Die Lieder Gottfrieds von Neifen

Part 3

Chapter 33,406 wordsPublic domain

Willekomen sî uns der meige, der uns bringet manger hande bluot, bluomen unde maneger leige daz dien kleinen vogelen sanfte tuot. 30 doch muoz ich verderben in dien wunnen gar, ez enwende mir ir munt vil minnenclîchen rôsevar.

Wîbes ougen blic in güete siht vil dicke in sendes herzen tor. swie diu hêre mîn gemüete 35 alsô selten zucket hôhe enbor, doch hab ich gedinge daz ich noch gelebe [[32]] daz mir diu vil minneclîche ein fröiderîchez ende gebe.

Wil si mînen kumber wenden, sô bin ich an fröiden wol gesunt, unde ir güetlîch helfe senden sô daz ir vil rôsevarwer munt 5 spreche ein wort dâ von ich iemer frô bestê. tuot si des niht diu vil reine, seht, sô ist mir iemer wê.

Swaz ich kumbers unde swære lîden muoz, des mac wol werden rât, swie si wil, diu sældebære 10 diu mîn sendez herze bî ir hât. si kan dehsen swingen beide als si sol. solde ichs underwîlen schouwen, wê wie wære mir sô wol!

Owê liehten tage, owê bluomen rôt, 15 owê vogele sanc, owê grüener walt! nu wirt aber kalt, nu der winter lanc. dast der vogele nôt 20 unde ir meistiu klage. noch klag ich die schulde daz diu sældebære enterbet mich ir hulde. daz sint mîne swære, 25 die ich von ir dulde. Minne, wende ir süezen haz!

Minne, frouwe mîn, tuo mir helfe kunt. hilf et an der zît: 30 bit daz reine wîp daz ir kiuscher lîp gein mir lâze den strît unde ir rôter munt mir tuo helfe schîn. 35 seht, sô wolde ich singen der vil reinen süezen, [[33]] diu kan swære ringen, dâ bî kumber büezen. sol mir wol gelingen, Minne, sich, des bist du wer.

Wîp, dîn süezer nam 5 und dîn werdekeit gît vil hôhen muot dem der tugende hât, der untugende lât. wê wie wol daz tuot! 10 dem wirt tugent bereit und diu rehte scham. reiner wîbe güete kan wol fröide lêren (si gît hôchgemüete), 15 dâ bî fröide mêren. got mir si behüete, die der ich wol guotes gan.

Mich hât lieber wân in die fröide brâht 20 daz ich wânde sîn von den armen gar. nu wird ich gewar an der vrouwen mîn, ir ist ungedâht; 25 si wil lônes lân mich in senden sorgen. mir ist wê ze muote. iemer an dem morgen sô sorg ich nâch guote. 30 ich muoz minne borgen. vrouwe mîn, wie stêt daz dir?

Nu ist diu heide wol bekleidet mit vil wunneclîchen kleiden: rôsen sint ir besten kleit. 35 dâ von ir vil sorgen leidet, wan si was in mangen leiden: [[34]] gar verswunden ist ir leit von des liehten meigen blüete: der hât manger hande bluot. noch fröit baz der wîbe güete, wan diu sint für sendiu leit sô guot. 5

Swaz ich ie gesanc von wîben, daz geschach von einem wîbe, diust mir liep für elliu wîp. von ir mac ich frô belîben, wil si daz ich frô belîbe, 10 daz si spreche ‘frô belîp,’ sô wold ich in fröiden singen als ich her in fröiden sanc. si mac mir wol swære ringen, nâch der ie mîn sendez herze ranc. 15

Süeze Minne, maht du binden die von der ich bin gebunden, diu mîn sendez herze bant? lât si mich genâde vinden, die ich doch hân selten funden 20 sît ichs in dem herzen vant alse rehte minnenclîchen? si ist sô rehte minnenclîch: ich wil si dar zuo gelîchen, si ist den lieben wîben gar gelîch. 25

Ich wolde niht erwinden, ich rit ûz mit winden hiure in küelen winden gegen der stat ze Winden. ich wolt überwinden 30 ein maget sach ich winden, wol si garn want.

Dô sprach diu sældebære ‘du bist mir gebære stille und offenbære. 35 du bist fröidebære. kûme ich dich verbære. [[35]] diu dich ie gebære, got der gebe ir guot.

Ir sunt iuch erlouben ringens ûf der louben. lânt die linden louben. 5 ir sunt mir gelouben, hânt ir den gelouben, ir brechent Botenlouben lîhter die steinwant.

Du solt mir bescheiden, 10 ist der kriec gescheiden den du soltest scheiden? du bist sô bescheiden, diu welt muoz ê verscheiden ê daz wir uns scheiden, 15 trûtgeselle guot.’

Wol den wolgemuoten wîben, wol dien mannen die durch wîp sint hôchgemuot, sît ir güete kan vertrîben sende nôt: des mir diu hêre niht entuot. 20 nu ist siz doch diu liebe aleine diech vor allen wîben meine. frouwe sælic, frouwe reine, trœstent mich; nu sît ir doch sô guot.

Solde ich dâ von fröide lâzen, 25 sît diu welt an fröiden wil zergân? nein, ich wil mich sorgen mâzen dur die lieben der ich her gedienet hân. si hât sô mange wîbes güete, si ist gelîch des meigen blüete, 30 swie diu hêre mîn gemüete lât sô lange in senden sorgen stân.

Willekomen sî uns diu wunne die der meige bringet und diu schœne zît, baz dan ich erdenken kunne. 35 schouwent wie der walt und ouch diu heide lît mit sô mangen bluomen schœne. [[36]] dâ hôrt ich der vogele dœne. dar umb ich den meigen krœne, sît sîn kunft der welte fröide gît.

Waz fröit mich der vogele güete und des wunneclîchen meigen schîn? 5 sol mîn fröiderîch gemüete und mîn spilndez herze erwendet sîn, daz tæt mir ein wîp mit güete. daz got noch ir êren hüete, swie si mir nu treit vil senden pîn. 10

Swâ mit ich verdienen kunde der vil schœnen hulde, daz tæt ich, sît daz mînes herzen wunde unverheilet stênt, si heile mich. dâ von mich ein wort enbunde, 15 ob si spræche ûz rôtem munde ‘trûtgeselle, ez ist zît lônes wider dich.’

Mir mac sorge ûz herzen dringen rôter munt, dîn minnenclîcher gruoz. lât dîn lachen mir gelingen 20 an ir minne, so ist mir swære buoz. ir vil minneclîchez twingen an die brust, daz mac mich bringen an die stat dâ minne fröuwen muoz.

Wer kan trûren baz verswenden 25 danne ein reine minneclîchez wîp? trôst von wîben der kan wenden sende sorge. ir kiuscher wîbes lîp der mac mir wol helfe senden. sô nîg ich den lieben henden. 30 wîp, mîn fröide von der sorge trîp.

Kan mich iemen frô gemachen? jâ, der lieben munt durliuhtic rôt. sô muoz al mîn trûren swachen, scheidet mich ir trôst von sender nôt. 35 man siht mich vil frœlich lachen, daz mîn herze muoz erkrachen, [[37]] machet mich diu liebe in fröiden rôt.

Rîfe und anehanc hât die heíde betwúngen, daz ir liehter schîn nâch jâmer ist gestalt, 5 und der vogele sanc, díe mit fröiden wol súngen, die sint nu geswîn. dar zuo klag ich den walt: der ist unbekleit. 10 dannoch kan si füegen herter herzeleit díu daz wázzer in krüegen von dem brunnen treit. nâch der stêt aller mîn gedanc.

Ich brach ir den kruoc, 15 dô si gíenc von dem brúnnen. ich wart fröidenrîch, dô ich die lieben sach. dô si daz vertruoc, mír was sórge zerrúnnen. 20 harte minnenclîch diu liebe dô gesprach ‘ich hân erebeit: daz ist von iuwern schulden. mîn frouwe tuot mir leit, 25 dáz ich állez muoz dúlden, diu mich gester fünf stunt dur den iuwern willen sluoc.’

‘Nu tuo den willen mîn; sô hilf ích dir ûz nœten: und var sant mir hinne; 30 sô bist dû âne zorn.’ ‘des enmac niht sîn. ê liez ích mich ertœten. mîner frouwen minne wær iemer mê verlorn. 35 einen schillinc sol si mir unde ein hemde; [[38]] daz weiz ich vil wol. dáz wær állez mir frémde. sô mir daz nu wirdet, sô tuon ich iu helfe schîn.’

Owê winter, daz dîn kraft an uns ist sô sigehaft! 5 owê kleiner vogellîne singen! owê liehten bluomen rôt, dien der meige daz gebôt daz si dur daz gras ûf muosten dringen! nu ist der walt sîs grüenen loubes âne. 10 wâfenâ! ja ist mir dâ dicke wê und anderswâ. daz tuot mir diu liebe wolgetâne.

Es ist nu vil manic jâr 15 daz ir liehten ougen klâr in mîn herze lieplîch blihten tougen unde ir rôsevarwer munt gegen mir tet sîn lachen kunt: dar ûz spilten ir wol liehten ougen. 20 seht, dô wart ich siech von minnewunden: wâfenâ! dêst mir dâ dicke wê und anderswâ: die stânt noch von der lieben unverbunden. 25

Sumer, nu wil dîn gewalt walt den anger und die heide beide kleiden: dast dien kleinen vogelen nôt. man siht bluomen manicvalt, valt an maneger stolzen meide: 30 reide löcke tragents unde mündel rôt. seht, der fröide was vil nâch zergangen. ach mîs herzen! jâ muoz mich belangen nâch dem triutelehten lîbe. owê, wan wære er mîn!

Wil si daz mich leit verber, 35 ber mir fröide von ir munde. [[39]] wunde von der minne wirt vil schiere heil. daz ir güete mich gewer, wer ist der mir des verbunde? kunde ich fluochen, dem wunscht ich daz im unheil wære bî vil lange unz an sîn ende. 5 süeziu Minne, süeze helfe sende. des ist nôt, sît ich von dînen schulden sorge ie leit.

Ach wie ist sô gar liep guot (guot næm ich niht für diech meine: si eine trœste mich: daz ist der Minne haz) 10 ir munt rœter danne ein bluot! bluot des meigen fröit mich kleine. reine sælic wîp, nu trœstent baz. beschiht daz niht, sô muoz ich gar verderben. sol ich niht den rôten kus erwerben 15 und den triutelehten lîp, sô wirde ich fröiden bar.

Râtent wie ich daz ervar. var ich umbe in allem lande? rande ich tûsent mîle, ez wær bewendet wol, wie ich des genæme war 20 war ich kêrte ûz minnebande. brande si mich niht, sô hete ich senfte dol: sus hât mich diu minneclîche enzündet. ich enweiz wes si sich an mir sündet: laschte si mich mit ir minne, mir wær deste baz. 25

Minne, ich diene dir: du solt solt mir geben minneclîchen. rîchen maht du mich an fröiden, des ist zît. ob mir daz dîn helfe erholt, holt bin ich dir inneclîchen; 30 wîchen muoz von mir leit daz mir nâhe lît. minneclîchiu Minne, ich was gebunden dir von kinde ie. wiltu mich nu wunden, waz touc danne stætiu triuwe? Minne, daz verbir.

Nu klag ich der kleinen vogele swære; 35 nu klag ich, diu heide ist bluomen lære; sô klag ich daz mich diu wunneclîche sældebære [[40]] hât beroubet gar der fröiden sinne. sich, dâ bist du schuldic an, Trûtminne, sît du weist daz ich sô gar in dîner glüete brinne. daz mac mir dîn triutelehter lîp mit liebe büezen unde ir rôter munt. der sol mich grüezen. 5 tuont diu zwei des niht, sô klage ichz doch der reinen süezen.

Si mac mir wol mînen kumber wenden unde ir minneclîche helfe senden. owê, Minne, wenne wilt du trœsten mich vil senden? wenne wilt du mir mîn trûren swachen? 10 wenne wiltu süeze fröide machen alsô daz ir rôter munt mir lieplîch wolde lachen? triutelehter lîp, du lâ mich liebe fröide vinden. du maht mich von sender nôt enbinden: wilt du, herzen trût, sô mac mir sendez leit verswinden. 15

Nu waz hilfet swaz ich klage der hêren? sin wil mir enheine fröide mêren. süeze Minne, maht du doch die minneclîchen lêren daz si füege daz mir leit entwîche, sich, sô wirde ich noch an fröiden rîche. 20 tuot si daz, so wirde ich frô, diu süeze minneclîche, alsô daz mir wurde ein gruoz von ir vil rôtem munde unde ir kus mîs herzen nôt enbunde. dô ich si von êrste an sach, daz was ein süeziu stunde.

Nu siht man die heide breit 25 wol beschœnet mit den liehten bluomen manicvalt: meige hât sich z’in gekleit: wol bedœnet mit den vogelen stêt der grüene walt: 30 in den ouwen mac man schouwen rôsen rôt. ach dur got, sô lîde ich aber senelîche nôt.

Ich sach einen rôten munt 35 lieplîch lachen gegen mir senden: des ist niht ze lanc. [[41]] dâ von wart mir fröide kunt (trûren swachen kan si), dô daz in mîn herze dranc. ich muoz singen: des wil twingen 5 mich ein wîp, und der künec dar zuo, ir triutelehter lôser lîp.

Owê rœselehter gruoz, wie du lachest! sô du herzeliebe lachen wilt, 10 dâ wirt sender sorgen buoz. sô du machest daz diu liebe gegen der liebe spilt nâch gewinne, da ist eht Minne 15 nâhe bî unde machet zwei geliebe herzenswære frî.

Herzentrût, mîn künigin, lât erwinden gegen mir noch den senelîchen strît, 20 sît ich iuwer eigen bin. fröide vinden wolte ich, frouwe, daz wær an der zît. umbevâhen lieplîch nâhen, 25 daz tuot wol, unde nâher baz, ob ichz mit hulden sprechen sol.

Swaz ich her gesungen hân, daz vervâhet mich vil kleine: dast mîs herzen klage. 30 dâ von muoz ich singen lân. si versmâhet daz mîn herze si in liebe trage. jâ si denket (daz mich krenket 35 vil der tage) daz ich ir niht gedienen müge: daz ist mîs herzen klage.

[[42]] Sumer, dîn gewalt wil swinden. daz mac man wol an der linden kiesen: diu ist worden val. ûf dem walde und in den ouwen dâ mac man die rîfen schouwen. 5 dar zuo lât diu nahtegal ir vil fröiderîchez singen: des wil si der winter twingen. sô kan mir diu süeze bringen sorgen vil dem herzen mîn. 10

Frouwe, ir sît mîn frouwe aleine diech vor allen wîben meine. des sult ir geniezen lân mich. ich lebe in senden sorgen beide âbent und den morgen. 15 doch fröit mich ein lieber wân unde ein minneclîch gedinge, daz diu süeze Minne twinge sô daz mir an iu gelinge; dar an al mîn fröide lît. 20

Swaz der winter sorgen bringe dien vil liehten bluomen rôt, swaz er kleiner vogele twinge, doch klag ich ein ander nôt. der ich mich ze dienste ie bôt, 25 derst mîn swære gar ze ringe: des bin ich an fröiden tôt.

Owê, jâ hât mich betwungen ir vil minneclîcher munt. an ir ist mir niht gelungen. 30 swære diust mir worden kunt, sît ich vant sô süezen funt an der minneclîchen jungen. herze, diu hât dich verwunt.

Ich solt aber dur die süezen 35 [[43]] grüezen meigen walt heid ouwe und der kleinen vogele süezez singen, lieze eht mir an ir gelingen trût min trôst, mîs herzen frouwe, daz si mînen kumber wolde büezen: 5 seht, sô wurde ich fröiderîche. trûter lîp, nu tuo genædeclîche: rôter munt, du maht mîn leit verdringen.

Süeziu Minne, sît dîn minne sinne krenket zallen stunden, 10 wie solde ich iemer danne frô belîben? lieber lîp vor allen lîben, heilent mir mîns herzen wunden, daz mîn fröide lige an dem gewinne. tuot ir daz, sô wirde ich fröidebære. 15 sælic wîp, nu scheident mich von swære. Minne, du maht mir mîn leit vertrîben.

Ich hân fröide von ir eine. seine trœstet mich ir güete. dâ von muoz mir spilndiu fröide swinden. 20 lieze si mich gnâde vinden, seht, sô fröite mîn gemüete, daz mir wurde ir rôter kus, ein kleine; sô wær ich vil manger sorgen âne. triutelehter lîp, ich lebe in wâne 25 daz ich fröide von iu müge enpfinden.

[triutelehter lîp ... 25 triutelehter lîp, ich lebe in wâne daz ich fröide von iu müge enpfinden. 25]

Nu hât Meige walt heid ouwe wol bekleit mit maneger wunneclîchen spæhen wât. alsô hât mîs herzen frouwe sich bekleit mit kleide daz ir wunneclîch an stât. 30 wîp- lîch güete, schœne und êre, dâ bî reinen muot, diz gewant treit diu vil hêre; daz ir edelem herzen sanfte tuot. bî den kleiden lât sich vinden 35 der vil triutelehte lôse lîp.

Ach, solt ich mich senden vinden [[44]] bî den kleiden diu diu reine minneclîche an treit, sô mües al mîn leit verswinden unde wurde an mangen fröiden denne wol gemeit. sol diu fröide an mir verderben, dast mîs herzen nôt, 5 sô muoz ich in jâmer sterben. owê süezer munt durliuhtic rôt, wie mich jâmert nâch den kleiden, sît si stânt der lieben alsô wol!

Wil si mînen kumber wenden, 10 diu vil reine minneclîche der ich eigen bin, sô sol si diu kleit mir senden bî dem triutelehten lîbe; so ist mîn leit dâ hin. kan mich iemen frô gemachen? jâ, ir rôter munt. 15 wil mir der von herzen lachen, sô wird ich an fröiden wol gesunt. süeze Minne, bit die hêren daz si trœste mich vil senden man.

Ez fuor ein büttenære 20 vil verre in frömdiu lant. der was sô minnebære, swâ er die frouwen vant, daz er dâ gerne bant.

Dô sprach der wirt mære 25 zuo zim waz er kundè. ‘ich bin ein büttenære: swer mir des gundè, sîn vaz ich im bundè.’

Dô truoc er sîne reife 30 und sînen tribelslagen. mit sînem umbesweife kund er sich wol bejagen, ein guot geschirre tragen.

Sînen tribelwegge 35 den nam si in die hant mit sîner slehten egge. [[45]] si sprach ‘heilant, got hât iuch har gesant.’

Dô si dô gebunden dem wirte sîn vaz nebent unde ouch unden, 5 si sprach ‘ir sint niht laz. mir wart nie gebunden baz.’

Von Walhen fuor ein pilgerîn mit sînem kötzeline. zerhouwen wâren im die schuo; 10 er was sô rehte fîne. er bat der hereberge in der minne. ‘ja enist er niht guot pilgerîn’ sprach der wirt: ‘vil leit ist er mir hinne.’

‘Waz hilfet iuwer mette gân 15 und iuwer venjen suochen; daz ir des armen pilgerîns hie inne niht welt ruochen?’ er bat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Uns jungen mannen sanfte mac an frouwen misselingen. ez kam umb einen mitten tac, dô hôrte ich eine swingen: wan si dahs, 25 wan si dahs, si dahs, si dahs.

Guoten morgen bôt ich ir; ich sprach ‘got müeze iuch êren.’ zehant do neic diu schœne mir; dar in sô muoste ich kêren: 30 wan si dahs, wan si dahs, si dahs, si dahs.

Si sprach ‘hien ist der wîbe niht: ir sint unrehte gegangen. ê iuwer wille an mir geschiht, 35 ich sæhe iuch lieber hangen.’ [[46]] wan si dahs, wan si dahs, si dahs, si dahs.

Winter, du wilt aber twingen bluomen und der vogele sanc, die man hôrte suoze erklingen 5 in der ouwe, dêst niht lanc. nu ist mîn hôchgemüete kranc. doch wil sich mîn fröide ringen durch die nâch der ich ie ranc.

Sælic wîp süez unde reine, 10 schœne und minneclîchen var, owê daz ir mîn sô kleine nement mit spilnden ougen war! ich diend ie mit triuwen dar. sît ich iuch mit triuwen meine, 15 lânt mich niht verderben gar.

Liehter sumer, dîn süeze wunne wil bî mangen fröiden sîn. baz dan ich gedenken kunne singent aber diu vogellîn. 20 dâ bî siht man schône in blüete boume stân. des meigen güete treit dem winter manegen haz.

Nu ist der vogele nôt zergangen. noch klag ich ein ander nôt. 25 wê, jâ muoz mich des belangen daz ir munt durliuhtic rôt mir niht wil diu fröide mêren. süeze Minne, maht du lêren si, daz mir mîn leit zergê? 30

Michn trœstet niht der walt und ouch diu heide, michn trœstet niht der kleinen vogele singen: den tuot der kalte winter aber leide. dâ bî kan mich diu minneclîche twingen. waz went ir daz diu liebe kiusche meine? 35 [[47]] nu ist siz doch diu süeze, diu vil reine: wan lât si mir durch wîbes güete baz an ir gelingen?

Diu minneclîche mac wol mit mir teilen ir wîbes güete die si hât beslozzen. si mac mir mîne sêrewunden heilen, 5 die si mir mit ir minne hât geschozzen. vil sælic wîp, nu wende mîne swære: und tuost du daz, sô wirde ich fröidebære. gedenke daz ich wîbes güete selten hân genozzen.

Nu siht man die grüenen heide 10 wol bekleidet, wol geschœnet: schouwent an den grüenen walt! nu hœrt man diu vogelîn singen in den wunneclîchen ouwen, diu der kalte winter twanc: 15 die siht man in wunnen beide: vogele sanc mit fröiden dœnet, wan ir stimme ist manicvalt: nu siht man die bluomen springen: der mac man ein wunder schouwen, 20 sît der liebe sumer ist hie.

Manger fröit sich gegen der wunne: sô leb ich in sender swære nâch der lieben frouwen mîn, diu dâ kan sô suoze lachen, 25 swenne ir rôter munt erlachet unde er liebe lachen sol. baz dan ich erdenken kunne kan si wol, diu sældenbære, kiusche und dâ bî wîplîch sîn. 30 si kan mir die fröide machen daz mîn herze an fröiden krachet. frouwe Minne, dar zuo sprich.