Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, I. Band Von den Anfängen bis zum Wiederaufleben der Wissenschaften

Part 47

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[665] Ich verdanke darüber Herrn Prof. *E. Wiedemann* folgende Bemerkung: Es scheint, als ob ein Ereignis, das sich in Persien abgespielt hat, auf Ägypten übertragen wurde. *Ibn Khaldun*, ein arabischer Historiker, bemerkt: Wir wissen, daß die Mohammedaner bei der Eroberung Persiens eine Unzahl von Büchern vorfanden und daß ihr Feldherr *Saad Ibn Abi Waggâs* beim Kalifen *Omar* anfragte, ob diese Bücher mit der Beute an die Gläubigen zu verteilen seien. *Omar* antwortete: »Wirf sie ins Wasser. Enthalten sie etwas, was zur Wahrheit führt, so haben wir von Gott, was uns noch besser dahin leitet. Enthalten sie aber Falsches, so sind wir derselben ledig.« Infolge dieses Befehles vernichtete man die Bücher durch Wasser oder Feuer.

[666] Genaueres über das wechselnde Schicksal der in Alexandrien aufbewahrten Bücherschätze siehe bei *Ritschl*, S. 188, Anm. 1.

[667] *Wüstenfeld*, Die Akademien der Araber und ihre Lehrer. Göttingen 1837.

[668] S. 304.

[669] Die Nestorianer waren um 450 aus dem byzantinischen Reich vertrieben worden. Durch sie wurden die Araber mit den syrischen Übersetzungen astrologischer und alchemistischer Schriften bekannt. Eine selbständige alchemistische Literatur als Fortsetzung der griechischen und syrischen schufen die Araber wohl erst während der Herrschaft der Abbasiden (750-1258). Man kann wohl mit *E. v. Lippmann* (Alchemie S. 357) annehmen, daß die Araber, sobald sie auf das Treiben der Goldmacher aufmerksam wurden, sich der Alchemie nicht aus wissenschaftlichem Interesse zuwandten, sondern weil sie durch die Aussicht auf Gewinn dazu verlockt wurden.

[670] *M. Berthelot*, Die Chemie im Altertum und im Mittelalter. Herausgegeben von *E. Kalliwoda* und *F. Strunz*. Leipzig und Wien 1909. *Berthelots* Buch ist nach *E. v. Lippmann* zum Teil wenig zuverlässig.

[671] Siehe *v. Lippmann*, Über das Feuerbuch des *Marcus Graecus* in der »Alchemie«. 1919. S. 477 u. f.

[672] Das Manuskript befindet sich im Britischen Museum. Näheres siehe in *v. Lippmanns* »Alchemie«.

[673] Sie befindet sich in Cambridge. Siehe *Berthelot* a. a. O. S. 43.

[674] *Nestorios* war in Syrien geboren. Er war ein Anhänger des *Anastasios*, dessen Lehre für Ketzerei erklärt wurde.

[675] Unter diesen ist die Schule zu Nisibis zu nennen und die Akademie von Dschondisabur, die bereits im 6. Jahrhundert in hoher Blüte stand.

[676] *Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. III. S. 107.

[677] *Heller*, Geschichte der Physik. 1882. Bd. I. S. 160.

[678] Über die Zeiteinteilung und den Uhrenbau der Araber haben *E. Wiedemann* und *F. Hauser* eine sehr ausführliche Darstellung gegeben: Über die Uhren im Bereich der islamischen Kultur. E. Harras, Halle 1915. 272 S. -- Nach *Wiedemann* und *Hauser* ist *Einhards* Erzählung nicht ganz zutreffend.

[679] *S. Günther*, Studien zur Geschichte der mathematischen und physikalischen Geographie. 1877. S. 59.

[680] *Peschel*, Geschichte der Erdkunde. 1877. S. 122.

[681] *E. Wiedemann*, Bestimmungen des Erdumfanges von *Al Beruni* (Archiv für Geschichte der Naturwiss. u. der Technik). I. Bd. (1908). S. 66.

[682] *E. Wiedemann* a. a. O. S. 69.

[683] *Abul Wafa* (940-998). Siehe *v. Braunmühl*, Vorlesungen über Geschichte der Trigonometrie. S. 55.

[684] *Repsold*, Zur Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge. Leipzig 1908. S. 11.

[685] *Sédillot*, Mémoire sur les instrumens astronomiques des Arabes. Paris 1841.

[686] *C. Brockelmann*, Geschichte der arabischen Literatur. 1898/1902. Bd. I. S. 222.

[687] *C. Brockelmann*, Bd. I. S. 220.

[688] *C. Brockelmann*, Gesch. d. arabischen Literatur. Bd. I (1898). S. 215.

[689] *Klaproth*, Sur l'invention de la Boussole. 1834.

Neuere Untersuchungen verlegen die chinesischen Angaben über den Kompaß bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurück. Siehe *E. Gerland*, Der Kompaß bei den Arabern und im christlichen Mittelalter. Die Chinesen benutzten den Kompaß zuerst bei Landreisen; auf Seereisen wurde er wohl nicht vor dem 3. Jahrhundert n. Chr. gebraucht.

[690] *Heller*, Geschichte der Physik. Bd. I. S. 210.

[691] La Bible von *Guyot de Provins*.

[692] Von *Alexander Neckam*. Die betreffende Stelle lautet: »Nautae enim mare legentes, cum beneficium claritatis solis in tempore nubilo non sentiunt, aut etiam cum caligine nocturnarum tenebrarum mundus obvolvitur, et ignorant in quem mundi cardinem prova tendat, acum super magnetem ponunt, quae circulariter circumvolvitur usque dum ejus motu cessante cuspis ipsius septentrionalem plagam respiciat.« Siehe *Hellmann*, Die Anfänge der magnetischen Beobachtungen. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Bd. 32. Berlin 1907. In der Übersetzung lautet die Stelle: »Wenn die Seeleute bei nebligem Wetter die Sonne nicht sehen oder bei Nacht nicht wissen, nach welcher Himmelsrichtung das Schiff sich bewegt, so bringen sie eine Nadel über einem Magneten an. Diese dreht sich so lange, bis ihre Spitze, nachdem die Nadel zur Ruhe gekommen ist, nach Norden zeigt.«

[693] *A. Breusing*, Flavio Gioja und der Schiffskompaß. In der Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde zu Berlin. Bd. IV. 1869.

[694] Siehe *E. Wiedemann*, Zur Geschichte des Kompasses bei den Arabern. Verhandl. d. Deutschen physik. Gesellschaft zu Berlin. 1907. Bd. 9. S. 764-773. *Wiedemann* gibt darin unter anderem eine Stelle aus dem Jahre 1232 an, aus der hervorgeht, daß man dem Eisen durch Reiben mit dem Magnetstein die Eigenschaft gab, sich in die Nord-Südrichtung einzustellen.

[695] Nach der Übersetzung von *E. Wiedemann*.

[696] Von den Verbesserungen, welche der Kompaß in der neuesten Zeit erfuhr, wird an späterer Stelle die Rede sein.

[697] Das Manuskript befindet sich in Paris.

[698] *Marcus Graecus*, Liber ignium. *Berthelot*, Chimie au moyen âge. Bd. I. S. 108.

[699] Näheres darüber siehe bei *Diels*, Antike Technik. S. 97 u. f. Die obige nach *Diels*, der wieder *Berthelot* gefolgt ist, gegebene Darstellung wird von *E. v. Lippmann* bestritten. (Siehe dessen Abhandlungen und Vorträge Bd. I.) Nach *v. Lippmann* ist *Marcus Graecus*' Schrift erst um 1250 verfaßt. Siehe auch die neueste Schrift von *Ruska* über diesen Gegenstand. Näheres siehe im Anhang des vorliegenden Bandes und in *v. Lippmanns* »Alchemie« S. 477 u. f.

[700] So pflegte *Ibn al Haitam* (*Alhazen*) in jedem Jahre den Euklid und den Almagest abzuschreiben, um von dem Erlös zu leben. Siehe *E. Wiedemann*, Ibn al Haitam, ein arabischer Gelehrter. Leipzig 1906. S. 152.

[701] Die Übersetzung wurde 1857 in der Bibliothek zu Cambridge entdeckt und bildet das I. Heft der von dem Fürsten *Boncompagni* herausgegebenen Trattati d'aritmetica.

[702] Trattati d'aritmetica I. 8.

[703] *Alfarabi* verfaßte eine enzyklopädische Darstellung der Wissenschaften, die arabisch und in lateinischen Übersetzungen erhalten ist (De scientiis). Näheres enthält die Abhandlung von *E. Wiedemann*, Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. XI. Erlangen 1907. (Sitzungsberichte der physikalisch-medizinischen Sozietät in Erlangen. 39. Bd.)

[704] Dieser erschien, ins Lateinische übersetzt, im Druck zuerst in Venedig im Jahre 1493.

[705] *E. Renan*, Averroes et l'Averroisme. Paris 1852.

[706] Reliqua librorum Friderici II. imperatoris de arte venandi cum avibus. Ed. *J. G. Schneider*. T. I. II. Lipsiae 1788/89. Siehe auch *Carus*, Geschichte der Zoologie. München 1872. S. 206, und *Burkhardt*, Geschichte der Zoologie. Leipzig 1907. S. 45.

[707] Opticae thesaurus Alhazeni Arabis libri VII, nunc primum editi a *Frederico Risnero*. Basileae 1572. Vergleiche auch *Schnaase*, Die Optik Alhazens. Programm des Friedrichs-Gymnasiums zu Stargard. 1889. *Alhazens* vollständiger Name lautet Abû Alî Muhammed ben el Hasan ibn el Haitam el Basri. Eine arabische, mit Abbildungen versehene Handschrift seines Werkes wird in Leyden aufbewahrt. *Risners* Übersetzung ist eine gekürzte, indes getreue Wiedergabe des Originals.

Über eine spätere arabische Bearbeitung von *Alhazens* Optik hat *E. Wiedemann* ausführlich berichtet. Siehe das Archiv f. d. Geschichte d. Naturwiss. u. d. Technik. 1912. S. 1-53.

[708] Diese Ansicht begründet er fälschlich damit, daß die Zerstörung der Linse eine Vernichtung der Sehkraft zur Folge habe, während die Verletzungen anderer Teile des Auges seiner Meinung nach eine solche Wirkung nicht hervorbringen.

[709] Im 3. Buche seiner Optik.

[710] Siehe auch *Schnaases* »Alhazen« in den Schriften der Danziger Gesellschaft. N. Folge. Bd. VII. S. 140.

[711] Optic. Thes. VII. 48.

[712] In einem Anhange zum Optic. Thesaur.

[713] *Alhazen* nahm den Erdumfang gleich 4800 (statt 5400) Meilen an.

[714] Zeitschr. d. morgenl. Gesellsch. 1882. *Baarmann,* »Über das Licht« von *Ibn al Haitam*.

[715] Optic. Thesaur. VII. 48. Siehe auch *Schnaase*, »Alhazen«, in den Schriften der Danziger Natf. Gesellschaft. N. Folge. Bd. VII. S. 140.

[716] *Montucla* z. B.

[717] Besonders durch *Schnaase* und *E. Wiedemann*.

[718] Die Tabelle findet sich bei *Al Khazini* her, der im Jahre 1137 ein die »Wage der Weisheit« betiteltes Buch verfaßte. Siehe *Wiedemanns* Annalen. Bd. 20. S. 539.

[719] Näheres siehe *Gerland* und *Traumüller*, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Leipzig, Wilh. Engelmann. 1899. S. 71 u. f.

[720] *E. Wiedemann*, Über das Experiment im Altertum und Mittelalter (Vortrag).

[721] Starb 1274.

[722] Summa theologiae. Venet. 1593. T. XI. p. 407.

[723] In der Bibliothek zu Lucca. Siehe *Berthelot* a. a. O. S. 28.

[724] *E. v. Lippmann*, Alchemie. S. 405.

[725] Eine Übersetzung erschien in den »Historischen Studien«, Jahrg. 1893. Einen Auszug brachte *E. v. Lippmann* unter der Überschrift »Chemie vor tausend Jahren« in der Zeitschrift f. angewandte Chemie. 1901. H. 26; siehe auch dessen Abhandlungen und Vorträge.

[726] Näheres siehe bei *E. v. Lippmann*, Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Leipzig 1906. S. 139.

[727] *E. v. Lippmann* a. a. O. S. 132.

[728] Nach *E. v. Lippmann* (a. a. O. S. 263) in der Zeit zwischen 300 und 600 n. Chr. Geb.

[729] Über die Ergebnisse der neuesten Untersuchungen, die *v. Lippmann* hierüber angestellt hat, siehe den Anhang dieses Bandes.

[730] Deutsche Ausgaben erschienen 1710 in Erfurt und 1751 in Wien. Eine Aufzählung der Schriften *Gebers* siehe bei *Wüstenfeld*, Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher. 1840. S. 12 u. 13.

[731] Siehe auch *E. v. Lippmann* in der Zeitschrift f. angewandte Chemie. 1901. H. 26.

[732] *Berthelot* a. a. O. S. 61.

[733] Die wichtigsten sind die »Summa perfectionis magisterii«, die Schrift »de inventione veritatis« und die »Alchimia Geberi«. In der letzteren wird die Zubereitung der Salpetersäure und des Königswassers beschrieben. Nach *Berthelot* ist es unrichtig, wenn man annimmt, die genauere Kenntnis unserer Mineralsäuren und ihrer Salze sei auf die arabischen Autoren des 12. und 13. Jahrhunderts zurückzuführen. Vielmehr wurden die »komplizierten und umständlichen Darstellungsmethoden von damals erst im lateinischen Abendland im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts entwirrt«.

Die Ergebnisse der Forschungen *Berthelots* erscheinen in neuester Zeit durch die von *E. v. Lippmann* in seiner »Alchemie« über *Geber* veröffentlichten Untersuchungen in mancher Hinsicht anfechtbar. Siehe den Anhang des vorliegenden Bandes.

[734] Siehe auch die Abhandlung von *E. Wiedemann*, Über chemische Apparate bei den Arabern; erschienen in *Diergart*, Beiträge aus der Geschichte der Chemie.

[735] *H. Kopp*, Geschichte der Chemie. Bd. I. S. 53.

[736] Na_{2}CO_{3} + Ca(OH)_{2} = 2 NaOH + CaCO_{3}.

[737]

6 KOH + 12 S = K_{2}S_{2}O_{3} + 2 K_{2}S_{5} + 3 H_{2}O K_{2}S_{2}O_{3} + 2 HCl = 2 KCl + SO_{2} + S + H_{2}O K_{2}S_{5} + 2 HCl = 2 KCl + H_{2}S + 4 S.

[738] In den echten Schriften *Gebers* ist nach *Berthelot* diese Theorie noch nirgends erwähnt (a. a. O. S. 65).

[739] Die Kenntnis des metallischen Zinks läßt sich nicht weiter als bis gegen den Ausgang des Mittelalters zurückverfolgen. Nach *E. v. Lippmann* (siehe dessen »Alchemie«) ist das metallische Zink sogar erst in der Neuzeit bekannt geworden. Die Legierung von Kupfer und Zink, das Messing, war dagegen schon zur römischen Kaiserzeit bekannt. Mitteil. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturwissensch. 1903. S. 150 u. 174.

[740] Zur Erläuterung diene folgende von *Berthelot* (a. a. O. S. 66) wiedergegebene Stelle: »Das Kupfer wird von einem trüben und dicken Quecksilber und einem trüben und roten Schwefel erzeugt. -- Das Zinn wird von einem klaren Quecksilber, das kurze Zeit mit einem weißen und klaren Schwefel gekocht wird, erzeugt. Wenn die Kochung von langer Dauer ist, gewinnt man Silber usw. Diese Erzeugung der Metalle wird im Schoß der Erde allerdings in dem langen Zeitraum von hundert Jahren vollendet, aber die Kunst kann die Vollendung abkürzen. Sie wird also in einigen Stunden oder in einigen Minuten in Erfüllung gehen.«

[741] *E. v. Lippmann*, Alchemie. 1919. S. 487. Ferner *Stillmann* und *Sudhoff*.

[742] Eine unvollendet gebliebene Übersetzung wurde nach der *Wüstenfeld*schen Textausgabe von *H. Ethé* im Jahre 1868 herausgegeben. Den Abschnitt, der von den Steinen handelt, hat (1895) *J. Ruska* übersetzt und erläutert. Er wurde hier zugrunde gelegt.

[743] Siehe über den »Physiologus« an späterer Stelle.

[744] Siehe *Carus*, Geschichte der Zoologie. S. 173.

[745] *Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. III. S. 263.

[746] Ins Englische übersetzt von *S. Lee*. London 1829.

Ins Französische von *Defremerie* u. *Sanguinetti*. Paris 1854. Neue Aufl. ebd. 1913.

[747] Näheres enthält: *Berendes*, Das Apothekenwesen, seine Entstehung und geschichtliche Entwicklung. Stuttgart 1907. S. 61.

[748] Siehe *Hirschberg*, Über das älteste arabische Lehrbuch der Augenheilkunde (Berichte der Berliner Akademie der Wissenschaften. 1903).

Ferner *J. Hirschberg*, Geschichte der Augenheilkunde. Zweites Buch. 1. Abteil. Geschichte der Augenheilkunde bei den Arabern. Leipzig, W. Engelmann. 1905.

[749] *C. Brockelmann*, Gesch. d. arab. Literatur. Bd. II (1902). S. 3.

[750] *C. Brockelmann* a. a. O. Bd. II. S. 6.

[751] *F. Boll* im Reallexikon der germanischen Altertumskunde von *Hoops* (1911-1918) unter »Astronomie«.

[752] *Hoops*, Reallexikon des german. Altertums.

[753] Er wurde 754 in Friesland erschlagen und in Fulda beigesetzt.

[754] De Universo libri. XXII.

[755] *L. Geisenheyner*, Über die Physika der heiligen Hildegard und die in ihr enthaltene älteste Naturgeschichte des Nahegaues. Berichte über die Versammlungen des Botan. und des Zoolog. Vereins f. Rheinland-Westfalen. 1911. Bonn. Vgl. auch die Veröffentlichungen von *Ch. Singer*, Oxford (siehe Mitteil. z. Gesch. d. Med. 1919. S. 338).

[756] *Tropfke*, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 13.

[757] Vgl. *H. Würschmidt*, Archiv f. Gesch. d. Mathem. 1913.

[758] Durch den englischen Mönch *Atelhart* um 1120.

[759] Auch *Fibonacci* oder *Bonacci* genannt. Fibonacci bedeutet Sohn Bonaccis (filius Bonacci).

[760] *Cantor*, Bd. II. S. 3.

[761] Eine ausführliche Inhaltsangabe des Liber abaci gibt *Cantor* in seiner Geschichte der Mathematik. Bd. II. S. 7-32.

[762] Am bekanntesten ist die Ausgabe von *F. Risner*. Basel 1572.

[763] Ad Vitellonem Paralipomena, quibus astronomiae pars optica traditur. Francof. 1604.

[764] So auch von *Cantor* in seiner großen Geschichte der Mathematik.

[765] Die Reisen des Venezianers *Marco Polo* im 13. Jahrhundert. Zum ersten Male vollständig nach den besten Ausgaben deutsch mit einem Kommentar, von *Aug. Bürck*. Leipzig 1845.

[766] Reste und Eier riesiger, ausgestorbener Vögel sind bekanntlich später in Madagaskar gefunden worden (Äpyornis). Ein Auszug über die zoologischen Angaben *Marco Polos* findet sich in *Carus*, Geschichte der Zoologie. München 1872. S. 197 u. f.

Unter dem Titel »Chemisches bei Marco Polo« hat *E. v. Lippmann* eine Abhandlung in der Zeitschrift für angewandte Chemie veröffentlicht. 1908. 34. Heft.

[767] Die Gründung der Städte bedeutet eine der fruchtbarsten Errungenschaften des Mitteltalters. Dadurch erfolgte eine Loslösung der Arbeit von der Scholle. Vor der Entwicklung der Städtefreiheiten besaß im Mittelalter niemand Rechte und ausgiebige Lebensquellen, der nicht mit der Scholle verknüpft war. Siehe *Grupp* im 2. Bande seiner Kulturgeschichte d. Mittelalters.

[768] Der älteste bekannt gewordene Geldwechsel stammt aus dem Jahre 1207. Siehe *Grupp*, Kulturgeschichte d. Mittelalters. 1894. Bd. II. S. 56. Im Orient waren Wechsel, Geldanweisungen und Abrechnungsanstalten weit älter.

[769] Beide gehören der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an.

[770] Diese Lehre war aber nicht allgemein angenommen. (Bemerkung von *Würschmidt*.)

[771] *M. Maywald*, Die Lehre von der zwiefachen Wahrheit, ein Beitrag zur Geschichte der scholastischen Philosophie. Berlin 1861. Siehe auch *J. Tyndall*, Religion und Wissenschaft, sowie *Langes* Geschichte des Materialismus.

[772] *Jourdain*, Geschichte der aristotelischen Schriften im Mittelalter, übersetzt von *Ad. Stahr*. Halle 1831.

[773] *Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S.

[774] In Lauingen. Als Geburtsjahr ist neuerdings mit großer Wahrscheinlichkeit das Jahr 1207 nachgewiesen (*Enders* im Histor. Jahrbuch der Görresgesellschaft. 1910. S. 293).

[775] Siehe auch *Peters*, Der griechische Physiologus und seine orientalischen Übersetzungen. Berlin 1898. Das genannte Werk enthält auch eine Geschichte der merkwürdigen Schrift.

[776] *M. Goldstaub*, Der Physiologus und seine Weiterbildung, besonders in der lateinischen und byzantinischen Literatur. Philologus, 1901. Supplementband 8, 3.

[777] *H. Stadler*, Neue Jahrbücher f. d. klass. Altertum. 1911. S. 86.

[778] *Carus*, Geschichte der Zoologie. S. 231.

[779] Eingehender wird *Albertus Magnus* gewürdigt in *E. Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 9-84. Vgl. auch *Fellner*, Albertus Magnus als Botaniker. Wien 1881.

Eine kritische Ausgabe der botanischen Schriften rührt von *E. Meyer* und *K. Jessen* her: Alberti Magni de vegetabilibus libri VII. Berlin 1867.

[780] *H. Stadler*, Albertus Magnus als selbständiger Naturforscher (Forschungen zur Geschichte Bayerns. Bd. 14. S. 95-114).

[781] *H. Stadler* a. a. O.

[782] Des *Nikolaos Damaskenos*.

[783] *E. Meyer*, Geschichte der Botanik. Bd. IV. S. 40.

Anzuerkennen waren jedoch die Verdienste der Araber um die Botanik. (Bem. von *E. Wiedemann*.)

[784] *E. Meyer*, Geschichte der Botanik.

[785] Auch nach *Warburg* (Berichte der Deutschen botan. Gesellschaft. 1901. S. 153) hat das Mittelalter weder für die wissenschaftliche, noch für die angewandte Botanik neue Bahnen erschlossen, wenn auch die Araber auf dem Gebiete der Heilmittellehre manche neue Tatsache fanden.

[786] Nach *H. Stadler*, Albertus Magnus von Cöln als Naturforscher und das Kölner Autogramm seiner Tiergeschichte. Leipzig 1908.

Nach der Kölner Handschrift, welche nach *Stadler* von den vorhandenen Handschriften die beste ist, hat der Genannte eine Ausgabe der Tiergeschichte des *Albertus Magnus* veranstaltet: Albertus Magnus, De animalibus libri XXVI. Nach der Cölner Urschrift. Erster Band, Buch I-XII enthaltend. Münster i. W., Aschendorff. 1916.

[787] Die *Albertus Magnus* zugeschriebenen, eigentlich alchemistischen Werke sind nach *E. v. Lippmann* als Fälschungen zu betrachten.

[788] *Kopp*, Beiträge z. Geschichte der Chemie. 3, 64 u. f.

[789] Das Geburtsjahr steht nicht fest. Die Angaben schwanken zwischen 1210 und 1214. Doch nimmt man wohl meist 1214 an. (Feier in Oxford 1914. Vgl. »Die Roger Bacon-Commem.«.)

[790] *Sebastian Vogl*, Die Physik Roger Bacons. Inaug.-Dissertation. Erlangen 1906.

[791] Von *Peregrinus* ist noch eine Schrift über den Magneten erhalten. *Peregrinus* unterschied die Pole des Magneten und wies die Anziehung der ungleichnamigen Pole nach.

[792] *Gerbert* war in Frankreich geboren. Er besuchte die arabischen Hochschulen in Sevilla und Cordova und wurde im Jahre 999 zum Papst gewählt; als solcher führte er den Namen *Sylvester II.*

[793] *Vogl* a. a. O.

[794] Epistola de secretis artis et naturae operibus atque nullitate magiae. 1260. Eine Ausgabe dieser Schrift erschien im Jahre 1542 in Paris.

Ausführlich über *Bacon* handelt *Siebert*, Roger Bacon, sein Leben und seine Philosophie. Marburg 1861.

[795] *Bacon*, Opus tert. cap. 43. Siehe auch *K. Werner*, Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco. Wien 1879.

[796] Opus majus cap. 1.

[797] Opus majus cap. 13.

[798] *Vogl*, Die Physik Roger Bacons.

[799] *Bacon* erklärt die Förderung des geistigen und materiellen Wohlseins als Zweck sämtlicher Wissenschaften. Doch gibt es nach *Bacon* ein noch höheres Ziel, das er in dem Wort ausspricht: »Humana nihil valent nisi applicentur ad divina« (Opus majus p. 108).

[800] *Döring*, Die beiden Bacon (Archiv für Geschichte der Philosophie. 1904. S. 341).

[801] *Clemens* IV.

[802] Eine Neuausgabe veranstaltete *J. H. Bridges*. London 1897-1909. 3 Bände. Das Werk enthält den lateinischen Text und eine ausführliche Analyse jedes Kapitels in englischer Sprache, ferner eine Einleitung über das Leben und die Bedeutung *Bacons*.

Eine ältere unzuverlässige Ausgabe wurde von *Jebb* (London 1733) herausgegeben.

Zur Feier des 700. Geburtstags *Bacons* erschien 1914 ein Erinnerungsband, der Abhandlungen über *Bacons* wissenschaftliche Tätigkeit und Bedeutung enthält (Oxford, Clarendon press, 1914). Genannt seien: *F. Picavet* (Paris), La place de Roger Bacon parmi les philosophes du XIII^e siècle. -- *E. Smith* (New York), The place of R. Bacon in the history of mathematics. -- *E. Wiedemann* (Erlangen), R. Bacon und seine Verdienste um die Optik. -- *Pierre Duhem* (Bordeaux), Roger Bacon et l'horreur du vide. -- *Pattison Muir* (Cambridge), Roger Bacon, his relations to alchemie and chemistry.

[803] »Visio non completur in oculis, sed in nervo« heißt es bei ihm (Opus majus V cap. 2).

[804] Die Brennkugel erwähnen schon *Aristoteles* und *Plinius*.

[805] *J. Würschmidt*, Roger Bacons Art des wissenschaftlichen Arbeitens, dargestellt nach seiner Schrift »De speculis« (Roger Bacon Commemoration Essays IX).

[806] Sine experientia nihil sufficienter sciri potest.

[807] Opus majus IV cap. 3.

[808] Ein Wort, das lebhaft an *Kants* späteren, oft zitierten Ausspruch erinnert.

[809] De secretis operibus artis et naturae, cap. 4.

[810] Als Erfinder wird ein *Salvino degli Armati* in Florenz genannt. Nach anderer Nachricht ist *Alexander de Spina* als Erfinder der Brillen zu betrachten. Beide Angaben sind unrichtig. Soviel ist jedoch sicher, daß die ersten Brillen in Italien gemacht wurden und daß dies gegen das Ende des 13. Jahrhunderts geschah (*Wilde*, Optik. Bd. I. S. 96).

Daß der geschliffene Smaragd, mittels dessen *Nero* die Zirkusspiele besah, ein Spiegel war, hat schon *Lessing* nachzuweisen gesucht: *Lessing*, Antiquarische Briefe. 45. Die Erzählung kommt bei *Plinius* vor (Nat. hist. XXXVII. S. 84. Sillig).

[811] Sie werden neuerdings als nicht echt betrachtet (*E. v. Lippmann*).

[812] Nach einer Untersuchung von *H. W. L. Hime* (R. B. Essays, Oxford 1914) hat er aus Salpeter, Kohlenpulver und Schwefel eine explosible Mischung wohl zufällig hergestellt und die Explosion des Gemisches beobachtet. Die Zusammensetzung des Gemisches hat er anagrammatisch mitgeteilt, wohl um das Geheimnis nicht allgemein zugänglich zu machen und Schwierigkeiten bei der kurz zuvor gegründeten Inquisition wegen dieser gefährlichen Kunst zu vermeiden. (*J. Würschmidt*, Mon.-Hefte f. d. nat. Unterr. 1915, 264.)

[813] Nach *E. v. Lippmann* ist dies jedoch nicht zutreffend.

[814] Die Feuerwaffe wurde sehr wahrscheinlich in Deutschland erfunden. Ihr Erfinder ist nicht bekannt. Sicher ist nur, daß sich die neue Erfindung im 14. Jahrhundert schnell durch ganz Europa bis nach Asien verbreitete. *Ariost* wütet im »Orlando furioso« gegen die »verruchte, dumme Teufelskunst«, von der er sagt:

»Durch dich ging jeder Waffenruhm verloren, Die Ritterehre ward zum eitlen Dunst!«