Einführung in die moderne Logik. Erster Teil.
Chapter 10
Es giebt sicher zwei Erkenntnisquellen, das Wort im weitesten Sinne genommen: nicht Quellen, aus denen wir die Erkenntnisse schöpfen, sondern Ausgangspunkte, zwei verschiedene Ausgangspunkte für unser Erkennen, die dasselbe bedingen und seinem Inhalte nach bestimmen. Das sind einerseits die Empfindungen als Erkenntnismittel der Aussenwelt und die Bewusstseinsvorgänge als Erkenntnismittel der Innenwelt, beide zusammen das ausmachend, was wir als Erfahrung bezeichnen können, wenn wir darunter eben den Ausgangspunkt für das Erkennen verstehen. Diesen stehen anderseits die Eingebungen gegenüber. Die Erkenntnis ist natürlich von beiden verschieden. Sie ist Sache des Denkens, der Vernunft, und besteht weder in einer blossen Umformung der Empfindungen, wie Condillac und die Sensualisten meinen, noch in einer blossen Umformung der Bewusstseinsvorgänge. Dass uns die Eingebungen, die nur dem hochentwickelten Bewusstsein zuteilwerden können, in den an die Erfahrung sich anschliessenden Formen des Denkens gegeben werden, hindert natürlich nicht, sie als Ausgangspunkt für das Erkennen in dem erörterten Sinne zu betrachten.
Sechsundzwanzigste Untersuchung.
Religiöse Erkenntnisse.
Nimmt man an, dass es künstlerische und wissenschaftliche Inspirationen giebt, so wird man auch den religiösen Inspirationen seine Anerkennung nicht versagen können. Die Religion ist, ganz allgemein gefasst, das Bewusstsein von der Verbindung des Menschen mit Gott und ein auf Grund dieses Bewusstseins eingeleiteter Verkehr des Menschen mit Gott, der in der rückhaltlosen Hingabe des Willens, der Person, des ganzen Wesens an Gott seinen Grund hat und in einer persönlichen Beziehung zu Gott besteht. Wird nun unter Gott, wie es in der Religion der Fall ist, das über der Welt der Erscheinungen erhabene Wesen verstanden, in dem alles wirkliche Sein und alle Wahrheit ihren Grund hat, so ist begreiflich, dass gerade auf religiösem Gebiete die Inspirationen die grösste Rolle spielen. Sie sind von der Religion ihrem wahren Wesen nach unabtrennbar. Das kann man nur leugnen, wenn man dieses Wesen völlig verkennt oder in sein Gegenteil verkehrt. In allen weltbewegenden Religionen treten Seher, Propheten auf, die sich solcher von Gott empfangener Inspirationen rühmen. Sofern sie eine neue religiöse Bewegung herbeiführen, nennen wir sie Gründer, Stifter der Religionen oder Verbesserer, Reformatoren. Der Inhalt ihrer Inspirationen sind keineswegs, nicht einmal grösstenteils, Zukunftsbilder, sondern die ganze Natur und Menschenwelt umspannende Gedanken, die über das eigentliche Wesen und die Wahrheit der Dinge, d. h. über ihre Stellung und Bedeutung für die Gesamtheit des Wirklichen oder im System der Wahrheit Licht verbreiten. Sie haben deshalb zu allen Zeiten das lebhafte Interesse des Philosophen geweckt, dem es um die Erkenntnis des Wesens und der Wahrheit der Dinge zu thun ist.
Allerdings sind diese Gedanken in erster Linie praktischer Natur, denn die Religion ist zunächst eine praktische, das Gefühl und den Willen angehende Angelegenheit. Aber sie schliessen die umfassendsten und bestimmtesten theoretischen Voraussetzungen ein, ohne die sie Halt und Bestand verlieren und bei deren Veränderung sie selbst völlig verändert werden. Und diese theoretischen Voraussetzungen sind nicht etwa darum wahr, weil sie sich praktisch für das Gefühl und den Willen bewähren. Der Wert der Praxis liegt gerade darin, dass diese Voraussetzungen wahr sind. Wie alles in der Welt, so erhält auch sie ihren Wert nur durch die Wahrheit, die sie natürlich nicht verbürgen und garantieren kann. Es ist eine den Religionsbegriff verflachende und entleerende Auffassung, wenn man erklärt, die Religion bestehe in blossen Gefühlen, und wenn man sie in diesem Sinne mit Gesinnungen verselbigt. Als ob Gesinnungen ohne theoretische Grundlagen denkbar wären! Gewiss, das Wesen der Religion, ihr Herz und ihre Seele besteht nicht in theoretischen Anschauungen, nicht in Lehren, sondern in der persönlichen Hingabe der Menschen an Gott, in dem Opfer seiner selbst. Aber wie verschieden ist doch die stoische Hingabe an den Weltlauf, die auch von den Stoikern als Gehorsam gegen Gott bezeichnet wird, und die christliche Ergebung in den Willen Gottes! Worin liegt die Verschiedenheit? Nun darin, weil die diesen Gesinnungen zugrunde liegende Lehre eine andere ist. Heilswahrheiten sind nicht wahr, weil sie uns Heil bringen, sondern weil sie wahr sind, deshalb bringen sie uns Heil. Der Glaube als rückhaltlose Hingabe an Gott setzt die Erkenntnis Gottes als der rückhaltlosen Hingabe an uns voraus. Er soll den Frieden des Innern und die Kraft zum sittlichen Handeln bringen. Aber man kann nicht auf Probe glauben, abgesehen davon, dass das keine rückhaltlose Hingabe wäre. Mit andren Worten: die Erkenntnis, auf der der Glaube beruht und die uns seine Wirkung verbürgt, ist nicht um dieser Wirkung willen wahr, und der diese Erkenntnisse einschliessende Glaube erhält nicht durch diese seine Wirkung seine Wahrheit. Dass der Glaube seine Wahrheit nicht erhält durch seine Wirkungen, geht schon daraus hervor, dass die Wirkungen rein psychologisch auch eintreten, wenn der Glaube falsch ist, d. h. wenn die in ihm enthaltene Annahme, also das intellektuelle Element in ihm, nicht wahr ist. Ohne dieses intellektuelle Element, dass Gott ist, dass er die Liebe ist, kommt kein Glaube zustande, ohne dasselbe kann er keinen Augenblick bestehen. Ist es nicht wahr, so ist er Trug, Täuschung, Einbildung, also völlig wertlos, trotz seiner guten Wirkungen.
Aber hat das intellektuelle Element, von dessen Wahrheit wir reden, in der Religion nur Bedeutung als Voraussetzung, als bedingender Bestandteil? Muss man nicht vielmehr sagen, die Wahrheit sei das Einzige, was um seiner selbst willen geschätzt werden müsse, alles andere könne nur darum geschätzt werden, weil es wahr ist (nur weil es wahr ist, ist es ja auch wirklich)? Wir sprechen von wahrer, wirklicher Liebe, von wahrer, wirklicher Sittlichkeit, von wahrem, wirklichem Menschsein und meinen damit eine Liebe, wie sie sein soll, eine Sittlichkeit, wie sie sein soll, einen Menschen, wie er sein soll. Das ist natürlich Wahrheit in andrem Sinne; Wahrheit als Übereinstimmung mit einem Ideal. Aber im höchsten Sinne ist Liebe, Sittlichkeit, Mensch nur wahr, insofern sie eine Stellung in der Gesamtheit des Wirklichen haben, die durch das System der Wahrheit bestimmt wird, also als Glieder des Reiches der Wahrheit -- nur insofern haben sie eine ewige Bedeutung und einen unvergänglichen Wert. Insofern ist dann die Wahrheit alles in allem, das einzige, das wahrhaft höchste Gut. Dieser höchste Sinn der Wahrheit muss auch für die Religion gelten. Als einzelne Wahrheit oder Teilwahrheit ist sie blosse Voraussetzung, bedingender Bestandteil der Religion; als Wahrheit im höchsten Sinn ist sie auch für die Religion alles. Was Voraussetzung, bedingender Bestandteil und insofern Anfang für Glaube, Liebe, Sittlichkeit, Religion ist, dass muss auch das Ende, das höchste Ziel sein. In diesem höchsten Sinne wird in der christlichen Religion Gott als die Wahrheit bezeichnet und die Erkenntnis mit dem ewigen Leben verselbigt, oder das ewige Leben auf die Erkenntnis zurückgeführt. »Das ist das ewige Leben, das sie Dich erkennen und den Du gesandt hast, Jesum Christum.« In diesem höchsten Sinne des Wortes Wahrheit wird dann auch in der christlichen Religion alles auf Gott, den König im Reiche der Wahrheit, bezogen, alles sub specie aeternitatis betrachtet, alles nach seiner ewigen Bedeutung im Gegensatze zu dem vergänglichen Scheine ins Auge gefasst und gewertet. In diesem höchsten Sinne des Wortes Wahrheit endlich wird alle Wahrheit in der christlichen Religion als auf Eingebung, Inspiration, Offenbarung beruhend betrachtet.
Für die Erkenntnis der Wahrheit in diesem höchsten Sinne gilt dann freilich auch wieder Glaube, Liebe und Sittlichkeit als Bedingung. »Wer meine Worte hält und danach thut, der wird erkennen, dass sie wahr sind«. Insofern muss zugestanden werden, dass die Wahrheit wohl an sich, nicht aber für uns das höchste Gut ist. Für uns ist die Sittlichkeit ein höheres Gut als die Wahrheit und hinwiederum die Seligkeit, der Friede, ein höheres Gut als die Sittlichkeit. Denn nur wenn wir die Seligkeit oder den Frieden erlangt haben, können wir sittlich leben, und das sittliche Leben hinwiederum ist Bedingung der Erkenntnis der Wahrheit im vollen Sinne des Wortes. Insofern gilt der Primat des Willens, nicht der Primat des Intellekts; insofern können wir auch die beiden letzten Glieder der für das Zustandekommen des Glaubens wichtigen Reihe notitia assensus (Einsicht) fiducia umkehren und sagen notitia fiducia assensus, was übrigens auf den alten Satz von der fides quaerens intellectum hinauskommt.
Man unterscheidet Eingebung und Offenbarung. Eingebungen, Inspirationen werden einem Einzelnen zuteil, und wenn dieser sie andren mitteilt als von Gott stammend oder auf Inspiration beruhend, so werden sie Offenbarungen genannt. Kann der, dem die Eingebung zuteil wird, diese wirklich als Eingebung erkennen? Will man das bezüglich der künstlerischen und wissenschaftlichen Eingebungen nicht leugnen, so ist kein Grund vorhanden, es für die religiösen Eingebungen zu bestreiten. Dass der religiös Inspirierte seine Eingebungen auf Gott zurückführt, spricht nicht dagegen. Gott ist ihm der König und Herrscher im Reiche der Wahrheit, und vom Gläubigen wie von dem Künstler und Gelehrten gilt, dass er sein ganzes Sein und Wesen von diesem Reiche der Wahrheit zu Lehen trägt und nur als Glied dieses Reiches ein Sein und Wesen besitzt. Wie alle Dinge, so stehen auch die bevorzugten Menschen, die Künstler, Gelehrten und religiös Inspirierten unter dem unmittelbaren Einflusse dieses Reiches und werden von ihm unmittelbar berührt. Warum sollten sie nicht eine Einsicht und darum eine wirkliche Erkenntnis davon gewinnen können, dass ein in ihnen auftauchender Gedanke nicht das Ergebnis ihres Nachdenkens, noch weniger das Endglied einer rein mechanisch sich vollziehenden Association, sondern etwas wirklich Neues ist, das nur jenem geheimnisvollen Reiche der Wahrheit entstammen kann, das wir um des überzeitlichen Charakters aller Wahrheit willen annehmen mussten?
Können auch diejenigen, denen die Eingebung als von Gott stammend verkündigt wird, eine Einsicht davon gewinnen, dass sie wahr ist, können sie mit andren Worten eine Einsicht davon gewinnen, dass der Verkündende die Wahrheit sagen kann und sagen will? Denn diese Einsicht ist der einzige Weg, auf dem wir uns von der Wahrheit einer Mitteilung durch andre, sofern sie eben eine Mitteilung ist und bleibt, überzeugen können. Massgebend hierfür und entscheidend ist einzig und allein der Eindruck der Persönlichkeit des Verkündigers nach seiner sittlichen und religiösen Seite. Es giebt und gab zu allen Zeiten Persönlichkeiten, die in beider Hinsicht einen überwältigenden Eindruck auf uns ausüben, solange wir uns gegen solche Eindrücke nicht verhärtet und abgestumpft haben, wie wir ja auch gegenüber dem Eindrucke der Wahrheit, dem Einleuchten oder der Evidenz blind und gleichgültig werden können. Wenn wir jenen überwältigenden Eindruck erfahren, dann ist es einfach konsequent, jedenfalls einzig vernünftig, dass wir ihren auf Religion und Sittlichkeit sich beziehenden Aussagen rückhaltlosen Glauben schenken oder sie auf Grund dieser mittelbaren Einsicht für wahr halten -- was auch immer geschieht, wenn nicht die eigenen Neigungen und Interessen jenen Aussagen widerstreiten. Ob wir unmittelbar von der Wahrheit dieser Aussagen eine Einsicht oder Erkenntnis gewinnen können, ist eine andere Frage, die aber für den Religiösen nur eine untergeordnete Bedeutung hat. Jener überwältigende Eindruck wird bei ihm ein Ergriffensein des Gemüts und Sichunterwerfen des Willens zur unmittelbaren Folge haben, das eine Verstärkung durch die unmittelbare Einsicht in die Wahrheit jener Aussagen schwerlich und nie, sehr häufig und leicht aber eine Abschwächung erfährt, da die unmittelbare Einsicht in die Wahrheit selbst die Gefahr mit sich bringt, die Wahrheit zu einer blossen Verstandes- oder Kopfwahrheit herabzusetzen. Darum begnügt sich der Religiöse gern und freudig mit der äusseren Einsicht in die Wahrheit der Offenbarung, die sich darauf stützt, dass der die Offenbarung Verkündigende die Wahrheit sagen konnte und sagen wollte.
*Schluss.*
Man wird sagen, unsere Darlegung sei Metaphysik. Gewiss mit Recht! Wir kennen keine andren Wahrheiten als die einen überzeitlichen Charakter haben, und Wahrheit in diesem Sinne ist Metaphysik, auch wenn man sie durch ihre unlösbare Verbindung mit dem Erkennen davor schützt, Ding an sich zu sein. Wer die Metaphysik in diesem Sinne leugnet, für den giebt es keine Wahrheit mehr. Er ist unrettbar dem Skepticismus verfallen. Oder nicht? Man sagt, Wahrnehmungen, die sich bewähren, sind wahr, wie die Wahrnehmung, dass Digitalis den Puls herabsetzt, Chinin Fieber beseitigt. Oder Wahrnehmungen, die sich als Teil einem widerspruchslosen System von Sätzen einordnen lassen, sind wahr. In beiden Fällen werden aus den Wahrnehmungen Erfahrungen. Das erstere ist die empiristische Wahrheitstheorie, das letztere die rationalistische. Aber es fragt sich, woher wir wissen, dass etwas sich bewährt, das etwas sich einem widerspruchslosen System von Sätzen einordnen lässt. Doch nur daraus, dass es uns einleuchtet und wir es einsehen. Was immer uns aber einleuchtet und was immer wir einsehen, das leuchtet uns ein, oder das sehen wir ein als eine Wahrheit, die für alle Zeiten und darum auch für alle Denkenden gilt. Das Sichbewährende ist, wie alles induktiv Erschlossene, nur wahrscheinlich, das Widerspruchslose nur möglicherweise wahr. Oft wenn die Verhältnisse einfach überschaubar sind, haben wir schon bei der einzelnen Wahrnehmung eine Einsicht in die Wahrheit. Wir erkennen z. B. sofort, dass der glühende Ofen verbrennt, dass Wasser aus Wasser- und Sauerstoff besteht; ebenso dass gleichseitige Dreiecke gleiche Winkel haben, dass Peripheriewinkel die Hälfte der Centriwinkel ausmachen. Dort bedarf es nur Einer Wahrnehmung, hier nur einer beliebig gewählten Figur. Das Probieren, Versuchen der Wiederholung einer Wahrnehmung oder ihrer Einordnung in ein System hat seinen Wert: die Wiederholung, um unsere Lebenszwecke zu sichern und zu fördern, die Einordnung, um ein Erkenntnisideal zu verwirklichen; aber beides ist kein Prüfstein der Wahrheit.
NAMEN- UND SACHREGISTER.
*A.*
*Abhängigkeit* völlige aller Dinge von Gott S. 51.
*Absehen* nicht das Wesen der Abstraktion S. 21, -- von dem in den Sinnenbildern der Ausdehnung und Bewegung und den entsprechenden Kategorien enthaltenen irrationalen Element S. 49, 57--58.
*Abstraktion*, worin sie besteht S. 21--22, -- geht der Generalisation voran, durch sie gewinnen wir unter anderm auch die wesentlichen Merkmale S. 9, -- sie schafft neue Einzelgebilde des Denkens, ist verschieden von den negativen Urteilen S. 21--22.
*actio in distans* S. 68.
*Allgemein* nicht dasselbe mit wesentlich S. 8.
*Allgemeingültigkeit* Folge der überzeitlichen Geltung S. V, 5.
*Analyse und analytisches Verfahren* nur die Kehrseite des Zieles des Erkennens, seine bloss formale Folgeerscheinung S. 24, -- thut dem Erkennen, nicht Genüge S. 27, 29; warum man alle Urteile für analytische halten könnte S. 26 und 27.
*Analogieschluss*, ob notwendig für die Erkenntnis fremder Bewusstseine S. 67.
*Animismus* S. 12.
*Ansteckende Wirkung* der Gefühlsäusserungen und Gefühle S. 67--68.
*Anerkennen* der erkannten Wahrheit Pflicht S. 43--44.
*Anfang* und Vorhandensein in der Zeit S. 50.
*Aperçu* und Intuition, inwiefern dem Blick für das Wesentliche ähnlich S. 10, -- inwiefern von ihm verschieden S. 80.
*Aphaireisthai*, *abstrahere* s. *Abstraktion*.
*Aristokratisches Prinzip* in der Natur: das Vollkommnere nicht das Stärkere siegt S. 75--76.
*Aristoteles* gegen die Trennung des Erkennens vom Gegenstand S. 1, -- gegen die Trennung von Leib und Seele S. 54, -- seine Kategorienlehre, in der das sinnfällige Wirkliche die erste Rolle spielt S. 45, 47, -- unbewegter Beweger S. 30, -- kein Begriff ohne Phantasievorstellung S. 55, 59.
*Aristoteliker*: Prädikat der allgemeinere Begriff S. 27.
*Art*, inwiefern sie zu den Prädikabilien gehört S. 46.
*Assensus*, inwiefern ihm die fiducia vorangeht S. 85.
*Associatives Wissen* S. 65.
*Association* der Willensimpulse mit den Sinnenbildern S. 12.
*Aufgenötigt*, *aufgedrängt*, Empfindungen, Gedanken, auch Eingebungen; aber nicht das Einleuchten, die Einsicht S. 22, 38, 78, 80.
*Augustins* veritates aeternae S. 7.
*Ausdehnung*, Sinnenbild und Begriff derselben S. 11, irrationales Element in der Ausdehnung S. 48.
*Aussenwelt*, was darunter nicht zu verstehen ist S. 52, 57; wir haben von ihrer Existenz, nicht von ihrer Beschaffenheit eine unmittelbare Einsicht S. 53; warum wir bezüglich der Aussenwelt nicht leicht von einer Einsicht sprechen S. 61, 62 und 55; sie steht mit unserm Bewusstsein in untrennbarem Zusammenhang S. 56 und 63.
*Ausgangspunkte* zwei verschiedene für unser Erkennen, Erkenntnismittel nicht eigentliche Erkenntnisquellen S. 81--82.
*Ausserwesentlich* das Zufällige, das Notwendige zum Teil, ob es zum Seienden gehört oder nicht S. 46.
*B.*
*Bacon* und die Methode der Naturwissenschaften S. 9.
*Bedeutung* der überzeitlichen Geltung der Wahrheit S. 4, -- von Raum und Zeit für das Reich der Wahrheit S. 30, 50, -- der Zeit S. 5, 62.
*Begriff* von Ausdehnung und Bewegung verschieden von den entsprechenden Sinnenbildern und Vorstellungen S. 11--12, -- von Punkt, Linie, Fläche, Geist desgleichen S. 14; -- umfasst die wesentlichen Merkmale S. 21, 7--8, -- umfasst nicht alle Merkmale, die einem Ding und nur ihm zukommen S. 8, 46, -- der Religion S. 69, 82; -- der Philosophie S. 15--17. Der _Eine_ Begriff, welcher die Stellung der Dinge im System der Wahrheit bestimmt, und unsere Begriffe S. 15, 18, 21.
*Begriffsworte* enthalten eine Wissensdisposition, die betreffenden Urteile fällen zu können S. 11.
*Believe* Dafürhalten, S. 71.
*Berkeley* über die Dinge als Gedanken Gottes S. 53, 54.
*Berührung* enthält ein irrationales Element a) als Bestandteil der Ausdehnung, b) als Bestandteil der Substanz S. 48--49.
*Beschränktheit* als seiendes Nichtsein S. 47.
*Bewegung*, Sinnenbild und Begriff derselben S. 11; irrationales Element in der Bewegung S. 48.
*Beweis* für die Existenz der Aussenwelt S. 54--56.
*Bewusstheit* Wissen des Bewusstseinsvorgangs um sich selbst S. 58, -- uneigentliches, nicht namentliches, nicht begriffliches Wissen, keine Einsicht oder Erkenntnis S. 59, -- hat einen übergreifenden Charakter S. 60--61, -- analog dem Bewusstsein des Ich und Selbst von sich S. 63, -- ist die Erscheinung der Bewusstseinsvorgänge im Bewusstsein, die sich in der Reflexion wiederholt S. 64, -- kommt bei der Übertragung der sinnlichen Vorstellungen auf die Bewusstseinsvorgänge zur Geltung S. 59.
*Bewusstsein* der Wahrheit S. 6; unser Bewusstsein und die fremden Bewusstseine S. 61; Ich- und Selbstbewusstsein S. 63.
*Beziehung* auf die Objektivität gleich Bewusstsein der Wahrheit S. 6--7, -- setzt zwei Glieder voraus S. 28, -- eine Kategorie S. 28.
*Bild*, was ihm eigentümlich ist S. 17.
*Bildliche* Vorstellungen S. 59.
*Blick des Geistes für das Wesentliche*, eine Abstraktion (s. d.) S. 9; -- schafft, erzeugt ein neues Gebilde des Denkens, ist Voraussetzung der Urteile der zergliedernden, der verbindenden, der negativen S. 13, 21, 14, -- vermittelt die Übertragung der sinnlichen Vorstellungen auf die Bewusstseinsvorgänge S. 60, -- erste Stufe des Erkenntnisvorgangs, noch keine Erkenntnis S. 20, 21; doppelte Funktion dieses Blickes: Vereinzelung, Zusammenfassung, Trennen, Zusammenschauen S. 13, 21.
*Blinde* Überzeugung, worauf sie sich gründet S. 34, -- Gewissheit, wodurch von der einsichtigen verschieden S. 36, -- Wissensinhalte sehr zahlreich S. 65, 25.
*Brentano* über äussere und innere Wahrnehmung S. 58.
*C.*
*Caput mortuum* das Ding an sich, ein toter Punkt S. VI.
*Cartesius* Trennung von Leib und Seele S. 1, 54.
*Causari* hervorgebracht werden, verschieden von sequi folgen S. 32.
*Christliche* Ergebung und stoischer Gehorsam S. 83, -- Religion, Mittelpunkt derselben S. 79; inwiefern sie Gott als die Wahrheit erklärt S. 85.
*Commercium immediatum animarum* unmittelbare, gegenseitige Beeinflussung der Bewusstseine S. 68.
*Condillac* S. 82.
*Criterium quo cognoscitur* -- das, wodurch wir erkennen, die Einsicht, Kennzeichen der Wahrheit im uneigentlichen Sinne S. 24.
*Criterium secundum quod cognoscitur* -- das, gemäss dem wir erkennen, das Einleuchten Kennzeichen der Wahrheiten im eigentlichen Sinne S. 24.
*Cues* Nikolaus v., ideelle Existenz der Dinge wahrer als die zeiträumliche S. 7.
*D.*
*Definition* der Empfindung unmöglich ohne Zuhülfenahme körperlicher Vorgänge S. 54, -- der Wahrheit gewöhnliche, a) falsche Auffassung b) richtige Auffassung S. 1, 2. Was gehört in die Definition? S. 8.
*Denken*, inwiefern Gegenstand der Logik S. IV.
*Denkgesetze* Formalgesetze: das Gesetz des Enthaltenseins und des Grundes S. 33.
*Denknotwendigkeit* oft nur Folgerung aus der Gewissheit S. 39, -- in keinem Falle Grund unserer Einsicht in die Wahrheit S. 40, 41, 42.
*Descartes* s. Cartesius.
*Ding an sich* ein ungereimter Begriff S. VI, -- führt zu einer Auffassung der Definition der Wahrheit, die alle Erkenntnis unmöglich macht S. 1, die Wahrheit nicht Ding an sich S. 5, 6, 31.
*Dinge im Allgemeinen* S. 50.
*E.*
*Eckhart* S. 7.
*Eigenschaft*, das Eigentümliche derselben S. 28, warum sie ein Selbstständiges voraussetzt S. 41, und Proprietät S. 46.
*Einbildung* und Eingebung S. 81.
*Einbildungskraft* schöpferische verschieden von Eingebung S. 77, 78.
*Eingebung* verglichen mit dem Einleuchten, dem Blick für das Wesentliche, der Einsicht S. 10, 78, 80, -- noch kein Erkennen, vielmehr Ausgangspunkt (zweiter) für das Erkennen S. 81, 82, wann Gedanken Eingebungen sind S. 79, 81, worin die Eingebungen ihren Grund haben S. 81.
*Einheit* Gesetz der Einheit S. 30, 31, -- Kategorie S. 47; -- gebrochene in der Natur S. 57, 73 -- des Bewusstseins S. 61.
*Einleuchten* und *Einsicht*, Verschiedenheit beider S. 22, 23, 24, Einleuchten keinerlei Zwang S. 22, 34, 38, 43, 80, -- verglichen mit Inspiration und Auffassen der Inspiration S. 78, -- wirklich oder bloss vermeintlich S. 35, 36, 37, 38; Schein des Einleuchtens, wie beseitigt S. 37; Einleuchten unmittelbar oder mittelbar S. 37, 38. Einsicht innere und äussere S. 71, 87. Einleuchten keine Erkenntnis, Grund der Erkenntnis S. 22, 34, 38, Einleuchten Massstab, Kennzeichen der Wahrheit; das, nach dem wir über Wahrheit und Falschheit urteilen S. 24.
*Einsicht* Erkenntnis S. 23, Sehen, Wahrnehmen der Zusammengehörigkeit S. 34, -- verschieden von Urteil, Bewusstsein der Wahrheit, Gewissheit S. 23, keine wahrscheinliche oder zweifelhafte Einsicht möglich S. 35, 36 -- hat keine Grade S. 36, -- unmittelbare in die Existenz der Aussenwelt S. 53 -- in die religiös-sittliche Beschaffenheit eines Andern S. 70, diese der Grund, dass wir seinen Aussagen über Religion und Sittlichkeit Glauben schenken S. 87, -- subjektiv wie die Gewissheit S. 23; inwiefern kann die unmittelbare Einsicht grundlos, inwiefern der Grund der Einsicht, das Einleuchten, als subjektiv bezeichnet werden? S. 31, die vorausgehende Einsicht für die nachfolgende Reflexion eigentliches Kennzeichen der Wahrheit (criterium secundum quod), Einsicht an sich genommen nur uneigentlich sogenanntes Kennzeichen der Wahrheit (criterium quo) S. 24.
*Einzelwirklichkeit* -- Gegensatz Gesamtwirklichkeit S. 4, Gesamtheit des Wirklichen S. 15. Gesetze für das Einzelwirkliche; auch das Gesetz des ausgeschlossenen Dritten gilt nur für das Einzelwirkliche S. 29.