Die Sebalduskirche in Nürnberg
Part 23
=Kanzelbekleidung=: L. 3·47 m, H. 1·13 m. Seide. Karmoisin, klein gemustert. Unten Ornamentstreifen (H. 17 cm) und in der Mitte Wappenschild (H. 48·5 cm, Br. 45·5 cm) mit Auferstehung Christi. Applikationsstickerei. Vom Jahre 1643. Auf der Rückseite Pergament aufgenäht: »Achatius Hilling von Elnbogn Burger vnd Handelsmann in Nürnberg vnd Sabina deßen Ehew: eine geborne Waldmannin, verehrten auß Gottseel: Eifer in die Pfarrkirch S: Sebaldi dieße Cantzeldeck, d. 21. Dec: Ao. 1643«. Mit zugehörigem Überhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff. 3·50 m lang, 0·30 m hoch.
=Kanzelbekleidung=: L. 3·40 m, H. 1 m. Grüner, klein gemusterter Seidendamast mit grünen Seidenfransen. In der Mitte ein Kruzifixus in reicher farbiger, zum Teil in Gold gehaltener, sehr erhabener Applikationsstickerei. 17. Jahrhundert. Hierzu ein Überhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff, ebenfalls mit Fransen. 3·75 m lang, 0·30 m hoch.
=Antependium= zum Tucheraltar: L. 2 m, H. 0·80 m. Großes rotes Rankenornament auf orangefarbenem, klein gemustertem Seidenstoff. 18. Jahrhundert; wohl italienische Arbeit. Unten rechts ist ein kleines, altes gesticktes Tucherwappen aufgenäht. Stiftung des Freiherrn Heinrich von Tucher.
=Antependium= zum Hauptaltar: L. 4·30 m, H. 0·95 m. Roter Seidendamast mit großem Granatapfelmuster und rotem Fransenbesatz. Italienisch, 19. Jahrhundert. Links unten das Tuchersche Wappen zwischen den Buchstaben C und T und die Jahreszahl 1897 in Stickerei. Stiftung des Freiherrn Christoph von Tucher.
=Antependium= vom Muffelaltar: L. 2·40 m, H. 0·75 m. Schwerer roter Seidendamast mit Blumenmuster und rotseidenem Fransenbesatz. Italienisch, 17.-18. Jahrhundert. In der Mitte unten ist ein auf Pergament gemaltes Muffelsches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1704 aufgeklebt.
=Zwei Stücke eines Altarbehanges=: Je 2·50 m lang und 0·80 m hoch. Buntfarbige Seidenstickerei mit in Wellenlinien angeordneter Musterung und breiter Borte, die durch stilisiertes Blumen- und Rankenwerk gemustert ist. Bunte Seidenfransen. 18. Jahrhundert. Hierzu noch ein Stück der gleichen Borte. 1·85 m lang; 0·30 m breit.
=Antependium am Löffelholzaltar=: L. 2·90 m, H. 0·80 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Löffelholzisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1772 in Stickerei.
=Antependium am Halleraltar=: L. 2 m, H. 0·90 m. Roter verschossener Seidendamast mit großen Blumen gemustert. In der Mitte unten ein Allianzwappen und die Jahreszahl 1746 in Stickerei.
=Antependium= an der Mensa unterhalb der Kraftschen Kreuztragung: L. 1·90 m, H. 0·90 m. Ähnlicher verschossener roter Seidendamast mit Blumengirlanden als Muster. In der Mitte unten die gleichen Wappen, doch umgestellt, und die Jahreszahl 1743 in Stickerei.
=Antependium am Tucheraltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Wappen der Tucher in Stickerei. Stoff und Borte 18. Jahrhundert.
=Antependium am Petrusaltar=: L. 3·60 m, H. 1·05 m. Grüngelber, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten Endter-Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.
=Antependium am Muffelaltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Bordeauxfarbiger, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten ein Kressisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.
Außer diesen Paramenten werden in der Kirche noch einige Reste von älteren Damaststoffen und Sammeten sowie Borten aufbewahrt. Zur Bekleidung des Hauptaltares und der Kanzel außerhalb der Festzeiten dienen neuere Behänge aus rotem Sammet.
7. Sammlung alter Skulpturen und Baureste. -- Büchersammlung.
Die Sebalduskirche besitzt eine =Sammlung von alten Skulpturen, Bauresten und technischen Modellen=, die während der letzten Wiederherstellung von Prof. Schmitz angelegt wurde und zu ihr in Beziehung steht. Die Gegenstände sind an drei verschiedenen Orten untergebracht.
Zunächst beanspruchen unsere Aufmerksamkeit mehrere zum Teil überlebensgroße Steinfiguren im nördlichen Seitenschiff neben der Turmhalle. Es befinden sich darunter Sebaldus und Maria vom Brauttor, Petrus und Katharina (Abb. 137, 138) vom südlichen Seitenschiffportal sowie andere Statuen aus Stein, die teils wegen ihrer fortgeschrittenen Verwitterung, teils, weil ihre Verwitterung in Bälde zu befürchten war, an diesen geschützten Ort verbracht und am Gebäude selbst durch Kopien ersetzt wurden.
Das Lapidarium in der westlichen Krypta (Abb. 139) enthält sodann eine große Anzahl originaler Steinreste, welche ebenfalls für die während der Wiederherstellung erneuerten Bauteile als Vorbilder und Anhaltspunkte dienten. Aus der romanischen Zeit finden sich Kapitäle, Bogenfriese, Säulen und andere zum Teil reich skulptierte Werkstücke, aus der gotischen Zeit eine Reihe von sehr wertvollen Konsolen, Kapitälen, Baldachinen und anderen architektonischen Details. Daneben sind die Originale verschiedener erneuerter Epitaphien (darunter die Auferweckung des Lazarus von Veit Stoß) sowie mehrerer kleinerer Steinfiguren aufgestellt, auch andere interessante alte Bauteile, als Dachendigungen, Dachdeckungsmaterialien, der Rest eines romanischen Fußbodens sowie merkwürdige Probestücke mittelalterlicher Bautechnik wie späterer Restaurationen.
Eine Fortsetzung findet diese Sammlung in den im Obergeschoß der nördlichen Sakristei in Schränken und Vitrinen aufgestellten Gegenständen. Hier sehen wir zunächst kleinere Fundstücke, u. a. einen in der Türmerstube aufgefundenen Frauenschuh des 15. Jahrhunderts (Duplikate desselben besitzen das Germanische Museum und das Bayrische Nationalmuseum in München), altes Steinwerkzeug sowie sehr wertvolle Reste von mittelalterlichen Freskomalereien, welche ehemals die Wand hinter dem Marienbilde Hans von Kulmbachs oberhalb der Tucherschen Chorstühle schmückten (s. o., S. 176).
Handelt es sich bisher um Originalstücke, so reiht sich diesen nunmehr im gleichen Raume neben einer Anzahl von Plänen und Photographien eine Sammlung von künstlerischen und technischen Modellen der letzten Wiederherstellung an. Die 1899 erfolgte Ausgrabung der Ostchorkrypta ist in einem Modell anschaulich dargestellt. Von den ausgeführten schwierigen konstruktiven Arbeiten dieser Zeit geben diese in kleinem Maßstabe als Studienmodelle sehr sorgfältig gefertigten Darstellungen ein interessantes und übersichtliches Bild. Da sie für eine Reihe von Detailfragen der Denkmalpflege die seitens der wiederherstellenden Architekten gewählte Methode zeigen, so bilden sie gewissermaßen ein kleines, aber eigenartiges Denkmalpflegemuseum, in dem für andere Fälle schätzenswerte Erfahrungen aufgehoben sind.
Gelegentlich des Denkmalpflegetages 1905 war die Sammlung in der Moritzkapelle, die sie ganz ausfüllte, vereinigt und erfreute sich eines regen Interesses der sachverständigen Teilnehmer. Ein erläuterndes Schriftchen dazu verfaßte Dr. E. Reicke, Kustos an der Stadtbibliothek und am städtischen Archiv zu Nürnberg. Druck von J. L. Stich.
Erscheint es durchaus veranlaßt, daß sowohl die alten wie die neuen Teile der beschriebenen Sammlung in der Kirche selbst -- zu der sie in engster Beziehung stehen -- verbleiben, so muß doch bedauert werden, daß es an einer Pflege der Sammlung, welche vor allem katalogisiert werden sollte, fehlt. Es ist zu fürchten, daß die in der Krypta und Sakristei untergebrachten Gegenstände über kurz oder lang in Verlust geraten oder verkommen.
* * * * *
Außerdem befindet sich im Besitz der Kirche noch eine $Büchersammlung$ von einigen hundert Bänden, die an vier verschiedenen Orten: im Pfarrhaus (der größte und wichtigste Teil der eigentlichen Kirchenbücher), im Muffelschen Altar (auch im wesentlichen Kirchenbücher, darunter auch einige Bände »Verkündigungen« und »Kindertüchlein«-Bücher), in der nördlichen Sakristei und in einem Schrank des kleinen Museums über dieser Sakristei (Sebald Schreyersche Manuskripte, alte Drucke usw.) aufbewahrt werden.
Die Ehebücher beginnen bei St. Sebald mit dem Jahre 1524, die Taufbücher 1533, die Totenbücher 1547. Die letzteren liegen etwa vom Ende des 17. Jahrhunderts an größtenteils in zwei Niederschriften vor und ihr Inhalt wiederholt sich außerdem noch einmal in den Totenbüchern des Königlichen Kreisarchivs.
Unter den übrigen Handschriften sind von erheblichem historischem Interesse namentlich noch die Rechnungsbücher, die Sebald Schreyer als Kirchenmeister von St. Sebald geführt hat. Zwei derselben betiteln sich: »Einnemen S. Schreyers der zins vnd gült«; das eine reicht von 1482 bis 1491, das andere von 1491 bis 1503. Ein drittes inhaltlich besonders interessantes Manuskript ist überschrieben: »Rechnung einnemens und ausgebens S. Schreyers von 1482 jar untz in das 1494 jar«. Es ist ein Folioband, während jene Schmalfoliobände sind. Alle drei Bücher sind in Schweinsleder gebunden, mit Granatapfelmusterpressung verziert und mit Messingecken und hübschen Messingschließen versehen.
Ein Perpamentmanuskript, das die Legende des hl. Sebald enthält, gepreßter Schweinslederband in 2º mit zwei Ketten, auf der ersten Seite eine gute, doch etwas verdorbene Miniatur (St. Sebald darstellend), Ende des 15. Jahrhunderts, sowie ein Buch mit Gebeten und Hymnen, 1534 geschrieben, Klein-2º, sind von geringerer Bedeutung.
Auch unter den Drucken sind die auf Sebald Schreyer zurückgehenden, d. h. durch eine Stiftung dieses bedeutenden Kunstfreundes an die Kirche gekommenen die wertvollsten. Es sind ausweislich der kalligraphisch eingeschriebenen Widmungen:
»Liber missalis«. Bamberg, Johann Sensenschmidt und Heinrich Petzensteiner, 1490, 2º. Drei auf Pergament gedruckte und mit Initialen (auf Goldgrund) in Handmalerei (Abb. 141, 142) auf das reichste geschmückte vortrefflich erhaltene Exemplare. Gleichzeitige gepreßte braune Ledereinbände mit Messingbeschlägen.
»Liber horarum« (Pars maioris breviarii hyemalis). Bamberg, Joh. Pfeyl, 1501, 2º. Drei ebensolche Exemplare (Pergamentdrucke) mit reichem handgemaltem Initialenschmuck (Abb. 143), deren jedes überdies auf dem Widmungsblatte noch eine treffliche, etwa dreiviertel der Seite einnehmende Miniaturmalerei aufweist, zweimal Paul Volckamer als Mitstifter und Sebald Schreyer zu den Seiten des heiligen Sebald, im dritten Exemplar Sebald Schreyer und seine Frau im Gebet vor einem geöffneten Flügelaltar knieend, der die Madonna zwischen den Heiligen Rochus und Sebald einerseits, Lorenz und Sebastian andererseits und in der Bekrönung den Evangelisten Johannes zeigt. Gleichzeitige Pergamenteinbände mit gepreßten Mustern und ornamentierten Messingbeschlägen.
Von den übrigen Drucken seien noch folgende zum großen Teil mit Holzschnitten geschmückte kurz angeführt:
»Psalterium Romanorum« mit dem Wappen des Kardinals Albrecht von Brandenburg in Holzschnitt von 1520. O. O., J. (1520) und Dr. Pergamentdruck in Imperial-2º von prächtigster Erhaltung. Der Einband von 1655 mit den drei nürnbergischen und dem Imhoffschen Wappen sowie der Bezeichnung »Bib. Nor.« in Goldpressung und mit Messingbeschlägen.
Die Propheten alle Deutsch. D. Mar. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1532, 2º.
Dasselbe in der Ausgabe 1536.
Desgleichen in der Ausgabe von 1571.
Biblia. Doct. Mart. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1571, 2º.
Psalterium Davidis. Noribergae. In officina typographica Valentini Neuberi. 1583, Klein-8º (drei Exemplare).
Veit Dieterich, Summaria über die ganze Bibel. Nürnberg, Paul Kauffmann, 1597, 2º.
Biblia. Frankfurt a. M., Johann Saur, 1606, 2º.
Biblia. Wittenberg, Zacharias Schürer, 1621, 2º.
Biblia. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern, 1656, 2º.
u. s. w.
Urkundliche Beilagen.
Die folgenden Urkunden und Urkundenauszüge sind bei der besonderen Wichtigkeit, die sie vom Standpunkte der historischen und kunsthistorischen Forschung für die Geschichte der St. Sebaldkirche beanspruchen dürfen, ausgewählt worden. Je nach Bedeutung und Bedürfnis sind die einzelnen Stücke entweder in ihrem ganzen Umfange oder im Auszuge wiedergegeben oder ihr Inhalt nur in aller Kürze hervorgehoben worden. Die Originale der Urkunden bis zum Jahre 1401 sind sämtlich im Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv zu München aufbewahrt.[XXV] Von einer ganzen Reihe weiterer Urkunden sind kurze Regesten in der chronologischen Übersicht (siehe S. 234) gegeben.
[XXV] Siehe im übrigen den Schluß der Vorrede.
1. _Nürnberg 1255, Juli 29._
_Bischof H[einricus] von Samland verleiht_ ... omnibus cum debita devotione venientibus ad dedicationem altaris sancti Stephani siti in parrochia[XXVI] sancti Sebaldi in Nurenberc penitentibus et confessis _40 Tage Ablaß der schweren, ein Jahr der läßlichen Sünden und eine halbe Carina[XXVII] von der ihnen auferlegten Buße._
Datum Nurenberc anno domini 1255 in festo prenotato [sancte Margarete].
_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._
[XXVI] Statt: in parrochiali ecclesia.
[XXVII] Carina, carena, quadragena, Buße durch 40tägiges Fasten.
2. _Nürnberg 1256, Oktober 1._
_Bischof Heinrich von Bamberg verleiht allen Christgläubigen, welche die Pfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg_ in die dedicacionis -- _am Kirchweihtage -- und an den Festtagen der Apostel Petrus und Paulus und des hl. Sebald besuchen und ihre Almosen darreichten, einen Ablaß von 40 Tagen und einer Carrina._
Datum Nurenberc 1256 in die sancti Remigii.
_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._
3. _Bamberg 1273, August 8._
_Bischof Berthold von Bamberg ermahnt alle Christgläubigen_ -- cum igitur ecclesia sancti Sebaldi in Nurenberch in vitris et in quibusdam allis ad suum ornamentum et decorem necessariis defectum paciatur --, _zum Nachlaß ihrer Sünden für die Herstellung jener Bedürfnisse ihre hilfreiche Hand darzubieten, und erläßt allen wahrhaft Reumütigen nach abgelegter Beichte und Darreichung ihres Almosens 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden und verleiht den Pfarrkindern, welche den Gottesdienst daselbst fleißig besuchen, denselben Ablaß._
Datum apud Babenberch anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo tercio in die beate Afre.
Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem kleinem Fragment des bischöflichen Siegels.
4. _1274, August 17._
_Bischof Berthold von Bamberg verleiht, nachdem er am 10. September 1273_ -- hinc est, quod ob dilectionem et precum instanciam honorabilium virorum Chunradi buttugelarii, Marquardi sculteti et universitatis civium in Nurenberg in dominico die post nativitatem gloriosissime virginis Marie consecravimus chorum et altare parrochialis ecclesie sancti Seboldi -- _Chor und Altar der Pfarrkirche St. Sebald eingeweiht, allen wahrhaft Reumütigen, welche gebeichtet haben und dort ihre Almosen am Jahrtage der Einweihung des Chores und des Altares und in den einzelnen Monaten des Jahres spenden, je 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den leichten Sünden und ermahnt die Vorgenannten, von ihren Gütern_ ad monasterium sancti Sebaldi, _wo ein solcher Ablaß in jedem Jahre und zu den verschiedenen Zeiten gefunden werde, ihre Almosen darzureichen._
Datum et actum anno domini 1274 16. kal. sept.
_Original-Pergament mit an gelbvioletter Seidenschnur anhangendem beschädigtem bischöflichem Siegel._
5. _Nürnberg 1274, November 22._
_Bischof Leo von Regensburg verleiht allen Christgläubigen, welche die Kirche St. Sebald in Nürnberg an den Festen der Reinigung, der Verkündigung, der Himmelfahrt und der Geburt Mariens, am Feste des hl. Sebald und am Jahrestag der Einweihung_ -- ac in anniversario ipsius ecclesie -- _in Andacht besuchen und zur Kirchenfabrik mit zerknirschtem Herzen und nach abgelegter Beichte Beiträge spenden, einen Ablaß von 40 Tagen von den schweren und von 80 Tagen von den läßlichen Sünden nach vorausgegangenem Konsens des Diözesanbischofs._
Datum Nu^erenberch anno 1274 10. kalend. decembr.
_Original-Pergament mit anhangendem Fragment des bischöflichen Siegels._
6. _Nürnberg 1275, Mai 24._
_Bischof Heinrich von Trient, kaiserlicher Protonotar, ermahnt, da die ehrbaren Bürger und das Volk zu Nürnberg die schöne Kirche daselbst bauen_ -- cum igitur honorabiles viri burgenses et populares opidi Nurenbergensis ecclesiam ibidem pulchram construant, sicut fide didicimus oculata -- _alle Christgläubigen, von ihren Gütern zu dem genannten Werke fromme Almosen zu spenden, und verleiht allen, welche zerknirschten Herzens und nach abgelegter Beichte zur Kirchenfabrik Almosen geben, einen Ablaß von 40 Tagen nach Zustimmung des Diözesans._
Datum Nu^orenberg anno domini 1275 in crastino ascensionis domini.
_Original-Pergament mit anhangendem bischöflichem Siegel._
7. _Bamberg 1283, November 17._
_Bruder Inzilerius vom Orden des hl. Augustinus, Bischof zu Budua, verleiht_ omnibus corde contritis et confessis, qui cum candelis accensis in criptam Nurenberg ad altare beate virginis iter suum direxerint, cum sacerdotes, clerici et scolares constituti ibidem pernunctiant laudem siue antyphonam de canticis cantant eiusdem gloriose virginis, _Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und einem Jahr von den läßlichen Sünden nach erfolgter Zustimmung des Bischofs Berthold von Bamberg._
Datum in Babenberg anno domini 1283 15. kal. decembr.
_Original-Pergament mit an gelber Wollenschnur anhangendem Siegel._
8. _Nürnberg 1284._
_Bischof Gottfried von Passau verleiht allen Christgläubigen_, requirentibus siue visitantibus aut recipientibus qualibet noctium ad laudem beate virginis seu mane ad missam, _wenn sie reumütig sind und gebeichtet haben, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von einem Jahr von den läßlichen Sünden, insbesondere aber denen_, qui veniunt prenotalis temporibus in criptam gloriose virginis Marie ecclesie sancti Seboldi Nurenbergensis.
Datum ibidem anno domini 1284.
_Original-Pergament. Siegel abgefallen. Nur noch die weißroten Fäden vorhanden._
9. _Heilsbronn 1284, April 26._
_Bischof Reinboto von Eichstätt verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die nach abgelegter Beichte an den Marienfesten den Marienaltar_ in cripta monasterii sancti Sebaldi in Nu^erenberch _in Andacht besuchen, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von 100 von den läßlichen Sünden, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt._
Datum apud Halsbrvnne anno domini 1284 6. kaln. maji.
_Original-Pergament mit an grünweißgelber Wollenschnur anhangendem bischöflichem Siegel._
10. _Rom 1290._
_Die Erzbischöfe_ Bonaventura Ragusinus _[Ragusa] und_ Petrus Arborensis [_Arborea_], _die Bischöfe_ Petronus Larinensis [_Larino_], Guilhelmus Dignensis [_Digne_], Petrus Tirasonensis [_Tarazona_], Jacobus Treventinus [_Trivento_], Theobaldus Canensis [_Canossa_], Guillelmus Callensis [_Cagli_], Marcellinus Turtibulensis [_Tortiboli_], Waldebrunus Avellonensis [_Avellino_], Egidius Urbinas [_Urbino_], Romanus Crohensis [_Croja_], Bonus Johannes Esculanus [_Ascoli_] _verleihen allen Christgläubigen, welche wahrhaft reumütig sind, gebeichtet haben und an einem der vielen namentlich genannten Festtage der Kirche St. Sebald_ causa devocionis seu peregrinacionis accesserint aut qui ad fabricam seu reparationem, luminaria, ornamenta uel ad alia necessaria dicte ecclesie manus porrexerint adiutrices _oder in der letzten Not der Kirche von ihrem Vermögen etwas vermachen, Ablässe von 40 Tagen, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt_.
Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio.
_Original-Pergament. Von den ursprünglich zwölf anhangenden Siegeln das zweite abgefallen._
11. _Rom 1290._
_Dieselben Erzbischöfe und Bischöfe ohne Guillelmus Callensis verleihen allen wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, welche den Altar der h. Jungfrau Maria in der Krypta und den des h. Evangelisten Johannes unter dem Lettner_ (sub pulpito) _in Andacht besuchen und die Messen an diesen Altären hören und diese an deren Patronatsfesten in Andacht oder auf der Wallfahrt besuchen usw_. _(wie in der vorhergehenden Urkunde) den gleichen Ablaß._
Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio indictione 3^a.
_Original-Pergament mit 13 an rotgelben Seidenschnüren anhangenden, zum Teil nur mehr fragmentarisch erhaltenen Siegeln._
[XXVIII] Das dritte Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. reicht vom 15. Februar 1290 bis zum 15. Februar 1291. Auf das Jahr 1290 weist auch dasselbe Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. in Verbindung mit der Rechnung nach der dritten Indiktion hin.
12. _Ulm 1290._
_Bischof Incelerius von Budua bestätigt in Vertretung des Bischofs von Bamberg einen von sechs Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten Ablaß und gewährt weitere 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden allen Christgläubigen, welche reumütig und nach abgelegter Beichte ihre Almosen spenden._
Ad ampliorem huius rei certitudinum sigillum nostrum presentibus est appensum.
_Datum fehlt._
_Original-Pergament mit abhangendem Siegel._
13. _Bamberg 1291 Dezember 13._
_Bischof Arnold von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten und zu erwartenden Ablässe._
Datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo primo in die beate Lucie.
_Original-Pergament mit abhangendem Siegel._
14. _Bamberg 1298, Juli 3._
_Bischof Leopold von Bamberg bestätigt alle von Erzbischöfen und Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg und des Altares der hl. Katharina in derselben erteilten Ablässe._
Presens scriptum super eo dedimus sigilli nostri robore conmunitum. Actum et datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo V[.I]I quinto non. julii, pontificatus nostri anno secundo.
_Original-Pergament mit anhangendem beschädigtem Siegel._
15. _Anagni 1299, Oktober._
_Die Bischöfe Landulphus von Brixen, Stephanus von Oppido, Nicolaus von Capri, Nicolaus von Turibia und Romanus von Croja verleihen allen wahrhaft Reumütigen, welche nach abgelegter Beichte die Kirche des hl. Sebald jährlich an namentlich genannten Festtagen in Andacht besuchen und Almosen spenden_ uel quomodolibet de bonis ipsorum pro fabrica, luminariis et aliis dicte ecclesie ornamentis dederint uel miserint seu in extremis legaverint, ac omnibus, qui ter orationem dominicam siue pater noster supra dicte ecclesie cimiterium et pro animabus mortuorum Christi fidelium in eo sepultorum devote dixerint, _einen 40tägigen Ablaß_.
In cuius rei testimonium nostra sigilla duximus presentibus apponenda. Datum Anagnie anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo nono mense octobris, pontificatus domini Bonifacii pape octaui anno quinto.
_Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln der sechs Aussteller._