Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 21
Die erbergen herren und geistlichen veter von den kartheusern die haben ein rören unter dem obgeschriben prücklein ligent, dardurch das wasser auß dem pach in iren garten und ettlich zellen geet, des in dann ein erberger rat lange jare her vergunt hat und noch gann etc. dann das wasser neur hinein stembt in ir closter und kein außfluß hat stettiglichen.
So haben die frawen von sant Claren oben an der Fleischgassen ein heuslein pei zehen schuhen in ein vierung über den Vischpach gestellet und also lange jare her pracht, dorinnen man in wescht, das in also auf eines rats widerruffen zu gegeben ist.
Item das prücklein am ent der geistlichen frawen von sant Claren stadel und gartenmeur, das über den Vischpach geet oberthalb des Sündergeus, das soll der stat paumeister machen.
Item so haben die geistlichen frawen von sant Claren oberthalb des prückleins pei viertzig schuen ein rören ligent auch in dem Vischpach, dardurch sie das wasser in iren garten und closter leitten, das in dann auch von einem erbergen rat also vergunt ist.
[150^a] In dem Sundergew hat der pader mer zwu rören, die auß dem Vischpach geen in sein patstuben, die er auch vor langen alten jaren also herpracht und gehabt hat.
Zwei schutzpretter sein mer do gemacht im Vischpach an demselben ent, darzu der Gürtler die slüssel hat. wo sein not thut, do got vor sei, so mag man das wasser des pachs leitten in die hüll pei sant Claren und verrer zu dem Frawenthore, und mit dem andern schutzpret mag man das wasser leitten von dem Sündergew an dem alten statgraben hinab piß fur sant Katherein in die Begnitz hinab etc. und die vorgeschriben zwei schutzpret soll der stat paumeister machen lassen.
Mer ist ein prucklein um alten stat graben über den Vischpach pei dem pat, gnant im Sundergew, das auch der stat paumeister ist schuldig zu machen.
So ist inwendig an der stat alten hohen statmaur ein prucklein über den Vischpach pei der meister Lorentzen hoff, als man zu den korenheusern hin ab geen will; dasselb prucklein ist auch der stat paumeister schuldig zu machen.
Und mer ist ein news prucklein an der Pfandschmitgassen vor dem Gumbler über den pach gemacht worden im achtundsechtzigstem jare; das hab ich von eines gemein nutz wegen [150^b] do machen lassen, das soll auch kunftiglich ein stat paumeister machen lassen.
Pei dem Gumbler an der Pfandsmitgassen do ist ein prucklein neben dem prunnen gegen der Preittengassen hinab doselbst über den Vischpach, das auch der stat paumeister machen soll lassen. so hat der Gumbler in seinem haus ein schutzpret ligent, darmit man den pach an der schait pei seinem haus versetzen mag, also ob fewer außkeme, do got vor sei, und das man des pachs an einem ent alles bedorft, auf welcher seitten das were, so ist das selb prett gerecht, an der scheit des pachs doselbst das wasser damit zu versetzen.
In der Preittengassen vor des Heimvogels ferbers ferbhaus ist ein schutzprett im vergunt in pach fur zu setzen, dardurch das wasser stemb und durch ein rören, die er do hat in den Vischpach; das wasser lauft in sein verbhaus und in sein ölle, doch nit anders, dann wenn er verbt, sust hat er des kein recht an demselben ent den pach zu versetzen.
Dergleichen hat mer des Hirßfogels verbhaus an der Preittengassen doselbst auch ein schutzpret, das im zugeben worden ist fur zu setzen, wenn sie verben wollen, dann er auch ein rören auß dem Vischpach in sein verbhaus und öll gelegt hat, das im dann zu geben ist, den pach zu versetzen, wenn er verbt und sust nit.
Ein prucklein, das do vor des Hirßfogels verbhaus über den Vischpach geet; dasselb prucklein ist der stat paumeister schuldig machen zu lassen.
[151^a] Vor dem weissen thuren das prucklein, das do geet uber den Vischpach, der do kumpt durch die Preittengassen herab, das soll auch der stat paumeister machen lassen.
Mer ein prucklein heroben an der Pfandsmitgassen, wider zuruck anzufahen, das gewelbt oder mit schalen verlegt und dorauf gepflastert ist, vor des Wagners pirprewers haus, das auch der stat paumeister machen soll lassen.
Ein prucklein vor der Pfandsmitgassen am eck vor dem haus mit den rotten köpfen, das auch gewelbt oder mit schalen belegt ist und darauf gepflastert, das soll auch der stat paumeister machen lassen.
Aber ein langs prucklein vor des Wernitzen haus pei sant Laurentzen, das mit preitten Kornperck schalen überlegt ist; das sein vor zeitten zwai prucklein gewest, soll der stat paumeister auch machen lassen.
Item das prucklein über den Vischpach underhalben hern Frantzen Rumels seligen haus an der zwerchgassen, die von Wilhelm Rumels hinter haus überzwerch durch das ander geßlein geet an die Kotgassen; dasselb prucklein soll auch der stat paumeister machen lassen.
[151^b] Hinter dem Peßler pei der Störrin am Kornmarckt hinterhaus doselbst ist ein prucklein über den Vischpach, das auch der stat paumeister machen sol lassen.
Pei dem selben prucklein ist ein schutzprett, das do hat der Schmidtmer, verber, in seinem haus ligent. und wenn das ist, das fewer auß kem, do got vor sei, oder zu unsers herren leichnams tag am abent, wenn man die gassen will saubern, so lest man den pach do vorsetzen, das er mug gelauffen fur Kristan Weyssen haus und also verrer durch die Schustergassen und Huttergassen fur das haus zu der rotten thür in die Begnitz doselbst. doch soll man des pachs domit sust nit versetzen, das ist im gesagt.
So ist ein prücklein darnach über den Vischpach pei des Ungerleins haus am Kornmarckt, das auch der paumeister machen soll lassen.
Das prücklein pei dem weissen thuren über den Vischpach, als die pede fluß doselbst wider zusamen komen und ein fluß haben; dasselb prücklein auch der stat paumeister machen soll lassen.
Furpaß mer ist ein prucklein pei des Marx des verbers eckhaus pei dem weissen thuren, haben ettwan die Vischpach meister lassen machen. so hab ich zu zeitten auch alte pruckhöltzer darzu geben, damit das prücklein gepessert worden ist, nachdem und ein gemein stroß do hinder geet.
[152^a] Vor demselben prucklein neben dem weissen thuren, do schait sich der pach, also das ein dritteil des pachs hinauß durch den zwinger und über den statgraben in den alten spital, und von dann durch der teutschen herren hoffe und garten also hinter irem hoffe pei dem Elwanger, verber, wider auf die gemein, und also umb iren hofe wider uber den stattgraben und durch den zwinger doselbst gegen der öberen Ledergassen wider herein in die stat kompt. das selb dritteil des Vischpachs und wassers mussen die teutschen herren auf ir selbs kost und on der stat schaden nemen an der schait, wie oben steet, und also den über den graben hinauß und wider herein über den graben und durch die zwinger antworten, alles auf ir kost. was auch schadens an dem maurwerck geschicht des statgraben, darauf die rinnen ligen, darinn der pach hinauß und wider herein gett, das alles sullen die teutschen herren machen lassen on der stat kost. darzu sullen sie auch die zwei prücklein legen lassen und in wesen halten, die über den Vischpach geen pei irem hoff, eins als der pach hinauß und das ander als der pach wider herein geet in die stat. als dann des alles ein abrede gescheen ist am sambstag vor Ambrosy [2 Apr.] nach Cristi gepurt vierzehenhundert und im funfunddreissigsten jare durch ettlich herren des ratz mit dem commenter und spitalmeister, die dann die zeit lebten, den allen got gnedig sei, als im statbuch steet an dem hundersten und sechtzigsten plat.
Als der Vischpach hinten auß der teutschen herren garten kumpt, do hat Hanns Elwanger der verber auch ein rören in Vischpach ligent und auch ein kleins schutzpret dorpei, damit er den pach versetzen mag, das das wasser im auch in sein verbhaus geet. doch soll er des pachs nit versetzen, anders dann wenn er verbt und sust nit, alles ongeverlichen.
Mer hat der jung Marck ein verbhaus hinter dem teutschen hoff und hat auch ein rören, die in den Vischpach gelegt ist, darzu ein schutzpret dorpei, das er fursetzt, wenn er verbt, dardurch das wasser stempt und durch die rören in sein verbhaus lauft. doch soll er des [152^b] pretz nit fursetzen anders, dann wenn sie verben und sust nit; das ist auch also vor alter herkomen.
Nachdem also der Vischpach, der dritteil, pei dem weissen thuren hin aus lauffen soll, wie vor steet, und die zwen dritteil desselben pachs pei dem weissen thuren fur des alten Marx, verbers, haus hinumb gegen der öberen Ledergassen lauffen, also ist in des selben alten Marx verbhaus auch ein kurtze roren gelegt, dardurch das wasser in sein verbhaus geet; darzu hat er ein schutzpret, das er fursetzt wenn man ferbet. das ist im also vergunt fur zu setzen doch nit anders, dan wenn er ferbet und sust nit.
So geschicht es zu zeitten, das man in dem obgeschriben des alten Marx ferbhaus verbet, und so der pach dann sust klein ist, das dieselben gesellen im verbhaus den fluß, der zu dem teutschen haus hinaus geen solt, versetzen sie pei dem weissen thuren, also das nichtz hinauß geen mag, sunder das wasser alles fur desselben Marx ferbhaus geen muß, das aber nit recht ist und nit sein soll; und ich hab das auch oft selber auf reissen lassen und das dem pfenter gesagt darob zu sein, das solichs nit mer geschee, dann die teutschen herren das sere anten und nit unpillich.
Ein prucklein ist uber den Vischpach, als er herwider über den graben von dem teutschen haus kumpt gegen der oberen Ledergassen. dasselb prucklein auch die Vischpach meister pißher gemacht und in wesen gehalten haben, also das es der stat paumeister nichtz angeet.
[153^a] Kein haut sullen auch die lederer in den Vischpach legen, es kum denn der pach her wider ein von dem teutschen haus, alle tag pei sechtzig heller puß, die im statbuch steet und darauf gesetzt ist.
Mer geet der Vischpach also durch die oberen Ledergassen und überzwerch der nideren Ledergassen an die hinderen Ledergassen; und als er überzwerch der vorderen Ledergassen geet, do leit ein prucklein über den pach, dasselb prucklein soll auch der stat paumeister machen lassen.
Und an der hinderen Ledergassen do leit ein prücklein über den Vischpach als man in die Almussenmüll fert; dasselb prucklein soll der almussmüllner machen und nit der paumeister.
Als der Vischpach durch die Almussenmül kumpt, so ist hinter derselben müll ein gewelbte pruck über den pach vor dem newen geßlein, das man neur der Almussenmüll hat gemacht. dasselb gewelbe soll der stat paumeister halbs und das reich almussen halbs machen, alsdann im dreuundsechtzigsten jare zu sant Nicklas tag [6 Dec.] mir Philipp Birckamer von des almussen wegen das halbteil außgericht hat, was man die zeit daran pesseren und machen ließ.
Nachdem und der Vischpach lauft von der Almussenmüll durch den oberen wert in die Krottenmüll und also in die Begnitz fellet, ist vor der Kröttenmüll ein gewelb über den pach, darüber man fert; dasselb gewelbe soll die stat machen und bewaren lassen.
[153^b] Item waß sust mer prucklein uber den Vischpach geen vor der stat und in der stat vor den heusern allenthalben, die geen der stat paumeister nit an, und der bedarf der stat paumeister auch nit machen lassen.
So muß nun des pachs auch eben war nemen hinnen in der stat und zuvoraus im winter, das man des nit zu hoch loß auf schutzen, oder die lederer mit iren heutten icht ein stemmung machen, oder das icht pretter und waschpenck im pach sein, oder die prucklein, [die] vor den heusern an ettlichen enden sein und zu nider ligen, an dem und anderem sich der pach leicht zu sere stemmen mag und außlauffen und ein eis machen, das vill schadens geschicht, und sunderlich, wenn eisschellen im pach geen, das sich die vorauß an den gittern über den eusseren statgraben icht anlegen oder swellen, dardurch der pach über die truhen in [den] statgraben fellt, das dann wol gescheen ist, das dann sere am gemeur und grünten schaden thut: das alles soll ein paumeister mitsampt dem Gürtler und vorauß der knecht, so ein paumeister zu dem pach bestellt, als vor steet, in gutter acht haben etc.
[154^a] Von abschlahung und pesserung des Vischpachs.
Man hat von eines erbergen ratz wegen, und also vor langen jaren herpracht, allwegen drei redlich menner gepetten, als ietzunt sind Heintz Unger, pirprew, Cristan Lössel, ferber und Erhart Weyler, lederer, das die von gemein nutz wegen zu dem Vischpach gesehen haben, und alle jare umb sant Michels tag [29 Sept.] den pach mit gunst und wissen eines erberen ratz haben lassen versetzen und abslahen pei des Ammans weier, wie vor steet etc. und wenn man den also hat wollen abslahen, so hat man das allewegen acht tag vor auf der cantzel zu sant Laurentzen verkundt durch ein puttel auf das, das sich die verber, lederer und ander am pach darnach wissen zu richten. und sie haben dann denselben pach allen durch die stat auß und also vor der stat piß zu des Ammans weier an das schutzpret lassen außwerfen und raumen. und dann bestellt man, dasselb kott und ertrich, was des in der stat ist gewest, auß zu furen vor die thore; was aber vor der stat ist gewest hat man auf den rangen am pach ligen lassen. auch haben dann dieselben Vischpachmeister den pach mit Reuhelperckstein in der stat pessern und flicken lassen, und ie zu zeitten ein jare ein hundert minder oder mer quader verflickt, auch am grunt und podem mit eichen prettern in der stat belegt, und vor der stat haben sie den pach mit holtz und pfellen darfur geslagen und auß geladen, auch an ettlichen enden mit stein versetzt, das der pach in seinem wesen beleib und nit auß lauft.
Solche arbeit ist gescheen dann in acht tagen ungeverlichen. so hat man dan den pach herwider ein lassen lauffen und den obgeschriben Vischpachmeistern dann geliben und zugeben zwen püttel, die dann mit ine auf zweien seitten am pach in der stat umbgangen sein mitsampt einem schreiber, den sie darzu namen und von den leuten einsamenten das gelt, das sie dann also eingesament haben (von einem zwen, drei, vier, funf, sechs, siben [pfenning], darnach sie die leut an der vermuglichkeit erkannt oder gesehen haben, aber ferbheuser, pirprewer, lederer, weschin und pader haben ieder zwen groschen geben) und mit den pütteln darumb gepfent. des geltz ist ie ein jare pei dreuhundert oder vierdhalbhundert pfunt alt ungeferlichen gefallen, darvon sie dann soliche taglon, holtz und stein bezalt haben. auch haben sie drei und zwen püttel mit sampt einem schreiber von dem gelt gezert drei oder vier tag, wenn sie also nach dem gelt umbgangen [154^b] sein und sust nit. darvon so haben sie dann auch den putteln und einem schreiber, der mit gangen ist und die absentes angezeichet hat, ein trinckgelt geben; aber sie selber haben davon nichtz gehabt dann einer vier oder funf mol etc. und des Vischpach geltz sein sie, dieselben Vischpachmeister, gefreiet gewest, also das sie nichtz geben haben.
Auch haben die Vischpachmeister einen eigen gesellen bestellet und geben dem alle jare pei acht pfunden alt, der alle tag auf das minst ein mol des tags am Vischpach auf und abe gee in der stat und do sein aufsehen habe, das niemant den pach verlichen versetze oder aufswell anders, dann das er dennoch überfall und auch nit auf das pflaster stemme, das auch niemantz nichtz von schaffen oder andern dingen in pach legt, oder wessern noch einquellen, was er des darinnen vindet herauß werf und das den leutten untersage, wo sie des nit abgeen, das er sie dann pfendt und soliche schaff und anders neme und laß mit im reden.
Niemant soll auch kein heimlich gemach in den Vischpach leitten noch auf zehen stat schuch auf das minst hinzu nit haben; wer das überfür, der must geben alle tag ein pfunt haller, als in dem statbuch steet folio hundert und sechtzig.
Ein erberger ratt hat im sechsundsechstzigsten jare zu sant Michels tag zu hertzen genomen, das man also ettwevil und lange jare her am Vischpach also gepessert und geflickt hat, das aber doch nit verfencklich und verhaft gewest ist, wie wol das an gelt auch nit zu gangen ist etc. also hat man mir als einem paumeister befolhen, kunftiglichen noch Kornpergstein zu gedencken und bestellen, das des Vischpachs in der stat alle jar einen ort mit Kornperckstein gemacht und besetzt werd; und nachdem [155^a] das mer kost, so sollen alle die, die vor ein pfenning geben haben, zwen pfenning, und die einfluß haben, vier pfenning geben. darauf dann die schrift wirt auf der cantzellen gelesen zu sant Laurentzen als hernach geschriben steet:
»Nachdem man den Vischpach jerlichen abgeslagen und die scheden und geprechen, der ettwan weit und lanck, verkumen und gepessert, und das gelt von den leutten, die daran und darumb gesessen, noch ir ieglichs vermugen und pesserung desselben Vischpachs genummen und eingesammet hat; wann aber solicher pesserung mit santstein nit verfencklichen sunder unverhaft und kurtzlichen abnemen sein will, so ist ein rat umb gemeins nutz willen daran komen und will denselben Vischpach von heut über acht tag aber abslagen und den hinfur nit mer mit santstein sunder mit Kornpergstein pessern und machen, und das gelt von allen den, die an und umb denselben Vischpach sitzen, es seien eigen hausgenossen oder insessen, was sie vormals geben haben hinfur zwifach, und von den, die von demselben pach ein oder zufluß haben, vierfach nemen.«
»Es wollen auch dieselben unser herren vom ratte, so man solichs gelt sammen und einpringen will, sich ein ieder, den das berürt, doheim vinden loß, und das gütlich unverzogenlich außricht und bezall; wann wer des nit tet, den wurt man fur solich gelt pfenten, und es mocht sich iemant so ferlichen darinnen halten, in wolt ein rat darzu stroffen, nachdem er zu ratte wurde. auch alle die, die prücklein vor iren heusern haben über den Vischpach, sullen die selber aufheben und abtragen lassen auf das, das man desterpaß darzu gesehen und darunter geraumen mug; darnach so wisse sich meniglich zu richten. auch welliche die weren, die umb ein taglon an dem Vischpach wolten helfen raumen und fegen, die sollen als von morgen montag über acht tag früe zu dem garauß mit iren schauffeln komen, und sich pei dem weissen thuren vinden lassen.«
[155^b] Als die Vischpachmeister solichs vernamen, kamen sie und prachten mir eine eisne püchsen, darinnen pei ailfthalb pfunt alt geltz, das in der püchsen des alten eingenomen geltz was etc. und begerten darauf urlaub von mir und meinten, ich solt nun furpaß das dinck außrichten etc. also sagt ich ine, ich het nit urlaub zu geben und patt sie auf das aller freuntlichst, das sie also lenger mit mir ob den dingen sein wolten, des ich sie dann noch pißher alle jare kaum über pitten kan, das sie mir also darzu helfen.
Und also wird ich pei dreien wochen vor sant Michels tag mit den Vischpachmeistern eins, auf welche wochen man den pach mocht abslahen. darinnen muß man bedencken, das man ein gantze wochen fur sich neme, auch das das geschee vor sant Michels tag, so ist das wetter allweg wermber und der tag pei einer zimlichen leng, dann er ist nach sant Michels tag; dann man des pachs nit wol geratten mag in der stat, also waß er über acht tag aussen ist, so schreit iederman dorüber. wenn wir uns dann also einer zeit vereinen, do preng ich das an ein ratt, das ein ratt auch sein willen darzu geb und darzu leihe zwen püttel, die das Vischpach gelt helfen einsamen und der einer die vorgeschriben zettel auf der cantzel less zu sant Laurentzen; doch hab ich die zu zeitten einen schreiber lesen lassen. das soll gescheen alspald man den segen zu unser lieben frawen mess geben hat und die schuler in der kirchen herab sten und man umbgeen will, in der weil sich derselb priester im sagerer ab tut und ee man den weichprunnen gibt etc. so ist das meinst folck in der kirchen. das hab ich ettliche jare her also bestellt zu thun.
Darnach von demselben suntag über acht tag so hab ich bestellt mit der stat pflasterer zwen oder drei und in darzu des Gürtlers pfert mit einem karrn und hawen und schauffeln gelihen; dorpei ist auch der gesell, der des schutzpretz wart und den schlussel darzu hat pei des Ammans weier. dasselb pret lest man dan fur vallen und verlegt das hinden [156^a] mit einem karrn vol wasens, die man darzu aufhawen und füren muß. das geschicht also allewegen nach mittag, das man den pach also versetzt, so verlauft in der nacht das wasser überall.
Am selben suntag, so man den pach versetzet, so hat der Weyller, lederer, der ein Vischpachmeister, allweg bestellt, das nach der vesper oder umb zwei gen nacht der krottenmullner ein slegel gezogen hat ob seiner müll, dardurch der pach in die Begnitz felt an demselben ent, und hat dopei zwen tagloner bestellt, die im Wert und also unter dem gewelb ob der Kröttenmüll gestürt haben, damit der pach das meist kott in die Begnitz gefurt hat, dan an demselben ente unter dem gewelb der pach wol acht schue tieff ist und als mit kott, das über jar in pach kumpt, allenthalben an dem ent verlegt und do ligent pleibt, das man dann nach rat der müllner und werckleut hat gantz außgeschut und darauf gepruckt und den poden durchauß im Wert erhaben piß zu der Almusenmüll hinauf, auch den slegel verschut, dann ein rechte mördersgrub und höll doselbst under dem gewelb und prucken, das woll acht schue tieff und pei hundert schuen lanck was an dem ent, also das man desselben stürens noch slegelziehens kunftiglichen nit mer bedarf.
Darnach am montag früe so sein die drei Vischpachmeister pei dem weissen thurn und bestellen do ein achtzehen oder zweintzig lederer und ander gesellen umb ein taglon. als nemen dann der Vischpachmeister ieder ein sechs oder siben derselben gesellen zu im, und die zwen der Vischpachmeister heben dann an zu fegen am Vischpach pei dem weissen thuren, der ein die Preittengassen, der ander die gassen über den Rossmarckt und fur sant Laurentzen hinumb auch piß an die Pfandsmitgassen, und der ein dann furauß die Fleischgassen an die statmaur, der ander mit sein gesellen vom weissen thurn hinauß und hinder dem teutschen haus herumb und darnach die öberen und underen Ledergassen und auf das letzt im Wert das kott piß auf den pretterten poden allenthalben auß dem pach auf haufen zu slahen. wenn sie pede [156^b] die zwen Vischpachmeister dann also in der stat geraumpt haben, darzu sie auf das minst zwen tag haben müssen, so gen die pede dann mit iren gesellen fur die stat und heben an voren am statt graben und werfen und raumen das kott auch auß, das in dem jare darein gerunnen ist, also fur den Tafelhoff und durch den underen und oberen Galgenhoff pieß hinauf an das schutzpret pei des Ammans weier etc. auch soll man alle jare in denselben greben hinauf die stauden, so in und über den Vischpach hangen und gewachsen sein, abhawen, dann im winter so legt sich der schnee darauf und druckt sie in pach und gefreust dann also; doran swellt sich dann der pach und lauft auß, das sust nit geschicht.
So hebt der drit Vischpachmeister mit sein sechs oder siben gesellen an auch an demselben vorgeschriben montag und hat im darzu vorbestellt zwen maurrer mit einem steinkaren und anderm irem zeug und püst ettlich new stein ein allenthalben in der stat am pach, wo sein not thut und die alten erfault und schaden genomen haben, zu zeitten ein hundert sechtzig und viertzig stein, darnach sein not thut. solich stein die haben die Vischpachmeister umb sant Jacobs tag ie zu zeitten füren und hawen lassen, aber sider man den pach mit Kornpergstein macht, so püst man mit den alten stein, die man aufhebt und sust verkauft, die püst man also ein, wo sein nott ist. wenn dan soliche pesserung in der stat geschicht, so flicken sie dann vor der stat am pach hinauf piß zu dem schutzprett an des Ammans weierhaus hinauf; wo sein not ist so legt man das auß mit holtz und slecht darfur eichen pfell, oder ettlichen enden versetzt man das mit quadern vor der stat. auch mit den dingen hat der drit Vischpachmeister auch zu thun vier oder funf tag, darnach ein jare der arbeit minder oder mer ist, dann das ander.