Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 12
Item im sibenundsechtzigisten jar am freitag vor Lucie hab ich von dem gemach pei dem weissen thurn, darauf die thürner und die leüt im werckhaus dorpei geen von fünfhundert und viertzig schefflein ie von einem schefflein ein pfenning und ire recht geben.
Item im achtundsechtzigisten jar zu sant Dyonisientag hab ich von dem gemach in dem Marstall von vierhundert und neuntzig schefflein ie von einem ein haller geben und ire recht etc.
Item im achtundsechtzigisten jar am pfintztag nach Othmari hab ich von dem gemach im gewanthaus von dreuhundert und sechtzig schefflein ie von zweien schefflein drei haller geben und ire recht etc.
[67^a] Item im sibentzigsten jar zu sant Gallen tag hab ich von dem gemach auf der Pleich geben ein halben tag zu raumen, das trugen sie pei dem tage auf den stege etc. dreu pfunt alt für alle ding.
Dorpei so soll ein paumeister in guter acht haben, wenn das ist das sie außfüren und in das wasser schütten, und dann zu zeitten geschicht, das es ansetzt in der Pegnitz, oder das das wasser als klein ist oder mit eis überlegt ist, also das die Pegnitz das kott nit alles verzern mag, das sie dann ein paumeister besende, und weliche parthei dann unter den nachtmeistern das also uberfürt haben, das ine ein paumeister ernstlich befelhe, das sie gedencken und raumen und das kott zu ziehen in der Pegnitz, darmit das das wasser das verzere; und wo sie des nit fürderlich tetten, das ein paumeister durch den pfenter bestelle sie zu pfenten, dann solich kott ser ubel schmeckt und grausam sicht, das also leit, das das wasser nit verzeren mag.
So sein vier thürn zwischen dem Frawen und Spitalerthore an der eusern hochen stat meur, darinnen die nachtmeister unden iren zeug und kerren haben, und sein gemeinlich in iedem thurn zwen meister mit irem zeug. derselben meister ieder dem paumeister alle jare zu zins gibt zwen kreutzkess zu sant Walpurgen tag; wo sie die auf die zeit nit bezallen, so mag inen ein paumeister wol die thüren versperren lassen so lang, piß sie die zins zallen dem paumeister. sust geben sie nichtz von den thürnen, alles nach altem herkomen.
Auch so thüren die nachtmeister von sant Walpurgen tag [1 Mai] piß auf sant Michelstag [29 Sept.] in der stat kein gemach raumen on erlaubung eines ratz. darzu erlaubt es ein rat nit gern in [67^b] solicher zeit, es thet dann so grosse not, also das einem ein gemach ubergieng, aufprech oder an einem pawe irret, so derlaubet man in ie zu zeitten zwue drei stunt oder ein halbe nacht auf das lengst und nit mer. das soll ein paumeister in acht haben, das er in nichtz erlaub on wissen und willen eines ratz oder bürgermeisters. nachdem der ding so vill an einen rat und bürgermeister gelangen, hat ein rat das gesetzt auf einen paumeister die ding zu erlauben doch nit on merklich ursach, und das ein paumeister daruber schick oder selber gehe und das sech was noet oder nit nöt sei, das er sich darinnen wiß denn zu halten etc.
[68^a] Von eichen pantnageln und kleibzwecken.
Der stat paumeister soll auch geflissen sein, das er alleweg auf ein fürsorge hab ettlich hundert eicher pantnagel, groß und klein, auch eichen kleibzweck. die machen die zimmergesellen gern im winter in iren stuben und geben hundert pantnagel fur zehen und zwelf pfenning, und die kleibzweck für zehen und fünftzehen pfenning ein tausent, darnach sie sein, von irem holtz etc. aber nachdem zu zeitten ettlich abgeng von eichen stümellen abgeen, die hab ich mitsampt newem eichen holtz schneiden lassen nagels leng, und der stat zimmergesellen die heim geschickt, zu den ich mich versach, die gut nagel machten. darfür gib ich in, so ich ine das holtz gib, ie für ein hundert pantnagel vier pfenning und für ein tausent kleibzweck siben pfenning, von der stat holtz etc. und von einem hundert leittersprüssel zu fewerleittern zwelf pfenning, von der stat holtz.
[68^b] Von leinöl.
So soll der stat paumeister auch allewegen pei im haben einen zentner oder zwen leinöls, das man zu wagenschmir und küt, auch sünst zu öltrencken und mancherlai sachen bedarf. sünderlichen muß man haben ein jar bei zwei schaff schmir zu wagen und kerren, darzu man des öls und unslit, das man darzu kauffen muß, vil vernützt etc. des alles hab ich ie uber das ander jar ein dünn, die bei zweien zentnern swer ist, kauft zu sibenthalben pfenning und sechs pfenning drei ört. dasselb öl thut man auf der Peunt in einen trock, der darzu gehort und gemacht ist; das kauff man umb aller heiligen tag [1 Nov.]. auch soll man sich versehen, das es abloß und laüter und nit dick oder voll kötz sei, dann doran geet sünst vill ab etc.
[69^a] Von wagenschmiere.
Der wagensmire muß man haben ein jare pei zweien schaffen, ein summer und ein winter schaff, die lest man ie zu zeitten machen alte weiber, die sie den pfragnern auch machen; darzu gibt man iren allen zeug und ie von einem schaffe zu machen pei siben und acht pfenning. so hab ich sie zu zeitten kauft also gemacht und für ein pfunt geben sechs pfenning, darnach das unslit und öl tewr ist. die bestellet man eins zu mitfasten und das ander zu sant Gallen tag.
[69^b] Von pessen.
So muß man bestellen und auch ein jar haben pei fünftzig oder sechtzig pessen, darnach man vill zu mauren hat. die pessen nützen die maurrer auf der meur am ersten, wenn die dann stumpfet werden, so gibt man sie den pflasterern und den deckern, die nützen sie das pflaster damit auß zu keren, so machen die decker kleine pessenlein darauß, darmit sie ire dach auß keren und ir gelten. die pessen hat mir einer, genannt Fritz, zu Zyrndorf gemacht und die auf die Peunt bracht, ie zwen für drei haller, und ein für einen pfenning zu zeitten etc.
[70^a] Von fackelen.
Der stat paumeister soll alleweg ein hundert oder dreuhundert fackelen vor handen haben die gut sein, und wie woll der vill auf der Peunt sein und so alt sein, das sie nit mer prünnen wollen, dann der kin verdort und verdorben ist. dieselben fackelen hab ich lassen zufellen und die mit newen holtz lassen spicken und vernewen, und der fackel iedem vierteil und fewrmeister zehen heim geschickt von befelhnus eines erbern ratz, ob fewr auß keme, do got vor sei, das man dann domit pei dem fewer in den gassen gesehen müg. was ir dann also abgeen und verprent werden, so soll inen ein paumeister andere schicken. so hab ich geben Weierhennsel ie für ein newe fackel drei, fünfthalben und ie zu zeitten fünf pfenning, und von der alten einer zu vernewen drei pfenning, alles von seinem holtz, dann er macht sie gut etc.
[70^b] Von den püchsenschützen.
Auch haben die püchsenschützen ein heuslein pei sant Johanns steen, das ich im zweiundsechtzigistem jar umb Laurenty dohin setzen ließ, wann es stunt vor unten am Santeperg doselbst. darzu haben sie die schlüssel. auch ließ ich ine die steinen stetten dapei alspalde auch machen von befelhnus eines erbergen ratz, darzu kamen pei dritthalb hundert quader. das alles soll ein paumeister auch künftiglichen pessern lassen und in wesen behalten.
So macht man den püchsen schützen ir schirm auf der Peunt, was sie der bedürfen oder zuschiessen uber jare, doch also wenn der Winckler das heist oder sicht, das sie der nottorftig sein. darfür geben sie nichtz, dann der stat meister dem zimmerman geben sie, die schützen, acht pfenning. und bedürfen ir ein jare pei siben oder acht paren, dann man ine gewönlichen zwene mit einander macht.
[71^a] Von dem Schießgraben.
So hat ein ziler im Schießgraben am Sante sein herwerk vergebens und gibt kein zins, und darumb so darf im ein paumeister nichtz flicken lassen an öffen und glesser, es wer dann, das ettwas als gantz erfaulet und abgangen wer, müst man das vernewen und in wesen haben. auch so verleicht ein erberger rat dieselben herwerk einem ziler, wie woll man das helt nach eines grabenmeisters, der dann einer des ratz ist, und nach der schützen rat, welicher tüglich darzu sei. auch so hat der ziler ein langes seil und eichen pflocken, wenn man auf den wisen scheüst, das er das für mag ziehen, das im ein paumeister also in wesen haben soll, das das alleweg vorhanden sei. was dann gepruchs an der steten, oder deck darüber, oder gelenter zu den weinstöcken ist, das soll der stat paumeister machen lassen.
Was in dem oberen gemeinen Schießgraben an den steten und dem zaun, so darumb geet, gepruchs ist, das soll der stat paumeister denselben schützen zimlich pessern und machen lassen und in wesen halten.
[71^b] Von dem lochhütter.
In das loch macht man dem lochhüeter wes im not thut von schlossen auch von kübeln zu den prysaunnen und ander nottorft in die cappelen zu der marter gehörent. so hab ich zu zeitten newe kötzen und peltz hinein kauft und machen lassen den gefangen, damit vor kelt zu behalten, und auch eissen pfannen zu den kölen, wenn der lochhütter reucht oder süst so kalt ist, das ers den gefangen mit kölen zusetzt.
Auch so kauft der lochhüter sein kölen selber auf dem marckt, der er ein jar pei dreuen oder vier fuder haben muß, darvon er auch gibt den scharwachtern unter dem rathaus und den gerichtzschreibern in das gericht. dieselben kolen bezallen im die herren auß der loßung stuben und geet einen paumeister nit an, desgleichen mit dem holtz, das lest im ein amptman des waldes sant Laurentzen pfarr mit fron herein füren, im und dem hausknecht, und gibt in auch schleißholtz zu ir nottorft ine beiden.
Nun haben die junckfrawen und geisterin, die in das loch geen, ein truhen im loch steen, darzu sie den schlüssel haben und darinnen sie behalten küss, leilach, pölster und ander geret, das sie nützen und prauchen, wenn man den gefangen das leben absaget und sie mit dem heiligen sacrament bewaren will, darzu sie dann ettlich ewig gelt von dem rathaus haben, das ein pfleger des reichen almusens ein nimpt von den lössungern und in das verrer gibt darvon dieselben junckfrawen den gefangen also gütlich thun, so man in das leben absagt und sie richten will. und solich küss und auch ander ir geret lassen sie davon waschen, pessern und machen etc.
[72^a] Von dem nachrichter.
Der züchtiger hat ein richtswert, das man im oder einem ieden, wo er es begert, auß der lossung stuben gibt, so man einen bestellt. darzu hat er ein kleins messens kriglein und ettlich eisen zu dem prant und augen ausprechen, das alles der stat ist, der ich eines teils machen hab lassen. so einer abtrit, soll man sollichs an im vordern, das ers uber antwort. was er sünst zu seinem ampt bedarf von holtz, fassen, strengen, das richten im alles die herren in der lossung stuben auß.
Ein reihen, die do geet durch und zwischen der jüden heüser herab an die Ledergassen und also ferr zwischen den heüsern biß an die Newengassen, das alles ist der gemein. dieselben reihen hab ich raumen lassen durchauß im sibentzigsten jar zu Martini und gab davon auß zu füren zwai und zwaintzig pfunt alt; die reihen war in 18 jaren nit geraumpt worden. solch unflat kümpt vill von den juden heusern und auch von irem schlachhaus, und wenn groß platzregen komen von sant Gilgen hoffe furt der regen vill santz und ertrichs herab.
Auch so ist ein heuslein hinten am sant Seboltz kirchoff, das steet auf der gemein, darinnen die hüter am Weinmarckt ir beheltnüs und wonung des nachts haben. das selb heuslein machen und decken die hüetter selber, und geet der stat paumeister nit an etc.
[72^b] Von der segmül.
Zu dem allen soll der stat paumeister bestellen ein segmül, der man dann zu der stat nottorft nit woll geratten mag, nachdem man vill pretter zu der stat nottorft bedarf; alsdann Lutz Steinlinger seliger von Thoman, mülner auf dem Newenpaw, das segrat bestunde umb dreissig güldein ein jar, darnach Hanns Coler umb sechsunddreissig pfunt novi dieselben segmül auch bestunde, als ich dann ietzunt die in das ander jar auch bestanden hab und darvon jerlichen gib viertzig pfunt novi, und laß darzu dem müllner alle jar zehen segpaum schneiden, alsdann der vertrag und zettel, die wir gegen einander gemacht und außeinander geschnitten haben, der ieder eine hat, clerlichen außweisen.
Nun zu derselben sege muß der stat paumeister bestellen ein seger, der der sege dann getrewlich wart und fürleg, doch soll er nichtz schneiden andern leutten on laub eines paumeisters. und was er andern leuten mit gunst eines paumeisters schneidt, darvon soll der seger einnemen ie von einem schnit vier pfenning, es wern dann so kurtz holtzer, mocht er minder nemen; was aber eichens holtz were, sol er sechs oder siben pfenning nemen von einem schnit. mer und minder darnach das holtz ist etc. und solich gelt dann der stat paumeister prengen und mit im abrechen und das getrewlich überantwörten und verrechen, als er des denn einem paumeister alle jar geloben und sein trew an eines aides stat darumb geben soll, alles angeverlichen.
Dar umb soll im der stat paumeister geben ie von einem schnit, den der seger schneidt der stat und andern leuten, dreu haller. auch soll der seger zu ieder rechnung einem paumeister geschriben geben, was er sider der nechsten rechnung der stat und auch ander leüten, wer die sein, und wie vill schnit er iedem geschniten hab, und [73^a] dopei was geltz er darfür eingenomen hab.
Auch soll der stat paumeister dem seger zallen oder selber geben die liecht, die er vernütz im winter, so er pei der nacht schneidet, doch gibt man im nach weiennachten auch liecht mer. so hab ich bißher ein jar eilf, zwelf oder dreutzehen pfunt liecht müssen haben dem seger.
So schneidet der seger ein jare pei 45 piß in fünftzig schock an der seg, und es gefelt gemeinlichen von der ubermaß, das der seger mit meiner gunst andern leütten schneidet uber die drei haller, die im von einem schnit davon werden etc. forderlich die zwai teil des zins, den ich ein jar von der seg gib, und zu zeitten mer, darnach und man andern leuten vill schneidet.
Der Grasser seliger hat ettwan schneiden lassen zu dem Doß und da von einem schnit geben fünfthalben pfenning, und von einem prett herauf zu füren ein pfenning, und von einer dillen drei haller, und von dreien swarten zwen pfenning, und ein segpaum kostet die zeit piß an die sege ein und fünftzig pfenning.
Man hat auch ettwan vill schneiden lassen an der hent von deffelpretter, leisten und dergleichen, und ie von einem schnit acht und neun pfenning geben. aber dieselben seger sein ser abgangen, also das man nun von einem schnit, der zweintzig und vierundzweintzig schuch lang ist, an der hent geben muß [73^b] zwelf, viertzehen und sechtzehen pfenning.
In dem fünfundsechtzigsten jar darnach bestund ich die segmül acht jar lang und schniden desselben vertrags zwu zettel von ein ander, der ich eine und die müllner die andern haben, und bestund die umb zweintzig güldein ein jare, und soll in kein segpaum schneiden lassen vergebens, aber das gelt muß ich für siben jar vor hinauß geben, und umb das acht jar hab ich ein stück mauren lassen am wasser vor der seg, das der müllner süst schuldig gewest wer zu machen.
Hiernach so steet geschrieben der vertrag und verding der segmül:
Es ist zu wissen, das sich Endres Tucher, die zeit der stat paumeister, an stat und von wegen eines erbern ratz hie zu Nüremberg vereint und vertragen hat mit Thoman Eberlein und Paulus den müllnern geprüdern, Thoman müllners seligen sün in der newen mül auf dem Newenpawe in sant Laurentzen pfarre gelegen, und das segrade doselbst unden an derselben irer mül gelegen von inen zu der stat nottorft bestanden mit sampt allem zeug darzu gehorend 8 jar lang, die nechsten nach einander komende, im fünfundsechtzigisten jare, darauf und darfür dann Endres Tucher den benanten müllnern von gemeiner stat wegen für die künftigen acht jare zins, ein summ geltz, außgericht und bare bezalt hat, doran sie woll benügt. des alles die obgenannten müllner für sich und ir erben in des gerichtz buch vor Anthoni gerichtzschreiber also bekant haben.
[74^a] Mer ist beredt worden, was in den nechsten acht jaren gepruchs im grunt oder ob dem wasser, am segrat, welpaumen, kamprat, wagen und an der hütten, darunden die seg steet, geschee. das alles sullen die benanten müllner machen lassen on der stat kost und schaden.
Was aber schadens an der stroß, schragen oder gattern, dorein das segplat gespant ist, in den nechsten acht jaren geschee, das soll ein paumeister machen lassen und auch dasselb segrat die nechsten acht jare mit schauffeln und panten vorsehen on der müllner koste.
Auch was von den segpaumen spenn gehawen und rinten geschelet wirt in den nechsten acht jaren, die süllen alle der müllner sein.
So dann die vorgeschriben nechsten acht jar also auß und vergangen sein, so soll ein paumeister den obgenanten müllnern und iren erben dasselb segrat und segen wider ledig sagen und dorpei lassen, was in der zeit und jaren doran gemacht worden were, mitsampt einem segplat, zangen, hebeissen, wenthacken und allem zeug und in aller der maß, als man das von den müllnern bestanden hat, außgenomen vier new verkeilt hacken, darinnen der gatter geet, die sein der stat; alles ongeferlichen.
Ob denn die müllner in den jaren icht zu schneiden hetten, das [74^b] soll inen ein paumeister schneiden lassen umb ein zimlichen pfenning als andern leuten ongeferlichen.
In dem fünfundsechtzigsten jar [26 Sept.] am pfintztag vor Michaels tag ist gescheen soliche bekentnüs von den müllnern und steet geschriben im gerichtzbuch mit dem. h. bezeichent an foli hundert und 34 plat.
Und dieser außgeschnitner gleichlauttender zettel hat Endres Tucher paumeister eine und die müllner die ander.
Ettwan die zeit her hab ich vill viechter und tenner pretter kauft, die achtzehen und zweintzig schuch lank sein, zu funfundzweintzig pfunt alten, und die zweiundzweintzig und vierundzweintzig schuch lanck sein, [zu] sechsundzweintzig pfund alt, doch das gewedelt holtz ist.
Dem Albrecht der stat seger hab ich geben die nechsten dreu jare alle jar zu aller heiligen tag funf pfunt alt an seinem hauszins zu stewr. nachdem ich ime von einem schnit drei haller gibe, und er aber meinet mer davon zu haben, nachdem der stat walthawer auch ietzunt grosser segpaum furet denn er vormals getan hat, hab ich im das zu einer liebung geben die jar her etc.
[75^a] Von den thieren im stat graben.
Nachdem und man lange zeit in der stat graben vor Frawenthore gehabt und noch hat ettliche thier von hirschen und hinden, die dann bißher und noch heut pei tag befolhen sein dem schaffer und anschicker, als ietzunt ist Cunrat Gürtler auf der Peunt, dem man dann bißher alle jar zu sant Thomas tag für sein müe und arbeit der thier zu warten zu vertrincken geben hat acht pfunt alt und seiner meit zehen grosch. darzu hat im ein paumeister vergünt ein ort im statgraben von dem thuren, der do steet hinter der Peunt und verzeichent ist mit dem grün.h. piß hinab an die weier im selben graben, also das er dasselb futter darvon niessen mag zu seiner nottorft, alles nach altem herkomen. das wirt pei zweien füderlein heus und ein fuder grümat.
Und was also ein schaffer und pfleger der thier und wilds im graben außgibt umb Galli den thiern für heu, habern, rüben, kraut etc. das alles soll ein paumeister im wider geben.
So mag ein paumeister der stat walthawer woll heissen, das er zu zeitten den thieren im graben auß dem wald hawe und preng der jungen foerling pei fünftzehen und sechtzehen schuch lank, doch das er die haw in dicken schechten im walde, und die in graben werf den thieren doran zu kifen; alles ongeverlichen.
Auch so ist der thier ietzunt im stat graben acht junger und alter, die kosten ein jar zu halten eins pei zwelf pfunden alt ungeverlich etc. darnach kraut, rüben und haber gerett oder theur ist.
[75^b] Von den sultzfischen zu weihennachten.
Es hat auch ein paumeister nach altem herkomen den werckmeistern und werckleuten, die der stat arbeitten, allwegen von dem heiligen crist abent gesant und ein erunge gethan mit ettlichen stücken gesültzter fisch, doch einem mer dann dem anderen, als hernach geschriben steet und süst keinem andern mer.
Item der stat werckmeister dem maurrer, der stat werckmeister dem zimmerman, der stat schaffer und anschicker auf der Peunt, der stat schmit, der stat schreinner, der statt glasser: der iedem vier stück gesültzter visch.
Der stat werckmeister dem schlosser fünf stück gesültzter fisch.
Der stat walthawer, der stat wagner, zweien der stat kalckmesser der stat püttner, zweien der stat pflasterer, der stat decker, der stat haffner, der stat seiller, der stat parlierer, der stat anschicker der stat fischer: der iedem dreu stück gesultzter fisch.
So süllen die schüssel mit den vier und fünf stücken fisch sein halb hecht und halb karpfen, und die andern schüssel in ein iede ein stück hecht und zwai stück karpfen etc. facit [76^a] alles pei achtundzweintzig stücken hechte und pei viertzig stücken karpfen, wenn man inen allen schickt.
Man nimpt gemeinlichen solich fisch von dem Knopf, der stat fischer, nemlichen pei dreien oder vier hechten und bei zehen oder zwelf karpfen, darnach die groß sein, die zalt im ein paumeister dann.
Zu solichen fischen nimpt man nach altem herkomen, und es Lutz Steinlinger seliger geschriben hat, fünftzehen maß weins, zwö maß essings. vier lot saffran. ein halbs pfunt ingepers, vier lot pfeffers, zwai lot langen pfeffers. vier lot zimet rören, ein pfunt kleiner weinperlein, zwai pfunt mandels.
Der Grasser seliger hat solich gesültzt fisch vor jaren in ein prenten lossen machen, und inen dann darauß gehen in schüssel, die ieder dann dar schickt sein anzall.
Es hat aber der Steinlinger seliger, der Coler und ich solich fisch in schüssel alleweg sültzen lassen einem ieden sein anzall, und dann den schaffer den vorgeschriben werckleuten sagen lassen und des ein stunde gesetzt umb ein oder zwu hore auf den tag am heiligen crist abent, das ein ieder sein fisch holen laß, und inen darpei befelhen, das sie die schüssel einem paumeister wider pringen.
[76^b] Was dann also ingereusch von den fischen kümpt oder stück uber pleiben ungeverlich, darvon macht im ein paumeister und seinem gesinde auch ein schüssel fisch. das alles kost pei sechs pfunt novi ongeverlichen.
[77^a] Von der werckleut wein und mett.
Nach altem herkomen so hat auch ein paumeister alle wegen gesant, das ich dann also auch halt, zu sant Johanns abent [23 Juni] zu sunbenten der stat werckmeister dem maurrer und dem zimmerman, auch dem schaffer und anschicker auf der Peunt ir iedem ein vierteil gutz metz auf der stat kost.
Zu sant Merteins abent [10 Nov.] desgleichen den obgeschriben dreien ir iedem ein vierteil guts Francken weins, alles auf der stat kost.
So hab ich inen ie zu zeitten für mich selber geschickt von meinem gelt etc. zu sant Merteins [11 Nov.] tag iedem ein gans und zu weihennachten iedem ein weck, auch zu Walpurgis [1 Mai] iedem der nachtmeister kreutzkess einen.
[77^b] Von dem hochwirdigen heiligtumb.
An dem heiligen oster abent soll der stat paumeister mit allen den taglonern auch den zimmergesellen, die er an der stat arbeit hat, verlossen wenn er inen gelönt etc. das man ine sage, das ein ieder auf den pfintztag und den ersten und nechsten werckentag nach den vier tagen küm früe auf die Peunt.
Desgleichen soll der stat paumeister bestellen einen furman, der dreu oder vier ziechpfert hab, wo ein paumeister die pfert süst an der stat arbeit nit hat etc. das die auch auf den pfintztag früe auf der Peunt sein.
Geflissen soll auch der stat paumeister sein, das er drei gut nider wagen hab, die dann fertig sein an redern und exsen, dann sie sich sich auf dem pflaster ser erschütten unter einem last; wo die geprechenlich weren, das man dann die in der vasten und vor den feiertagen zuricht und fertig.