Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg
Part 11
Dorpei soll ein paumeister bestellen und do ligent haben zu der stat nottorft allerlai wagenholtz als felg, außgehawen speich, nabholtz, lenckwit und dergleichen ein nottorft, und das ie alles zu wedel gehawen sei.
So soll der wagner einem paumeister beschriben geben, wenn er rechen will, was er gemacht hab sider der nechsten [56^b] rechnung, das soll der schaffer alleweg auch mercken, was er im zu machen geben hab etc. und der wagner soll auch nichtz machen niemant, er werd es dann geheissen von einem paumeister oder schaffer ongeverlichen.
Nun wenn also die rechnung geschicht, so gibt im ein paumeister zu trinckgelt sein knechten ie von sechtzig pfenning ein haller, oder von einem pfunt novi ein pfenning oder drei haller, dorein sich ein paumeister selber richten muß. so lest im der wagner an seinem vorbestimpten lon nichts ab prechen etc.
[57^a] Von dem haffner.
Desgleichen soll der stat paumeister bestellen ein haffner, der zu der stat öfen besech und mach allenthalben, sunderlichen auf dem rathaus, auf den beden vesten allenthalben, desgleichen auf allen versperten thürnen darauf turner sein, darzu derselben thurner ir weibern herniden, und auf der Wessel, Mang, Pleich, [den] thorwarten vor allen thor, in der wag, auf der Peunt, im loch, tuchhaus, Schießgraben, Marstall; auch des reichs amptleutten, als lebenzuchtiger, stathirten und huntschlaher etc. aber was sunst der thürn umb die stat sein, darauß man zins gibt, darzu soll der haffner nirgen kein öffen machen noch flicken; es sei dann [das] im einer ein vorzeichen pring von der stat paumeister oder schaffer, oder das der haffner das von dem paumeister oder schaffer geheissen werde ongeferlichen etc. als ietzunt Heinrich Linthner in das vier unddreissigst jar getan hat und noch thut.
Nun haben sollich offen kein bestimpten noch gesetzten lon, dann das machen doran ist ungleich, sunderlichen der grün offen macht man selten gantz new von kachelen, allein das man sie von newen setzt mit newen und alten kachelen. gibt man von einem dreu, vier un funf pfunt alt, darnach er ist, und von einem gantz newen grün offen pei zweintzig pfunt alt; aber die weissen offen, der am meisten sein, macht man zu vier, funf und sechs groschen ein ofen, und von einem [zu] flicken gibt man siben pfenning durcheinander, wie das ist, wo er neur einem ein kachel einsetzt, oder einen offen ein wenig verstreicht, so muß man im geben siben pfenning; machen die weitten geng die hochen stigen auf die thuren. so soll der haffner keinem mer dann in dem jar ein flicken oder machen thun on laub eines paumeisters.
Wenn der stat paumeister also mit der stat haffner rechen will als umb weihennachten nach alter gewonheit, so soll der haffner [57^b] beschriben einem paumeister geben, was er newer offen und wo oder wenn er sie gesetzt hab, desgleichen von flicken, wie vill oder wem er geflickt hab, und ein iedes in seinem gelt verzeichent geben.
So soll der stat paumeister geflissen sein, wem er vergünt ein ofen zu machen, das derselb den offen selber nit ab prech, sunder der stat haffner den offen abprechen loß ob es not ist, auf das, das der haffner sech, wie groß der offen vor gewest sei etc.
Auch soll der stat paumeister der stat haffner unterrichten, das er die offen mach als sie vor gewest sein, und kein gantz abprech der lenger steen mocht, und sich an der, die in den thurnen sein, rede nit keren, sunder pleiben loß was pleiben mug, und sich verantwort auf einen paumeister, was der mit im schaff das woll er thun und nit anders; es wolt dann einer einen offen selber zallen, mocht im ein haffner woll machen umb sein und nit der stat gelt.
Es gibt denn ein paumeister des haffners knechten zu trinckgelt wenn man mit dem haffner rechent, wie woll die sum geltz der offen pei dreuzehen und viertzehen pfunt novi ein jar ungeverlich treffen, aber nachdem die thüren hoch und des steigens vill ist, hab ich inen ie geben zu einer rechnung acht gross. so lest im der haffner an seiner rechnung nichtz abprechen, das ichtzit sei etc. den vorgeschriben bestimpten lon.
Ist sach, wo die leut in den thurnen ir alt öffen selber sullen [58^a] abprechen, und wissen, das man inen new öffen setzen soll, so schonen sie der alten kachel nit, und prechen der ettliche, die man woll wider ansetzen mocht, das soll man den leuten untersagen, wenn sie die offen abprechen, das sie der kachel schonen am abprechen und am waschen. mer soll der stat haffner keinem kein hellhaffen noch rorren einlegen, es woll in dann einer oder eine selber zallen von irem gelt, oder hieß ine das in sunderheit ein paumeister.
Item der kauf der verglasten knopf auf die thuren und ercker umb die stat ist fur einen thurenknopf funfundviertzig und funftzig pfenning, und fur einen erckerknopf dreissig pfenning und vier grosch, darnach sie sein, also das sie vorauß ser woll geprennt und verglast auch unden an hüten weit sein und woll decken, auch das man gut starck scheft darein prengen mug.
[58^b] Von dem glasser.
Darzu soll ein paumeister haben zu der stat nottorft ein glasser, darmit man versorgt sei, und der auch woll arbeitten künde und gute arbeit mach umb ein redlich gelt. derselb glasser soll von einem paumeister im anfang unterricht werden, das er niemantz nichtz mach on wissen und willen eines paumeisters oder des schaffers, es wer dann, das im iemant ettwas zu machen geb, das er selber zallen wolt, das mocht der glasser woll annemen zu machen, oder auf der stat kost nit etc. als dann vill jar der Pregelhan und ietzund meister Hanns N. unter dem ratthaus in das vierde jar gemacht hat.
So macht oder lest machen ein paumeister alles glasswerck auf dem ratthaus, auf den peden vesten, auch auf allen versperten thürnen und thorn, darauf thurner sein, desgleichen iren frawen herniden, mer auf der Mang, Pleich, [den] thorwarten vor allen thoren, auf dem tuchhaus, schießgraben und in der wage, der Peunt, im Marstall, Wessel, im loch, dem lebenzuchtiger, stathirten und huntschlaher, iedem nach seinem stant.
Auch so hat das glasswerck kein gesetzten lon, darzu macht man nit vill newß glasswerckes. ich hab pißher geben ie von hundert newer scheiben einzusetzen acht pfunt alt zehen pfenning, oder von einer scheiben einzusetzen als einitzlichen zwen pfenning; mer von hundert rautten von newem einzulegen dreu pfunt alt, und von einem schlechten pauren glass vier pfenning. sust ist des flickens vill und an manchen enden, dorein muß sich ein paumeister selber richten. auch soll der glasser einem paumeister eigentlichen beschriben geben, was und wohin er glesser gemacht oder gepessert habe.
[59^a] So rechent man gemeinlichen umb weiennachten alle weg ab mit dem glasser alle jar, und trift sein rechnung pei funftzehen und sechtzehen pfunt novi ongeverlich. darzu lest er im uber sechtzig pfenning oder dopei nicht abprechen; so hat er kein knecht dem man trinckgelt geben darf.
Hab ich gekauft scheibenglass zu funfthalben guldein ein tausent und darvon verglassen lassen die zwue newen krigstuben, die cantzley und losung stuben, und dem glasser davon geben zu versetzen fur sein plei und arbeit vier pfunt alt von einem hundert scheiben.
[59^b] Von dem püttner.
Ein stat paumeister muß haben einen püttner zu der stat nottorft allerlai zu machen und pinden, als dann ietzunt ist meister Wilhelm, der dann pei zwelf jaren her zu der stat arbeit gearbeit hat. dem püttner ist sein lon meist bestimpt, was man von einem ieden zu machen gibt nach altem herkomen, als hernach steet. was aber da nit bestimpt ist, muß sich ein paumeister selber einrichten.
Item fur ein newe feurkuffen 75 pfenning. fur ein newe heiltum kuffen 60 pf. fur ein newe heiltum kuffen von der stat holtz 32 pf. fur ein new küfflein auf die Pleich 35 pf. fur ein new küfflein auf die Pleich von der stat holtz 14 pf. fur ein newen kalck zuber 10 und 12 pf. fur ein newß eichen wasser vaß 3 pfunt alt. fur ein newe wasser stutzen 6 pf. fur ein newe wasser schuffen 4 pf. fur ein newe wasser gelten zum heiltum 3 haller. fur ein newen kübel unden in Luchinslant 14 pf. fur ein morter schaff und gelten new gemacht 2 pf. fur ein kübel und deck von viechtem holtz in das loch 30 pf. fur ein hoyer pogen 2, und ie fur 4 pogen 7 pf.
[60^a] fur die grossen kuffen auf der Pleich zu pinden 3 und 5 groschen.
für ein wasser vaß zu pinden und einen newen poden ein zusetzen 21 pf.
für ein wasser vaß, heiltum und fewer kuffen zu pinden 14 und 10 pf.
für ein kalckzuber zu pinden 5 pf., und von newen zu setzen einen kalckzuber und zu pinden 8 pf.
fur ein morter, fewerschaff, schuffen und gelten zu pinden von einem 1 pf.
fur alle schaff in den hütten zu dem fewer gehorent zu pinden, von einem schaff 1 pf.
Man gibt auch Sebolten Kressen alle wegen zu sant Walpurgen tag [1 Mai] ein gesetz schaff auf die vesten, das sein sechs schaff in einander steend, das gröst als ein südschaff, das kleinst ein geeltlein, und ein solich gesetz schaff kost pei vier groschen. aber es haben furgenomen die obersten heuptleut herre Nicklas Muffel, herre Hanns Coler und herre Jobst Tetzel und befolhen, dem Kressen zweintzig liderein eimer hinauf zu geben auf die vesten, das ich dann also getan hab und die schaff ab geprochen, dann die nach altem herkomen hinauf geben wurden, ob fewer außkeme, do got vor sei, das ein burkherre dann kleine schaff dobei hett etc. aber der Kreß hat durch die obgeschriben herwider zu weg bracht, das man im die schaff noch geben soll zu Walpurgis.
Es soll auch ein paumeister bestellen mit der stat püttner, das man zu dem heiltum und ettlich tag davor auf der vesten alle kuffen und schaff des Kressen oder eins burggrafen, die anders geprennt sein von der stat wegen, desgleichen dem Haugen sein kuffen pinden, des gleichen auf der Peunt, alle wasser vaß auf den kerren und kuffen zu dem fewer und heiltum, auch in allen fewrhütten alle schaff [60^b] nemlich bei dem Tiergartner thore, Luginslant, innern Lauffer thore, im Marstall, auf der Peunt, pei dem innern Frawenthor, innern Spittallerthor und dem Irhertürlein.
Wo dann ein mercklicher tag sust im jare her verrempt oder vill herschaft sust herkomen solt, so soll der stat paumeister ettlich tag vor zu allen kuffen, wasser vassen und fewer schaffen sehen lassen, und die pinden und vertigen lassen, dadurch kein pruch doran sei, der gehindern mocht.
Die wannen in dem Wilpat auf der Schüt, die sein alle halb der stat hie, und halb des wilpaders der dorinnen ist, und was also pruchs daran ist, das soll der wilpader halbs zallen, so zalt das ander halb teil der stat zinsmeister und nit der stat paumeister, als nach altem herkomen.
Nun also wenn ein paumeister mit der statt püttner rechen will, so soll der püttner einem paumeister beschriben geben, was er von newen gemacht oder sunst gepunden hab zu der stat nottorft sider der nechsten rechnung etc. so gibt im ein paumeister zu trinckgelt ie von sechtzig pfenning ein haller oder von vier pfunt alt drei haller.
So ist ein püttner zu der Leynburg, genant Paulus Haß, der hat lange zeit und noch wenn man seiner arbeit bedarf, einem paumeister [61^a] geben ie ein gesetz schaff, das sein sechs stuck, fur drei groschen, und ein morter schaff und gelten fur zwen pfenning, auch ein morter zuber fur zwelf pfenning, das alles ist föllig und gut gemacht. was derselb Paulus Haß also einem paumeister herein zu der stat nottorft füret und gibt, das lest der amptman des walds durchgeen; wo er aber solliche arbeit sust herein furet zu verkauffen, so pfenten ine die knecht und amptman doran, wo sie des gewar werden etc.
[61^b] Von dem schreinner.
Auch so soll ein paumeister bestellen und sein abrede haben mit einem schreinner, der zu der stat nottorft mach wes dann not sei, als der meister Ulrich Kawr lange zeit und ietzunt Herrman Wagner, schreinner, in das vierd jare auch thut. so hat eines schreinners lon und arbeit kein bestimpt noch gesetzt gelt, dann es ist allerlai kleins und mancherlai arbeit von fenster ramen zu pesseren und etlich new zu machen, und allerlai posselwerk. und wenn ein paumeister im jare dann mit im rechent, so soll er einem paumeister beschriben geben, was und wohin er ein iedes stück gemacht hab. so gibt man sein knechten zu trinckgelt ie von einem pfunt novi zwen pfenning oder drei haller. der schreinner soll auch niemantz nichts machen auf der stat kost on wissen und heissen eines paumeisters oder schaffers.
[62^a] Von der stat seiler.
Mer soll ein paumeister bestellen einen seiler, der zu der stat nottorft mach und gebe wes not ist, auch das er gute arbeit mach darmit man bewart sei, und die auch in gleichem gelt geb, als dann ietzunt meister Mertein in der Eisgruben ettwan vill jar her getan hat. und sünderlich so haben des seilers arbeit eines teils gesetzt gelt nach altem herkomen, als hernach steet, und alles von seinem zeug fur hanf und arbeit etc. was aber kein bestimpt gelt het, muß sich ein paumeister selber einrichten.
Item von rangseilen, eselseilen, lein, zugseilen, alles von newen geschwungen seinem zeug, ie von einem zentner schwer gemacht viertzehen pfunt alt, und zu zeitten sechtzehen pfunt alt, zweintzig pfunt ein zentner schwer.
Fur die mangseil, auch von geschwungem newem seinem zeug, dreitzehenthalb pfunt alt einen zentner schwer.
Mer hat man geben von kriegseillen, die von gehecheltem zeug gemacht sein, ie für ein pfunt acht pfenning.
Für ein newes eselseil von seinem zeuge 35 pf.
Von eselseillen, zugseilen auf thürnen den thürnern zu ir speis und holtz etc. die man von alten der stat seillen mit newen des seillers zeug über zeugt, ie von einem zentner schwer acht pfunt alt und 9 und 10 pfunt alt.
Fur sechsklefterige seil zu den schnellern unter die thör, ie drei oder vier pfenning für ein klafter.
Für ein hengseil vier pfenning ein klafter.
Für dreuzehen klefterige seil zu den schlachglocken sant Sebolts und sant Laurentzen, ie für ein klafter vier pfenning.
[62^b] Fur einen sillstrank sechs pfenning.
Fur ein afterstrank drei und vierdhalben pfenning.
Haller und pfenning strick auch in irem gelt.
Fur ein klafter glöckelseil den thürnern ein pfenning, und fur zwue klaftern drei haller.
Fur ein klewel rebseil, das ist lank sechtzig klafter, zwelf und vierzehen pf.
Fur drei klafter rötelschnür den zimmerleuten und pleischeit snür den steinmetzen ie fur ein 1 pfenning.
So sol ein paumeister sich alle wege versehen, das er allerlai seil ein nottorft gemacht hab do ligent, wenn man etwaß zu der stat nottorft bedarf, das der zwei oder dreu do sein.
Es soll auch ein paumeister ein fürsorg do ligent haben zehn oder funftzehn zentner hanfs, ob pruch geschee oder theurer wurd, das man dann zu der stat nottorft versorgt were. ein zentner hanfs gilt bei zehen, ailf und zwelf pfunden alt darnach er gut ist.
Hanf und allerlai seil groß und klein seien auf der Peunt in dem mittel langen hauß in einer versperten kamern, darzu der Gürtler die schlüssel hat.
[63^a] Auch soll der seiler niemantz nichtz geben auf der stat kost on wissen und willen eines paumeisters oder schaffers.
Wenn ein paumeister mit dem seiller dann also rechent, so soll der seiller einem paumeister eigentlich beschriben geben, was er von seillen und strengen zu der stat nottorft geben hab oder an was ent. und wenn die rechnung also geschicht, so gibt man seinen knechten zu trinckgelt von einem pfund novi drei schlecht haller ongeverlichen.
So hat man der stat seiller alleweg vergündet zu arbeitten in dem zwinger, der do ist zwischen dem Tiergarten und dem Newenthor, dorinnen er noch also arbeit unter der verdachten meurren doselbst, wann es ist kein zeug in demselben zwinger als in den andern etc. so geet er in dem vorwerck vor Tiergartner thore auß und ein in demselben zwinger, und hat auch ein aigen schlüssel darzu zu demselben thore.
[63^b] Von pesten seillen zu dem prunnen auf der vesten.
Mer hat man vor zeitten geben für zwai pesten prunnseil zu dem radprunnen auf der vesten und fur ein ein kleines prunnseil zu dem prunnen unter alt Nüremberg pei dreuundzweintzig pfunt alt, aber die grossen seil giengen nit lenger dann pei sechtzehen oder achtzehen wochen. so hab ich, die weil und ich paumeister gewesen pin, ie fur zwei pesten prunn seil zu dem prunnen auf die vesten, der eins pei achtundzweintzig klafter lanck ist, und fur zwai pesten prunnseil zu dem prunnen pei dem eusern Frawenthor, der an des Widersteins haus steet, geben sechsundviertzig pfunt alt zehen pfenning, und rechen der klein seil eins für fünf grosch und der grossen eines für zweiundzweintzig pfunt alt etc. derselben grossen seil am ratprunnen auf der vesten geet ein pare pei anderthalb jaren, aber man muß ie warten und sie umbkeren wenn sein nöt ist etc. soliche seil hab ich machen lassen Eckart Steinpach den seiller, der hat mir der dreu pare gemacht solicher grossen seil.
Derselben grossen pesten prunnseil soll alleweg ein pare auf der vesten im sale an einem rick oder stangen hangen und warten; wenn man dann die anhengt soll man als palde ein ander pare an die stat auf die vesten in sale hencken.
Und wenn dann also not ist, die newen seil ein zu ziehen aber die seil umb zu keren, so soll der stat paumeister zwen zimmergesellen hinauf senden und ine haller strick oder rebsnür geben zu den seillen, das sie die seil einziehen; darzu sollen inen die thorwarten im sloß helfen. und wenn sie ein newes par seile einziehen, so soll man das alt pare seil auf die Peunt füren lassen.
[64^a] So soll der burkherre auf der vesten und die thorwarten in gutter acht haben, die seil und das rat an demselben prunnen, ob icht pruchs doran were, das sie das der stat paumeister zu wissen thun etc.
[64^b] Von der stat schlötfeger.
Auch so hat der Steinlinger seliger, als er paumeister ward, ein abrede gehabt mit dem Thauben Öttlein, dem schlöt und rauchloch veger, und den bestellt zu der stat schleten also, wenn er zwenunddreissig feget und außkeret, so soll im ein paumeister geben acht pfunt alt. also ist derselb Thauben Öttlein noch an dem ampt und ich halt es also mit ime nach altem herkomen.
Derselb schlötfeger soll kein schlöt fegen, er thue es dann mit wissen und gehaiß eines paumeisters, dann man lest auf der stat kost niemant sein schlöt fegen dann auf den peden vesten, auch allen thürnern auf den versperten thürnen und iren weibern herniden, des gleichen auf dem rathaus allenthalben und im loch, allen thorwarten auf den prücken, auf der Peunt, im Marstall, auf den stroffthürnen und im Schießgraben, auch dem nachrichter, leben, huntschlaher, den zweien stathirten, in den gefencknussen und auf dem thuren neben dem Marstall.
Was süst schlett auf andern thürnen umb die stat und süst in der stat zinsen sein, der lest man kein fegen, dann der stat zinsmeister soll die selben thüren und herberk mit der unterscheid verlassen, das man ir keinem weder gleser, öffen noch schlett machen, pessern noch fegen lest, dann das ein rat sider und als pald nach dem krieg also fürgenomen hat etc. und vor nit also gewest ist.
Es soll auch der stat schlöttfeger auß der stat nit ziehen noch außwendig arbeitten on wissen und willen eines paumeisters.
[65^a] Zu sant Gallentag [16 Oct.] thut der schlötfeger gemeinlich einem paumeister gehorsam und gelobt im wider ein jare hinfür; so gibt im ein paumeister zu leikauf zwelf oder viertzehen pfenning.
So ist in dem neunundsechtzigisten jare hie gewest zu sant Laurentzen tag [10 Aug.] ein schlottfeger, genant Endres Dür von Nördling, den ließ ich 85 schlett fegen allenthalben, der sie dann ser sauber macht und keiner leitter bedorft. darvon gab ich im vierundzweintzig pfunt alt.
[65^b] Von der stat schleiffer.
Auch soll ein paumeister sein abred haben mit einem schleiffer irgen in der stat do es gelegen ist, der do die gesellen fürder vor andern leuten und in gut schneiden mach, als dann der Stockel, schleiffer, ettwan vil jar here und noch schleift den zimmergesellen an der stat arbeit. dem hat man nach altem herkomen geben und gibt zins noch ie von hundert schneiden, die er macht, fünf grosch oder fünfunddreissig pf. mit dem schleiffer soll ein paumeister alle jar auf das minst ein moll oder zwir abrechen und inen bezallen, und dann sein knechten zu trinckgelt geben ein vierteil weins, das sie die gesellen dester ee fürderen wenn sie komen etc. darzu soll ein paumeister bestellen, das die zimmergesellen an der stat arbeit ein kerben haben, doran sie die schnit schneiden so oft sie schleiffen lassen; desgleichen soll der schleiffer auch ein kerben haben dergleichen, doran man solich schnit schneidt.
Ich hab gemeinlichen ein jar müssen zallen pei fünf hundert schnit, die man überall geschliffen hat den zimmergesellen mit peiheln, hobeleisen und anderm etc.
Nun hab ich ein schliffstein auf der Peünt im werckhaus lassen zu richten, darauf sie zu zeiten einer dem andern auch helfen mügen iren zeug zu schleiffen, also das sie nit alleweg auf die schleiffmüll lauffen dürfen etc.
[66^a] Von der stat nachtmeister.
Ein paumeister soll auch acht haben, weliche die redlichsten nachtmeister hie sein, das er dieselben dann für andere prauch, wo er dann der bedarf, alsdann der Jorg Lobensin ettwan vill jar her der stat gearbeit hat und noch thut.
So muß man alle jar das heimlich gemache im loch dem lochhütter raumen lassen, und das soll ein paumeister in acht haben, das es geschee in der kelt und zu zeitten, so der lochhüter am minsten gefangen hab, oder dem lochhüter am ebensten sei. es ist bißher gewonlich gescheen alleweg zwischen weiennachten und unser lieben frawen tag liechtmess. wenn sie das raumen, so gibt man inen nach altem herkomen acht pfunt alt und ire recht darzu, zwue maß weins, vier maß piers und kess und prott, auch schebe und stro und liecht, das kost auch bei sibentzig pfenning. das verrichten sie alleweg in einer nacht und ee.
Auch so soll ein paumeister in acht haben und alle jar die gemeinen heimlichen gemach, die auf der Pegnitz sein do die mann und frawen auf geen, einß raumen und saubern lassen, alleweg umb Martini ee und die kelt angeet so mügen sie es recht saubern und gewinnen. dovon gibt inen ein paumeister sechtzig pfenning. der gemache und heuslein ist eines hinter dem Wildpat, eines pei dem Schießgraben, eines pei der Mang, eines pei der parfüsen prücken, eines auf dem Sweinmarckt, eines pei der steinen prücken, eines bei dem Irhertürlein.
Item im zweiundsechtzigisten jar am sambstag nach Elisabeth hab ich von dem gemach im Schießgraben geben ein nacht von vierhundert und zehen schaffen zu tragen auf den stege doselbst ie von zweien schefflein drei haller, und für ire recht, wein, piere, prott, liecht, stro etc. [66^b] bei fünftzig pfenning.
Item im dreuundsechtzigisten jare vor Walpurgis hab ich von dem gemach im gewanthaus geben anderhalb nacht von vierhundert schefflein ie von einem ein pfenning, und für ire recht etc. pei fünftzig pfenning.
Item im dreuundsechtzigisten jare nach Walpurgis hab ich von sechsundviertzig gemachen geben, die auf der vesten und also gerings umb die stat von den thürnen und der innern statmeur in die zwinger geen allenthalben, das ein zu graben dorpei und zu raumen, die sider, als man zelt nach Cristi gepurt im 45 jar, der minderen zall nit geraumt wären worden und sere unlustig in zwingern darvon was, desgleichen bei den thoren in vorwercken, gab ich ie von einem in das ander zwenunddreissig pfenning und sechtzehen pf. hinüber padgeltz.
Item man gibt in dem gemach auf der Peunt zu raumen ie von einem schefflein drei haller nach altem herkomen und ire recht etc. im fünfundsechtzigisten jar nachsten umb liechtmess hab ich in geben von 980 schefflein doselbst ie von dreuen schefflein fünf haller.
Item im sibenundsechtzigisten jare zu sant Paulus bekerung tag hab ich in geben von vierhundert und zehen schefflein von des Holpers haus und heimlichen gemach ie von einem schefflein ein pfenning und ire recht etc.