Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, zweiter Band

Part 45

Chapter 453,311 wordsPublic domain

[Fußnote 187: Ānando wird in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, nicht selten dargestellt, mit Vorliebe in sanfter, trauernder Haltung an der Bahre des entschlafenen Meisters. Das jugendlich schöne, in tiefem Schmerz etwas geneigte Haupt erinnert sogleich an jenen berühmten bartlosen Christuskopf /Da Vincis/ in der Brera zu Mailand. -- Es wäre ein verdienstvolles Unternehmen, die besten älteren Skulpturen von rein indischem Typus und Stil, fast sämmtlich noch in Indien theils in situ, theils in Museen, zumal dem von Kalkutta, befindlich, auch dem westlichen Kunstfreunde in sorgfältiger Reproduktion allgemeiner zugänglich zu machen, da bisher auf diesem Gebiete kaum irgend etwas Ernstes geleistet wurde. So ist z. B. das Handbuch zur Berliner buddhistischen Kuriositätensammlung -- vom Verfasser Prof. /Grünwedel/ „Buddhistische Kunst in Indien“ betitelt -- trotz aller fleißigen Arbeit, für die Erkenntniss der wahren, strengen, ursprünglichen indischen, bez. buddhistischen Kunst nahezu werthlos: denn es giebt, mit Ausnahme eines einzigen ächten Kunstwerkes (No. 75 der 2. Aufl., p. 144), eben nur Proben aus barbarisch entarteten und nur wenig nationalen Kulturepochen oder beschäftigt sich mit tibetisch-mongolischer Miniatur, die allerdings in recht guten Exemplaren vorhanden ist, aber selbstverständlich nicht für buddhistische Kunst in Indien ausgegeben werden darf. Das gilt leider, wie gesagt, auch von anderen, sonst sehr schätzenswerthen archäologischen Arbeiten.[B]]

[B _Ein Werk über Buddhistische Kunst kündigt nun der Verlag Bruno Cassirer an._]

[Fußnote 188: Aehnlich berichtet Asoko auf dem 6. Felsenedikt über seinen Aufenthalt im Palaste oder im ~abgelegenen~ Parke oder in den Gärten, wo ihm seine Minister, da wie dort, jederzeit und überall darzulegen haben, wie seine Anordnungen zum Wohle der Wesen ausgeführt werden, da er jederzeit und überall auf das Wohl der Wesen bedacht sei: denn es gebe kein vornehmeres Werk als der ganzen Welt zum Heile zu sorgen. -- Wie Pasenadi gern unter den _rukkhamūlāni vijanavātāni_ weilt, so Asoko im entsprechenden _vacamhi vinītamhi_, »im abgelegenen Parke«: _vacam_ ist natürlich nicht von _varcas_ stercus, sondern von _vārkṣam_ Wald abzuleiten; vergl. das im 12. Edikt [Mansehra] genannte Amt der _vracabhumika_, _vārkṣabhūmikās_, d. i. Parkverwalter. Zur palatalen Surde für die Aspirate cf. die analogen _ikkokkākādi_.]

[Fußnote 189: Lies _ayaṃ kho me_; später, wie der siam. Text hat, _ayam pi kho me_. Cf. die 12. Rede, p. 69.]

[Fußnote 190: Genau bei /Strabo/ p. 712 wiederzufinden. Ετη δ’ ἡπτα και τριακοντα οὑτως (ασκητει) ζησαντα αναχωρειν εις την ἑαουτου κτησιν ἑκαστον, και ζην αδεως και ανειμενως μαλλον.]

[Fußnote 191: Cf. Anm. 127.]

[Fußnote 192: Lies, wie der Text hat, _puna ca param bhante ime Isidattapurāṇā thapatayo_ etc. Vergl. das überaus schöne Gespräch des Meisters mit den beiden Kammerherren, _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 348-352.]

[Fußnote 193: Der siam. Text hat richtig _yam pi kho bhante_ etc.]

[Fußnote 194: Wahrscheinlich _patite kutsanāyām;_ vergl. _Manus_ IV, 184: _Akāśeśās tu vijñeyā bālavṛddhakṛśāturāḥ_.]

[Fußnote 195: Es ist mit dem barmanischen Texte, und wie vol. I. p. 390, passim, _savyābajjhā_ und _avyābajjhā_ zu lesen.

Viḍūḍabhos subreptive Frage, ob es also die weltlichen Götter vermöchten die überweltlichen in die Flucht zu schlagen und deren Ort zu erobern, mahnt an bekannte _Itihāsās_ von Kämpfen zwischen _Asurās_ und _Devās_, wie _Śatapathabrāhm._ I, 2, 4, _{8-12}, und schon _Ṛgved._ X, 124, _{8}: _Tā asya jyeṣṭham iṃdriyaṃ sacaṃte... bībhatsuvo apa vṛtrād atiṣṭhan_. Vergl. /Oldenberg/, Die Religion des Veda S. 166.]

[Fußnote 196: _Anando_ = Wohlmuth.]

[Fußnote 197: Die zweite Hälfte dieses Buches der Könige, worin Pasenadi auftritt, nimmt, wie unser Text überhaupt, wenig Rücksicht auf die Zeitfolge der Reden. So sieht z. B. Pasenadi in der 90. Rede Ānando zum ersten Mal, der ihm zu Beginn der 88. wohlbekannt ist. Dagegen wird allerdings erst in letzterer Ajātasattu als König von Magadhā genannt, während in der 86. Rede noch dessen Vater, Seniyo Bimbisāro, den Thron innehat.]

[Fußnote 198: Vergl. _Saṃyuttakanikāyo_ vol. I. p. 108: Kurz ist das Leben der Menschen:... wer lange lebt, lebt hundert Jahre, oder etwas darüber. -- _Śatapathabrāhmaṇam_ I, 9, _{3}, _{19}; _Chāndogyopaniṣat_ III, 16, _{7}, praesertim i. a. _Jaiminigṛhyasūtram_ 8, _{1}, _{2} (p. 10 des Wiener Grantha-Ms): _jīvāhi śaradaśśataṃ, paśyāhi śaradaśśatam_ (sic).

/Plinius/ VII, 28: /Crates Pergamenus/ Indos qui centenos annos excedant ~Gymnetas~ appellat, non pauci ~Macrobios~. -- Auch in den koptischen Biblia sacra wird das Leben des Menschen auf hundertzwanzig Jahre bemessen: siehe /Amélineau/, Vie de _Schnoudi_, in 12^o p. 238 u. 359.]

[Fußnote 199: Cf. die 83. Rede, in init., und Asokos I. Säulenedikt, fin.]

[Fußnote 200: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Uttarassa māṇavassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.]

[Fußnote 201: Das »tausendspeichige Rad« ist der Abdruck, den der Fersenball bei jedem Schritte auf staubigem oder feuchtem Boden zurücklässt: als _śrīpādas_ schon im 1. Jahrh. vor Chr. schematisch dargestellt; cf. /Bühler/ im Anzeiger phil.-hist. Cl. Wiener Akad. der Wiss. vom 3. Februar 1898.]

[Fußnote 202: Den Typus dieser schlanken und doch kräftigen Asketenbeine mit hohem Unterschenkel zeigen außerordentlich schöne Buddho-Statuen aus Sārnāth im Museum zu Kalkutta, alte, ächt indische Kunstwerke. Wunderbar ähnlich hat bei uns /Donatello/ seinen Johannes gebildet, in der Chiesa dei frari zu Venedig, erst von /De Lorenzo/ erkannt. -- Vergl. _Eṇajaṉgho jaṉghākarikas_, _Daśakumāracarite_ II, 1: 1. fasc. p. 43; auch _Valgujaṉghas_, _Mahābhārate_ XIII, 4, _{152}.]

[Fußnote 203: Merkmal eines Helden. So wird auch _Rāmas_ bekanntlich _ājānubāhus_ genannt, _Rāmāyane_ I, 1, _{12}; wozu A. W. /von Schlegel/ in seiner Uebersetzung treffend angiebt: »Brachia brevia apud Indos deformia et ignobilia habita sunt; longa contra heroïci vigoris argumentum. Non mirarer, si Persae, idem statuentes, cognomine Artaxerxis prioris, μακροχειρ, male a Graecis intellecto, simile quid significassent.«]

[Fußnote 204: Vergl. Längere Sammlung, II. Band, S. 65, Anm. 20.]

[Fußnote 205: _sattussado_, d. i. _sat-tuṣya-das_. Cf. No. 95 in initio: _Opāsādaṃ sattussadam_. -- _Dīghanikāyo_ vol. III. p. 166 ist kommentarielles Quidinloco.]

[Fußnote 206: _rasaggasaggī_ von √(ras), _rasati śabde_ + _gras_ (= _grah_, cf. _Manus_ VIII, 43) + _agrī_.]

[Fußnote 207: _cattārīsadanto so bhavaṃ Gotamo_, wörtlich ‚vierzigzähnig ist Herr Gotamo‘, womit natürlich, wie auch sonst bei Zahlenreihen, nur die begonnene vierte Dekade, d. h. über dreißig, gemeint ist. _Caturo dasassa_ heißt es im _Dīghanikāyo_ l. c. p. 182.]

[Fußnote 208: Vergl. das _avimuktam_ (_bhruvor ghrāṇasya ca saṃdhiṣṭhānam_), e. g. _Jābālopaniṣat_ 2. Bei _avimuktam_ darf auch an die seltenere Bezeichnung _dhruvas_ als polaren Punkt zwischen den Augenbrauen, d. i. die Nasenwurzel, gedacht werden. Vergl. _Suśrutasaṃhitā_ I, 5, _{24}. Deutlich und ohne jede symbolische Absicht, offenbar treu anatomisch nachgebildet, ist diesem Merkmal an der Herme des /Apollonios von Tyana/ in Neapel zu sehn. -- Hier sei noch die Vermuthung gewagt, die im P. W. ^1s. v. _dhruvas_ 2 i) genannten _Viṣṇoḥ padāni bhrūmadhye_ möchten die oft vorkommenden drei vertikalen Stirnfalten sein, die von der Nasenwurzel entspringen, das _mātṛmaṇḍalam_ aber die Pupille.]

[Fußnote 209: Gegenüber diesen im Volksmunde beliebten sagenhaften Merkmalen eines großen Mannes vergl. das Gespräch des Meisters mit Sāriputto, im _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 158:

»Ein großer Mann, ein großer Mann«, sagt man, o Herr: inwiefern aber ist man, o Herr, ein großer Mann?

Hat man das Herz erlöst, Sāriputto, so ist man, sag’ ich, ein großer Mann: hat man das Herz nicht erlöst, so ist man es nicht.

Cf. ib., p. 216, wie der greise Meister sich in der Abendsonne wärmt, Ānandos Verwunderung, dass der Erhabene nun nicht mehr so stattlich erscheine wie früher, und die Antwort des Herrn:

So ist es, Ānando, dass der Jugend Altern, der Gesundheit Siechthum, dem Leben Sterben eignet, und dass nun die Hautfarbe nicht mehr so hell und rein ist, schwächlich die Glieder geworden, mit Falten überzogen sind, vornüber der Körper sich neigt, dass die Sinneswerkzeuge sich abgenutzt haben.]

[Fußnote 210: Lies _aḍḍhavam_, von √(ṛdh).]

[Fußnote 211: Lies mit dem siam. Texte _āraddhakāyo va na iñjati_.]

[Fußnote 212: Vergl. _Nāradaparivrājakopaniṣat_ III, v. 66: _yasya cakṣur na dūragaṃ, caturyugāṃ bhuvaṃ muktvā, parivrāṭ saḥ_.]

[Fußnote 213: Lies mit dem siam. Texte so _bhuttāvī na pattam bhūmiyaṃ nikkhipati_.]

[Fußnote 214: Lies mit dem siam. Texte _avijahantābhāvena_.]

[Fußnote 215: Der siam. Text hat richtig _addasāma antaragharam pavisantam_.]

[Fußnote 216: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Brahmāyussa brāhmaṇassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.]

[Fußnote 217: Der berühmte Denkspruch vom Entstehn und Untergehn, S. 541, 271, 68, ist später _puthujjanagatam_, der allerbekannteste Gemeinplatz der indischen Litteratur: überall von Philosophen, Rhapsoden und Dichtern rezipiert, variiert und ausgestaltet; vergl. e. g. _Cūlikopaniṣat_ v. 17, 18, _Māṇḍūkyakārikā_ II, v. 32; _Daśakumāracaritam_ I, 1. Kap., p. 6: _Jalabudbudasamānā virājamānā saṃpattaḍillateva sahasaivodeti naśyati ca_.]

[Fußnote 218: Die größte Begleitung, die in alten Texten je angegeben: in der Regel eine erheblich geringere. Gotamo weilt von Zeit zu Zeit allein zurückgezogen, z. B. zwei Wochen, auch drei Monate lang wie _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 320, ib. 325, oder ist von einer Anzahl ›edler Söhne‹ umgeben wie oben in der 68. Rede, oder wandert ›mit einer großen Schaar‹, ›mit vielen Mönchen‹, selten ›mit fünfhundert Mönchen‹, von Ort zu Ort weiter wie in der 51., 70., 91. Rede, passim. Im _Dīghanikāyo_, vol. III. p. 85 der siam. Ausg., heißt es in einer Sage, Metteyyo der künftige Buddho werde einst einige tausend Jünger, _anekasahassam bhikkhusaṉgham_, lenken, gleichwie Gotamo jetzt einige hundert, _anekasatam_, lenke.]

[Fußnote 219: Brāhmanischer Halbasket, der das Haar in Flechten aufgewunden trägt. -- Vergl. _Nāradas’_ Worte, im _Aitareyabrāhmaṇam_ VII, 13, _{8}, auf welche später Selo, zu Beginn des Gespräches mit Keṇiyo, anspielt.]

[Fußnote 220: Buddho. -- Im Inneren von Zeilon, so in Anurāḍhapura und weiter, hat sich bis heute die Sitte erhalten, dass der Mann aus dem Volke, wenn er einen Hochstehenden mit einer Bitte angeht, als captatio benevolentiae also anhebt: »O Herr, der du einst einen Buddho schauen wirst, sei gegrüßt!«]

[Fußnote 221: Lies mit dem siam. Texte _bhavanto_, später _bhotā samaṇena Gotamena_ und _kathāpariyosānaṃ ca me_.]

[Fußnote 222: Lies _ekamantaṃ nisinnassa kho Selassa brāhmaṇassa etad ahosi_. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.]

[Fußnote 223: Die beiden ersten _sapariso_ sind Glosse.]

[Fußnote 224: Mit dem 3. Verse, S. 548 f., vergl. _Theragāthā_ 1252. _Mālavikāgnimitre_ II, v. 13 d: _sarvair usraiḥ samagrais tvam iva nṛpaguṇair dīpyate saptasaptiḥ_. Zum Gleichniss vom Golde im 4. Vers cf. die 7. Rede in med.; auch das ähnliche Bild _Therīgāthā_ 278. Die beiden letzteren Metaphern hat der tiefe /Cristóbal de Castillejo/ treu indisch angewandt, indem die _Verdad_ bei ihm sagt (Riv. XXXII, 237 b):

Soy como el oro enterrado So la tierra, como muerto, Que al fin siendo descubierto, Se halla limpio apurado; Como la perla preciada Entre el cieno sepultada Y perdida, Que sale clara y pulida Cuando viene á ser hallada. ]

[Fußnote 225: Der siam. Text hat richtig _bhavataṃ_.]

[Fußnote 226: Zur Kenntniss fern entlegener Reiche und den weiten Land- und Seereisen indischer Kaufleute schon um etwa 800 vor Chr. cf. /Bühlers/ Grundriss I. 11. § 5. -- Es verdient Beachtung, dass auch Asoko, auf dem V. Felsenedikte, die Kābuler gleich nach den Ioniern anführt, und dann, weiter herabsteigend, die Kandahārer nennt. Kābul war den Indern zumal wegen seiner vorzüglichen Pferde- und Maulthierzucht wohlbekannt. Cf. die _Kambojake assatare sudante_ im 506. _Jātakam_ v. 23, und im 254. _Jātakam_ die _uttarāpathajānapade assavāṇije_. -- Siehe auch die beiden Votivtafeln zu Sāñci, Epigraphia Indica vol. II. p. 97 No. 7, p. 387 No. 287; und noch die beiden Inschriften ib. vol. I. p. 184 ff., p. 242 ff.]

[Fußnote 227: An die _sāpāna-sūkaradoṇī_ erinnert die _śva-sūkarayoni_ der _Chāndogyopaniṣat_ V, 10, 7.]

[Fußnote 228: Lies *_vekuranvāya_ = _vaikriyānvayāya_.]

[Fußnote 229: Lies _pāṭaliyo_; wie Asito wird _Kṛṣṇas_ als königlicher Gebieter _Kanakadaṇḍas_, Der Goldstabene, genannt: _Harivaṃśe_ II, 155, _{46}.]

[Fußnote 230: Lies mit dem siam. Texte _gantā_.]

[Fußnote 231: Vergl. /Jesu/ Verfluchung des Feigenbaums: und εξηρανθη παραχρημα ἡ συκη, /Matth/. XXI. 19.]

[Fußnote 232: Vergl. _Aśvaghoṣas_, _Vajrasūcī_ § 7.]

[Fußnote 233: Die Macht des Zornes, die hier, und in größerem Umfange in der 56. Rede, S. 64, gleichnissweise, bez. legendär erwähnt ist, gehört ohne Zweifel mit anderen solchen mehr oder weniger fabelhaften Paenomenen in das Gebiet der praktischen Magie. Nun ist es bezeichnend, wie die schwarze Kunst der Sieben Seher in der obigen Legende von Asito Devalo kraft seiner moralischen Uebermacht zuschanden gemacht wird; der Geringschätzung entsprechend, die der Meister oft und oft allem Wunderthume bezeugt. Es kommt ja im yogischen Sinne gelegentlich auch die magische Macht als weiße Kunst zum Vortrage, z. B. in der 73., zumal 77. Rede: immer aber spielt die ganze Thaumatopoeie -- man kann dies kaum genug wiederholen -- eine völlig untergeordnete Rolle, und Gotamo nennt sie »nicht heilig«, vergl. die wichtige Stelle der Längeren Sammlung, III. Band, S. 113, worin Sāriputto des Meisters Worte anführt. Zum ersten Male gründlich geprüft und besprochen wurde die ganze Frage in der Flegrea II, 2, _{4}, Neapel 1900, von meinem lieben und berühmten Freunde /G. De Lorenzo/.

Auch heute noch legt die südliche, d. i. zeilonesische u. s. w. Ueberlieferung, der nördlichen, d. i. tibetischen u. s. w. entgegen, für myktyrische Phaenomene, bez. Paenomene und was damit zusammenhängt kühl ablehnende Geringschätzung an den Tag, was um so höheres Lob verdient, als man neuerdings von jener Seite, die »ins Reden keinen Vorzug setzt«, heimlich bemüht ist theosophischen Zauber einzuschmuggeln und sogar Männer wie /Hikkaḍuwe Sumaṉgala/ und /Hevavitaraṇa Dharmapāla/, unsere ehrwürdigen Freunde, in den unlauteren esoterischen und asoterischen Handel zu verwickeln gesucht hat, indem man gar zu gern kolchisches παινεται für kalchisches φαινεται ausgeben will: freilich nur skythischen und verwandten Geistern zudanke.]

[Fußnote 234: Vergl. die 45. Rede, S. 567 der Uebersetzung. -- Aehnlich _Sannyāsopaniṣat_ 2 i. f., v. 77: _pātram asya bhavet pāṇiḥ_, »er habe zum Gefäß die Hand«; auch 1 i. m: _pāṇipātreṇāśanaṃ kuryāt_, »mit dem Handgefäße mag er Atzung einnehmen«, wo aber _pāṇipātram_ ein handgroßes Gefäß, gleichwie _udarapātram_ ein magengroßes Gefäß, bedeuten wird; vergl. die 77. Rede, S. 321 Anm. 104. Ebenso in den anderen _Bhaikṣa_-Upanischaden, e. g. der _Kaṭhaśrutyādi_. (Die von /Deussen/, »Sechzig Upanishad’s« p. 696 f., gewählte Lesung _Kaṇṭhaśruti_ mag wohl berechtigt sein, auch wäre an eine _Kanthaśruti_ zu denken; die drei Titel schließen übrigens einander nicht aus, können vielmehr, nach gewohnter indischer Darstellung, friedlich nebeneinander gelten.) Der _hatthāpalekhano_, Handverköster, hat, nebenbei gesagt, ein ziemlich genaues Gegenbild im ‚Rasenden /Sokrates/‘, wie /Platon/ bekanntlich den /Diogenes/ genannt.]

[Fußnote 235: Den vier Schauungen dürfen vielleicht in gewisser Weise die sechs Staffeln Meister /Eckharts/ verglichen werden, von deren letztem er sagt: »Der sehzt staffel ist dez hertzen ruͦwe und fride, daz chein liep noch leyde mag ez bewegen noch betruͤben.« Cf. Meister /Eckhart/, ungedruckte Texte etc. ed. /Jostes/, Freiburg 1895, p. 105.]

[Fußnote 236: 1 _kahāpaṇo_, Gulden, wiegt ca. 11-1/3 Gramm; es kann nur die Silbermünze, bez. deren Wertheinheit, gemeint sein, die unserem Zweimarkstück ungefähr entspricht.]

[Fußnote 237: Eine ähnliche Schenkung ist Ende der 52. Rede vorgekommen. Der altüberlieferten Sitte ist denn auch Asoko nachgefolgt, der auf dem Paḍeria-Edikt I. 3 u. a. berichtet, er habe nächst dem Dorfe _Luṃminī_ (im nepālischen Gränzgebiete, heute Rummin-deī bei Bhagvānpur), an der Geburtstätte des Meisters, ein steinernes Schutzhaus errichten lassen, _silā vigaḍabhī kālāpita_; _silā vigaḍabhī_, d. i. _silā vigaḍā_ (von _gaḍayati gahane_) _abhī_. Schon hatte er acht Jahre vorher Felsengrotten zu Barābar, nahe Belā bei Gayā, mit einer entsprechenden Inschrift den _Ājīvikās_ gewidmet: _lājinā Piyadasinā ... iyaṃ kubhā... dinā ājī[vi]kehi_. Epigraphia Indica vol. V. p. 4; Indian Antiquary Oktober 1891 p. 364.

Der oben und oft dargestellten Enkratie hat /Apollonios/ eine schöne Bestätigung ertheilt, wenn er, bei /Philostrat/ lib. III. cap. IV., also berichtet: Ειδον Ινδους Βραχμανασ οικυντας επι της γης, και ουκ’ επ’ αυτης, και ατειχιστως τετειχισμενους, και ξυδεν κεκτηλενους, η τα παντων. Solche autoptisch gewonnene Einsicht, insbesondere noch einige Stellen der, freilich sehr verderbt überlieferten, Gespräche mit dem jinistischen _arhan_ /Iarchas/ (i. e. _yo’rhas_) zeigen, wie genau der große /Tyaneer/ indische Dinge erforscht hatte.]

[Fußnote 238: Lies mit dem siam. Texte _mukhā_.]

[Fußnote 239: _Pauṣkarasādī_; der _ghoṣas_ ist, nach den besten Mss, zu einem _aghoṣī_ geworden, was auch sonst gelegentlich vorkommt.]

[Fußnote 240: Lies mit dem siam. Texte _yathā yathā_.]

[Fußnote 241: Vergl. S. 410.]

[Fußnote 242: Lies mit dem siam. Texte _asambhinnā khattiyakulā_.]

[Fußnote 243: Der siam. Text hat richtig _pāṇena_.]

[Fußnote 244: Wie oben _pāṇena_ zu lesen; cf. den Schluss der 85. Rede.]

[Fußnote 245: Vergl. _Kaṭhopaniṣat_ 1, _{9}: _atithir namasyaḥ_, _namas te ’stu_.]

[Fußnote 246: nomen gentile _Kāpaṭhikos_. -- Zur hohen Auszeichnung, die hier, wie sonst, einem jungen hervorragenden Manne bezeugt wird, cf. Lieder der Mönche v. 486 Anm., _Dhp_ v 260 etc.; gleicherweise von /Megasthenes/, bei /Strabo/ p. 709, angeführt: ... ουδε τη ἡλικιᾳ των γεροντων προνομιαν διοασιν αν μη και τῳ φρονειν πλεονεκτωσι.]

[Fußnote 247: Dichter der _Ṛg_lieder, bekannt als _Aṣṭakas_, _Vamrakas_, _Vāmadevas_, _Viśvāmitras_, _Jamadagnis_, _Āṉgirasas_, _Bharadvājas_, _Vāsiṣṭhas_, _Kaśyapas_, _Bhṛgus_. Cf. /Oldenberg/, Sacred Books of the East vol. XVII. p. 130, /Pischel/, Vedische Studien 1. Bd. p. 238 f. -- Dem _bhāsitam anubhāsanti_, _vācitam anuvācenti_ ist _Ṛgvedas_ VII, 103, _{5} _{ab} homolog:

Yad eṣām anyo anyasya vācaṃ śāktasyeva vadati śikṣamāṇaḥ. ]

[Fußnote 248: Dieses Gleichniss, in der _Kaṭhopaniṣat_ (2, 5) und sonst kurz angedeutet, haben die _Sāṃkhyās_, wie so viel anderes, wörtlich übernommen, _Sūtram_ III, 81. Es ist, nebenbei bemerkt, durch Vermittelung von /Matth./ XV, 14., vom älteren /Brueghel/ auf seinem Gemälde zu Neapel meisterhaft veranschaulicht.]

[Fußnote 249: Es ist, wie der Text hat, _taccham_ zu lesen.]

[Fußnote 250: Der Text hat richtig _dhammā nijjhānaṃ khameyyuṃ_ etc.]

[Fußnote 251: Der letzte Theil dieses Zwiegesprächs, S. 601-604, erinnert formal, in der großartigen Monotonie, an die eddischen Fragen und Antworten, besonders im Alvíssmál.]

[Fußnote 252: Der Name _Esukārī_ von _Pāṇinis_ erwähnt IV, 2, _{54}.]

[Fußnote 253: Lies _pāpiyaṃso_ und _seyyaṃso_ (= _śreyas_, n.); dies haben auch die _siṇh._ Ausgaben des _Dhp_ in v. 43.]

[Fußnote 254: Von dem Inhalte dieser und ähnlicher Reden giebt Asoko einen meisterhaften Auszug, auf dem 1. Śiddāpurer Edikte, I. 4-5: _Pakamasa hi iyaṃ phale: no hīyaṃ sakye mahātpen’eva pāpotave, kāmaṃ tu kho khudakena pi pakamamiṇeṇa vipule svage sakye ārādhetave_, entsprechend unserem Texte: _Suddakulā ce pi... pabbajito hoti, so cādi ārādhako hoti ñāyaṃ, dhammaṃ kusalam_.]

[Fußnote 255: Es sei hier bemerkt, dass die »Dreiunddreißig Götter« bereits im ältesten _Ṛgvedas_, als Summe der schlechthin weltlichen Götter, genannt werden, nämlich im neunten Buche, 92, _{4}: _viśve devās: traya ekādaśasaḥ_. Desgleichen in der _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ III, 9, 1, _{3}: _trayastriṃśattveva devā iti_. Cf. noch /Macdonells/ Vedic Mythology p. 19 (/Bühlers/ Grundriss III. 1 A), und /Böthlingk/ in den Berichten der königl. sächs. Ges. d. Wissensch. vol. 51 p. 33.

Ein Kuriosum ist es, dass /Jakob Böhme/ in der »Philosophischen Kugel« seinem Gotte κατ’ εξοχην die Zahl 33 gegeben hat; vielleicht auf /Platons/ τριτον περι τα τριτα zurückzuführen, von dem /Clemens Alexandrinus/ im V. Buche der Stromata spricht, vielleicht auch auf die avestischen 33 _Amṣaspands_, _Yaśna_ I, 33: zunächst aber wohl auf den gnostischen Christus als [dreiund]dreißigfachen Erlöser, dessen Erdenjahre je eine himmlische Geisteraeon doketisch symbolisieren.]

[Fußnote 256: Cf. Anm. 14. -- /Pindar/, fragm. 104: Τι θεος; ὁ τι το παν.]

[Fußnote 257: Lies mit dem siam. Texte _kālakato va brahmaloke upapanno_. Vergl. die Meisterrede im _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V, p. 408-410.

Der kurzen Begrüßung der Jünger unter sich, S. 615, steht nach außen der solemne Empfangsgruß gegenüber, so zu sagen der feierliche Königsgruß, wie er z. B. in der letzten Rede des vorhergehenden Buches ausgesprochen, _rājā... vandati, appābādham... phāsuvihāram pucchati_, und der zu Beginn der Bairāter Inschrift wörtlich wiederkehrt, wo Asoko als König von Magadhā, ganz wie vor ihm Bimbisāro und Pasenadi von Kosalo, den Mönchen zunächst ehrerbietigen Gruß darbringt, _lājā... abhivādemānaṃ āhā_, und Gesundheit und Wohlsein wünscht, _apābādhataṃ ca phāsuvihālataṃ ca_, um erst dann auf Wichtiges überzugehn.]

[Fußnote 258: Diese und noch andere hochberühmte Brāhmanen treten namentlich im letzten Buch der Bruchstücke der Reden recht anschaulich hervor.]

[Fußnote 259: Lies mit dem siam. Texte _vattasampanno_.]

[Fußnote 260: Vergl. _Manus_ IX, 309.]

[Fußnote 261: Lies _aññamaññāhi_.]

[Fußnote 262: Lies:

Paccattaṃ sasarīresu manussesvetaṃ vijjati. ]

[Fußnote 263: _bhovādi_ kommt auch in der _Smṛti_ vor, e. g. _Harivaṃśe_ III, 3, _{13}: _śūdrā bhovādinaścaiva bhaviṣyanti yugakṣaye_; cf. ib. _{36} f.:

brāhmaṇā dhanatṛṣṇārtā yugānte samupasthite bhośabdam abhidhāsyanti, na ca kaścit paṭhiṣyati. ]

[Fußnote 264: Lies mit dem siam. Texte _dhutavantaṃ_, i. e. _dhṛtavantaṃ_.]

[Fußnote 265: Cf. _Suttanipāto_ 431:

Aṇumatto pi puññena attho mayhaṃ na vijjati. ]

[Fußnote 266: Vergl. die 55. Rede, S. 51, und die 100. Rede, letzte Seite. -- An den Ausspruch, dass Brahmā etc. den Verständigen im Heiligen dargestellt erscheine, also nur in ihm zur Wesenheit gelange, hat wohl Asoko gedacht, wann er in Sahasarām sagt: „Den Menschen in Indien, die bisher keine falschen Götter zu haben meinten, wurde gezeigt, dass sie falsche Götter hatten“: _Etena ca aṃtalena Jaṃbudīpasi aṃmisaṃdevā saṃtā munisā, misaṃdevakaṭā_.

Vers 8 ff. ist von _Aśvaghoṣas_ in der _Vajrasūcī_ frei behandelt worden, namentlich in § 22, sowie in den §§ 16 und 25. -- Zu Vers 18 cf. /Kants/ Wort, Von den verschiedenen Rassen, 1775, p. 1:... alle Menschen auf der weiten Erde gehören zu einer und derselben Naturgattung... so große Verschiedenheiten auch sonst in ihrer Gestalt mögen angetroffen werden.

Zu Vers 52 cf. _Suttanipāto_ 373 ͠= _Nāradaparivrājakopaniṣat_ III, v. 25:

Atītān na smared bhogān na tathānāgatān api prāptāṃśca nābhinanded yaḥ, sa kaivalyāśrame vaset. ]

[Fußnote 267: Vergl. _Manus_ III, 77 f., VI, 89 f: _gṛhastha ucyate śreṣṭhaḥ_. -- In diesem Sinne auch der Spruch οικος φιλος, οικος αριστος, und /Goethe/, Vier Jahreszeiten 78. -- Dagegen heißt es im _Harivaṃśam_ III, 108, _{14}: _teṣām agraś caturtho ’yam āśramo bhikṣukaḥ smṛtas_, in Uebereinstimmung also mit dem Topus vom Mönche als der heiligsten Stätte der Welt, wie Ende der 65. Rede.]