Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt
Part 52
S. 183. In dem Eisenbahnkärtchen soll die Strecke Pirot-Bellowa als „noch im Bau befindlich“ dargestellt sein.
S. 190. In dem Kärtchen „Österreichische Alpenbahnen“ ist an der Abzweigungsstelle zwischen Villach und Pontebba der Name „Tarvis“ einzusetzen.
S. 315. Zur Fig. 114 ist hinzuzufügen: „Die +Land+flächen sind schraffiert.“
Fußnoten:
[1] Litteratur: +Zetzsche+, Katechismus der elektrischen Telegraphie. 6. Aufl. Leipzig, Weber, 1883. -- +Schweiger-Lerchenfeld+, Das eiserne Jahrhundert. Wien, Hartleben, 1884. -- ~+Ternant+~, ~Les télégraphes~. ~Paris~, ~Hachette~, 1881. -- +Schellen-Kareis+, Der elektromagnetische Telegraph. 6. Aufl. Braunschw., Vieweg u. Sohn, 1883. -- +Stephan+, Verkehrsleben im Altertum, in +Raumers+ Histor. Taschenbuch 1868. -- +Fischer+, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. -- +Veredarius+, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. -- +Sack+, Die Verkehrstelegraphie der Gegenwart. Wien, Hartleben, 1883.
[2] Das Wort „Telegraphie“ stammt von den griechischen Wörtern ~têle~ = in die Ferne, und ~gráphein~ = schreiben.
[3] Allgemeine Zeitung, Beil., Nr. 311, 1884; auf derselben Ausstellung befand sich auch ein automatischer Apparat, der in der Minute 1500 Worte übermittelte.
[4] Die Versuche, die man in +neuester+ Zeit mit Eisen- und Kupferdrähten in England mit Rücksicht auf ihre Tauglichkeit für telegraphische Zwecke anstellte, fielen übrigens zu Gunsten der Kupferdrähte aus (~Journal télégr. 1885, p. 202~).
[5] Nach +Fischer+ (a. a. O. S. 61-66) u. a.
[6] Vgl. hierzu +Schöttle+, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.
[7] Vgl. hierzu die oben citierten Werke von +Schellen-Kareis+, +Fischer+, +Veredarius+, +Zetzsche+; dann +Jüllig+, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), und +Ludewig+, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.
[8] Die +Guttapercha+ ist der verdickte Saft der ~Isonandra Gutta~, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19-22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug
1861 876 t 1866 1080 t 1871 976 t 1876 981 t 1878 1494 t.
Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E. +Heckel+ in ~Butyrospermum Parkii~ eine Pflanze entdeckt, welche die ~Isonandra Gutta~ fast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die Veranlassung +Heckels+ wird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (~Journal télégr.~ 1885, S. 192.)
[9] Das +Kautschuk+ ist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischen ~Siphonia cahucu~, des ostindischen ~Acorus arvensis~, einiger Ficus-Arten u. s. w. Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4-11 M. per Kilo beträgt, war in England
1856 1253 t à 1000 kg 1861 1538 t 1866 3078 t 1871 6129 t 1876 6864 t 1878 6796 t.
[10] 1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).
[11] Nach +Fahie+ (~History of Telegraphy to 1837~) stammt die +erste+ Idee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten Physiker +Salva+ von Barcelona (um 1800).
[12] +Fischer+ a. a. O. S. 82.
[13] +Veredarius+ a. a. O. S. 261.
[14] Von anderen sehr kostspieligen +Zeitungstelegrammen+ sei die der amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht von +Gravelotte+ zugegangene Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000 Mark.
[15] Hauptsächlich nach +Fischer+ a. a. O. S. 85-88.
[16] Die Western Union Telegraph Company in +Amerika+ ist die bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884 betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)
[17] Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires und 4 in New-York haben.
[18] +Veredarius+ a. a. O. S. 367.
[19] +~Mulhall~+, ~Dictionary of Statistics~, S. 442. ~London~, ~Routledge and Sons~, 1884.
[20] Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.
[21] Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.
[22] Als Quellen hierfür dienten: ~Carte générale des grandes communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau international des Administrations télégraphiques~, ~Berne~ 1885, das ~Journal télégraphique~, die +Veredarius+ beigegebene Karte der internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886, Reichsdruckerei.
[23] Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. -- Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg über +Montevideo+ nach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (~Journal télégraphique~, S. 99, Jahrg. 1885.)
[24] Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „+Statistik+ der deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, und +~Ternant~+, ~Les Télégraphes~, ~Paris~, ~Hachette~ 1884. 2. Aufl.
[25] Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auch ~Hyde~, ~The Royal Mail~, ~London~, ~Blackwood and Sons~, ~2. edition~, 1885, ~p.~ 249-254.
[26] Vgl. hierzu +Veredarius+ a. a. O. 277-281; +Zetzsche+ a. a. O. 449-452; +Fischer+ a. a. O. 113-124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.
[27] Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben, +Neumann-Spallarts+ „Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.
[28] Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.
[29] Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.
[30] A. a. O. S. 367.
[31] Nach +Hendschels+ Telegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.
[32] Litteratur: +Veredarius+ a. a. O. -- ~+Figuier+~, ~l’Électricité~. ~Paris~, ~Hachette & Co.~, 1884. -- +Schwartze+, +Japing+ und +Wilke+, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. -- +Urbanitzky+, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.
[33] Vom griechischen ~têle~ = in die Ferne, und griech. ~phoneîn~ = tönen.
[34] Eine bezügliche Arbeit von +Reis+ (1862) wurde von +Poggendorf+ in die „Annalen“ +nicht+ aufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchte +Poggendorf+ um einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt will +ich+ einen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (~+Figuier+~, ~l’Électricité~).
[35] Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechisch ~mikrós~ = klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons ist +Hughes+, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.
[36] Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.
[37] Einer Art Fernsprache begegnet man schon im +Altertum+. So berichtet z. B. der griechische Schriftsteller +Diodorus Siculus+ von den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. -- Von einer eigenartigen Fernsprache in +Kamerun+ berichtet das „+Ausland+“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere, ~ndimbo~ genannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem Afrikareisenden ~Dr.~ +Buchner+ ist diese +Trommelsprache+ der Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.
[38] Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommenden +Apparate+ sind ausschließlich das +Mikrophon+ von +Hughes+ und der +Siemens+sche +Fernsprecher+. -- Neuestens ist es dem Belgier +van Rysselberghe+ gelungen, +auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren+. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichen +Telegraphen+leitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.
[39] +Veredarius+ a. a. O. S. 276.
[40] Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.
[41] Litteratur: +Stephan+, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. -- +Stephan+, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, in +Raumers+ Histor. Taschenbuch, 1868 und 1869. -- +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. -- +Ilwof+, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. -- +Hartmann+, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. -- +Veredarius+, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. -- +Zehden+, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. -- +Paulitschke+, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. -- +Frank+, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.
[42] Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld den ~tabellarii~ wieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (+Veredarius+, Das Buch von der Weltpost, S. 47).
[43] Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene Staatspostscheine oder ~diplomata~; sie waren in der Regel auf Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt gefaltet.
[44] Litteratur: +Löper+, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des „Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. -- +Stephan+, Verkehrsleben im Altertum und Mittelalter, a. a. O. -- +Derselbe+, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. -- +Sax+, Die Verkehrsmittel in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. -- +Poststammbuch+. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. -- +Veredarius+, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37-43.
[45] Litteratur: +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17-26. -- +Derselbe+, Geschichte der preußischen Post. -- +Derselbe+, Geschichte des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. -- Zeitschrift „+Europa+“ 1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). -- +Saalfeld+, Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. -- +Heinze+, Pferd und Fahrer. Leipzig, Spamer, 1876. -- +Deutsche Verkehrszeitung+, 2. Jahrg. -- +Veredarius+ a. a. O. S. 52-58. -- +Ilwolf+ a. a. O.
[46] Siehe hiezu auch +Hennicke+, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.
[47] Vgl. hierzu besonders: +Löper+ a. a. O. -- +Stephan+, Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. -- +Derselbe+, Weltpost und Luftschiffahrt. -- +Sax+ a. a. O.
[48] Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung (~calciata~) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts in Kalk (lat. ~calx~) gebettet.
[49] Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen: „Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“
[50] Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem Orte +Kots+ im Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.
[51] Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen Gebirge im Bergamesischen herrühren.
[52] Das Wort „+Post+“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen lateinischen Worte ~posta~, welches die Abkürzung von ~posita~ ist, dem Femininum des Particips Perfecti von ~ponĕre~ (legen, setzen, stellen). Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel stattfand, ~mansio~ oder ~mutatio~ nannten, so sagte man: ~mansio~ oder ~mutatio posita~ in N. N., woraus das abgekürzte ~posta~ in N. N. entstand. +Veredarius+ a. a. O.
[53] Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der Bemerkung abgewiesen: „~Non habeo pecuniam~“ (ich habe kein Geld), oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte, wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er sich sofort ~paquen, Consilium abigundi~.“ +Veredarius+ a. a. O. S. 124.
[54] Von +Richelieu+ stammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was in einem Briefe steht, -- ~eh bien!~ so muß man ihn öffnen lassen und lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten, sondern einfach mit Nadeln zusteckten. +Veredarius+ a. a. O. S. 130. Vgl. auch +~Belloc~+, ~Les Postes françaises~. ~Paris~, 1886.
[55] Vgl. hierzu die S. 75 Anm. 1 angeführten Schriften.
[56] Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken blieb“. +Veredarius+ a. a. O. S. 106. -- Zahlreiche Belege für den schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auch ~+Hyde+~, ~The Royal Mail~, S. 1-13.
[57] Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten (~messagers~) unterhalten wurden.
[58] ~mail~ = Post, ~coach~ = Wagen.
[59] Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in „Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.
[60] Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende Daten orientieren:
Heinrich +Stephan+ ist als der Sohn eines einfachen Handwerkers am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post, 1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt, gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der „Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte, unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle. Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate „Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben. Bemerkt sei noch, daß ~Dr.~ von Stephan auch ein hervorragender Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen „Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des „Poststammbuch“ zu nennen.
[61] Litteratur: +Fischer+, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. -- +Veredarius+ a. a. O. -- +Stephan+, Weltpost und Luftschiffahrt. -- +Zetzsche+, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches Institut, 1885.