Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 23
Auch desgleichen auf sant Sebolts und sant Laurentzen thüren, do die sturmglocken hangen; dieselben zween thüren die stat pessern lest und in wesen helt, was pruchs doran wer, es were an der slach oder sturmglocken oder den thürnen, das soll auch den oberen haubtleuten furpracht werden und nach irem ratt furgenomen werden. im achtundsechtzigsten jare macht man unter die slachglocken auf sant Seboltz thuren newe eichen furm und gelen pretter.
Was sust der stat krem, thuren und zinsheuser sein, die soll ein paumeister mit dachen und decken bewaren, auch an slossen und leden zimlich pesserung thun, und auf den versperten thuren und iren frawen herniden ir öffen und glesser desgleichen pesseren und machen; aber was pruchs an öfen und glessern in den anderen thurnen und der stat zinsheusern ist, das sullen die, den dann ein zinsmeister die lest, selber machen und pesseren lassen, das dann der zinsmeister iedem soll sagen, wenn er ine die lest oder leicht, es wer dann, das man in sovill und langen jaren nichtz an glesern gemacht hett und so erfault weren; do muß sich ein paumeister selber einrichten.
Ein wildpader, der ie zu zeitten do innen in dem Wildpad ist, der lest die wannen halb pinden, wenn sein not ist, und der stat zinsmeister den anderen halben teil, dann die wannen sein halb der stat; damit hat der stat paumeister nichtz zu thun. aber kurtze pretter über die wannen soll ein paumeister darzu geben, und ob an [164^a] kessellen und camerwenden icht pruchs wer, soll ein paumeister pesseren lassen.
Was auch in der wag an gewichten und wagen abgeet, auch in dem gewanthaus von pöcken und prettern zu den tuchen, soll ein paumeister machen lassen. was schregen die lederer auf irem haus haben, die machen und pesseren sie selber, und ein paumeister hat dieselben schregen im anfang vor jaren hinauf machen lassen.
Auch wenn das ist, das zu dem heiligtumb so vil gewants herkompt, das dieselben unten in dem gewanthaus nit alle gesteen mugen und zu eng ist, so hat man zu zeitten auf der wag feil gehabt. wo des not geschee, so soll der stat paumeister pretter, pöck und stent auf der wag zurichten lassen, darauf die leut feil mugen haben etc. auch so hat der Petz Thürre auf dem gewanthaus ettlich tisch und anders, das zu dem haus gehort und auch mit der stat schilt geprennt ist etc.
[165^a] Die stück soll ein paumeister in gutter acht haben.
Nemlichen und am ersten, wo der stat paumeister seiner gescheft halben das sust gethun mag, so ist es gar nott, nutz und gut, das er sam teglichs und oft pei den arbeittern sei, und vor zimmergesellen maurrer, decker, pflasterer und andern etc. ie von einem zu dem andern ab und zu gee, auch do sehe, ob sie zu rechter zeit zu der arbeit komen und frag, wo iemant nit do wer, wo der sei, und was sie arbeitten oder machen und wes sie bedörfen oder gepruchs haben, inne das bestellen und zuschicken etc. das alles furdert ser wol die arbeit.
Auch soll der stat paumeister zu zeitten umb den statgraben aussen und sunderlichen vor der stat thoren und desgleichen inwendig gerings umb die statmeur reitten oder geen und do sehen, das man nit geferlichen schütte zu nahent den thoren, auch das er der schrancken und prucken vor den thoren warneme und die zollner frag, ob sie icht gepruchs doran haben etc. auch das niemant hinter der meur geferlichen schutte oder herauß fare mit gepewen weitter, dann der stat gesetze ausweist.
Es ist auch not, das der stat paumeister auf das minst ein mol im jare auf den Reuhelperck selber besehe und der stat meister den maurer und schaffer mit im neme und do besehe von gruben zu gruben, was die steinprecher von velsen geraumpt oder vor in haben mer zu raumen, auch das sie der vels nit unterhawen und auch die vels zu grund herauß prechen, und das sie die schut aus iren gruben füren, und doch mit denselben die ander vels, auch die rinnen und ausflüß des wassers nit verschütten etc. dann es ist ser gut, das ein paumeister auch wiß, wie es gestalt sei auf dem perg, wenn die steinprecher dann in dem jare fur einen paumeister komen und eines anderen fels zu raumen begeren, das er desterpaß wiße, wo er inne erlauben wolle oder nit. wenn ich dann ie zu zeitten auf dem perg gewesen pin, so hab ich den steinprechern dann allen [165^b] zusamen geben zu vertrincken zweintzig oder vierundzweintzig pfenning.
Des gleichen sol ein stat paumeister auch im jare ein mol zu den steinprechern in der heiligen gruben bei Wendelstein besehen, wenn man der stat stein pricht, was fels sie doselbst raumen und das sie die schut auch nit schedlichen schutten und zu velsen raumen die gut stein geben, und das sie auch redlichen arbeitten, nochdem man ine das taglon dorob gibt, auch das sie die wegen und fure mit den stein redlich herein laden etc. so hab ich gemeinlichen zu sant Jorgen tag [23 Apr.] angehaben alle jar und die steinprecher hinauß gesant stein zu prechen ein sechs oder acht wochen.
Und der stat paumeister soll alle jar umb sant Michels tag [29 Sept.] ee dann die kelt angeet, bestellen mit der stat slosser und dem zuschicken einen redlichen gesellen von den taglonern, der do wisse, wo alle thore und thurlein sperrer sitzen, und darzu bestellen ein pfunt oder anderhalbs guts lautters paumöl auch zwen oder drei flederwisch etc. die sollen auch pei in haben ein plossbalck und hadern und sullen gen auf ein montag oder eritag und nit auf ein freitag oder sambstag etc. zu allen statthoren und türlein, grossen und kleinen, an den inneren und euseren thoren und darzu verpotten und forderen desselben thors thorsperrer und thurlein sperrer oder ir slussel. und dann soll der slosser dieselben sloß außsteuben, fegen und wischen so er pest mag, und desgleichen die hocken, engel und ör an den panden und die dan schmiren mit dem paumöl und die sloß und thore auf und zu thun ein fart zwai oder dreu mall, also das die fertig und geng werden, und darnach dem thorsperrer, welcher nit gegenwertig gesein mocht und des slussel do werden, dieselben slussel alspald wider heim tragen und furpaß geen zu einem andern thore etc. der slosser soll auch eben aufsehen und in gutter acht haben, ob er icht pruchs sehe an den grossen und klein thoren oder thurlein auch desgleichen an slossen und slusselen, oder ob die [166^a] thorsperrer icht pruchs doran hetten etc. das soll der slosser dann furderlichen der stat paumeister zu wissen thun, dardurch das gewent oder gepessert werd etc. der ding ist not auf das minst ein mol im jare, darzu zu sehen, die sloß rechtfertigen; dann es zu zeitten kompt, das man pei nacht öffen muß in einer eil, und wo dann die ding nit vertig sein, so ist man gesaumpt sunderlichen an den durchschliffenden türlein, die durch die statthor geen, die selten geöffent werden, und die sloß im summer voll staubs werden. auch soll man ie kein leinöll darzu nemen, dann das legt sich an und legt sich der staub dorein und gewint ein haut, die nit wol herab zu prengen ist etc. und wenn der slosser die ding also außgericht hat, so gibt im der stat paumeister ein vierteil weins oder vier grosch; dem tagloner lont man sust an der stat arbeit etc. solicher sloß aller ist an den funf statthoren und thürlein achtundsechtzig.
Mer sol der stat paumeister alle jar umb sant Michels tag [29 Sept.] ee die kelt angeet bestellen mit der stat zimmergesellen oder der stat tagloner einem, der richtig und darzu geschickt sei, und dem soll er kauffen sechs pfunt sweinnensmaltz und den do smiren lassen die spindel oben und unden am wasser, doran die schloßgattern hangen, also das er die schrauben ein moll zwei oder drei stunt auf und abtreib und darob sei, das sie durchauß gesmiret werden, und ob icht gepruchs doran wer, das er furderlich der stat paumeister zu wissen thue. darumb darf man einem nichtz geben mer dann sein taglon, als man im sust geb etc. der schrauben ist oben am wasser vier und unden am wasser zwue schrauben.
Nachdem und die von Wert in dem vierundsechtzigsten jar furnamen, ir thüll umb den marckt zu vernewen und domit herauß furen weitter dann vor das alt thull gestanden was, nemlichen den alten schießstuben geleich, die vor verrer fur das alt thull gingen, und sunderlichen zwischen irem stat thor und dem [166^b] Wollenthore irem alten graben darvor vor dem alten thüll gewest war, gantz einfingen, darauf ein erber ratt Frantzen Rumel und mich hinauß santen das zu besehen, nachdem das also an ein rat langt etc. das wir dann also fanden, das sie mer dann vor eingefangen hetten. darauf was ir antwort: der marckt hett do zwischen den zweien thören ein grosse krüm und plinten ort hinein gehabt, zudem das sie irer ram und nottorft halben sust ser eng hetten, so hetten sie das ungeverlichen und im pesten also gethan. darauf mir ein erber rat befahlhe, das ich dann Albrechten Kressen irem richter, Narcius Haller und Closs Pocken, als gemein meister, sagt, das sie das verrer iren ratzfreunden auch zu wissen tetten und darob weren und mit den iren auch bestellten, und das sie selber nit weitter mit dem newen thüll herauß furen, auch sust nit herauß pautten weder mit schießstuben zu der were noch sust on eines erbern ratz gunst und willen. darauf so pleib das new thüll und das, das sie eingefangen hetten also steen etc. das soll ein paumeister kunftiglich in gutter acht und sein aufsehen darauf haben.
So soll der stat paumeister umb Michaelis oder wenn in das not bedunck besenden alle, die meister zimmerwercks hie sein, und die außteillen und sie bescheiden nach ratte meister Dubingers und meister Rupprechtz allenthalben auf die prucken in der stat: also wo sich ein güß macht oder ein wasser keme, das dann ein ieder meister mit allen seinen gesellen kem auf die pruck und an das ent, do er hin beschieden worden ist und do allen vleiß thu, darmit das holtz, ob im des zufluß, auß dem wasser gezogen werd oder aber das durch die prucken leitten und desgleichen die eisschellen auch durch leitten und darob sein, das sich nichtz an die prucken lege, so sie pest mugen etc. und sullen auch nit abgeen on erlaubung eines paumeisters oder des stat meisters meister Hannsen Dubingers. wo sie dann also do arbeitten, so soll in der stat paumeister iren taglon geben, oder ob sie nit ein tag do weren sust ein trinckgelt geben.
[167^a] Darzu soll der statt paumeister mit der stat werckmeister dem zimmerman, als ietzunt meister Hans Dubinger ist, bestellen, das der zwen seiner gesellen hab, die auf in warten und das er gee ie von einer pruck zu der andern und den andern meistern und gesellen zusprech und seche was die thun, und wo sein am nöttigsten ist, das er mit helf zugreiffen.
So soll der stat paumeister die andern zimmergesellen, die an der stat arbeit sein, sust zu ieder pruck und pollwerck ein bestellen der do hab ein schlussel zu den hocken, eisschauffellen und seile die do sein pei den prucken an den enden als hernach steet, das er die her fur such und gebe.
Auf dem gang hinter dem Wildpat auf der seitten gegen sant Katherein garten sein hocken, seil und eisschauffeln, fackel zu der pruck hinter dem Wildpat und zu dem stege am Sant.
Auf dem heimlichen gemach auf der parfusen pruck sein eisschauffel, hocken, fackel und seil zu derselben und fleischprucken.
Auf dem narrnheuslein pei der spitalpruck sein hocken, fackel, seil und eisschauffel zu der spital und Katherein prucken.
Auf dem heimlichen gemach auf dem Sweinmarckt sein hocken, fackel, eisschauffel und seil zu der langen prucken pei dem Derrer.
So sein auf den zweien pollwercken unden am wasser hocken, fackel, eisschauffel und seil zu denselben pollwercken.
[167^b] Es soll der schaffer und anschicker, als ietzunt ist Conrat Gürtler auch ab und zugeen und besehen ob man icht eispeihel, seil oder anders bedorft, das er das herfür gebe.
Bestellen soll der stat paumeister mit dem Löffler und soll auch die ding selber in gutter acht haben, also wenn das wasser vor den trencken und einritten in die Begnitz gespült und hin gefürt hat das lant vor den prucken oder pflaster, als pei dem Karl Holtzschuer, an der Eich, auch dem Sweinmarckt und pei der langen pruck vor Fritz Derrers haus, auch pei en irherstegen und sust wo sein nott wer do man in die Begnitz riet etc. das der Löffler dann die klein stein, das hert ding, das er von den pflasterern sust außfuren muß, an die selben ent fur und die einriett darmit erheb und gründt; wiewol des die mullner nit gern sehen, iedoch ist des nott, wann zu zeitten grosse locher und gruben vorn an den antritten und trencken werden, wenn einer hinein will reitten, das das pfert über den kopf einem nit hinein felt, das hab ich gesehen.
Wo dann also die Begnitz wechst, es sei summer oder winter zeit, so soll der Gurtler furderlich die ketten furslahen an der Begnitz, das niemant darein reit zu trencken, dem schaden mocht gescheen; nemlich pei der spitalpruck, pei der parfussen pruck und pei dem Derrer an der langen pruck etc. der ding dann der Gürtler sere geflissen ist und nit versaumpt.
Im vierundsechtzigsten jare so hab ich nach ratte meister Hansen Duwingers bestellt und die hernachgeschriben meister beschiden auf die hernachgeschriben prucken, wo sein not thun wurt, [168^a] mit iren gesellen dohin zu komen, das ich dann oft sider vernewet hab, nachdem die leut absterben; allein ist das die meinung davon:
Auf die pruck hinter dem Wildpat: meister Ulrich Regauß, meister Burckart Planck.
Auf den steg peim Schießgraben: meister Jacob Steffan, meister Fridrich Knaur.
Auf die spital und sant Katherein pruck: meister Hannsen Kaltenhauser, meister Endres Hoffmüllner, meister Conrat, hutter.
Auf der parfussen pruck: meister Hanns Glanster, meister Eckhart Hatzler.
Auf die fleischpruck: meister Herman, kuffner, und meister Ekarius.
Auf die pruck pei dem Derrer: meister Ulrich Wollfart, meister Heinrich Schober.
Auf Closs Tyllmans pollwerck: meister Wilhelm, schreiner, meister Heinrich, decker.
Auf des Engelhartz pollwerck: meister Cunrat Müllkuntz, meister Hanns, kuffner.
[168^b] Wenn das ist, das die Begnitz über freust und das eis unter den schoßgattern also dick ist, das man auf dem eis zu den gattern gen mag, so sol der stat paumeister bestellen, das man das eis furderlich auf haw pei den schoßgattern inwendig und außwendig der gattern oben und unden am wasser auf ieder seitten sechs oder siben schuch weit, also das niemant zu den gattern komen mag. das thun der stat zimmergesellen, darzu leihet man ire eispeihel, wenn sein not ist; die hab ich darzu gepraucht.
Der stat paumeister soll alle jar umb weiennachten oder wenn die snehe anfallen geflissen sein und bestellen, das er von eines erberen ratz wegen schreiben loß den von Lauff und Herßpruck und sie pitten, ob sach wer, das ein gereigen in den snee oder der snee sust jehling abgieng, dardurch die wasser an luffen oder ein güß wurde, das [sie] dann das, so sie erst mochten, her einem erbergen rat schreiben oder zu wissen thun wolten, darumb ein rat hie gern das pottenlon außrichten woll, es seien reittent oder geende potten etc. solich brief mag der stat paumeister alle wochen pei iren pecken hinauß senden, das er kein potten darzu verlonen darf und on kost zu geet.
Kumpt dann also von Lauffe oder Herßpruck pottschaft her, das ein güß oder wasser komen soll, so soll der stat paumeister, so pald er des gewar wirt, das furderlich zu wissen thun in alle müll den müllnern das sie aufraumen, auch den, die der schoßgatter warten oben und unden am wasser, das sie auch darauf ir aufsehen haben, die gatter darnach zu heben etc. auch ob der stat paumeister von holtz, prettern oder anderm holtz auf der Schut oder auf dem Newenpawe oder sust irgen am wasser ligent hett, das er darzu schick, das das aufgeraumpt oder behempt werd, darmit nit schad geschee. wenn dann das wasser also kumpt, so soll der stat paumeister zu den prucken in der stat am wasser zusehen und darob sein, das die meister zimmerwercks und steinmetzen mit iren gesellen auf den prucken sein, die dann darauf von der stat [169^a] paumeister beschiden sein, und das sie weren do und durch leitten, was von holtz oder eisschelln auf dem wasser zu in zufleust, so sie pest mugen, das sich nichtz an die prucken lege.
Der stat paumeister soll alle jar umb sant Merteins tag [11 Nov.] oder wenn die kelt an geet, so es will gefriesen, zwen oder drei tagloner mit hawen und schauffeln senden und bestellen, das sie allenthalben gerings umb die stat inwendigs an der statmeur alle thürlein und thore, die in die zwinger gen, raumen, das nichtz darvor lig oder geschut sei, das do gefriesen und dardurch man die nit auf gethun mocht. auch desgleichen sullen die raumen alle rinnen und einflü, dieß auß der stat und durch die zwinger und vorwerck in den statgraben gen, also das nichtz darinnen gefries, und wo jehling ein leunen oder weichs wetter an viell, das dann das wasser furderlich durchauß gelauffen mug, dann die einfluß derselben rinnen ettlich gar eng sein, und ein großen unlust machet, wo das wasser nit außkomen mag.
Wenn also ein snee anfellt, der dann dick ist und sich richt in leun und abgeen will, so soll der stat paumeister furderlichen schicken auf ieder seitten der hochen statmaur, wo die nit gedeckt oder überzimmert ist, zwen taglöner mit schauffeln und pesen, das die den snee herabwerfen und keren, dann derselb snee, wo der also versmeltzen soll auf der meur, thut der meur gar wee und hat die maur an ettlichen enden gar sere erweicht und beschedigt, als man woll sicht.
Geflissen soll der stat paumeister sein, wenn der snee also leit und abgeen will, das er fürderlich schick auf die rinnen auf der wag nach neben dem rathaus in des Holpers [169^b] haus und zu der rinnen auf dem weithaus und dem alten fleischhaus, darzu man dann hat eigen schauffel, darmit man den snee herab werf und die rinnen raum, wann zu zeitten schaden darvon komen dem gemeur, dem zimmer und sust in heusern, das man auch leut darzu schick, die der dach schonen, das sie nit schaden thun an preisen und damit wissen umb zu geen, des ist not.
Ein stat paumeister soll den nechsten tag vor sant Katherein [23 Nov.] abent bestellen, das das pflaster geraumpt und das kot und mist davon dann gefürt werd von sant Katherein prucken und also durch das thor fur den marstall und prunnen, auch durch das ander thore, darauf der Knopf sitzet, von des folcks wegen, das zu sant Katherein geet; wann sust gar ein grosser unlust do würd, wo mans nit raumpt, es gefrür dann als gar sere.
Mer desgleichen sol der stat paumeister geflissen sein, das er zu weiennachten, vassnacht, zu dem heiligtum, zu ostern, pfingsten, sant Sebolts tag [19 Aug.], oder wo vill herschaft herkomen sollt oder sust im jare, wenn sein als gar not wer, von der apotheken pei den predigern und also fur das rathaus piß fur den schön prunnen, auch pei den trögen vor den kandelgiessern und hinter dem rathaus und sust nirgen weitter, das pflaster lassen raumen und aufschoren und dasselb kot und mist dann auß füren lassen oder das iemant geben, der des bedorft in einem garten oder wisen etc. also das ers vorderlich außfurt. das solten thun vier der elsten tagloner in anderhalben oder zweien tagen, darnach und sein not oder unsauber ist.
[170^a] Item und darumb geben die herren in der losungstuben in sunderheit alle jar zu sant Michels tag [29 Sept.] der stat tagloner einem, der dann von einem paumeister darzu bescheiden wirt, vier pfunt alt trinckgeltz, das derselb doran gemant sei und das pflaster raum vor dem rathaus, wenn sein not ist, doch alle wege mit wissen eines paumeisters.
Auf dem Marckt bedarf man nichtz raumen, dann der new spital soll den raumen und sauber halten zwischen den saltzern und dem Rietter, und von der rinnen, die hinden und voren fur das rathaus hinab geet. das steet dem spital zu, dann der strewet über jare mist darauf; dann wo sie aber den mist zu lang ligen liessen und nit auf slugen auf hauffen oder die hauffen nit furderlich außfurten, so soll der stat paumeister zu dem spitalmeister darumb schicken oder dem pfenter darumb zusprechen, der dann sust sein aufsehen darauf haben soll seines ampts halben.
Zu zeitten wo herschaft hie were oder von burgern iemant were, die stechen oder rennen wolten und die pann mit mist wolten bestrewet haben, das soll der new spital thun; und das bestellt der leb und geet der stat paumeister nit an.
Wo man aber die pann mit sant bestrewet wolt haben, oder schrancken do aufgericht wolt haben, wenn dann der stat paumeister das von einem erbergen rat oder burgermeister geheissen wirt, so soll er das bestellen mit der stat pflasterern, taglönern, und den ettlich zimmergesellen zugeben. solich schrancken und stuck ligen im zwinger vor dem Frawenthore als man hinauß geet [170^b] auf die rechten hant unter einer hütten.
Mit dem sant die pane zu schütten soll der stat paumeister senden den schutmeister und mit im einen pütel zu allen kernern, die teglich hie auf dem pflaster faren, und soll den lassen gepietten und ine ein zeitte setzen, wenn und wo hin sie komen süllen mit iren kern und pferden; und welicher kein schutkaren hat, dem sol man einen von der stat wegen leihen. und wo es als nöttig were, sollt er stat paumeister sust wagenpfert auch aufmietten und den leihen wegen und kerrn, und die tagloner alle darzu schicken, darmit man sie fürderlich lüdt mit sant. solichen kernern hab ich ie auf ein pfert geben einen tag achtundzweintzig pfenning, wo sie einen gantzen tag gefaren sein. denselben sant hab ich ie lassen nemen auf der plossen in der Begnitz zwischen den zweien stegen, als man von der Schüt hinüber geen will gegen dem Schießgraben. ich hab die pan mit viertzehen pferden in funf stunden, nachdem die herren das so eilentz haben wolten und spot sagten, schutten lassen, und gab ir einem neuntzehen pfenning mit einem pferde, die auch furen in dem sibenundsechtzigsten jare zu sant Margarethen tag [13 Juli] etc. einer zweren hent dick mit sant und pei vierundzweintzig schuen weit überzwerch.
So soll der stat paumeister allewege der fursten marschalck oder hoffmeister, wo die hie weren, oder ander, die der ding zu thun haben, rennen oder stechen wollen etc. fragen, wie weitte sie die pann verschranckt oder geschut wollen haben.
Darnach soll der stat paumeister den Marckt mit dem sant wider auf hauffen slahen und außfuren lassen, das geet den spital nichtz an.
[171^a] Bestellen soll der stat paumeister mit den zollnern unter den thorn, das sie niemant keinen mist lassen strewen in die vorwerck, wann man slecht den auf auf hauffen und lest dann dieselben hauffen lang oft ligen, und die hauffen irren dann am riett auß und ein zu füren. auch lest man zu zeitten pei nacht leut auß und ein, die über solich hauffen fallen; darzu ist es ein unlust, wo die vorwercke nit sauber gehalten werden. wo aber iemant einstrewet mit gewalt, als man vill dretziger leut vindet, so soll der paumeister den spital lassen den mist hinfuren, oder aber den in den statgraben werfen, und den domit zu tüngen; das kompt den fündelkindern zu nutz.
Ein stat paumeister soll die vorwerck und sunderlichen unter den thoren allenthalben, unter den inneren und eusseren thoren, auch auf denselben prucken, wenn sein not ist, raumen und schoren und außfüren lassen, dann des sere not thut, wann die thorsperrer das sere anten, wenn es so tieff unter den thorn ist, wiewol die zolner unter iedem thore ir ieder ein hawen, ein schauffel und ein kratzen hat, die der stat sein, damit sie die thore und prucken zu zeitten raumen und schoren solten, das sie aber selten thun und lieber ir arbeit warten.