Die Sebalduskirche in Nürnberg

Part 25

Chapter 252,820 wordsPublic domain

Item maister Ekarius, zimmerman novilb 52 [Schilling] 10 hlr. -- Item den zimmergesellen ausgeben " 816 " 16 " -- Item maister Hainreichen Kugler, steinmeczen " 145 " 18 " -- Item den parlieren hab ich ausgeben " 39 " 10 " -- Item steinmeczengesellen " 1.584 " 10 " 2 Item hantlangern oder taglonern " 346 " 1 " -- Item deckern und iren gesellen " 47 " 4 " 8 Item klaibern und iren gesellen " 11 " 4 " 10 Item tunchern und iren gesellen " 6 " 8 " 6 Item dem kirchner hab ich ausgeben " 34 " 10 " -- Item schreinern " 16 " 6 " 2 Item glasern " 7 " 9 " 2 Item fur den ofen von kupfer " 60 " 6 " -- Item fur den schlot von kupfer " 34 " 18 " 10 Item fur die rinnen von kupfer " 42 " 18 " -- Item kandelgiessern " 4 " 15 " 10 Item rotschmiden " 17 " 16 " -- Item trechslern " 1 " 14 " 8 Item wagnern " 4 " 1 " -- Item putnern " 3 " 10 " -- Item segern " 15 " 10 " 4 Item sailern ausgeben " 187 " 5 " 10 Item maister Erharten, schmid " 138 " 19 " 2 Item maister Niclasen Greiner, schlosser " 113 " 19 " 6 Item maister Lienharten Ochsen, schlosser " 11 " 17 " 10 Item maister Matenckhofer, schlosser " 43 " 18 " -- Item maister Peteter, statschmid " 17 " 16 " 8 Item Hansen Pulman, hammerschmid " 69 " 6 " 8 Item Wilbolten Plancken, eisenmann " 70 " 15 " 4 Item Gorgen Köppel, eisenmann " 36 " 12 " -- Item für allerlei ander eisenwerk " 30 " 1 " 8 Item schleifern ausgeben " 2 " 3 " 2 Item fur pretter " 134 " 14 " 2 Item fur thillen " 9 " 12 " 4 Item fur allerlei holzwerk " 360 " 2 " 6 Item fur reuhelbergstein [Reuhelberg im Lorenzerwald bei Steinbrüchlein] " 1012 " 5 " 2 Item fur kornpergstein [bei Kornburg] " 14 " 14 " 8 Item fur ziegelstein " 54 " 1 " 10 Item fur kalk ausgeben " 57 " 8 " 8 Item fur parstein [Gips] ausgeben " -- " 13 " 8 Item fur harz ausgeben " -- " 8 " 10 Item fur öl ausgeben " 6 " 7 " -- Item fur unslit, schmer und schmir " 2 " 6 " 3 Item kernern von kot, sand und ziegel zu fürn " 86 " 14 " -- Item fur allerlei uncost " 32 " 8 " 4 Item fur voraus und trinkgelt " 17 " 11 " 10 Item von turndeckers arbeit zuwegen tragen und zufürn " 12 " 18 " 10 Item des turndeckers belonung von beiden türn " 490 " 4 " -- Item fur plei ausgeben " 12 " 16 " 4 Item fur zin ausgeben " 3.157 " 6 " 10 Item fur die eisine spieß oder spicz ausgeben " 25 " 10 " 10 Item fur die kupferin knöpf " 55 " 12 " 8 Item dem goldschmid die knöpf zu vergulden " 252 " 6 " -- Item fur die fannen " 12 " 7 " -- Item den malern " 10 " 11 " 2 Item fur di orglogken [Schlaguhr] " 2.221 " 7 " -- Item von der orglogken zu fürn und zu heben " 9 " 19 " -- Item fur das schlahwerk ausgeben " 131 " 4 " -- Item fur den wecker der turner ausgeben " 5 " 17 " -- Summa alles ausgebens " 12.204 " 4 " 11

S. 124: Item die vorgemelt summa ist ausgeben und verpaut worden in sechs jaren und in jedem derselben jar ausgeben, wie hernach:

Item im 81. jar ausgeben novilb 72 [Schilling] 15 hlr. -- Item im 82. jar ausgeben " 2.537 " 10 " 10 Item im 83. jar ausgeben " 5.680 " 19 " 7 Item im 84. jar ausgeben " 3.778 " 15 " 4 Item im 85. jar ausgeben " 98 " 17 " 6 Item im 86. jar ist ausgeben " 35 " 6 " 8 Summa " 12.204 " 4 " 11

Item zuwissen, das die obgemelt verpaut summa der 12.204 lb. novi 4 [Schilling] 11 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novilb 2 [Schilling], das ist 8 lb. alt 12 [Schilling] fur 1 guldin reinisch landswerung, inmassen der guldin rinisch zu den selben zeiten golten hat, gerechet, bringt oder tut 5811 gulden rinisch landswerung und 11 [Schilling] in gold.

_1489 wird der südliche Turm neu mit Zinn und Blei gedeckt._

Bl. 126': Losungstuben und sunst.

Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben steet, tut novilb 1406 [Schilling] 4 hlr. --.

Bl. 135': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben steet.

Item zu abdecken des zins und pleis novilb 13 [Schilling] -- hlr. -- Item gewicht und brob des abgedeck[t]en zins " 2 " 1 " 2 Item gewicht des abgedeck[t]en pleis " -- " 12 " 8 Item zimergesellen zu rüsten " 28 " 1 " 4 Item zimergesellen abzurusten " 13 " 14 " 8 Item holzwerk zu dem gerüst " 24 " 19 " -- Item fur mit rustholz und prettern " 1 " 3 " -- Item allerlei uncost " 10 " 1 " 10 Item neuerkauft zin " 963 " 6 " 4 Item neuerkauft plei " 51 " 15 " 6 Item maister Ulrichs arbait mit giessen des zins " 7 " 13 " 10 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des pleis " 2 " 4 " 8 Item belonung maister Ulrichs " 262 " 10 " -- Item für nägel ausgeben " 25 " -- " -- Summa alles ausgebens " 1.406 " 4 " --

Item zu wissen, das die obgemelt verpaut summa der 1406 lb. novi 4 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novi 1 [Schilling] 8 hlr., das ist 8 lb. alt 10 [Pfennig] fur 1 guldin r. landswerung, inmassen der guldin zu denselben zeiten golten hat, gerechet, bringt und tut 674 guldin rinisch landswerung 19 [Schilling] 6 hlr. in gold.

_1490 Eindecken des nördlichen Turmes._

Bl. 136': Losungstuben und sunst:

Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben stet, tut novilb 312 [Schilling] 10 hlr. --.

Bl. 144': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben stet.

Item zu abdecken des zins novilb 12 [Schilling] 10 hlr. -- Item gewicht und brob des abgedeckten zins " -- " 9 " 2 Item zimmergesellen zu rüsten " 34 " 4 " 8 Item zimmergesellen abzurusten " 13 " 2 " -- Item holzwerk zum gerüst und andern " 3 " 5 " -- Item fur mit rüstholz und andern " 2 " -- " -- Item für nägel ausgeben " 18 " 7 " 6 Item schlossern ausgeben " 3 " 12 " 2 Item sailern und schreinern ausgeben " 8 " 6 " 10 Item allerlei uncost " 9 " 10 " 6 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des zins " 7 " 19 " 6 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des plei " -- " 1 " 4 Item belonung maister Ulrichs " 197 " 10 " --

Summa alles ausgebens " 310 " 18 " 8

_umgewandelt in fl. rhein._: 149 fl. 5 [Schilling] in gold [2 lb. n. 1 [Schilling] 8 hlr (8 lb. alt 10 d) = 1 fl. rh. Landeswähr.].

145^b: Item so die rechnung mit dem tecken beder turn erschaut werden, so erfindet sich, das Cristof Lilgenweis dem goczhaus am giessen des zins und tecken der türn mit seiner untreu schaden zugefügt hat, nemlich am ersten turn am zin bei oder ob 142 guld. rh. und am plei ob 12 fl. r., ut fo. 128 hievor begriffen.

Wer an dem andern turn ob 278 fl., ut fo. 138 hievor begriffen. Summa 432 fl. rh. ausserhalb des schadens, so auf die gemelten turn gangen ist, die anderwaid zu decken.

_Obwohl ihn der Rat im Loch gefangen setzte und mit ernstlicher Frage angriff, benannte er doch nicht mehr als 56 fl. rh. Da man damals von dem großen Schaden keine Kenntnis hatte, wurde er auf Fürbitte von Bamberg und anderen Enden ausgelassen, doch sollte er solchen bekannten Schaden an St. Sebald und 10 fl. an St. Lorenz ausrichten, wofür sein Vater und Weib Bürge wurden, laut Gerichtsbuch Cons. D. fol. 285 (auch an dieser Stelle eingetragen). Sabbato post Francisci anno 86._

Item und als aber der obgemelt Lilgenweis gehort und vermerkt hat, daß der erst turn anderwaid zudecken maister Ulrichen Hubner von Bamberg verlassen und im entwert worden was, hat er sich vor und ee man den abgedeckt hat, von hinnen getan, villeicht aus ursachen, das er sich besorgt hat, so man sein untreu dermaß und so groß erfinden wurd, er mochte wider angenommen und nach seinem verdienen gefertigt werden.

146^b: Suma was der ganz pau cost hat.

_Die Seiten 146^b-149^b enthalten nur Zusammenstellungen der vorerwähnten Einnahmen und Ausgaben._

_Kgl. Kreisarchiv Nürnberg._

36.

Bedenken, welcher gestalt der chor und umbgang uf sant Sebalds kirchen möcht zu pessern sein.

Actum den 27. maij 1561.

_Kgl. Kreisarchiv Nürnberg. Abgedruckt in den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, VIII, 246 ff., wo auch noch zwei einschlägige Ratsverlässe und der kurze Bericht aus den Annalen des Ratschreibers Johannes Müllner wiedergegeben sind._

37.

=Acta die Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur betr. Von a=: 1769 in 1770.

25. März 1768: Relation über den Befund des schadhafften Thurns an der St. Sebalds Kirch. _Besichtigung des Turmes am 23. März 1768 durch Scholarch Paul Karl Welser mit dem Stadtalmosenamtspfleger Volckamer, Bauinspektor Stettner und Almosenamtszimmermeister Schwammbach. Der Dachstuhl des Helmes war, sowohl »Geschwölle« wie »Legsparren« zum großen Teil zusammengefault._

_Das Waldamt Laurentii und das Sebaldi werden vom Stadtalmosenamt ersucht um_

1. _21. März 1768_ _20 Stämme [Laurentii]_ 2. _7. April 1768_ _8 Eichen [Laurentii]_ 3. _2. August 1768_ _3 Eichen je 24 Schuh lang [Sebaldi]_ 4. _5. Mai 1769_ _4 fichtene Baumstämme 80 Schuh lang Gratsparren_ _4 fichtene Baumstämme je 50 Schuh lang, 10 Zoll im Quadrat zu Schiftsssparren [Laurentii]._

1769 Mai 24.: _Das Stadtalmosenamt ersucht_:

Das löbl: Rugs Amt wird hiemit höfl. requirirt, denen Geschwornen der Flaschnerprofession zu intimiren, daß von denen auf der Herberg ankommenden und Arbeit suchenden Gesellen dem Flaschner Grübel Meldung getan werde, um einen tüchtigen Pursch, der zu der Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur zu gebrauchen ist, aussuchen zu können.

_1769 Juli 19. schießt das Landalmosenamt 1000 fl. vor._

_1769 November 7. schießt das Landalmosenamt 1500 fl. vor._

_Vom Dezemzer 1769 liegt eine Liste vor, enthaltend die Berechnung der bisherigen Kosten und ein Verzeichnis des verwendeten Baumaterials:_

Berechnung

des Sebalder Kirchthurmsbaues vom 24. Octobris 1768 biß 2. Dec. 1769, sowohl was an Taglohn und Meisterconti, als auch an Baumaterialien ausgeleget und verbraucht worden ist.

Denen Zimmerleuten vom 24. October bis 19. November 1768 für Taglohn fl. 37 23 -- Vom 3. April 1769 bis 2. Decber 1769 für Taglohn denen Zimmerleuten, Flaschner- und Tünchersgesellen samt Meistergebühr bezahlt " 1477 11 -- Dem Meister Schwambach Douceur " 11 -- -- Denen Zimmergesellen und Tünchern Trankgeld " 10 -- -- Für 29 Fuhren à 24 kr. dem Kärner " 11 36 -- Dem Wagner für 2 Leitern " 3 -- -- Dem Seiler für das Seil und Stangen " 183 53 -- Dem Nagler Ruf und Heß für Nägel " 168 39 -- Dem Schlosser Bauer für Arbeit " 88 48 -- Den beeden Waldämtern Laurenzii et Sebaldi für 8 Eichen und 20 Stämm, Holzpfandung, Fuhrlohn, Anweis und Trankgeld " 67 44 2 Dem Waldamt Laurenzii für 8 Fiechten zu denen 4 Grad- und 4 Schiftsparren Fuhrlon " 38 30 -- Dem Schmid Klöpfel für Arbeit " 36 25 -- Dem Flaschner Griebel für mößinge Haften und Blei zum Löten " 103 47 -- Dem Orgelmacher Küttelmann für 284 Blatten zu gießen à 20 kr " 94 40 -- An erkauften Zinn, nemlich 3 Centner à 50 fl., 2-1/2 Centner à 49 und 14 Centner 47-1/2 lb. à 48 fl.= 19 Ct. 97 lb. u. an Geld " 1167 32 2 An erkauften Blei, nemlich 2 Centner à 13 und 4 Centner 85 lb. à 12-1/2 = 6 Cent. 85 lb. und an Geld " 86 37 2 ---------------- fl. 3586 46 2 Auf zweimal empfangen " 2500 -- -- ---------------- Mehreres ausgegeben fl. 1086 46 2

Verzeichnus

derjenigen Baumaterialien, welche zum Sebalder Kirchturn verbraucht worden vom 3. April bis 9. December 1769, als

An Eichen-Holz

8 Fenster-Benke, 3 dreizöllige Stollen, 3 vierzöllige Stollen, 4 Gesims-Hölzer, 176 Bretten zum zu schallen

An weichen Holz

16 Stämm Brettenholz, 16 Stämm Riegelholz, 3 zweizöllige Dillen, 1 zweizöllige Dille, 9 Schu lang, 4 Gradsparrn von 69 Schu, 4 Schiftsparrn von 50 Schuh, 226 Bretter zum Rüsten, 109 Latten zum Rüsten, 4 vierzöllige Stollen.

An Eisen und Nägeln

122 Klammern von unterschiedlicher Länge, 42 Rund- und halbköpfige Nägel, 128 Nägel zweierlei Sorten, 25 große Nägel, 20 große Nägel anderer Gattung, 1200 Bodnägel, 500 Biennägel, 700 Rinneneisen, 6400 Schollennägel, 3600 kleine und große Blattennägel, 30 Stück andere, 172 Läut-Sträng, das Gerüst anzubinden.

_In diesem Verzeichnis sind die Preise nicht eingesetzt._

_Die vorhandenen Mittel von 2500 fl. reichten so nicht aus. Allein das Stadtalmosenamt hatte selbst nichts, und so wandte es sich durch das Losungsamt an_ derer Herren Aeltern Hochwohlgebornen Herrlichkeiten _am 27. Dezember 1769 und legte die oben stehende Liste bei_. _An dem langsamen Gange der Arbeit sei die Witterung und die_ viele Zeit erforderliche schwere und vierfache Zusammenfügung der Blatten _schuld_. _Die_ gänzliche Blattenzuschlagung _müßte bis künftiges Frühjahr hinausgeschoben werden. Bis jetzt müßten noch 1086 fl. 46 kr. 2 [Schilling] nachbezahlt werden und für die Vollendung der Arbeit einschließlich von etwa 10 bis 11 Zentner erforderlichen Zinnes wäre noch ein Kapital von 2000 fl. nötig. Dieser Vorschuß könnte vielleicht dem_ Land Almosamt oder denen sämtlich geistlichen Aemtern per repartitionem abgereichet werden.

_Die vorgeschlagene Repartition wurde durch Ratsverlaß vom 9. Januar 1770 genehmigt._

Repartitio

bezahlt den 17. Februar 1770 Löbl. Spital- und Kloster St. Catharina fl. 1200·- bezahlt den 24. Januar 1770 " Closter Amt St. Clara " 900·- bezahlt den 3. Februar 1770 " Landalmoßamt " 1000·- " Stadtalmoßamt " 400·- den 3. Februar 1770 bezahlt " Marthaspital " 25·- den 24. Januar 1770 bezahlt " Mendel XII-Brüderstiftung " 400·- bezahlt den 26. Januar " Geistl. Güter auf dem Land " 500·- d. 24. Jan. 1770 Jobst-Stiftung zalt d. 25. D. 1770 St. Peter u. Paul Stift zalt d. 25. Jan. z. St. Leonh Vier Siechköbel und do. St. Joh. u. Sonder Siechen-St. Sondersiechen à 30 fl. " 150·- 1770 d. 24. Jan. zalt Heil Kreuzstiftung " 25·- ----------------- Summe fl. 4600·-

Losungamt den 18. Januar 1770 _Städt. Archiv Nürnbeg._

Anmerkungen.

[1] Urkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 19. Juli 1062, wodurch er den Kanonikern zu Bamberg den von seinem Vater an Nürnberg übertragenen Markt mit dem Zoll und der Münze an Fürth zurückgibt. Mon. Boic. XXIX, Nr. 406.

[2] Die zuerst von Baader in seinen Beiträgen zur Kunstgeschichte Nürnbergs, I (Nördlingen 1860), S. 49, aufgestellte, dann von der kunsthistorischen Lokalforschung aufgenommene und von dieser in die allgemeine Kunstgeschichte übergegangene Behauptung, die Kirche St. Sebald sei 1256 in ihrem Hauptteile fertiggestellt und geweiht worden, erweist sich als nicht stichhaltig, da dies aus der Ablaßurkunde des Bischofs Heinrich von Bamberg vom 1. Oktober 1256 nicht geschlossen werden darf. Vgl. hierüber außer Baader insbesondere noch Sighart, Geschichte der bildenden Künste im Königreich Bayern, München 1862, S. 235, ferner Schnaase, Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter, Düsseldorf 1872, Bd. III, S. 348, B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen in Bayern etc., München und Leipzig 1888, S. 154 und Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, 1, S. 500. Beim Dom zu Bamberg, mit welchem St. Sebald in engem baugeschichtlichem Zusammenhang steht, hat man in der Datierung einen ähnlichen Fehler begangen und eine Ablaßurkunde von 1274 dahin gedeutet, als sei zu dieser Zeit noch an der Vollendung des Domes gearbeitet worden. Bezüglich der Einweihungsurkunde vom 17. August 1274 siehe das folgende Kapitel sowie Beilage 4. Den Inhalt der Urkunde vom 1. Oktober 1256 gibt Lang, Reg. B. III, 83, kurz wieder mit: »Henrici episcopi Babenbergensis indulgentiae pro ecclesia parochiali sancti Sebaldi in Nuremberg. Dat. die sancti Remigii (1. Oktober)«, spricht demnach nicht von einer Einweihung.

[3] Über die Kapelle St. Peter wurde urkundliches Material nicht gefunden. Nur spätere Chroniken berichten von ihr in der bekannten sagenhaften Art und abweichend voneinander. Über die ehemalige Existenz der Kapelle jedoch -- darin stimmen alle Chroniken überein -- besteht kein Zweifel. Möglicherweise hat sie an Stelle des jetzigen Peters- oder Westchores gestanden.

[4] Vgl. Otto Schulz, Die romanischen Bauteile von St. Sebald und ihre Instandsetzung, in der Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1908, S. 529 f., sowie bezüglich der während der letzten Restaurierung gemachten baugeschichtlichen Feststellungen: Derselbe, Die Wiederherstellung der St. Sebaldkirche in Nürnberg 1888-1905 in den Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. 1905.

[5] Anderweitiger Schmuck war nur spärlich vertreten. Im Mauerwerk des jetzigen Ostchors befinden sich Steine, welche vom romanischen Bau stammen. Dieselben zeigen den Zahnschnitt. Ein auf dem Dachboden gefundener, jetzt im Lapidarium (ehem. Westkrypta) aufbewahrter Stein hat Flechtwerk.

[6] Für den nachträglichen Anbau der beiden Portale an die Turmhallen hat Prof. Schmitz nachfolgende Gründe geltend gemacht: 1. Das Mauerwerk der Portale hat einen auffallend weiten Vorsprung vor die Mauerflucht der Türme. 2. Der Steinverband zeigt, daß ein organischer Zusammenhang zwischen dem Mauerwerk der Portale und dem der Türme nicht besteht. 3. Das südliche Portal steht nicht in der Achse des alten Seitenschiffes. 4. Die Segmentbögen über den Türöffnungen im Innern haben dieselbe Form wie die der Portale an den gotischen Seitenschiffen. 5. Die Steinquadern der Dachschrägen der Portale haben sich bei der Abnahme anläßlich der jetzigen Restaurierung als auf allen Seiten sauber behauen erwiesen, was nur damit erklärt werden kann, daß sie von einem anderen Bau herrühren. 6. Die Bogenquadern zeigen an den Fugenkanten Beschädigungen, welche nicht auf Verwitterung, sondern auf einen stattgehabten Abbruch oder Transport deuten. 7. Die Profilierung des Dachgesimses ist gotisch. 8. Die Risse im Mauerwerk über den Segmentbögen weisen auf ein späteres Einsetzen der Portale hin.

[7] Weese, Die Bamberger Domskulpturen, Straßburg i. E. 1897, S. 3 ff., und derselbe in der geschichtlichen Einleitung zu Aufleger, Der Dom zu Bamberg, München 1898, hat das einschlägige Urkundenmaterial in der Hauptsache zusammengestellt.

[8] Näheres bei B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern, Bayerisch-Schwaben, Franken und die Pfalz, München und Leipzig 1888, S. 50 ff., S. 65 ff. und S. 147 f., und bei Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, Bd. I, S. 176 ff.

[9] Bei den doppelchörigen Anlagen mit westlichem Querschiff, wie sie den vorhin erwähnten Bauten, den Domen von Mainz und Worms einerseits, dem Augsburger Dom, St. Emmeram und Obermünster zu Regensburg und dem Dom zu Bamberg andererseits, eigen sind, war der Westchor fast regelmäßig dem hl. Petrus geweiht. Bezüglich der Sage des hl. Sebald siehe die ausführliche Wiedergabe der Legende bei Reicke, Geschichte der Reichsstadt Nürnberg, Nürnberg 1896, S. 20 ff.

[10] Die Kleeblattblendbögen unter den Ostchorfenstern und an den Ostchorschranken des Bamberger Domes bleiben hier außer Betracht, da sie einer viel früheren Zeit, nämlich dem Bau von 1186-1201, angehören.