Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, IV. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Energieprinzips

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[279] *Rudolf Clausius* wurde 1822 in Cöslin geboren. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften, bekleidete zunächst eine Stelle an einer Artillerie- und Ingenieurschule und wirkte später als Professor der Physik an verschiedenen Universitäten. Zuletzt lehrte er in Bonn, wo er 1880 starb. *Clausius* war Theoretiker. Er hat niemals Resultate eigener Versuche veröffentlicht und dennoch einen ganz bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der modernen Physik gehabt.

[280] Siehe Bd. III, S. 278.

[281] *R. Clausius*, Über die bewegende Kraft der Wärme und die Gesetze, die sich daraus für die Wärmelehre selbst ableiten lassen (1850). Von neuem als Bd. 99 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *M. Planck*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[282] *Nernst*, Über die neuere Entwicklung der Thermodynamik. Verhandlungen der Naturforscherversammlung vom Jahre 1912.

[283] *Bernoulli* in seiner Hydrodynamik vom Jahre 1738.

[284] *Karl August Krönig* wurde 1822 geboren. Er wirkte als Lehrer an einer Realschule in Berlin und starb dort 1879. *Krönig* ist als der Begründer der kinetischen Gastheorie zu betrachten. Er entwickelte sie im Jahre 1856.

[285] Siehe *Krönig*, Grundzüge einer Theorie der Gase. Berlin, A. W. Hayn, 1856. Diese Abhandlung erschien auch im 99. Bande von *Poggendorffs* Annalen (1856), S. 315.

[286] *Poggendorffs* Annalen 1857. Bd. 100, S. 353. Die betreffende Abhandlung findet sich auch in *Clausius'* Abhandlungen über die mechanische Wärmetheorie. II. Abteilung 1867. Braunschweig, Verlag von P. Vieweg. S. 229 u. f.

[287] *G. Kirchhoff*, Über einen Satz der mechanischen Wärmetheorie und einige Anwendungen desselben (1858). Neuerdings mit einigen anderen, die mechanische Wärmetheorie betreffenden Abhandlungen *Kirchhoffs* als Band 101 von *Ostwalds* Klassikern wieder herausgegeben von *M. Planck*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[288] *Schwann* in *Poggendorffs* Annalen. XLI. 1837. S. 184. Vorläufige Mitteilung betreffend Versuche über die Weingärung und Fäulnis.

[289] *Schröder* und *v. Dusch*, Über Filtration der Luft in Beziehung auf Fäulnis und Gärung. Journal für praktische Chemie. 1854. t. LXI. p. 485.

[290] *Pasteur*, Die in der Atmosphäre enthaltenen organischen Körperchen. Annales de Chimie et de Physique. 3. Série. Bd. LXIV. 1862. Übersetzt von Dr. *A. Wieler* und als 39. Bd. von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften bei Wilhelm Engelmann in Leipzig 1892 erschienen.

*Louis Pasteur*, der uns als bahnbrechender Forscher noch auf mehreren Gebieten begegnen wird, wurde 1822 im französischen Jura geboren. Im Jahre 1848 wurde er Professor der Chemie in Straßburg. Später bekleidete er dieses Amt in Paris an der Sorbonne. Außer seinen Untersuchungen über niedere Organismen hat er sich durch seine Lehre von den abgeschwächten Krankheitsgiften und die mit solchen Giften bewirkten Schutzimpfungen ein unsterbliches Verdienst erworben. Auch auf dem Gebiete der physikalischen Chemie hat er Hervorragendes geleistet. *Pasteur* starb im Jahre 1895.

[291] *Unger*, hervorragender Paläontolog und Botaniker, wurde im Jahre 1800 in Steiermark geboren, war Professor der Botanik in Wien und starb im Jahre 1870. Die ersten Beobachtungen über die Schwärmsporen der Algen wurden schon im Beginne des 19. Jahrhunderts angestellt.

[292] Die Gattung Vaucheria, welche etwa 30, darunter 15 deutsche Arten umfaßt, gehört zu den Schlauchalgen. Letztere bestehen aus nur einer, meist sehr großen, verästelten Zelle. Die Vaucherien bilden verworrene Rasen, welche die Steine fließender Gewässer überziehen.

[293] *Thuret*, Annal. des sc. natur. 1854. II. S. 197. *Thurets* Abbildungen sind in zahlreiche Lehrbücher der Botanik übergegangen (siehe *Sachs'* Lehrbuch der Botanik, Leipzig 1874, Fig. 185.)

[294] Näheres über dieses Ergebnis der besonders von *Hofmeister* geführten Untersuchungen findet sich an späterer Stelle.

[295] *Henri Dutrochet* wurde 1776 in einem kleinen Orte Frankreichs geboren. Er studierte Medizin, wurde Militärarzt, widmete sich aber später ausschließlich physiologischen Untersuchungen. Er gehörte der französischen Akademie an und starb in Paris im Jahre 1847. Sein Hauptwerk führt den Titel: Mémoires pour servir à l'histoire anatomique et physiologique des végétaux et des animaux, 1837.

[296] Siehe S. 38 dieses Bandes.

[297] Annales de chimie et de phys. Bd. 35 (1827) S. 400.

[298] *Dutrochets* Physiologische Untersuchungen erschienen 1824. Sie wurden in deutscher Übersetzung als 154. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1906.

[299] Die in Brasilien einheimische Mimosa pudica L., deren Blätter in so hohem Grade reizbar sind, daß sie das dankbarste Objekt für die Untersuchung der Reizbewegungen bilden.

[300] Näheres über den Entwicklungsgang der Anatomie der Pflanzen, siehe im II. Bande, S. 340 und im IV. Bande an späterer Stelle.

[301] *Purkinje* (1787-1869) wirkte als Professor der Physiologie in Breslau. Er machte besonders auf den zelligen Bau der Epithelien aufmerksam.

[302] Siehe S. 157 dieses Bandes. Bis zu welcher Klarheit *Dutrochet* in der Auffassung der Zellen als Elementarorganismen schon gelangt war, geht aus folgenden Worten hervor: »Die Beobachtung lehrt, daß jede Zelle ein besonderes Organ mit einer eigenen Membran ist, das man deutlich von den umgebenden Organen abheben kann, sodaß sich annehmen läßt, die verschiedenen Zellen seien miteinander nur verklebt. Diese Theorie wird durch meine Beobachtungen über den Bau der Tiere gestützt. Diese Beobachtungen lassen nämlich die Gewebe gleichfalls als die Vereinigung einer ungeheueren Zahl von Zellbläschen erscheinen.«

[303] Siehe III. Band, S. 360.

[304] *Ernst Brücke*, Über die Bewegungen der Mimosa pudica. Siehe das Archiv für Anatomie und Physiologie von *J. Müller*. 1848. Seite 434. Neuerdings herausgegeben als II. Abhandlung des 95. Bandes von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[305] *Ernst Brücke*, dessen Verdienst um den Ausbau der Physiologie der Tiere an anderer Stelle geschildert werden soll, wurde 1819 in Berlin geboren. Er zählte zu den Schülern *Johannes Müllers*. Im Jahre 1849 wurde er Professor der Physiologie in Wien. In dieser Stellung entfaltete er vierzig Jahre eine hervorragende Tätigkeit als Lehrer und als Forscher. *Brücke* starb 1892.

[306] *Sachs*, Geschichte der Botanik. S. 602.

[307] *E. Brücke*, Über das Bluten des Rebstockes. 1844. *Ostwalds* Klassiker, Bd. 95. I. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[308] *E. Brücke*, Die Elementarorganismen. 1861. *Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften, Nr. 95. IV. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1898. Herausgegeben von *A. Fischer*.

[309] *Ostwalds* Klassiker Nr. 95, S. 86.

[310] *E. H.* und *W. E. Weber*, Die Wellenlehre auf Experimente gegründet. Leipzig, 1825.

[311] Als 6. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *M. v. Frey*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1889.

[312] Siehe Bd. III, S. 78.

[313] Spätere Versuche haben gezeigt, daß für die Blutgefäße mit steigendem Druck die Geschwindigkeit der Wellen größer wird.

[314] *Ostwalds* Klassiker Nr. 6, Fig. X.

[315] *Hales*, Statik, S. 57.

[316] Die Geschwindigkeit dieser strömenden Bewegung beträgt in dem vielverzweigten, einen großen Reibungswiderstand darbietenden Netz der Kapillargefäße nur den Bruchteil eines Millimeters. In den Venen dagegen erreicht sie wieder einen Wert von mehreren hundert Millimetern für die Sekunde.

[317] *C. Ludwig*, Neue Versuche über die Beihilfe der Nerven zur Speichelabsonderung. *Ostwalds* Klassiker Nr. 18. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1890. Mit Anmerkungen herausgegeben von *M. von Frey*. In demselben Bändchen finden sich noch zwei Abhandlungen über verwandte Gegenstände von *E. Becher* und *C. Rahn*. Karl Friedrich Wilhelm *Ludwig* wurde 1816 in Witzenhausen (Hessen) geboren. Er lehrte Anatomie und Physiologie in Marburg, Zürich, Wien und Leipzig, wo er im Jahre 1895 starb.

[318] *E. du Bois-Reymond*, Tierische Elektrizität II, 1, 393.

[319] Siehe Bd. III, S. 71.

[320] *Ostwalds* Klassiker Nr. 18, S. 24 u. 25.

[321] Siehe S. 212 dies. Bds.

[322] *Ernst Brücke*, Untersuchungen über den Farbenwechsel des afrikanischen Chamäleons. Herausgegeben von *M. v. Frey*. *Ostwalds* Klassiker Nr. 43. Verlag von W. Engelmann, Leipzig 1893.

[323] Aristot. Historia animalium II, 11.

[324] *Plinius*, Hist. naturalis VIII, 33.

[325] *Athanasius Kircher*, Ars magna lucis et umbrae, Amsterdamer Ausgabe, S. 56. Die erste Ausgabe erschien 1646 in Rom. Über *Kircher* siehe Bd. II dies. Werkes S. 301.

[326] *Ostwalds* Klassiker Nr. 43, S. 41.

[327] Schon *Brücke* erhob hierzu die Frage, ob nicht vielleicht ein Agens, das auf einen sensiblen Nerven einwirkt, auf dem Wege des Reflexes Lähmung in einem motorischen Nerven hervorbringt und dadurch das Phänomen, daß scheinbar Dunkelheit als Reiz wirkt, seine Erklärung findet. Seitdem sind derartige Reflexe vielfach nachgewiesen worden.

[328] *Franz Cornelius Donders* (1818-1889), berühmter Augenarzt.

[329] Abhlgn. d. Kgl. Gesellsch. d. Wiss. zu Göttingen. 1838-1841.

[330] *J. B. Listing*, Beitrag zur physiologischen Optik. Als 147. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von *O. Schwarz*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

*Johann Benedikt Listing* wurde 1808 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Göttingen Mathematik bei *Gauß* und bekleidete dort seit 1842 die Professur für mathematische Physik. Listing starb 1882.

[331] *Ostwalds* Klassiker Nr. 147, Tafel I, Fig. 2.

[332] *Ostwalds* Klassiker Nr. 147, S. 14.

[333] Siehe auch *Helmholtz*, Physiologische Optik. 1867. §10.

[334] *Ostwalds* Klassiker Nr. 147, S. 30.

[335] Tastsinn und Gemeingefühl von *Ernst Heinrich Weber* als 149. Band von *Ostwalds* Klassikern herausgegeben von *Ewald Hering*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

[336] *Hueck*, Von den Grenzen des Sehvermögens (Müllers Archiv 1840. S. 94 u. f.).

[337] *Gustav Theodor Fechner*, Elemente der Psychophysik, 1860.

[338] *Max Wilhelm Wundt* (geb. 1832), Grundzüge der physiologischen Psychologie. 1893.

[339] *Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften, Nr. 148. Leipzig, W. Engelmann, 1905 (Vortrag von *Ewald Hering*, gehalten in der Akademie der Wissenschaften zu Wien am 30. Mai 1870).

[340] Philos. Transact. f. 1839. Siehe auch *Ostwalds* Klassiker Nr. 131. Leipzig, W. Engelmann, 1902.

[341] Siehe Band III, S. 24.

[342] »Untersuchungen über tierische Elektrizität.« Berlin 1848-1854. 2 Bde. und »Gesammelte Abhandlungen zur allgemeinen Muskel- und Nervenphysik.« Leipzig 1875-1877. 2 Bde. Die Abhandlungen der von *Müller* begründeten Physiologenschule, der auch *Du Bois-Reymond* angehört, erschienen in Müllers Archiv für Anatomie und Physiologie.

[343] Gesammelt in zwei Bänden erschienen in Leipzig 1885-1887.

[344] Siehe S. 172 dieses Bandes.

[345] *J. J. S. Steenstrup*, Über den Generationswechsel oder die Fortpflanzung und Entwicklung durch abwechselnde Generationen, eine eigentümliche Form der Brutpflege in den niederen Tierklassen. Kopenhagen 1842.

[346] *Adelbertus de Chamisso*, De animalibus quibusdam e classe vermium Linnaeana in circumnavigatione terrae auspicante Comite N. Romanzoff duce Ottone de Kotzebue annis 1815, 1816, 1817, 1818 per acta. Fasc. I. De salpa. Berolini 1819.

[347] Siehe *Buffons* Einleitung zu seiner Histoire naturelle.

[348] Siehe Bd. III. S. 376 u. f.

[349] *Etienne Geoffroy St. Hilaire* (1772-1844) wirkte als Professor der Zoologie am Jardin des Plantes zu Paris.

[350] *Jean de Lamarck* (1744-1829) wirkte gleich *St. Hilaire* als Professor der Zoologie am Jardin des Plantes. Während *St. Hilaire* besonders das Gebiet der Wirbeltiere bearbeitete, war es die Aufgabe *Lamarcks*, sich in erster Linie mit der Erforschung der wirbellosen Tiere zu befassen.

[351] *Lamarck*, Philosophie zoologique. 1809. Deutsch von *A. Lang*, Jena 1876. Eine deutsche Ausgabe veröffentlichte auch *Heinrich Schmidt*, Leipzig, Verlag von A. Kröner XVI und 118 Seiten 1 Mk. Diese billige Ausgabe enthält nur den ersten Teil des Werkes. Sie kann zur Orientierung über die Grundzüge der *Lamarck*schen Lehre dienen.

[352] Philosophie zoologique I, 268.

[353] Aus der neueren Literatur über *Lamarck* seien erwähnt:

*Adolf Wagner*, Geschichte des Lamarckismus. Als Einführung in die psychobiologische Bewegung der Gegenwart. Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung. VIII u. 314 S.

*August Pauly*, Darwinismus und Lamarckismus. Entwurf einer psychophysischen Teleologie. Ernst Reinhardt, München 1905.

[354] *J. P. Blumenbach*, Beiträge zur Naturgeschichte. 1806. S. 13.

[355] *Blumenbach*, Beiträge S. 29.

[356] Leipzig, W. Engelmann 1851.

Seine Ergänzung findet das Werk durch *Hofmeisters* Schriften »Die Entstehung des Embryos der Phanerogamen (1849)« und »Neue Beiträge zur Kenntnis der Embryobildung der Phanerogamen 1859.«

*Wilhelm Hofmeister* wurde 1824 in Leipzig als Sohn eines Verlagsbuchhändlers geboren. Er trat zunächst in das Geschäft des Vaters ein, widmete sich aber gleichzeitig mit solchem Eifer und Erfolge botanischen Untersuchungen, daß er seine epochemachenden Werke veröffentlichen konnte, ohne regelrechte Universitätsstudien getrieben zu haben. Erst im Jahre 1863 trat er in die akademische Laufbahn ein, indem er zum Professor der Botanik in Heidelberg ernannt wurde. Später wirkte er in Tübingen. *Hofmeister* starb 1877. Siehe auch *E. Pfitzers* Abhandlung in der Festschrift der Universität Heidelberg. Bd. II. 265-358.

[357] Siehe S. 239 dieses Bandes.

[358] *Rudolf Leuckart* (1822-1898), Professor der Zoologie in Leipzig, »Über die Morphologie und Verwandtschaftsverhältnisse niederer Tiere«. Braunschweig 1848.

[359] Siehe Bd. III S. 391.

[360] *A. Kowalevsky* in den Mémoires de l'Académie de St. Pétersbourg 1866 u. 1867.

[361] *A. Kowalevsky*, Embryologische Studien an Würmern und Arthropoden. St. Petersburg 1871.

[362] Die wichtigsten Werke *Darwins* sind: Der Bau und die Verteilung der Koralleninseln (1842). -- Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl (1859). -- Die Reise eines Naturforschers (1860). -- Über die verschiedenen Einrichtungen, durch welche Orchideen von Insekten befruchtet werden (1862). -- Die Bewegungen und die Lebensweise der kletternden Pflanzen (1867). -- Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestikation (1867). -- Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl (1871). -- Insektenfressende Pflanzen (1875). -- Die Entstehung der Ackererde durch die Tätigkeit der Regenwürmer (1881). *Darwins* Werke wurden durch *J. V. Carus* ins Deutsche übertragen. Eine Biographie *Darwins* gab sein Sohn *F. Darwin* heraus (Life and letters of *Ch. Darwin*, London 1887; Deutsch von *J. V. Carus*, Stuttgart 1887).

[363] Eine umfangreiche Literatur über *Darwins* Leben, seine Lehre und ihre Folgen entstand im Jahre 1909 aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages. Eine Zusammenstellung und Besprechung dieser Literatur findet sich in dem entsprechenden Jahrgange der Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften.

[364] *Erasmus Darwin*, Zoonomia or the Laws of Organic Life. London 1794-1796.

[365] Siehe S. 169 dieses Bandes.

[366] Essay on the principles of population.

[367] *Darwin* hat die Grundzüge seiner Theorie schon zu Beginn der vierziger Jahre entwickelt. Seine 1842 und 1844 verfaßten, für die Entwicklung seiner Vorstellungen wichtigen Abhandlungen, die als die Fundamente des 1859 erschienenen Werkes über die Entstehung der Arten zu betrachten sind, wurden neuerdings in deutscher Übersetzung veröffentlicht:

*Charles Darwin*, Die Fundamente zur Entstehung der Arten. Zwei 1842 und 1844 verfaßte Essays, herausgegeben von *Francis Darwin*. Autorisierte deutsche Übersetzung von *M. Semon*. Leipzig B. G. Teubner 1911 (VIII u. 326 Seiten).

[368] H. G. Bronn.

[369] Zu den gleichen Anschauungen, wie sie *Darwin* in seinem Werke über die Entstehung der Arten entwickelte, war auch der englische Naturforscher *Wallace* gelangt. Er durchforschte von 1848-1852 Brasilien und 1854-1862 den Malayischen Archipel. Durch einen Vergleich der Faunen und der Floren des alten und des neuen Kontinents kam er, gleichfalls angeregt durch die von *Lyell* und von *Malthus* entwickelten Lehren, zu einer mit der *Darwin*schen sich deckenden Theorie der natürlichen Zuchtwahl. Die betreffende Abhandlung datiert vom Jahre 1858 und führt den Titel »Über die Neigung der Spielarten, unbegrenzt von dem ursprünglichen Typus abzuweichen«.

[370] *Ch. Darwin*, Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl.

[371] *C. Semper*, Die Verwandtschaftsbeziehungen der gegliederten Tiere. Würzburg 1875.

[372] *Ernst Haeckel* wurde 1834 in Potsdam geboren. Er wirkte seit 1862 als Professor der Zoologie in Jena. *Haeckels* Arbeiten liegen insbesondere auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Erforschung des niederen marinen Tierlebens (Schwämme, Medusen, Korallen, Planktonstudien). *Haeckel* schuf ferner die Grundlagen einer auf der Entwicklungslehre fußenden theoretischen Biologie. Auch erwarb er sich große Verdienste um die Popularisierung der Zoologie (Kunstformen der Natur 1904; Indische Reisebriefe 1883). Seine wichtigsten Werke sind die generelle Morphologie 1866 und die Anthropogenie oder natürliche Stammesgeschichte des Menschen 1874.

[373] Daß Anklänge an das biogenetische Grundgesetz, wie es *Haeckel* formuliert hat, sich in der älteren Literatur finden, zeigte vor kurzem *J. H. F. Kohlbrugge* im zoologischen Anzeiger Bd. 38 (1911) S. 447. Wenn danach schon früher von Forschern wie *Meckel* die Embryogenie als eine Wiederholung der Zoogenie oder Morphogenie aufgefaßt wurde, so darf man doch nicht vergessen, daß man die Entwicklung der Formen meist nicht als ein allmähliches Entstehen der einen Form aus der anderen, sondern als einen Zusammenhang der in der Natur waltenden schöpferischen Ideen betrachtete.

[374] S. S. 249 dieses Bandes.

[375] *E. Haeckel*, Gastraeatheorie. Jenenser naturwiss. Zeitschrift 1874.

Gegen *Haeckels* Gastraeatheorie wurde sofort von dem bedeutenden Wiener Zoologen *C. Claus* eine Reihe von Einwänden erhoben. Trotzdem besitzt die Theorie noch heute in wissenschaftlichen Kreisen Anhänger.

[376] *C. Bergmann* und *R. Leuckart*, Anatomisch-physiologische Übersicht des Tierreichs. Vgl. Anatomie und Physiologie, Stuttgart 1852.

[377] *W. Roux*, Programm und Forschungsmethoden der Entwicklungsmechanik der Organismen. Leipzig, W. Engelmann 1897.

[378] Über die hierfür von *Roux* und *Driesch* gegebenen Erklärungen findet sich das Nähere in *W. Roux*: Vorträge und Aufsätze über Entwicklungsmechanik der Organismen. Heft I: Die Entwicklungsmechanik, ein neuer Zweig der biologischen Wissenschaft. Leipzig, W. Engelmann 1905.

[379] Siehe Bd. III. S. 82-90.

[380] *Karl Friedrich Gärtner* war der Sohn des um die Morphologie der Blüte hochverdienten *Joseph Gärtners* (Bd. III. S. 352). *Karl Friedrich Gärtner* lebte als Arzt in Calw (Württemberg), wo er 1850 starb. Sein Hauptwerk erschien 1849 unter dem Titel: Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung. Als Einleitung zu diesem Buche erschienen im Jahre 1844 *Gärtners* »Versuche und Beobachtungen über die Befruchtungsorgane der vollkommeneren Gewächse und über die natürliche und künstliche Befruchtung durch den eigenen Pollen.«

[381] *Sachs*, Geschichte der Botanik. S. 462.

[382] *Wichura*, Die Bastardbefruchtung im Pflanzenreich erläutert an Bastarden der Weiden. Breslau 1865, sowie *Nägeli* in den Berichten der bayr. Akademie d. Wissensch. 1865.

[383] *Ch. Darwin*, Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestikation. Aus dem Englischen übersetzt von *V. Carus*. Stuttgart 1873. Bd. II. S. 106 u. f.

[384] *Gregor Mendel*, Versuche über Pflanzenhybriden, zwei Abhandlungen 1866 und 1870. Neu (als Bd. 121 der *Ostwald*schen Klassiker) herausgegeben von *Erich von Tschermak*. Leipzig, W. Engelmann 1911.

*Johann Gregor Mendel* wurde 1822 in dem deutsch mährischen Orte Heinzendorf geboren. Er widmete sich dem geistlichen Stande. Als Augustinermönch studierte *Mendel* in Wien Naturwissenschaften. Darauf wirkte er (1854-1868) als Lehrer dieses Faches an der Oberrealschule in Brünn. In diese Zeit fallen seine ausgedehnten Bastardierungsversuche. *Mendel* starb 1884 als Prälat seines Ordens.

Vergl. *Hugo Iltis*, *Johann Gregor Mendel* als Forscher und Mensch. Brünn 1908, sowie *R. C. Punnett*, Mendelismus; herausgegeben von *Hugo Iltis*, Brünn 1910. Ferner, *Erich von Tschermak*, zusammenfassende Orientierung über den gegenwärtigen Stand des Mendelismus im Handbuche der Züchtung der landwirtschaftl. Kulturpflanzen. 4. Bd. S. 63-106. Verlag von P. Parey, Berlin 1910.

[385] S. S. 263.

[386] Näheres darüber siehe bei *E. Rádl*, Geschichte der biologischen Theorien. Bd. II. S. 510. Leipzig, W. Engelmann 1910.

[387] *Henry Clifton Sorby*, englischer Privatgelehrter, 1826 geboren, wandte das Verfahren der mikroskopischen Untersuchung von Dünnschliffen der Gesteine seit etwa 1850 an. Seit 1831 war dies Verfahren schon zur Untersuchung fossiler Hölzer benutzt worden.

[388] Quart. journ. geol. Soc. 1858. XIV. S. 453.

[389] *Ferdinand Zirkel* wurde 1838 in Bonn geboren.

[390] *Zittel*, Geschichte der Geologie S. 732.

[391] Bonn 1870.

[392] *Rosenbusch*, Mikroskopische Physiographie der massigen Gesteine. Stuttgart 1877.

[393] Siehe auch *Günther*, Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften. S. 782.

[394] *Gabriel August Daubrée* wurde 1814 in Metz geboren. Nach Beendigung seiner Studien an der École polytechnique zu Paris bekleidete er zunächst das Amt eines Bergingenieurs. Darauf wurde er Professor der Geologie in Straßburg. In gleicher Stellung wirkte er seit 1861 in Paris. *Daubrée* starb im Jahre 1896. Seine »Géologie expérimentelle«, die »Études synthétiques de géologie expérimentale« und sein umfangreiches Buch über die geologischen Wirkungen des Wassers (»Les eaux sousterraines«) sind seine wichtigsten Werke.

[395] *J. Thurmann* (1804-1855) in einer im Jahre 1830 erschienenen Abhandlung.

[396] *A. Favre*. Arch. Scienc. phys. et nat. Genève 1878.

[397] *H. R. Goeppert*, Abhandlung, eingesandt auf die Preisfrage: Man suche darzutun, ob die Steinkohlen aus Pflanzen entstanden sind, welche an den Stellen, wo jene gefunden werden, wuchsen. 1848.

[398] *C. Engler* in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft. Bd. 21, 22, 26 u. 28.

[399] Mit 12 Tafeln Abbildungen. Berlin 1873.

[400] Die erste leitete *Wyville Thomson* 1869 und 1870 auf dem englischen Schiffe »Porcupine«.

[401] *Hausmann.*

[402] *Charpentier*, 1837.

[403] Siehe *Zirkel*, Geschichte der Geologie, S. 331.

[404] *Jean Louis Agassiz* wurde 1807 im Kanton *Waadt* geboren. Er bekleidete Jahrzehnte eine Professur in Neufchatel und wirkte später am Harvard College in Nordamerika. Als Geologe hat sich *Agassiz* durch seine Studien über Gletscher und glaziale Gebilde verdient gemacht. Er begann diese Studien in Gemeinschaft mit *Charpentier* in den Alpen, setzte sie aber später in England und in Nord- und Südamerika fort. Nicht geringer war jedoch sein Verdienst um zahlreiche Gebiete der Zoologie und der Versteinerungskunde. Vor allem ist hier sein Werk über fossile Fische zu nennen. *Agassiz* starb 1873 als amerikanischer Bürger.

[405] Neues Jahrbuch für Mineralogie 1832. S. 257.

[406] *Otto Torell*, Undersökningar ofver Istiden (Stockholm, Akad. Handb. 1872 und 1873).

[407] Es ist das diejenige Fläche, für deren Punkte das aus der Schwere und der Zentrifugalkraft zusammengesetzte Potential gleiche Werte annimmt.

[408] Es rührt von *G. Ph. v. Jolly* her.

[409] Siehe Bd. IV. S. 33.