Part 13
+Deutsche Tageszeitung+: Wer das Buch mit Verständnis liest, erhebt sich mit einem aus der fast noch allgemein herrschenden Empirie; seine ruhige, klare Wissenschaftlichkeit wird Offizieren und Leitern von Sportsvereinen nicht minder großen Segen bringen, wie den zur Erziehung der deutschen Jugend Berufenen.
Lenore Kühn, Das Buch Eros. Studium zur Liebesgeschichte von Seele, Welt, Gott. br. M 15.--, geb. M 25.--
+Leipziger Tageblatt+: Dieses kleine Werk steht auf jener Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst, wo das Reich Nietzsches liegt. Das Buch ist erlebt. Seine Leistung besteht darin, daß es eine Grundanschauung an die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten heranbringt und die verschiedenen Gebiete in ihren Beziehungen aufdeckt. Diese Frau würdigt Eros in Plato, Jesus, Spinoza, Fichte, Schleiermacher, Goethe, Nietzsche, findet ihn im Erleben der Natur und in der Dichtung, namentlich bei Peter Altenberg und Rilke und in der Lyrik überhaupt, in der Musik, und zwar auch bei Bach und in Brahms' Deutschem Requiem, dann in dem Trieb zum Vaterland, in der Freundschaft, und nicht zum wenigsten natürlich in der Liebe zwischen Mann und Weib, in der vornehmlich tiefe Blicke getan werden.
+Der Tag+: Ein Hymnus an das Leben. Ein Dithyrambus der reichen Seele, die die Kraft ihres Gefühls an die ganze Welt verschwendet. Ein hohes Lied der Freundschaft und Liebe, wie es noch selten so innig und rein erklang. Mit zarten ehrfurchtsvollen Händen deutet L. Kühn die Mysterien des Lebens. Ihre Besonderheit liegt in der Verschmelzung kristallklarer psychologischer Analyse mit echt weiblicher Wärme und Innigkeit. Es ist ein Buch von großem Schwung. Jede Seite ist durchströmt von innerem Erleben von der Fülle des Herzens.
Gertrud Prellwitz, Vom Wunder des Lebens. 107. Tausend. kart. M 8.--
+Münchener Neueste Nachrichten+: Gertrud Prellwitz gibt in großen Zügen im Rahmen einer Erzählung den Weg an, wie man fragenden Kindern, wie man nachdenklichen Mädchen und Jünglingen allmählich die Wahrheit über das sexuelle Leben sagen soll, daß sie sich die Keuschheit des Herzens, die Vollkraft ihrer Gefühle, die Freude am Dasein, die Sicherheit und Gradheit im Verkehr mit der Welt, die Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens bewahren.
Karl Zimmermann, Himmelfahrt der Venus. Gedichte. br. M 15.--, geb. M 25.--
+Frankfurter Zeitung+: Das Lied von der Zerspaltenheit in Ich und Du, in Mann und Weib. Das Lied von der ewigunstillbaren Sehnsucht, von dem Ineinander, dem Zueinander, von dem Dreiwerden im Kind, von dem Über-einander-hinaus. Aber sie singt es neu, dies uralte Lied. Denn ihre Worte kommen aus dem bebenden Herzen eines schöpferischen Menschen. In Erdennähe beginnt das Buch. Zwei Menschen, wie tausend andere auch, wollen zu einander. Finden sich. Scheiden sich. Der Kreis wird geweitet. Natur und Menschentum, die gleichgestimmt sind, singen sich in den Versen. Und dann geht es himmelwärts. Ewige Formen der Liebe, stets wechselnd, stets gleich, werden im Wort wiedergeboren. Ewigliebende, Göttergleiche stehen auf und kämpfen den Kampf der Kämpfe, bis das wundersame Wort fällt: »Wir sind unlöslich geschieden!« Das ist in Versen eingefangen, die ein williges Instrument geistsehnsüchtigen Gefühls sind, die zu einer Kongruenz zwischen Stoff und Form gelangen, wie man sie heute selten antrifft.
+Kölner Tageblatt+: Diese Gedichte sind Bekenntnisse einer Frauenseele zum Eros, die sich mehr zufällig hinter einem männlichen Pseudonym bergen. Die Venus, die den Himmelswagen fährt, ist vom Stamme Botticellischer Frauengestalten: unendliche Zartheit und Süße, die das beste Wissen dem enthüllt, der das geistige in ihr erlebt. Es sind hier tiefe Dinge aus dem Erosleben einer Frau gesagt, und wenn sie die letzten Hüllen fallen läßt, immer noch bleibt die zu einer Knospe gefaltete Seele.
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Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
Korrekturen:
S. 32: liebensbewußt → liebesbewußt Werktätige nicht so {liebesbewußt} auf die