Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, III. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften bis zur Entdeckung des Energieprinzipes

Part 36

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[191] Im einzelnen weicht die Organisation des deutschen technischen Unterrichtswesens von der des französischen darin ab, daß die École polytechnique eine technische Hochschule im deutschen Sinne nur durch ihr Zusammenwirken mit der Schule für Bergbau, der Schule für Brücken- und Wegebau und anderen Fachschulen ist, denen sie insofern als Vorbereitungsanstalt dient, als sie die technische Allgemeinbildung vermittelt.

[192] *Desargues* wurde in Lyon geboren und wirkte als Baumeister (1593-1662).

[193] Er besagt, daß die Seiten jedes einem Kegelschnitte einbeschriebenen Vierecks eine beliebige, durch den Kegelschnitt gehende Linie so schneiden, daß die erhaltenen 6 Schnittpunkte eine Involution bilden, die abgeteilten Strecken also gewisse Beziehungen aufweisen.

[194] Das Buch erschien erst 1822.

[195] Siehe Bd. II. S. 148.

[196] Siehe S. 121 dieses Bandes.

[197] *Reuleaux*, Theoretische Kinematik, S. 13. *Poncelets* wichtigstes Werk über die theoretische Maschinenlehre ist seine Mécanique appliquée aux machines.

[198] *Jakob Steiner*, Systematische Entwicklung der Abhängigkeit geometrischer Gestalten von einander mit Berücksichtigung der Arbeiten alter und neuer Geometer etc. Berlin 1832. Neu herausgegeben von *A. J. v. Oettingen* als 82. und 83. Band von *Ostwalds* Klassikern. Leipzig, W. Engelmann, 1896.

[199] Er starb im Jahre 1863.

[200] Vor kurzem als 123. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, neu herausgegeben von *R. Sturm*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1901.

[201] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 123, S. 3.

[202] Die geometrischen Konstruktionen ausgeführt mittelst der geraden Linie und eines festen Kreises von *Jakob Steiner*. Als 60. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. Leipzig, Engelmann, 1895.

[203] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 82 und 83. Das erste Erscheinen des *Steiner*schen Werkes fällt in das Jahr 1832.

[204] *Arneth*, Geschichte der Mathematik. S. 286.

[205] Gemeint sind die Sätze von *Pascal* und *Brianchon* über die den Kegelschnitten ein- und umschriebenen Sechsecke. *Pascal* nannte sein Sechseck Hexagrammum mysticum.

[206] *Steiner*, Systematische Entwicklung. § 38, III, IV.

[207] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 83, S. 43 u. f.

[208] *Hankel*, Die Elemente der projektivischen Geometrie. S. 27.

[209] Berlin 1835; *Plücker* lebte 1801-1868. Er wirkte als Professor der Mathematik und der Physik in Halle und in Bonn.

[210] *Arneth*, Die Geschichte der reinen Mathematik. S. 288.

[211] *Lobatschefskij* (1793-1856) Professor der Mathematik in Kasan. Er war ein Schüler des in Rußland wirkenden deutschen Mathematikers *Bartels*, und letzterer stand wieder in engster Verbindung mit *Gauß*. Die dem Russen gelungene Schöpfung fußt also auf dem Boden der deutschen Mathematik.

[212] *J. N. Lobatschefskij*, Pangeometrie 1856. Übersetzt und als 130. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von *H. Liebmann*. Leipzig, W. Engelmann 1902.

[213] Siehe S. 125 dieses Bandes.

[214] Untersuchungen über die Reihe: 1 + mx + m(m-1)/(1·2) · x^2 +... von *N. H. Abel* (*Crelles* Journal, Bd. I. 1826). Diese Abhandlung wurde neuerdings von *A. Wangerin* als 71. Bändchen von *Ostwalds* Klassikern von neuem herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1895.

[215] Sie erschien im 1. Bande des *Crelle*schen Journals und führt den Titel: Démonstration de l'impossibilité de la résolution algébraique des équations générales qui passent le quatrième degré.

[216] *N. H. Abel*, Abhandlung über eine besondere Klasse algebraisch auflösbarer Gleichungen. *Crelles* Journal, Bd. IV. 1829. Als 111. Band von *Ostwalds* Klassikern von neuem und mit Anmerkungen herausgegeben von *A. Loewy*. Leipzig, W. Engelmann, 1900.

[217] Als 127. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, übersetzt und herausgegeben von *Alfred Loewy*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1902.

[218] *C. Sturms* Abhandlung wurde aus dem Französischen übersetzt und als 143. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften von *Alfred Loewy* herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann, 1904.

[219] *Johann Friedrich Pfaff* wurde 1765 geboren. Er bekleidete die Professur für Mathematik in Halle und starb dort 1825.

[220] *J. F. Pfaff*, Allgemeine Methode partielle Differentialgleichungen zu integrieren. Aus dem Lateinischen übersetzt und als 129. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *Gerhard Kowalewski*. Leipzig, W. Engelmann, 1902.

[221] *Cauchy*, Über die Integration der partiellen Differentialgleichungen erster Ordnung in einer beliebigen Zahl von Veränderlichen (1819). Im 113. Bande von *Ostwalds* Klassikern herausgegeben von *G. Kowalewski*. Leipzig, W. Engelmann, 1900.

[222] Diese bisher schwer zugängliche, für die weitere Entwicklung der Funktionentheorie aber entscheidende Arbeit wurde neuerdings durch *P. Stäckel* als 112. Band von *Ostwalds* Klassikern wieder herausgegeben: *Cauchy*, Über bestimmte Integrale zwischen imaginären Grenzen. Leipzig, W. Engelmann, 1900.

[223] Fundamenta nova theoriae functionum ellipticarum. Königsberg 1829.

[224] Die andere Hälfte erhielten die Angehörigen des schon 1829 verstorbenen *Abel*.

[225] *Legendre*, Traité des fonctions elliptiques.

[226] *C. G. J. Jacobi*, Über die vierfach periodischen Funktionen zweier Variabeln (*Crelles* Journal f. r. u. angew. Math. 1834). Als Band 64 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften aus dem Lateinischen übersetzt von *A. Witting* und herausgegeben von *H. Weber*. Leipzig, W. Engelmann, 1895.

[227] *A. Göpel*, Entwurf einer Theorie der *Abel*schen Transzendenten erster Ordnung (*Crelles* Journal, Bd. 35, 1847). Aus dem Lateinischen übersetzt von *A. Witting* und als 67. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *H. Weber*. Leipzig, W. Engelmann, 1895.

*G. Rosenhain*, Abhandlung über die Funktionen zweier Variabeln mit vier Perioden (Mém. des savants, 1851). Aus dem Französischen übersetzt von *A. Witting* und als 65. Band von *Ostwalds* Klassikern herausgegeben von *H. Weber*. Leipzig, W. Engelmann, 1895.

[228] Er starb 1859 in Göttingen.

[229] *G. Lejeune Dirichlet*, Untersuchungen über verschiedene Anwendungen der Infinitesimalanalysis auf die Zahlentheorie (*Crelles* Journal, Bd. 19 u. 21). Als 91. Band von *Ostwalds* Klassikern herausgegeben von *R. Haussner*. Leipzig, W. Engelmann, 1897.

[230] *Lejeune Dirichlet*, Die Darstellung ganz willkürlicher Funktionen durch Sinus- und Kosinusreihen, 1837. Im 116. Bande von *Ostwalds* Klassikern, herausgegeben von *H. Liebmann*. Leipzig, W. Engelmann, 1900.

[231] Die letzte Abhandlung des 19. von der Anziehung homogener Ellipsoide handelnden Bandes von *Ostwalds* Klassikern. Diese Abhandlung *Dirichlets* führt den Titel »Über eine neue Methode zur Bestimmung vielfacher Integrale«.

[232] *Lejeune Dirichlet*, Vorlesungen über die im umgekehrten Verhältnis des Quadrates der Entfernung wirkenden Kräfte, herausgegeben von *G. Grube*, Leipzig 1876.

[233] *Schwere*, Elektrizität und Magnetismus. Nach Vorträgen von *B. Riemann*, bearbeitet von *K. Hattendorff*, Hannover 1876.

[234] *Priestley*, Experiments and observations on different kinds of air. 3 vol. 1774-1777, übersetzt von *Ludewig*, 1778.

[235] Philosophical Transactions. LXII. 1772.

[236] *Priestley*, Versuche und Beobachtungen über verschiedene Teile der Naturlehre. Deutsche Übersetzung vom Jahre 1780. Bd. III. Vorrede.

[237] *Joseph Black*, 1728-1799, Professor der Chemie zu Glasgow und Edinburg.

[238] Abhandlungen der schwedischen Akademie d. Wissensch. XXXV.

[239] Daß *Priestley* und *Scheele* unabhängig voneinander schon so früh den Sauerstoff dargestellt und seine wichtigsten Eigenschaften erkannt haben, wurde von *G. W. A. Kahlbaum* dargetan (Basel, Verhandlungen 1897 Bd. 12, S. 9.)

[240] History and present state of electricity with original experiments. London 1767. Übersetzt von *Krünitz*. Stralsund 1772.

[241] *Cavendish* wiederholte diesen Versuch und lieferte den Nachweis, daß hierbei durch die Vereinigung von Sauerstoff und Stickstoff Salpetersäure entsteht. Als absorbierende Flüssigkeit wandte er Alkali an, mit dem die entstandene Säure Salpeter bildet. *Cavendish* machte schon die Beobachtung, daß bei diesem Versuch trotz genügender Zufuhr von Sauerstoff ein nicht absorbierbarer Rest zurückbleibt. Diese eigentümliche Erscheinung hat erst im Jahre 1894 dadurch ihre Erklärung gefunden, daß *Rayleigh* und *Ramsay* als dritten wesentlichen Bestandteil der Atmosphäre das Argon nachwiesen, ein Element, das mit dem Sauerstoff unter der Einwirkung des elektrischen Funkens keine Verbindung eingeht.

[242] Es ist dies die noch jetzt bei Vorlesungen beliebte Analyse des Ammoniaks, welches dabei unter Verdoppelung seines Volumens in Stickstoff und »zündbaren« Wasserstoff zerfällt.

[243] Beim Hindurchleiten durch ein glühendes Rohr zerfällt der Alkohol in ein Gasgemisch, das vorzugsweise aus Kohlenwasserstoffverbindungen, wie Methan, Äthylen, Benzol usw., besteht und bei seiner Verpuffung mit Sauerstoff infolgedessen Kohlendioxyd (CO_{2}) liefert.

[244] Stockholm, 1892.

[245] In Köping.

[246] Herausgegeben von *v. Nordenskjöld*. Siehe Naturwissenschaftliche Rundschau, VIII, S. 519.

[247] Ein durch Zusammenschmelzen von Schwefel und Pottasche (K_{2}CO_{3}) erhaltenes Präparat, das im wesentlichen aus Schwefelkalium besteht und begierig Sauerstoff aufnimmt. *Scheele* benutzte auch eine Fällung von Eisenvitriol durch Kalilauge. Er erhielt so Ferrohydroxyd: FeSO_{4} + 2 KOH = Fe(OH)_{2} + K_{2}SO_{4}. Ferrohydroxyd geht unter Aufnahme von Wasser und Sauerstoff leicht in Ferrihydroxyd über: 2 Fe(OH)_{2} + 2 H_{2}O + O = 2 Fe(OH)_{3}.

[248] Sauerstoff, der sich aus Braunstein durch Einwirkung der Schwefelsäure nach folgender Gleichung entwickelt:

MnO_{2} + H_{2}SO_{4} = MnSO_{4} + H_{2}O + O.

[249] Siehe S. 140 dieses Bandes.

[250] *Ostwalds* Klassiker Nr. 58. S. 27.

[251] *Ostwalds* Klassiker Nr. 58. S. 92.

[252] *Ostwalds* Klassiker Nr. 58. S. 43 u. f.

[253] Experimentum curiosum de effectu radiorum solarium (Act. Acad. Nat. Cur. I. 1727).

[254] Siehe S. 142 dieses Bandes.

[255] Attractio electiva duplex lautet sein Ausdruck.

[256] z. B. von *Glauber* (siehe Bd. II, S. 187).

[257] Dissertatio metallurgica de minerarum docimasia humida, 1780.

[258] De analysi aquarum. 1778.

[259] *Gmelin*, Geschichte der Chemie III. 1001.

[260] Auch hierüber berichtet *Gmelin* a. a. O.

[261] Siehe Bd. II, S. 183.

[262] *Ostwalds* Klassiker Nr. 58, S. 5.

[263] *Lavoisier*, Sur la nature de l'eau. Mémoir. de Paris, 1770.

[264] Sie wurde neuerdings deutsch und mit Anmerkungen versehen als 172. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben (Leipzig, W. Engelmann 1909).

[265] *Ostwalds* Klassiker Nr. 172. S. 28.

[266] Das Medizinalpfund betrug 12 Unzen; jede Unze war gleich 480 Gran (1 Gran etwa = 0,06 g).

[267] Sur l'existence de l'air dans l'acide nitreux. Mém. de Paris, 1776.

[268] Hg(NO_{3})_{2} = HgO + 2 NO_{2} + O.

[269] *Cavendish*, welcher die entstandene Salpetersäure durch Kalilauge absorbieren ließ, bemerkte, daß ein nicht absorbierbarer Rest zurückbleibt, eine Tatsache, die erst 1894 durch die Entdeckung des Argons ihre Erklärung fand.

[270] *G. W. A. Kahlbaum* und *A. Hoffmann*: Die Einführung der *Lavoisier*schen Theorie im besonderen in Deutschland (Monographien aus der Geschichte der Chemie. I. Heft. Leipzig 1897). Danach ist die Annahme, daß Deutschland sich länger als die übrigen Länder gegen die Annahme der Lehren *Lavoisiers* verschlossen habe, nicht gerechtfertigt.

[271] Einen klaren Ausdruck dieses Prinzips von der Unzerstörbarkeit des Stoffes finden wir schon bei *Galilei* in seinem Dialog über die beiden Weltsysteme. (Ausg. v. *Strauß*, S. 47). Siehe auch Bd. II dieses Werkes, S. 25.

[272] Mémoires de la Société d'Arcueil.

[273] *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher, 1908, S. 265.

[274] *Berthollet*, Untersuchungen über die Gesetze der Verwandtschaft (1801). Als 74. Band von *Ostwalds* Klassikern erschienen bei W. Engelmann in Leipzig.

[275] Siehe S. 150 dieses Bandes.

[276] Siehe S. 150 dieses Bandes.

[277] *Ostwalds* Klassiker Nr. 74, S. 51.

[278] Näheres über die Phlogistontheorie. Siehe S. 142 dieses Bandes.

[279] Gemeinsam mit *Thenard*. Mémoires de la Société d'Arcueil. Paris 1809, S. 295 u. f.

[280] Aus der Geschichte des Chlors sei noch erwähnt, daß *Fourcroy* die ersten Verbrennungen in Chlor anstellte. (Annales de Chimie. Bd. IV. 1788. S. 249.) *Fourcroy* fand, daß ein Licht in Chlor weiter brennt und daß Phosphor in Chlor lebhafter brennt als in der Luft.

Diese Versuche wurden von *Westrumb* auf fast alle Metalle und einige Metallsulfide ausgedehnt (Ann. de chimie. Bd. VI. S. 240). *Westrumb* entdeckte, daß die Metalle und die Metallsulfide in feiner Verteilung sich im Chlor sofort entzünden. Er wies dies z. B. an Antimon, Arsen, Wismut, Zinn, Blei, Antimonsulfid und Arsensulfid nach.

[281] *Joseph Louis Proust* wurde 1755 in Angers geboren, wo er (1826) starb. Er war Apotheker in Paris; später bekleidete er eine Professur für Chemie, auch war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Paris.

[282] Siehe den vorigen Abschnitt, S. 170 u. f.

[283] *Karl Friedrich Wenzel* wurde 1740 in Dresden geboren. Er war wie *Richter* zunächst im Hüttenwesen und später in einer Porzellanfabrik (Meißen) tätig. *Wenzel* starb im Jahre 1793 in Freiberg.

[284] Siehe S. 170 dieses Bandes.

[285] Er starb 1807.

[286] De usu matheseos in chymia. 1789.

[287] Der Ausdruck Stöchiometrie (στοιχεῖον heißt Grundstoff) rührt von *Richter* her.

[288] Zu Eaglesfield in Cumberland am 5. September 1766.

[289] Siehe S. 176 dieses Bandes.

[290] Das Äthylen oder ölbildende Gas (so genannt, weil es sich mit Chlor zu einer ölartigen Flüssigkeit C_{2}H_{4}Cl_{2} vereinigt) wurde 1795 von holländischen Chemikern entdeckt.

[291] Die Ausdrücke binär, ternär, quaternär werden in der heutigen Chemie für Verbindungen aus je zwei, je drei oder je vier Elementen gebraucht, ohne Rücksicht auf die Anzahl der Atome, die eine solche Verbindung zusammensetzen.

[292] Na_{2}O und K_{2}O nach heutiger Bezeichnungsweise.

[293] *Wollaston*, Über übersaure und untersaure Salze. Philos. Transact. 1808.

Diese Abhandlung wurde im 3. Bande von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben.

[294] Zum Verständnis dieser Salzbildung sei hinzugefügt, daß die Oxal- oder Kleesäure die stärkste organische Säure ist. Sie bildet z. B. mit Kalium ein neutrales Salz, in welchem K_{2}O mit C_{2}O_{3} (d. i. Oxalsäure nach Abzug des Konstitutionswassers) verbunden ist. Seine Formel lautet

COOK | COOK

Die Zusammensetzung des saures Salzes wird durch die Formel

COOK | COOH

ausgedrückt.

Auf ein Äquivalent Kali (K_{2}O) kommen in diesem Falle 2 Äquivalente C_{2}O_{3} (2 KHC_{2}O_{4} = H_{2}O. K_{2}O. 2 C_{2}O_{3}). Ähnlich drückt die Formel für das übersaure Salz

COOK COOH | COOH COOH

aus, daß auf K_{2}O vier Äquivalente C_{2}O_{3} kommen.

( COOK COOH ) (2 | . = 3 H_{2}O . K_{2}O . 4 C_{2}O_{3}). ( COOH COOH )

Die drei Salze sind auch durch ihr kristallographisches Verhalten gut charakterisiert.

[295] Am besten wird man sich über den Lebensgang von *Berzelius* durch seine selbstbiographischen Aufzeichnungen unterrichten lassen. Sie wurden im Auftrage der Schwedischen Akademie der Wissenschaften von *H. G. Söderbaum* herausgegeben. Eine deutsche Bearbeitung verdankt man *G. W. A. Kahlbaum* (Monographien aus der Geschichte der Chemie, Heft 7). Seine wissenschaftlichen Arbeiten hat *Berzelius* in der Selbstbiographie allerdings nur gelegentlich erwähnt. Etwas eingehender kommt er auf die Untersuchungen über die bestimmten Proportionen zu sprechen. Dies geschieht unter besonderer Anerkennung der Verdienste *Richters* (siehe S. 176 u. f. dieses Bandes).

[296] Einen wichtigen Einblick in die Geschichte der neueren Chemie gewährt auch der Briefwechsel von *F. Wöhler* und *J. Berzelius*. Herausgegeben von O. Wallach, Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann, 1901. 2 Bände. Dieser Briefwechsel umfaßt den für die Entwicklung der Chemie hochwichtigen Zeitraum von 1824 bis 1848. Die Briefe enthalten zwar viel Persönliches, sie bieten aber auch zahlreiche Aufschlüsse über die Vorgeschichte wichtiger Entdeckungen, sowie über die Gedankengänge und die Arbeitsweise der beiden großen Forscher. Näheres darüber siehe im 4. Bande dieses Werkes bei *Wöhler*.

[297] Dieser für die genauere Kenntnis der Entwicklung, welche die neuere Chemie genommen, sehr wertvolle »Briefwechsel« wurde im Auftrage der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen von *O. Wallach* in zwei umfangreichen Bänden herausgegeben.

[298] *Berzelius*, Lehrbuch der Chemie, Bd. III, 1161. 5. Aufl.

[299] Die heute geltenden Zahlen sind in Klammern beigefügt.

[300] Es bildet sich salpetersaures Blei, dessen Zusammensetzung durch die Formel Pb(NO_{3})_{2} wiedergegeben wird.

[301] Das salpetersaure Blei zerfällt beim Erhitzen in Bleioxyd, Sauerstoff und Stickstofftetroxyd: Pb(NO_{3})_{2} = PbO + N_{2}O_{4} + O.

[302] Das braune Oxyd oder Bleisuperoxyd ist nach der Formel PbO_{2} zusammengesetzt; es bildet sich durch Behandeln von Mennige mit Salpetersäure: Pb_{3}O_{4} + 4 HNO_{3} = 2 Pb(NO_{3})_{2} + PbO_{2} + 2 H_{2}O. Die Mennige läßt sich als eine Verbindung von Bleioxyd und Bleisuperoxyd auffassen: Pb_{3}O_{4} = 2 PbO . Pb_O{2}.

[303] Daher lauten die entsprechenden Formeln für das gelbe und das braune Oxyd PbO und PbO_{2}. Mennige besitzt eine etwas schwankende Zusammensetzung. Die Formel Pb_{3}O_{4}, die man der Mennige beilegt, würde auf 100 Teile Blei nur 10,3 Teile Sauerstoff ergeben.

[304] Siehe S. 176 u. f. dieses Bandes.

[305] So verhalten sich in den salpetersauren Salzen diese Mengen wie 1 : 5. Die ältere Schreibweise ihrer Formeln macht dies Verhältnis sofort ersichtlich: K_{2}O . N_{2}O_{5}; Na_{2}O . N_{2}O_{5}; CuO . N_{2}O_{5}; CaO . N_{2}O_{5}.

[306] Siehe Abschnitt 2 dieses Bandes.

[307] *Johann Georg Sulzer* (1720-1779), Professor der Mathematik am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin.

[308] *Sulzer*, Theorie der angenehmen und unangenehmen Geschmacksempfindungen. Berlin 1762. (Zuerst in den Mém. de Berlin 1751/52.)

[309] *Ostwalds* Klassiker Nr. 52, S. 4.

[310] In einem von *Alibert*, dem Biographen *Galvanis* (*Alibert*, Éloge de *Galvani*, Paris, 1806) mitgeteilten Sonett lautet die zweite Strophe in der von *Emil du Bois Reymond* herrührenden Übersetzung:

War sie es nicht, die neue Lebenstriebe In hautentblößter Frösche Gliedern fand, Wenn hier der Nerven wunderbar Getriebe, Dort funkensprüh'nden Leiter traf die Hand?

[311] *Galvanis* Schrift führt den Titel: De viribus electricitatis in motu musculari commentatio. 1791. Sie erschien neuerdings unter dem Titel: Abhandlung über die Kräfte der Elektrizität bei der Muskelbewegung, herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*, als 52. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1894.

[312] *E. du Bois-Reymond*, Untersuchungen über tierische Elektrizität. Berlin 1848. Bd. I. S. 50.

[313] *Volta*, Del modo di rendere sensibilissima la più debole elettricità sia artificiale, sia naturale. 1784.

*Voltas* sämtliche Werke erschienen unter dem Titel: Collezioni dell' Opere del Cavalieri Conte Allessandro Volta, Patrizio Comasco. Firenze 1816, in drei Bänden und fünf Teilen herausgegeben von V. Antinori.

[314] Siehe S. 189 dieses Bandes.

[315] *Alessandro Volta*, Briefe über tierische Elektrizität. 1792-1795. Als 114. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften in deutscher Übersetzung herausgegeben von A. J. von Öttingen. S. 101.

[316] *Ostwalds* Klassiker Nr. 114, S. 99.

[317] *Ostwalds* Klassiker Nr. 114, S. 104.

[318] *Ostwalds* Klassiker Nr. 114, S. 107.

[319] Abhandlungen der schwed. Akademie der Wissenschaften. 29, 1777.

[320] Siehe S. 10 dieses Bandes.

[321] Phil. Transact. 1782, S. 242.

[322] In *Voltas* dritten Brief an *Gren* vom Jahre 1797.

[323] *Ostwalds* Klassiker Nr. 118, S. 54 u. f.

[324] *Volta*, Gilberts Annalen, Bd. X, S. 443.

[325] *Ostwalds* Klassiker Nr. 118, S. 4.

[326] In einem an *Banks*, den Präsidenten der Royal Society, gerichteten Brief vom 20. März jenes Jahres. Dieser Brief wurde in den Philosophical Transactions, 1800, S. 403 veröffentlicht.

[327] Brief an *Banks*, Philosophical Transactions, 1800, S. 403.

Der berühmte Brief an *Banks* wurde mit einigen anderen bis zum Jahre 1796 zurückreichenden Schriften *Voltas* als 118. Band von *Ostwalds* Klassikern in deutscher Übersetzung durch *A. J. v. Oettingen* herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann. 1900.

[328] Bericht an die mathematisch-physikalische Klasse des französischen Nationalinstituts über *Voltas* galvanische Versuche. Siehe *Gilberts* Annalen X, 1802, S. 389 ff. Ein Auszug des von *Volta* in Paris gehaltenen Vortrags in deutscher Übersetzung findet sich gleichfalls in *Gilberts* Annalen. Bd. X, S. 421.

[329] *Gilberts* Annalen VIII, S. 390.

[330] *Gilberts* Annalen XI, S. 132.

[331] *Gilberts* Annalen IX, S. 385.

[332] *Gilberts* Annalen XIX, S. 45.

[333] *Johann Wilhelm Ritter* (1776-1810) lebte als Privatgelehrter in Gotha und Weimar. Im Jahre 1804 wurde *Ritter* an die bayerische Akademie nach München berufen. *Ritter* war einer der ersten Forscher auf dem Gebiete der galvanischen Elektrizität.

[334] *Gilberts* Annalen XIX, 1805, S. 22.

[335] *Gilberts* Annalen XXIII. S. 25.

[336] *Rieß*, Die Lehre von der Reibungselektrizität. Bd. I, S. 18. Berlin 1853.

[337] *Zamboni*, Della pila elettrica a secco. Verona 1812. Siehe auch *Schweiggers* Journal für Chemie und Physik. X. S. 129.

[338] *Paul Erman* (1764-1851) war Professor der Physik in Berlin und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten aus dem Gebiet der Elektrizitätslehre.

[339] *Voigts* Magazin f. d. Neueste. Bd. 4. 1802. S. 832.

[340] *Gilberts* Annalen, XIX, S. 490.

[341] *Fischer*, Gesch. VIII, 649.

[342] *Fischer*, VIII, 654.

[343] *Anthony Carlisle* (1768-1840), Professor der Anatomie in London.

[344] *William Nicholson* (1753-1815), als Ingenieur und Schriftsteller in London tätig, auch bekannt als Erfinder des Gewichtsaräometers.

[345] *Gilberts* Annalen, 1800, VI, 340.

[346] *Hoppe*, Gesch. d. Elektr. S. 137.

[347] *Johann Wilhelm Ritter* (1776-1810) war Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften.

[348] *Gilbert*, Annalen der Physik, VI, 1800, S. 470.

[349] Die wissenschaftlichen Abhandlungen *Davys* wurden von seinem Bruder gesammelt und in 10 Bänden herausgegeben: The collected works of Sir Humphry Davy edited by his brother John Davy. London 1839-1841.

[350] Die Pneumatic Institution des Dr. *Beddoes*.

[351] Siehe *E. Cohen*, Das Lachgas. Eine chemisch-kulturhistorische Skizze. Leipzig, W. Engelmann. 1907.

[352] Die Abhandlung wurde 1893 unter dem Titel »Über einige chemische Wirkungen der Elektrizität« im 45. Bande von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann.

[353] *Ostwalds* Klassiker Nr. 45. S. 12.

[354] Ann. de Chimie 58, 54. 1806.

[355] *Davy*, On some new Phenomena of chemical changes produced by electricity, particularly the decomposition of the fixed alkalies. Die Abhandlung wurde 1893 unter dem Titel »Elektrochemische Untersuchungen von *Humphry Davy*« als 45. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann.

[356] Aus diesem Grunde fand das Natrium Verwendung, um absoluten Alkohol zu bereiten, d. h. dem Alkohol die letzten Spuren Wasser zu entziehen.