Die Hallig: Die Schiffbrüchigen auf dem Eiland in der Nordsee
Part 13
Der Dritte nickt ein Ja zu beiden Seiten; Ein Vierter fängt mit Allen an zu streiten; Und unterdessen sinkt das lecke Schiff.
Doch halt! Was will der Mann mit Kennermienen? Mein Sohn, Du sogst die rechte Weisheit ein. »Laß nun Dein Pfund dem blinden Volke dienen.« Er spricht's, und ich -- soll Seelenhirte sein!
»Es mag schlimm genug sein,« sagte Mander, »Führer sein zu sollen, wenn man noch selbst ungewiß auf dem Kreuzwege steht. Aber daß man sich erst die Leiter zurecht stellt und Stufe auf Stufe prüft, ist doch klüger, als wenn man sich vornimmt, erst auf der höchsten Staffel sich nach dem sichern Stande und der Haltbarkeit der Stufen umzusehen.«
»Ach! zu solchem Vornehmen,« entgegnete Hold, »läßt es der Glaube gar nicht kommen. Er bedarf keiner Leiter. Er ist ein Adler, den seine Schwingen sogleich über die Wolken hinauftragen. Er _wird_ nicht, sondern er _ist_. Er macht sich nicht allmälig, sondern steht da in seiner Herrlichkeit. Ein schwacher, lauer und halber Glaube ist ein Unding. Wohl mag er auf Zeiten, in Stunden der Prüfung oder vor den Anläufen des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste zurückweichen; aber eine Mischung, Zersetzung und Teilung kennt er nicht. Er ist Alles oder Nichts; ganz oder gar nicht. Nur im Wissen, Wollen und Thun giebt es Halbheit, nicht im Glauben. Er kann nur beseligen oder verdammen, nicht ein wenig trösten, ein bischen erheben, ein wenig schrecken, ein bischen zittern machen. Er kämpft nicht, sondern er siegt nur. Er schreitet daher in seiner Kraft und erfüllet mit seiner Fülle das Herz; schmettert es nieder in den Abgrund und trägt es aus dem Abgrunde mit Jauchzen empor zu den himmlischen Höhen. Von diesen Höhen herab mögen wir den Glaubensweg erkunden, nicht von unten auf; nur mit dem Senkblei, nicht mit dem Fernrohr.«
Mander war oft in Versuchung, den Pastor der Einseitigkeit und Beschränktheit zu zeihen. Oft wieder war er in schmerzlichem Ringen nach Zuversicht der demütigste und gelehrigste Jünger. Dann aber klagte er über Dunkelheit in Hold's Ausdrücken; wogegen dieser bemerkte:
»Das Wort ist Same und nicht mehr und minder. Im Samen liegt aber der Keim verborgen unter der Hülle und wartet auf Sonnenstrahl und Tau von Oben her, um die Hülle zu durchbrechen und Blüte und Frucht zu werden.«
Bald klagte er über die Dunkelheit der Offenbarungen Gottes. Hold erinnerte ihn:
»Die Fackel für die mancherlei Wege der göttlichen Offenbarungen ist die eine Offenbarung der heilsamen Gnade Gottes in Christo. Ist diese aufgegangen dem Herzen in ihrem vollen Glanze, so fließt ihr Lichtstrom über die ganze dunkle Gegend aus, und Alles wird hell! Nur Licht giebt Licht. Unser blöder Verstand mag uns wohl dazu führen, daß wir die Wahrheit nicht bei ihm erwarten. Unsere Sündhaftigkeit kann uns wohl die Sehnsucht wecken nach der Gnade Gottes; aber was Wahrheit ist, lernen wir erst durch die Wahrheit, und die Erlösung kennen wir erst durch die Erlösung. Sie aber ringen nach Beiden, als hätten sie schon das Wesen derselben erforscht und ihre Kraft erfahren. Daß dies aber nicht der Fall ist, zeigt Ihr Kampf mit einzelnen Dunkelheiten: denn Schatten weisen weg vom Licht und sind keine Wegweiser zum Lichte, wofür Sie sie nehmen, da Sie sich so lange bei ihnen aufhalten.«
XV.
Von der Heimat sel'gem Frieden Nach dem wüsten Streit hienieden Zeugt das lichte Sternenzelt; Doch des Liedes klarer Spiegel Offen der Verheißung Siegel Zeig' er in dem Kampf der Welt.
Ein Amtsgeschäft nötigte Hold zu einer Reise nach der nächsten, eine Meile entfernten Insel. Oswald begleitete ihn, teils um einige Angelegenheiten, die schnellere Ueberführung der geborgenen Ladung nach Husum betreffend, zu ordnen, teils um den für ihn so langweiligen Aufenthalt auf der Hallig durch einen Tag in anderer Umgebung zu unterbrechen. Ein günstiger Wind trug in der mondhellen Nacht das Schiff mit dem ruhigen Gleiten eines Schwans dem Ziel der Reise entgegen, und Oswald, der diese Meeresstrecke in dem furchtbarsten Aufruhr gesehen und auf derselben in Todesgefahr geschwebt hatte, sprach einmal über das andere seine Verwunderung über den Gegensatz aus.
»Heute so still und mit kaum merkbaren Wellen das kleine Schiff fortwiegend; damals anzuschauen wie eine ungeheure Woge, auf der das mächtige Gebäude auf und nieder schwankte, wie eine Feder, von Knaben in die Höhe geblasen. Heute der leise Hauch, der die Segel eben füllet und sich zu fürchten scheint, mehr zu thun, als wir gerade wollen; damals ein Heulen und ein Rasen, als wollte die tolle Windsbraut unser Schiff wie einen Knäuel zusammenwickeln und es gen Himmel schleudern. Dem Winde hat man so viele Namen gegeben, um seine wechselnde Weise zu bezeichnen. Das Meer heißt Meer, mag es wie ein gefügiger Sclave uns dienen, mag es wie ein wütender Tyrann mit unserm Leben würfeln.«
»Der Mensch heißt Mensch,« bemerkte Hold, »mag er kindlich friedlich mit Blumen spielen, oder in blinder Leidenschaft Leichenhügel auftürmen; und der Uebergang von der einen zur andern Art zu sein, ist bei demselben Menschen nicht weniger überraschend, als bei dem Meere, und es ist nur gut, daß die ungestümen Wogen unserer Brust gewöhnlich wenig Macht haben, Unheil zu stiften.«
»Darum halte ich es damit,« sagte Oswald, »dem Leben die leichte Seite abzugewinnen und das Blut hübsch ruhig zu halten. Alles Aufwogen, sei's in Haß, sei's in Liebe, ist nicht meine Sache. Dadurch habe ich es so weit gebracht, daß ich lache und scherze, wo Andere sich totgrämen wollen und außer sich vor Angst oder Zorn sind.«
»So nutz' ich das Leben, Und nehm' es, wie's ist; Eh' kalt mich im Grabe Das Leben vergißt.«
»Wenn Sie Jahre lang in einem Kerker schmachten sollten, Jahre lang auf ein Krankenlager hingestreckt lägen, meinen Sie dann, daß Sie mit diesem Verse die feuchten Wände zieren, oder mit dieser Melodie Ihre Schmerzen einlullen würden?« fragte Hold.
»Das will ich nicht behaupten,« erwiderte Oswald; »aber darum freue ich mich, daß ich nicht in diese Probe geführt werde.«
»Warum trachten Sie aber nicht lieber nach einer Zuversicht, die auch solche Proben aushalten kann? Können Sie eine Ansicht für Wahrheit halten, welche von Außendingen abhängt, die nicht in unserer Gewalt sind? Rechnen Sie den Glimmerschiefer zu den Edelsteinen, weil er im Sonnenstrahl wie Diamanten funkelt?«
»Sie haben vollkommen Recht, lieber Pastor,« antwortete Oswald, »eben weil sie Pastor sind, für mich aber Unrecht, weil ich singe:
Vergessen ist Freude Und Denken nur Pein; Und _gilt_ er Dir Wahrheit, Ist Wahrheit der Schein.«
»Ich kann Ihnen auch einen Vers dazu geben,« sagte Hold:
»O, kindisches Treiben! O, ärmlicher Wahn! So schaukeln die Wellen Den herrnlosen Kahn.
Und dieser Vers führt mich auf die Frage: was dachten und fühlten Sie in den Stunden, als Sie auf diesem Meere vor einigen Wochen zwischen Tod und Leben kämpften?«
»Ich dachte und fühlte gar nichts. Mir war alles Denken und Empfinden rein ausgegangen. Ich war eine hohle Schale, in die erst nach unserer Rettung ein Kern zurückkam. Was hätten mir auch alle Gedanken und Gefühle helfen sollen? Sie konnten den wilden Ocean nicht bändigen und den gebrechlichen Kahn nicht zusammenhalten.«
»_Ihr_ Denken und Empfinden konnte Ihnen freilich nichts helfen; aber wohl wäre es anders mit dem gewesen, der in Sturm und Wogendrang hätte sprechen können nach den Worten des Liedes, das Sie nur halb kennen wollen:
Wer kämpfend und fallend Dem Siege vertraut, Der hat sich errungen Das Jawort der Braut.
Sie führt dem Altare Der Heimat ihn zu. Sein Glaube wird Schauen; Der Staub ist zur Ruh.«
»Ich streite nicht mit Ihnen, Herr Pastor,« antwortete Oswald. »Ich gebe Ihnen, wie gesagt, vollkommen Recht. Ich ehre Ihre Ueberzeugungen und Sie um derselben willen. Ich würde auf Ihre Redlichkeit und Treue mehr bauen, als auf mich selbst. Aber -- ich bleibe, was ich bin; und wie ich bin; wenn ich nicht, wie ich es Ihnen schon halb versprochen, einst im grauen Haar zu Ihnen zurückkehren sollte, um zu lernen, wie man die Falten des Leichentuchs mit Anstand um sich wickelt. Gewiß, lieber Hold,« schloß Oswald, als er merkte, wie der Pastor sich bei dieser letzten Aeußerung unwillig von ihm wandte, »ich will nicht spotten, wenn es auch manchmal so klingt; es ist nur ein hohler Klang, dem Sie keine Bedeutung unterlegen müssen, die er nicht haben soll. Aber wir stehen uns so fern und so fremd in unsern Ansichten und Meinungen, daß keine Vereinigung möglich ist. Sie stehen fest auf Zion, und ich treibe, ein leichter Nachen, jeden Blumenbach entlang, der mich eben tragen will.«
»Den hohlen Klang nehme ich Ihnen nicht übel,« erwiderte Hold; »aber daß es eine Stunde in Ihrem Leben geben konnte, in welcher Sie nach Ihrem eignen Ausdruck eine hohle Schale waren, und doch nun, bei solchem Geständnis, sich noch länger in der ganzen Hohlheit und Leerheit Ihrer Ansichten, die eigentlich, wie Sie es selbst aussprechen, nichts weiter als Gedankenlosigkeit sind, wohl fühlen können, das verstehe ich nicht. Ich fürchte, Gott wird Sie noch einmal mit gar schwerer Hand anfassen, oder vielmehr ich muß es wünschen.«
»Sie werden es mir erlauben,« sprach Oswald lachend, »den Dank für diesen frommen Wunsch bei Ihnen zu ersparen.«
Hold wandte das Gespräch auf andere Dinge, und da sie sich in der Bekanntschaft mit dem Liede, aus dem die vorher von ihnen angeführten Strophen genommen sind, zusammengefunden, ward die Poesie der Gegenstand ihrer Unterhaltung. Hierin stimmten die Urteile Beider fast ganz zusammen. Oswald's ausgebreitete Belesenheit in diesem Fache hatte sein richtiges Gefühl nicht verwirrt, sondern nur geschärft. Kein blendender Bilderschmuck bestach ihn; kein dichterischer Gedanke ging ihm um der mangelhaften, poetischen Form willen verloren. Ossian, der Barde, der selbst dem Nebel Kraft und Anmut einzuhauchen wußte, war sein Liebling, und er behauptete mit Hold's völliger Zustimmung, daß man in dem Brodem des Plumpuddings groß gezogen sein müßte, um Ossian's Gedichte zu dem untergeschobenen Machwerk eines ^gentleman^ machen zu können. Je lebendiger Oswald sprach, je reicher er seine vielseitige Kenntnis der schönen Literatur entfaltete, je wahrer er das Flache von dem Tiefen, die gemachte von der wirklichen Begeisterung unterschied, desto mehr mußte sich Hold wundern, wie ein Mensch zugleich so scharf und richtig urteilen, und doch so gedankenlos hinleben; so wahr und so stark empfinden, und doch so gefühllos für den Geist Gottes sein könne. Es war ihm unbegreiflich, wie Oswald bei den Ergüssen himmlischer Begeisterung eines Dichters mit inniger Anerkennung weilen konnte, ohne dadurch auf sich selbst und seine Entfremdung von allem Göttlichen geführt zu werden. Es war, als trüge ihn seine Phantasie mit in den Aufschwung dieser Dichter hinein, und als sähe er dennoch darin nur den Flug eines Luftballons, der aus seiner Höhe ohne weitere Kunde von den göttlichen Dingen zur Erde herabsinkt. Aber -- sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht.
Für die Leser, welche das Gedicht, aus welchem wir oben einzelne Verse in die Erzählung verflochten haben, ganz kennen zu lernen wünschen, möge es hier stehen.
Das Leben.
Ein Anfang ohn' Ende; Ein Schleier ohne Bild; Ein Träumen und Sehnen, Das nimmer gestillt;
Ein Blühen und Duften; Ein schmeichelndes Lied; Und Alles nur Täuschung, Die lockt und entflieht.
Ein Wollen und Können, Und nie ein Vollbracht; Ein Lernen und Wissen, Das klüger nicht macht.
Ein Drängen und Treiben Bergauf und bergab; Ein Sorgen und Mühen Für's wartende Grab.
Für Herren und Knechte Ein wunderlich Spiel, Als Ernst gar zu wenig, Als Scherz gar zu viel:
Und dennoch zum Leben Die Liebe so groß? -- Gern sitzen die Narren Der Narrheit im Schooß.
* * * * *
Was zürnst Du dem Leben, Dem gaukelnden Spiel? Du fragst nach dem Ziele? Der Weg ist das Ziel!
Dein Hoffen und Wagen, Und wär's ohne Lohn; -- Im Hoffen und Wagen Genießest Du schon.
Entströmt ohne Lorber Dem Helden sein Blut; Doch freut sich im Streite Des Kämpfenden Mut.
Der Rätsel so viele? Die Antwort so kahl? Frag' nicht nach den Reben Den vollen Pokal.
Vergessen ist Freude, Und Denken nur Pein; Und _gilt_ er Dir Wahrheit, Ist Wahrheit der Schein.
So nutze das Leben, Und nimm es, wie's ist, Eh' kalt Dich im Grabe Das Leben vergißt.
* * * * *
O, kindisches Treiben! O, ärmlicher Wahn! So schaukeln die Wellen Den herrnlosen Kahn!
Das Leben ein Schleier, Den Keiner durchschaut; Doch ehre den Schleier; Er wallt um die Braut,
Die wüstem Verlangen Nur keuscher sich hüllt, Den Glauben mit froher Verheißung erfüllt.
Es wehet ihr Odem Dahin und daher, So grüßet von Küste Zu Küste das Meer.
Und wandelt der Pilger Nach Süd und nach Nord, Sie ladet ihn liebend So hier und so dort.
Sie blickt von den Sternen Ihm freundlich herab; Und lächelt weissagend Auf Wiege und Grab;
In Kämpfen, in Stürmen, In wolkiger Nacht, Von Weisen gescholten, Von Spöttern verlacht,
Schmück' kühn Dir mit Kränzen Hochzeitlich das Haupt, Vom Baume der Hoffnung, Der nimmer entlaubt.
Wer streitend und fallend Dem Siege vertraut, Der hat sich errungen Das Jawort der Braut.
Sie führt dem Altare Der Heimat ihn zu. Sein Glauben wird schauen; Der Staub ist zur Ruh.
XVI.
-- Und jede neue Welle säumte Für mich am feuchten Leichentuch. Und jede neue Welle schäumte Entgegen mir den Todesspruch.
Wir übergehen den kurzen Aufenthalt auf der Insel, die, umgeben und durchschnitten von starken Deichen mit einer Höhe von mehr als zwanzig Fuß und einem Belauf von achtzig bis hundert Fuß, in der Mitte ihrer Abteilungen oder Koege, wo das Meer völlig dem Auge entzogen war, das Ansehen eines von festen Wällen umgürteten Lagers darbot, das von den Kriegern verlassen, nun dem friedlichen Landmann angehörte, der es nur bißher versäumt, die Wälle abzutragen.
Auf der Rückfahrt nach der Hallig mußte das Schiff anfangs mit widrigen Winden kämpfen; später trat eine völlige Windstille ein, und eine Viertelmeile vom Ziel wurde Anker geworfen, da auch die Ebbe dazu kam, die kein Weiterkommen selbst bei günstigem Winde gestattet hätte. Noch war es heller Nachmittag, und klar lagen die einzelnen Wohnungen der Hallig vor dem Blicke der ungern Verweilenden. Das Schiff stand bald ganz auf dem Trocknen, und es schien so leicht, die kurze Strecke zum Ufer zu Fuß zu machen. Sollte auch hie und da ein bißchen in dem weichen Schlamm gewatet, oder eine und die andere Wasserrinne übersprungen werden müssen, so kam man doch vor Abend nach Hause. Der Gedanke, so festgebannt zu sein, machte Oswald ungeduldig, und für Hold war jede Stunde der Entfernung von den Seinen ein Abbruch an seinem häuslichen Glück. Die beiden Schiffer hatten nichts dagegen, ihr Fahrzeug bis zur nächsten Ebbe liegen zu lassen, wie sie dies schon oft gethan, und so traten denn die vier Reisegenossen ihren Weg zur Hallig an. Freilich hätten die vielen Unglücksfälle, welche durch dies sogenannte Schlicklaufen herbeigeführt werden, sie abhalten sollen; aber die Luft so heiter, das Land so nahe, woher denn Gefahr? Oswald lachte laut auf, als Hold nur so obenhin sagte, daß solche Versuche, das Land zu gewinnen, schon Vielen das Leben gekostet, und dieser fügte auch selbst gleich hinzu, daß heute freilich nichts zu fürchten sei. O, des kurzsichtigen Geschlechts, das sich so sicher dünkt, indem es dem Tode entgegenrennt! Kaum zehn Minuten später standen die Wanderer schon ratlos und angstvoll da, und wußten nicht mehr, wohin sie die Schritte wenden sollten, ob rückwärts, ob vorwärts. Ein dicker Nebel, der urplötzlich, man wußte nicht, ob von oben herab, oder von unten heraufgestiegen kam, lagerte sich um sie her.
Die Nebel oder Seedünste sind oft nicht höher als sechs bis acht Fuß, und es begegnete uns einmal, daß wir vom Schiffe aus mit den Leuten am Ufer uns unterredeten, ohne daß wir auch nur das Geringste mehr sehen konnten, als deren Köpfe, die im hellsten Lichte auf der grauen undurchdringlichen Masse gleichsam schwammen, und deren Bewegungen von einer Stelle zur andern, ohne daß man die bewegenden Glieder sah, einen wunderbaren Anblick gewährten. Was wir in dem Folgenden erzählen, mag ebenfalls für Den, welcher jene Meeresstrecke nicht kennt, manches Wunderbare haben; aber wir legen auch hier, wie andern Stellen dieser Schrift, unsere eigenen Erfahrungen zu Grunde.