Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band

Part 40

Chapter 403,419 wordsPublic domain

_Cuddasa_ bis _mahapphalataraṃ vadāmi_ ist _micchāvādo, kenacideva pariyāyena_ infarciert.]

[Fußnote 201: Vergl. Anm. 110. -- _Upapajjīti_ zeigt den Schluss des Berichtes an. Der Kommentar fügt noch ein paar Verse hinzu. -- _Anāthapiṇḍiko_, der Almosenspender, war allmälig der Beiname des gabenreichen und ungewöhnlichen Mannes geworden: von Hause aus hieß er _Sudatto_, d. i. /Otto/. Cf. Aṉguttaranikāyo I, 14, 6, _{2}.

Das Thema dieser meisterlichen Fugenrede findet man bei /Eckhart/, p. 14, also wieder: »Wil dîn ouge alliu dinc sehen unde dîn ôre alliu dinc hoeren unde dîn herze alliu dinc gedenken, in der wârheit, in allen disen dingen muoz dîn sêle zerströuwet werden. Dar umbe sprichet ein meister: swenne der mensche ein indewendic werc sol wirken, sô muoz er alle sîne krefte în ziehen, rehte als in einen winkel sîner sêle, unde sich verbergen vor allen bilden unde formen, und aldâ mag er wirken.«

Der Garten Anāthapiṇḍikos war, nebenher bemerkt, bei uns, vierzig Jahre nach /Eckharts/ Tode, von /Merswin/ durch die Stiftung des Grünen Werder, auf einer Insel der Ill bei Straßburg, in seiner ganzen Eigenart erstaunlich getreu wiedergeschaffen worden; worüber das Nähere /Pregers/ Geschichte der deutschen Mystik 3. Band S. 373 einzusehn ist.]

[Fußnote 202: Nämlich die Ader öffnen.]

[Fußnote 203: Zu Mahācundos Hypomnem cf. die 140. Rede i. f.; auch _Kaivalyopaniṣat_ 24: _sadasadvihīnas_, _Mahopaniṣat_ V, v. 69: _sadasator madhye paśyati_, ja schon _Chāndogyopaniṣat_ III, 11, _{1}: _Atha tata ūrdhva uditya naivodetā nāstametā, ekalā eva madhye sthātā_. Ebenso _Tao-te-king_ Kap. 33 i. f., /Eckhart/ p. 535: »ûf der mite stên.«

Das letzte Gespräch Channos und das letzte des /Atticus/ mit den Freunden vor seinem freiwilligen Tode zeigt nach Inhalt und Form paarweise Gleichheit, bei /Cornelius Nepos/ XXV, 21. Mythisches Vorbild ist die bhṛguide Wanderung durch den Tod zum Leben (vergl. auch das _Bhṛgupatanam_ Bd. 2, Anm. 176); das herakleische Ende; und der Vogel Phoenix. »Mortalis immortalis flere si foret fas, Flerent divae Camoenae Naevium poetam« deutet uns heiter gelassen das altrömische Epitaph an.]

[Fußnote 204: Zum dreifachen Wissen cf. e. g. Bd. II, S. 456 f.]

[Fußnote 205: Die westlichen Suner sind in der Legende des zweiten _Divyāvadānam_, bei Wiedergabe unseres obigen Berichtes, zu _̀Sroṇāparāntakās_ geworden: in Wirklichkeit aber wird an die _Hūnā^0_, _Hūṇā^0_, die _Hunu_ des Avesta und des /Ptolemäus/ Χουνοι, zu denken sein, zu welchen die Lage von Sāvatthī als Ausgang wohl passt.

Es ist bei diesem Dialoge kaum nöthig wiederum auf das berühmte Gespräch des /S. Francesco/ im 8. Fioretto hinzuweisen, wiewohl auf _Tao-te-king_ Kap. 13. -- Zur kurzen Anleitung S. 464 f., ib. Kap. 58. Vergl. /Lothars/ Wahlspruch »Ubi mel, ibi fel«, den der vielerfahrene Kaiser vielleicht einst von S. /Bernard/ vernommen; dann später von /Hartmann/ im Gregorius v. 284, 286 als »nach liebe leit -- daz honec mit der gallen« vorgetragen; zumal aber cf. /Eckhart/, p. 424: »Allez leit kumet von liebi unt minne; wan minne unt liebi ist leides anevanc unt ûzganc.«]

[Fußnote 206: Vergl. _Dhyānabindūpaniṣat_ v. 8: _vṛkṣaṃ tu sakalaṃ vidyācchāyā tasyaiva niṣkalā._ -- Den selben Gedankengang oder vielmehr die selbe Anschauung haben alle die großen Griechen mit den Indern gemein: und der welterfahrene, reiflich gewitzigte /Aristophanes/ hat ihr sogar, wie mir scheint, den beredtesten Ausdruck verliehen, Orn. 685/87:

φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι, ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα, απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι. ]

[Fußnote 207: Das öfter gegebene Gleichniss von der geschlachteten Kuh ist insbesondere in der _Atharvasaṃhitā_ nicht selten anzutreffen. Es spricht für das hohe Alter und die gute Ueberlieferung unserer Texte. Denn spätere Generationen, etwa seit Asokos ersten Felsen-, bez. fünften Säulenedikten vom praktischen Buddhismus bereits mächtig beeinflusst, hätten es, als anachronistisch, nicht mehr anwenden können. Daher galten denn auch der _Smṛti_ die _gavāśanās_ als _antyajās_, e. g. _Vyāsīyadharmaśāstre_ I, 12. -- Vergl. Anm. 62; und die unpatriarchalische, tief asketenthümliche Art wie der greise, naive /Hilarion/ in seiner Unterredung mit dem Judenchristen und kyprischen Bischofe /Epiphanios/, der ihm zu Ehren ein Fleischgericht hatte vorsetzen lassen, der Speiseregel der Mönche unserer 55. Rede wohl entsprechend geantwortet hat: »Ignosce mihi, pater, quia ex quo accepi habitum istum, non manducavi quidquam occisum«, nach den AASS Oct. tom. IX fol. 29 No. 57 i. f.]

[Fußnote 208: Der Anschauung gemäß betrachtet der Inder die noch zunehmende, bez. eben erst voll gewordene Mondnacht als Kulmination: während wir, ohne Rücksicht auf die Anschauung, die astronomische Tageszeit berechnen; daher fällt in Indien die Feier des Vollmondes in der Regel auf den Vorabend. -- Ein anderes Mondgleichniss im 2. Bande S. 635, Lieder der Mönche S. 234: ebenso doppelartig bedeutsam in dem Bilde eines Fra /Mariano/ da Volterra »/San Francesco/ è simile alla luna piena per la activa et contemplativa vita«, bei /Sabatier/, /Bartholi/ Tractatus etc. p. 149.

Ein schönes, ob auch tiefer stehendes Gegenstück zum obigen Berichte von Nandako und den Nonnen darf man bei uns wohl in Meister /Eckharts/ Gesprächen mit Schwester /Katrei/ erkennen: so wenn diese Heilige, nicht unähnlich wie es oben von der geringsten der Nonnen ausgesagt ist, von sich den Bescheid giebt, »daz ich nie hinder mich gesach, sît ich ûf den wec gewîset wart zuo mîner êwigen sêlicheit, unde daz ich keiner crêatûre rât nie gevolgete, wan daz ich allez für mich gienc in eime rehten ernste«, p. 468; oder p. 474 das Wort von der Uebung bis an den Tod; u. a. m.]

[Fußnote 209: Vergl. Bd. 2. S. 68. 271, 541. -- Zu _nibbindam_, überdrüssig, cf. die 74. Rede i. f. und Lieder der Mönche S. 278 Anm. 1; sowie den _nirvedas_ der _̀Sruti_, namentlich im _Bṛhadāraṇyakam_ III, 4. Dann auch den _nivveo_ der _Jainās_ etc. Bei uns hat Meister /Eckhart/, p. 374, gesagt: »Ez enist dehein krêatûre sô gelustlich, der mensche möhte sî sô lange anesehen, ez enverdrüzze in.« In einem ähnlichen aber allgemeineren Sinne, mehr objektiv nach außen gewendet, haben wieder andere grübelnde Geister »Cui bonum« gefragt und »Quien querrà la vida si sabe lo que es?«, /Gracian/, Criticòn III, 1, »Wer erfreute sich des Lebens, | Der in seine Tiefen blickt!«, /Schiller/, Kassandra 87/88, etc.

Den Ausdruck einer solchen Gesinnung hat vielleicht erhaben wie keine andere die buddhistische Kunst getroffen, zumal auf einer der so fein gearbeiteten Meisterstatuetten aus getriebenem Golde, in Anurādhapura gefunden, jetzt im Museum zu Kolombo, mit dem herrlichen nach rechts geneigten Antlitze, von rein indo-ārischem Typus. Auch die Züge des lysippischen Apoxyomenos gleichwie die verklärteren des glykonischen Herakles und etwa die des lateranensischen St. Hippolytus sind von einem verwandten Geiste belebt; obwohl der letztgenannte kirchlich, also κακιστῳ κομματι.

Der _pacchāsamaṇo, upaṭṭhāko, antevāsī_, der eine, jeweilig andere begleitende Jünger, der dem Meister nachfolgt, ihm aufwartet, wie oben S. 481, 2. Bd. S. 476, 1. Bd. S. 152, passim, reicht bis in die alten Upanischaden hinauf, e. g. _Bṛhadāraṇyake_ VI, 3, Ende: _Taṃ haitam Uddālaka Āruṇir Vājasaneyāya Yājñavalkyāyāntevāsina uktvā... etam u haiva Vājasaneyo Yājñavalkyo Madhukāya Paiṉgyāyāntevāsina uktvā... Madhukaḥ Paiṉgyaś Cūḍāya Bhāgavittaye ’ntevāsina uktvādi._ So schließt auch bei uns das vorletzte Fioretto nach /San Francesco/ ab, ed. /Sabatier/ No. 54: »Hanc historiam habuit frater Iacobus de Massa ab ore fratris Leonis, et frater Hugolinus de Monte Sanctae Mariae ab ore dicti fratris Iacobi, et ego qui scripsi ab ore fratris Hugolini viri per omnia fide digni.«

Die Gestalt eines so getreuen Jüngers ist in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, und in der Malerei, wie auf den Fresken zu Ajaṇṭā -- die Skizze eines derartigen Bildes findet man in /Fergussons/ und /Burgess’/ Cave Temples of India, London 1880, p. 311 No. 59 -- anmuthig dargestellt: und hat wiederum ein überraschend entsprechendes Gegenstück auf elf der ausgezeichneten sechsundzwanzig theodericischen Mosaiken vom Leben Jesu im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Mag nun dergl. durch zufällige oder nothwendige Anlässe oder etwa durch byzantinische Tradition à la bricole begegnet sein: der Künstler hat da wie dort eine große Anschauung bewundernswürdig groß und gleichartig nachgebildet. _Athavā bhavitavyānāṃ dvārāṇi bhavanti sarvatra._

Vergl. noch das wohlbekannte _sāvakayugam_, d. i. _Sāriputto_ und _Moggallāno_, das _aggam bhaddayugam_: ein gleiches auch in der 50. Rede, p. 333; und die _cattāri purisayugāni_, viermal je zwei erlauchte Jünger, 7. Rede p. 37, passim.

* * * * *

Die sinnige Vorstellung, dass in heiliger Nähe auch einer Geisterschaar das abgeklärte Auge aufgehn mag, wie oben Ende des Berichtes S. 485, hat bei uns /Goethe/ veranschaulicht, wenn der Pater seraphicus den Säligen Knaben seine Augen verleiht und als die eigenen brauchen lässt, »diese Gegend« anzuschauen, und die Säligen nun »in sich nimmt«, ihnen Bäume, Felsen, Wasserstrom liebreich offenbart und sie zu höherem Kreise hinansteigen, durch Geisternahrung immer unvermerkt wachsen lehrt, in den freiesten Aether entfaltet: die »junge Geisterschaar«, die -- gleich jener anderen oben S. 481 -- erst wie ein Morgenwölkchen durch den Dunkeln Wald herangeschwebt war, mit der Frage:

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen, Sag’ uns, Guter, wer wir sind? Glücklich sind wir, allen, allen Ist das Dasein so gelind. ]

[Fußnote 210: _Chāndogyopaniṣat_ I, 2, _{2}: _te ha nāsikyaṃ prāṇam udgītham upāsāṃ cakrire._ Etc. -- Και καλως Ἡρακλειτος ειπεν, ὁτι αἱ ψυχαι οσμωνται καθ’ ἁδην, /Plutarchi/ De facie etc. cap. 28 i. f. -- Faust v. 6473/78 (Der Hauch des Paris); ib. v. 8265 f. (Das Gruneln des Homunculus), und ebenso W. Ö. Div. I, 16, VIII, 28. In diesem Sinne möchte sich wohl auch der _gandharvas_, _gandhabbo_, der Δαιμων, Genius, Keimling -- vergl. die 93. Rede gegen Ende -- als Duftes lebendige Fühlung, ohne Ferne geflogen und gebannt, wirkend offenbaren: colla parte keine ganz ungehörige, recht artige Probe höherer indo-ārischer Physiologie. Bei uns von /Gustav Jäger/ umfassend erneut.

Eine solche Anschauung, die bis zu einem gewissen Grade gültig ist, wird von /Eckhart/ mit großer Besonnenheit mehrfach beleuchtet, z. B. p. 81 »diu sêle ist in eime ieklîchen gelide alzemâle«, p. 268 »diu sêle ist ganz und ungeteilt alzemâle in dem fuoze und in den ougen«, p. 397 »ist ganz in eime ieglîchen gelide, in den vingern, in den ougen, in dem herzen und in eime ieglîchen teil aller gelide grôzer und kleiner«, p. 537 »diu sêle ist an ir nâtûre alsô gestalt, wâ si iht ist, dâ ist si alzemâle, an ieglîchem lide ist si alzemâle, unt daz ist des schult, swâ der nâtûre iht ist, dâ ist si alzemâle«. /Kant/: »Ich bin ebenso unmittelbar in der Fingerspitze wie in dem Kopfe. Meine Seele ist ganz im ganzen Körper und ganz in jedem seiner Theile.« ed. /Rosenkr/. VII, 42.]

[Fußnote 211: Wenn bei der 120. Rede in anderem Zusammenhange eine kantische Einführung empfohlen sein durfte, so wird hier als Vorschule das 1.-2. Hauptstück des 2. Buches der transscendentalen Dialektik das Verständniss z. Th. erleichtern. Da kommt unser Ergebniss vom »Entstehn und Vergehn des Selbstes« bei der Kritik des 1. Paralogismus zustande: »Denn das Ich ist zwar in allen Gedanken; es ist aber mit dieser Vorstellung nicht die mindeste Anschauung verbunden, die es von anderen Gegenständen der Anschauung unterschiede. Man kan also zwar wahrnehmen, daß diese Vorstellung bey allem Denken immer wiederum vorkömt, nicht aber, daß es eine stehende und bleibende Anschauung sey, worin die Gedanken (als wandelbar) wechselten. Hieraus folgt: daß der erste Vernunftschluß der transscendentalen Psychologie uns nur eine vermeintliche neue Einsicht aufhefte, indem er das beständige logische Subiect des Denkens vor die Erkentniß des realen Subiects der Inhärenz ausgiebt, von welchem wir nicht die mindeste Kentniß haben, noch haben können, weil das Bewustseyn das einzige ist, was alle Vorstellungen zu Gedanken macht, und worin mithin alle unsere Wahrnehmungen, als dem transscendentalen Subiecte, müssen angetroffen werden, und wir, außer dieser logischen Bedeutung des Ich, keine Kentniß von dem Subiecte an sich selbst haben, was diesem, so wie allen Gedanken, als Substratum zum Grunde liegt.« K. R. V., ^{1}S. 350.]

[Fußnote 212: Zum stillen Niedersitzen, der lautlosen Versammlung, dem heiligen Schweigen cf. Bd. 2, S. 354 u. 391, und die 118. Rede, oben S. 183 f. So hat denn auch S. /Ioannes Sinaiticus/, der unverzagte asketische Felsenklimmer, auf seiner 3. Klimas den σιωπης βυθον wahrgenommen und auf der 27. Staffel dann wundersam entsprechend erklärt: προερχομενος, ὁ λογῳ ου προερχομενος, ηπιος, αγαπης ὁλος οικς, p. 28 u. 403 der Ausgabe von 1633. -- In diesem Sinne hat bei uns /Carlyle/ gesagt: »Speech is of Time, Silence is of Eternity«, Sartor resartus III, 3.]

[Fußnote 213: Wie das Vorspiel dieser und ähnlicher Reden lautet der Bericht in /Celanos/ Vita /S. Francisci/, I, 22: Ingrediente ipso aliquam civitatem, laetabatur clerus, pulsabantur campanae, exultabant viri, congaudebant foeminae, applaudebant pueri, et saepe ramis arborum sumptis psallentes ei obviam procedebant.

Diese, zumal im 2. Bande, oft dargestellte _cārikā kalyāṇena kittisaddena abbhuggatā_ ist gewissermaaßen eine _vihārayātrā_ höherer Art, oder recht eigentlich eine _dhammayātrā_; und man erinnert sich da gern, dass Asoko gerade den letzteren Ausdruck auf dem VIII. Felsenedikt gebraucht, auch wohl im Gegensatze zur gewöhnlichen _devayātrā_, um alsdann, ein seltener Herrscher, zufrieden den Schluss zu ziehen, er habe, auf der anderen Seite, dabei, nämlich bei der _dhammayātrā_, mehr Genuss erfahren als die vorangegangenen Könige bei ihren _vihārayātrās_, Prozessionen, Jagdfahrten und sonstigen dergleichen Vergnügungen. -- Nb: _bhāge aṃñe_, bez. _bhagi aṃñi_, ist loc.: parte alteri; wodurch mit ächt indischem feinsten Humor implicite das ‚bessere Theil‘ bedeutet ist. Aehnlich Säulenedikt VII, 2, _{9}, wo Asoko völlig bewusst des Unzulänglichen selbst seines großartigen Wirkens, das umfassend und allgemein wie es ist zugleich auch die mindesten Einzelheiten zum Schutze der Menschen sowie der zahmen und der wilden Thiere sorgsam vorgesehn hat, endlich -- ubique princeps -- mit innig melancholischem Lächeln sagt: _Tata cu lahu se dhaṃmaniyame, nijhatiyā va bhuye_: „Dennoch aber ist wenig gethan mit gerechtem Betragen, Einsicht üben ist wohl mehr.“ Eine solche Mahnung ist übrigens auch bei uns, zwar von keinem Kaiser und König, doch von einem Meister verkündet worden: „Ihr sollt wissen, dass ~die~ Leute die nützesten Uebungen üben. -- Wisset, dass ~das~ Königreich sälig ist, wo der Mensch eins ist innen. Sie schaffen mehr ewigen Nutzes in einem Augenblicke, als alle äußeren Werke, die je auswendig gewirkt wurden“: /Eckhart/, p. 129; vielleicht also wie kein anderer kühn bekräftigend was der Panagios /Gregorios/ Phoster ein Jahrtausend vorher schon an den Abhängen des Ararat gelebt und gelehrt: Ωθελιμωτατον γαρ ὑπαρχει απο παντων των κοσμικων περισπασμων ἡσυχιαν αγειν, και ιδιαζειν, Act. Sanct. Sept. tom. VIII fol. 393 C.

Der Bescheid über jene Ehrwürdigen, am Schlusse der obigen Rede, ist eine schlichte Auflösung der bedenklichen Frage /Jakobs/, Ep. 4, _{4}, ουκ οιδατε ὁτι ἡ φιλια του κοσμου εχθρα του θεου εστιν; und des paradoxen Spruches, den /Eckhart/ p. 483 aus einem gleichen Sanctus /Expergitus/ Illuminator beibringt: „Weltliche Ehre und weltliche Freude ist nichts anderes als eine ungerechte Bosheit“; wie denn sogar unser frohgemuthe und doch tiefsinnige Ritter /Wirnt/ ebenso gesagt hatte, »daz diu werlt niht fröuden hât, ir hoehstez leben mit grimme stât |«: Wîgâlois v. 11677/78.]

[Fußnote 214: Cf. zum Eingange dieser Rede einen Ausspruch des /Diogenes/, in /Stob/. Flor. XCV, 19: την πενιαν αυτοδιδακτον κιναι αρετην und, ib. 11, γπικουρηλα προς φιλοσοφιαν. Ebenso der Pythagoriker /Hippodamos/, ib. XCVIII, 71 i. f.; und noch mancher Große, der uns von /Seneca/ in seinem encomium paupertatis, epist. LXXXVII bei Erklärung des _deesse_, vorgeführt wird: eine Reihe, die man beliebig von /Aristophanes/, Plut. 593: παντ’ εστ’ αγαθ’ ὑμιν εια την πενιαν, bis zu /Plotin/, Enn. III. 2. _{5}: πενιαι συμφορα, und weiter ergänzen und erkunden mag. Ist nun zwar der griechische Begriff der πενια, bez. ανυπαρξια viel kleiner als der indische der _śūnyatā_, so stellt er doch wohl einen Bruchtheil des letzteren dar; gleichwie auch die povertà des S. /Francesco/ und die armuot /Meister Eckharts/, zumeist aber die himmlische Oede /Lao-tses/. Bei ihnen allen gilt eben /Brunos/ tiefbedachte Definition: »nessuno può gustar che cosa sia tranquillità di spirito, se non è povero o simile al povero«; und nicht minder was ein alter Barde an /Don Gozimas/ dem Eremiten naiv gerühmt hat:

Mas preçiava el su pobredat Que algun conde su riquedat. ]

[Fußnote 215: an der südöstlichen Gränze von Nepāl, vielleicht im Gebiete von Khajauli, unfern Janakapur, dem alten _Mithilā_.]

[Fußnote 216: Nach dem _Bṛhadāraṇyakam_ I, 5, _{8}: _manasā hyeva paśyati, manasā śṛṇoti; wo auch II & IV i. f. _Pārāśaryas_ als Altmeister überliefert ist.

* * * * *

Zu S. 485, Z. 5 v. o.: Auch Geister und Götter sind bekanntlich dem Entstehn und Vergehn unterworfen. Vergl. Anm. 96 und S. 284. Dieser Begriff der nur lange, nicht ewig bestehenden Götter, wie er in Indien gang und gäbe und unvermuthet wieder bei /Empedokles/ erscheint, ist mir recht merkwürdig einmal auch bei uns begegnet. Eine muntere Schrättin sagte einst im Gespräch, es war an einem Karfreitage, sehr klug zu mir: »Wie kann Eins denn immer noch an Christus glauben? In so langer Zeit muss er ja längst anders worden sein und aufgelöst.« -- »Freilich doch nur was den Leib angeht«, warf ich ein, »aber sein Geist?« -- »Auch der, mein’ ich«, sagte sie, »mag nimmer der selbe geblieben und verschwunden sein.« Einem solchen Zeugnisse wohlgesättigten Mutterwitzes ließen sich gelegentlich mancherlei tiefere Stimmen gesellen, wie etwa Anm. 152 von anderen Ripien berichtet ist, deren finale Gestalt uns /Vernaleken/ aufbewahrt hat. Es sind gewissermaaßen chladnische Klangfiguren; oder historisch betrachtet, versprengte Reste ārischen Glimmers im semitischen Kalke, die heute nur mehr in labyrinthisch verborgen rieselnden Quellen altüberkommener Weissagung, allmälig fast ununterscheidbar zerschliffen, immer weiter zersetzt, hinweggetragen und verschwemmt, kaum reinlich wiedergewinnbar sein werden: und ihnen glücklich nachspüren kann selten gelingen. Noch seltener freilich durch Schlamm und Gerölle, Mergel, Kies und Quarz bis zum Urgebirge vordringen und Edelkrystalle finden und schätzen lernen: »denn die wahren Heiligen sind«, nach des /Matthias Claudius/ einsichtiger Kleinodienkunde, »die Diamanten gegen die ungeheure Menge Feldsteine.« Am seltensten aber erst /Kant/ ergründen und Kopf und Herz buddhistischer Mönche abwägen, dann Gleichmuth in entlegenen Wäldern vollbringen und endlich wortlos in ägyptischer Einöde sich verlieren: wie es /Robert L’Orange/ gethan.]

NACHWEISE

MS = Die Reden Gotamo Buddhos aus der Mittleren Sammlung Majjhimanikāyo des Pāli-Kanons zum ersten Mal übersetzt von Karl Eugen Neumann. Drei Bände, 1. Aufl. 1896-1902.

LS = Die Reden Gotamo Buddhos aus der Längeren Sammlung Dīghanikāyo des Pāli-Kanons übersetzt von Karl Eugen Neumann. Drei Bände, 1. Aufl. 1907-1918.

BK = Das buddhistische Kunstwerk. Vier Aufsätze von Karl Eugen Neumann. Süddeutsche Monatshefte 1904-1906.

H = Karl Eugen Neumanns Handexemplar.

102. DIE FÜNF UND DIE DREI

p. 24 ^{31f} sei es einfach oder manigfach: ‚Nichts ist da‘ _so_ verkünden dann andere das Reich des Nichtdaseins.... = H; an dieser Stelle war es möglich ohne die Worte »in dem Gedanken«, die der Pāli-Text nicht aufweist, auszukommen.

p. 28 ^{9-11} _manche_ Asketen und Priester, die der _Vergangenheit_ anhängen, _eke samaṇabrāhmaṇā pubbantokappikā_ = H.

p. 33 ^{25} das _eben_, _tad api_ vergl. B K IV 188.

104. VOR SĀMAGĀMO

p. 42 ^{21} _wie das eintritt_ vergl. LS III 119 ^{2}: der knappe Ausdruck _yathā tam_, früher »wie’s zu erwarten« übersetzt, ist dort derart kongenial wiedergegeben.

111. DIE REIHE

p. 117 ^{13-19} vergl. mit LS III 85 ^{14-17}. -- 21 lies das höchste Reich der _Lehre_.

117. VIERZIGMÄCHTIG

p. 173 ^{11} »Heilige, ihr Mönche, rechte Vertiefung«, _ariyaṃ vo bhikkhave sammāsamādhiṃ_.... »_samādhi_« ist in LS zumeist mit »Einigung« übersetzt, in LS II 312 ^{12} ist _ariyo sammāsamādhi_ dementsprechend mit »heilige vollkommene Einigung« wiedergegeben. Der konsequenten Durchführung stellen sich innerhalb dieser Rede Schwierigkeiten entgegen, und im Ganzen betrachtet, entspricht hier »Vertiefung« wohl besser. Vergl. noch LS III 299 ^{17-20} »der recht _Vertiefte_ hat falsche _Vertiefung_ abgetragen.....«

122. ARMUTH

p. 227 ^{21} die Gedenkensruhe aufgehoben hatte, _patisallānā vuṭṭhito_, müsste hier und anderwärts in Uebereinstimmung mit LS III 81 ^{7-8} »die Eingezogenheit gelöst hatte« lauten. Diese spätere und genauere Fassung kommt nur an dieser Stelle vor, als eine der letzten Korrekturen Karl Eugen Neumanns.

p. 229 ^{7} eine Stätte ausgefunden = Korrektur in H.

123. ERSTAUNLICHE, AUSSERORDENTLICHE EIGENSCHAFTEN

p. 240 ^{7} _die zur Erlöschung gelangten, parinibbute_, so im Handexemplar bei der entsprechenden Stelle LS II 10 ^{30}. p. 243 ^{4-5}

_atikamm’ eva devānaṃ devānubhāvam_ _überstrahlend sogar der Götter göttliche Pracht_

cf. LS II 13 ^{15}; ist gleichzeitig ein Beispiel für unzählige andere, wie Karl Eugen Neumann es vermochte eine Interlinearversion zu geben, die trotzdem den Schmelz und Rhythmus des Originals behalten hatte.

p. 244 ^{6} _ihrer Natur_ nach, vergl. LS II 14 ^{3}. p. 246 _kehrt_ in Sälige Gestalt _empor_, vergl. LS II 15 ^{8}.

p. 248 ^{1} rein und _abgeklärt_ = LS 16 ^{2}.

124. BAKKULO

p. 253 ^{18-19} und wär’ es auch nur ein _Spruch von vier Silben_ gewesen, _antamaso catuppadaṃ pi gātham_ = H.

128. VERSCHLACKUNG

p. 297 ^{19} bis 303 ist »Grund-Ursach« geblieben, anstelle des späteren »Anlass-Grund«, da es Zeile 23 heißt »Schwanken aber ist der Anlass gewesen usw.«, sodass hier eine Kollision in Wirklichkeit verschiedener Begriffe entstanden wäre. Das selbe Verhältniss am Anfang der 81. und 83. Rede.

144. CHANNO

p. 462 ^{28} kein hüben und kein drüben noch _beider_ inmitten sein, _n’ ev’ idha na huraṃ na ubhayam antarena_, = H.

148. SECHSFACHE SECHSHEIT

p. 488 ^{29} ‚Das Auge ist das Selbst‘, _cakkhuṃ attā ti_, und 489-492 vergl. mit BK IV 189 f.

p. 497 ^{2} bei _etwa_ sechzig Mönchen, _saṭṭhimattānaṃ bhikkhūnam_ = H.

~Alle übrigen in diesem Bande geänderten Stellen sind bereits anlässlich ihres ersten Vorkommens in den früheren Bänden nachgewiesen.~

ANMERKUNGEN DES HANDEXEMPLARS

Anm. 59 ^{2-3}. p. 545 ^{27-28} (^{0}_katthā_ ist Druckfehler, es soll natürlich _tiracchānakathā_ heißen).

Anm. 67 ^{7}.

Anm. 84 ^{5-8}.

Anm. 109, p. 557 ^{12} und _Agathon hat_.

Anm. 131, p. 569 ^{26-28}

Anm. 166 ^{1}

Anm. 195 ^{26-28}.

Anm. 219 ^{23-26}.

REGISTER

I. /Stellenlese/ -- II. /Gleichnisse/ -- III. /Ordenszucht/ -- IV. /Anhänger/ -- V. /Gotamo/ -- VI. /Büsserwesen/ -- VII. /Brāhmanenthum/ -- VIII. /Volk Und Sitte/ -- IX. /Eigennamen und Örter/ -- X. /Suttamātikā/ -- XI. /Varia/

I -- STELLENLESE

Abglanz und Anblick 297-305

Abstammung 117

Allmäliger Ansatz 75

Allmälig gemerkt 182-184

Alter 435

Aneinanderreihen 175-179

Angehungen 386

Angenehm und unangenehm 518-523

Anhaften 66 f.; 430

Anhangen 33, 73, 119-122, 452-458 Fünf Stücke 95-101, 119 f., 234 f., 435 f., 498-502, 512

Anleitung 464 f.

Armuth 219-239; 509 f.