Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, zweiter Band
Part 43
Anumantā viśasitā nihantā krayavikrayī saṃskartā copahartā ca khādakaśceti ghātakāḥ.
Die Lehre vom _brahmavihāro_, von der Jīvako hat reden hören und hier Bürgschaft gesehn, wird nahezu gleichlautend von _Āpastambas_ gepriesen, _Dharmasūtram_, 1, 8, 23, 1:
Ātmanpaśyansarvabhūtāni na muhyeccintayankaviḥ: ātmānaṃ caiva sarvatra yaḥ paśyet sa vai Brahmā nākapṛṣṭhe virājati.
]
[Fußnote 15: Nāthaputto ist bekanntlich der Meister der _Jainās_ gewesen. Vergl. Bd. 1 Anm. 9 und 24.]
[Fußnote 16: Das Dogma der _Jainās_ vom dreifachen _(kamma-)daṇḍo_ findet sich in der großen _Sannyāsopaniṣat_, II. Theil v 97, bestätigt:
Vāgdaṇḍe maunamātiṣṭhet, kāyadaṇḍe tvabhojanam, mānase tu kṛte daṇḍe prāṇāyāmo vidhīyate.
Dementsprechend ist _Manus_ XII, 10 zu erklären.[A]]
[A Auf _Manus_ XII, 10 hat, nach BÖHTLINGK-ROTH, bereits /FEER/ im Journal asiatique 1888 II. p. 237 f. hingewiesen.]
[Fußnote 17: Der jinistische Büßer darf allenfalls Flusswasser, aber kein Brunnenwasser trinken, um angeblich das Einschlürfen kleiner Lebewesen möglichst zu vermeiden. Vergl. die peinlichen Wasserregeln im _Aupapātikasūtram_ § 80.]
[Fußnote 18: Zur magischen Zornesmacht cf. die Legende von Asito Devalo und den Sieben Sehern, gegen Ende der 93. Rede.
Nach den kommentariellen Sagen des _Milindapañho_ und _Mahāvastu_ wäre _Daṇḍakāraññam_ etc., der _Daṇḍaker_ Wald, im weiteren Sinne als der _Daṇḍaker_ ~Reich~ aufzufassen. Aber _raññam_ in der Bedeutung _rajjam_ ist mir nicht bekannt; auch würde da wohl der Text _Daṇḍakāraññam_ etc. erfordern. Die siamesische lectio hat allerdings das zweifelhafte _Daṇḍakīraññam_, dagegen aber wieder ganz klar _Kāliṉgā^0_, _Mejjhā^0_, _Mātangāraññam_. Richtig erscheint demnach unser _Daṇḍakāraññam_ im _Saṃskṛt_ als _Daṇḍakāraṇyam_ und wird nur als undurchdringlicher Urwald erklärt, z. B. in einer ungemein interessanten und geistvollen südindischen Legende, mitgetheilt vom Paṇḍit /Naṭeśa-Śāstrī/ im Indian Antiquary vol. XVII. p. 259-264.]
[Fußnote 19: Vergl. den schönen Brauch der _dhanmmaparipucchā_ bei Asoko, VIII. Felsenedikt.]
[Fußnote 20: _anuvicca_, √(i)+_anu_+_vi_]; cf. _anuvicarati_.]
[Fußnote 21: Lies mit dem siam. Texte _bhagavato sāvakānam bh._^0]
[Fußnote 22: _nisalho, yassa paṭibalo sabhāyaṃ n’atthi_ = _appaṭipuggalo_.]
[Fußnote 23: Lies mit dem siam. Texte _appabhītassa_, _a_+_pra._^0]
[Fußnote 24: Wie allgemein bekannt diese Rede noch im dritten Jahrhundert nach Gotamo war beweist ein Relief zu Barāhat mit der Unterschrift _Dighatapasi sise anusāsati_: offenbar eine Darstellung jener Szene oben Seite 58 f. Denn ein anderer Dīghatapassī kommt im Kanon nicht vor.]
[Fußnote 25: Vergl. die z. Th. analoge Stelle der 12. Rede, p. 731. _{13}, _{14}, der obigen entsprechend; eine Berichtigung, welche ich dem Freunde /Robert L’Orange/ verdanke.]
[Fußnote 26: Aehnlich der _tadvralaś catvāri varṣāṇi prayuñjāno muniḥ im Sāmavidhānabrāhmaṇam_ II, 4, _{9}; III, 9, _{5}.]
[Fußnote 27: Von einem anderen Hundelehrling, der ein schmähliches Ende nimmt, berichtet die 24. Rede der Längeren Sammlung. -- Auf das Hundegelübde bezieht sich vielleicht der _śvaliḍ_, cf. /Böhtlingk-Roth/ ^1s. v.; das Kuhgelübde wird im _Mahābhāratam_ dahin erklärt, dass dem Befolger da jederzeit jegliches Lager, jegliche Atzung, jegliche Kleidung recht sei, cf. das Citat ib. s. v. _govratas_. Das ist aber spätere Auslegung. Denn wir haben eine ganz eigentliche _govṛtti_, Kuhgehabung, jenes höchsten Asketen der _Turīyātītāvadhūtopaniṣat_ und _Paramahaṃsaparivrājakopaniṣat_, in med.; ebenso eine _gomukha_- und _ajagaravṛtti_, eine Krokodil- und Schlangengehabung, jener äußersten Büßer der großen _Sannyāsopaniṣat_, II i. m., und der _Nāradaparivrājakopaniṣat_, V. i. m., VII i. f. -- Eine allgemeine Behandlung der obigen Sätze findet man im 9. Kapitel der _Subālopaniṣat_. Lapidar ausgesprochen schon in der _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ III, 2, _{14}, IV, 4, _{6} ff.
Zu den metaphysischen Folgerungen dieser und der 19. Rede hat /Giordano Bruno/, wie mir /De Lorenzo/ einmal im Gespräche mittheilte, einen bewunderungswürdigen Kommentar geschrieben, auf Grund der wirklichen, täglichen Anschauung und Erfahrung, Mitte der Epistola esplicatoria zum Spaccio de la bestia trionfante, ed. /Wagner/ p. 113.]
[Fußnote 28: _nivāpo_, Futterplatz, dann der bez. Ort selbst; vergl. die 77. Rede, Anm. 96.]
[Fußnote 29: zu _kappaṭṭho_ cf. das entgegengesetzte _kappātīto_, _Suttanipāto_ v. 373, 521, 517, 860; auch _akāliko_. Die kommentarielle etc. Erklärung ist natürlich irrelevant.]
[Fußnote 30: Die eingangs aufgestellte doppeldeutige Frage Nāthaputtos bezieht sich auf ein altes Wort der _Dharmaśāstren_, e. g. bei _Manus_ IV, 138:
Satyaṃ brūyāt priyaṃ brūyān na brūyāt satyam apriyam, priyañ ca nānṛtaṃ brūyād: eṣa dharmaḥ sanātanaḥ.
Gotamos Beantwortung ist in einem späteren _Smṛti_-Vers, als _Viṣṇupurāṇe_ III, 12, paenult., leicht zu erkennen:
Priyaṃ yuktaṃ hitaṃ naitad iti matvā na tad vadet: śreyas tatra hitaṃ vācyaṃ, yadyapyatyantamapriyam. ]
[Fußnote 31: Lies mit dem siam. Texte _aṭṭhasatam pi vedanā vuttā_. -- Vergl. meine Anmerkung zu Vers 339 des Wahrheitpfades.]
[Fußnote 32: Es mag hier auf die vollkommene Aehnlichkeit der formalen Gedankenfolge dieser und zahlreicher paralleler Reden mit einer Rede /San Francescos von Assisi/, im 8. Fioretto, hingewiesen sein.]
[Fußnote 33: _vambheti_ wird, ohne Zweifel richtig, von /Robert L’Orange/ als _vaṃghate_ erklärt; cf. /Westergaards/ Radices. Vergl. /Trenckners/ Bemerkungen, Pāli Miscellany p. 59.]
[Fußnote 34: Eine Verherrlichung dieser Lehre, _atthi kiriyā_, hat Asoko auf allen seinen Edikten, oft mit den selben Worten, in schlichter und machtvoller Rede gegeben. Vergl. besonders IX. Felsenedikt, Ṣāhbāzgarhī i. f.]
[Fußnote 35: _Ambalaṭṭhikā_, _n_ahe bei _Rājagaham_, von /De Lorenzo/ richtig erklärt.]
[Fußnote 36: Diese Rede, sowie die vierundzwanzigste der selben Sammlung, hat Asoko auf dem Bairāter Edikte den Mönchen und Nonnen, Anhängern und Anhängerinen, namentlich und mit genauer Kennzeichnung, empfohlen, als »Rāhulos Ermahnung: Abscheu vor Lüge«, bez. als »Upatissos Fragen«; cf. meine Anm. 25, Seite 625 des ersten Bandes, und in der Wiener Zeitschrift f. d. Kunde des Morgenlandes vol. XI. p. 159.
Vergl. den Archaeotropus im 537. _Jātakam_ v. 35:
Sace pi vāto girim āvaheyya, cando ca suriyo ca chamā pateyyuṃ, sabbā va najjo paṭisotaṃ vajeyyuṃ: na tveva ’haṃ rāja musā bhaṇeyyam. ]
[Fußnote 37: Vergl. die zehnte Rede; später auch die einundzwanzigste.]
[Fußnote 38: Die _tathāgatappaveditā bhāvanā_ dieser Rede, die _paṭhavīsamā_, _āposamā_, _tejosamā_, _vāyosamā_ und _ākāsasamā_, sind späterhin von den _Jainās_ offenbar als _pārthivī_, _vāruṇī_, _āgneyī_, _mārutī_ und _rūpavatī_ (bez. _tatrabhū_) _dhāraṇā_ übernommen worden. Cf. /Bühlers/ Grundriss III. 4. p. 39 § 7 i. f. --Zur _ānāpānasati_, der Bedachtsamen Ein- und Ausathmung, cf. Lieder der Mönche v. 548 Anm. und Längere Sammlung Bd. II S. 447 f.
Den letzten Satz der Rede giebt /Megasthenes/, bei /Strabo/ p. 713, sehr deutlich wieder: διο τῃ ασκησει πλειστῃ χρησθαι προς το ἑτοιμοθανατον. Es ist wohl möglich, dass er zu Pāṭaliputtam wirklich den Satz gehört habe.]
[Fußnote 39: Vergl. _Sarvasāropaniṣat_ i. f.: _anādirantavatī pramāṇāpramāṇasādhāraṇā, na satī, nāsatī, na sadasatī māyā._]
[Fußnote 40: Vergl. die 12. Rede, S. 152 des ersten Bandes.]
[Fußnote 41: Lies mit dem siam. Texte _vekaṇṇaṃ_. Cf. _vikarṇas_.]
[Fußnote 42: Das Gleichniss findet sich im Anfang der _Brahmopaniṣat: yathā kumāro niṣkāma ānandam upayāti_, »wie ein Knabe, ohne Begier, in Wonne verharrt« etc.]
[Fußnote 43: Lies mit den barm. und siam. Texten _gacchissāmi._ Die lectio _samatitthikā_ verdient den Vorzug.]
[Fußnote 44: Ein bemerkenswertes Analogon zu _sabbasaṉkhārasamatho_, dem Aufgehn aller Unterscheidung, findet sich bei /Jakob Böhme/ als Einheit im Gegensatz zur Schiedlichkeit, Tafeln von den drei Prinzipien etc. § 68. Im folgenden Schlüssel etc. stellt er einige Glieder des _paṭiccasamnuppādo_ dar, namentlich in den §§ 29-31, 34-37, 41, 42, 43, 44 und 80: freilich alles in apokalyptischen Träumen gesehn.]
[Fußnote 45: _ekāsanabhojanam = ekāśanabh^0_; cf. den _ekabhattiko_ des _Cūḷasīlam_, e. g. vol. I. p. 180 l. 5, passim, und die 70. Rede. Ebenso in der 21. Rede; auch _Dhp_ v. 305.]
[Fußnote 46: Cf. die 70. Rede, in med.]
[Fußnote 47: _adhicca_ = _a+dhitya_, von _dhi dhāraṇe_.]
[Fußnote 48: Cf. die 47. Rede, p. 318 i. f. -- Vergl. _Tao-te-king_ Kap. 18 u. 38.]
[Fußnote 49: Lies _khurakāse_, von _kṛṣ_, und _davatthe_.]
[Fußnote 50: Das ausführliche Gleichniss vom Pferde, womit diese Rede schließt, lässt es fraglich erscheinen, ob in den _Theragāthā_ v. 45, 173, 659 mit _bhaddo ājānīyo_ auch das edle Rassenross gemeint sei, nicht der Büffelstier, wenn schon _bhaddo_ im _Saṃskṛt_ allerdings gern letztere Bedeutung hat. Vergl. noch _Dhp_ v. 208 _dhorayhasīlo_.]
[Fußnote 51: Lies _bhikkhu ’ssa ātumāri_, _bhikkhu ’ssa mātumāri_; _ātu_ = _ātumā_. Es ist Volksdialekt.]
[Fußnote 52: Zu _adhisallikhato_ cf. die 8. Rede und meine Anm. 4 zu Band 1.]
[Fußnote 53: _khaṭopikā_, von _khaṭvādi_.]
[Fußnote 54: »Fugere nos oportet omnem cognitionem multifariam distrahentem atque fallentem, ut ueritatem simplicissimam consequamur«: /Agrippa/, De occ. phil. p. 530, ex /Proclo/.]
[Fußnote 55: Eine Autobiographie Udāyīs, mit wenigen Zügen in antiker Größe gezeichnet, enthält der _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 89-90. (_Uebersetzt in den Nachweisen zum dritten Band der Längeren Sammlung_.)]
[Fußnote 56: _Āmalakī_, hochgewachsen, mit gelblichen Blüthen, ist die Myrobalane.]
[Fußnote 57: Cf. hierzu die 48. Rede p. 592. -- Vergl. _Ṛgv_. III, 33, 3, _Atharvavedas_ III, 30, _{1}; sowie das _vātsalyam_ in der _Muktikopaniṣat_ I i. f., im _Rāmāyaṇam_ II, 96, _{33}, aliubi. Aehnlich ist auch das Gleichniss vom Säugling und der Amme, _Aṉguttaranikāyo_ vol. III. p. 6, welches um seiner Anschaulichkeit willen dem großen Asoko so gefallen hat, dass er es in sein IV. Säulenedikt aufgenommen. -- Brahmās Echo ist mahāyānische Improvisation; vergl. die analoge Stelle in der 85. Rede nebst Anm. 174.]
[Fußnote 58: Vergl. Lieder der Mönche, Anm. zu v. 84; _Akṣyupaniṣat_ v. 47; _Māṇḍūkyakārikā_ III, 40: _duḥkhakṣayaḥ prabodhaśca_. -- Die richtige Wiedergabe der obigen Stelle, die mit der entsprechenden der 29. und 30. Rede gleichlautet, verdanke ich meinem Freunde /Robert L’Orange/. Zu dem »Versunken in Geburt etc.« cf. den Topus vom Ewigen Ufer, e. g. in der 98. Rede v. 42. Dann i. a. _Rāmottaratāpanīyopaniṣadi_ 2: _garbhajanmajarāmaraṇasaṃsāramahadbhayam_. Ganz ähnlich spricht /Jakob Böhme/ von dem »gefährlichen Jammermeere«, Aurora Kap. 25, und /Shakespeare/ von der »sea of troubles«, Hamlet III. 1. 59; vergl. auch den φοινιον σαλον des Sophokles, Oed. r. 24.]
[Fußnote 59: Der Laubwald schlechthin = _palāsavanam_, der _palāso_, butea frondosa, ist ein hoher, mächtiger Baum mit sehr großen, prachtvollen Blättern, mit vielen rothen, silbern schimmernden Blumendolden behangen.]
[Fußnote 60: Vergl. den _śraddhāvantaṃ satkulabhavaṃ śrotriyam_ und _satkulabhavopanītam_ der _Muktikopaniṣat_ und _Nāradaparivrājakopaniṣat_ I i. f.]
[Fußnote 61: In der 33. Rede der Längeren Sammlung als »Vier Stützpunkte« aufgezählt. Vergl. zu dieser subtilen Stelle die 2. Rede und auch _Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 272-273: »Zur Willensüberwindung, _chandapahānattham_, wird beim Erhabenen das Asketenleben geführt; _chanden’ eva chandam pajahati_, eben durch den Willen wird der Wille überwunden: denn ist durch den Willen die Heiligkeit erreicht, so ist der Wille danach gestillt.«
Als vorbuddhistische Gleichnissparallele cf. die Verse _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ III, 9 in fine.]
[Fußnote 62: Lies _na iti_: _maṃ_ etc.]
[Fußnote 63: Eine vedāntische Hypostase des _kāyasakkhī_ als _jagatassākṣī prajñānaghanalakṣaṇaḥ_ findet sich in der _Kaṭharudropaniṣat_ v. 8, und v. 23 als _sākṣāddehī sukhī sarvatra._]
[Fußnote 64: /Trenckners/ Konjektur _uddisissāmi_ ist durch den siam. Text bestätigt. Lies mit dem siam. Texte _āmisagaruko_ und _na ca no evam assa_, sowie _avasissatu me sarīre, upasussatu; pariyogāya_ instr. von _pariyogo._ Cf. die 32. Rede in fine, _Theragāthā_ v. 312. Auch Asokos I. Säulenedikt, in initio; Anm. 34.
Altrömisch ist unser Heroenwort von /C. Lucilius/ geprägt, fragm. virtutis definitionem sequ.:
Vis est vita, vides; vis nos facere omnia _facit_. ]
[Fußnote 65: Ist ein Dogma der _Jainās_: cf. die 14. Rede; auch die 79ste. So heißt es z. B. im _Aupapātikasūtram_ § 16 vom _Jina_-Meister: _appaḍihayavaranāṇadaṃsaṇadhare savvaṇṇū savvadarisī_ -- ganz wie oben.]
[Fußnote 66: Von den drei Meistern der Nackten Büßer handelt das Ende der 76. Rede; vergl. auch die 36., im Anfang. Vacchagotto der Pilger scheint vorher Jünger des Nando Vaccho, des ersten jener drei Meister, gewesen zu sein. -- Nackte Büßer (_Ājīvikā_, _Acelakaā_), Freie Brüder (_Nigaṇṭhā_, _Jainās_) und voran der buddhistische Orden (_Saṉgho_): das sind die großen gleichzeitigen Asketengilden, welche Asoko je namentlich nennt und mit ‚all den anderen und irgend sonstigen Genossenschaften‘ königlich beschirmt. Cf. Säulenedikt VII, 2, l. 4-5.]
[Fußnote 67: Es ist mit den barmanischen und siamesischen Texten _sabba-m-atthitānaṃ_ zu lesen.]
[Fußnote 68: Vergl. die formal ähnliche Stelle in der _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ II, 4, _{13}, _{14}: _Atraiva mā bhagavān amūmuhat... Na vā are ’haṃ mohaṃ bravīmi, alaṃ vā ara idaṃ vijñānāya._]
[Fußnote 69: Vergl. _Chāndogyopaniṣat_ VII, 26: _Tasya ha vā etasyaivaṃ paśyata evaṃ manvānasyaivaṃ vijānata... ātmata āvirbhāvatirobhāvau... sa ekadhā bhavati, tridhā bhavati, pañcadhā saptadhā navadhā caivādi._]
[Fußnote 70: Cf. die analoge _prāpti_ des Yogas, /Bühlers/ Grundriss III. 4. p. 46. -- Ob hier, wie /Robert L’Orange/ vermuthet, etwa an den wohlbekannten somnambulen Sonnenkreis, e. g. Seherin von Prevorst 1, 231, zu denken sei, bleibe dahingestellt. Die Art und Weise, wie z. B. der Mönch im _Kevaṭṭasuttantam_, _Dīghanikāyo_ vol. I. p. 215 u. 220, die Pfade zu den Göttern und zu Brahmā in seinem eigenen Inneren findet, scheint allerdings jene Vermuthung zu bestätigen.
Vergl. noch _Nāradaparivrājakopaniṣat_ i. f. _sūryo na tatra bhāti na śaśāṉko’pi, Harivaṃśam_ I. 50, _{6}:
Na tatra viṣayo vāyor nendor na ca vivasvataḥ: vapuṣaḥ padmanābhasya sa deśas tejasāvṛtaḥ.
Auch Faust, gegen Ende, wo der Pater seraphicus die Säligen Knaben »in sich nimmt.«]
[Fußnote 71: Vergl. _Māṇḍūkyakārikā_ IV, 42:
jātis tu deśitā buddhair ajātes trasatāṃ sadā.
Näher noch steht die wörtliche Parallele im _Sāmavidhānabrāhmaṇam_ III, 7, _{1}: _Atha yaḥ kāmayetāmuhyantsarvāṇyājanitrāṇi parikrāmeyam iti_; sowie III, 8, _{4} der vedische Wunsch: _Nāhaṃ yoniṃ pravekṣyāmi bhūtottamāyā brahmaṇo duhituḥ saṃrāgavastrāyā -- jāyate mriyate sandhīyate ca._ Cf. auch das wichtige _Smṛti_-Wort von der _paurvikī jāti_, bei _Manus_ IV, 148 f., wozu _Kullūkas_ bemerkt: _bahūni janmāni smaraṃs teṣu ca garbhajanmajarāmaraṇaduḥkhānyapi smaran, saṃsāre virajya... śravaṇamananadhyānaiḥ ... mokṣasukhaṃ prāpnoti_.]
[Fußnote 72: Vergl. der 98. Rede 50. Vers; _Theragāthā_ 917 ͠= _Viṣṇupurāṇe aṃ_. 6 _a._ 5 (_cit._ in _Rāmatīrthas’_ Komm. zu _Maitryup._ I, 2):
Utpattiṃ pralayaṃ caiva bhūtānām āgatiṃ gatim, vetti vidyām avidyām ca, sa vācyo bhagavān iti. ]
[Fußnote 73: Patronymische Anrede, gleichwie _Gotamo_ nomen gentile eines jeden Sakyers ist; Dīghanakho ist offenbar ein _Nāthaputtiyo_. Cf. meine Anmerkung 24 zu Band 1.]
[Fußnote 74: Vergl. _Theragāthā_ 567-571 ͠= _Manus_ VI, 76-77. Cf. auch _Saṃyuttakanikāyo_ Bd. III, Th. XXII, No. 95 ͠= _Maitryupaniṣat_ IV, 2; _Subālopaniṣat_ 8: _Medomāṃsakledāvakīrṇe śarīramadhye ’tyantopahate citrabhittipratīkāśe gandharvanagaropame kadalīgarbhavanniḥsāre jalabudbudavaccañcale niḥsṛtam ātmānaṃ... paśyanti vidvāṃsas._]
[Fußnote 75: Zu den drei Arten von Gefühlen und ihrer Wandelbarkeit, wovon gegen Ende dieser Rede gesprochen wird, vergl. die klassischen Untersuchungen /Bichats/ über den Zusammenhang und die Auflösung der Wehgefühle, Wohlgefühle und indifferenten Gefühle, Recherches etc. 1^e partie, article V, § 2.
Nicht ohne Werth für die hochindische Ueberlieferung ist das Ansehn, in welchem unsere Rede noch im nepālischen Buddhismus gestanden: cf. _Mahāvastu_, ed. /Senart/ vol. III. p. 67 u. 474, und /Oldenberg/ in der Zeitschr. d. deutsch. morgenl. Ges. Bd. 52, S. 661.]
[Fußnote 76: Diese lectio, und nicht _Kammāssadammam_, wird die richtige sein; vergl. _Jātakam_ vol. V. p. 511.]
[Fußnote 77: Das indische Jahr wird in diese drei Hauptzeiten zu je vier Monaten eingetheilt. Der Herbst ist die Regenzeit. Vergl. _Mantrabrāhmaṇam_ II, v. 11:
Grīṣmo, hemanta uta no vasantaḥ, śaradvarṣāḥ suvitanno astu: teṣām ṛtūnāṃ śataśāradānāṃ nivāta eṣām abhaye syāma.
In ebendiese Hauptzeiten ist das Jahr auch bei Asoko eingetheilt, Jaugoḍo-Edikt II, l. 15: _Iyaṃ ca lipī a[nu]cātuṃmāsaṃ sotaviyā tisena._ Die alte Eintheilung ist bis heute die volksthümliche geblieben. Siehe /Bühlers/ lehrreiche Ausführungen in der Epigraphia Indica vol. II. p. 261-265; Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Ges. Bd. 41, S. 28. Auch Journal Royal As. Soc. [N.S.] vol. V. p. 182-184, Inschrift 1, 2, 4-7. -- _Dīghanikāyo_, ed. Siam. vol. II. p. 286.]
[Fußnote 78: Zu _sāhulo_ cf. _sopāko; Manus_ X, 37, 38; _hu_ von √(han), _lo_ Suffix (_Rāghulo_). _Suttanipā_to 137.]
[Fußnote 79: Lies mit den barm. und siam. Texten _puthujjanagāthā_; cf. _munigāthā, theragāthā_.
Aehnlich die gleichzeitige Paroemie:
Υγιαινειν μεν αριστον ανδρι θματῳ.
Bei /Goethe/: Ist nicht Gesundheit Allen uns das höchste Gut? Prolog, Halle den 6. August 1811.]
[Fußnote 80: Noch von /Ptolemaeus/, Geogr. lib. VII. cap. I. § XVII., genannt Κωσαμβα, εν Γαγγητικῳ κολπῳ; wodurch die von /V. A. Smith/, Journ. Roy. As. Soc. 1898 p. 503-519, vorgebrachte Hypothese, das alte Kosambī sei in Barāhat zu suchen, widerlegt ist. Uebrigens war die Kosambī-Halle auf einem Relief in Barāhat dargestellt, mit der Inschrift _Kosabakuṭi_: natürlich als nicht einheimische Sehenswürdigkeit. Die Ruinen des alten Kosambī liegen ohne Zweifel im Gebiete von Mañjhānpur, wo heute die Dörfer Kosām und Pālī stehn, sechs bis acht Meter unter zweitausendjähriger Humus. Vergl. Epigraphia Indica vol. II. p. 240.]
[Fußnote 81: Zu _Devakaṭasobbho_ vergl. _Devakhātabilam_; auch /Trenckners/ Bemerkung, Pāli Miscellany p. 61.]
[Fußnote 82: Ist die Lehre der _Cārvākās_, i. e. Wohlredner, der indischen Sensualisten; cf. die z. Th. wörtliche Parallele im zweiten Akte des _Prabodhacandrodayam_, wo es heißt: _nāsti paralokaḥ, mṛtyur evāpavarga iti_. Ebenso das erste Kapitel des _Sarvadarśanasaṃgrahas_. -- Für diese extrem einseitige, also auch nur extrem gültige Auffassung hat bei uns /Cabanis/ ein hübsches Merkwort gefunden: »vivre, c’est sentir«, Rapports etc. tome 1, mém. 2, § 2. Vergl. noch /Lukrez/ II, 999-1001, wo einer der obigen Sätze fast im Echo ertönt:
Cedit item retro, de terra quod fuit ante, in terras; et quod missum est ex aetheris oris, id rursum coeli fulgentia templa receptant. ]
[Fußnote 83: Ehebrecher werden in einem alten Spruche, _Jātakam_ vol. VI. v. 487, _uttamabhaṇḍathenā_ genannt, was wörtlich dem Satze /Schopenhauers/ entspricht, Ehebruch sei der ärgste Diebstahl, Nachlass 4. Band § 355 i. f.]
[Fußnote 84: Lehre der _Bārhaspatyās_, der indischen »Uebermenschen«: cf. _Sāyaṇas’_ Excerpt im _Sarvadarśanasaṃgrahas_, Ende des ersten Kapitels.]
[Fußnote 85: Lehre der Fatalisten, der _Daivaparās;_ cf. deren Placitum im P. W. ^1s. v. -- Die _niyati_ entspricht genau der εἱμαρμενη, e. g. bei /Plutarch/, De plac. philos. I, 27: Ἡρακλειτος, παντα καθ’ εἱμαρμενην, την δ’ αυτην ὑπαρχειν και αναγκην.]
[Fußnote 86: Zu _kūṭaṭṭhā_ cf. _Sarvasāropaniṣat_ i. m.: _sarvaprāṇibuddhistho yadā tadā kūṭastha ityucyate_.]
[Fußnote 87: Cf. _Bhagavadgītā_ II. 19., 30. Auch mit den _Sāṃkhyās_, zumal ihrem _satkāryavādas_, finden sich hier manche Berührungspunkte; vergl. /Garbe/, s. v. in seiner _Sāṃkhya_-philosophie.]
[Fußnote 88: Der letzte Absatz erinnert an unsere naturhistorischen Weltprozessrealisten. -- Zu _suttaguḷo_ cf. _goṭaviyo_, auch von _guḍas_, 544. _Jāt._ v. 37.]
[Fußnote 89: Dogma Nāthaputtos: siehe bes. die 79. Rede. -- So giebt auch /Iarchas/, in /Philostrats/ Vita /Apollonii/ lib. III, cap. VI, sich und die Seinen mit παντα ειδοτας = _sabbadassāvino_ alsbald für _Jainās_ zu erkennen. Cf. Anm. 237.]
[Fußnote 90: Die Orthodoxie der _Śrautasmārtās_. Vergl. _Manus_ I, 108:
Ācāraḥ paramo dharmaḥ śrutyuktaḥ smārta eva ca. ]
[Fußnote 91: Der _takkī vīmaṃsī_ wird wohl _naiyāyiko vaiśeṣikas_, Logiker-Physiker, sein. Von ihnen, den _prāmāṇās_, dürfte /Strabo/ p. 719 reden: als Πραμνας, εριστικους τινας και ελεγκτικους trefflich bezeichnend; und zwar allgemein, nicht als besondere Schule, wie /Lassen/, Indische Alterthumskunde ^2II, 731, angenommen. Vergl. den _pramāṇapravīṇas_ im Vorspiel zum _Prasannarāghavam_.]
[Fußnote 92: Lehre der _Syādvādinas_, der Skeptiker.]
[Fußnote 93: Vergl. die vorwiegend buddhistische _Nāradaparivrājakopaniṣat_ III, v. 38 (͠= _Manus_ II, 98):
Śrutvā spṛṣṭvā ca bhuktvā ca dṛṣṭvā ghrātvā ca yo naraḥ na hṛṣyati glāyati vā, sa vijñeyo jitendriyaḥ. ]
[Fußnote 94: Einen Auszug dieser Stelle giebt i. a. _Jābālopaniṣat_ in fine, im Stil der Dharmasūtren.]
[Fußnote 95: _puttamatāya puttā_; drastisches Sideroxylon. Entspricht dem _bandhyāputrādivat_ der _Vedāntācāryās_ etc. -- Zur _sadhammokkaṃsanā_ und _paradhammavambhanā_ cf. Asokos XII. Felsenedikt.]
[Fußnote 96: _Moranivāpo_; _Moragiryādi_, Pfauenberg etc., häufig in den Inschriften von Sāñci und Barāhat.]
[Fußnote 97: Der siamesische Text hat _Annabhāro_.]
[Fußnote 98: Wie der siam. Text wohl auch die anderen richtig _kañ_ ca; vorher _garu^0_.
Die Auskunft über die sechs anderen Meister, welche die Kommentatoren zu geben wissen, hat gewiss keinen höheren Werth als ihre sonstige Stegreif-Exegese. So wird z. B. vom ersten, _Pūraṇo Kassapo_, erzählt, er sei von gemeiner Geburt und ehedem eines großen Herrn Diener gewesen, und zwar der hundertste mit neunundneunzig anderen zusammen, habe also die Zahl gerade vollgemacht, _pūretvā:_ daher der Name _Pūraṇo_, u. s. w., u. s. w. Solche Gassenetymologien sind ja allgemein recht beliebt, nicht nur in Indien. Eine vogtländische Sage weiß nicht minder verbürgt von einem »heiligen Loff« zu berichten, der als Klausner im Walde zwischen Roda und Gera lebte, und zu welchem die Leute von weither gewallfahrtet kamen: allmälig sei dann später ein Ort entstanden, von diesem »Gange zum heiligen Loff« St. Gangloff geheißen -- der ursprüngliche /Gangolf/ war den biederen Nachfahren natürlich längst entschwunden. Indogermanische Volksverwandtschaft zeigt auch hier typische Züge.]
[Fußnote 99: Lies mit dem siam. Texte _adhiciṇṇaṃ_.]
[Fußnote 100: Ebenso heißt es noch auf einer Inschrift aus dem 1. Jahrh. n. Chr. von einem berühmten _Jaina_meister in Mathurā _bahavovacaka-ca-gaṇino-ca_: Epigraphia Indica vol. II, p. 209, No. 36.]
[Fußnote 101: So berichtet auch /Strabo/ p. 712, nach /Megasthenes/: Τον δ’ ακροωμενον ουτε λαλησαι θεμις ουτε χρεμψασθαι αλλ’ ουδε πτυσαι. -- Zum Gleichnisse cf. des /Aristonymos/ Wort, /Stob./ Flor. XIII, 23: Ὡσπερ το μελι τα ἡλκωμενα δακνει, τοις δε κατα φυσιν ἡδυ εστιν, οὑτω και οἱ εκ φιλοσοφιας λογοι.]
[Fußnote 102: Nicht tödten, nicht stehlen, nicht ausschweifen, nicht lügen, nicht sich berauschen. -- Die obige Klage vernimmt man wörtlich in einem Ausspruche _Bhartṛharis’_ wieder, den uns /I-Tsing/ aufbewahrt hat, bei /Max Müller/ »India etc.« Exkurs F.]
[Fußnote 103: In der editio P. T. S. ist der Satz _yam pi_ bis _vaṇṇavādī_, ferner _dhammaṃ_ vergessen, u. s. w.]