Part 10
Auch der große Neptunmond bewegt sich rückläufig um seinen Hauptplaneten, und zwar ist bei ihm die Bahnebene noch weit mehr als bei den Uranusmonden nach der andern Seite »umgekippt«. Ist die Neigung dieser letzteren Bahnen etwa gleich 98°, so begegnen wir hier einer solchen von 143°, so daß sie sich schon auf der andern Seite wieder der Normalebene der Planetenbewegung nähert. Die geheimnisvolle Wirkung, deren Spuren wir an diesen Grenzgebieten des Sonnensystems erkennen, hat hier also am stärksten eingegriffen.
Mit Neptun sind wir an der letzten Grenze des uns bekannten Sonnensystems angelangt. Aber schon seit längerer Zeit vermutet man, daß wir damit die wahren Grenzen noch nicht erreicht haben. Verstärkt wird in neuerer Zeit diese Vermutung durch die Entdeckung der kleineren Monde bei Jupiter und Saturn, die deren Systeme so sehr erweitert haben, und durch die merkwürdige, prinzipielle Ähnlichkeit im Aufbau aller dieser Systeme. Die Ausdehnung des Jupitersystems hat sich in unserer Kenntnis durch die Entdeckung des VIII. Mondes seit der des allbekannten IV. Mondes fast um das Zwanzigfache erweitert, und das des Saturn, der bereits von dem schon längere Zeit bekannten Monde Japetus in ungewöhnlich großer Entfernung umkreist wird, ist seitdem durch die Entdeckung des 10. Mondes, Phöbe, um das Vierfache vergrößert worden. Es ist gar kein Grund einzusehen, weshalb nicht der ungeheuere Raum bis zu unserer Nachbarsonne, dem Sterne Alpha im Zentauren, noch mit einer ganzen Reihe von Planeten ausgefüllt sein sollte. Bis zu dieser nächsten Sonne sind es nach neueren Messungen noch 270000 Entfernungen unserer Sonne von uns oder 9000 Neptunsweiten. Bis zur Hälfte dieser Entfernung könnte sich also unser System noch ausdehnen, ehe ein Weltkörper zum Überläufer in das Nachbarreich werden könnte, wenn die Kraft der Herrscherin über dieses von ähnlicher Größe ist wie die der unsrigen, was annähernd der Fall ist. Für das System von Alpha Centauri, fand man die Masse, die der Gesamtanziehung aller ihm angehörigen Körper entspricht, gleich 1,8 Sonnenmassen.
Man hat schon seit längerer Zeit den Versuch gemacht, wenigstens von dem nächsten dieser vermuteten _transneptunischen Planeten_ durch seine Wirkungen auf bekannte Körper des Systems eine Spur zu entdecken. Durch etwaige Abweichungen der Bewegungen des Neptun selbst von der Theorie nach dem Rezept, durch das Adams und Leverrier den Neptun selbst errechnet hatten, war hier schwerlich etwas anzufangen, weil Neptun zu seiner Entdeckung und bei seiner langsamen Bewegung bisher nur ein zu kleines Stück seiner Bahn zurückgelegt hat, um daraus Unregelmäßigkeiten jener Art nachweisen zu können. W. H. _Pickering_ ist deshalb in jüngster Zeit noch einen Schritt weiter zurückgegangen und hat durch ein graphisches Verfahren Störungen dieses gesuchten Planeten nachzuweisen versucht, die er über Neptun hinaus auf Uranus und selbst vielleicht noch Saturn ausübt. Man wird es verstehen, daß zwei Planeten, die sich in ihrem Laufe gelegentlich überholen, so aufeinander wirken müssen, daß sie _vor_ ihrer größten Nähe zueinander sich in einer bestimmten Richtung beeinflussen, die _nach_ dieser Stellung sich umkehren muß. Die Abweichungen von der Theorie durch einen noch unbekannten Körper müssen also Wellenlinien zeigen, die seinen Ort verraten können. Pickering untersuchte zunächst die Bewegungen von Uranus und Saturn ohne Rücksicht auf die Störungen des Neptun und hätte dadurch in der Tat das Vorhandensein des Neptun nachweisen können. Dieses Verfahren, auf die für die Wirkung des Neptun korrigierten Bewegungen des Uranus und Saturn angewandt, ergab wirklich kleine, wellenförmig verlaufende Ausweichungen, die von einem solchen Planeten jenseits der Neptunbahn herrühren könnten, wenngleich die geringe Größe der Ausweichungen, die für Uranus 4′′ nicht übersteigen und für Saturn nur noch 1′′ bis 2′′ betragen, die Frage mit einer größeren Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu entscheiden vermag. Der Ort des vermuteten Planeten würde für 1900 etwa in 106° Länge gewiesen sein, und dieser müßte sich in ungefähr 373 Jahren um die Sonne bewegen.
Außer den Planeten, die durch solche unbekannten Körper gestört werden können, gibt es aber noch viele andere, dem Sonnensystem angehörige Körper, die sogar weit über die Neptunbahn hinauswandern und also jenem problematischen Körper gelegentlich nahekommen können, um dann zu andern Zeiten in unserer Nähe sichtbar zu werden: die _Kometen_. Viele dieser Gestirne sind durch die bekannten Planeten derart aus ihrer Bahn gelenkt worden, daß man diesen Einfluß genau ermitteln und angeben kann, wie und wann diese »Störung« vor sich gegangen ist. Von Jupiter weiß man, daß er nicht weniger als 23 Kometen »eingefangen« hat; für Neptun kennt man fünf. Nun gibt es aber noch eine Gruppe von Kometen, deren gegenwärtige Bahnen durch den Einfluß solcher transneptunischen Planeten wohl entstanden sein könnten. In diesem Sinne hat man schon vor etwa einem Jahrzehnt einen Planeten vermutet, der in einem Abstande von etwa 50 Sonnenentfernungen in 360 Jahren, also nicht sehr verschieden von dem Pickeringschen Planeten, die Sonne einmal umkreisen würde. _Grigull_ in Münster hatte diesen Planeten, den er so errechnet hatte, sogar schon Hades getauft und seinen Ort in der Nähe des Frühlingspunktes angegeben. Ebenso hatte _Forbes_ schon vor längerer Zeit den Ort eines solchen Körpers berechnet, und man hat danach photographisch auf der Kapsternwarte geforscht, aber mit negativem Resultat. Gegenwärtig sind weitere rechnerische Versuche in dieser Richtung angestellt worden, so von dem Pariser _Gaillot_ und dem Amerikaner _See_. Nach diesen könnten mehrere Planeten jenseits des Neptun vorhanden sein. Nach See hätte der nähere dieser Körper, für den er den Namen Ozeanus vorschlägt, einen Abstand von nur 41¼ Sonnenentfernungen, also nur die anderthalbfache Entfernung des Neptun, ein zweiter stände dagegen in etwas weniger als der doppelten Entfernung, 56 Einheiten, und darüber hinaus sei vielleicht noch ein dritter in 72 jener Einheiten vorhanden. Diese drei Planeten vollenden ihren Umlauf in 272, 420 und 610 Jahren. Auch der Pariser Rechner kommt für die beiden ersten Planeten zu ähnlichen Zahlen, d. h. zu 45 und 60 Abständen von der Sonne. Ob diese Rechnungen jemals durch wirkliche Entdeckungen bestätigt werden, bleibt höchst zweifelhaft. Befänden sich diese Körper selbst noch innerhalb der Grenzen der Empfindlichkeit unserer entdeckenden photographischen Platten, so würde man sie für kleine Fixsterne halten, weil ihre sehr langsame Bewegung sie als Punkte wie die Fixsterne wiedergäbe. Es müßte schon ein besonderer Zufall die Entdeckung begünstigen.
So sind wir also am Ende unserer Betrachtungen über das Sonnenreich angelangt. Wir sind darin den verschiedenartigsten Himmelswesen begegnet, von denen allem Anschein nach nur unsere nächsten Nachbarn beiderseits, Venus und Mars, engere verwandtschaftliche Züge mit unserer Erdenwelt besitzen. Wir unterschieden dann die inneren Planeten, Merkur, Venus, Erde, Mars, von den durch den Hauptschwarm der Asteroiden getrennten äußeren Planeten, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, in deren Weltorganisation wir uns nur noch schwer versetzen können, schon weil sie wegen ihrer bedeutenden Größe und der geringen Dichtigkeit ihrer Massen ganz andere physikalische Verhältnisse aufweisen, als wir sie auf der Oberfläche unseres Weltkörpers kennen. Unter den äußeren Planeten bildeten dann wieder einerseits Jupiter und Saturn, andererseits Uranus und Neptun Untergruppen, die charakteristische Unterschiede zeigten. Bedeutungsvoll erschien uns ferner die Ähnlichkeit in den Anordnungen der beiden großen Mondsysteme des Jupiter und Saturn mit der des Sonnensystems selbst. Jene sind, zwar nicht pedantisch genau – denn die Natur wiederholt sich überhaupt niemals sozusagen photographisch –, doch bis in auffällige Einzelheiten prinzipiell gleichartig aufgebaute, kleinere Weltsysteme, die sich dem größeren angliedern, wie sich denn im ganzen Weltgeschehen immer kleinere Wellenzüge auf die größeren, sie nur kräuselnd, setzen. Alles wiederholt sich, aber nichts gleicht sich. Unendliche Vielseitigkeit in wunderbarer Einheit des weltbeherrschenden Prinzips!
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Sachregister.
Abendstern 31
Abplattung der Erdpole 38
– des Jupiter 74
– des Mars 46
– des Saturn 85
– des Uranus 96
Abstand des Merkur, mittlerer 19
Abstände der Jupiter-Monde 83
Achilles 73
Achse der Ellipse, große und kleine 17
Adams 98
Albedo der Erde 38
– des Jupiter 76
– des Mars 52
– des Merkur 25
– des Neptun 99
– des Uranus 96
– der Venus 32
Alpha im Zentauren 14. 100
Anblick des Jupiter 75
Ansen des Saturn 89
Ansichten des Saturn, perspektivische 88
Antoniadi 48
Äquatorgeschwindigkeit des Jupiter 75
Ariel 97
Arrhenius 53
Asteroidenring 68
Asträa 62
Atmosphäre des Jupiter 75
– des Mars 51
– des Merkur 22. 24
Bahn der Erde 38
– des Mars 45
– der Venus 32
Bahnelemente 17
Bahnexzentrizität des Jupiter 74
Benennung der Jupitermonde 82
Barnard 66. 74. 82. 83. 89. 96. 99
Bewegungen der Jupitermonde 82
Bode-Tituiussche Regel 13. 61
Cassinische Trennung 88
Ceres 62
Chlorophyll auf dem Neptun 97
– auf dem Uranus 97
Deferent 8
Deimos 60
Dichtigkeit des Jupiter 76
– des Mars 46
– des Saturn 85
– des Uranus 96
Dicke des Ringsystems des Saturn 89
Dimensionen des Ringsystems des Saturn 89
Dione 93
Drehung des Jupiter 79
Durchmesser des Eros 65
– des Jupiter 74
– der Jupitermonde 82
– des Mars 46
– des Merkur 19. 21
– des Neptun 99
– eines kleinen Planeten 66
– des Saturn 85
– des Uranus 96
– der Venus 32
Ebene der Marsbahn 47
Ekliptik 15
Ekliptikal-Karten 64
Elongation des Merkur 16
Enckesche Trennung 88
Entfernung der Erde von der Sonne, mittlere 38
– des Jupiter 74
– des Mars 45
– des Saturn 85
– der Venus 25. 31
Ephemeriden 63
Epizykel 8
Erde 37
Erdring 44
Eros 37. 68
Erscheinung der Jupiter-Monde 80
Exzentrizität der Erde 38
– des Mars 45
– des Merkur 17
– des Saturn 85
Fernrohr 20
Flammarion 48
Fleck auf dem Jupiter, roter 78
Flecken des Mars 46
– des Merkur 22
– des Saturn 86
– der Venus 33
Forbes 102
Frühlingsanfang 41
Gaillot 102
Galilei 79. 88
Galle 98
Gastheorie, kinetische 54
Gauß 61
Geschwindigkeit der Erde 42
– der Saturnringteile 91
Gesetz der Gravitation 11
– Keplers 10
Grigull 101
Größe des Jupiter, scheinbare 74
Hades 101
Hall 59
Harding 62
Hebe 62
Hektor 73
Hencke 62
Herschel 95
Hinks 71
Hipparch 9
Hochflächen des Mars 59
Höhe der Venusatmosphäre 33
Holden 91
Hyperion 94
Inhalt des Merkur, körperlicher 22
Intramerkurieller Planet 27
Jahreslänge 37
Jahreszeiten 39
Jahreszeitenlänge auf dem Mars 47
Japetus 94
Juno 62
Jupiter 74
Kanäle des Mars 55
Karte des Mars 48
– des Merkur 23
Kepler 9. 10
Knotenlänge 18
Kohlensäure des Mars 53
Kometen 15
Konjunktionen des Merkur 19
Konjunktion des Merkur, obere 19
– des Merkur, untere 19
Kopernikus 9
Kopp 84
Länge des Perihels 17
Laplace 95
Laplacesche Weltbildungshypothese 60
Leverrier 28. 98
Lichtschwankungen des Eros 71
– des Japetus 94
– der Jupitermonde 82
Lichtsignale des Mars 59
Lowell 50. 55. 56. 96
Mars 45
Marsäquator 47
Maße des Erd-Mond-Systems 72
Masse des Jupiter 74
– der Venus 32
Meere des Mars 50
Melotte 84
Merkurdurchgang 26
Meteore 16
Meyer, W. F. 84
Milchstraßensonnenschwarm 12
Mimas 92
Mond der Erde 43
– des Jupiter, V. 83
– des Jupiter VI. 83. 84
– des Jupiter VII. 84
– des Jupiter VIII. 84
– des Jupiter IX. 84
– des Neptun 99
– der Venus 35
– des Jupiter 79
– des Mars 59
– des Uranus 97
Mondfinsternis 44
Morgenstern 31
Moulton 30
Nachtseite der Venus 34
Natur der Saturnringe 91
Neigung der Bahn 18
– des Jupiter 74
– des Saturn 85
Neptun 98
Newcomb 27. 29
Newton 9
Newtonsches Weltgebäude 11
Niederungen des Mars 59
Nilüberschwemmung 43
Oberfläche des Merkur 22
Oberon 97
Olbers 62. 67
Opposition 45
– des Eros 69
Ozeanus 102
Palisa 64
Pallas 62
Parallaktische Aufstellung 20
Parallaxe der Sonne 38
Patroklus 73
Perihel des Merkur 17
Periheldurchgang der Erde 38
Perihelzeit des Merkur 18
Perrine 83. 84
Phasen des Merkur 18
Phasenwechsel der Venus 31
Phöbe 95
Phobos 60
Photographien des Mars 50
Photograph. Aufnahme kleiner Planeten 65
Piazzi 61
Pickering 55. 94. 95. 100
Planetarium nach Ptolemäus 7
Planeten-Abstände 12
Planetenentdeckungen 63
Planeten, sonnenferne 12
– sonnennahe 12
Planeten-Störungen 27
Planetoid 62
Polarflecke des Mars, weiße 47
Polarkreis 40
Radiusvektor 17
Rechenbureau der Berliner Sternwarte 63
Rechtläufig 8
Regenzeit 42
Rhea 93
Ringe des Saturn 87
Rotation des Merkur 23
Rotationszeit der Venus 34
Rydberg 71
Säkulare Bewegung der Länge des Perihels 27. 38
Satelliten des Saturn 92
Saturn 85
Schäberle 99
Schiaparelli 22. 56
Schiefe der Ekliptik 39
Schleierring ~C~ des Saturn 89
Schleifenbildung 8
See 102
Seeliger 30
Sonnenfinsternis, totale 44
Sonnenparallaxe 14
Stefans Gesetz 52
Sternschnuppenringe 16
Sterntag der Erde 47
Stillstandspunkte 8
Streifen des Saturn 86
Tageslänge auf Jupiter 77
– auf Merkur 23
Temperatur des Mars 53
Terminator des Mars 59
Tethys 93
Themis 94
Tierkreislicht 28
Titan 93
Transneptunische Planeten 100
Trennungslinie der Saturnringe 91
Tropfen, schwarzer 26
Umbriel 97
Umdrehungszeit des Mars 47
Umlauf des Mars 45
Umlaufzeit der Jupitermonde 83
– des Mars 45
– des Merkur 18. 19
Umlaufzeiten, kommensurable 68
Umschwungsbewegungen der Saturnringteile 91
Umschwungszeit des Saturn 86
Uranus 95
Venus 31
Venusdurchgang 36
Verhältnis zwischen Land und Meer 43
Verteilung der Planeten 68
Vesta 62
Villiger 34
Vogel 24
Vulkan 28
Wallende Bilder 21
Weltsystem des Ptolemäus 6
Wendekreis des Krebses 41
– des Steinbocks 40
Winde des Mars 51
Winnecke 35
Witt 69. 72
Wolf 65
Wolken des Merkur 24
Wolkendecke 32
Wolkengebilde des Jupiter 75
Zeichnungen des Saturn, schematische 88
Zeiß in Jena 20. 93
Zodiakallicht 28
Zone, gemäßigte 41
– heiße 41
– kalte 41
Die vornehmste Forderung der Zeit ist, daß die jetzige und kommende Generation mit einer besseren naturwissenschaftlichen Bildung gewappnet ist, als es im 19. Jahrhundert der Fall war!
Was die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten Großes geleistet hat, muß in den kommenden Jahren der Allgemeinheit so nahe wie möglich gebracht werden. Jedermann tut darum gut, sich dem »=Kosmos=«, der bedeutendsten Vereinigung von Naturfreunden (Sitz in Stuttgart), anzuschließen. =Die Pflichten der Mitglieder sind sehr klein=, sie bestehen nur in der Leistung eines
_jährlichen Beitrages von M 4.80_
(Beim Bezug durch den Buchhandel 20 Pfg. Bestellgeld, durch die Post Porto extra.)
Demgegenüber sind _=die Rechte der Mitglieder ungleich größer=_:
Die Mitglieder erhalten laut § 5 als Gegenleistung für ihren Jahresbeitrag =im Jahre 1910 kostenlos=:
I. =Kosmos, Handweiser für Naturfreunde.=
Erscheint zwölfmal jährlich. Reich illustriert. Preis für Nichtmitglieder M 2.80.
II. =Die ordentlichen Veröffentlichungen.=
Nichtmitglieder zahlen den Einzelpreis von M 1.– pro Band.
Koelsch, Pflanzen zwischen Dorf und Trift. Meyer, Die Welt der Planeten. Dekker, Auf Vorposten im Lebenskampf I. Floericke, Säugetiere fremder Länder. Weule, Die Kultur der Kulturlosen.
III. =Das Recht=, die außerordentlichen Veröffentlichungen des laufenden Jahres und die Veröffentlichungen früherer Jahre oder sonstige im »Kosmos« den Mitgliedern regelmäßig angebotene Werke (darunter solche von W. Bölsche, Dr. K. Floericke, J. H. Fabre, Prof. Gustav Jäger, Dr. B. Lindemann, Prof. Sauer, E. S. Thompson, Hofrat Dr. Wurm u. a.) zu einem =ermäßigten Subskriptionspreise= zu beziehen.
=Jede Buchhandlung= nimmt Beitrittserklärungen entgegen und besorgt die Zusendung. Gegebenenfalls wende man sich an die Geschäftsstelle des Kosmos in Stuttgart.
=Jedermann kann jederzeit Mitglied werden; bereits Erschienenes wird nachgeliefert.=
§ 1. Die Gesellschaft Kosmos will in erster Linie die Kenntnis der Naturwissenschaften und damit die Freude an der Natur und das Verständnis ihrer Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres Volkes verbreiten.
§ 2. Dieses Ziel sucht die Gesellschaft zu erreichen: durch die Herausgabe eines den Mitgliedern =kostenlos= zur Verfügung gestellten naturwissenschaftlichen Handweisers (§ 5); durch Herausgabe neuer, von hervorragenden Autoren verfaßter, im guten Sinne gemeinverständlicher Werke naturwissenschaftlichen Inhalts, die sie ihren Mitgliedern =unentgeltlich= oder zu =einem besonders billigen= Preise (§ 5) zugänglich macht usw.
§ 3. Die Gründer der Gesellschaft bilden den geschäftsführenden Ausschuß, den Vorstand usw.
§ 4. =Mitglied kann jeder werden=, der sich zu einem Jahresbeitrag von M 4.80 = K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 (exkl. Porto) verpflichtet. Andere Verpflichtungen und Rechte, als in dieser Satzung angegeben sind, erwachsen den Mitgliedern =nicht=. Der Eintritt kann =jederzeit= erfolgen; bereits Erschienenes wird nachgeliefert. Der Austritt ist gegebenenfalls bis 1. Oktober des Jahres anzuzeigen, womit alle weiteren Ansprüche an die Gesellschaft erlöschen.
§ 5. Siehe vorige Seite.
§ 6. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der =Franckh'schen Verlagshandlung, Stuttgart=, Pfizerstraße 5. Alle Zuschriften, Sendungen und Zahlungen (vgl. § 5) sind, soweit sie nicht durch eine Buchhandlung Erledigung finden konnten, dahin zu richten.
Kosmos
Handweiser für Naturfreunde.
Erscheint jährlich zwölfmal – 2–3 Bogen stark – und enthält:
=Original-Aufsätze= von allgemeinem Interesse aus sämtlichen Gebieten der Naturwissenschaften. Reich illustriert.
=Regelmäßig orientierende Berichte= über Fortschritte und neue Forschungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaft.
=Auskunftsstelle. – Interessante kleine Mitteilungen.=
=Mitteilungen über Naturbeobachtungen=, Vorschläge und Anfragen aus dem Leserkreise.
=Bibliographische Notizen= über bemerkenswerte neue Erscheinungen der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur.
Dazu die illustrierten Beiblätter:
=_Wandern und Reisen. Aus Wald und Heide. Photographie und Naturwissenschaft. Technik und Naturwissenschaft. Haus, Garten und Feld._=
Der »Kosmos« kostet Nichtmitglieder jährlich M 2.80. =Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt.=
Im Jahre 1910 erhalten die Mitglieder außer der reichhaltigen Vereinszeitschrift (jährlich 12 umfangreiche, reich illustr. Hefte) die folgenden ordentlichen Veröffentlichungen =kostenfrei=:
Pflanzen zwischen Dorf und Trift
Von Dr. Adolf Koelsch
Mit zahlreichen Abbildungen nach Naturaufnahmen.
=In farbigem Umschlag M 1.–, gebunden M 1.80=
Die Forderung weiter Kreise nach intimer Kenntnis der landschaftlichen und naturwissenschaftlichen Verhältnisse der Heimat wird immer dringender. Deshalb wird dieser lebensvoll geschriebene botanische Führer großen Beifall finden. – An einem Tauwettertag führt uns der Verfasser hinaus und erzählt uns von dem Erwachen der Natur. Die Frühlings- und Sommertage benutzt er, um uns das =unbebaute= Land an trockenen, feuchten und an sehr nassen Orten zu schildern: die Flora der Wegränder, Raine, sonnigen Hügel, steinigen Hänge, Straßengräben, Bach-, Fluß- und Seeufer, Sumpfgräben zieht in liebevoll ausgeführten Bildern an uns vorüber. Ihnen folgen floristische Lebensbilder des =bebauten= Landes mit seinen Baumgärten, Getreidefeldern, Wiesen, Weinbergen usw. – Indem der Verfasser die einzelnen Vegetationsgebiete Monat für Monat durchgeht, macht er sich zum Begleiter des Lesers, der ihn bald dahin, bald dorthin führt, um zu zeigen, wie im Laufe des Jahres die Flora jedes einzelnen Gebietes sich ändert, wie zu dem Alten Neues hinzukommt usw. Naturgemäß berührt der Verfasser eingehend die anatomischen, morphologischen und physiologischen Verhältnisse der Gewächse und läßt auch erdgeschichtliche und andere Fragen, die die Pflanzenkunde berühren, nicht außer acht.
Die Kultur der Kulturlosen
Von Professor Dr. K. Weule
Direktor des Museums für Völkerkunde in Leipzig
Mit einem farbigen Umschlagbild und zahlreichen Originalbildern.
=Geheftet M 1.–, gebunden M 1.80.=
Die Völkerkunde ist ein überaus interessantes Gebiet, dessen Bekanntschaft das Werk des hervorragenden Forschers vermitteln will. Insbesondere will es die Anschauung zerstören, als ob die Kulturvölker roh, unbeleckt, unzivilisiert, bar aller technischen und geistigen Errungenschaften und nur wenig oder gar nicht über die Anfänge dessen, was wir Kultur nennen, herausgekommen seien.
Wenn auch jene Völker auf den Gebieten der Technik, der Kunst und der Wissenschaft noch nicht die stolze Höhe des Europäers von heute erreicht haben, so besitzen sie doch die Eigentümlichkeit, manchen Zug aus der entwicklungsgeschichtlichen Laufbahn des Menschen scheu bewahrt zu haben, der bei uns schon längst verloren gegangen ist. Von einem bedeutsamen Fachmanne in anregender Weise darüber unterrichtet zu werden, was uns Weiße von den andersfarbigen Menschen trennt, und was uns eint, ist interessant und ungemein belehrend. Dem Leser gewährt das Weulesche Werk einen Einblick in die Urstufen der Religion, die Anfänge der Kunst und Wissenschaft und die primitiven Formen der Vergesellschaftung. Reicher Bilderschmuck verleiht den fließenden Schilderungen einen besonderen Wert.
Die Welt der Planeten
Von Dr. M. Wilhelm Meyer
=In farbigem Umschlag M 1.–, gebunden M 1.80.=
Nur wenige vermögen sich vorzustellen, daß unsere unfaßbar große Erde nur ein kleines Glied in einer höheren Organisation sein solle, in dem Planetensystem, wo Weltkörper, zum Teil noch viel größer als die Erde, Spielbällen gleich, mit ihr gemeinschaftlich um die Sonne kreisen. Das Thema ist so interessant und wissenswert, daß der Naturfreund sich darüber gern von einem anerkannt tüchtigen Fachmann belehren lassen wird. Mit den früher erschienenen Meyerschen Kosmosbänden bildet der vorliegende Band eine vollständige Himmelskunde.
Auf Vorposten im Lebenskampf
Biologie der Sinnesorgane I.
Von Dr. H. Dekker
Mit zahlreichen Textbildern.
=In farbigem Umschlag M 1.–, gebunden M 1.80.=
Im Lebenskampfe sind die menschlichen Sinnesorgane von der allergrößten Bedeutung; sie eingehend zu kennen, von ihrer Leistungsfähigkeit unterrichtet zu sein, ist deshalb eine Forderung an jeden Menschen. Gerade das, was der Mensch mit seinen Sinnesorganen zu leisten vermag, wo ihre natürlichen Grenzen liegen und warum sie notwendigerweise ihre heutige Form haben müssen, ist für die Kenntnis und Erkenntnis des eigenen Ichs von erheblichem Werte. ~Dr.~ Dekker ist als hervorragender Fachmann bekannt, und seinen Ruf, die trockene Wissenschaft durch eine anregende, flüssige Form der Schilderung für die weitesten Kreise schmackhaft zu machen, bestätigt das vorliegende Werk aufs neue.
Säugetiere fremder Länder
Von Dr. Kurt Floericke
Mit 4 farbigen Tafeln und zahlreichen Textbildern.
=In farbigem Umschlag M 1.–, gebunden M 1.80.=