Part 52
*Jacobus Henricus van't Hoff* wurde 1852 als Sohn eines Arztes in Rotterdam geboren. Er empfing eine realistische Vorbildung, studierte zunächst Technologie, wandte sich dann aber in Leyden, Bonn und Paris theoretischen Studien zu. Seine ersten Arbeiten, die unter dem Einflusse von *Kekulé* und *Wislicenus* entstanden, betrafen das Gebiet der Strukturchemie. Sie führten *van't Hoff* zu der Annahme einer verschiedenartigen Lagerung der Atome im Raume und begründeten den heute als Stereochemie bezeichneten Zweig der chemischen Wissenschaft.
Im Jahre 1878 wurde *van't Hoff* Professor der Chemie an der Universität Amsterdam. Von dort wurde er 1896 als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen. Dort entstanden seine Arbeiten über die Entstehung der ozeanischen Salzablagerungen. *Van't Hoff* starb am 1. März des Jahres 1911.
Eine ausführliche Biographie *van't Hoffs* veröffentlichte sein Schüler und Freund *Ernst Cohen*: »*Jacobus Henricus van't Hoff*, sein Leben und Wirken«. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft, 1912. 638 S. mit 2 Gravüren und 90 Abbildungen. Den Schluß bildet eine Bibliographie der Werke und Abhandlungen *van't Hoffs* und seiner Schüler.
[538] Siehe S. 38-44 dieses Bandes.
[539] Siehe S. 208 dieses Bandes.
[540] Es bildet sich dann ein häutiger Niederschlag von Kaliumkupfercyanür:
K_{4}Fe(CN)_{6} + 2 CuSO_{4} = 2 K_{2}SO_{4} + Cu_{2}Fe(CN)_{6}.
[541] *Pfeffer*, Handbuch der Pflanzenphysiologie, Bd. I (1881), Fig. 6.
[542] Siehe S. 52 dieses Bandes, Anm. 2.
[543] *Pfeffer*, Osmotische Untersuchungen. Leipzig 1877.
[544] Siehe S. 349 dieses Bandes.
[545] *Svante Arrhenius*, Untersuchungen über die galvanische Leitfähigkeit der Elektrolyte. Als Bd. 160 von *Ostwalds* Klassikern in deutscher Übersetzung erschienen bei W. Engelmann, Leipzig 1907.
*Svante August Arrhenius* wurde 1859 in der Nähe von Upsala geboren. Sein Vater war Ingenieur. *Arrhenius* studierte in Upsala. Im Jahre 1884 wurde er Dozent für physikalische Chemie.
Zur Vervollständigung seiner Ausbildung arbeitete *Arrhenius* in den Instituten bedeutender Physikochemiker des Auslandes. Nachdem er mit den Arbeiten *van't Hoffs* über die Analogie von Lösungen und Gasen bekannt geworden war, entwickelte er seine Theorie der elektrolytischen Dissoziation, die rasch zu allgemeiner Anerkennung gelangte. Im Jahre 1905 wurde *Arrhenius* zum Leiter der physikalisch-chemischen Abteilung des Nobel-Instituts ernannt, das ihm einige Jahre vorher einen seiner Preise verliehen hatte.
[546] Die Abhandlung erschien in französischer Sprache. Sie wurde ein Jahr später in den Annales de chimie Bd. 58, S. 54-74 abgedruckt. In deutscher Übersetzung wurde die Abhandlung im 152. Bande von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig. Verlag von W. Engelmann, 1906.
*Theodor von Grotthuß* war Deutsch-Russe. Er wurde 1785 geboren und starb im Jahre 1822. *Grotthuß* befaßte sich, nachdem er in Paris studiert hatte, als wohlhabender Privatgelehrter mit chemischen und physikalischen Untersuchungen.
[547] *W. Hittorf*, Über die Wanderungen der Ionen während der Elektrolyse (1853-1859). Als 21. und 23. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *W. Ostwald*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891. Die Abhandlungen *Hittorfs* sind zuerst im 89., 98., 103. und 106. Bande der Annalen der Physik und Chemie von *Poggendorff* erschienen.
*Johann Wilhelm Hittorf* wurde 1824 in Bonn geboren. Er wirkte als Professor der Physik und der Chemie von 1852 bis 1890 in Münster.
[548] Nach dem Vorgange von *Berzelius*.
[549] *Hittorfs* Abhandlung vom Jahre 1858.
Siehe *Poggendorffs* Annalen, Bd. 103, S. 53, sowie *Ostwalds* Klassiker, Bd. 21, S. 82.
[550] Siehe auf S. 366 dieses Bandes.
[551] Siehe Band III, S. 302-306.
[552] Im 79. Bande von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben von *A. Wangerin*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896.
[553] Mécanique analytique. 1815. II. Bd. S. 304.
[554] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 79. S. 37.
[555] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 79, S. 38 u. f. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896. Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und herausgegeben wurde diese Abhandlung von *A. Wangerin*. Sie gehört samt der ersten, gleichfalls von *A. Wangerin* herausgegebenen Abhandlung (siehe S. 372. Anm. 2) zu den hervorragendsten Arbeiten auf dem Gebiete der modernen mathematischen Physik.
[556] Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und als Bd. 80 von *Ostwalds* Klassikern herausgegeben von *A. Wangerin*. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1896.
[557] Braunschweig, Verlag von F. Vieweg 1862. Dieser ersten sind rasch eine Reihe weiterer Auflagen gefolgt.
[558] *Helmholtz*, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Aufl. S. 74.
[559] *Helmholtz*, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Ausgabe. 1865. S. 198-223.
[560] Der Italiener *Corti* veröffentlichte 1851 in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie eine Abhandlung über die Histologie des Ohres, in der er das nach ihm benannte Organ beschrieb.
[561] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 132.
[562] In *Gräfes* Archiv für Ophthalmologie.
[563] Siehe S. 374 dieses Bandes.
[564] Philosoph. Transactions 1834, S. 583. Über Wheatstone siehe S. 60 dieses Bandes.
[565] *Poggendorffs* Annalen, Bd. 36 (1835), S. 148.
[566] Um an Stelle des virtuellen Bildes, das der rotierende Planspiegel liefert, objektive Bilder zu erhalten, ließ *Feddersen* einen Hohlspiegel rotieren.
[567] *W. Feddersen*, Entladung der Leydener Flasche, intermittierende, kontinuierliche und oszillatorische Entladung und deren Gesetze (1857-1866). Als Bd. 166 von *Ostwalds* Klassikern, herausgegeben von *Th. Des Coudres*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908.
*Wilhelm Feddersen* wurde 1832 in Schleswig geboren. Er studierte Chemie, Physik und Mathematik und lebte als Privatgelehrter in Leipzig.
[568] *Poggendorffs* Annalen, Bd. 100, 111, 121.
[569] *Ostwalds* Klassiker, Nr. 1, S. 33.
[570] *Heinrich Hertz*, Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft. II. Band der gesammelten Werke von *Hertz*. Leipzig 1894.
*Heinrich Rudolf Hertz* wurde 1857 in Hamburg geboren. Seine Lehrer waren in erster Linie *Helmholtz* und *Kirchhoff*. *Hertz* habilitierte sich 1883 in Kiel. Im Jahre 1885 wurde er als Professor der Physik nach Karlsruhe berufen. Seit 1889 wirkte er als Nachfolger von *Clausius* in Bonn. Schon im Jahre 1894 wurde *Hertz* durch den Tod aus seiner ganz außergewöhnlich erfolgreichen wissenschaftlichen Laufbahn herausgerissen.
[571] *Hertz* gelang es, Wellen zu erzeugen, deren Länge nach Zentimetern messen. Spätere Forscher haben elektrische Wellen von wenigen Millimetern Länge hervorgerufen.
[572] *H. Hertz*, Über Strahlen elektrischer Kraft. Sitzungsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1888. Gesammelte Werke, Bd. II, S. 184 u. f.
[573] *H. Hertz*, Über die Beziehungen zwischen Licht und Elektrizität. Ein Vortrag. gehalten auf der 62. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte. Bonn 1889.
[574] Auch Kohärer oder Fritter genannt.
[575] Die Versuche wurden von *Ed. Branly* und von *Gabet* angestellt.
[576] Siehe den Bericht über den im Jahre 1912 auf der Naturforscherversammlung in Münster gehaltenen Vortrag *Arcos*.
[577] *James Clerk Maxwell* wurde 1831 in Edinburg geboren. Er wirkte zunächst als Professor der Naturphilosophie in Aberdeen, später in London. 1871 wurde er Professor der Physik in Cambridge. Dort starb er schon im Jahre 1879.
*Maxwells* wichtigste Schriften über seine elektromagnetische Theorie sind neuerdings in deutscher Übersetzung und durch zahlreiche Anmerkungen erläutert von *L. Boltzmann* in *Ostwalds* Sammlung herausgegeben worden: *James Clerk Maxwell*, Über Faradays Kraftlinien (1855, 1856). Als Bd. 69 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1895.
*James Clerk Maxwell*, Über physikalische Kraftlinien. Als Bd. 10 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1898.
[578] Siehe S. 66 dieses Bandes.
[579] Siehe S. 92 dieses Bandes.
[580] *Pieter Zeeman*, Professor der Physik in Leyden. Communications from the Laboratory of Physics at the University of Leyden. Nr. 33.
[581] Von *M. Planck* im 124. Bande von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann, 1902.
[582] *A. Binz*, Ursprung und Entwicklung der chemischen Industrie. Berlin, G. Reimer, 1910. Als diejenigen Umstände, die für den Ursprung der chemischen Großindustrie in erster Linie maßgebend waren, betrachtet *Binz* die Einführung der Leuchtgasfabrikation, die Erschließung der chilenischen Salpeterlager (seit etwa 1825) und die Kontinentalsperre, die zu einer raschen Entwicklung der Rübenzuckerfabrikation führte.
[583] *Döbereiner*, Über neu entdeckte Eigenschaften des Platins, *Schweiggers* Journal XXXVIII u. XXXIX.
[584] *Schrötters* Abhandlung über den roten Phosphor erschien in *Poggendorffs* Annalen vom Jahre 1850. Sie ist im 71. Abschnitt von *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher mit einigen Kürzungen wiedergegeben.
[585] Siehe *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher, Abschnitt 70.
[586] Das Nitroglyzerin wurde von *Sombrero* im Jahre 1847 bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Glyzerin entdeckt, indes erst 1862 von *Nobel* als Sprengstoff in die Technik eingeführt.
[587] In Hannover wurde die Gasbeleuchtung im Jahre 1825 eingeführt; in Berlin kam 1826 ein Vertrag mit einer englischen Gesellschaft zum Abschluß. In England fand die Beleuchtung einzelner Gebäude mit Gas seit 1792 statt. Londons Straßen wurden zuerst 1814 mit Gas beleuchtet. Kulturhistorisch interessant ist, daß in einer Stadt wie Köln die Einführung der Gasbeleuchtung aus theologischen, medizinischen und sittlichen Gründen bekämpft wurde.
Dies geschah in der Kölnischen Zeitung. Siehe die Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. IX, S. 507.
[588] Die Darstellung des Benzols durch Erhitzen der Benzoësäure mit Ätzkalk lehrte *Mitscherlich* kennen: C_{6}H_{5}.COOH + CaO = CaCO_{3} + C_{6}H_{6}. Der Name Benzol rührt von *Liebig* her.
[589] Siehe Bd. III, S. 78.
[590] Siehe das Referat *Kahlbaums* in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. I, S. 206 u. f.
[591] Davon stellt Deutschland allein etwa 1¼ Millionen Tonnen her. England und Nordamerika erzeugen jedes etwa die gleiche Menge.
[592] Vorher waren Glasgefäße im Gebrauch.
[593] Siehe Seite 392 ds. Bds.
[594] Von der fast 2 Millionen Tonnen betragenden Weltproduktion entfallen nur noch etwa 150000 Tonnen auf den Leblancprozeß.
[595] Na_{2}SO_{4} + CaCO_{3} + 2C = Na_{2}CO_{3} + CaS + 2CO_{2}.
[596] NaCl + CO_{2} + NH_{3} + H_{2}O = NH_{4}Cl + NaHCO_{3}
2NaHCO_{3} = Na_{2}CO_{3} + CO_{2} + H_{2}O.
[597] Siehe Seite 140 ds. Bds.
[598] Siehe Seite 289 ds. Bds.
[599] Ihre Synthese gelang *H. Kolbe*, indem er auf Phenolnatrium Kohlendioxyd wirken ließ (1870).
[600] Siehe Seite 295 ds. Bds.
[601] *Ph. Karrass*, Geschichte der Telegraphie, I. Teil, 5. Abschnitt. Braunschweig, Verlag von Vieweg, 1909. (XII u. 702 S. gr. 8°.)
[602] *Philipp Reis* wurde 1834 in Gelnhausen geboren. Er wirkte als Lehrer in Friedrichsdorf bei Homburg, wo er 1874 starb. In Gelnhausen wurde ihm 1885 ein Denkmal errichtet. Seine Erfindung ist beschrieben im Jahresbericht des Frankfurter Physikalischen Vereins 1860/61, S. 7.
[603] Eine gute Darstellung der Anfänge der Telegraphie und der Telephonie enthält der 2. Band von »Wissen und Können.« Leipzig J. A. Barth, 1908. Ihr Verfasser ist *R. Hennig*.
[604] *Reis* führte sein Telephon zuerst im physikalischen Verein in Frankfurt a. M. vor. Dies geschah am 26. Oktober 1861. Erst 15 Jahre später meldete der Amerikaner *Graham Bell* das von ihm erfundene Telephon zum Patent an.
[605] *M. H. v. Jacobi*, geboren den 21. September 1801 in Potsdam, gestorben den 10. März 1874 zu Petersburg. Siehe seine Schrift »Die Galvanoplastik.« St. Petersburg 1840.
[606] Eine gründliche, auch volkswirtschaftlich wertvolle Schrift über dies Gebiet ist: *C. Basch*, Die Entwicklung der elektrischen Beleuchtung und der Industrie elektrischer Glühlampen in Deutschland. Berlin, F. Siemenroth, 1910, 94 Seiten.
[607] Näheres siehe im III. Bande, S. 221.
[608] Die bei der Gasgewinnung als Nebenprodukt abfallende Retortenkohle wurde 1844 von *L. Foucault* für diesen Zweck in Vorschlag gebracht.
[609] Osramlampe der Auergesellschaft, 1906.
[610] Näheres über die Erfindung der ersten Magnetinduktionsmaschine enthält der 4. Abschnitt ds. Bds.
[611] *W. Siemens*, Über die Umwandlung von Arbeitskraft in elektrischen Strom ohne Anwendung permanenter Magnete. Berichte der K. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Januar 1867.
[612] Siehe Bd. III, S. 164. Die Wiederholung dieses von *Cavendish* herrührenden Versuches hat auch zur Entdeckung des Argons geführt.
[613] Er betrug 1910 fast 2½ Millionen Tonnen. Allein Deutschlands Verbrauch belief sich auf 3/4 Millionen Tonnen im Werte von 160 Millionen Mark.
[614] Beispielsweise gibt es unter den lappländischen Eisenerzlagern, mit deren Abbau man erst im 20. Jahrhundert begonnen hat, solche, die 250 bis 750 Millionen Tonnen Eisenerz mit einem Gehalt von 60-70% Eisen enthalten. Ferner wird der Kohlenreichtum Deutschlands nach den neuesten Ermittlungen noch für eine Reihe von Jahrhunderten dem stetig wachsenden Bedarf genügen, während für England allerdings eine Erschöpfung innerhalb der Zeit von etwa 100 Jahren zu erwarten ist.
[615] *O. Warburg* in den Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft, XIX (1901) S. 170.
[616] Siehe Seite 397 ds. Bds.
[617] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 311 u. f.
[618] *E. O. von Lippmann*, Einige Worte zum Andenken *Achards*. Vorgetragen in der Generalversammlung des Vereins der deutschen Zuckerindustriellen. Berlin 1904. Veröffentlicht in der Zeitschrift »Die deutsche Zuckerindustrie.«
Die erste Zuckerkampagne begann *Achard* danach im Jahre 1802. Von französischer Seite wurden *Achard* 200000 Taler angeboten, falls er bereit sei, seine Versuche als ergebnislos hinzustellen. *Achard* wies das Anerbieten zurück. Daß ihn nicht Eigennutz leitete, hatte er schon 1799 in seiner Schrift »Ausführliche Beschreibung der Kultur der Zuckerrübe« erklärt. Es heißt darin, aus heißer Liebe für das Vaterland sei er bestrebt, einen neuen Zweig europäischer Industrie zu schaffen.
[619] Siehe Seite 379 ds. Bds.
[620] Eingehender werden diese Fragen erörtert in dem Werke von *P. Volkmann* »Erkenntnistheoretische Grundzüge der Naturwissenschaften«. Leipzig, B. G. Teubner, 1910.
[621] Die Grundlagen, an die *Fechner* anknüpfte, wurden schon um 1825 von *Ernst Heinrich Weber* geschaffen, den man daher auch wohl als den Begründer der Psychophysik bezeichnet hat.
[622] Näheres s. S. 233 dieses Bandes.
[623] Siehe das Vorwort zur deutschen Ausgabe, die von *J. Schiel* herrührt und zuerst 1849 erschien.
[624] Sehr treffend hat dies Verhältnis ein *W. Siemens* gekennzeichnet, als er sagte: Dadurch erhält die Wissenschaft erst ihre höhere Weihe, daß sie nicht ihrer selbst wegen besteht, zur Befriedigung des Wissensdranges der beschränkten Zahl ihrer Bekenner, sondern daß es ihre Aufgabe ist, den Schatz des Wissens und Könnens des ganzen Menschengeschlechts zu erhöhen und dasselbe damit einer höheren Kulturstufe zuzuführen. *W. Siemens*, Wissenschaftliches und technisches Arbeiten. Berlin 1889.
[625] Siehe Seite 164 ds. III. Bds.
[626] Proceedings of the Royal Society, 1889, Vol. XLV, Nr. 278, p. 425.
[627] Proceedings of the Royal Society, 1894, Vol. LV, Nr. 334, p. 340.
[628] Z. B. aus Ammoniumnitrit.
[629] Proceedings of the Royal Society, 1911, Ser. A, Bd. 84, S. 536.
[630] Siehe den Bericht über die Ausführungen *E. Rutherfords* in der Naturwissenschaftlichen Rundschau, 1909, S. 483.
[631] Siehe Seite 71 ds. Bds.
[632] Nature, 1898, Vol. LVIII, p. 56.
[633] Corpora non agunt, nisi soluta.
[634] Bulletin de la Société chimique de Paris, XLIV, p. 166.
[635] Elektrischer Ofen aus *Moissans* Werk. Deutsche Ausgabe von Th. *Zettel*. Berlin, M. Krayn, 1900.
*Moissan*: »Mein Ziel war, in die kleinstmögliche Höhlung den stärkstmöglichen elektrischen Lichtbogen einzuschließen und so ein Temperaturmaximum zu erreichen.«
Als Material wurde ungelöschter Kalk benutzt. Er ist fast unschmelzbar und ein sehr schlechter Wärmeleiter. Darin Tiegel aus Graphit. Das erste Ofenmodell wurde 1892 von *Moissan* der Académie des sciences vorgelegt.
[636] *Cl. Winkler*, Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft, 1897, Jahrg. XXX.
[637] Der Weltbedarf an Chilesalpeter und Ammonsulfat hatte für 1911 den Wert von etwa 800 Millionen Mark. In den letzten Jahren ist die Produktion an Chilesalpeter allein um jährlich etwa 100000 Tonnen gestiegen.
[638] Nach den Mitteilungen, die *Bernthsen* 1912 auf dem Chemikerkongreß in New-York gemacht hat, ist es der Badischen Anilin- und Sodafabrik im Verein mit Prof. *Haber* (Direktor des physikalisch-chemischen Instituts der Kaiser-Wilhelmstiftung) gelungen, dessen Ammoniaksynthese zu einer neuen Industrie zu entwickeln.
[639] Siehe Seite 371 ds. Bds.
[640] Siehe Bd. III, S. 12.
[641] Er wandte zuerst Uran-Kaliumsulfat an.
[642] Compt. rend. 1897, Bd. 124, S. 803.
[643] Compt. rend. 1908, Bd. 127, S. 175.
[644] Das Helium wurde zuerst spektroskopisch auf der Sonne beobachtet und erst später auf der Erde als Bestandteil des Uranpecherzes und einiger Mineralwässer entdeckt. Ganz neuerdings ist die Verflüssigung des Heliums gelungen. Sein Siedepunkt liegt bei 4,5° (-269,5), also dem absoluten Nullpunkt sehr nahe. Versuche mit flüssigem Helium ergaben, daß der elektrische Widerstand der Metalle bei dieser Temperatur nahezu verschwindet. Über die betreffenden von *K. Onnes* herrührenden Untersuchungen wurde in den Mitteilungen des physikalischen Laboratoriums der Universität Leyden berichtet. Siehe auch Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 1912, S. 249.
[645] Physikalische Zeitschrift, 1910, S. 676.
[646] Beobachtet man senkrecht zu den Kurven magnetischer Kraft, so erscheint jede Spektrallinie in drei Linien gespalten, beobachtet man parallel zu jenen Kurven, so erscheinen die Spektrallinien verdoppelt.
[647] Dementsprechend ist auch in dem Jahrbuch der Radioaktivität und Elektronik für beide Gebiete ein gemeinschaftliches Organ geschaffen.
[648] Der Gedanke, das Alter der radioaktiven Gesteine aus ihrem Gehalt an Helium zu berechnen, rührt von *Rutherford* her. Für archäische Gesteine Canadas ergab sich ein Alter von 600 Millionen Jahren. Der Berechnung liegt folgende Überlegung zu Grunde: Man kann ermitteln, wieviel α-Teilchen (das sind Heliumatome) in einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Menge radioaktiver Substanz erzeugt werden. Vergleicht man den Gehalt eines Gesteins an Helium und an radioaktiver Substanz, so ergibt sich hieraus die Möglichkeit, auf den Zeitraum, den der Zerfall beanspruchte, Schlüsse, wenn auch sehr hypothetischer Art, zu ziehen.
[649] Das Metall einer 1828 von *Berzelius* entdeckten seltenen Erde, der Thorerde. Sie wird zur Bereitung von Glühkörpern verwendet.
[650] Siehe Seite 58 ds. Bds.
[651] *Vogel* und *Scheiner*, siehe Sitzungsbericht der Berliner Akademie der Wissenschaften v. 28. XI. 1889.
[652] Ein solches Verhalten zeigen *Mizar* und β *Aurigae*.
[653] *W. Huggins*, Rede zur Eröffnung der British Association, 1891.
[654] *Stoklasa* in der Biochemischen Zeitschrift, 1911, Bd. 30, S. 433.
[655] Das nachfolgende Verzeichnis ist nicht etwa eine vollständige Aufzählung der bei der Abfassung des vorliegenden Werkes benutzten Quellen. Es enthält nur diejenigen selbständigen Werke, die für eingehendere Studien zu Rate gezogen werden können. Bezüglich zahlreicher Quellenwerke und der in Akademieschriften, Zeitschriften und Sammelwerken erschienenen Abhandlungen muß auf die dem Texte der vier Bände beigefügten Anmerkungen verwiesen werden. Bei manchen, besonders neueren Werken, sind auch der Preis oder der Umfang oder beides vermerkt. Diese Angaben, die mitunter sehr zweckdienlich sind, ließen sich jedoch nicht auf das gesamte Literaturverzeichnis ausdehnen.
Bei der Transkription vorgenommene Änderungen und weitere Anmerkungen:
In "Man hatte schon im 18. Jahrhundert eine Anzahl wohl charakterisierter organischer Verbindungen kennen gelernt" wurde ein zweites "man" hinter "hatte" entfernt.
In "Die Akademie zu Göttingen fühlte sich deshalb veranlaßt, eine Preisaufgabe auszuschreiben, worin sie »die gründlichste und umfassendste Untersuchung über die Veränderungen der Erdoberfläche« verlangte." wurde ein zusätzliches schließendes Anführungszeichen hinter "Untersuchung" entfernt.
Der Name "Haeckel/Häckel" ist uneinheitlich geschrieben, es handelt sich aber offenbar nicht um Satzfehler, daher wurde die uneinheitliche Schreibweise beibehalten.
In "das Sulfat eines dem Barium sehr nahestehenden, bisher unbekannten Elementes beigemengt" stand im Original "unkekannten" (geändert zu unbekannten, nicht ungekannten).
Die ersten drei Bände dieses Werks sind ebenfalls bei Project Gutenberg veröffentlicht: Band 1: https://www.gutenberg.org/ebooks/53428 Band 2: https://www.gutenberg.org/ebooks/54127 Band 3: https://www.gutenberg.org/ebooks/57952