Die schwarzen Brüder: Eine abentheuerliche Geschichte. 1/3

Part 11

Chapter 112,407 wordsPublic domain

Einer der Schwarzen, welcher unserm Grafen am nächsten stand, und ihn lange vom Wirbel bis zu den Zehen mit seinen Augen gemessen hatt, trat dem Thron näher und erhob seine Stimme zu dem Obersten in folgenden Worten:

»_Julius_, so lange die Menschen noch Menschen sind, werden die Fürsten immer Despoten bleiben, und ihre Unterthanen, zitternd vor dem Gesez, Sünden im Finstern treiben; nie wird die goldne Zeit tagen, in welcher unser Gericht der Welt kein nüzze mehr ist. -- Doch sind auch unter den Fürsten Edle, und unter den Unterthanen Männer, welche die Tükke hassen, so in Finsternis gehüllt schleicht. Siehe, Regent, dort steht _Vinzenz_ der sich mit uns verbrüdern will, ein Unglüklicher, der sich in unsre Arme wirft.«

Der _Regent_ befahl dem _Vinzenz_ näher zu treten; _Florentin_ gehorchte, und starrte sprachlos das Gesicht an, welches nicht dem _Regent Julius_ sondern seinem _Holder_ angehörte.

»Seid Ihr ein Unglüklicher?« sagte der _Regent_ zum _Grafen_: »wollt Ihr Euch mit an die Kette der schwarzen Brüder schliessen?«

»Wohl bin ich ein Unglüklicher, und wenn Ihr diejenigen Unbekannten seid, welche sich in meine Pläne mengten, meine Geheimnisse mit selber aufdekten, und mir jene Warnungen zuriefen: so flehe ich Euch an, daß Ihr mich aufnehmen wollet!«

Die _schwarzen Brüder_ schlossen jezt einen engem Kreis um den _Grafen_ oder _Vinzenzen_, und derjenige, welcher von allen übrigen nächst dem _Regenten_ am meisten geachtet wurde, den sie _Anselmo_ nannten, eben der welcher _Florentinen_ aus dem Kerker erlöset, und auf den Wendelstiegen allein gelassen, nachmals ihn dem _Regenten_ vorgestellt hatte, dieser, sage ich, trat aus den Siebzigen hervor gegen _Florentinen_ gewandt, und redete ihn also an:

»_Vinzenz_, bei Gott, es ist kein Knabenspiel, wozu Ihr Euch jezt verpflichtet, es verlanget Männer von ungewöhnlicher Art. Könnt' Ihr allen Bequemlichkeiten des Lebens entsagen, könnt' Ihr Verwandten- Bruder- Schwester- und Weiberliebe vernichten in Eurer Brust, könnt' Ihr der Gefahr ins drohende Antliz lachen, und den Tod mit kaltem Blute erwarten: so seid Ihr erst halb der Unsrige!«

»Seht, die Richter liessen sich, so wie heutiges Tages, auch ehmals durch den Schimmer des Goldes verblenden; die Pfaffen führten Inquisizionen ein, Reinigkeit des Glaubens zu erhalten, und sie selber waren, troz ihrer Reingläubigkeit, unreinen Herzens, Volkstäuscher, kanonisirte Bösewichter; die Fürsten gaben Gesetze und übertraten sie zuerst, sie raubten den Menschen der Menschheit erstes und einziges angebornes Glük, raubten die Geistesfreiheit, damit die dummköpfigen Vasallen und Sklaven ihrer tyrannischen Kniffe nicht inne würden; die Weiber kokettirten und lenkten Volk und Fürsten an _einem_ Zaum, Landstreicher und Avanturiers erschlichen entweder Privilegien für ihre Quaksalbereien, oder sie machten in den untersten Volksklassen den Geist des Fanatismus rege, oder sie pasquillirten auf die gesunde Vernunft und guten Sitten, oder sie prellten reiche Hohlköpfe mit Taschenspielerwundern, Goldmachereien, geheimen Ordensvorspielungen und andern Schmarozzerkünsten. -- Kurz alles war es einst, wie jezt, und darum traten schon früh Männer von Einsicht und Muth zusammen; enthusiasmirt für Recht, und Wahrheit und Bruderglük, dem geheimen und öffentlichen, von keiner Obrigkeit gerügten Unwesen zu steuern. Zeloten nannte man sie in Christus Zeitalter, und späterhin in den mittlern Jahrhunderten die Männer des heimlichen Gerichts.« --

»Meint Ihr, _Vinzenz_, die Zeiten des heimlichen Gerichts wären vorüber? nein, _Vinzenz_, die Zeiten nicht und auch nicht das Gericht. Sehet diese Siebenzige sind Mitglieder desselben aus einem Herzogthume; gehet hinaus in die weite Welt und Ihr werdet sie finden an den äussersten Spizzen Europas. Alle die Ihr um Euch stehn seht, sind Männer von der erprobtesten Verschwiegenheit, dem rechtschaffensten Karakter, der tiefsten Verschlagenheit, zerstreut in allen Gegenden unsers Vaterlands wohnhaft, aus allen Ständen des Volks gehoben. Bediente, Aerzte, Prediger, Advokaten, Schriftsteller, Buchhändler, Räthe, Generale, Offiziere, Landwirthe sind hier Brüder, ohne Unterschied des Ranges.«

»Unsre Religion ist: thue Gutes und mache glükseelig, wo möglich, stets im Verborgnen; opfre Dich im grossen Fall der Noth für die Glükseeligkeit des Ganzen hin; liebe Gott über alles, Deinen Nächsten _mehr_ als Dich selbst! Islamismus, Kalvinismus, Lutherthum, Katholizismus, Herrnhuterei -- sind eins und dasselbe, sind nur Farben für den sinnlichen Menschen!« --

»Und habt Ihr Euch einst müde gerungen für Eurer Brüder Wohl, sodann dürfet Ihr gerechte Ansprüche auf Ruhe und eignes Glük machen, welches Euch gewährt wird, wie und wo Ihr es verlanget. Ein weiser findet sich nicht in hohen Ehrenämtern belohnt, darum rechnen wir diese nicht zu den Arten einer Dankbarkeit von uns; wir selber befördern uns zu den wichtigsten Posten um wichtige Unternehmungen vollführen zu können.«

»Noch einmal, _Vinzenz_, bedenket wohl, daß Ihr Euch zu keinem Knabenspiel verpflichtet. -- Reue ist nachmals zu spät und umsonst, und wird Euch mit dem Tode vergolten. -- -- Gehet, ich bitte Euch, gehet zurük!«

»Nimmermehr!« entgegnete Florentin.

Alle. (rufend) Gehet, gehet zurük.

Florentin. (unerschüttert) Ihr grossen Männer, behaltet mich.

Anselmo. Spätre Reue ist Euer Tod!

Florentin. (flehend gegen alle gewandt) Ich bleibe Euch treu, Tod mir, wenn ich diesen erhabnen Schritt je bereue.

Es erfolgte eine allgemeine Stille. Der _Regent_ stieg von seinem Throne und entband dem Grafen eines schreklichen Schwurs. Der _Graf_ schauderte und -- schwor.

Kaum war das Amen von seinen Lippen gehört: so trat der Regent ihm näher und küßte ihn und weihte ihn zum _schwarzen Bruder_; alle übrige thaten ein Gleiches und, o Wunder! auch der alte _Badner_ trat herzu.

Jezt wurde die Freude lauter, die Brüder wandelten durcheinander, plauderten, lachten, tranken; _Florentin_ fühlte sich seeliger, als je, er besprach sich mit allen, alle jubelten beim frohen Klange der Gläser ein, »Vivat _Vinzenz_!« und unter diesem Lärmen -- -- -- -- _erwachte_ _Florentin_ von seinem Traume.

Hilf Himmel! wie erstaunte er, als er sich, nachdem er die Augen genug gerieben, in dem _Garten_ noch liegen sah unter dem Schatten des _Fliederbaums_.

_Rikchen_ trat in den Garten, lächelnd brachte sie ihrem Bruder die verlangte _frische Milch_.

»Wie lange hab ich denn geschlafen?« fragte er und schwebte ungewiß, wie im Traume.

»Zwei Stunden wohl!« antwortete seine reizende _Schwester_, die das Milchnäpfchen neben ihm niedersezte.

»O Gott!« rief er entzükt aus, sprang auf und umarmte seine _Schwester_: »du lebst noch!«

Fünftes Kapitel. Gute Nacht, Florentin! -- Auch ein Postscript an den Leser.

»Ei, ei,« sagte der _Onkel_: »ei, ei, Du mußt einen bösen, bösen Traum erschlafen haben!«

»Freilich!« entgegnete _Florentin_, und zweifelte, ob er nicht eben jezt träume?

»Nun, was hat Dir denn geträumt?« hub _Rikchen_ an zu fragen, allein sie erhielt von ihrem Bruder eine unbestimmte Antwort. Er fürchtete ein Wort zu sagen, denn der Eid schwebte ihm noch immer auf der Zunge, welchen er im Angesichte der _schwarzen Brüder_ geschworen.

Nie hatte er ähnliche Qualen ausgestanden, und nie hatte er eine so reine himmlische Freude gefühlt, als in diesem Traume. Eine stille Sehnsucht war in seinem Herzen zurük geblieben nach den schwarzen Freunden; sich von siebenzig uneigennüzzigen Männern umarmt zu sehn, welche Wonne für Seelen, die den Werth der Freundschaft kennen! -- Er konnte seine Sehnsucht nicht verbannen, sich nur noch einmal in ihrer Mitte zu sehn; der Gedanke, daß Hunderte ihr Leben für ihn lassen würden, hatte zu viel Beruhigendes für ihn. Wahrscheinlich trug hiezu seine jezzige, kritische Lage nicht wenig bei; was hatte er dann vom Herzoge zu befürchten, wenn die Durchspäher aller Geheimnisse sein Intresse zu dem ihrigen machten? --

»Und ists auch nur ein _Traum_, o so soll er mir dennoch heilig bleiben, ich habe nie in der wirklichen Welt seeliger geathmet.«

So dachte er oft in sich, aber niemanden verrieth er das schauerliche, schöne Meisterstük seiner Fantasie, welches den tiefsten Eindruk auf ihn gemacht hatte.

Noch einige Tage blieb er in der Mitte seiner Lieben; die ihm vom Herzoge gegebne Frist war ihm schneller verflossen, als das Hirngespinst von zween Stunden.

Eines Abends, da der _Onkel_ schon und _Rikchen_ längst in den Federn vergraben lagen, saßen _Florentin_ und _Holder_ noch spät auf. Sie unterhielten sich über manche intrikante Materien, über die Reise des leztern nach Italien, über das Verhältniß des erstern am Hofe, und endlich auch über die Unbekannten.

Plötzlich, wurden sie durch ein lautes Pochen gestört. In wenigen Minuten traten drei _Offiziere_ von der Herzoglichen Garde herein, die sich mit drei Worten wegen ihres späten Besuches entschuldigten, und dem _Grafen_ ein versiegeltes Papier im Namen _Sr. Durchlaucht des Herzogs_ überreichten.

_Duur_ las und wurde blaß.

Holder. Was ist dir, daß Du Dich entfärbst?

Duur. (gab ihm den Brief, ging zur Thüre und rief nach Badner.)

Holder. (lesend) Gott im Himmel!

Badner. (hereintretend) Ho, ho!

Duur. Laß sogleich meinen Wagen anspannen, meine Sachen einpakken, und alles binnen einer Viertelstunde zur Abreise fertig seyn.

Holder. Aber alles geschehe in der größten Stille; auch befiehl meinen Bedienten, daß sie Wein und Speisen hieher bringen.

Badner. (entfernte sich hochverwundert.)

Holder. Sezzen Sie sich, meine Herrn.

Duur. In einer Viertelstunde reise ich mit Ihnen, belieben Sie indessen einige Erfrischungen anzunehmen.

Ein Offizier. Wir danken Ihnen unterthänigst.

Ein Andrer. Sie verzeihn es uns, daß wir Sie, Herr Kammerherr, so schnell und so früh aus den Armen Ihrer Freunde entführen.

Holder. (kalt) In vier Wochen wird uns der Herr Graf wieder besuchen können.

Die _Offiziere_ tranken, _Holder_ und _Duur_ schwazten mit ihnen von Neuigkeiten aus der Residenz. -- Die Viertelstunde war bald verflogen und dem _Grafen_ immer weher ums Herz. _Badner_ trat endlich reisefertig herein und bedeutete daß alles zum Abmarsch bereit wäre.

»Nun denn, meine Herrn!« sagte _Duur_ zu den _Offizieren_ und stand auf: »wenn es Ihnen gefällt: so lassen Sie uns aufbrechen!« die Offiziere entfernten sich.

Bebend wandte er sich zu _Holdern_, der vergebens seine Bestürzung verbergen wollte.

Florentin. Nun _Holder_?

Holder. (gerührt) Mein _Florentin_.

Florentin. Weißt Du, wohin ich gehe?

Holder. Wohin, Bruder?

Florentin. Zum Tode.

Holder. (erstarrend) Bruder!

Florentin. Zum Tode!

Holder. Ists gewis?

Florentin. Unvermeidlich gewis. -- Jezt ist dem Herzog alles offenbar, und ich bin seiner Rache Gegenstand.

Holder. Das ist schreklich!

Florentin. Kannst Du -- kannst Du mich noch retten?

Holder. Ich -- kann es nicht.

Florentin. Kannst Du mich noch retten.

Holder. Ich kann es nicht. Allein wir werden uns wiedersehn!

Florentin. Nach dem Tode?

Holder. Ja, in Deutschland über zweihundert Jahren! -- verlangst Dus noch daß ich meinen Eid Dir halte? verlangst Du noch einmal ein Erdenleben zu leben?

Florentin. Wunderbarer! Schwärmer!

Holder. Bei Gott, ich schwärme nicht!

Florentin. So seis. -- Leb wohl! (er umarmt ihn heftig.)

Holder. (mit gebrochener Stimme) Leb wohl!

Florentin. (indem er sich losreißt) Leb wohl! (er kehrt noch einmal um und mit langsamen Schritten auf Holdern zu gehend) Regent -- Regent!

Holder. (unter Thränen) Was sprichst Du?

Florentin. (abgehend) Regent Julius! -- lebe wohl!

Holder. (nachrufend) _Vinzenz_, lebe wohl!

Die _Offiziere_ sassen schon auf ihren Pferden; der _Graf_ stieg in den Wagen und so gings fort.

Als die Morgenröthe emporstieg langten sie in einem Städtchen an; hier blieben sie den Tag über, in der Nacht verfolgten sie ihre Reise.

Mit Anbruch des zweiten Tages kamen sie in die Residenz. Der _Graf_ fuhr nach seiner Wohnung und die _Offiziere_ verliessen ihn schon vor der Stadt.

An ihrer Stelle fand er einen andern in seinem Hause, welcher ihn bis zum Abend bewachte, und sodann in der Dunkelheit zum Herzoglichen Palais führte.

Bleich und entgeistert schwankte der _Unglükliche_ seinen Todesgang hin. Man brachte ihn in ein schwarz ausgeschlagnes Kämmerlein, bis auf weitern Befehl des Herzogs.

In fürchterlicher Angst durchirrte der _Graf_ das Zimmer, in welchem eine Wachskerze brannte. Tausend Gedanken durchkreuzten seine Seele, der eine schreklicher als der andre.

Eine Viertelstunde verging, die andre schlug, ohne daß sich jemand zeigte. Mit immer größerer Unruhe ging er auf und nieder, rang er die zitternden Hände, stellte er sich ans Fenster und zählte er mit Bangigkeit die Minuten.

Düstre Bilder drängten sich um seine Seele, und entwafneten seinen Geist. Nichts blieb ihm in der bangen Stunde übrig; jeder Strahl der Hofnung erstarb; jeder Trost wich zurük, und jedes Grausen, welches die Natur in ihrem Schooße trägt, lagerte sich vor ihm hin. Seine Knien schlotterten; Fieberfrost rann ihm durch das erstarrende Geblüt; er strekte die gefalteten Hände schweigend empor zum Himmel, aber seine Kräfte versagten ihm den Dienst weiter.

Schaudernd stand er in einem einsamen Winkel, und warf seine Augen im Geiste auf die nahen Pforten der Ewigkeit.

»O« lallte er mit gebrochnen Tönen! »der Tod ist furchtbar, vergebens mahlt ihn die Fantasie schön; aber wir philosophischen Geschöpfe thürmen uns da Systeme und Hypothesen hin, die unter einem leisen Hauch der wahren Natur zusammenstürzen, all' unsre Weisheit ist Spinngewebe der Einbildungskraft, aus leichten lokkern Federn zusammengesponnen.«

Es erfolgte eine lange, dumpfe Pause, in welcher er ernsthaft vor sich hinschritt. Dann stand er wieder still und starrte zum Himmel auf:

»Gott, heilges, gerechtes, allgemeines Wesen, mit welchem Antlizze werd' ich vor dir erscheinen? Als ein Missethäter sterb' ich; Menschen können mir nicht verzeihen; -- Gnade gieb, o Erbarmer, wenn mir Gnade möglich ist!«

Indem der Graf noch betete, öfnete sich ein Seitenthüre. Die Prinzessin _Louise_, todtenbleich, in ein Reisegewand verhüllt, trat herein. _Duur_ prallte zurük. Sie sprach kein Wort, sondern umhalste schluchzend den geliebten Verbrecher, küßte ihn unzählige male, und eilte schweigend wieder von ihm.

Kurz darauf vernahm _Duur_ das dumpfe Donnern einer fortrollenden Kutsche -- er hörte es, stieß einen tiefen Seufzer aus, Dunkelheit umfloß sein Auge, und ohnmächtig stürzte er -- dem _Herzog_ in die Arme.

Inzwischen träumten der alte, brave _Onkel_ und seine, liebenswürdige _Nichte_ nichts weniger, als dieses entsezliche Schiksal ihres _Florentins_. _Holder_ trat am folgenden Morgen nach seiner Wegführung zu ihnen, und sagte mit erzwungnem Lächeln: »_Florentin_ hat Euch, um Thränen zu ersparen, gestern Abend schon verlassen.«

»Gestern Abend ist er fortgefahren?« entgegnete erstaunt der _Alte_: »drum wunderte ich mich noch über das späte Kutschieren. Hm, hm! der Blizjunge, kömmt er mir noch einmal so, so werde ich ihm baß den Text lesen. Warte! warte!«

»Und in der Nacht auch zu reisen!« sagte _Rikchen_ halb böse.

»Freilich, freilich!« erwiederte der _Onkel_: »er wird sich verkälten wollen! -- doch las ihn; im Grunde genommen dauert mich der gute Junge, er hats nicht böse gemeint. Na _Florentinchen_, wir vertragen uns wieder; ich sage Dir gute Nacht, _Florentin_!« -- -- -- --

* * * * *

Und nun, meine _Leser_ und _Leserinnen_, hab' ich Ihnen für diesmal genug vorgeplaudert; allein mich plagt doch eine kleine Neugier, zu wissen, wie Ihnen meine Erzählung behagt hat.

»Sonderbar!«

Sonderbar sagen Sie? wie denn so?

»Kein Plan, kein Ganzes! wir wissen aus so manchen nicht klug zu werden; zum Ueberflus führen Sie den Grafen von _Duur_ noch an die Schlachtbank und lassen uns in einer quälenden Ungewisheit über seinen Tod.«

Ich sollte doch denken, meine Herrn und Damen, daß Sie mit dergleichen Autorfinten schon bekannter sein müssen, als Sie es sich zu sein stellen wollen.

»Unverzeihlich! indes werden wir Ihnen von ganzem Herzen verzeihn, wenn Sie uns noch _dies_ und _das_ beichten wollten!«

Und was denn zum Beispiel?

»Wie es dem süssen _Florentin_ geht.«

»Und war für ein Bewandnis hat es denn mit den _schwarzen Brüdern_?«

»Wird _Holder_ nicht noch Anstalten zur Rettung seines Freundes machen?«

»Apropos, was that denn _Holder_ in _Italien_? nahm er etwa die Tonsur an?«

»Wohin ist denn die Prinzessin _Louise_ zur Nachtzeit gefahren? hat sie ihr _Bruder_ etwa in ein Kloster gebracht?«

»Noch eins, eh wir auseinander gehen: werden Sie uns nicht den weitern Verlauf der Sache erzählen?«

Alles das, meine Herrn und Damen, alles das im _folgenden Bändchen_ wenn Sie wollen!

Anmerkungen zur Transkription

Die kräftig variierende Schreibweise, Grammatik und Interpunktion des Originales wurden unverändert beibehalten. Lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.