Die Sebalduskirche in Nürnberg
Part 26
[11] Die Maße sind selbstverständlich abgerundet. Genau betragen dieselben in Metern ausgedrückt bei Bamberg 24,8 : 12,6 und bei Nürnberg 19,75 : 7.
[12] Dehio und Bezold, a. a. O. 1, 517 ff.
[13] Siehe Städtechroniken: Nürnberg, Bd. I, S. 320. Verschiedene Angaben über die Geschichte des Klosters Ebrach beruhen auf freundlicher Mitteilung seitens des kgl. protestantischen Pfarrers am Zuchthause Ebrach, Herrn Dr. Jäger, welcher inzwischen seine Forschungen über das Kloster in einer umfassenden Arbeit niedergelegt hat: Die Klosterkirche zu Ebrach. Ein kunst- und kulturgeschichtliches Denkmal aus der Blütezeit des Zisterzienserordens. Von Dr. Johannes Jäger. Würzburg 1903, Stahelsche Verlagsanstalt.
[14] Hier muß wiederholt betont werden, daß die Blendarkaden im Bamberger Ost- oder Georgenchor nichts mit denen in Ebrach zu tun haben, da sie einer früheren Zeit angehören. Es ist somit irrig, wenn Weese, Bamberger Domskulpturen, S. 10, sagt, das Innere des Georgenchores bilde mit der Michaelskapelle eine Gruppe, in der durchgehende Züge nicht zu verkennen seien. Es soll damit nicht bestritten werden, daß die ersten Kleeblattblendbögen in Bamberg von Zisterziensern vermittelt wurden, nur war eben nicht das Ebracher Kloster der Ausgangspunkt.
[15] So M. M. Mayer, a. a. O. S. 5. Nach ihm hätte Friedrich Holzschuher etliche Zinse, von der Kirche an seinen Vater Herdegen Holzschuher verkauft, um die baufällige Kirche -- die eine (vielleicht nördliche) Seite war baufällig geworden -- mit dem Erlös wieder herstellen zu lassen. Auch Baader, Beiträge, I, 50, sagt, 1309 hätte eine der beiden Abseiten einzufallen gedroht, allein ein edler Bürger, Friedrich Holzschuher, hätte sich mehrerer Güter entäußert und mit dem gelösten Geld den Baufall gewendet. Baader weiß also nicht einmal, daß Friedrich Holzschuher Pfleger bei St. Sebald war und daß er ein Haus, dessen Besitzerin die Kirche war, als Gotteshauspfleger verkaufte. Baader und Mayer scheinen auf die gleiche Quelle, etwa auf eine Chronik, zurückzugehen, da beide von der Baufälllgkeit nur =eines= Seitenschiffes wissen. Rée, Nürnberg (in den Berühmten Kunststätten, Nr. 5), 3. Aufl. 1907, S. 39 ff. gibt bereits richtig die engen Raumverhältnisse als Grund für den Umbau an.
[16] Siehe Mummenhoff, Altnürnberg (Bayerische Bibliothek, Bd. 22). Bamberg 1890. S. 71 ff.
[17] Vgl. M. von Kramer, Die Umbauten am nördlichen Seitenschiff der Sebalduskirche zu Nürnberg. In der Zeitschrift für Geschichte der Architektur, III. Jahrgang (1909), S. 35 ff.
[18] Städtechroniken, Bd. I, Einleitung; auch für das Folgende.
[19] Mummenhoff, Altnürnberg, Bamberg 1890.
[20] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 23. Februar 1358 (nicht 16. Februar, wie in den Städtechroniken, Bd. I, Beil. II, zitiert wird) im K. Bayer. Allgem. Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 79: »... (ecclesia) que reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates...« -- Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 21. September 1358 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 82: »... Cum igitur, sicut accepimus, parrochialis ecclesia sancti Sebaldi predicta in edificiis et aliis ornamentis ecclesiasticis defectus notabiles patiatur nec eidem pro restauracione predictorum proprie sufficiunt facultates ...«
[21] Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch. Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 96 vom 6. Mai 1360.
[22] Städtechroniken, I, 353: »Item in derselben jarzal des kunigs gepurt (1361) in demselben sumer da ward sant Seboltz chor angefangen« (Chronik bis 1434) und III, 155: »Auch kürzlich darnach (nach dem Ausbau und der Bemalung des Rathauses unter Ludwig dem Bayern) wart sant Sebolts kor angefangen und etlich grunft [=Gruft] abgetan und geebnet, da nun alter steent« (Meisterlin). Ferner Städtechroniken IV, 126: »In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen« (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Vgl. auch Städtechroniken, IV, 61, Anm. 3.
[23] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom Jahre 1362 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 100: »... qui ad novam structuram parochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique etiam personaliter laboraverint in eadem ...«
[24] Städtechroniken, I, Beil. II, wo die Urkunde, Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 107, abgedruckt ist. Siehe auch Mummenhoff, Das Rathaus in Nürnberg, Nürnberg 1891, S. 12, wo für »im Osten des Rathauses« »im Westen des Rathauses« zu lesen ist.
[25] Urkunde vom 17. Dezember 1364 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 109.
[26] Urkunde vom 23. Oktober 1365 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 115: Bischof Friedrich von Bamberg bestätigt den für den Jakobsaltar präsentierten Vikar Priester Ulrich Kemnater.
[27] Urkunde vom 3. Juli 1370 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 124, laut welcher Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer Pfründe »in altari eiusdem beatissime Marie virginis =sito in cripta= parrochialis ecclesie sancti Sebaldi« bestätigt.
[28] Siehe die Urkunden im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 125 vom 4. Juli 1370 (Bestätigung einer Pfründe auf den Zwölfbotenaltar), Nr. 128 vom 11. Dezember 1371 (»Consens vnd ordinacion der Vörchtelpfrund auf Sant Sebalds altar«), Nr. 129 vom 11. Dezember 1371.
[29] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 152, laut welcher Kardinal Pileus einen Ablaß für die Messe des Marienaltares erteilt.
[30] Urkunde im Stadtarchiv Nürnberg, St. Sebald Nr. 39, 132 vom 20. Dezember 1372: Die Witwe Margareta Has erhält für ihre abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des St. Sebaldchores unter der Bedingung, den jährlichen Zins wie zuvor an die Deutschherren zu entrichten und für den Fall, daß die Kirchenverwaltung von St. Sebald oder der Rat die Brotbank erwirbt, ihre Rechte für 80 fl. abzutreten. Urkunde ebenda, Nr. 40, 134, vom 15. Oktober 1372: Die Kirchenpfleger von St. Sebald, Michael Grundherr und Heinrich Semler, verpflichten sich, die Brotbänke, welche die Pächter für die abgebrochenen Bänke an den Pfeilern des Sebalduschores erhielten, wenn notwendig, einzulösen.
[31] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 146: »Cum igitur dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant devocionem et affectionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, intendant, ad cuius perfectionem eiusdem ecclesie non suppetunt facultates, sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria et etiam oportuna ...« Siehe auch Städtechroniken I, Beil. II. Ferner Urkunde vom 18. Juni 1379 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 149, laut welcher Kardinal Pileus mehrere Ablässe bestätigt.
[32] Städtechroniken, I, 354: »Item in derselben jarzal (1379) am suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant Seboltz chor« (Chronik bis 1434), III, 290: »darnach am suntag noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen zu Nuremberg geweihet« (Meisterlein). Siehe auch Städtechroniken, I, Beil. II. Bezüglich der Baukosten: Städtechroniken, IV, 126: »Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen« (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Es können natürlich nur Goldgulden gemeint sein.
[33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heißt es: 7 Seiten des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmäßigkeiten im Chor führt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis; jedoch spricht die Konstruktion mehr für das Sechzehneck, und dem regulären Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses entsprechen.
[34] Die Schautüre wurde erst 1480 ausgebrochen: »Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.« Städtechron. IV, 361 (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts).
[35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten spielten: »Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank« (1433). Städtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: »der stat pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag« -- zur Feier des Krönung Sigmunds (in Rom) 1433, Städtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454). -- Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden. Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken, daß die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere Stärke hat als die alte romanische Querschiffwand.
[36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II, 333 f. Max Bach im Repertorium für Kunstwissenschaft, XXIII, S. 377 ff. -- Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche in die Zeit von 1351-1414 gesetzt. Die Inschrift am nördlichen Chorportal spricht aber ausdrücklich von der im Jahre 1351 erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht über die frühere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel, dessen Westportal auf Vergleiche mit Eßlingen, Reutlingen und Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts zu setzen ist. Die Angabe Bachs, daß in den Jahren 1326 und 1327 Altäre in der Kirche bestanden hätten, beweist für die Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben können, wie ja auch die romanischen Türme an den beiden Langseiten bis zu dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind.
[37] Das Inventarwerk des Königreichs Württemberg nimmt drei Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324-1332 der Chor, 1350-1360 die drei östlichen Schiffjoche und 1400-1420 die drei westlichen und der Turmunterbau.
[38] Vgl. für das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372-1378, Prag 1890, und Neuwirth, Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und seine Familie. Prag 1891.
[39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr 1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber in seiner späteren Publikation (Peter Parler und seine Familie) für 1330.
[40] Vgl. vor allem die ausführliche Abhandlung von Albert Gümbel, Meister Heinrich der Parlier der Ältere und der Schöne Brunnen, im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken (1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch die Ausführungen und Nachweise über das Parlieramt, das Amt des städtischen Parliers (»der stat parlirer«) im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Nürnberg.
[41] Es muß hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der Gmünder und Prager Meister, Repertorium für Kunstwissenssenschaft XVI, S. 344 ff., erwähnt werden. Karstanjen selbst sagt, daß Heinrich Parler als Angehöriger der Familie Parler auf seinen Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher die von Neuwirth behauptete Identität des Heinrich Parler mit Heinrich von Gmünd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen diese Auffassung einen Johannes von Gmünd und einen Michael von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezüglich des Heinrich Parler, von dem er nicht weiß, wo sein Wirkungskreis vor 1378 lag, kommt er zu dem Schluß, derselbe gehöre der dritten Generation der Parlerfamilie an.
[42] Vgl. Gümbel, a. a. O. S. 77. Thieme und Beckers Allgemeines Künstler-Lexikon, III.
[43] Chronik bis 1434 (1441). In den Städtechroniken, I, 349. Ferner in der Chronik, XIV-1/2 106, Manuskripte 52 des Kreisarchives Nürnberg: »Der andere turn an St. Sebalds kirch gegen der vesten oder dem pfarrhof ist gebauet worden anno 1345. Ist zu desselben bedachung gebraucht worden 104 zentner und 79 lb. zinn und 47 centner blei«... Die beiden Angaben differieren also nur in der Anzahl der verwendeten Zentner Blei.
[44] Chronik, XIV-1/2, 106, Manuskripte 52 im Kreisarchiv Nürnberg.
[45] Belege dafür, daß der südliche, also der der Stadt zu gelegene Turm, eine Wächterstube hatte, sind u. a.: Octbr. (1377): »lt. ded. 1/2 lb. hl. von einem stübel und einem ofen zu pessern uff sand Seboldsturn« [= 2 Fl. 50 Kr, in G. oder 2 Fl. in S.] (Ulman Stromer in Beilage XI B der Städtechron. I, 261). »It. ded. (1388) dem türner uff sant Sebolts turne 2-1/2 [Schilling] hl. von dem glokhause zu pezzern, do die orglok in hangt.« »lt. ded. ei iterum 8-1/2 [Schilling] hl. von der orgloken zu pezzern.« (Ebenda, I, 268/269). Vgl. auch die Urkunde vom 23. Dezember 1474, Kreisarchiv Nürnberg, S I, L 113, N 17, in welcher der Bischof von Bamberg Absolution für die Sebalder Kirche erteilt wegen auf dem Turm zwischen den Wächtern verübten Totschlags.
[46] So heißt es beispielsweise in der Ablaßurkunde vom 3. Mai 1360: »... ad ergastulum vel ad altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum =sub turri= in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch ...« Es ist also hier, wie auch anderwärts, nur von =einem= Turm die Rede.
[47] »Wer sant Sebolcz zben türen gesehen hat, ee sie hoher gepaüt sein worden, das noch nit dreisig jar lang ist, der hat wol gesehen, das sie haüben weis gedegt waren mit zin wie ein pfifferling, das ein gute anzeigüng gab ires großen alters« Originalhandschrift des Lazarus Holzschuher im Besitze der Freiherrl. von Holzschuherschen Familie, Blatt 113^b, in den Städtechroniken, I, 349.
[48] »In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen. Der kostet 24.000 gulden on die suppen. und so ist auf dem untern turn 100 und vier zentner zins und 69 lb. und 18 lb. bleis.« Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 126/7. Nach der Chronik bis 1434 (1441) in den Städtechroniken, I, 349 soll es der nördliche Turm gewesen sein.
[49] »Desselben jahrs (1447) 24 september decket man sant Sebolts turn mit zin und machet den vergulten knopf darauf.« Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 168.
[50] Die Angabe ist insofern unrichtig, als der südliche Turm erst im kommenden Frühjahr abgebrochen wurde: »Item 1482 nach den osterfeirtagen da prach man den untern turn sant Seboltz unterm dach ab und prach 12 wochen daran ab.« Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 367. Ferner: »Item adi 27. abrill (1482) prach man den turn gegen der wag ab, als man die alten stain noch sieht.« Tuchersche Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 476.
[51] »Des jars (1482) da ward der unter turn zu sant Sebolt oben erhöht und gemaurt umb Martini und darnach umb pfingsten unten das alt herab gepikt in zwaien körben.« Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 368. »Item 1482 jar warn die zwen türn zu sant Sebolt angefangen zu pauen und am 13. tag monats marci hub man an zu fahen stain zu hauen und wart von rats wegen darzu geben die ped herrn die losunger her Ruprecht Haller und her Niclas Groß und Hanns Tucher der elter am Milchmarckt mit sampt dem kirchenmaister Sebolt Schreier.« Aus der Tucherschen Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 475.
[52] Baader folgt, wie bereits Städtechroniken, IV, 475, Anm. 1, ausführlich nachgewiesen, den Aufzeichnungen des Kirchenmeisters Sebald Schreyer (Kirchenmeister seit 24. September 1482).
[53] Nach Baader bis 1486, Tuchersche Fortsetzung und Chronik im Nürnberger Kreisarchiv XIV-1/2 106, Manuskripte, 1485.
[54] M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6.
[55] »Item 1400 und 95 jar da machet man am ersten die virtailorglock auf sant Sebolt turn an sant Francißen obent.« Heinrich Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 584, dagegen: »Anno 1493, hat man auf diesen (untern) thurn ein viertel-stund-glocken gehangen,«... Chronik im Nürnberger Kreisarchiv, XIV-1/2, 106: Manuskripte 52. Weder die eine noch die andere Jahreszahl ist übrigens richtig, es ist vielmehr 1494 zu setzen, wie es auf der Glocke selbst steht und durch die Ratsverlässe bestätigt wird. Vgl. S. 174, Text und Anmerkung. -- Auch die 1577 erfolgte Erneuerung der Gänge bezog sich nach jener Chronik im Kreisarchiv nur auf den südlichen Turm.
[56] S. Christian Mayer, Die Stadt Nördlingen, ihr Leben und ihre Kunst im Lichte der Vorzeit, Nördlingen 1876 und 1877, 2, S. 132 ff. Jedoch mit der Berufung Kuglers nach Nürnberg zum Zweck der Vollendung des Augustinerklosters hat Mayer, wie es scheint, unrecht. Denn Mayer berichtet ausdrücklich, daß Kugler anfangs der achtziger Jahre nach Nürnberg ging und aus dieser Zeit ist von einer Vollendung oder sonstigen wichtigeren Bauvornahmen am Augustinerkloster nichts bekannt. Die Nachricht dürfte demnach auf einem Irrtum, beziehungsweise auf einer Verwechslung beruhen.
[57] Chr. Mayer, a. a. O. 2, S. 131 f.
[58] Tuchersche Fortsetzung der Jahrbücher bis 1469 in den Städtechroniken, V, 505. Die dort beigefügte Anmerkung lautet: In den Band III, 339 ff. angeführten Schreyerschen Handschriften der Nürnberger Stadtbibliothek Will. II, 1353, finden sich Blatt 83-97 nach Geschlechtern geordnet verzeichnet: »Etlich gedechtnuß und totten oder leichschilt, so im 1493. jar zu sant Sebolt, alß man den core und kirchen hat weißen wollen, gehangen sind, die dann Sebolt Schreyer, dazumaln kirchenmeister, hat wegen des weißens abnemen lassen und nach dem weißen wider aufzuhohen verordnet.«
[59] Baader, Beiträge, 2, 27.
[60] Einnahmen und Ausgaben bei der Renovierung der Kirche St. Sebald in den Jahren 1657-1664. Ambergersammlung 270 im Stadtarchiv Nürnberg. Die meisten Angaben beziehen sich auf das Inventar der Kirche.
[61] »Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.« Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 361. Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3. Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, März 23): »Item ein neue tür zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen.« Die kleine, noch jetzt vorhandene Pforte (später Schautüre geheißen) ist schmucklos. Unverletzt sind die prächtigen Glasmalereien der (an den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, während die St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde.
[62] »Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten, da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der meßnerknecht stublein, im slot.« Heinrich Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 554.
[63] Ob eine Galerie, wie sie anläßlich der gegenwärtigen Restaurierung am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprünglich vorhanden war, läßt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36 zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der Literatur und sonst veröffentlicht oder behandelt, so in den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, 8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und Essenwein unterzeichneten Gutachten über den gegenwärtigen Zustand der St. Sebalduskirche zu Nürnberg und die daraus sich ergebenden Arbeiten, Nürnberg 1882, Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, G. 8001, 4º, usw. -- Bezüglich der Stadtpfeifer siehe u. a. Städtechron., I, 449 (Chronik bis 1434): »lt. ded. 8 lb. 8 [Schilling] hl, das der freuden tanz gekost hat und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man freudenfeur machet allumbundumb in der stat«... (Kaiserkrönung Sigmunds, 29. Juni 1433) und Städtechroniken, IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386-1454): »Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig Sigmund gekrönt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt man auf dem haus« (Rathaus).
[64] Das einschlägige Material im Stadtarchiv Nürnberg, XL, 19: Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder Schlagthurn betr. etwa 1550-1616 und XL, 20: Sebalder Schlag Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A^o 1647 betr.
Um 1560: =Den gang auf s. Sebalds turn belangend=:
Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so muß man darzu haben 16 stuck von guttem stain, einß 6-1/2 statschuh reichlich lang und 3-1/2 statschuh reichlich hoch und 14 stat zol dieck, mer 1 st. 2-1/2 statschuh reichlich lang und in gemelter hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und mit plei außgegoßen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich, ime solt der schwank nichts mehr than vom leüten, wann ime ist eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther oder zeug (wie dann geschehen) auß den fugen kumbt, so muß das steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch schein ist.
E. E. W. W. diener. Jorg Ungr.
Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher.