Part 35
[27] Den ersten Blitzableiter errichtete *Franklin* im Jahre 1752. In England begann man (*Watson*) 1762, in Deutschland 1769 Blitzableiter zu errichten. In Deutschland war es ein Arzt (*Reimarus*), der in Hamburg für die praktische Verwendung der neuen Erfindung eintrat. Durch *Reimarus* wurde der Physiker *Lichtenberg* veranlaßt, in Göttingen Blitzableiter anzulegen. *Lichtenberg* versah gemeinsam mit *Kästner* die Universitätsbibliothek mit einem Blitzableiter. (Siehe die Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturw. Bd. IV. Nr. 1. S. 104.)
[28] Er entriß dem Himmel den Blitz und das Zepter den Tyrannen.
[29] *Beccaria*, Lettere dell' elettricismo, pg. 282. Siehe *J. C. Fischer*, Geschichte der Physik (1801-1808). Bd. V. 753.
[30] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.
[31] *Fischer*, Geschichte der Physik, VIII. S. 541.
[32] Siehe *Priestleys* Geschichte der Elektrizität, S. 261 u. f. und *Fischers* Geschichte der Physik, Bd. V. S. 837.
[33] Dissertatio inauguralis de electricitatibus contrariis. Rostock 1757.
[34] *Th. Young*, Lectures on natural philosophy. London 1807. Bd. II.
[35] War doch die Ähnlichkeit der Schläge, welche die Leydener Flasche und jener Fisch erteilen, eine zu auffallende.
[36] Im Jahre 1671.
[37] *Fischer*, Geschichte der Physik. Bd. V. S. 867.
[38] Eine Bestätigung fanden diese Untersuchungen durch den Anatomen *John Hunter*, welcher das eigentümliche Organ der elektrischen Fische in den Phil. Transactions v. 1773 genauer beschrieb.
Der genauere Titel der Abhandlung von *Walsh* lautet: On the electric Property of the Torpedo. In a letter from *John Walsh* to *Benjamin Franklin* (Juli 12. 1772). *Walsh* berichtet darin über Untersuchungen, die er in La Rochelle an dort gefangenen Zitterrochen anstellte. Diese Untersuchungen ergaben, daß »die Wirkung des Torpedos eine durchaus elektrische« sei. Die Schläge wurden durch eine Kette von Personen, sowie durch einen Draht geleitet.
[39] Der Turmalin wurde daher auch als Aschenzieher bezeichnet.
[40] *Franz Ulrich Theodor Aepinus*, der Entdecker der Influenz und der Thermoelektrizität, wurde im Jahre 1724 in Rostock geboren. Er studierte dort, wurde später Professor der Astronomie an der Akademie zu Berlin, folgte aber von dort einem Rufe nach Petersburg, wo er Physik lehrte und die Aufsicht über die russischen Normalschulen ausübte. Er starb 1802 in Dorpat.
[41] *Aepinus*, Akademische Rede von der Ähnlichkeit der elektrischen und magnetischen Kraft. Leipzig 1760. Siehe auch *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher. Leipzig 1908. Abschnitt 37.
[42] Diese durch Erwärmung erregte Elektrizität, die an gewissen Kristallen auftritt, hat man als Pyroelektrizität bezeichnet. Bei der Abkühlung kehren sich die beiden Pole um; ist dagegen die Temperatur bleibend geworden, so ist der Kristall wieder unelektrisch. Später hat man diese Erscheinung auch an anderen Mineralien wahrgenommen, so am Kalkspat, Gips, Feldspat, Flußspat, Diamant usw.
[43] Erst *Faraday* gelang es, eine so weitgehende Verknüpfung der elektrischen und der magnetischen Erscheinungen nachzuweisen, dass beide als Äußerungen ein- und derselben Naturkraft gelten. Elektrizität, Magnetismus, strahlende Wärme und Licht wurden auf Grund von *Maxwells* elektromagnetischer Theorie des Lichtes, sowie der Versuche von *Hertz* auf Zustände des Äthers zurückgeführt. Ausführlicheres darüber enthalten spätere Abschnitte dieses Werkes.
[44] Nebenbei sei erwähnt, daß *Coulomb* durch mechanische Untersuchungen bewies, daß die Kraft des Menschen völlig unzulänglich sei, um ihn mittelst Flügel in die Lüfte zu erheben.
[45] Vier Abhandlungen über die Elektrizität und den Magnetismus von *Coulomb*, übersetzt und herausgegeben von *Walter König*. (*Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 13. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1890). Fig. 1-5.
[46] Mémoires de l'Académie royale, 1784. pg. 229 u. f.
[47] *Ostwalds* Klassiker Nr. 13, S. 7.
[48] Siehe *Ostwalds* Klassiker Nr. 115.
[49] Mém. de l'Académie royale 1788. pg. 620 u. f.
[50] Diese Fundamentalversuche über die Verteilung der Elektrizität hat *Cavendish*, wie aus seinen neuerdings veröffentlichten Untersuchungen über die Elektrizität hervorgeht, schon vor *Coulomb* angestellt.
[51] Siehe *G. Green*, Ein Versuch, die mathematische Analysis auf die Theorien der Elektrizität und des Magnetismus anzuwenden. *Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 64. Herausgegeben von *von Oettingen* und *Wangerin*. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1895.
[52] Acta eruditorum. 1690. *Denis Papin* wurde 1647 in Blois geboren und starb 1712 in London. Er hielt sich viele Jahre in Hessen (Marburg und Kassel) auf und stand mit *Huygens* und *Leibniz* in regem wissenschaftlichen Verkehr.
[53] *Ernst Jäger*, *Denis Papin* und seine Nachfolger in der Erfindung der Dampfmaschine. Stuttgart 1902. Siehe auch das Werk von *C. Matschoß*, Geschichte der Dampfmaschine, mit 118 Abbildungen, Berlin, Springer, sowie auch *Ernouf*, *Denis Papin*, sa vie et son œuvre. 4. Aufl., Paris, Hachette 1888.
[54] Eine ausführliche Geschichte der Dampfmaschine hat *C. Matschoß* im Anschluß an sein auf S. 54 zitiertes Werk im Auftrage des Vereins deutscher Ingenieure geschrieben. Sie erschien 1908 bei J. Springer in Berlin, umfaßt 2 Bände und führt den Titel: *C. Matschoß*, Die Entwicklung der Dampfmaschine. Eine Geschichte der ortsfesten Dampfmaschine und der Lokomobile, der Schiffsmaschine und Lokomotive.
[55] Geboren am 19. Januar 1736 in Greenock. Näheres über das Leben und die Bedeutung von *James Watt* enthält das Werk von *A. Ernst*: *James Watt* und die Grundlagen des modernen Dampfmaschinenbaus. Mit einem Bildnis von *James Watt* und 27 Textfiguren. Berlin, J. Springer, 1897.
[56] Das Patent datiert vom 5. Januar 1769.
[57] Im Jahre 1807.
[58] Engineering 1894, I, S. 644.
[59] *Berndt*, Die Entwicklung der Lokomotive. Darmstadt 1896.
[60] Siehe Bd. II, S. 73.
[61] *Renaldini*.
[62] *Halley*, An account of several experiments, made to examine the nature of the expansion and contraction of fluids, by heat and cold, in order to ascertain the divisions of the thermometer (Philos. Transact. 1693).
[63] *Fischer*, Gesch. d. Phys. III. 221.
[64] Und zwar hat *Borelli*, den wir als Mitbegründer der neueren Physiologie kennen lernten, darauf hingewiesen.
[65] *E. Mach*, Die Prinzipien der Wärmelehre. 1896.
[66] *Daniel Gabriel Fahrenheit*, Versuche über den Siedepunkt einiger Flüssigkeiten. 1724. Im 57. Bande von *Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften, neu herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1894.
[67] *Ostwalds* Klassiker. Bd. 57. S. 17.
[68] Siehe *Fahrenheits* Abhandlungen über Thermometrie (*Ostwalds* Klassiker, Nr. 57).
[69] *Fahrenheit*, Experimente und Beobachtungen über das Gefrieren des Wassers im Vakuum. *Ostwalds* Klassiker, Bd. 57, S. 6 u. f.
[70] *Réaumur*, Regeln zur Konstruktion von Thermometern mit vergleichbaren Skalen, 1730, 1731, im 57. Bande von *Ostwalds* Klassiker, herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. Leipzig, W. Engelmann, 1894. *Réaumur* (1683-1757) hat zahlreiche Abhandlungen aus den Gebieten der Physik, der Zoologie und der Botanik veröffentlicht.
[71] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 57, S. 49.
[72] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 57, S. 100 u. f. bringt eine Übersetzung der betreffenden Abhandlung *Réaumurs* vom Jahre 1733. Ihr Titel lautet: Über das Volumen der Flüssigkeitsgemische.
[73] Abhandlungen der schwedischen Akademie. Bd. IV. 1742.
[74] *R. Börnstein*, Zur Geschichte der hundertteiligen Thermometerskala. Physikal. Zeitschrift, Bd. 8, Nr. 23.
Siehe auch die Notiz von *Rompel* im 53. Bande (1907) von Natur und Offenbarung. S. 749. Danach ist sichergestellt, daß *Linné* in Upsala im Jahre 1745 ein Thermometer benutzte, das den Gefrierpunkt mit 0° und den Siedepunkt mit 100° bezeichnet, besaß.
[75] *Celsius* selbst hat den Siedepunkt mit 0 und den Gefrierpunkt mit 100 bezeichnet. Anders *Celsius* (1701-1744) war Professor der Astronomie in Upsala. Seine Abhandlung über das Thermometer erschien 1742. Sie wurde im 57. Bande von *Ostwalds* Klassikern von neuem veröffentlicht. Leipzig, W. Engelmann. 1894.
[76] Mémoires de l'Académie. Paris, 1703. S. 50 u. f. Siehe auch die Studie *Gerlands* in den Beiträgen aus der Geschichte der Chemie, herausgegeben von *P. Diergart*, 1909. S. 350-360: *Ernst Gerland*, Die Entdeckung der Gasgesetze und des absoluten Nullpunktes der Temperatur durch *Boyle* und *Amontons*.
[77] Nach *Lambert* ist der absolute Nullpunkt dadurch definiert, daß bei diesem Punkt die Luft, da sie sich mit der Temperaturabnahme gleichmäßig zusammenzieht, fast keinen Raum mehr einnimmt. Nach den Angaben *Lamberts* tritt dieser Zustand bei der Abkühlung auf -270,3° Celsius ein. Die Abweichung von dem heute geltenden Wert (-273°) ist also nur gering. Aus des Daten *Amontons*' ergibt sich für den absoluten Nullpunkt der Wert von -293,5° Celsius.
[78] Siehe das in *Gerland* und *Traumüller*, Gesch. d. phys. Experimentierkunst in Fig. 312 abgebildete und dort beschriebene Instrument.
[79] Philos. Transact. Vol. LXXII.
[80] Siehe Band I. S. 302.
[81] Philos. Transact. 1683/84. Nr. 156. S. 304.
[82] *De Saussure*, Versuch über die Hygrometrie, herausgegeben von *A. J. v. Öttingen*. Bd. 115 und 119 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1900.
[83] *Joseph Black* war schottischer Abkunft. Er wirkte als Professor der Chemie in Glasgow und später in Edinburg, wo er am 26. November 1799 starb (Geburtsjahr 1728). *Blacks* chemische Arbeiten haben mehrere für die Begründung der neueren Chemie sehr wichtige Tatsachen zu Tage gefördert. (Siehe darüber an anderer Stelle.)
[84] *Johann Karl Wilke* (*Wilcke*) wurde 1732 in Wismar (damals schwedisch) geboren und starb im Jahre 1796 in Stockholm, wo er die Stelle eines Mitgliedes und Sekretärs der Akademie der Wissenschaften bekleidete. Von ihm rührt die erste Inklinationskarte her (Försök till en magnetisk inclinationskarta. Stockholm 1768). Über *Wilkes* Verdienste um den Ausbau der Elektrizitätslehre wurde schon an anderer Stelle berichtet. (Siehe S. 22.)
[85] Meditationes de caloris et frigoris causa (Abhandlungen der Petersburger Akademie von 1747 und 1748).
[86] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 178. S. 19 u. f.
[87] *Deluc* (1754).
[88] Sind die Mengen m und m^1 und die Temperaturen t und t^1, so ist die Temperatur der Mischung, wenn nur ein Ausgleich stattfindet, T = (mt + m^1t^1)/(m + m^1).
[89] *Mach*, Prinzipien der Wärmelehre. 1896. S. 162.
[90] Siehe S. 41.
[91] Durch *W. Cullen* (1710-1790) Professor der Chemie in Glasgow. *Cullen* veröffentlichte seine grundlegenden Versuche über die Verdunstungskälte (1755) in den Berichten der Edinburger Gesellschaft (Bd. II) unter dem Titel: On the cold produced by evaporating fluids and of some other means of producing cold. Siehe auch *E. Mach*, Die Prinzipien der Wärmelehre, historisch-kritisch dargestellt, 1896. S. 177.
[92] *J. C. Fischer*, Geschichte der Physik (1801-1808) V, 4.
[93] *Mariotte*, Essai du chaud et du froid, 1679.
[94] *M. A. Pictet* (1752-1825) war Professor und Präsident der Akademie der Wissenschaften in Genf.
[95] *Pictet*, Essai sur le feu. Génève 1790. S. 83.
[96] Hierauf wurde von *Black* hingewiesen. Siehe auch *E. Mach*, »Einfache Versuche über strahlende Wärme« (Zeitschr. für den phys. und chem. Unterricht VII, 3).
[97] Die Abhandlungen von *Lavoisier* und *Laplace* über die Wärme wurden in den Mémoires de l'Académie veröffentlicht und im 2. Bande der gesammelten Werke *Lavoisiers* wieder abgedruckt. Die wichtigsten Ergebnisse sind im 40. Bande der *Ostwald*schen Sammlung enthalten. Zwei Abhandlungen über die Wärme von *A. L. Lavoisier* und *P. S. de Laplace* herausgegeben von *J. Rosenthal*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1892.
[98] Zur Erläuterung diene folgendes Beispiel: Um 1 kg Eis von 0° in 1 kg Wasser von 0° zu verwandeln, sind 80 Wärmeeinheiten erforderlich. Die Substanz, deren spezifische Wärme bestimmt werden soll, wiege 2 kg und sei auf 10° erhitzt, die Menge des Schmelzwassers betrage 1/10 kg. Daraus folgt, daß die 2 kg, als sie von 10° auf 0° abgekühlt wurden, um sie von 0° auf 10° zu erhitzen. Um demnach 1 kg von 0° auf 10° zu erwärmen, würden 4 Wärmeeinheiten, ((1/10)·80)/2, um es von 0° auf 1° zu erwärmen, würden dagegen nur 0,4 Wärmeeinheiten, ((1/10)·80)/(2·10), erforderlich sein.
[99] Diese Untersuchung wurde später von verschiedenen Physikern wieder aufgenommen (Ann. de chimie et de physique, Bd. 85, S. 72, 1813), indessen erst durch *Regnault* (1840) unter Beobachtung aller in Betracht kommenden Umstände zu einem gewissen Abschluß gebracht.
[100] Sir *Charles Blagden* (1748-1820) war Arzt in der englischen Armee und Mitglied der Royal Society. Seine Abhandlungen wurden neuerdings in deutscher Übersetzung von *A. J. v. Oettingen* herausgegeben (*Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 56). Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1894.
[101] Die letzte Beobachtung hatte schon *Fahrenheit* gemacht. S. S. 41.
[102] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 56. S. 19 u. f.
[103] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 56. S. 49.
[104] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 56. S. 32.
[105] Systema naturae. 1. Ausgabe von 1735 sehr selten und nur 14 Seiten umfassend. 12. Ausgabe von *Müller*. 8 Bde. 13. Ausgabe von *Gmelin*. 10 Bände. Leipzig 1788-1793. Die 13. Ausgabe ist das letzte Werk, das alle zur Zeit seiner Herausgabe bekannten Tier- und Pflanzenarten beschreibt. Ein Neudruck der 10. Ausgabe wurde von der Deutschen zoologischen Gesellschaft veranstaltet (W. Engelmann, Leipzig 1894).
[106] Fundamenta botanica 1736. Critica botanica 1737.
[107] Philosophia botanica.
[108] Eine ausführliche Biographie *Linnés* veröffentlichte *Th. M. Fries* (Stockholm 1903). Auf dieses Werk gründet sich eine kürzere Darstellung, die *R. E. Fries* zur Erinnerung an die 200. Wiederkehr des Geburtstages *Linnés* herausgab. Sie erschien in *Englers* botanischen Jahrbüchern (1907 Heft 1, S. 1-54) und wurde auch gesondert herausgegeben. (Im Verlage von W. Engelmann in Leipzig.)
Am ausführlichsten wurde *Carl von Linnés* Bedeutung als Naturforscher und Arzt in einem Sammelwerk der Schwedischen Akademie der Wissenschaften geschildert. Auch für diese Veröffentlichung (Jena, Gustav Fischer) bot die 200. Wiederkehr des Geburtstages *Linnés* die Veranlassung. Der Band enthält sechs von verschiedenen Bearbeitern herrührende Abschnitte, in denen *Linné* als Arzt, als Entomologe, als Geologe, als Mineraloge, als botanischer Forscher und *Linnés* Verdienste um die Zoologie der Wirbeltiere geschildert werden.
[109] Siehe Bd. II, S. 348-352.
[110] Verdeutscht lauten die Namen der ersten 10 Klassen Ein-, Zwei-, Drei- usw. Zehnmännige, der 11. Klasse Zwölfmännige, der 12. Klasse Zwanzigmännige, der 13. Vielmännige.
Manche Klassen des *Linné*schen Systems, das sich wegen seiner Brauchbarkeit zum Bestimmen der Pflanzen neben dem in der Wissenschaft allein geltenden natürlichen System erhalten hat, fallen mit den Familien des letzteren ganz oder teilweise zusammen. So die 12. Klasse mit den Mandel-, Apfelbaum- und Rosengewächsen und die 13. Klasse mit den Mohn- und Hahnenfußgewächsen.
[111] Die 14. Klasse (Zweimächtige) umfaßt die Mehrzahl der Lippenblüter, die 15. Klasse (Viermächtige) fällt mit der Familie der Kreuzblüter zusammen.
[112] 16., 17., 18. Klasse = Ein-, Zwei-, Vielbrüdrige. Für die 16. Klasse bieten die Malven, für die 18. das Johanniskraut ein Beispiel.
[113] Zusammengewachsene, so genannt, weil die Staubbeutel der unter diesem Namen vereinigten Pflanzen zu einer Röhre verwachsen sind. Die 19. Klasse fällt mit der Familie der Korbblüter oder Kompositen zusammen.
[114] Weibermännige; hierzu gehören die Orchideen.
[115] 21. und 22. Klasse = Einhäusige und Zweihäusige; für die ersteren bieten die Kiefern, für die zweiten die Weiden bekannte Beispiele.
[116] Vielehige; hierher gehören die Ahornarten.
[117] Blütenlose. *Linné* teilte sie in Algen, Schwämme, Moose und Farnkräuter ein. Für die weitere Einteilung der Klassen 1-23 in Unterabteilungen, die *Linné* Ordnungen nannte, waren vor allem die Zahl der Griffel, die Beschaffenheit der Früchte und die Anordnung der Blüten maßgebend.
[118] Ein Petersburger Botaniker, den *Linné* selbst in einem zuerst in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften (1907, S. 25) gedruckten lateinischen Brief abfertigte, schrieb folgendes. Gott würde niemals innerhalb des Pflanzenreiches eine so abscheuliche Unzucht zulassen, daß mehrere Männer (Staubgefäße) eine gemeinsame Frau (Frucht, Knoten) besäßen. Ein solch unkeusches System dürfte der studierenden Jugend nicht mitgeteilt werden.
Diese Auffassung, der sich andere Botaniker anschlossen, ist gewiß für manche Sittlichkeitswächter bezeichnend. »Ich hatte gehofft, dem Reinen sei alles rein«, schrieb *Linné* in dem erwähnten Briefe, »ich werde mich nicht verteidigen, denn die Jahrhunderte werden urteilen.«
[119] Veröffentlicht 1753.
[120] So *Fontenelle*: Histoire de l'Académie 1711, S. 43. Eine Ausnahme machte der deutsche Philosoph und Physiker *Christian Wolf*, der sich mit einer anatomischen und physikalischen Untersuchung des Pflanzeninneren, sowie mit Fragen der Ernährungsphysiologie beschäftigte. *Wolfs* Ergebnisse blieben aber weit hinter denen von *Stephan Hales* zurück.
[121] Philosophia botanica, 1751. S. 27.
[122] Classes plantarum, p. 487.
[123] *Linnés* Oratio de telluris habitabilis incremento.
[124] *Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. I. S. 120.
[125] Siehe Bd. II. S. 178.
[126] Siehe den Abschnitt: Sur le sujet des plantes in Oeuvres de Mariotte.
[127] Siehe an anderer Stelle dieses Bandes.
[128] *Wolf*, Vernünftige Gedanken von den Wirkungen der Natur. Halle 1723.
[129] *Hales*, Statik der Gewächse. Halle 1748. Die englische Ausgabe war 1727 in London erschienen.
[130] 1 Pfund = 16 Unzen.
[131] *Hales*, Statik der Gewächse. S. 6. I. Hauptstück, 1. Erfahrung.
[132] *Hales*, Statik. S. 49. II. Hauptstück, 21. Erfahrung.
[133] *Hales*, Statik, I. Hauptstück, 5. Erfahrung.
[134] Das Bluten der Rebe wurde in neuerer Zeit von *Ernst Brücke* in meisterhafter Weise wieder untersucht. Siehe *Brückes* Abhandlung in *Ostwalds* »Klassiker der exakten Wissenschaften« Nr. 95. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.
[135] *Hales*, Statik, S. 102 u. 103. VI. Hauptstück, 55. u. 57. Erfahrung.
[136] *Hales*, Statik der Gewächse. VI. Hauptstück, 113. Erfahrung.
[137] *Hales* berichtet darüber 1741 in der Royal Society.
[138] Siehe Bd. II, S. 175.
[139] New improvements in gardening. 1717. I. S. 20.
[140] Die Beobachtung machte *Müller* im Jahre 1751.
[141] Erschienen in den Abhandlungen der Berliner Akademie vom Jahre 1751.
[142] Siehe Bd. I. S. 112 und Bd. II. S. 348-352.
[143] Siehe Bd. II. S. 338.
[144] Durch *Dillenius*, der darüber ein epochemachendes Werk mit 85 Kupfertafeln veröffentlichte: Historia muscorum 1741.
*Dillenius* wurde 1687 in Darmstadt geboren, war Professor der Botanik in Oxford und starb im Jahre 1747.
[145] *J. G. Kölreuter* wurde 1733 zu Sulz am Neckar geboren. Er starb 1806 in Karlsruhe, wo er Professor der Naturgeschichte war. Fast zwanzig Jahre bekleidete er außerdem die Stelle eines Oberaufsehers des botanischen Hofgartens. Seine Ergebnisse hat er in einigen 1761-1766 erschienenen Abhandlungen niedergelegt. *Kölreuters* Schrift wurde durch *W. Pfeffer* als 41. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften (Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1893) wieder herausgegeben. Ihr Titel lautet: Vorläufige Nachricht von einigen das Geschlecht der Pflanzen betreffenden Versuchen und Beobachtungen.
[146] *Ostwalds* Klassiker Nr. 41. S. 30.
[147] *Ostwalds* Klassiker Nr. 41. S. 31.
[148] Der Zusatz ♂ bezeichnet die männliche, der Zusatz ♀ die weibliche Pflanze.
[149] Besonders die von *Focke*.
[150] Siehe S. 101 u. 105 dieses Bandes.
[151] *Sachs*, Gesch. d. Bot. S. 440.
[152] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 41, S. 20.
[153] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 41, S. 83.
[154] *Sachs*, Gesch. d. Botanik. S. 448.
[155] *Christian Konrad Sprengel*, Das entdeckte Geheimnis der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Berlin 1793. Als Nr. 48-51 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *Paul Knuth*. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1894.
[156] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 48, S. 31.
[157] Daß aus dem Staubkorn ein Pollenschlauch hervorwächst, der den Griffel durchdringt und sich mit der Samenknospe vereinigt, wurde erst seit dem Jahre 1823 durch *Amici* und andere festgestellt.
[158] Geboren 1719 in Nürnberg, starb daselbst 1769, war von Beruf Jurist.
[159] Mikroskopische Gemüts- und Augenergötzungen. 1761. S. 46.
[160] Z. B. bei Butomus und Viola.
[161] Spätere Forschungen haben dies im wesentlichen bestätigt, doch hat sich herausgestellt, daß bei Euphorbia spontane Selbstbestäubung vorkommt, wenn der Insektenbesuch ausbleibt.
[162] *Sachs* Lehrbuch der Botanik. 4. Aufl. Leipzig 1874. Fig. 489.
[163] *Ostwalds* Klassiker Nr. 48. S. 56.
[164] *Ostwalds* Klassiker Nr. 48. S. 73 u. f.
[165] *John Ray* (1628-1705). Hervorragender Systematiker des 17. Jahrhunderts; lehnte sich aber noch sehr an *Aristoteles* an.
[166] *N. Kleinenberg*, Hydra. Eine anatomisch-entwicklungsgeschichtliche Untersuchung. Leipzig, Wilhelm Engelmann, 1872.
[167] Siehe Bd. II. S. 335.
[168] *Ledermüller*, Mikroskopische Gemüts- und Augenergötzungen. Nürnberg 1763.
[169] *Ledermüller*, Mikroskopische Gemüts- und Augenergötzungen 1761. II. Bd. Tafel LXXXVIII.
[170] Siehe *Rösels* Insektenbelustigung. III. Teil. S. 433 u. f.
[171] Insektenbelustigungen III. S. 622.
[172] *Spallanzani*, Entstehung der Infusionstiere aus Keimen, durch Experimente bewiesen. 1765.
[173] *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher, 1908. Abschn. 75.
[174] Siehe S. 198 des II. Bandes.
[175] *Jungius* wurde 1587 in Lübeck geboren und starb im Jahre 1657.
[176] Übersetzt und herausgegeben von Dr. *Paul Samassa* als 84. und 85. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann. 1896.
[177] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 84, S. 18.
[178] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 85, S. 12.
[179] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 334.
[180] *Hirsch*, Geschichte der med. Wissenschaften, S. 212.
[181] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 279.
[182] Buch II-IV handelt vom Gefäßsystem, Buch IX von der Mechanik des Stimmorgans. Von *Hallers* Elementen der Physiologie sagt *Hirsch*, daß alle Zeitgenossen und Nachfolger daraus geschöpft haben. Auch nach *Cruveilhier* sind viele neuere Entdeckungen im Keime in diesem Werke enthalten.
[183] *Haller*, Elementa physiologiae, IV. § 42.
[184] Siehe S. 106 dieses Bandes.
[185] *Lieberkühns* betreffende Abhandlung vom Jahre 1745 führt den Titel: De fabrica et actione villorum intestinarum tenuinum (Bau und Tätigkeit der feinen Zotten des Darmes).
[186] *Christian von Wolf* (1679-1754) war Philosoph, Mathematiker und Physiker. Er wirkte in Halle, wurde wegen Irreligiosität ausgewiesen, von Friedrich dem Großen 1740 aber zurückberufen.
[187] *Michael Wassiljewitsch Lomonossow* wurde 1711 in der Nähe von Archangelsk geboren. Er studierte zunächst in Rußland und dann mehrere Jahre in Deutschland. Seit 1746 wirkte er als Professor der Chemie in Petersburg, wo er 1765 starb.
*Lomonossows* wichtigste Abhandlungen erschienen vor kurzem in deutscher Übersetzung (*Ostwalds* Klassiker, Nr. 178. Leipzig. W. Engelmann. 1910).
[188] Siehe S. 48 dieses Bandes.
[189] Siehe an anderer Stelle dieses Bandes.
[190] *G. Monge*, Darstellende Geometrie. Als 117. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften übersetzt und herausgegeben von *R. Haussner*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1900.