Die Liebe der Erika Ewald: Novellen

Part 12

Chapter 123,300 wordsPublic domain

Esther hatte nicht acht auf diese ungebärdige Schar, ob sie auch im Vorbeischlüpfen einmal einen rohen Arm zurückstoßen mußte, der nach ihrem hüllenden Kopftuche neugierig und begehrlich griff. Sie fragte gar nicht, warum solche Raserei plötzlich die Rotten erfüllte, deren Treiben und Rufen sie nicht verstand; nur Ekel und Angst überkam sie, und ihr Schritt beschleunigte sich mehr und mehr, bis sie endlich atemlos vor der hohen, mit weißen Mondschleiern überwebten Kathedrale stand, die tief in die Schatten der Häuser gebettet schlief.

Beruhigt und mit einem leise erschauernden Beben trat sie bei einer Seitenpforte ein. Es war ganz dunkel in den hohen lichtlosen Gängen, nur um die mattfarbigen Scheiben zitterte ein mystisches mondsilbernes Licht. Menschenverlassen war das Gestühle. Kein Schatten schwankte in den weiten atemstillen Räumen, und die Heiligengestalten standen vor den Altären in schwarzem reglosen Erz. Und wie leise aufzuckendes Glühwurmblinken flackerte aus der Tiefe, die endlos schien, das schwankende Leuchten des ewigen Lichtes über den Kapellen. Alles war heilig und still in dieser unbewegten Ruhe, so daß sie, erfüllt von der schweigsamen Majestät des Raumes, ihre tappenden Schritte fürchtig dämpfte. Mühsam tastete sie sich so zum Seitengange durch und ließ sich erschauernd, mit einem unendlichen und doch mystisch gedämpften Jubel vor dem Bilde nieder, das in dem fließenden Dunkel aus dichten und duftenden Wolken herabzublicken schien, unendlich nah und unendlich ferne. Und nun dachte sie nicht mehr. Es war wie immer: das ganze wirr-sehnsüchtige Fühlen ihrer werdenden Mädchenseele zerspann sich in phantastische süße Träume, die Inbrunst schien allen ihren Fibern zu entströmen und sich als berauschende Wolke ihrer Stirn zu umschmiegen. Wie ein süßes und sanft betäubendes Gift waren diese langen Stunden vereinter unbewußter Gläubigkeit und unbewußter Liebessehnsucht, sie waren eine dunkle Quelle, die selige Hesperidenfrucht, die alles göttliche Leben erhält und nährt. Denn in diesen süßen, haltlosen und wollustdurchschauerten Träumen war alle Seligkeit. Einsam pochte ihr erregtes Herz in die große Stille der leeren Kirche. Vom Bilde kam ein ganz leichter, heller, gleichsam silberdunstiger Glanz, wie von einem tief innen strahlenden Lichte, aber sie erkannte ihr Kind in den ekstatischen Träumen, die sie von den frierenden kalten Stufen emportrugen in eine milde warme Sphäre erträumten Lichtes. Längst wußte sie nicht mehr, daß dies ein fremdes Kind gewesen sei, das sie nur gekannt. Sie träumte den Gott in ihm und den Gott einer jeden Frau, das eigene blutwarme Wesen ihres Leibes; dumpfe Gottessehnsucht, sucherische Ekstatik und werdende Muttersehnsucht spannen zusammen das lügnerische Netz ihres Lebenstraumes. Für sie war nun Helle in dieser lastenden breiten Dunkelheit, ein zartes Tönen harfte auf in der schauernden Stille, die nichts wußte von Menschenwort und Uhrenschlag. Über ihren hingestreckten Körper ging die Zeit mit unhörbaren Schritten...

Ein jäher Stoß erschütterte mit einem Male die Pforte. Und ein zweiter und dritter, daß sie entsetzt auffuhr und in das furchtbare Dunkel starrte. Und neue donnernde Stöße, daß das ganze hohe stolze Gebäude erzitterte und die einsamen Lampen wie feurige Augen durch das Dunkel rollten. Wie hilfloses Schreien gellte das Feilen des gesprengten Türriegels durch den leeren Raum, dessen Wände sich die schaurigen Geräusche wirr und heftig zuwarfen. Gieriger Zorn vieler Menschen hämmerte an der Pforte, und ein Brausen erregter Stimmen dröhnte in die hohle Einsamkeit, als hätte das Meer donnernd alle Dämme zerrissen und stände mit seinen anprallenden Wogen vor den ächzenden Türen des schlafenden Gotteshauses.

Esther horchte verstört, wie aus einem Traume geschreckt. Aber da schmetterte endlich das Tor nieder. Ein dunkler Strom Menschen quoll heftig herein und füllte mit jähem Johlen und Toben die gewaltige Halle. Und mehr, immer mehr. Tausende schienen draußen noch zu warten und sie anzufeuern. Und trunkene Fackeln funkelten plötzlich hoch auf wie gierige Hände, und ihr irrer blutiger Schein fiel auf wilde, von blindem Eifer verzerrte Gesichter, aus denen die Augen heiß quollen wie sündige Begierden. Nun ahnte Esther erst dumpf die Absicht der finsteren Rotten, denen sie unterwegs begegnet war. Und schon knatterten die ersten Axtschläge nieder in das Holz der Kanzel, Bilder sausten zu Boden, Statuen knickten um, Flüche und Hohnworte wirbelten auf aus diesem dunklen Schwall, über dem die Fackeln unruhig tanzten, wie erschreckt von dem wahnwitzigen Gebaren. Wirr ergoß sich die Flut gegen den Hauptaltar, plündernd und vernichtend, schändend und entweihend. Hostien flatterten zu Boden nieder wie weiße Blüten, eine ewige Lampe sauste von wilder Faust geschleudert wie ein Meteor durch das Dunkel. Und immer mehr Gestalten drängten nach, die Fackeln flackerten häufiger und häufiger. Ein Bild fing Feuer und die Flamme leckte hoch auf wie eine züngelnde Schlange. Irgend einer hatte die Orgel gepackt; die irren Töne ihrer zerschmetterten Pfeifen schrieen gell und hilfesuchend durch das Dunkel. Und Gestalten tauchten auf wie aus wirren und wahnsinnigen Träumen. Ein toller Geselle mit einem blutigen Gesicht schmierte sich unter dem tierischen Jubel der andern die Stiefel mit dem heiligen Öle, zerlumpte Schelme stolzierten in reichbestickten Bischofstogen, eine kreischende Dirne trug in ihrem wirren schmutzigen Haar einer Statue goldenen Heiligenreif. Diebe tranken sich Wein zu aus den heiligen Gefäßen, und am großen Altar kämpften zwei mit blinkenden Messern um eine edelsteingeschmückte Monstranze. Dirnen tanzten geile und trunkene Tänze vor den Heiligtümern, Trunkene spieen in die Weihebecken, Zornige zerschmetterten mit ihren blinkenden Äxten, gleichgültig, was es traf, vor sich hin. Das Lärmen schwoll in ein Chaos polternder Laute und kreischender Stimmen; wie ein ekler und dichter Pestdunst qualmte das Toben empor zu den schwarzen Höhen, die finster auf das springende Leuchten der Fackeln herabblickten und unbeweglich, unerreichbar schienen für diesen verzweifelten Menschenhohn.

Esther hatte sich halb ohnmächtig in den Schatten des Altars versteckt. Ihr war, als müsse dies alles geträumt sein und plötzlich verschwinden, wie ein trügerischer Spuk. Aber schon stürmten die ersten Fackeln in die Seitengänge. Gestalten, die in fanatischer Leidenschaft bebten, wie im Rausche, sprangen über die Gitter oder zerhieben sie mit dröhnenden Streichen, stürzten die Statuen und rissen die Bilder von den Schreinen. Dolche blitzten wie feurige Schlangen im zuckenden Fackellicht und zerbissen zornig Schränke und Bilder, die mit zerschmetterten Rahmen zu Boden sausten. Näher und näher taumelte die Schar mit ihren qualmenden, zuckenden Leuchten. Esther blieb atemlos und preßte sich tiefer ins Dunkel. Ihr Herz hörte auf zu schlagen vor Angst und quälender Erwartung. Noch wußte sie nicht recht, die Geschehnisse zu deuten und fühlte nur Furcht, jähe unbändige Furcht. Ein paar Schritte kamen heran. Und ein stämmiger wüster Kerl zerhieb mit einem Schlage das Gitter.

Schon glaubte sie sich entdeckt. Aber erst im nächsten Augenblicke erkannte sie die Absicht der Eingedrungenen, als am Nebenaltare eine Statue der Madonna mit gellem Todesschrei zersplittert zu Boden sank. Die Angst wurde in ihr wach, man wolle auch ihr Bild, ihr Kind vernichten, und sie wurde Gewißheit, als Bild um Bild, im unsichern Fackelschein unter Jubel und Hohn herabgezerrt, zerstoßen und zertreten wurde. Ihr ganzes Denken strömte brausend zusammen in die furchtbare blitzartig aufzuckende Idee, man wolle das Bild ermorden, das in ihren wirren Träumen längst eines war mit ihrem eigenen lebendigen Kinde. In einer Sekunde flammte alles auf wie in blendendes Licht getaucht. Ein Gedanke, der Gedanke all ihrer Tage, tausendfach gedacht in diesem einen Augenblicke, entzündete ihr Herz: Das Kind zu retten, _ihr_ Kind. Und in dieser Sekunde umfingen sich in ihr Traum und Wirklichkeit mit verzweifelter Inbrunst. Schon stürmten die zelotischen Zerstörer auf den Altar zu. Eine Axt flog hoch auf in der Luft -- und in diesem Augenblicke verlor sie alles wache Besinnen und sprang schützend mit ausgebreiteten Armen vor das Bild....

Und wie ein Zauber war es. Dumpf schmetterte die Axt aus der kraftlos niedersinkenden Hand zu Boden. Und aus des andern erstarrenden Faust zischte die Fackel verlöschend nieder. Wie ein Blitz fuhr es unter diese berauschten lärmenden Menschen. Alles war verstummt, nur einem erstarb in der Kehle der gurgelnde Ruf: »Die Madonna ... die Madonna.«

Kreidefahl und zitternd standen sie alle. Ein paar fielen betend in die schlotternden Kniee. Keiner war, der nicht ins tiefste erschauert wäre. Überwältigend war die wundersame Täuschung. Denn für sie gab es keinen Zweifel, daß sich hier ein oft beglaubigtes und erzähltes Wunder ereignet hatte, daß die Madonna, die offenbarlich des Bildes Züge trug, ihr Bild beschützt hatte. Ihr aufgepeitschtes Gewissen riß sie mit, als sie die Züge des Mädchens sahen, die ihnen nicht anderes schien als das verlebendigte Bild. Und nie waren sie gläubiger, als in diesem raschen und flüchtigen Augenblick.

Aber da stürmten schon andere herbei. Fackeln erhellten die erstarrte Gruppe und das Mädchen, das sich halberstarrt an den Altar preßte. Lärm überflutete das Schweigen. Rückwärts kreischte eine Dirnenstimme: »Vorwärts ... das ist ja nur das Judenmädel des Wirts.« Und jählings war der Zauber gebrochen. In Scham und Wut stürmten die Gedemütigten hinauf. Eine rauhe Faust stieß Esther zur Seite, daß sie taumelte. Aber sie raffte sich auf; sie kämpfte für das Bild, als gelte es wirklich eigenes blutwarmes Leben. Blindwütend und in altem Trotze schlug sie mit einem schweren silbernen Leuchter gegen die Bilderstürmer; einer stürzte auffluchend hin, aber einer sprang erbittert vor. Ein Dolch zuckte wie ein kurzer roter Blitz und Esther taumelte nieder. Und schon regneten die Splitter und Stücke des Altars auf sie herab, die keinen Schmerz mehr fühlte. Das Bild der Madonna mit dem Kinde und das der Madonna mit dem wunden Herzen, beide fielen sie unter einem einzigen wütenden Axthieb.

Und weiter stürmte das Rasen; von Kirche zu Kirche eilten die Plünderer, die Straßen mit heillosem Lärm erfüllend. Eine furchtbare Nacht sank auf Antwerpen herab. Schrecken und Beben schlich in die Häuser mit der Kunde, hinter den verriegelten Toren schlugen ängstliche Herzen. Aber die Flamme des Aufruhrs flaggte wie eine Fahne über das ganze Land. --

Auch der alte Maler erschauerte in dieser Nacht in unbändiger Angst, als er die Nachricht vom Bildersturm vernahm. Seine Kniee zitterten, und er faßte mit flehenden Händen ein Kruzifix, um die Rettung des Bildes zu beschwören, das ihm doch Gottes offenbare Gnade geschenkt. Eine wilde und finstere Nacht quälte ihn der fürchterliche Gedanke. Und im frühesten Morgengrauen hielt es ihn nicht länger zu Hause.

Vor der Kirche schlug seine letzte Hoffnung nieder, wie eine gefällte Gestalt. Die Tore waren zerbrochen, Fetzen und Splitter, wie blutige Spuren deuteten den mitleidslosen Weg der Bilderstürmer. Mühsam tappte er durch das Dunkel zu seinem Bilde. Seine Hände griffen nach dem Schrein. Aber sie irrten, irrten ins Leere. Und sanken müde herab. Das Vertrauen in seiner Brust, das viele Jahre sein frommes Lied zu Gottes Dank und Gnade gesungen, verflog jäh, wie eine gescheuchte Schwalbe.

Endlich faßte er sich und schlug ein Licht an. Ein flüchtiger Schein zuckte vom Zündsteine auf und hellte ihm einen Anblick, der ihn taumelnd zurückfahren ließ. Auf dem Boden zwischen Trümmern lag des italienischen Meisters traurig-süßes Madonnenbild, die Madonna mit dem blutenden Herzen, vom Schwertstoß durchdrungen. Aber nicht das Bild, sondern die Gestalt, die Madonna selbst.... Kalter Schweiß stand auf seiner Stirne, als das schnelle Aufleuchten wieder erlosch. Er glaubte einen bösen Traum zu leben. Aber als er wiederum das Licht entflammte, erkannte er Esther, die mit tödlicher Wunde hingestreckt war. Und durch ein seltsames Mirakel offenbarte sie, die sein Madonnenbild im Leben verkörpert, des fremden Meisters Madonnenzüge und ihr blutendes Schicksal im Tode.....

Es war dies ein Wunder, ein offenbares Wunder. Aber der alte Mann wollte an keine Wunder mehr glauben. In dieser Stunde, da er sie, seiner letzten Lebenstage mildleuchtende Blüte tot sah, neben seinem zerschmetterten Bilde war die gläubig klingende Saite seiner Seele zerbrochen. Er verleugnete den Gott seiner siebzig Jahre in einer Minute. Konnte dies denn des weisen und milden Gottes Hand sein, die so viel Schöpferseligkeit und werdende Pracht nur schenkte, um sie wieder zwecklos ins Dunkel zu reißen. Dies konnte kein Wille sein, nur das Spiel eines tändelnden Willens! Nur ein Wunder des Lebens und nicht Gottes, ein Zufall, wie Tausende durch den Tag rauschen, sich verschlingend und sich wieder lösend. Nicht mehr! Könnten denn Gott die guten und lauteren Seelen so wenig sein, daß er sie hinwarf im lässigen Spiel? Zum ersten Male stand er in einer Kirche und verzweifelte an Gott, weil er ihn groß und gütig geglaubt hatte und nun seine Wege nicht mehr verstand.

Lange sah er nieder zu der jungen Toten, die so viel frommes Abendlicht über seine letzten Jahre gegossen. Und er ward milder und gerechter, als er die verhaltene Seligkeit um ihre gebrochenen Lippen sah. Demut kam wieder über sein gütiges Herz. Durfte er denn wirklich fragen, wer dies seltsame Wunder vollbracht, daß dieses einsame Judenmädchen für der Madonna Ehre in den Tod gegangen war? Durfte er rechten, ob Gott, ob das Leben dies gefügt? Durfte er die Liebe mit Worten umkleiden, die er nicht wußte, durfte er sich gegen Gott auflehnen, weil er sein Wesen nicht verstand?

Der alte Mann erschauerte. Er fühlte sich sehr arm in dieser einsamen Stunde. Er fühlte, daß er in den langen Jahren einsam geirrt war zwischen Gott und dem Leben, daß er zwiefach hatte begreifen wollen, was einfach und doch undeutbar war. Waren es denn nicht gleiche wundersam wirkende Sterne gewesen über dem tastenden Wege dieser aufknospenden Frauenseele -- waren sie denn nicht in ihr und in allem Eines gewesen, Gott und die Liebe?...

Über den Fenstern glühte leise das erste Morgenrot. Aber es erhellte ihn nicht, denn er hatte keine Sehnsucht mehr nach neuen werdenden Tagen, nach dem Leben, das er in so langen Jahren durchschritten, berührt von seinen Wundern und nie doch ganz durchleuchtet. Und ohne Bangen fühlte er sich nun jenem letzten Wunderbaren nahe, das nicht mehr Täuschung und Traum ist, sondern die ewige dunkle Wahrheit.

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[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile steht.

Gedichte von Paul Verlaine. Eine Antologie der besten Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten

so wenig erstaunt, das sie noch immer so wenig erstaunt, daß sie noch immer

Menschen und hunderterlei Ablenkungen anderer Art, daß sie beinahe an Menschen und hunderterlei Ablenkungen anderer Art, daß sie beinahe

einem jähen Weinkampfe löste sich ihre gesteigerte physische Erregung. einem jähen Weinkrampfe löste sich ihre gesteigerte physische Erregung.

abgeleierten Volksweisen recht gut, und wenn sie einen besondres flotten abgeleierten Volksweisen recht gut, und wenn sie einen besonders flotten

Laute mit den einfachen Empfindungen und Trieben, die sich nicht Leute mit den einfachen Empfindungen und Trieben, die sich nicht

würde und sehnte sich darnach und fürchtete sich doch. Sie wollte es würde und sehnte sich danach und fürchtete sich doch. Sie wollte es

dunkeln Nebel, die Stadt und die Felder. Und die Wolken da oben.... dunklen Nebel, die Stadt und die Felder. Und die Wolken da oben....

wußte nicht, daß auch der Glaube an diesem großen Frieden nur eine wußte nicht, daß auch der Glaube an diesen großen Frieden nur eine

Sehnsucht ist, das innigste und unvergänglichste Begehren, daß uns nicht Sehnsucht ist, das innigste und unvergänglichste Begehren, das uns nicht

griff. Sie harrte, bis endlich die erste Töne seiner Geige sich singend griff. Sie harrte, bis endlich die ersten Töne seiner Geige sich singend

finden. Ein rasche Gewißheit schaukelte sie in selige Träume. Sie finden. Eine rasche Gewißheit schaukelte sie in selige Träume. Sie

aus schwindelnden Höhen atemlos, willenslos und widerstandsunfähig aus schwindelnden Höhen atemlos, willenlos und widerstandsunfähig

auskosten bis zum letzten bittersten und vielleicht tötlichen Tropfen. auskosten bis zum letzten bittersten und vielleicht tödlichen Tropfen.

ein schmerzhafter Pfeil in sein Herz bohrte: daß er um ihrerwillen starb ein schmerzhafter Pfeil in sein Herz bohrte: daß er um ihretwillen starb

beiden ging durch die schmalen verwinckelten Gassen dem hellen Hafen zu, beiden ging durch die schmalen verwinkelten Gassen dem hellen Hafen zu,

Heimkehr dacht ich nicht. Das Leben war mir leicht, wie meines Vaters Heimkehr dacht' ich nicht. Das Leben war mir leicht, wie meines Vaters

war's, und manchmal fühl ich's heute noch so, als hätte sichtbarlich war's, und manchmal fühl' ich's heute noch so, als hätte sichtbarlich

klebt die Fledermaus« lachte er. Die andern schlugen in die Hände, die klebt die Fledermaus,« lachte er. Die andern schlugen in die Hände, die

sondern stürmte fort in die kalten Regennacht und schrie wie ein sondern stürmte fort in die kalte Regennacht und schrie wie ein

Dies Wunder meint ich oftmals selbst zu sehn.« Dies Wunder meint' ich oftmals selbst zu sehn.«

anderen Sektierer eifern gegen den Schmuck des Gotteshauses!« andere Sektierer eifern gegen den Schmuck des Gotteshauses!«

begehrte -- muß Gottes Hand mit meinem Werke sein.« begehre -- muß Gottes Hand mit meinem Werke sein.«

hatte ihn im tiefsten berührt, weil sie leise auch an ein eigenes hatte ihn im Tiefsten berührt, weil sie leise auch an ein eigenes

Laien vollendet hätte. Und so irrte er gewöhnlich ratlos und rastlos in Laien vollendet hatte. Und so irrte er gewöhnlich ratlos und rastlos in

Wunder, das viele bezeugten und wenige wirklich erschaut hatte. Noch Wunder, das viele bezeugten und wenige wirklich erschaut hatten. Noch

dessen Rahmen ihn das verführerische Bild gesehn. dessen Rahmen er das verführerische Bild gesehn.

den nicht einmal der verlorene Ausdruck ihren träumerischen Augen den nicht einmal der verlorene Ausdruck ihrer träumerischen Augen

eine Flut kauderwälscher Worte. Alles, was ich von seinem Judendeutsch eine Flut kauderwelscher Worte. Alles, was ich von seinem Judendeutsch

vergessen. Das Kind behielt ich: es tat mir leid, dann hofft ich auch, vergessen. Das Kind behielt ich: es tat mir leid, dann hofft' ich auch,

Der Wirt kratzte sich verlegen den Kopf. »Wißt ihr, hub er dann an Der Wirt kratzte sich verlegen den Kopf. »Wißt Ihr,« hub er dann an,

schneiige Milde dieses Hauptes umfaßte, und vergessene Glocken schlugen schneeige Milde dieses Hauptes umfaßte, und vergessene Glocken schlugen

und kann ich dich nicht. Willst du also, Esther? und kann ich dich nicht. Willst du also, Esther?«

und den Wert der alten Stunden erneuen. Und bald verband ein geheimes und den Wert der alten Stunden erneuern. Und bald verband ein geheimes

mehr wußte, ward in dämmernden Farben wieder wach und erfüllten sie mit mehr wußte, ward in dämmernden Farben wieder wach und erfüllte sie mit

unfertige Gestalt mit wundersamen Liebreiz, der auch Esther unbewußt unfertige Gestalt mit wundersamem Liebreiz, der auch Esther unbewußt

werdenden Lebens eines Glanz des Unnahbaren und ein Brausen des werdenden Lebens einen Glanz des Unnahbaren und ein Brausen des

des Lichtes so verschwistert hatte und gleichsam aus fernen Traume fiel des Lichtes so verschwistert hatte und gleichsam aus fernem Traume fiel

erschauerten in wildem und unverständlichen Schmerz. Sie fühlte die erschauerten in wildem und unverständlichem Schmerz. Sie fühlte die

geliebt, mit Bedauern und heimlichen Zorn. Unruhe wühlte in der Stadt. geliebt, mit Bedauern und heimlichem Zorn. Unruhe wühlte in der Stadt.

benerken. bemerken.

vorrüberrauschte. Er sah in Esthers Augen. Sie waren nicht mehr verweint vorüberrauschte. Er sah in Esthers Augen. Sie waren nicht mehr verweint

umrauscht ist von den Gerüchten vieler vollbrachten Wunder, auf ihre umrauscht ist von den Gerüchten vieler vollbrachter Wunder, auf ihre

quäkender Stimme den Prediger nach, anderen grüßten das Bildnis mit quäkender Stimme den Prediger nach, andere grüßten das Bildnis mit

Seitenpforte ein! Es war ganz dunkel in den hohen lichtlosen Gängen, Seitenpforte ein. Es war ganz dunkel in den hohen lichtlosen Gängen,

Ekstatik und werdende Muttersehnsucht spannnen zusammen das lügnerische Ekstatik und werdende Muttersehnsucht spannen zusammen das lügnerische

ersten Axtschläge schon nieder in das Holz der Kanzel, Bilder sausten zu ersten Axtschläge nieder in das Holz der Kanzel, Bilder sausten zu

zerlumpte Schelme stolzierten in reichgeflickten Bischofstogen, eine zerlumpte Schelme stolzierten in reichbestickten Bischofstogen, eine

Dolche blitzen wie feurige Schlangen im zuckenden Fackellicht und Dolche blitzten wie feurige Schlangen im zuckenden Fackellicht und

in der Kehle der gurgelnde Ruf: Die Madonna ... die Madonna.« in der Kehle der gurgelnde Ruf: »Die Madonna ... die Madonna.«

ihr Bild beschützt hatte. Ihr aufgepeitschte Gewissen riß sie mit, als ihr Bild beschützt hatte. Ihr aufgepeitschtes Gewissen riß sie mit, als

zurückfahren ließ. Auf dem Boden zwischen Trümmern lag das italienischen zurückfahren ließ. Auf dem Boden zwischen Trümmern lag des italienischen ]

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