Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt

Part 46

Chapter 462,566 wordsPublic domain

Durch ihre häufigen und regelmäßigen Fahrten haben die Ocean-Postdampfer in ungeahntem Verhältnisse zur Entwicklung und Hebung des Welthandels beigetragen. Ihrem Einflusse ist es hauptsächlich zuzuschreiben, wenn der Wert des Welthandels von 31 Milliarden Mark im Jahre 1862 auf 67 Milliarden Mark im Jahre 1883 (wovon 36 Milliarden auf die Einfuhr, 31 Milliarden auf die Ausfuhr kommen) gestiegen ist. Diese mächtige Einwirkung der überseeischen Postdampfschiffslinien auf die Vermehrung der Umsätze im Weltverkehr, im besondern auf die Hebung des Exports und Imports jener Länder, in welchen diese Linien entspringen, ist von mehr als einer Seite anerkannt worden, und hierin liegt, abgesehen von der schnellen und prompten Beförderung der Post, ihre große nationale Bedeutung.

Zum Beleg dieser behaupteten Thatsache sei nur folgendes angeführt[241]:

Der von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zur Prüfung der Handelsverhältnisse und Handelsverbindungen mit Südamerika Ende der 70er Jahre beauftragte Abgesandte berichtete:

„Es ist unzweifelhaft, daß die Einrichtung regelmäßiger, durch die Regierung unterstützter Postdampfschiffsverbindungen der Vorläufer gewesen ist des kommerziellen Übergewichts von Großbritannien auf den großen Handelsplätzen Central- und Südamerikas zu beiden Seiten. Es steht nicht weniger fest, daß die Bemühungen anderer Nationen, nämlich Deutschlands, Frankreichs und Italiens, an diesem nutzbringenden Verkehr Anteil zu nehmen, in dem Verhältnisse von Erfolg begleitet gewesen sind, als sie regelmäßige Postdampfschiffsverbindungen nach denjenigen verschiedenen Märkten einführten, mit welchen sie Handelsverbindungen anknüpfen wollten.“

Bei Beratung des neuen französischen Gesetzes wegen Subventionierung von Postdampfschiffslinien nach New-York, nach den Antillen und nach Mejico kamen vor der französischen Deputiertenkammer folgende Ziffern über die Wirkung subventionierter Linien zur Sprache:

„Vor Errichtung der subventionierten Dampferlinie von Bordeaux nach Brasilien, Argentinien und Uruguay hat der französische Handel mit diesen drei Ländern nur 200 Millionen Franken betragen, während er sich nachher um 237 Prozent gehoben hat, also um 475 Millionen Franken gestiegen ist. Vor Einrichtung des Postdienstes nach Indien und China (1860) hat der ganze Handel Frankreichs mit Hinterasien 97 Millionen Franken nicht überstiegen. Im Jahre 1879 erreichte derselbe die Höhe von fast 400 Millionen Franken, und Lyon war in Europa (an Stelle von London) der Hauptmarkt für chinesische und japanesische Seide geworden.“

In neuester Zeit hat sich der französische Postminister Cochery in einem Bericht an den Präsidenten Grévy über die Ergebnisse, welche Frankreich durch die den überseeischen Dampferlinien gewährten Zuschüsse erzielt hat, wie folgt ausgesprochen:

„Wir sind nicht mehr auf die Notwendigkeit hingewiesen, die kostspielige Hilfe fremder Postdampfer für die Beförderung unserer Korrespondenz nach Australien in Anspruch zu nehmen. Dieses reiche Land ist in direkte Verbindung mit unseren Häfen getreten. Unserem Handel und unserer Industrie sind auf diese Weise neue Absatzgebiete erschlossen worden. Die wichtigen Resultate, welche die australische Linie für unsern Handel bereits erzielt hat, und welche dieselbe in noch erhöhtem Maße in Zukunft ergeben wird, rechtfertigen überreichlich die Opfer, welche die französischen Kammern für ihre Einrichtung in so bereitwilliger Weise gebracht haben. Die subventionierten überseeischen Dampferlinien tragen in der That zur Entwicklung des Handels bei. Um sich hiervon zu überzeugen, genügt es, auf die Thatsache hinzuweisen, daß, sobald eine subventionierte Dampferlinie die direkte Verbindung zwischen Frankreich und einem überseeischen Lande herstellt, alsbald der französische Handel mit dem betreffenden Lande größere Proportionen annimmt. Man hat dies in Indien und China, am La Plata, in Brasilien, in den Antillen, in Mejico und Nordamerika gesehen. Diese Verbindungen kosten uns jährlich im Budget etwa 27 Millionen. Aber man kann dreist behaupten, daß diese Summe verschwindend gering ist im Vergleich zu den Vorteilen, welche unser Handel und unsere Industrie aus ihr ziehen. Selbst der Staatsschatz verliert hierdurch nichts. Seine Einnahmen steigern sich im gleichen Verhältnis.“

In welch hohem Grade die direkten Postdampferverbindungen zur Entwicklung des Handels eines Landes beitragen, wird endlich deutlich illustriert durch den Österreichisch-Ungarischen Lloyd sowohl, als auch durch die von Genua mit Asien unterhaltene italienische Linie. Beide fingen im Jahre 1870 an, mit kleinen Dampfern nach Bombay zu fahren, zuerst etwas unregelmäßig, weshalb die Erfolge schleppend waren. Kaum aber waren pünktliche große Dampfer auf der Linie eingeführt, als auch der Verkehr sich in einem Maße entwickelte, wie besonders die Italiener nicht im entferntesten geahnt hatten. Durch die Postdampfschiffslinien wurden neue große Industrieen in Italien ins Leben gerufen. Es haben sich neue Spinnereien in Oberitalien gebildet, man hat Ölmühlen eingerichtet und andere Großindustrien, so daß durch die wachsenden Bezüge die Zahl der Dampfer allein von Bombay nach Genua während der Hauptsaison schon bis auf zehn in einem Monat gestiegen ist.

Auch die Herstellung der +deutschen Postdampferlinien+ nach Ostasien und Australien wird dazu beitragen, die Art und den Grad der Beteiligung Deutschlands am Welthandel und Weltverkehr wesentlich zu heben.

In diesem Zusammenhange wird wohl auch am besten der „+indischen Überlandpost+“ gedacht.

Die „gewöhnliche“ indische Überlandpost geht an jedem Freitag abends von London (über Calais, Paris, Mâcon, Mont-Cenis, Turin, Bologna, Brindisi) ab und endigt auf der ostindischen Halbinsel, Bombay und Ceylon berührend, in Calcutta. An jedem zweiten Freitag wird die „große“ Überlandpost befördert, die Indian and Australian Mail, die ihren Weg noch weiter nimmt, bis nach Ostasien und Australien. Die Zahl der Postsäcke beträgt oft gegen 800, die natürlich weitaus englischen Ursprungs sind. Im Jahre 1883 umfaßte die gesamte indische Überlandpost auf dem Wege +über Brindisi+ 51593 geschlossene Postsäcke; hiervon entfielen 40329 Postsäcke auf die Richtung aus Europa +nach+ Indien, 11264 auf die Richtung +aus+ Indien nach Europa. Von den ersteren rührten von England her 33185 Stück, von den letzteren waren für England bestimmt 8732 Stück. Die Zahl der geschlossenen Säcke aus, beziehungsweise nach +Deutschland+ belief sich auf 775. Das +Gewicht+ der englisch-indischen Posten betrug im Jahre 1883: 842448 kg. Zur Beförderung der Poststücke der indischen Überlandpost müssen vielfach +Extrazüge+ auf italienischem Gebiete eingelegt werden, im Jahre 1883: 180[242].

Wenn nun auch der +überseeische+ Postverkehr dermalen eine so hohe Ausbildung erfahren hat, so giebt es trotzdem selbst heute noch Orte, die verhältnismäßig selten vom Postverkehr berührt werden. Auf Reykjavik, dem Hauptorte von Island, kommt z. B. die Post nur zehnmal im Jahre an; +Ochotsk+ hat nur einmal per Monat und der +Peter-Pauls-Hafen+ auf Kamtschatka vollends nur einmal per +Jahr+ Postverbindung mit der übrigen Welt.

Elftes Kapitel.

Schiffahrtsstatistik.

1. Entwicklung der Handelsmarine der Erde seit 1820[243].

+--------------------------------------------------+-------------- | Tausende von Register-Tonnen. | Effekt. Jahr.+---------+----------+-----------+-----------------+ Tragfähigkeit | | Effektive Trag- | der Dampfer | Segler. | Dampfer. | Zusammen. | fähigkeit[244]. | in Prozenten. -----+---------+----------+-----------+-----------------+-------------- 1820 | 3140 | 6 | 3146 | 3170 | 1 1830 | 3022 | 28 | 3050 | 3162 | 4 1840 | 4560 | 116 | 4676 | 5140 | 11 1850 | 6513 | 392 | 6905 | 8473 | 23 1860 | 9586 | 820 | 10406 | 13686 | 30 1870 | 13868 | 1918 | 15576 | 23458 | 41 1881 | 15002 | 5644 | 20646 | 43222 | 66 1885 | 11216 | 6693 | 17909 | 44682 | 72[245]

Aus der vorstehenden Übersicht ergeben sich folgende sehr bemerkenswerte Thatsachen:

1. Der +effektive+ Tonnengehalt der Handelsmarine der Erde hat stetig zugenommen.

2. Die Zunahme des Tonnengehaltes der Segler war in dem Jahrzehnt 1870-1880 eine wesentlich geringere als in den Jahren 1860 bis 1870. Neuestens hat der Tonnengehalt der Segler sogar abgenommen. Hingegen erfuhr

3. die Leistungsfähigkeit der +Dampfer+ eine enorme Steigerung; denn während dieselbe 1820 erst 1%, 1830 4%, 1840 11% der effektiven Tragfähigkeit der gesamten Handelsmarine betrug, repräsentierte sie 1885 bereits 72%, also über ⅔ hiervon.

Diese stete Zunahme des Tonnengehaltes der Dampfer einerseits und die steigende Abnahme des Tonnengehaltes der Segelschiffe andererseits bilden eine der bezeichnendsten Eigentümlichkeiten des modernen Schiffahrtswesens.

2. Der Bestand der Welthandelsflotte im Jahre 1885[246].

A: Segelschiffe mit 100 t Gehalt u. darüber. Zahl der Schiffe. B: „ „ „ „ „ „ Registrierter Tonnen- Gehalt. C: Dampfschiffe mit 100 t Gehalt u. dar. Zahl der Schiffe. D: „ „ „ „ „ „ Registrierter Tonnen-Gehalt. E: Segel- und Dampfschiffe zusammen. Zahl der Schiffe. F: „ „ „ „ Registrierter Tonnen-Gehalt. G: „ „ „ „ Effektive Tonnen-Tragfähigk.

+-----+--------+----+-------+-----+--------+-------- Länder. | A | B | C | D | E | F | G ------------------+-----+--------+----+-------+-----+--------+-------- 1. England: | | | | | | | Großbrit. u. | | | | | | | Irl. | 5114| 3248807|5020|3897165|10134| 7145972|22734632 Kolonieen | 2767| 1376662| 692| 223968| 3459| 1600630| 2496502 -------+-----+--------+----+-------+-----+--------+-------- Zusammen: | 7881| 4625469|5712|4121133|13593| 8746602|25231134 2. Amerika (V. | | | | | | | Staat.) | 3542| 1587140| 388| 358653| 3930| 1945793| 3380405 3. Argentinien | 23| 5637| 17| 5595| 40| 11232| 33612 4. Belgien | 9| 5283| 63| 67784| 72| 73067| 344203 5. Bolivia | -- | -- | 1| 772| 1| 772| 3860 6. Brasilien | 116| 20401| 86| 32578| 202| 52979| 183291 7. Chile | 119| 64174| 40| 27710| 159| 91884| 202724 8. China | 2| 655| 23| 21143| 25| 21798| 106370 9. Columbia | 2| 477| -- | -- | 2| 477| 477 10. Costa Rica | 1| 140| 2| 425| 3| 565| 2265 11. Dänemark | 658| 127595| 206| 96311| 864| 223906| 609150 =12. Deutschland | 1794| 806197| 559| 409558| 2353| 1215755| 2853987= 13. Frankreich | 1194| 318712| 508| 492692| 1702| 811404| 2782172 14. Griechenland | 1251| 289385| 74| 36689| 1325| 326074| 472830 15. Haiti | --| -- | 5| 1597| 5| 1597| 7985 16. Hawaii | 5| 2273| 20| 6343| 25| 8616| 33988 17. Japan | 120| 31662| 104| 49958| 224| 81620| 281452 18. Italien | 1674| 705283| 153| 123003| 1827| 828286| 1320298 19. Mejico | 11| 2174| 15| 11470| 26| 13644| 59524 20. Montenegro. | 7| 1179| -- | -- | 7| 1179| 1179 21. Niederlande | 542| 228668| 152| 130317| 694| 358985| 880253 22. Norwegen | 3369| 1351986| 282| 104704| 3651| 1456690| 1875506 23. Österreich | 375| 194189| 115| 87453| 490| 281642| 631454 24. Persien | --| -- | 1| 579| 1| 579| 2895 25. Peru | 18| 5373| 7| 5731| 25| 11104| 34028 26. Portugal | 214| 51040| 25| 14441| 239| 65481| 123245 27. Rumänien | --| -- | 4| 2405| 4| 2405| 12025 28. Rußland | 931| 270940| 209| 106741| 1140| 377681| 804645 29. Sansibar | --| -- | 1| 138| 1| 138| 690 30. Sarawak | 1| 347| 3| 622| 4| 969| 3457 31. Schweden | 1130| 331061| 421| 114824| 1551| 445885| 905181 32. Siam | 16| 6414| 4| 684| 20| 7098| 9834 33. Spanien | 655| 159116| 401| 239148| 1056| 398264| 1354856 34. Tahiti | 1| 244| -- | -- | 1| 244| 244 35. Türkei | 102| 22889| 32| 19764| 134| 42653| 121709 36. Uruguay | 2| 342| 7| 1772| 9| 2114| 9202 37. Venezuela | 1| 170| 2| 399| 3| 569| 2165 ------+-----+--------+----+-------+-----+--------+-------- Zusammen: |25766|11216615|9642|6693136|35408|17909751|44682295

Was uns aus vorstehender Tabelle zuerst in die Augen springt, das ist die +ungeheure Überlegenheit der englischen Handelsmarine+ im Vergleich zu den Flotten aller übrigen Staaten. Der nominelle oder Register-Tonnengehalt der englischen Flotte (ohne jene der Kolonieen) beträgt von jenem der Flotten der gesamten Erde fast 40% und von jenem der europäischen Flotten 50%. Von dem Tonnengehalt aller +Dampfer+ der Erde entfallen auf Englands Flotte 58% und von dem der +europäischen+ Dampfer sogar 60%.

Was den +effektiven Tonnengehalt+ der britischen Flotte betrifft, so ist sie an der Gesamttragfähigkeit aller Flotten der Erde mit rund 50% beteiligt und an jener der europäischen Flotten mit 70%.

Die +zweitgrößte Handelsflotte der Erde+ (mit ca. 10% des nominellen und 7½% des effektiven Tonnengehaltes der gesamten Handelsmarine) besitzen die Vereinigten Staaten von Amerika.

In Bezug auf den +Register-Tonnengehalt+ folgen England und der Union: +Norwegen+, +Deutschland+ und +Frankreich+.

Anders gestaltet sich jedoch die Reihenfolge dieser drei Staaten mit Bezug auf den +effektiven+ Tonnengehalt. +In dieser Hinsicht nimmt Deutschland unter allen Staaten der Erde die dritte, unter den europäischen bereits die zweite Stelle ein.+ Ihm folgt +Frankreich+, und diesem erst schließt sich +Norwegen+ an. Ihren Grund hat diese Thatsache in der großen Zahl der Dampfer, welche Deutschland und Frankreich besitzen.

Was endlich in obiger Tabelle deutlicher als in irgend einem andern Zweige der Verkehrsstatistik zum Ausdruck gelangt, das ist die +primate Stellung Europas+ im Welthandel. Von den nahezu 18 Millionen Register-Tonnen der gesamten Handelsmarine treffen auf die +Staaten Europas+ rund volle 14 Millionen oder nahezu 80%, und von den mehr als 44 Millionen Tonnen der effektiven Tragfähigkeit aller Handelsflotten entfallen auf dieselben fast 38 Millionen oder 85%.

3. Der Schiffsbau.

Unter den Ländern, die sich mit Schiffsbau befassen, steht allen weit voran +Großbritannien+. Die bedeutendsten Werften desselben sind die am Clyde, am Tyne und am Wear. An der Spitze der Schiffsbauer am Clyde steht die Firma +John Elder+ & Comp. in Govan bei Glasgow (jetzt Fairfield Shipbuilding and Engineering Company); es folgen die Firmen +Russel+ & Comp. in Port Glasgow und R. +Napier+ in Govan; unter den Geschäften am Tyne behauptet die +Palmer-Schiffsbau- und Eisengesellschaft+ den ersten Rang; letztere Firma ist zugleich die erste von ganz Großbritannien und vielleicht der ganzen Welt[247]. Von den sonstigen Schiffsbau-Anstalten Großbritanniens sind zu bemerken: Die Werften des Tee, von West Hartlepool, des Mersey, von Belfast, von Southampton, von Hull, Dundee und von Leith[248]. -- England zunächst kommt hinsichtlich des Schiffsbaues die +Union+.

Über den Schiffsbau +Großbritanniens+ in den Jahren 1880-1882 orientiert folgende Übersicht:

+----------------------------- | +Tonnen.+ Werften. +--------+--------+----------- | 1880 | 1881 | 1882 -------------+--------+--------+----------- Am Clyde | 237000 | 332000 | 389000 „ Tyne | 149000 | 177000 | 208000 „ Wear | 140000 | 148000 | 212000 Übrige | 180000 | 203000 | 385000 ---+--------+--------+----------- Zusammen | 706000 | 860000 | 1194000[249]

Da der +nominelle+ Tonnengehalt der auf der ganzen Erde per Jahr gebauten Schiffe ca. 1800000 t beträgt, so entfallen auf Großbritannien, das 1882 fast 1200000 t lieferte, volle ⅔ des gesamten Schiffsbaues der Erde.

Noch günstiger gestaltet sich das Verhältnis für Großbritannien bezüglich der +effektiven Tragfähigkeit+; es treffen nämlich von der Gesamttragfähigkeit der 1882 auf der Erde gebauten Schiffe (7010000 t) auf Großbritannien mehr als 7/10 (5040000 t).

+--------------------------+----------------------------- | Tonnengehalt der 1882 | Prozentanteil. | erbauten Schiffe. | Flaggen. +------------+-------------+-------------+--------------- | Nomineller | Effektive | am nomi- | an der | Tonnen- | Trag- | nellen | effektiven | gehalt. | fähigkeit. |Tonnengehalt.| Tragfähigkeit. -------------+------------+-------------+-------------+--------------- Britische | 1194000 | 5040000 | 66 | 72 Amerikanische| 281000 | 1080000 | 15,6 | 15,4 Sonstige | 330000 | 890000 | 18,4 | 12,6 ---+------------+-------------+-------------+--------------- Zusammen | 1805000 | 7010000 | 100 | 100[250]

Im Jahre 1883 gestaltete sich der +britische Schiffsbau+ wie folgt[251]:

+---------+------------------------------- | | Zahl der Schiffe. Werften. | Tonnen. +----------+---------+---------- | | Dampfer. | Segler. | Zusammen. ----------------+---------+----------+---------+---------- Am Clyde | 417880 | 240 | 86 | 326 „ Tyne | 216573 | 169 | -- | 169 „ Wear | 212313 | 125 | 1 | 126 Übrige | 410063 | -- | -- | 267 ---+---------+----------+---------+---------- Zusammen | 1256829 | -- | -- | 888

Der +Wert+ dieser 888 Schiffe beziffert sich auf 19 Mill. Pfd. St. (= 380 Mill. M.)[252].

Interessante Aufschlüsse über das Schiffsbauwesen der verschiedenen Länder der Erde giebt folgende Tabelle[253].

=Zahl und Tonnengehalt aller in den einzelnen Ländern der Erde gebauten und noch in Verwendung stehenden Schiffe von 100 t und darüber.=

A: Eisenschiffe. B: Stahlschiffe. C: Holzschiffe. D: Schiffe gemischten Systems. ----------------------+-------+--------+---------+-----+----+-----+---- Länder. |Segler.|Dampfer.|Zusammen.| A | B | C | D ----------------------+-------+--------+---------+-----+----+-----+---- Großbritannien u. | | | | | | | Irland | 5016 | 7200 | 12216 | 8262| 562| 3231| 161 Britische Kolonieen | 3420 | 221 | 3641 | 89| 1| 3541| 10 Amerika (Ver. Staaten)| 4164 | 472 | 4636 | 215| 2| 4417| 2 Dänemark | 541 | 87 | 628 | 76| 5| 547| -- +Deutschland+ | 1880 | 432 | 2312 | 476| 19| 1813| 4 Frankreich | 1109 | 202 | 1311 | 200| 24| 1084| 3 Griechenland | 1093 | 1 | 1094 | 1| --| 1093| -- Italien | 1690 | 12 | 1702 | 14| --| 1688| -- Niederlande | 438 | 92 | 530 | 100| 17| 391| 22 Norwegen | 2022 | 154 | 2176 | 97| 3| 2073| 3 Österreich | 457 | 69 | 526 | 59| 5| 462| -- Rußland | 755 | 34 | 789 | 26| 3| 759| 1 Schweden | 883 | 470 | 1353 | 306| 47| 932| 68 Spanien | 536 | 11 | 547 | 4| --| 543| --

Hiernach hat das +gesamte+ britische Reich 44% aller Schiffe gebaut, und Großbritannien und Irland +für sich+ allein 34%. Am Eisen- und Stahlschiffsbau ist Großbritannien und Irland sogar mit fast 82% beteiligt.

Die großartige Bedeutung des +englischen Schiffsbaues für die übrigen Länder der Erde+ erhellt daraus, daß von den 12216 in Großbritannien und Irland gebauten Schiffen 3316 (darunter 1186 Segelschiffe und 2130 Dampfer) in den Besitz fremder Nationen übergingen[254].

Es kamen hiervon

nach Deutschland 330, wovon 153 Segler, 177 Dampfer, „ Österreich 93, „ 34 „ 59 „ „ Frankreich 395, „ 86 „ 309 „[255].

Über den Stand des Schiffsbaues im Jahre 1885 giebt folgende Übersicht Aufschluß[256]. Es wurden gebaut

+--------------+-------- | Schiffe[257] | in den Ländern | von 100 t | Tonnen. | und darüber. | -------------------------------+--------------+-------- Großbritannien und Irland | 382 | 449825 Vereinigte Staaten von Amerika | 57 | 39995 Britische Kolonieen | 68 | 34946 Deutschland | 42 | 26993 Frankreich | 21 | 24122 Niederlande | 15 | 13232 Norwegen | 30 | 12465 Österreich | 7 | 5968 Italien | 21 | 4430 Schweden | 12 | 3474 Griechenland | 16 | 3126 Dänemark | 7 | 3058 Rußland | 8 | 2027 in den anderen Ländern | 6 | 997 ---+--------------+-------- Zusammen | 692 | 624658

Was den Schiffsbau in +Deutschland+ betrifft, so konnte vor zehn Jahren von deutschem Eisenschiffsbau kaum gesprochen werden. Dermalen aber besitzt Deutschland schon sehr leistungsfähige diesbezügliche Anstalten. Die bedeutendste deutsche Privatwerft ist der „Vulkan“ bei Stettin.