Einfache Erzählung von dem schrecklichen Absturze des Schrofenberges und der dadurch erfolgten Verwüstung bei Brannenburg im August 1851 Zum Beßten der Verunglückten

Part 2

Chapter 2565 wordsPublic domain

Was aber die Regierung in ihrer Weisheit und Wohlthätigkeit vornehmen sollte, um diesen armen Gemeinden zu Hülfe zu kommen, um ihre in der Ebene gelegenen Felder vor einer gänzlichen Verschüttung zu bewahren, wäre, den Lauf des Baches so viel als möglich von der Schönau aus bis zum überschütteten Dörflein Gemeinde zu räumen, und wo er in die Ebene mündet, eine gut vorgenommene Regulirung zu unternehmen, mit festen Dämmen versehen, um die allmälige Fortspülung der Steine und des Schuttes gegen den Inn zu erleichtern.

Empfangen Sie, mein lieber Herr Benefiziat! diese Bemerkungen mit Nachsicht und als Beweis, mit welchem Interesse ich Alles lese, was Sie über unsere schöne Gegend zu schreiben gedenken.

Leben Sie recht wohl Ihr Freund

Cäsar Pallavicini.

[B] Nach dem Tode des letzten Grafen von Preysing aus Brannenburg, Max _VI._, am 14. August 1841, verkauften dessen Erben das Allodialgut Brannenburg in einer Versteigerung am 29. Juli 1843 an Ihre königl. Hoheit die verwittibte Frau Kurfürstin von Bayern Maria Leopoldina, geb. Erzherzogin von Oesterreich, für 293,000 fl. Diese ließ das ohnehin gut gebaute Bräuhaus mit einem Aufwande von mehr als 10,000 fl. erweitern und zweckdienlicher einrichten, und erbaute eine Viertelstunde vom Dorfe weg, auf eigens dazu angekauftem Grunde, vom Bauer zu Thann am Wege gen St. Margrethen den schönen Sommerbierkeller, der über 30,000 fl. kostete.

Am 23. Juli 1818 wollte die alte hohe Frau von München auf ihr Landgut Kaltenhausen bei Salzburg reisen. Vor ihrer Abreise hatte sie schon eine Ahnung von einem Mißgeschicke auf dieser Reise und hatte als gute Christin sich darauf vorbereitet. Als sie an besagtem Tage Nachmittags halb zwei Uhr von Wasserburg den jähen Gasterberg hinauffahren wollte, kam ihr von oben herab ein Salzfuhrwagen, an dem die Hemmkette gebrochen war, im schnellsten Laufe entgegen. Im eiligen Ausbeugen ihres Wagens fiel solcher um; die alte Frau erlitt zwar keine Beschädigung; aber der plötzliche heftige Schrecken mag ihr einen Schlagfluß zugezogen haben; sie wurde in ein nahestehendes Häuschen gebracht, wo sie nach wenigen Minuten verschied. Ihre Leiche ward auf ihrem Gute Stepperg bei Neuburg an der Donau beigesetzt. Brannenburg kam an ihren jüngeren Sohn, Max Graf von Arko. Dieser, ein außerordentlicher Jagdfreund, hatte zu seinem Jagdbezirke um Brannenburg auch die königl. Jagden von Aurdorf, Fischbachau und Bayerisch-Zell gepachtet, und überdieß auch den Jagdbezirk von Landl und Thiersee im Tyrol -- die sogenannten Kommandantenjagden von Kufstein; und hatte diese Jagden in den trefflichsten Stand gesetzt und große Summen darauf verwendet. Durch die bekannten übermüthigen Frevel des tollen Jahres 1848, wurden wie überall auch diese Jagdbezirke gänzlich verwüstet, und dieses schmerzte ihn so sehr, daß er seine 3 Landgüter Brannenburg, Zinneberg und Hohenburg an den Herrn Grafen Fabio Pallavicini verkaufte.

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Haufe und Haufen

ausserordentliche und außerordentlicher

Holzer Häuschen and Holzerhäuschen

nemlich and nämliche

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geändert wurde "durch die tufsteinartige und zusammengehäufte" in "durch die tuffsteinartige und zusammengehäufte" (Fußnote A)

geändert wurde "Ebene, genannt »die Schön,« die aber" in "Ebene, genannt »die Schön«, die aber" (Seite 4)

geändert wurde "unsere alte 92jährige Meßners-Wittwe," in "unsere alte 92-jährige Meßners-Wittwe" (Seite 5)