Die Lieder Gottfrieds von Neifen
Part 2
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Beschiht des niht, so muoz ich eine sterben in vil kurzer vrist. 35 sît du bist [[15]] diu süeze reine diu mir fröide geben sol, hilfà, helferîchez wîp, ê daz mir der lîp verderbe: süeziu frowe, sô tuost du wol. 5
Waz vervâhet mich des wunnenclîchen meigen zît, der uns nâhet unde manegen herzen fröide gît? bluomen unde vogele sanc, 10 der beider trôst ist leider mînen fröiden alze kranc.
Mîn gemüete hât betwungen ir vil süezer lîp. 15 sô mit güete sô mit schœne wart nie bezzer wîp. alse mir mîn herze seit, daz wunder hât besunder 20 got mit flîze an si geleit.
Jâ verkêret mir ein wîp die besten fröide mîn, der ich gêret von ir reinen tugenden solde sîn. 25 diu hât sô betwungen mir die sinne mit ir minne daz ich trûren muoz nâch ir.
Ich wil singen 30 gegen dem meigen minneclîchen sanc. swære ringen kan si nâch der ie mîn herze ranc. trôste mich diu frowe mîn, diu guote 35 wolgemuote, seht, sô wolte ich frœlîch sîn.
[[16]] Mit ir gruoze mehte si mir wenden swæren pîn, der sô suoze fröite mir daz sende herze mîn. rœselehter rôter munt, 5 scheit den strît und hilf enzît mir: sô bin ich wol gesunt.
Sælic sælic sî diu wunne, sælic sî des wunnebernden meigen zît, 10 sælic sî der vogele singen, sælic sî diu ouwe, sælic sî der walt! man siht bluomen manicvalt durch daz grüene gras ûf dringen, mêr dan ich erdenken kunne. 15 tanzen springen suln die jungen widerstrît.
Niemen niemen kan erdenken waz für senelîchez trûren bezzer sî danne ein kus von rôtem munde 20 und dar zuo ein minneclîcher umbevanc. dâ wirt sendez trûren kranc; ez fröit ûf von herzen grunde ermel flehten, bein verschrenken. in der stunde 25 wirt diu liebe sorgen frî.
Wâfen wâfen über die Minne! wâfen wil ich über si schrîen iemer mê. ich was ir dâ her gebunden: nu lât si mich trûreclîche vor ir gân. 30 si hât übele an mir getân. si muoz einem andern wunden herze muot und al die sinne. wol befunden habe ich daz si tuot sô wê. 35
Frouwe frouwe, sælic frouwe, herzen trût, ir sint mir liep für elliu wîp: [[17]] des ich selten hân genozzen: dâ von ich niht mêre fürbaz singen wil. ez dûht iuch vil gar ein spil. iuch hât dicke mîn verdrozzen: des ich mich vil trûric schouwe. 5 vor beslozzen ist mir fröide und iuwer lîp.
Wol dir, wol dir, wîbes güete, wol dir, daz du sælic iemer müezest sîn! wol dir, du kanst trûren swachen, 10 swâ diu Minne ein sendez herze hât verwunt. dîn vil rôsevarwer munt, sô der lieplîch wolde lachen, sam der rôse in touwen blüete. fröide machen 15 kan dîn spilnder ougen schîn.
Schouwent ûf den anger: winter wert niht langer; kleine vogele twanger: diu heide ist worden swanger; 20 si birt uns rôsen rôt. man hœrt vogele singen, man siht bluomen entspringen, dur daz gras ûf dringen; ir swære wil sich ringen, 25 als in diu zît gebôt. alsus enpfâhen wir den süezen meigen! wol ûf, ir hübeschen leigen! wir suln die fröide heigen, vil frœlîch tanzen reigen. 30 ahî, solt ich mich zweigen mit ir diu mir mac wenden sende nôt!
Lât mir sorge swinden, 35 lât mich fröide vinden, lât den kriec erwinden; [[18]] ir sult iuch underwinden mîs herzen, sælic wîp. frouwe, ir sult mir mêren fröide, leit verkêren, hôchgemüete lêren. 5 Minne, bit die hêren daz mich ir kiuscher lîp trœste: nu ist si doch mîn küniginne. vil minnenclîchiu Minne, trœste mîne sinne, 10 sît ich nâch liebe brinne. ob ich den trôst gewinne, der tac mir mac wol heizen leitvertrîp. 15
Wer kan trûren swachen? wer kan fröide machen mit vil lieben sachen? wer kan lieplîch lachen? ir mundes rôter schîn. 20 wer kan trûren wenden? wer kan sorge swenden, sende nôt volenden? wer kan helfe senden? diu liebe frouwe mîn, 25 diu mich hât von kinde her gebunden. si kan mîn herze wunden. daz habe ich wol befunden daz ich bin überwunden nu unde zallen stunden. 30 si sol mir wol dur reht genædic sîn.
Wer kan leit vertrîben? wer kan frô belîben? 35 niemen wan bî wîben. des wol ir süezen lîben! si sint für trûren guot: [[19]] als des meigen blüete fröit ir wîplîch güete: si gênt hôchgemüete. daz got ir lîp behüete, doch mir einiu tuot 5 selten liep, die ich mit triuwen meine. diu süeze und diu vil reine, der helfe ist gegen mir kleine, der ich von kindes beine gedienet hân aleine, 10 daz sie noch nie getrôste mir den muot.
Ach wan solte ich schouwen liep mîs herzen frouwen! 15 in den grüenen ouwen, in luft und ouch in touwen wart lieberz nie gesehen daz sô lieplîch wære, guot für sende swære, 20 sam diu sældebære. wie wol ich daz bewære, kund ich ze rehte spehen ir munt, ir keln und ouch ir liehten wangen! diu hânt mich gevangen. 25 nâch ir muoz mich belangen. het ich den trôst enpfangen, sô wær mîn leit zergangen. ich hân noch wân 30 daz mir wil liep beschehen.
Nu schouwent wie diu heide mit liehter ougenweide sint verdorben und der kleinen vogelîne sanc. daz schaffent kalde winde. 35 der walt und ouch diu linde die sint nu beide ir grüenen loubes aber worden kranc. [[20]] jârlanc tæte sanfte ein umbevâhen, ein lieplîch drücken nâhen. ich hân gedingen daz mir werde ein süezer umbevanc.
Swiez mir sô wol ergienge daz si mich umbevienge, 5 sô müeste ich von den süezen fröiden sende sorge lân. ob ich den trôst dâ funde dâ von mîn leit verswunde, sô wold ich ûz herzeleide in herzeliebe gân. ich hân trôst daz mich ir wîplîch güete 10 vor sender nôt behüete. sus segen ich mich des morgens mit ir, sô ich wil ûf stân.
Ein kus von rôten munde, der von des herzen grunde von zwein gelieben gienge, daz tæt inneclîche wol. 15 swâ Minne ir liebe wæge gelîch und daz si pflæge fröide, dâ von wurden sendiu herzen fröiden vol. mir sol liep ein lieplîch ende machen, dâ von zwei herzen erlachen, 20 der heben mir, daz mîn ir, sît ich senden kumber dol.
Dô ich die reinen guoten, die süezen wolgemuoten, von êrste an sach, dar nâch dô wart mîn herze sorgen bar. dô hâte ich den gedingen 25 daz si mich wolte dringen hin an der fröide stat. des hât sî mich enterbet gar. nim war, vrouwe Minne, wie ichz meine: daz si sô rehte kleine mich senden trœstet unde ich doch mit triuwen diene dar. 30
Owê, sol ich verderben und in der sorge ersterben, frou Minne und ir vil sælic wîp, wie stât iu beiden daz? vil minnenclîchiu Minne, sprich daz mîn küneginne 35 durch wîbes güete sich gein mir ein teil bedenke baz. nu waz touc mîn gar ze langez bîten? ez wær wol in den zîten [[21]] daz si mir solte lônen. Minne treit den alten haz.
Ich hœr aber die vogele singen, in dem walde suoze erklingen; dringen siht man bluomen durch daz gras. was diu sumerwunne in leide, 5 nu hât aber diu liebe heide beide bluomen unde rôsen rôt. meige kumt mit maneger bluot. tuot mir wol diu minnenclîche, seht, sô wirde ich fröiderîche, 10 sunder nôt vil maneger sorgen frî.
Gunde mir diu sældebære daz ir trôst mir fröide bære, swære wolde ich sender siecher lân. hân ich trôst, der ist doch kleine, 15 sine trœste mich aleine. reine sælic wîp, nu trœstet baz. Minne, hilf: êst an der zît. sît mîn trôst lît an der süezen, sô mac si mir swære büezen. 20 nu durch waz tuot si mir alse wê?
Ob ir rôter munt mir gunde daz sîn kus die nôt enbunde, wunde von der minne wurde heil. heil gelücke sælde und êre 25 het ich sender iemer mêre. hêre sælic wîp, nu trœstent baz. owê, süezer rôter munt, wunt wart ich von dînen schulden, do ich der lieben muoste hulden. 30 leit sint daz diu mich noch machent grâ.
Wunder kanst du, süeziu Minne. Minne, in dîner glüete ich brinne; sinne herze muot hâst du mir hin. in mîn herze sunder lougen 35 sach ein wîp mit spilnden ougen tougen. dannoch was gemeit mîn lîp. [[22]] herzen trût, nu tuot sô wol: sol ich sender frô belîben, sô sult ir von mir vertrîben, sælic wîp, die nôt, sô wirde ich frô.
Wie zimt nu der süezen hêren 5 daz si mich kan trûren lêren? mêren möhte si wol fröide mir. ir vil minneclîchez lachen kan mir sendez trûren swachen. machen möhte si mich sorgen bar. 10 owê süezer rôter munt! wunt bin ich an hôchgemüete. rôter munt, dur dîne güete nu sprich dar: du weist wol mîne bete.
Sumer, uns hât dîn schœne 15 bluomen brâht und vogele dœne. walt anger heide in grüene stât: die hâst du brâht ûz nœten. nu wil mich mîn frouwe tœten, diu mich âne trôst in sorgen lât. 20 mich hât bevangen minneclîche ir lîp. mit lieben dingen kan si twingen. hilf trœsterinne, sælic wîp.
Solt ich ein wîp umvâhen 25 lieplîch, ich weiz wol wie nâhen, meht ez sô minneclîch geschehen daz mich ir trôst enpfienge, trût mîn liep, und daz ergienge, man müeste mich iemêre frœlîch sehen. 30 nu vinde ich niht wan hazzelîch versagen. mir nimt ir minne fröide und sinne. des muoz ich senden kumber tragen.
Wîp und wîbes güete 35 sendent werendez hôchgemüete: wîp kunnen fröiden wunder geben: [[23]] wîp kunnen fröide machen; wîp kunnen friunde friuntlîch lachen: wîp liebent manne lîp unt leben. wîp, waz dîn triuwe wirde und êre gît! wîp, du kanst wenden 5 leit, liep senden. waz an wîben fröide lît!
Wê dir, winter ungehiure, wê dir, daz du sîst verteilet! heide und ouwe ist bluomen bar. 10 swaz mit fröiden stuont noch hiure daz hâst du vil gar zerteilet; swaz der süeze meige bar, daz ist allez hin geleit von den sûren kalden winden. 15 du wilt an uns niht erwinden. dast dien kleinen vogelen leit.
Wê der nâhe gênder swære! wenne wil si mir diu ringen der mîn herze unsanfte enbirt? 20 si sint mir ein teil ze swære. in den sorgen muoz ich ringen. ob si dan niht fröide birt mir vil sældelosen man, sô verdirbe ich an dem lîbe. 25 ist daz ich niht frô belîbe, râtent ob ich fürbaz man.
Minne, heile mîne wunden die ich dulde zallen mâlen, wiltu daz ich sorge enber. 30 sît du dichs hâst underwunden, bit ir lîp den liehtgemâlen daz er mir noch fröide ber, sît er sich mîn underwant. frouwe süeze sældebære, 35 iuwer lôn ist mir gebære; so ist ouch mîn dienest ziu gewant.
[[24]] Si mac mir wol helfe senden. sît ich lebe in maneger sende, so ist mîn wec hin zir gebant. si mac trœsten mich vil senden. sît ich ir mîn herze sende, 5 daz diu süeze Minne ie bant, seht, sô wurde ich noch gemeit, wære daz ichs umbevienge und daz siz für guot enpfienge, diu durch kiusche unkiusche ie meit. 10
Si mac sich des wol vermezzen daz sô schœniu crêâtiure nie wart bî maneger zît geborn. man sol si niht zuo den mezzen den diu selbe schœne ist tiure. 15 alle untugent hât si verborn: si hât sælde, si hât heil. hei, gewunne ich noch die künde daz ich si erwerben künde, seht, so wær mîn wunde heil. 20
Merkent wunder iemer mêre. do ich die lieben jungest sach, dô was ich verzagt sô sêre deich vor liebe niht ensprach. ich was ir ze sehenne frô: 25 des erschrac mîs herzen lêre. wâfen, wie geschach mir sô?
Wîbes êre, wîbes güete, wîbes schœne, ir werdekeit, gît den mannen hôchgemüete, 30 die gein tugenden sint bereit. si fröit als diu sumerzît gegen des werden meigen blüete. âhî, waz der fröiden gît!
Seht an die heide, 35 seht an den grüenen walt. [[25]] liehter ougenweide der habent si gewalt. bluomen, loup, diu beide, mit manegem hübschen kleide sô sint si bekleit. 5 dien tet vil leide der lange winter kalt. balde hinnen scheide sîn twingen manicvalt. valwe löcke reide 10 trânt junge stolze meide: des sint si gemeit. var hin verwâzen, vil gar verteilter snê! du muost uns aber lâzen 15 die bluomen und den klê ûf des meigen strâzen (dien tæte du vil wê), dâ die vogele sâzen, ir sanc gein sange mâzen. 20 die fröuwent sich als ê.
Mich wil betwingen daz mich dur liebe ie twanc, daz ich nu muoz ringen dar nâch mîn herze ie ranc. 25 ich wil aber singen der lieben ûf gedingen. mîn trôst an ir lît. lâ mir gelingen, sît daz mir nie gelanc, 30 Minne, an lieben dingen: sô wirt mîn trûren kranc. si kan swære ringen, die sorge ûz herzen dringen. mir wære lônes zît. 35 kus von ir munde, ich wæne er sanfte tuot. der ist zaller stunde [[26]] noch rœter danne ein bluot. eyâ, Minne wunde, du machest ungemuot. ob dîn trôst mir gunde daz mir ein kus die bunde, 5 sô diuhte si mich guot.
Mich hât gebunden der süezen Minne bant. minneclîchez wunden, nâch dir mîn herze ie swant. 10 si hât niht erwunden, sich habe mîn underwunden ir munt rôsenrôt. Minn unde ir kunden die sint mir wol erkant. 15 hete ich helfe funden, sô wær mîn dienst bewant. nu hât si mich wunden in trûren zallen stunden. dâ von lîde ich nôt. 20 mich hât versêret ir liehter ougen schîn. wer hât gelêret die lieben frouwen mîn daz ir güete mêret 25 mir lange wernden pîn? Minne, swer dich êret, des muot wirt gar verkêret. nu bin ich doch dîn.
Owê der swære 30 die ich von minnen hân! der ich sanfte enbære, wan ein vil lieber wân der ist fröidebære. dâ bî ist mir gevære 35 diu Minne unde ir haz. sist mir ze swære: dâ von ich trûric gân. [[27]] ob ich sinnic wære, des solte ich mich erlân. minneclîchez mære mir bernde fröide bære. nu trœste du mich baz, 5 lieplîchiu Minne (mîn sendez herze ist wunt), sît daz ich brinne nâch liebe zaller stunt. sorgen trœsterinne, 10 dir ist mîn jâmer kunt: trœste mîne sinne, daz ich den kus gewinne. sprich jâ, rôter munt.
Lop von mangen zungen 15 wart dem meigen hiure gesungen von dien vogelen dur den grüenen walt. die hât nu betwungen unde jæmerlîch verdrungen rîfe, snê, dar zuo der winter kalt. 20 des vil manic herze trûric stât. dar zuo trûret ouch daz mîne nâch dem fröidebernden schîne der von ir vil rôtem munde gât.
Mir was fröide entsprungen. 25 leider nu ist mir niht gelungen an der lieben diu mîn hât gewalt. wær mîn sanc erklungen ir, sô müeste ich wider jungen: sust bin ich in sorgen worden alt. 30 frouwe Minne, gip mir dînen rât, alde ich lebe in sendem pîne. frouwe, ûf die genâde dîne diene ich dir, swiez mir dar umbe ergât.
Ich hân mîne stunde 35 vil gerungen nâch dem munde der sô lieplîch ist, durliuhtic rôt, [[28]] daz mir nie enkunde werden heil mîs herzen wunde: dâ von lîde ich sender sende nôt. Minne, sich, du lâst mich trûric gân. trôst, der sælden übergulde, 5 frouwe, gênt mir iuwer hulde, wan ez muoz doch an iu eine stân.
Ob ir trôst mir gunde daz ein kus die nôt enbunde die diu herzeliebe mir gebôt, 10 und sich underwunde liebe und dar an niht erwunde, sô geschiede ich noch von sender nôt, die ich von der herzelieben hân gar ân alle mîne schulde. 15 frouwe, sende nôt ich dulde. nu dur got, waz hân ich iu getân?
Heide und ouwe stuont mit blüete gegen des süezen meigen güete: die sint beide worden val. 20 dar zuo wil der winter twingen kleiner vogele süezez singen, daz si swîgent über al. daz solt ich von schulden klagen: sô klag ich ein ander nôt. 25 solt ab ichz der lieben sagen, mich jâmert nâch ir minne mê dan nâch den liehten rôsen rôt.
Wê waz wunders lît an wîben, sît ir güete kan vertrîben 30 sendem herzen sende nôt! der in lieplîch siht in ougen mit gewalde und dâ bî tougen, dem ist al sîn trûren tôt. ist im rehtiu liebe bî, 35 sô ist beiden danne wol. Minne tuot si sorgen frî; [[29]] si stricket beidiu herze in ein und wendet kumberlîche dol.
Wîp, dîn minnenclîch gebâren kan der senden herzen vâren: wîp, du bist ein süezer nam: 5 wîp, du kanst wol fröide mêren: wîp, du kanst wol fröide lêren: dir ist wîplîch êre zam. wîp, du gîst ouch hôhen muot: wîp, du gist ouch fröiden vil: 10 wîp, du bist für trûren guot: des muoz ich iemer sælic sîn. du bist der welte wunnespil.
Süeze Minne, mîne sinne jâmert nâch der lieben minne. 15 Minne, hilf, êst an der zît. Minne, du kanst trûren swenden, hôchgemüete in herze senden: Minne, dîn gewalt ist wît. Minne, ich bin dir undertân: 20 Minne, wis gewaltic mîn. owê Minne, solte ich hân ir minneclîchen wîbes lîp, sô wær mîn trûren gar dâ hin.
Minne, weist du wen ich meine? 25 Minne, ez ist diu liebe aleine, der ich mich für eigen jach; Minne, ez ist diu minnenclîche, Minne ez ist diu sældenrîche. weist du, Minne, waz beschach 30 dô ich jungest was bî ir unde ich vor der lieben saz? Minne, sich, dô tæt du mir daz ich vor liebe niht ensprach und ich mîn selbes gar vergaz. 35
Nu siht man aber die heide val; nu siht man valwen grüenen walt; [[30]] nu hœrt man niht der kleinen vogele singen. die sint geswigen über al. ir stimme diu was manicvalt. die nahtegal die wil der winter twingen. der nôt klag ich, und dâ bî mîne swære, 5 die mir diu herzeliebe tuot. dâ von sô bin ich ungemuot. nust si doch guot diu liebe unwandelbære.
Wâ wart ie herzen mê sô wol 10 dan dâ zwei sendiu herzen sint einmüetic nâch der süezen Minne willen? si sint sô tougen fröiden vol, doch machet si diu Minne blint. si kan in beiden herzeleit wol stillen. 15 si fröuwent sich besamen und niht besunder. swâ herzeliep bî liebe lît, daz wunnebernde fröide gît, dast âne strît, dâ tuo diu Minne ein wunder. 20
Sît daz diu Minne wunder kan, war umbe tuot si wunder niht an mir und an der minneclîchen süezen? nu bin ich doch ir dienestman, swie man mich in dien sorgen siht. 25 daz mac diu minneclîche mir wol büezen. vil hêriu Minne, twinc die fröidenriche, daz si niht gar in wunnen swebe ê daz si mir ir hulde gebe. die wîle ich lebe 30 ich diene ir eigenlîche.
Wâ wart ie mündelîn sô rôt? wâ wart ie baz gestalter lîp? wâ wurden ie sô frœlîch stêndiu ougen, diu mich hânt brâht in grôze nôt? 35 genâde, minneclîchez wîp: ach hete ich iuwer süeze minne tougen! nu wizzent daz ich gerne bî iu wære. [[31]] genâde, rôsevarwer munt: wan machest du mich niht gesunt? sprich zeiner stunt ‘ich wil dir büezen swære.’
Nu lache, daz ich frô bestê; 5 nu lache, daz mir werde wol; vil rôter munt, nu lache lachelîche; nu lache, daz mîn leit zergê: so wirde ich sender fröiden vol. nu lache daz mir ungemüete entwîche; 10 nu lache, daz mîn sendiu sorge swinde; nu lache mich ein wênec an, sît ich dir niht entwenken kan, ich sender man, sît ich dich lieplîch vinde. 15
Einmüetic dast ein lieplîch wort; einmüetic dast der Minne gir; einmüetic sendiu herzen fröide lêret; einmüetic dast der liebe ein hort, swie doch diu minneclîche mir 20 mit wîbes güete selten fröide mêret; einmüetic mange süeze fröide machet; einmüetic fröit ze maneger stunt; einmüetic dast ein lieplîch funt, swâ rôter munt 25 gein liebe lieplîch lachet.