Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band

Part 33

Chapter 333,689 wordsPublic domain

»Wer das Ohr, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß erkennt und versteht; wer die Nase, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß erkennt und versteht; wer die Zunge, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß erkennt und versteht; wer den Leib, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß erkennt und versteht; wer den Geist, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß erkennt und versteht, die Gedanken der Wahrheit gemäß erkennt und versteht, das Denkbewusstsein der Wahrheit gemäß erkennt und versteht, die Denkberührung der Wahrheit gemäß erkennt und versteht, was da durch Denkberührung bedingt an Gefühl hervorgeht als Wohl, oder Wehe, oder weder Wehe noch Wohl, eben das der Wahrheit gemäß erkennt und versteht, wird am Geiste nicht ergetzt, an den Gedanken nicht ergetzt, am Denkbewusstsein nicht ergetzt, an der Denkberührung nicht ergetzt, was da durch Denkberührung bedingt an Gefühl hervorgeht als Wohl, oder Wehe, oder weder Wehe noch Wohl, eben daran nicht ergetzt. Weil er nicht ergetzt ist, sich 475 nicht anschließt, sich nicht verlocken lässt, das Elend beharrlich erspäht, schichten sich ihm die fünf Stücke des Anhangens weiterhin ab; und der Durst, der Wiederdasein säende, gnügensgierverbundene, bald da bald dort sich ergetzende, der schwindet ihm weg. Dem schwinden körperliche Spaltungen weg, schwinden geistige Spaltungen weg, schwinden körperliche Quaalen weg, schwinden geistige Quaalen weg, schwinden körperliche Brünste weg, schwinden geistige Brünste weg; und körperliches Wohl und geistiges Wohl erfährt er an sich.

»Was ein Dahingelangter erkennt, das gilt ihm als rechte Erkenntniss; was ein Dahingelangter ersinnt, das gilt ihm als rechte Gesinnung; was ein Dahingelangter sich müht, das gilt ihm als rechtes Mühn; was ein Dahingelangter einsieht, das gilt ihm als rechte Einsicht; was ein Dahingelangter ertieft, das gilt ihm als rechte Vertiefung; schon vorher aber war er in Werken, in Worten, im Wandel durchaus lauter geworden: und so wird dieser heilige achtfältige Weg von ihm zur Vollendung gebracht. Während er also diesen heiligen achtfältigen Weg vollendet, werden die vier Pfeiler der Einsicht von ihm zur Vollendung gebracht; werden die vier gewaltigen Kämpfe von ihm zur Vollendung gebracht; werden die vier Machtgebiete von ihm zur Vollendung gebracht; werden fünf der Fähigkeiten von ihm zur Vollendung gebracht; werden fünf der Vermögen von ihm zur Vollendung gebracht; werden die sieben Erweckungen von ihm zur Vollendung gebracht. Da dienen ihm zwei Dinge als doppelte Rüstung: Ruhe und Klarsicht. Was für Dinge da weise zu durchschauen sind, diese Dinge durchschaut er weise; was für Dinge da weise zu verleugnen sind, diese Dinge verleugnet er weise; was für Dinge da weise zu vollenden sind, diese Dinge vollendet er weise; was für Dinge da weise zu verwirklichen 476 sind, diese Dinge verwirklicht er weise.

»Was für Dinge aber, ihr Mönche, sind da weise zu durchschauen? Die fünf Stücke des Anhangens, sei geantwortet; und zwar ein Stück Anhangen an der Form, ein Stück Anhangen am Gefühl, ein Stück Anhangen an der Wahrnehmung, ein Stück Anhangen an der Unterscheidung, ein Stück Anhangen am Bewusstsein: diese Dinge sind weise zu durchschauen. Was für Dinge aber, ihr Mönche, sind da weise zu verleugnen? Unwissen und Durst nach Dasein: diese Dinge sind weise zu verleugnen. Was für Dinge aber, ihr Mönche, sind da weise zu vollenden? Ruhe und Klarsicht: diese Dinge sind weise zu vollenden. Was für Dinge aber, ihr Mönche, sind da weise zu verwirklichen? Wissen und Erlösung: diese Dinge sind weise zu verwirklichen.«

* * * * *

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

150.

Fünfzehnter Theil Achte Rede

DIE NAGARAVINDER

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit wanderte der Erhabene im Lande Kosalo von Ort zu Ort und kam, von vielen Mönchen begleitet, in die Nähe eines kosalischen Brāhmanendorfes Namens Nagaravindam. Und es hörten die brāhmanischen Hausleute in Nagaravindam reden: ›Der Asket, wahrlich, Herr Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt hat, wandert in unserem Lande von Ort zu Ort und ist mit vielen Mönchen in Nagaravindam angekommen. Diesen Herrn Gotamo aber begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: ‚Das ist der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerheerde, der Meister der 477 Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schaar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden und durchdrungen hat. Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren Mitte begütigt, deren Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum dar. Glücklich wer da nun solche Heilige sehn kann!‘‹

Und die brāhmanischen Hausleute von Nagaravindam begaben sich nun dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt verneigten sich einige vor dem Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder, andere wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder, einige wieder falteten die Hände gegen den Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder, andere wieder gaben beim Erhabenen Namen und Stand zu erkennen und setzten sich zur Seite nieder, und andere setzten sich still zur Seite nieder.[212] Zu den brāhmanischen Hausleuten von Nagaravindam, die da zur Seite saßen, sprach nun der Erhabene also:

»Wenn euch, ihr Hausväter, andere Büßer und Pilger die Frage stellen: ›Was sind das, ihr Hausväter, für Asketen und Priester, die man nicht werthhalten und hochschätzen, die man nicht achten und ehren kann?‹, so mögt ihr auf diese Frage, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern also Bescheid geben: ›Wer da von Asketen und Priestern bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre sich erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt hat, gerade und ungerade wandelt in Werken, in Worten, in Gedanken, einen solchen Asketen oder Priester, den kann man nicht werthhalten und hochschätzen, den kann man nicht achten und ehren: und warum nicht? Wir selber haben uns ja bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt, wandeln gerade und ungerade in Werken, in Worten, in Gedanken: wer nichts 478 Besseres kennt als den geraden Wandel, den wir selber führen, solch einen lieben Asketen oder Priester kann man eben darum nicht werthhalten und hochschätzen, kann ihn nicht achten und ehren. Wer da von Asketen und Priestern bei den durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Tönen, bei den durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düften, bei den durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säften, bei den durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, bei den durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre sich erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt hat, gerade und ungerade wandelt in Werken, in Worten, in Gedanken, einen solchen Asketen oder Priester, den kann man nicht werthhalten und hochschätzen, den kann man nicht achten und ehren: und warum nicht? Wir selber haben uns ja bei diesen Dingen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt, wandeln gerade und ungerade in Werken, in Worten, in Gedanken: wer nichts Besseres kennt als den geraden Wandel, den wir selber führen, solch einen lieben Asketen oder Priester kann man eben darum nicht werthhalten und hochschätzen, kann ihn nicht achten und ehren.‹ Also mögt ihr, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern auf eine solche Frage Bescheid geben.

»Wenn euch aber, ihr Hausväter, andere Büßer und Pilger die Frage stellen: ›Was sind das, ihr Hausväter, für Asketen und Priester, die man werthhalten und hochschätzen, die man achten und ehren kann?‹, so mögt ihr auf diese Frage, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern also Bescheid geben: ›Wer da von Asketen und Priestern bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen ohne Gier, ohne Hass, ohne Irre sich erwiesen, das eigene Herz beschwichtigt hat, den geraden Wandel bewahrt in Werken, in Worten, in Gedanken, einen solchen Asketen oder Priester, den kann man werthhalten und hochschätzen, den kann man achten und ehren: und warum das? Wir selber haben 479 uns ja bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt, wandeln gerade und ungerade in Werken, in Worten, in Gedanken: wer da nun Besseres kennt als den geraden Wandel, den wir selber führen, solch einen lieben Asketen oder Priester kann man eben darum werthhalten und hochschätzen, kann ihn achten und ehren. Wer da von Asketen und Priestern bei den durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Tönen, bei den durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düften, bei den durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säften, bei den durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, bei den durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen ohne Gier, ohne Hass, ohne Irre sich erwiesen, das eigene Herz beschwichtigt hat, den geraden Wandel bewahrt in Werken, in Worten, in Gedanken, einen solchen Asketen oder Priester, den kann man werthhalten und hochschätzen, den kann man achten und ehren: und warum das? Wir selber haben uns ja bei diesen Dingen nicht ohne Gier, nicht ohne Hass, nicht ohne Irre erwiesen, das eigene Herz nicht beschwichtigt, wandeln gerade und ungerade in Werken, in Worten, in Gedanken: wer da nun Besseres kennt als den geraden Wandel, den wir selber führen, solch einen lieben Asketen oder Priester kann man eben darum werthhalten und hochschätzen, kann ihn achten und ehren.‹ Also mögt ihr, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern auf eine solche Frage Bescheid geben.

»Wenn euch nun, ihr Hausväter, die anderen Büßer und Pilger die Frage stellen: ›Was eignen doch den Ehrwürdigen für Merkmale, was für Kennzeichen, dass ihr von ihnen also redet: ‚Freilich haben jene Ehrwürdigen die Gier verloren oder sind auf dem Wege die Gier zu verleugnen, haben den Hass verloren oder sind auf dem Wege den Hass zu verleugnen, haben die Irre verloren oder sind auf dem Wege die Irre zu verleugnen‘?‹, so mögt ihr auf diese Frage, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern also Bescheid geben: ›Darum eben suchen jene Ehrwürdigen tief im 480 Walde abgelegene Orte auf: dort aber giebt es keinerlei durch das Gesicht ins Bewusstsein tretende Formen, die man sehn und sehn und begehren könnte; dort aber giebt es keinerlei durch das Gehör ins Bewusstsein tretende Töne, die man hören und hören und begehren könnte; dort aber giebt es keinerlei durch den Geruch ins Bewusstsein tretende Düfte, die man riechen und riechen und begehren könnte; dort aber giebt es keinerlei durch den Geschmack ins Bewusstsein tretende Säfte, die man schmecken und schmecken und begehren könnte; dort aber giebt es keinerlei durch das Getast ins Bewusstsein tretende Tastungen, die man tasten und tasten und begehren könnte. Das sind, ihr Brüder, Merkmale, das sind Kennzeichen, um deren willen wir von jenen Ehrwürdigen also reden: ‚Freilich haben jene Ehrwürdigen die Gier verloren oder sind auf dem Wege die Gier zu verleugnen, haben den Hass verloren oder sind auf dem Wege den Hass zu verleugnen, haben die Irre verloren oder sind auf dem Wege die Irre zu verleugnen.‘‹ Also mögt ihr, Hausväter, den anderen Büßern und Pilgern auf eine solche Frage Bescheid geben.«

* * * * *

Nach dieser Rede sprachen die brāhmanischen Hausleute von Nagaravindam also zum Erhabenen:

»Vortrefflich, Herr Gotamo, vortrefflich, Herr Gotamo! Gleichwie etwa, Herr Gotamo, als ob man Umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten den Weg zeigte, oder ein Licht in die Finsterniss hielte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch ist von Herrn Gotamo die Lehre gar vielfach gezeigt worden. Und so nehmen wir bei Herrn Gotamo unsere Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge uns Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«[213]

151.

Fünfzehnter Theil Neunte Rede

ALMOSENLÄUTERUNG

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei 481 Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen.

Da begab sich denn der ehrwürdige Sāriputto gegen Abend, nach Aufhebung der Gedenkensruhe, zum Erhabenen hin, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Zum ehrwürdigen Sāriputto, der da seitwärts saß, sprach nun der Erhabene also:

»Heiter, Sāriputto, ist dein Angesicht, hell die Hautfarbe und rein; was hast du wohl, Sāriputto, in dieser Zeit am meisten erfahren mögen?«

»Armuth erfahren hab’ ich, o Herr, in dieser Zeit am meisten gemocht.«

»Recht so, recht so, Sāriputto. Großer Männer Erfahrung erfahren hast du wahrlich, Sāriputto, in dieser Zeit am meisten gemocht. Großer Männer Erfahrung heißt es ja, Sāriputto, ist die Armuth. -- Darum aber, Sāriputto, so ein Mönch sich wünscht ›Armut erfahren möcht’ ich am meisten‹, hat ein solcher Mönch, Sāriputto, sich also zu erforschen: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, ist mir da etwa bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste aufgestiegen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, da ist mir bei den durch das Gesicht 482 ins Bewusstsein tretenden Formen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste aufgestiegen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, da ist mir bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste nicht aufgestiegen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, ist mir da etwa bei den durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Tönen, bei den durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düften, bei den durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säften, bei den durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, bei den durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste aufgestiegen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, da ist mir bei den durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste aufgestiegen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um 483 Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Auf dem Wege wo ich nach dem Dorfe um Almosen hinging, an dem Orte wo ich um Almosen stand, auf dem Wege wo ich aus dem Dorfe vom Almosengange wiederkam, da ist mir bei den durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen Wille, oder Gier, oder Hass, oder Irre, oder Widerstreit im Geiste nicht aufgestiegen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie aufgehoben, die fünf Begehrungen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht aufgehoben hab’ ich sie, die fünf Begehrungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Aufhebung der fünf Begehrungen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Aufgehoben hab’ ich sie, die fünf Begehrungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren. 484

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie aufgehoben, die fünf Hemmungen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht aufgehoben hab’ ich sie, die fünf Hemmungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Aufhebung der fünf Hemmungen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Aufgehoben hab’ ich sie, die fünf Hemmungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie durchschaut, die fünf Stücke des Anhangens?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht durchschaut hab’ ich sie, die fünf Stücke des Anhangens‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Durchschauung der fünf Stücke des Anhangens zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Durchschaut hab’ ich sie, die fünf Stücke des Anhangens‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die vier Pfeiler der Einsicht?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die vier Pfeiler der Einsicht‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der vier Pfeiler der Einsicht zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, die vier Pfeiler der Einsicht‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die vier gewaltigen Kämpfe?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die vier gewaltigen Kämpfe‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der vier gewaltigen Kämpfe zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, die vier gewaltigen Kämpfe‹, so hat ein solcher Mönch, 485 Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die vier Machtgebiete?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die vier Machtgebiete‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der vier Machtgebiete zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, die vier Machtgebiete‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die fünf Fähigkeiten?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die fünf Fähigkeiten‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der fünf Fähigkeiten zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: Vollendet hab’ ich sie, die fünf Fähigkeiten‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese 486 sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die fünf Vermögen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die fünf Vermögen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der fünf Vermögen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, die fünf Vermögen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, die sieben Erweckungen?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, die sieben Erweckungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung der sieben Erweckungen zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, die sieben Erweckungen‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich ihn vollendet, den heiligen achtfältigen Weg?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich ihn, den heiligen achtfältigen Weg‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung des heiligen achtfältigen Weges zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich ihn, den heiligen achtfältigen Weg‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich sie vollendet, Ruhe und Klarsicht?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht vollendet hab’ ich sie, Ruhe und Klarsicht‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Vollendung von Ruhe und Klarsicht zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Vollendet hab’ ich sie, Ruhe und Klarsicht‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im 487 Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Weiter sodann, Sāriputto, hat ein Mönch sich also zu erforschen: ›Hab’ ich es verwirklicht, Wissen und Erlösung?‹ Wenn da, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Nicht verwirklicht hab’ ich es, Wissen und Erlösung‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, um die Verwirklichung von Wissen und Erlösung zu kämpfen. Wenn aber, Sāriputto, der Mönch bei seiner Betrachtung erkennt: ›Verwirklicht hab’ ich es, Wissen und Erlösung‹, so hat ein solcher Mönch, Sāriputto, ebendiese sälig heitere Uebung im Guten Tag und Nacht zu bewahren.

»Denn wer immer auch, Sāriputto, von den Asketen oder den Priestern in vergangenen Zeiten Almosen geläutert hat, ein jeder hat also und also betrachtend und betrachtend Almosen geläutert. Und wer immer auch, Sāriputto, von den Asketen oder den Priestern in künftigen Zeiten Almosen läutern wird, ein jeder wird also und also betrachtend und betrachtend Almosen läutern. Und wer immer auch, Sāriputto, von den Asketen oder den Priestern in der Gegenwart Almosen läutern mag, ein jeder mag also und also betrachtend und betrachtend Almosen läutern.

»Darum aber, Sāriputto: ›Betrachtend und betrachtend wollen wir Almosen läutern‹: so habt ihr, Sāriputto, euch wohl zu üben.«

* * * * *

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Sāriputto über das Wort des Erhabenen.[214]

152.

Fünfzehnter Theil Zehnte Rede

SINNESGEWALT

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei 488 Kajaṉgalā[215], im Hain der Glockenbäume.