Die Akkumulatoren: ihre Theorie, Herstellung, Behandlung und Verwendung.

Part 7

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Am einfachsten gestaltet sich die Ladung, wenn vorhanden ist ein a) ~Anschluß an ein Gleichstromnetz~. Da die positive Leitung an den positiven Pol der Batterie anzuschließen ist, so muß man in zweifelhaften Fällen zunächst die Polarität der Leitungen bestimmen. Am einfachsten benutzt man die elektrochemische Methode: Man kann z. B. einen Wasserzersetzungsapparat mit den Drähten des Netzes verbinden, wobei eventuell durch einen Vorschaltwiderstand der Strom abzuschwächen ist; diejenige Elektrode, an der die Gasentwickelung am stürmischsten erfolgt, ist mit der negativen Leitung verbunden. Vielfach benutzt man für die Bestimmung der Polarität Polreagenzpapier[72]. Dieses wird vor dem Gebrauche mit Wasser angefeuchtet und auf eine isolierende Unterlage (die Tischplatte) gelegt. Die Enden der Drähte, deren Polarität man bestimmen will, drückt man gegen das Papier; dieses färbt sich, wenn es mit der Lösung eines Alkalisalzes (+ Phenolphtaleïn) imprägniert ist, an derjenigen Stelle, wo es von dem negativen Leitungsdrahte berührt wird, rot.

Ob man bei der Ladung alle Zellen hintereinanderschaltet oder gruppenweise (z. B. die Hälfte) hintereinander und die Gruppen parallel schaltet, hängt von der zur Verfügung stehenden Netzspannung ab. Beträgt z. B. die Netzspannung 110 Volt, und rechnen wir als Endspannung jeder Zelle 2,7 Volt, so kann man 110/2,7 = 41 Zellen in Hintereinanderschaltung laden. Soll eine größere Anzahl von Zellen geladen werden, handelt es sich beispielsweise um 80 Zellen, so werden je 40 Zellen in Reihe geschaltet; wir erhalten dann vier freie Pole, zwei positive und zwei negative. Man verbindet nun die beiden positiven Pole durch einen Draht miteinander und ebenso die beiden negativen; an die beiden Verbindungsdrähte wird die Netzleitung angeschlossen (siehe auch S. 97).

In den Ladestromkreis schaltet man ein Ampermeter und einen veränderlichen Widerstand ein. Je größer die Spannung des Netzes und je kleiner die Anzahl der zu ladenden Zellen ist, um so größer muß der Rheostat sein.

Beispiel: Netzspannung 110 Volt, Anzahl der Zellen 20, Ladestromstärke 15 Amper. Da die Spannung jeder Zelle bei Beginn der Ladung rund 2 Volt beträgt, so müssen in dem Vorschaltwiderstand 110 - 40 = 70 Volt erdrosselt werden. Der Spannungsabfall in einem Widerstande von w Ohm beträgt aber, wenn ein Strom von i Amper durch den Widerstand fließt, w · i Volt. Mithin muß der Vorschaltwiderstand 70/15 = 4,7 Ohm haben. Ist er etwas kleiner, so schadet das weiter nichts, da die Gegenspannung jeder Zelle in ganz kurzer Zeit auf 2,1 Volt steigt. --

Will man mit konstanter Stromstärke laden, so muß man von Zeit zu Zeit einen Teil des Vorschaltwiderstandes abschalten[73].

Wenn nur wenige Zellen geladen werden sollen und die Netzspannung hoch ist, so kann man statt eines Kurbelrheostates Glühlampen als Vorschaltwiderstand benutzen (Lampenwiderstand). 16kerzige Lampen für 110 Volt verbrauchen rund 0,5 Amper, haben also bei normalem Stromdurchgang einen Widerstand von etwa 220 Ohm (der Widerstand des Kohlefadens nimmt mit steigender Temperatur ab). Schaltet man n solcher Lampen parallel, so entsprechen diese einem Widerstand von 220/n Ohm; je größer man also n macht, um so stärker wird der Ladestrom. Das Schaltungsschema ist in Fig. 9 dargestellt: _L_₁ und _L_₂ sind die Drähte der Starkstromleitung, _L.W._ ist der Lampenwiderstand, _B_ die Batterie.

Handelt es sich um die Ladung einer kleinen Anzahl von Zellen, so ist die Stromentnahme aus einem Netze höherer Spannung nicht ökonomisch, da der größte Teil der entnommenen Energie in dem Vorschaltwiderstand nutzlos in Wärme umgesetzt wird.

b) ~Anschluß an ein Wechselstromnetz.~ Wechselstrom kann man für die Ladung einer Batterie nicht verwenden. Es muß also entweder eine Umformung in Gleichstrom erfolgen, oder es muß die eine Hälfte einer jeden Stromwelle unterdrückt bezw. stark geschwächt werden.

Die Umformung erfolgt entweder in einem ~Motorgenerator~ (Motordynamo) oder in einem ~Einanker-Umformer~ (auch rotierender Umformer genannt). Ersterer besteht aus einem Wechselstrommotor und einer von diesem angetriebenen Gleichstrommaschine, letzterer ist eine Dynamomaschine, deren Anker auf der einen Seite mit Schleifringen, auf der anderen mit einem Kommutator (Kollektor) versehen ist. Die Benutzung eines Motorgenerators gewährt den Vorteil, daß man die Spannung der Gleichstrommaschine in einfacher Weise regulieren kann, während eine Änderung der Gleichstromspannung bei einem rotierenden Umformer zwar möglich, aber ziemlich kompliziert ist. Es ist nämlich das Verhältnis zwischen der eingeleiteten Wechselspannung und der von den Bürsten abgenommenen Gleichstromspannung ein festes[74], und zwar geben theoretisch bei Einphasenstrom-Gleichstromumformern 100 Volt zugeführte (effektive) Spannung 141 Volt (100:√½) Gleichstromspannung und bei Drehstrom-Gleichstromumformern entsprechen 100 Volt Spannung zwischen zwei Schleifringen (Phasenstromspannung) 163 Volt (100:½√⅔) an den Bürsten.

Als „~Gleichrichter~‟ kann auch die ~Quecksilberdampflampe~ von ~Cooper Hewitt~ benutzt werden, die u. a. von der Firma Heräus in Hanau auf den Markt gebracht wird. Stellt man zwischen ungleichartigen Elektroden (z. B. zwischen Eisen und einer Dochtkohle) einen Wechselstromlichtbogen her, so geht der Strom leichter in dem einen Sinne (vom Eisen zur Kohle) über als im anderen Sinne[75]. Bei der Quecksilberdampflampe sind die Elektroden Eisen und Quecksilber. In der Physikal.-Techn. Reichsanstalt wurden eingehende Versuche und zwar durchaus zufriedenstellende mit diesem Gleichrichter angestellt, die sich auf Einphasen- und Drehstrom bezogen[76]. Es ergab sich, daß der Spannungsverlust bei 3 Amp. 18 Volt und bei 10,5 Amp. 15 Volt betrug. Beträgt also die Netzspannung 150 Volt, so beträgt der Energieverlust bei 10,5 Amp. Stromstärke 10%. Ein Vorzug des Quecksilber-Gleichrichters besteht auch darin, daß er ohne Beaufsichtigung (während der Nacht) im Betrieb bleiben kann.

Die ~elektrolytischen Umformer~, welche die Umwandlung von Wechselstrom in pulsierenden Gleichstrom bezwecken, beruhen auf folgendem Prinzip. Bildet man aus einer Aluminium- und einer Blei- (oder Platin-)elektrode und verdünnter Schwefelsäure (oder einer Lösung der Sulfate der Alkalien oder des Alauns) einen elektrolytischen Apparat, so fließt bei Verwendung von Gleichstrom, falls die Spannung einen gewissen Betrag nicht übersteigt, nur dann Strom durch die Zelle, wenn Aluminium die negative Elektrode ist (unipolare Elektrode). Man nimmt an, daß sich bei der umgekehrten Richtung das SO₄ mit Aluminium zu einer sehr dünnen unlöslichen Schicht von basischem Aluminiumsulfat verbindet, das den elektrischen Strom nicht leitet[77]. Nachdem also eine geringe Elektrizitätsmenge durch den Apparat geflossen ist, wird die Zelle zu einem Kondensator. Schaltet man eine hinreichend große Anzahl der Zellen hintereinander und verbindet die Endklemmen mit einem Wechselstromnetze, so wird von jeder Stromwelle die Hälfte unterdrückt und man erhält pulsierenden Gleichstrom[78].

Sollen die beiden halben Wellen des Wechselstromes ausgenutzt werden, so wendet man die in Fig. 10 angegebene Schaltung an. Ist die Klemme _K_₁ der Wechselstrommaschine die positive, so geht der Strom durch die Zelle _2_, durch die zu ladende Batterie _B_, durch die Zelle _3_ zur Maschine zurück; ist _K_₂ positiv, so geht der Strom durch die Zellen _4_ und _1_. Für 110 Volt Wechselstrom genügen 4 Zellen.

c) ~Laden mittels einer Gleichstrommaschine.~ Am besten eignet sich die Nebenschlußmaschine. Eine solche (mit 2 Polen) ist in Fig. 11 schematisch dargestellt. Der im Anker _A_ erzeugte Strom teilt sich hinter der positiven Bürste; ein kleiner Teil (_i_) fließt durch die zahlreichen Windungen des linken Elektromagnetschenkels, durch den Regulierwiderstand _R_, die Windungen auf der rechten Seite und endlich durch die Bürste _B_₂ zum Anker zurück. Der Hauptstrom _J_ fließt durch die Akkumulatorenbatterie, deren positiver Pol mit der positiven Bürste verbunden sein muß.

Verringert man bei einer bestimmten Klemmenspannung den Widerstand in _R_ (durch Drehen der Kurbel), so wächst _i_, der Erregerstrom, und es wird, falls die Feldmagnete nicht schon vorher gesättigt waren, das magnetische Feld verstärkt, so daß die elektromotorische Kraft der Maschine steigt. Umgekehrt kann man durch Vergrößerung von _R_ die elektromotorische Kraft verringern. Da man mit Hilfe des Rheostates die Spannung regulieren kann, so nennt man ihn Regulator. Die Spannungsregulierung kann in ziemlich weiten Grenzen vorgenommen werden.

Wir wollen annehmen, daß die Tourenzahl der Maschine, wie es meistens zutrifft, nicht verändert werden kann. Man kann dann nur durch Verstärkung des Erregerstromes die Spannung steigern, natürlich nur so lange, bis die Elektromagnete gesättigt sind. Im allgemeinen wird nun die Maschine so gebaut, daß ihre Feldmagnete bei der normalen Spannung (z. B. 110 Volt) nahezu gesättigt sind. Soll eine Nebenschlußmaschine also zeitweise eine wesentlich höhere Spannung, als man sie gewöhnlich von ihr verlangt, liefern, so muß der Magnetismus der Feldmagnete bei der normalen Spannung noch ziemlich weit vom Maximum entfernt sein, d. h. das Material (das Eisen) wird nur zeitweise vollständig ausgenutzt, die Maschine ist also verhältnismäßig teuer.

Die Gründe, weshalb sich die Nebenschlußmaschine für die Ladung von Akkumulatoren besonders eignet, sind folgende. Da die Klemmenspannung eines Akkumulators während der Ladung um 30-40% steigt[79], so muß, wenn man nicht durch einen Vorschaltwiderstand den Strom zuerst abschwächen will, die elektromotorische Kraft der Lademaschine allmählich erhöht werden, was, wie schon gezeigt, bei der Nebenschlußmaschine, ohne daß man die Tourenzahl ändert, leicht geschehen kann. Nehmen wir ferner an, daß die elektromotorische Kraft der Maschine aus irgend einem Grunde, etwa infolge Gleitens des Riemens, plötzlich so stark sinkt, daß sie kleiner wird als die Spannung der Batterie, die geladen wird; es schickt dann die Batterie Strom in die Maschine[80]. Man erkennt nun leicht, wenn man die Fig. 11 betrachtet, daß der durch die Elektromagnetwickelung fließende Akkumulatorenstrom dieselbe Richtung hat wie der von der Maschine selbst vor Eintritt der Störung in den Nebenschluß geschickte Strom. Die Feldmagnete ändern also ihre Polarität nicht, sie werden nicht ~umpolarisiert~[81], und es behält daher auch die im Anker induzierte elektromotorische Kraft ihre Richtung bei; sie ist mithin stets der elektromotorischen Kraft der Batterie entgegengesetzt gerichtet. Hört die Störung auf, so wächst die induzierte elektromotorische Kraft, und die Maschine schickt wieder Strom in die Batterie.

Wie sich die Ladung gestaltet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es soll nur ein bestimmter, in der Praxis häufig vorkommender Fall besprochen werden. Es handle sich um eine Anlage mit 110 Volt; die Anzahl der Zellen sei 60, die Spannung der Nebenschlußmaschine möge bis zu 150 Volt erhöht werden können. Die Steigerung der Spannung um 40 Volt wird nun nicht allein durch Vergrößerung der Feldstärke des Magnetsystems, sondern auch durch Verringerung der Ankerrückwirkung bewirkt. Da aber die Ankerreaktion von der Ankerstromstärke abhängig ist, so ist man gegen Ende der Ladung, um die letzte Spannungserhöhung zu erzielen, gezwungen, den Strom zu verringern. -- Bevor man die Dynamo auf die Batterie schaltet, mißt man die Klemmenspannung der Batterie, diese sei E. Dann erregt man die leer laufende Dynamo (mittels des Nebenschlußregulators) so, daß ihre Spannung um einige Volt höher ist als E und verbindet (durch Drehen des Schalters) die Dynamo mit der Batterie; unter Beobachtung des Ampermeters wird die elektromotorische Kraft der Maschine derartig reguliert, daß der gewünschte Ladestrom zustande kommt. Im Verlaufe der Ladung muß von Zeit zu Zeit eine Nachregulierung erfolgen.

Bei den angenommenen Verhältnissen kann die ganze Batterie so lange geladen werden, bis die Spannung pro Zelle 150/60 = 2,5 Volt beträgt. Will man bis zu 2,7 Volt laden, so müssen einige Zellen abgeschaltet werden (s. Zellenschalter).

Wenn eine Dynamo vorhanden ist, die nur die für den normalen Betrieb nötige Spannung (z. B. 110 Volt) liefern kann, so wird in vielen Fällen eine ~Zusatzdynamo~ verwendet, die mit der Hauptmaschine in Reihe geschaltet wird und die fehlende Spannung liefert. Meistens wird die Zusatzdynamo durch einen Elektromotor angetrieben, dem Strom aus dem Netze zugeführt wird.

Wenn eine Zusatzmaschine nicht vorhanden ist und die Hauptmaschine nur die für die Speisung der Lampen und Motoren nötige Spannung liefert, so kann man die Batterie ~in zwei Hälften laden~ (s. S. 88). Hierbei muß eventuell ein Teil der Maschinenspannung in einem Vorschaltwiderstand getötet werden, dessen Größe man allmählich verringert. Sobald die Ladung der Batterie beendigt ist, werden die beiden Gruppen wieder hintereinander geschaltet.

Die Ladung in zwei Hälften ist mit größeren Energieverlusten verbunden. Besteht z. B. die Batterie bei 110 Volt Netzspannung aus 62 Zellen, und rechnen wir als mittlere Ladespannung 2,2 Volt, so müssen durchschnittlich (110 - 31 . 2,2) Volt = 41,8 Volt erdrosselt werden, so daß 38% der von der Dynamo abgegebenen Energie im Vorschaltwiderstand in Wärme umgesetzt werden. Die Ladung mit Zusatzmaschine wird daher vorgezogen.

Die Zusatzmaschine erhalte Strom von der Hauptmaschine. Rechnen wir den Wirkungsgrad des Antriebsmotors und den der Zusatzmaschine zu 85%, so ist der Wirkungsgrad des Aggregates gleich 0,85 . 0,85 = 0,7225. Der Energieverlust beträgt also bei unseren Annahmen 27¾% der dem Aggregate zugeführten Energie.

Eine ~Schaltung~, die fast die ganze Netzspannung auszunutzen gestattet, hat ~Micka~ angegeben. Angenommen, es sollen bei 110 Volt Netzspannung 63 Zellen geladen werden. Aus diesen werden drei gleich große Gruppen gebildet, die wir mit I, II, III bezeichnen wollen. Die Zellen jeder Gruppe werden in Reihe und die beiden Gruppen II und III parallel geschaltet. Diese Doppelbatterie wird mit I in Serie geschaltet, so daß die für 42 Zellen erforderliche Spannung vorhanden sein muß. Gruppe I erhält also den vollen Ladestrom J, während II und ebenso III mit dem Strome J/2 geladen werden. Mithin sind die Zellen der ersten Gruppe früher geladen als die anderen. Nach Abschaltung von I werden II und III hintereinander geschaltet. Es ist auch hier die Vorschaltung eines Widerstandes nötig. Man kann auch in drei Zeitabschnitten laden, indem man z. B. zuerst unter Vorschaltung eines Widerstandes Gruppe I und II in Serie lädt, dann I und III und zuletzt II und III. (Siehe E. T. Z. 1908, S. 943).

d) ~Ladung mittels der Thermosäule.~ Die Verwendung der Thermosäule für die Ladung von Akkumulatoren ist besonders am Platze, wenn es sich um eine kleinere Anzahl von Zellen handelt. Das Verfahren ist höchst einfach, billig und mühelos: ein Vorschaltwiderstand ist überflüssig; die Einschaltung eines Ampermeters ist nicht erforderlich, einer Beaufsichtigung bedarf die Ladung nicht, man kann die Ladung auch während der Nacht fortsetzen; der Gasverbrauch beträgt pro Stunde ⅕ bis ⅙ Kubikmeter (für etwa 2 Pfg.); da endlich mit geringer Stromdichte geladen wird, so ist die chemische Umwandlung eine gründliche.

Die ~Gülcher~sche Thermosäule besteht aus 66 hintereinander geschalteten Elementen. Die elektromotorische Kraft ist am Abend etwas höher als am Tage, da die Gaswerke am Tage den Gasdruck auf einer etwas geringeren Höhe halten. Es ist jedoch nicht nötig, einen Gasdruckregulator, dessen Verwendung vielfach empfohlen wird, einzuschalten. Nach dem Anzünden der Gasflämmchen, das nicht sofort nach Öffnung des Gashahnes, sondern erst etwa ¼ Minute später geschehen darf, steigt die elektromotorische Kraft zuerst schnell, dann langsam und erreicht in etwa 20 Minuten ihren Endwert von ca. 3,7 Volt (am Abend). Der innere Widerstand der Säule beträgt rund 0,7 Ohm. Man verbindet die Akkumulatoren erst einige Minuten nach dem Anzünden der Gasflammen mit den Polen der Thermosäule (+ mit +, - mit -), weil sonst der Akkumulator noch eine Zeitlang Strom abgibt. Wenn man sich vergewissern will, ob der Akkumulator auch wirklich Strom aufnimmt, so schaltet man ein Ampermeter ein[82]. Bei Beginn der Ladung gibt die Thermosäule einen Strom von rund 2 Amper ab, später geht die Stromstärke etwas zurück.

Sind mehrere Zellen zu laden, so muß man diese parallel schalten, da die Spannung der Thermosäule schon für die Ladung von zwei in Reihe geschalteten Zellen zu klein ist. Es sei an dieser Stelle die Bemerkung eingeschoben, daß man ~bei der Parallelschaltung~ der Zellen ~keine Gewißheit~ hat, ~daß alle Zellen Strom aufnehmen~[83]. Ist bei einer Zelle Sulfatierung erfolgt (s. S. 112), ihr Widerstand also sehr groß, oder ist ein Kontakt mangelhaft, oder ein Verbindungsdraht durchgebrochen o. dgl., so nimmt die Zelle keinen oder doch nur einen ganz schwachen Strom auf. Um sich zu vergewissern, ob in alle Elemente Strom fließt, verbinde man für einen Augenblick jede Zelle einzeln mit der Thermosäule (Einschaltung eines Ampermeters). Gegen Ende der Ladung sieht man zu, ob sich in jeder Zelle an beiden Elektroden Gase entwickeln.

Nach Beendigung der Ladung schaltet man zuerst den Akkumulator ab, dann ~bläst man die Gasflämmchen aus~ und dreht den Gashahn zu. Wenn man das Ausblasen unterläßt, erfolgt meistens eine Explosion, die der Thermosäule schaden kann.

Es schadet dem Akkumulator nicht, wenn man, bevor er gefüllt ist, die Ladung unterbricht, ihm Strom entnimmt und später die Ladung fortsetzt (s. jedoch Kap. 7). Auch darf man den Akkumulator aufladen, d. h. ihm Strom zuführen, ohne daß er vorher erschöpft war.

e) Wenn keine der vorher erwähnten Stromquellen für die Ladung der Akkumulatoren zur Verfügung steht, so muß man seine Zuflucht zu ~galvanischen Elementen~ nehmen.

Daniell-Elemente sind weniger geeignet, da ihre elektromotorische Kraft nur etwas mehr als 1 Volt (1,08) und ihr innerer Widerstand ziemlich groß ist. Man muß mindestens drei Elemente hintereinander schalten. Gut brauchbar sind Bunsen-Elemente: Zink[84] in verdünnter Schwefelsäure (ca. 10%), Kohle in Salpetersäure. Das Element hat eine elektromotorische Kraft von etwa 1,8 Volt, der innere Widerstand beträgt bei den Elementen mittlerer Größe 0,1 bis 0,2 Ohm. Zwei Elemente genügen also für einen Akkumulator bezw. mehrere parallel geschaltete Zellen; die Stromstärke beträgt anfänglich 5-7 Amp. Da die Salpetersäure gesundheitsschädliche Dämpfe abgibt, so stellt man die Elemente unter den Gasabzug oder ventiliert den Raum gut, in dem die Ladung erfolgt.

Die Reichspostämter benutzen für die Ladung der Akkumulatoren vielfach Kupferelemente. Von einer Beschreibung dieses Elementes soll aber Abstand genommen werden.

Endlich sei noch erwähnt, daß manchmal die ~Ladung einer kleinen Batterie aus einer großen~ empfehlenswert ist. Wenn bei der großen Batterie Schaltzellen vorhanden sind, so entnimmt man den Strom den beiden letzten mit dem Zellenschalter verbundenen Elementen. Durch Einschaltung eines kleinen Widerstandes schwächt man den Strom ab.

3. ~Die Entladung.~ Schaltet man nach beendigter Ladung die Ladestromquelle ab, so beobachtet man an einem mit den Klemmen verbundenen Voltmeter, daß die elektromotorische Kraft des Akkumulators zuerst schnell und dann langsam zurückgeht. Erst nach Verlauf von 40-50 Minuten (wenn kein nennenswerter Strom entnommen wird) bleibt die Spannung konstant und hat dann den der Säuredichte entsprechenden Wert von 2-2,1 Volt (siehe S. 44). Für die Abnahme der Spannung lassen sich verschiedene Gründe angeben: (Verschwinden der Gaspolarisation?), Abnahme der hohen Säurekonzentration in den Poren, die zuerst schnell, dann langsam erfolgt, Eindringen von Bleisulfat in den Elektrolyten, das eine Zunahme der Konzentration der Blei- und Bleisuperoxydionen zur Folge hat; ferner ist zu berücksichtigen, daß ein Teil der Ladespannung, wenn Gasentwicklung erfolgt, als Überspannung anzusehen ist, die, sobald man den Ladestrom abschaltet, wegfällt.

Manchmal beobachtet man, daß nach Abschaltung der Ladestromquelle noch eine ziemlich starke, kurze Zeit dauernde Gasentwicklung erfolgt. ~Dolezalek~ erklärt diese Erscheinung folgendermaßen[85]: „Hat man durch lange Überladung alles auf der Elektrode befindliche Sulfat zersetzt, so bildet sich das Sulfat durch freiwillige Entladung (s. S. 106) zurück, was sich durch eine starke, kurz dauernde Wasserstoffentwicklung bei Öffnung des Ladestromes zu erkennen gibt‟. Es ist aber auch möglich, daß das sogen. Nachkochen durch metallische Verunreinigungen hervorgerufen wird (s. Selbstentladung).

Wird der Akkumulator entladen, so sinkt die Klemmenspannung zunächst sofort um den Betrag i · w_{i}[86], hierzu kommt in den ersten Minuten ein ziemlich starker Spannungsabfall, der durch den Schwefelsäureverbrauch in den Poren der aktiven Masse und in unmittelbarster Nähe der Elektrodenoberfläche zu erklären ist (s. S. 48). Wie man ferner aus der Entladekurve, von der ein Teil in Fig. 12 abgebildet ist, ersehen kann, bleibt die Spannung nach dem ersten Abfall längere Zeit nahezu konstant: das Hineindiffundieren der Säure in die Poren hält gleichen Schritt mit dem Säureverbrauch für die Sulfatbildung. Den betreffenden Unterschied der Konzentration der äußeren (C_{a}) und der inneren Säure (C_{i}) wollen wir δ nennen. Nun nimmt im Laufe der Entladung C_{a} ab; soll also δ konstant bleiben, so muß auch C_{i} abnehmen. Die Spannung muß demnach, der Abnahme der Konzentration der äußeren Säure (wie sie mittels eines eingetauchten Aräometers gemessen wird) entsprechend, langsam sinken. Je mehr Elektrizität man dem Akkumulator entnimmt, um so mehr wird, wie schon gezeigt wurde, der Säure das Eindringen in die aktive Masse erschwert. Daher ist gegen Ende der Entladung ein schnellerer Spannungsabfall zu erwarten (s. Fig. 13).

Man hört mit ~der Entladung auf, wenn die Klemmenspannung bei Stromentnahme~ 1,83 ~bis~ 1,8 ~Volt beträgt~, weil eine zu weit getriebene Entladung dem Akkumulator schädlich ist und durch sie die folgende Ladung erschwert wird; auch gibt ein Akkumulator, wenn er bis zu dem angegebenen Punkte entladen ist, keine beachtenswerte Elektrizitätsmenge mehr ab. (S. auch „Erholung‟ S. 105 und „Behandlung‟ Kap. 7.)

Bei Zentralen kommt noch hinzu, daß, wenn man mit der Entladespannung noch unter 1,8 Volt heruntergehen wollte, das Konstanthalten der Spannung in der Zentrale umständlich wäre und die Zahl der Zellen vergrößert werden müßte. Diese nämlich ist abhängig von der Netzspannung und der Endspannung der Zellen. Bei 110 Volt Netzspannung sind 110/1,8 Zellen erforderlich.

Wie bei der Ladung, so darf auch bei der Entladung eine ~gewisse Stromdichte nicht überschritten werden~ -- wenigstens für längere Zeit nicht, weil sich die Platten bei zu starker Stromentnahme (infolge der plötzlichen und starken Volumänderungen) krümmen („werfen‟) und die aktive Masse abbröckeln kann. Durch eine stärkere Krümmung der Platten kann ein innerer Kurzschluß herbeigeführt werden, der, falls er nicht bald beseitigt wird, zu einem vollständigen Ruine des Akkumulators führt. Die ~maximale Stromstärke~ wird von den Fabriken für die einzelnen Typen angegeben und ist meistens gleich der maximalen Ladestromstärke (s. auch Kap. 7).