Die Hallig: Die Schiffbrüchigen auf dem Eiland in der Nordsee
Part 21
»Mir ist, als habe Gott mir dadurch eine große Beruhigung geben wollen. Ich kann nun an Godber denken ohne den geringsten Zweifel, daß ihm vergeben ist. Diese Vereinigung im Tode mit allen Denen, welche er mit Recht oder Unrecht als Opfer seiner Untreue betrachtete, kommt mir als eine bejahende Antwort vor auf die Frage der Ueberlebenden: >Ist seine Reue angenommen im Gericht?< Wir sollten in Frieden sein gedenken, darum sahen wir seine Leiche in Frieden schlummern neben Denen, deren Tod sein Gewissen beunruhigte. Ich wenigstens muß Gott danken, daß Er es also gefügt, und möchte um keinen Preis Godber's Leiche an einer andern Stelle gefunden wissen. Er mußte erst den Weg dahin machen, wohin ihn die Sühne rief. Maria gehörte nicht dahin. Darum wurden ihre Leichen getrennt. Mit ihr versöhnten ihn die letzten Augenblicke seines Lebens; und sie sind nun vereint in den ewigen Hütten.«
Gewann unsere Erzählung Deine Teilnahme, lieber Leser, so scheide auch Du von Godber, ohne mit Unwillen seiner Schwäche zu gedenken. Wer hat die Gewalt der Leidenschaft ermessen, deren lodernde Flamme oft in einem unseligen Augenblick Alles verzehrt, was an Pflicht und Treue wir unser nennen, und wir stehen vor dem Aschenhaufen und fragen verwundert: »Wie konnte es doch so kommen?« Richten wir uns selber, dann sei keine Strenge zu streng; urteilen wir aber über Andere, dann flüstere das Bewußtsein unserer Schwachheit das Gebet uns zu: »Herr, führe uns nicht in Versuchung!«
Das gesuchte Faß ward glücklicherweise wohlbehalten aufgefunden, geöffnet, und darauf wurden in Wein die vorrätigen Nahrungsmittel gekocht, deren Genuß nun den Durchnäßten und Durchkälteten eine erquickende Lebenswärme zurückgab.
»Bis hieher hat der Herr geholfen!« rief Hold, nachdem Alle gesättigt waren. »Lasset uns hinziehen zu der Stätte, wo Sein Heiligtum stand, daß wir Ihm dort danken, wo wir so oft Seinen heiligen Namen angerufen haben. Dort im Angesicht der Zerstörung alles Dessen, was wir von Ihm hatten an zeitlichem Gut, wollen wir Ihn preisen, daß er unsere Lieben erhalten und Seine Liebe uns bewährt auch da, als Seine Hand schwer auf uns lag.«
Und er stimmte aus Luther's Kernliede: »Aus tiefer Not schrei' ich zu Dir!« die folgenden Verse an, in welche die ganze Gemeinde auf dem Zuge zu der Stätte, wo die Kirche gestanden, mit einfiel:
Und währt es auch bis in die Nacht, Und wieder an den Morgen, So soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thut der Fromme rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gottes harret.
Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein Arm zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Nöten allen.
Als Hold die Kirchenwerfte betrat, die kaum in ihrer Zerstörung noch eine Werfte heißen konnte, und auf der auch kein Stein und kein Balken zurückgeblieben, die daran erinnern konnten, daß hier ein Haus gestanden, war das Erste, das ihm in die Augen fiel: Maria's Leiche. Diese mußte mit der rückgehenden Flut hierher getrieben sein und lag in einer der Höhlungen der zerrissenen Werfte in einer fast sitzenden Stellung, so daß sie beim ersten Anblick als eine Lebende erschien, die hier einen Schutz vor den rauhen Winden gesucht. Alle drängten sich um Hold her, als er sich mit einer Thräne im Auge über den Leichnam niederbeugte. Er war so weich und wehmütig geworden, daß er die freudige, gottvertrauende Stimmung, in welcher er die Gemeinde hierhergeführt, vergebens wieder suchte.
So war denn dies jugendliche Leben dahin, das vom irdischen Glück nur geträumt. Als der Traum in Erfüllung gehen sollte, breitete der Morgen seinen scharfen Winterfrost über die Blüten der bräutlichen Hoffnung und sie welkten alle. Auch Du mit Deinem bescheidenen, einfachen Wesen, die Du geschaffen schienst, um friedlich über die Erde hinzugehen, unbeachtet vom Geschick, das die stolzen Herzen trifft und die reichen Gemüter prüft, auch Du mußtest bluten, ein stillduldendes Opfer der von Leidenschaften bewegten Welt. Doch der Stern eines schönern Morgens war ja aufgegangen in Deinem Herzen und weckte Blüten, die die Erde nicht geboten, wider die der feindliche Winterfrost nichts vermochte, die von dem Tau des himmlischen Friedens und von den Thränen des irdischen Schmerzes zugleich genährt, nur desto reicher sich entfalteten und desto lieblicher aufdufteten der Heimat zu. Nicht in ein anderes Land ist Deine Seele übergegangen, sie war ja schon hienieden losgebunden von den Fesseln zeitlicher Wünsche, war hienieden schon eine Pilgerin nicht zum Himmel, sondern im Himmel. Die Thräne, die auf Deine Leiche fällt, gilt nicht Dir, deren Glaube zum Schauen geworden ist, sie gilt der Welt, die nicht einmal für Dein anspruchsloses Herz eine ruhige Stätte hatte. Ja, wir sind Gäste und Fremdlinge auf Erden!
Indem Hold sich tiefer hinabbeugte, weniger um die Tote näher zu betrachten, als vielmehr, um seine Thränen zu verbergen, sah er neben Maria den goldenen Abendmahlskelch liegen, der seit 1459 der Gemeinde gedient[4]. Dieser Fund ergriff ihn wie eine Botschaft aus der Höhe. Mit siegender Kraft kehrte sein heiterer Glaubensmut in seine Brust zurück. Er faßte schnell das ihm und der Gemeinde so werte Kleinod, hob es hoch empor in der Linken, während seine Rechte wie segnend über den Häuptern der ihn umgebenden Gemeinde lag. Sein freudeverklärter Blick ruhte am Himmel, durch dessen leichte Wolken eben die Sonne brach, deren Strahl die grause Zerstörung umher beleuchtete, zugleich aber über das Antlitz Hold's einen Schimmer ergoß, in welchem sich seine innere Gottesfreudigkeit klar und glänzend abspiegelte. So stand er auf der höchsten Stelle der zertrümmerten Werfte, den Mittelpunkt eines wunderbaren Gemäldes bildend. Zunächst an ihm Maria's Leiche in halbsitzender Lage, wie eine fromme Schülerin zu den Füßen ihres Lehrers, das Gesicht mit dem mildesten Frieden des Todes in den Zügen gleichfalls dem Himmel zugewendet. Die Gemeinde ringsum in den mannigfaltigsten Stellungen mit mehr oder minder deutlichen Zeichen der Ermattung; Alle nur in leichter Kleidung, der man die Verwirrung der Nacht ansah, die Männer mit freiem Nacken und offener Brust, die Frauen und Mädchen mit dem langen, nassen Haar, das über die Schultern herabfiel; bei dem Einen das Antlitz ganz verklärt im Aufschauen zum Herrn, bei dem Andern ein Zug von Trauer und Wehmut beim neuen Anblick der Vernichtung ihres irdischen Glückes; die Kinder furchtsam umschauend und den Eltern sich anschmiegend, als sähen sie die Schreckbilder der vergangenen Nacht noch einmal zurückkehren. Dabei die zerrissene Werfte, hier in tiefen Höhlungen ausgewaschen, dort in steilen Abbrüchen und herumliegenden Erdhaufen einem gesprengten Festungswall gleichend. Auf der einen Seite das halbgesunkene Balkengerüst, der einzige Ueberrest der Wohnung Hold's; auf der andern die Aussicht über die glatte Fläche des Landes hin, voll zerstreuter Trümmer, die durch einzelne Streifen des am Morgen gefallenen Schnees von dem dunklen, feuchten Grunde gehoben wurden. Weiterhin das Meer, dessen Wellen nach der Erschütterung des letzten Sturmes noch in ungewöhnlicher Bewegung waren und die Macht bezeugten, die solche Zerstörung angerichtet. Das Ganze gab ein Gemälde, das in seiner Wahrheit jede Schöpfung der Phantasie weit hinter sich zurückließ.
[Fußnote 4: Dieser Becher befindet sich jetzt in der Kunst- und Antiquitätenkammer in Kopenhagen.]
»Fürchte Dich nicht, Du kleine Gemeinde!« rief Hold. »Siehe der Herr ist Dir nahe! Wie der Regenbogen nach der Sündflut der Welt ein Zeichen und Zeugnis war, daß Gottes Gnade fortan größer sein werde als ihre Schuld, so giebt Gott uns diesen Kelch, der so vielen Geschlechtern gedient, und der so manche Sturmflut überdauert hat, heute wieder zum Zeichen und Zeugnis, daß er sich unser erbarmen will mit alter Lieb' und Treue. Fürchte Dich nicht, Du kleine Gemeinde! Der Gott, der Jesum Christum in die Welt gesandt, daß Er den Kelch der Versöhnung fülle mit Seinem Blute, der Gott spricht durch dies Gefäß der heiligsten Feier zu Dir: Ich will Dich nicht verlassen, noch versäumen! Herr, wir halten fest an Deinem Worte! Herr, wir bauen auf Deine Zeugnisse! Wer mag noch daran gedenken, was diese Nacht ihm genommen? Wessen Brust ist nicht durchströmt von dem Trost aus der Höhe? Wessen Herz schlägt nicht kindlich froh dem Vaterherzen droben entgegen? Er hat Seinen Boten vorausgesandt, diesen Kelch. Er ist da und teilet einem Jeden aus Seiner reichen Fülle. Er ist da und mit Ihm weltüberwindende Kraft und freudige Hoffnung. Er ist da, Du Tochter Zions, und hat aufgerichtet in Deinem Herzen Sein Heiligtum, dessen Grund ist der Fels der Zuversicht, dessen Säulen sind Licht und Gnade, dessen Altar ist Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens, dessen Zinne ist Friede und Seligkeit. Arm und hülflos, wie wir aus dem Mutterschoße hervorgegangen sind, stehen wir wieder vor Ihm. Er will uns neugeboren werden lassen, daß wir fortan ganz die Seinen sind, genährt nur von der lautern Milch des Glaubens, stark nur in Seiner Stärke, reich nur in Seinem Reichtum, selig nur in Seiner Liebe. Herr, unser Gott, hier sind wir! Wir sind Dein; Deines Reiches Erben, nicht mehr Kinder der Zeit!
Das Zeitliche vergeht der Zeit zum Raube; Doch ewig bleibt die Liebe und der Glaube!
Die Collection Spemann
ist in der Absicht begründet, den guten alten Brauch einer eigenen
»Hand- und Hausbibliothek«
wieder zu Ehren zu bringen. Neben dem vollberechtigten Interesse an der anziehenden Zeitungslektüre wollen wir die Freude an dem _abgeschlossenen Buche_ wieder zu wecken suchen.
Keine Litteratur der Welt besitzt einen solchen Reichtum von eigenen wie von angeeigneten Werken unvergänglichen, klassischen Wertes, als gerade die deutsche. Wie die Werke unserer deutschen Geisteshelden dem Fortschritt der Menschheit die Wege gewiesen, so hat die Litteratur der ganzen Welt durch unsere Uebersetzungskünstler auf uns zurückgewirkt. Franzosen und Engländer, Russen und Italiener, Spanier und Skandinavier, Römer und Griechen mußten ihr Bestes hergeben -- durch musterhafte Uebertragungen sind sie in unsere Litteratur aufgenommen. Romane, Novellen und Dramen, schildernde und sachlich belehrende Reisebeschreibungen, Memoiren und Geschichtswerke, naturwissenschaftliche und medizinische Schriften -- ein unermeßlicher Reichtum des Besten und Edelsten ist unser.
Aber wem ist es geboten, für die Stunden der Muße und geistigen Erbauung sich aus dieser reichen Fülle das Edelste und Beste, das Brauchbare und Gute auszusuchen und zusammenzustellen zu einem wahren litterarischen Hausschatz? Nur wenig Bevorzugten! Die Gesammtheit des Lesepublikums ist mehr oder minder darauf angewiesen, es dem Zufall zu überlassen, was er ihm bietet oder was äußere Mittel zu erlangen gestatten.
Da ist es nun die »Hand- und Hausbibliothek«, deren Zusammenstellung bewährte und kenntnisreiche Männer leiten, die beseelt sind von dem schönen Gedanken, die geistigen Errungenschaften weitesten Kreisen zugänglich zu machen -- die »Deutsche Hand- und Hausbibliothek« die mit jedem neuen Band jenen Hausschatz bereichert und vermehrt in wohldurchdachter Wahl. Ja noch mehr, die den Genuß dessen, was sie bietet und bringt, erhöht und erweitert durch Einleitungen der namhaftesten Forscher, durch biographisch-kritische Vorworte gewissermaßen die engere Bekanntschaft zwischen Autor und Leser vermittelt.
Das deutsche Buch ist fast sprichwörtlich geworden durch seine hohen Preise, die nur Wenige zu erschwingen im stande sind. Fünf bis sieben Mark ist der gewöhnliche Preis einer Oktavbandes. Wir wagen es und geben unsere Bände
gebunden für 1 Mark,
ein Preis, wie er noch nie und nirgends aufgestellt ist.
Wir geben unsere Bände _gebunden_ in schönem und solidem, von Künstlerhand entworfenen Einband. So sind unsere Ausgaben nie dem Auseinanderfallen beim Lesen und ebenso nie der Fährlichkeit ausgesetzt, von ungeschickten Buchbindern verdorben oder in häßlicher Ungleichheit gebunden zu werden. Damit auch dem so ärgerlichen Verlieren beim Ausleihen vorgebeugt werde, hat jeder Band ein Bibliothekschild zur Einzeichnung des Namens des Besitzers. Da ferner alle Bände in gleichem Einband erscheinen, so kann der Bezug der _Collection Spemann_ an jedem Ort Deutschlands und des Auslandes begonnen und fortgesetzt werden.
Jeder Band ist einzeln käuflich. Wir eröffnen aber auch ein Abonnement auf eine Serie von 20 Bänden. Alle zwei bis drei Wochen soll ein Band erscheinen und jeder Abonnent einer Serie erhält
den 20. Band gratis.
Damit ist Gelegenheit geboten, eine musterhafte Bibliothek für sich und die Familie für einen Betrag zu erhalten, welcher kaum den Abonnementsbetrag einer größeren Leihbibliothek überschreitet.
Wir hegen die Zuversicht, daß die Nation der »Deutschen Hand- und Hausbibliothek« eine freundliche Aufnahme gönnen werde.
Inhalt der ersten Serien (vorbehaltlich etwaiger Abänderung im Einzelnen).
_Louise von François, Zwei Erzählungen._ Mit einem biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.
Zwei Kabinettsstücke vollendeter Erzählungskunst, welche mit den besten Mitteln die tiefste und ästhetisch reinste Wirkung erzielt.
_Karl Immermann, Der Oberhof._ Mit einer Einleitung von _Levin Schücking_.
Die vorzüglichste deutsche Dorfgeschichte, die treffendste Schilderung westfälischen Bauernlebens, voll realistischer Wahrheit, anmutender Frische, zum Herzen sprechender Poesie.
_Miguel de Cervantes Saavedra, Moralische Novellen._ Eingeleitet von _Otto von Leixner_.
Durch Selbständigkeit und Mannigfaltigkeit der Stoffe nicht weniger als durch scharfe, lebensvolle Charakteristik ausgezeichnete Leistungen des berühmten Verfassers des »Don Quixote«.
_J. Ch. Biernatzki, Die Hallig oder die Schiffbrüchigen auf dem Eilande in der Nordsee._ Roman. Mit einer Einleitung von _Heinrich Düntzer_.
Mit fesselnder Anschaulichkeit geschriebene Nordseegeschichte, die das so eigenartige Lokalkolorit meisterhaft wiedergiebt und die Sturmflut von 1825 mit ergreifender Wahrheit schildert.
_August Becker, Auf Waldwegen._ Mit einer Einleitung von _Joseph Kürschner_.
Eine durch Einfachheit der Charakterzeichnung wie Naturwahrheit der Scenerie gleich ausgezeichnete Erzählung des wohlbekannten Verfassers von »Rabbis Vermächtnis«.
_Nicolas Gogel, Russische Novellen._ Mit einer Einleitung von _Friedr. Bodenstedt_.
Die mitgeteilten Novellen enthalten u. A. die vollendetste Leistung Gogols »Taraß Bulba«, eine Erzählung aus der Ukraine von überwältigender Schönheit und erhabener Einfachheit.
_Sophie Junghans, Die Erbin wider Willen._ Mit einem biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.
Eine Familiengeschichte im besten Sinne des Worte, die den Leser anheimelt und von der er mit dem vollen Bewußtsein scheidet, eine gute und liebe Bekanntschaft gemacht zu haben.
_Alain René Lesage, Der Hinkende Teufel._ Miteiner Einleitung von _Ferd. Lotheißen_.
Der hinkende Teufel Asmodi gewährt seinem Retter einen Einblick in alle Häuser Madrids, was zu den lebendigsten und köstlichsten Schilderungen von Scenen verschiedenster Art Anlaß giebt.
_James Fenimore Cooper, Der Bravo._ Mit einer Einleitung von _L. Pröscholdt_.
Diese der Geschichte Venedigs entnommene Erzählung des bedeutendsten amerikanischen Romanschriftstellers erregt durch reiche Handlung und ungemein lebendige Schilderungen bis zum Schluß anhaltende Spannung.
_Ludwig Achim von Arnim, Die Kronenwächter._ Roman. Mit einer Einleitung von _Johannes Scherr_.
Bedeutender historischer Roman aus dem Zeitalter Maximilians, großartig concipiert, ein treuer Spiegel des deutschen Lebens im Mittelalter, in echt poetischer Beleuchtung.
_Levin Schücking, Etwas auf dem Gewissen._ Mit einem biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.
Eine der besten neueren Leistungen des gefeierten deutschen Erzählers, von origineller, fesselnder Prägung.
_Washington Irving, Alhambra._ Mit einer Einleitung von _L. Pröscholdt_.
Eine der reizendsten Schöpfungen Irvings, welche alle Vorzüge des überaus gewandten Schriftstellers im hellsten Lichte zeigt und mehr bekannt zu werden verdient, als sie es ist.
_Homers Odyssee._ Uebersetzt von Voß. Mit einer Einleitung von _Jakob Mähly_.
Von Homers Epen, den hervorragendsten und unvergänglichen der Weltlitteratur, schildert die Odyssee die Irrfahrten und schließliche Heimkehr des Odysseus.
_Ludovika Hesekiel, Von Lieb' und Treue!_ Erzählungen. Mit einem biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.
Die höchst originelle Art des Erzählens, die L. Hesekiel so charakteristisch von vielen ihrer Kolleginnen unterscheidet, zeigt sich in diesem Bande um so mannigfaltiger, als es eine ganze Reihe einzelner Erzählungen sind, die sie bietet.
_Charles Dickens (Boz), David Copperfield._ Mit einer Einleitung von _L. Pröscholdt_.
Der beste Roman des berühmten Romanschriftstellers und vorzüglichen Humoristen, um so anziehender und interessanter, als der Dichter darin zum Teil seine eigenen Erlebnisse schildert.
_A. Schroot, Der Dampf im Dienste der Menschheit._ Mit zahlreichen Illustrationen.
In allgemein verständlicher Form gehaltene und anziehende Darstellung der Verwendung eines der wichtigsten Faktoren im industriellen und Verkehrsleben der Gegenwart, mit erläuternden historischen Rückblicken.
_Wunderbare Reisen und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen._ Mit einer Einleitung von _Joseph Kürschner_.
Die mehr dem Hörensagen nach, als aus der Lektüre im Publikum bekannten unglaublichen Lügengeschichten des Freiherrn Hieronymus von Münchhausen, die noch heute bei Jung und Alt allgemeinen Interesses gewiß sind.
_Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe._ Eingeleitet von _Robert Boxberger_.
Eines der schönsten Vermächtnisse des unvergänglichen Dichterpaares, eine Fundgrube erhebender Gedanken, die lautersten Offenbarungen über die Beziehungen der großen Geister zu einander und zu ihrer Zeit, das unentbehrliche Supplement zu allen Ausgaben ihrer Werke.
_Zehn Jahre geographischer Forschungen und Entdeckungen._ Nach den Originalberichten der berühmtesten Reisenden zusammengestellt u. mit einer Einleitung versehen.
Treue und anschauliche Schilderung der großen Entdeckungsfahrten, welche während des letzten Jahrzehnts unternommen wurden, mit entsprechendem kritischen Beiwerk zur Erkenntnis ihrer wissenschaftlichen Bedeutung.
_E. T. A. Hoffmann, Elixire des Teufels._
Diese für die Geschichte der romantischen Schule hochbedeutsamen Nachtstücke sind mit glühender Phantasie geschrieben, welche auch da, wo sie ins Ungeheuerliche gerät, die spannendste Illusion erzeugt.
_Karl Julius Weber, Demokrites oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen._ Ausgewählt und mit einer Einleitung versehen.
Höchst unterhaltendes Buch mit einer unerschöpflichen Fülle von Witz, Humor, Ironie, guten Einfällen und köstlichen Anekdoten, die auch dem schwärzesten Hypochonder ein Lächeln abnötigen.
_Max King, Frauenherzen._ Zwei Erzählungen. Mit einer Einleitung.
Zwei tief empfundene kleine Novellen, aus dem Herzensleben der Frau, ihren Irren und Erkennen, Leiden und Siegen, auf dem Hintergrund gut getroffener gesellschaftlicher Zustände.
_Linguet, Enthüllungen aus der Geschichte der Bastille._ Mit einer Einleitung.
Der Advokat Linguet, der seiner Zeit wohlbekannte Publizist, erzählt in diesem Buch seine Haft und Behandlung in dem berühmten französischen Staatsgefängnis kurz vor der französischen Revolution.
_Frederick Marryat, Der Pirat._ Mit einer Einleitung.
Ueberaus fesselnder und spannender Roman dieses namhaftesten Meisters der Seeromandichtung mit glücklich entworfener und durchgeführter Handlung, farbenprächtigen Schilderungen.
_A. Schroot, Die Elektricität._ Mit zahlreichen Abbildungen.
Zeitgemäßes Seitenstück zu desselben Autors Buch vom Dampf. Auf Grund der besten Quellen entworfene Geschichte der Dienstbarmachung der Elektricität im Dienste der Menschheit, unter Berücksichtigung der epochemachenden Fortschritte auf diesem Gebiet in unserer Zeit.
_Joh. Jak. Engel, Lorenz Starck._ Ein Charaktergemälde. Mit einer Einleitung.
Einer der vorzüglichsten Familienromane der deutschen Litteratur, sowohl durch inneren Gehalt wie durch die Darstellungsform ausgezeichnet.
_Daniel Defoë, Leben und wunderbare Abenteuer Robinson Crusoës._ Mit einer Einleitung.
Dieses zu den verbreitetsten Büchern der Welt gehörende Werk, aus zahlreichen Bearbeitungen für die Jugend bekannt, erscheint hier in der Originalfassung, die den Leser lebhaft fesseln und manche liebe Reminiscenz an die Kindheit auffrischen wird.
_Wohlgefülltes Schatzkästlein deutschen Scherzes und Humors._ Zu Nutz und Frommen lachlustiger Leser aus den Schächten deutscher Litteratur ans Licht befördert.
Reichhaltigste Sammlung alles Dessen, was an Scherz und Humor vereinzelt verschiedenen Orts vorkommt, zur Unterhaltung und Kürzung müßiger Stunden nicht minder, wie als Beitrag zur Erkenntnis deutschen Gemüts und Verstandes zusammengetragen.
_Hans Christian Andersen, Der Improvisator._ Roman. Mit einer Einleitung.
Der sinnige Kinderfreund, der liebenswürdige Märchenerzähler Andersen bietet in dem »Improvisator« den Erwachsenen unter seinen Verehrern ein vollendetes Kunstwerk, das meisterhaft erzählt, ungemein ansprechend wirkt.
_Aus dem Leben eines deutschen Reichsritters._ Selbstbiographie _Götz von Berlichingens_. Mit einer Einleitung.
Eines der charakteristischen Memoirenwerke aus dem 16. Jahrhundert, bedeutsam zur Beurteilung des damaligen Adels und für den deutschen Leser um so interessanter, als der größte deutsche Dichter den Selbstbiographen zum Helden eines unvergänglichen Dramas machte.
_Ludwig Ziemssen, Umwege zum Glück._ Ein Roman. Mit einer Einleitung.
Sinnige anmutige Erzählung des beliebten Schriftstellers, der darin in ansprechendster Weise ein Vorkommnis im modernen Leben mit lebensvollen und lebensfrischen Farben ausführt.
_Aus den Briefen der Madame de Sevigné._ Mit einer Einleitung.
Die Briefe der Md. de Sevigné, eine der vorzüglichsten Schriftstellerinnen Frankreichs, zeichnen sich durch lebhaften Geist, wahres Gefühl aus und bieten die lebendigsten Schilderungen, charakteristischsten Aeußerungen und Anekdoten der franz. Hofverhältnisse im 17. Jahrhundert.
_Konrad Arnold Kortüm, Die Jobsiade._ Ein komisches Heldengedicht. Mit einer Einleitung.
Mit prächtiger Laune und vielem Witz geschriebenes niedrig-komisches Gedicht, das in seinem Genre als das beste Erzeugnis der deutschen Litteratur gilt und heute noch ebenso wie zur Zeit seiner Schöpfung wirkt.
_Alessandro Manzoni, Die Verlobten._ Eine mailändische Geschichte. Mit einer Einleitung.
Einer der vorzüglichsten historisch-nationalen Romane der Weltlitteratur, der das italienische Leben im 17. Jahrhundert mit Meisterschaft schildert, mit einer Wahrheit, einem Farbenreichtum, der das Geschriebene als Wirklichkeit erscheinen läßt.
_Friedrich Freiherrn von der Trencks merkwürdige Lebensgeschichte._ Mit einer Einleitung.
Selten haben die Schicksale eines Menschen so lebhaftes und allgemeines Interesse erregt, wie die des Freiherrn von der Trenck, dessen Lebensbeschreibung eine Fülle interessanter Momente darbietet.
_Aus dem Leben eines Humanisten im 16. Jahrhundert._ Selbstbiographie _Thomas Platers_. Mit einer Einleitung.
Hochinteressantes und kulturhistorisch wichtiges Memoirenwerk, eines durch Nacht zum Licht gelangten Mannes, der es vom Ziegenhirten bis zum Rektor der lateinischen Schule in Basel brachte.
_Joseph Franz Isla, Geschichte des berühmten Predigers Gernudio von Campazas._ Mit einer Einleitung.
Nächst dem »Don Quixote« des Cervantes der bekannteste Roman der spanischen Litteratur, sittengeschichtlich höchst wertvoll und von packendem Humor.
_H. J. Christoffel von Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch._ Mit einer Einleitung.