

Es ist zu wissen, das Seitz Volckart, Linhart Newburger, Wolffgang Steinberger und Hanns Volkart haben bestanden umb die Stromerin das öber hemmerlein zu der Hadermüll von Lucie schirst komende siben jare darnach volgent ie ein jar umb sechsundzweintzig guldein reinisch nach anzall nach ieder quatemper zu bezallen, und sullen die ietzigen zins zu Lucie nechst, desgleichen die andern zins darnach einem rat zu Nuremberg zu antworten. und was an der müll im wasser zu pawen gepüret, soll ein rat pawen, was aber ob dem wasser zum mülberg gehorent zu pawen nottorft sein wirdet, sullen sie selbs pawen; und haben darauf, wie vorgemelt, die zins zu geben gelobt. Actum am suntag nach Elisabeth [20 Nov.] anno etc. im dreuundsechtzigsten jare.

Auch gibt Sebolt Grolant der Stromerin funftzig guldein reinisch halb Walpurgis und halb Michaelis, die nu einem rat zu gehoren, und soll den ersten zins auf Walpurgis schirst geben und soll die müll haben von dem ietzgemelten sant Walpurgen tag dreu jare nach inhalt sein und der Stromerin verschreibung, die in der losungstuben ist pei anderen verschreibungen und brieffen die müll an rurende.

Item in dem sechsundsechtzigsten jare am neunten tag des brachmands verhiessen der meister zwen von der andern aller wegen vor Merthein Holzschuer und mir auf dem haus, nemlich Hanns Volkart, Linhart Newburger, das sie weder ring, zapfen, nagel noch anders abprechen wollen, wenn sie abziehen wolten. auf das hab ich in zu gesagt ein newen wellpaum, den sie eingelegt haben, [183^a] zu zallen.

Von der Hadermüll wegen soll man machen lassen das prucklein, das über das klein Begnitzlein geet pei der Snödin weierhaus, und was das also kost zu machen das soll der mullner hinter sant Katherein in der stat halbs zallen. das soll ein paumeister in acht haben, die weil die Hadermüll in der stat handen ist. der Linthner hat mir auf ein zeit sein anzall davon geben.

Item die pruck, die zu der Hadermüll ist, daruber die klingensmide faren und geen, die soll die Hadermüll machen lassen oder wer die Hadermüll innen hat.

So ist ein smeltzhütt vor dem Frawenthore am walde, darinnen die fleischhacker ir sweinen smaltz und unslit außlassen. die ist des Schönpeters des fleischhackers erbe, der gibt der stat zinsmeister alle jare darvon vier guldein werung. die muß er selber in wesen halten, damit hat der stat paumeister nit zu thun und ist nichtz schuldig doran zu machen.

Mer so ist doselbst hinauß vor der stat am walde ein heuslein, dorpei und darinnen der stat hirt, der pei dem eusern Frawenthore sitzet, sein fiech abzeucht und das fleich darinnen aufhenckt und auch smeltzt darinnen nach seiner nottorft. dasselb heuslein soll im ein stat paumeister machen und pessern lassen, wes not doran ist ungeverlich; aber sein kessel und andern sein zeug soll der hirt selber haben, darmit hat der stat paumeister nit zu thun.

[183^b] Desgleichen des huntslahers wonnhaus und sein werckhaüslein, das bei dem gericht steet, soll der stat paumeister auch machen und pessern lassen, wes doran nott ist.

Bewaren soll der stat paumeister und in guter acht haben das dam, das do ist vor der teutschen herren wisen an der Begnitz oberthalb der Weidenmüll jenset des wassers, also das die Begnitz das dam nit hinwasch oder durchfreß oder überfall, dardurch den teutschen herren schaden gescheen müge. doch steet das der stat nit mer zu bewaren, dan als ver oder weit ist von der alten prucken, die ettwan oberthalb der müll uber die Begnitz doselbst gangen ist. von derselben prucken herauf gegen der stat und gegen dem wasser, alsverr das doran stempt oder stemmen mag, soll es die stat bewaren, was aber underhalb derselben prucken gegen der Lomüll und furpaß hinab an dem wasser an demselben dam schadens geschee, das geet die stat nit an; als dann das wasser in kurtz vergangnen jaren oberthalb der Lomüll über das dam lieff und durch prach, des die teutschen herren dann dieselben zeit kein widerrede hetten und liessen das selber machen und auf ir kost die wisen raumen.

[184^a] Von der werckleut gehorsam ob der stat amptbuch.

Wenn denn die werckleut und arbeitter gemeinlichen hie gehorsam thun ob der stat amptbuch, das do gewonlichen ist pei viertzehen tagen nach des wirdigen heiligtumbs weisung tag, so soll der stat paumeister auch als pald gegenwertig sein, dann in die herren ob dem amptbuch alleweg darzu verpotten. und ob der stat paumeister dann icht gepruchs hett an ettlichen meistern oder gesellen oder in allen, das soll er den herren ob dem puch zu erkennen geben, dieselben dann unter anderm woll wissen mit in zu reden, dardurch solch geprechen gewent werden etc. auch so sagen die herren ob dem buch den meistern allen, welcher derselben meister do gegenwertig sein gesellen nit alle do gegenwertig het, das die der stat gesetz und ordenung auch horen und mit andern geluben, das dann derselben meister keiner derselben gesellen nit mer fürdern soll, er hab in denn vor zu der stat paumeister gefurt und einschreiben und die hernach geschriben der stat gesetz horen lassen.

[184^b] Von der steinmetzen, zimmerleut, maurrer, decker etc. und irer gesellen gesetze und ordenung in dem stattpuche.

Als in vergangen jaren der stat gesetze und ordenung der werckleut, nemlichen steinmetzen, zimmerleute, maurrer, decker, tüncher, claiber und ander an meistern und gesellen verruckt und ungleich gehalten und ine aber nach dem vergangen und sweren krieg ettliche lüftung bescheen sind von mercklicher ursach wegen der abgangen pewen, darauß vill irrsale und unrats zwischen ine erwachsen, dardurch die leute an iren pewen mercklich beswert worden sint: solchs alles zu verkomen haben unser herren vom ratte zu gemeinem nutze ein ordenung gesetzt und gemacht, wie, welcher massen und man es mit den obgemelten arbeittern halten soll, alsdann von stucken zu stucken hernach geschriben steet. dieselben ordenung, auch die meister der vorgenanten hantwerck alle jare zum newen rate, so vill der auf den aide steen, schweren und die knecht dieselben gesetze, was der auf den aide steen, geloben sullen stette zu halten, und die andern stucke alle, die uff gelt zu puß gesetzt sint, auch getreulichen halten sullen bei vermeidung derselben puß; doch alles auf eines ratz wider ruffen.

[185^a] Diese hernachgeschriben artickel sullent die meister sweren.

Zum ersten, das sie einem ieglichen, dem sie wurcken, sein werck und sein gezeug getrewlichen bewaren, so beste sie mugen on geverde.

Es soll auch kein meister, er sei steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tüncher oder claiber von seinem untertan, der sein helfer ist, nit nemen keinerlai schenkung, gelt oder anders, und ine auch nit unterweisen, von keinem pauherren mer zu vordern noch zu nemen, denne den nachgesetzten lone.

Es soll auch keiner kein meister lone nemen, er sei dann vor bestettigt zu einem meister mit der burger wort; wer das bricht, der gibt ie von einem tag sechtzig haller, und darzu soll er ein jare von der stat sein. und das sollen die meister alle dem pfenter rügen bei iren aiden, ob es iemant breche.

Auch sollen alle steinmetzen und zimmerleut bei iren aiden niemant kein pawe thun gegen der strassen noch in der Begnitz noch auch in der stat pei der stat meur und ausserhalb der stat bei der stat greben, es haben dann vor zum minsten zwen der stat pauleut und auch der stat paumeister beschaut und außgemessen; sunder wa sie in der stat bei der stat maur furpaß einicherlai paw thun, das sie dann bei iren aiden alleweg achtzehen schuch von der statt gräben weichen und ligen lassen sullen. und welcher im fur das zille, das die pauleut geben hetten und obgeschriben steet, pawen ließ, der must der stat funf pfunt haller zu geben on gnade, und dennocht solt man den pawe wider abprechen.

[185^b] Und darzu wolt ein ratt den oder dieselben gesellen, die solchen pawe also gethan hetten, in pranger stellen ein halbe ore und ein jare von der stat weisen, und es mocht ir einer also ferlichen handeln, in wolt ein rat darzu straffen an leib und an gut, nachdem und sie zu ratt werden.

Es soll auch kein maurrer keinen zigelstein noch kalck nicht furkauffen, dann als vill einer zu stund an zu seiner arbeit bedarfe; wer aber, das einer den zeug also nicht gar verarbeitet, so soll er den nicht hingeben noch verkauffen, es werde ime dann vom ratt erlaubt; alles bei seinem aide.

Es sollen auch die meister steinmetzen, zimmerman, maurrer, tüncher und decker keinen frembden gesellen, der herkomen und nit burger ist, uber acht tag kein arbeit hie ine thun lassen, noch in keinen uber die zeit nit furderen bei iren aiden, es hab in dann vor derselbig meister, der in furderen will, zu der stat paumeister gefürt und in geloben und einschreiben lassen, alles das zu thun, als die vorgeschriben stuck und ordenung zu erkennen geben, als ander knecht derselben handwerck, die burger sein, getrewlich ongeverde. und das sich auch derselben frembden keiner mit wesen hie nit nidersetzen [soll], er hab dann burgerrecht empfangen; und unterwunde sich aber derselben frembden gesellen einer hie arbeit on eines meisters willen oder sich zu untersteen hie nider zu lassen unerlaubt, den sollen die meister dem pfenter fur zu pringen schuldig sein bei iren aiden, den mag ein rat straffen, als er darumb zu rat wirdet. doch so sollen die meister pflichtig sein, die gesellen, die burger sein, zu furderen vor den frembden.

[186^a] Die zimmermeister, die zu dem fewer genomen werden, sullen sweren etc. wenn ein fewer außkome, das dann ein ieglicher mit seiner axt und peihellen zu dem fewer kome und mit allen seinem vermügen darzu helf und thue nach eines burgermeisters, vierteilmeisters oder nach der obersten haubtleut rat und haissen. und wenn sie also arbeiten, so soll man ine ir arbeit woll lonen nach ratt der losunger.

Es sollen auch die meister noch die knecht weder klupfel noch spenn noch keinerlai holtzwerk auch keinerlai eisenwerck noch anders, das zu dem pawe gehort, von der arbeit tragen, auch in die pauherren, ir frawen noch ir gewalt des nit vergonnen; wer das überfure und darumb fur gevordert wurde, der must zu puß geben ein pfunt novi.

Auch so soll furpaß kein zimmerman, der meister ist, keinen furgriff besteen, da im iemant zimmerholtz, pretter oder keinerlai ander zeug verding. woll mag einer umb sein arbeit furgriff machen, also das er nichtz anders verding denn die arbeit allein on den zeug, wer das uberfure, der must von einem ieden pawe zehen pfunt novi on genade zu puß geben; und es mocht einer so geferlich halten, in wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurd.

Wa aber iemant ein furgriff besteet oder mit des rats erlaubung außwendig der statt uff dem lande arbeitt, den sullen diese gesetze nicht binden; doch das die meister, wa sie also furgriff oder arbeit haben, den gesellen den lone und badgelt geben, wie dann nach gesetzt ist.

[186^b] Es sollen auch die meister wem sie arbeiten mit sampt iren gesellen, die sie mit ine doran pringen, demselben von seinem werk nit geen wider seinen willen, piß sie im sein werk außgeworcht und volbracht haben, die weil er im werkzeug zu geben hat; und desgleichen sullen auch die knecht, die mit einem meister in ein arbeit steen, bei demselben meister und der arbeit beleihen, biß die volbracht wirt, und davon on willen des pauherren und des meisters nit geen on mercklich und redlich ursach. welcher meister das überfure und von dem werck gieng, der soll der stat zehen pfunt newer haller geben zu puß und dem pauherren sein schaden schuldig sein ab zu legen; und welcher knecht von seinem meister gieng, ee die arbeit volbracht wurde, der solt ein pfunt newer haller zu puß geben und verfallen sein, und den solt furpaß auch kein ander meister weder furdern noch aufnemen zu arbeitten. welcher meister in darauf uffneme, so er des erinnert were worden, und das also überfure, der sol von ieglichem tag ein pfunt newer haller zu puß geben; und er mocht es also geverlichen halten, ine wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurde.

Es soll hinfuro kein steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tuncher, claiber und dergleichen oder iemant von iren wegen dem anderen meister, welcher der ietzgemelten hantwerk er ist, sein knecht mit gab oder miett oder einicherlai versprechnus oder verwennung über den hernach bestimpten gesetzten lone uß seinem gewalt nit dingen noch abhendig machen. und wer das überfure und darumb gerückt oder furpracht wurde, das er solichs uberfaren het, der must als oft darumb zu puß geben an die stat funf pfunt novi und dem clager auch sovil on genade; und er mocht es also geferlichen halten, in wolt ein rat darzu straffen, nachdem und er zu ratt wurde.

[187^a] Es soll auch ein ieglicher meister und werckman an sein arbeit geen die zeit auß, so die glock achte, neunne, zehenne schlecht, alle tag des morgens zu dem garauß und des abentz zu dem garauß davon geen, und in der obgemelten zeit alle tag ein hore zu dem essen geen und nicht mer.

Wenn aber die glock ailfe, zwelfe und dreuzehenne slecht, so sullen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein halbe hore nach dem garauß und des abents ein halbe hore vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit zwo stunt zu dem essen geen und nit mer.

Und wenn die glock viertzehenne, funfzehenne und sechtzehenne schlecht, sollen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein stunt nach dem garauß und des abents ein stunde vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit auß alle tag drei stund zum essen geen und nit mer.

Und in solicher vorbenanter zeit und tagen soll ein ieglicher meister und knecht zu der arbeit an geen und von der arbeit ab geen und stetigs an seiner arbeit beleiben, in massen dann vor eigentlich die stunt benent sind; und welcher meister das überfure, der solt alle mall dreissig haller der stat zu puß geben, und der knecht, so oft er das überfure, funftzehen haller.

[187^b] Wa aber einer ehaft not zu schaffen hett, das er darumb von der arbeit must geen, der soll mit urlaub des pauherren gescheen, und soll der meister, als vill stund er davon ist, ie von einer stunde vier pfenning und der knecht fur ein stunde zwen pfenning am lone ab geen lassen; und so oft einer die versaumpten stunde am lone nit abziehen wolt, so vorgemelt ist, der solt aber der stat ein pfunt haller zu pueß geben.

Es soll auch kein meister, er sei steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tüncher und claiber ußwendig der stat die summer zeit nit arbeitten on des rats oder burgermeisters erlaubung; welcher das überfure, der solt die stat dreu jar meiden und nit herein komen on des rats erlaubung.

Item und nachdem man zimmerleutten, steinmetzen, maurrern, deckern, tunchern und kleibern, den meistern, iren gesellen und taglonern pißher zu essen geben hat, ist ein rat doran komen und gepietten ernstlichen, das nun hinfur kein pauherre, fraw oder ir gewalt hie in der stat den obgemelten arbeittern nit mer suppen oder sunst zu essen und trincken geben soll, sunder das bei dem gesetzten lone beleiben lassen. wer das überfure, pauherr, frawe oder ir gewalt, der must von einem ieden tag und einem ieden arbeitter besunder, als oft das bescheen wer, geben sechtzig haller und ein arbeitter dreissig haller.

Item einem ieden zimmerman, der meister ist, so soll man zu taglone geben von sant Peters tag kathedra [22 Febr.] biß auf Galli [16 Oct.] vierundzweintzig pfenning und einem zimmergesellen zweintzig pfenning.

[188^a] Und von sant Gallen tag wider biß uff sant Peters tag sol man einem zimmerman geben zweintzig pfenning, und einem zimmergesellen sechtzehen pfenning zu taglon geben.

Und soll einem meister iede wochen zu badgelt geben vier pfenning und dem knecht zwen pfenning.

Es soll auch kein meister noch geselle im mer zu lone geben und zu badgelt heissen geben noch iemant anders unterweisen, denn den gesetzten lone und badgelt, wie oben begriffen ist; wer das überfure, der must ein pfunt haller zu puß geben.

Desgleichen wo ein pauherr, frawe oder ir gewalt mer dann den gesetzten lone und badgelt gebe, so oft er das überfure, der oder dieselben musten von einem ieglichen tag und iedem arbeitter zu puß geben sechtzig pfenning.

Iedoch ob das beschee, das iemant zwen oder drei tag zu einer bosselarbeit eins oder zweier gesellen notturftig würde und im der meister die an sein arbeit stellt, derselbe pauherr mocht denselben gesellen über iren gesetzten lone eines ieden tags zweier pfenning mer geben dann iren gesetzten lone, ob er anders wolt ungeverlich.

[188^b] Wer aber sach, das derselb pawe lenger dann zwen oder drei tag weret, so solt er nicht mer geben dann den gesetzten lone bei der obbestimbten puß; und wer sach, das der pauherre den gesellen solichen lone also uber acht tag geben wurde, so solten derselben pauherren und der gesellen ir ieder geben an die stat ein pfunt novi, als oft sie darumbe geclagt oder gerückt werden.

Und als man den meistern bißher von irs meister rechten und dargelihen zeugs wegen schenckung oder liebung thun hat mussen, ist ein rat doran komen und gepeut ernstlich, das man denselben meister soliche schenckung oder liebung hinfur nit mer schuldig sein noch geben soll, nachdem und man denselben iren lone vier pfenning hoher gesetzt hat dann den gesellen; wer das überfure, es sei meister oder pauherre, der mus zehen pfunt novi zu puß geben.

Auch sullen die gesworen maurrer, tuncher, decker und claiber in aller maß des lons und badgelts halben verpunden sein zu halten als die zimmerleut, außgenomen dem deckermeister zwen pfenning mer zu ieglicher zeit zu taglone zu geben.

Und in aller massen sullen die steinmetzen und maurrergesellen auch tunchergesellen, deckergesellen, die bei den deckermeistern uff dem tach steen, und die claiber in dem lone, des badgelts und aller gesetze halben verpunden sein als die zimmerleut, wie vor gelaut ist.

[189^a] Und was man sust taglöner, morterrürrer und hantraicher zu einem pawe bedorfte, die mocht man bestellen uff das nechst so man kunt, doch also, das man ine nit zu essen gebe bei der gesatzten puß.

Und also soll ein ieglicher steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergeselle, der burger und nit meister ist, einem meister, in des versprechnus und furderung er stee, [gehorsam] und in aller ordenung verpunden sein, alles das zu thun, als diese gesetze außweist, als vill in des gepürt; und soll demselben meister, der ine also furdert, nichtz schuldig noch pflichtig sein von seiner furderung oder arbeit wegen, dahin er ine furdert oder schicket, zu geben oder zu schencken. und welicher meister das uberfure, der soll zwai pfunt haller der stat zu puß geben.

Es soll auch derselben steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergesellen ir deheiner, der burger und nit meister ist, sich keinerlai arbeit unterwinden alle die weil im derselbe meister sein zu arbeitten zu geben hat. ob aber derselb meister kein arbeit hette und denselben gesellen an arbeit nit gefurdern mocht, hette dann derselb geselle arbeit und furdrung bei einem anderen meister, so soll im sein vörder meister das vergunnen; möcht aber derselb knecht kein meister in der stat gehaben, der in furdert, stieß dann icht posselwerck arbeit an ine, so soll er doch dasselb posselwerck nit arbeitten denne mit willen und wissen seines meisters uff die zeit. derselb meister soll im dann das vergonnen und erlauben on alle liebung und gabe so lang, biß dieselb arbeit volbracht wirt und er wider furderung von dem oder anderem meister gehaben mag. welicher meister das überfure und seinem knecht also in vorgeschriben masse nicht erlauben wolt, der soll der stat zu puß zwai pfunt haller geben.

[189^b] Und welcher steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergeselle, wie woll er burger were, das überfure und posselwerck wider seines meisters willen macht anders dann vorgemelt ist, der soll von ieglichem tag sechtzig haller zu puß geben, so er darumb gerugkt werde.