Der Weltkrieg, III. Band Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch

Part 35

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Aber inzwischen hatte sich gerade infolge der krisenhaften Vorgänge in Deutschland und infolge der Erzbergerschen Indiskretion mit dem Geheimbericht des Grafen Czernin bei unsern westlichen Feinden die Auffassung geändert: Als die päpstliche Note Mitte August überreicht wurde, war die Verhandlungsbereitschaft, die einige Wochen vorher bei der vorbereitenden Sondierung noch bestanden hatte, infolge der Erzbergerschen Aktion verschwunden.

Es läßt sich denken, daß die britische Regierung bei dieser veränderten Sachlage durch den offiziellen Friedensschritt des Papstes in eine gewisse Verlegenheit gesetzt wurde: sie hatte vor wenigen Wochen zu einem solchen Schritt ermuntert oder sich jedenfalls nicht abgeneigt gezeigt, ihn mit Sympathie aufzunehmen; jetzt war sie entschlossen, an ihren alten, nur von einem niedergeworfenen Deutschland erzwingbaren Kriegszielen festzuhalten und infolgedessen dem päpstlichen Schritt keine Folge zu geben.

Diese Verlegenheit der britischen Regierung hat die Mitteilung des Foreign Office an den britischen Gesandten beim Vatikan, den Grafen Salis, vom 21. August 1917, die später als »Friedensangebot« ausgegeben worden ist, offensichtlich diktiert. Hier der Wortlaut:[7]

»Wir haben noch keine Gelegenheit gehabt, unsere Verbündeten über die Note seiner Heiligkeit zu befragen, und sind nicht in der Lage, uns über eine Beantwortung der Vorschläge Seiner Heiligkeit betreffend Bedingungen eines dauernden Friedens zu äußern. Unserer Ansicht nach besteht keine Wahrscheinlichkeit dafür, diesem Ziele näherzukommen, solange sich nicht die Zentralmächte und ihre Verbündeten in offizieller Form über ihre Kriegsziele und darüber geäußert haben, zu welchen Wiederherstellungen und Entschädigungen sie bereit sind, durch welche Mittel in Zukunft die Welt vor der Wiederholung der Greuel, unter denen sie jetzt leidet, bewahrt werden könnte: Selbst hinsichtlich Belgiens (und in diesem Punkte haben die Zentralmächte anerkannt, im Unrecht zu sein) ist uns niemals eine bestimmte Erklärung über ihre Absicht bekannt geworden, die völlige Unabhängigkeit wiederherzustellen und die Schäden wieder gutzumachen, die sie es hat erdulden lassen. Seiner Eminenz dürften zweifellos die Erklärungen gegenwärtig sein, die von den Alliierten in Beantwortung der Note des Präsidenten Wilson abgegeben worden sind. Weder von Österreich noch von Deutschland ist jemals eine solche (equivalent) Erklärung erfolgt. Ein Versuch, die Kriegführenden in Übereinstimmung zu bringen, erscheint so lange vergeblich, als wir nicht über die Punkte im klaren sind, in denen ihre Ansichten auseinandergehen.«

[7] Der nachstehend wiedergegebene Wortlaut ist der von der deutschen Regierung bekanntgegebene und entspricht nach einer Veröffentlichung der Kurie in der Florentiner »Unità Cattolica« dem von dem Grafen Salis dem Kardinalstaatssekretär überlassenen Text. Der von der britischen Regierung in dem Weißbuch vom 12. August 1918 wiedergegebene englische Text zeigt nicht unerhebliche Abweichungen. So lautet dort der Eingang:

»Da die Regierung Seiner Majestät noch nicht in der Lage war, ihre Verbündeten über die Vorschläge Seiner Heiligkeit zu befragen, kann sie nicht sagen, ob es irgendeinen Zweck hat, eine Antwort darauf zu geben, oder, bejahendenfalls, welche Form einer solchen Antwort zu geben sein würde.«

Am Schluß steht der bezeichnende Satz:

»Sie wollen, wenn sich eine geeignete Gelegenheit bietet, dies Seiner Eminenz auseinandersetzen.«

In ihrem Wortlaut und in ihrem Sinn ist diese Instruktion des Foreign Office an seinen vatikanischen Gesandten das Gegenteil eines Friedensangebots. Es ist die in höfliche Form gekleidete Ablehnung einer Beantwortung der päpstlichen Friedensnote unter dem durchsichtigen Vorwand, daß die Alliierten ja ihre Kriegsziele bereits in ihrer Antwortnote vom 10. Januar 1917 an den Präsidenten Wilson (Band II, S. 375-378) niedergelegt hätten, von Deutschland aber äquivalente Erklärungen bisher nicht erfolgt seien. Allein schon der Hinweis auf jene Antwortnote an den Präsidenten Wilson, die den Versailler Vertrag bereits =in nuce= enthielt -- mitsamt dem Schuldbekenntnis Deutschlands und mitsamt der Weigerung, mit Deutschland auf gleichem Fuß zu verkehren --, stellt den Charakter der Depesche außer Zweifel.

Gerade weil die Depesche diesen Sinn hatte, sprach die französische Regierung den Wunsch aus, sich gegenüber dem Vatikan den in der Depesche enthaltenen Gesichtspunkten anschließen zu dürfen. Auch hiervon wurde der Graf Salis benachrichtigt.

Der Papst und sein Kardinalstaatssekretär, geleitet von dem brennenden Wunsch, der Welt zum Frieden zu verhelfen, sahen die Depesche, die der britische Gesandte dem Kardinalstaatssekretär vorzeigte, mit andern Augen an. Sie wollten in dem Hinweis auf Belgien, der bestimmt war, die Anklage gegen Deutschland besonders zu unterstreichen, eine Möglichkeit der Anknüpfung sehen. Der Kardinalstaatssekretär erbat sich von dem britischen Gesandten das Dechiffré des Telegramms, und der Gesandte überließ es ihm, nachdem er, wie italienische Zeitungen berichtet haben, Kopf und Unterschrift weggeschnitten und es so in ein »Aide-Memoire«, wie der diplomatische Fachausdruck heißt, verwandelt hatte.

Dieses Aide-Memoire wurde nun der deutschen Regierung mitgeteilt, und zwar mit dem Schreiben des Nuntius Pacelli vom 30. August, das erwähnte, daß die französische Regierung sich den Darlegungen des Telegramms angeschlossen habe, die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers in besonderer Weise auf den Belgien betreffenden Passus hinlenkte und zum Ausdruck brachte, daß nach der Meinung des Kardinalstaatssekretärs »durch eine befriedigende Erklärung der deutschen Regierung zu diesem Punkte ein bedeutender Schritt zur weiteren Entwicklung der Verhandlungen gemacht würde«.

Nach den von dem Unterstaatssekretär im Foreign Office, Herrn Harmsworth, Anfang August 1919 abgegebenen Erklärungen und nach dem britischen Weißbuch vom 12. August 1919 hat der Kardinalstaatssekretär dem britischen Gesandten mitgeteilt, er werde antworten, wenn er von der deutschen Regierung die von dieser erbetene Erklärung über Belgien erhalten habe. Um seine Meinung befragt, äußerte sich der Gesandte rein persönlich dahin, daß eine solche Erklärung über Belgien wünschenswert sei, aber immerhin sei dieser Punkt nur einer unter vielen Streitpunkten zwischen den Kriegführenden. Das Foreign Office jedoch ließ seinen Gesandten wissen, »daß es inopportun sei, sich in eine Teildiskussion dieser Frage einzulassen«. Der Gesandte erhielt am 26. August den Auftrag, »in keiner Weise in die Verhandlungen zwischen dem Vatikan und Deutschland einzugreifen und seine Meinung zurückzuhalten, wenn man ihn von neuem danach frage«. -- Der britische Gesandte wurde also vom Foreign Office in aller Form »zurückgepfiffen«. Vorausgegangen war ein dringender Schritt des französischen Geschäftsträgers, der erklärte: Seine Regierung habe sich der von dem Grafen Salis dem Vatikan zu machenden Mitteilung angeschlossen, in der Annahme, daß diese Mitteilung eine mündliche sei und eine ausführlichere Antwort auf die Papstnote überflüssig machen werde. Jetzt habe Graf Salis dem Papst ein schriftliches Dokument in die Hand gegeben, und seine Aktion habe eine Diskussion über das Schicksal Belgiens eröffnet. Das sei nicht, was die französische Regierung wünsche. Herr Ribot vertraue, daß die britische Regierung seine Ansicht teile und dem Grafen Salis Instruktionen geben werde, die alle weiteren Versuche des Kardinalstaatssekretärs zu einer halboffiziellen Intervention zwischen den Kriegführenden entmutigen würden. -- Am 30. August -- also unter dem Datum des Pacelli-Briefs -- teilte das Foreign Office den britischen Vertretungen bei den verbündeten Regierungen mit, daß nach seiner Ansicht in Rücksicht auf die -- gänzlich ablehnende -- Note Wilsons an den Papst keinerlei weitere Antwort irgendwelcher Art an den Vatikan nötig sei.

Die päpstliche Anfrage an Deutschland ist mithin nicht nur nicht auf Veranlassung des Foreign Office und der französischen Regierung, sondern gegen deren Willen erfolgt.

Das Schreiben des Nuntius Pacelli erweckte im Auswärtigen Amte in Berlin den Eindruck, daß hier immerhin die Möglichkeit eines von der französischen Regierung ausdrücklich gebilligten Friedensfühlers der britischen Regierung vorliege. Da aber der Inhalt des dem Schreiben beigefügten britischen Telegramms sowie andere Wahrnehmungen dem zu widersprechen und zu beweisen schienen, daß die britische Regierung und ihre Verbündeten zu ihrem in der Antwortnote an den Präsidenten Wilson vom 10. Januar 1917 eingenommenen Standpunkt, der jede Verhandlung ausschloß, zurückgekehrt seien, hielt es der Reichskanzler, dem Rate des Staatssekretärs von Kühlmann folgend, für geboten, zunächst einmal durch einen absolut vertrauenswürdigen spanischen Diplomaten, der über ausgezeichnete Beziehungen zur englischen Regierung verfügte, in London sondieren zu lassen, ob dort überhaupt Geneigtheit zu Verhandlungen auf einer für uns annehmbaren Grundlage bestehe. Wie berechtigt diese Vorsicht war, ergibt die oben geschilderte Haltung des Foreign Office und der französischen Regierung gegenüber dem vatikanischen Schritt.

Um sich die notwendige Bewegungsfreiheit für die weitere Aktion zu sichern, hielt der Reichskanzler eine für alle Instanzen bindende Entscheidung des Kaisers über Belgien für notwendig. Diese Entscheidung wurde in dem Kronrat vom 11. September 1917 herbeigeführt, der so verlief, wie ich das oben (S. 171) geschildert habe. Der Kaiser entschied zugunsten des Antrags des Reichskanzlers und entgegen den von dem Chef des Admiralstabs und den beiden Vertretern der Obersten Heeresleitung dargelegten Wünschen dahin, daß die politische Leitung ermächtigt sei, gegebenenfalls die Wiederherstellung der territorialen Integrität und der Souveränität Belgiens zuzugestehen, mit dem Vorbehalt einer erneuten Prüfung, falls der Verzicht auf Belgien nicht bis zum Jahresschluß den Frieden sichere und so einen neuen Kriegswinter erspare.

Auf der Grundlage dieser kaiserlichen Entscheidung ist der spanische Vertrauensmann des Herrn von Kühlmann informiert worden. Es wurde ihm weiter mitgeteilt, daß unsrerseits Voraussetzung für Verhandlungen sei:

1. die Erhaltung unsres vorkriegerischen Besitzstandes einschließlich der Kolonien,

2. der Verzicht auf Entschädigungen,

3. die Abstandnahme von dem Wirtschaftskrieg nach dem Krieg.

Der später von der Reichsregierung veröffentlichte Briefwechsel zwischen dem Reichskanzler Michaelis und dem Feldmarschall von Hindenburg vom 12. und 15. September 1917 ist eine innere deutsche Angelegenheit, die mit den Aufträgen des spanischen Vertrauensmanns und der ihm gegebenen Information nicht das mindeste zu tun hatte. Es handelte sich hierbei um militärische Wünsche, die ebenso wie die wirtschaftlichen Wünsche, die hinsichtlich Belgiens bestanden, nicht als Vorbehalte gegenüber England in Betracht kamen, sondern lediglich als Ziele, die in Verhandlungen mit Belgien angestrebt werden sollten. Die Aktion des neutralen Vertrauensmanns bei der britischen Regierung ist jedenfalls durch diese Wünsche in keiner Weise eingeengt oder erschwert worden.

Dagegen stellten sich dieser Aktion andere Hindernisse in den Weg, die außerhalb des guten Willens der deutschen Stellen lagen und die entgegen der ursprünglichen Absicht dazu führten, daß die Sondierung des britischen Kabinetts nicht unmittelbar erfolgte, sondern ihren Weg über Madrid nahm. Wir wissen aus dem durch die Sowjetregierung veröffentlichten Geheimbericht des russischen Geschäftsträgers in London vom 6. Oktober 1917, daß damals der spanische Minister des Auswärtigen dem britischen Botschafter in Madrid Eröffnungen über Deutschlands Geneigtheit zu Friedensverhandlungen machte und daß Balfour diese Eröffnung am 6. Oktober den diplomatischen Vertretern der verbündeten Großmächte zur Kenntnis brachte. Die Eröffnung des spanischen Ministers wurde dabei als eine deutsche Friedens-Initiative -- um nicht zu sagen »Friedens-Offensive« -- aufgefaßt, in einer Weise, die jeden Gedanken an eine wenige Wochen zuvor versuchte englische Friedens-Initiative vollkommen ausschließt. Der Bericht des russischen Geschäftsträgers ergibt weiter, daß man dem deutschen Schritt mit großem Unbehagen und starkem Mißtrauen gegenüberstand. Man stand unter dem Eindruck, Deutschlands Absicht sei, »die Alliierten in eine Prüfung der Friedensbedingungen Deutschlands hineinzuziehen«. Das wollte man vermeiden. Auf der andern Seite glaubte man, »die deutsche Anfrage nicht gänzlich unbeantwortet lassen zu können, da man befürchtete, dadurch die Stellung der deutschen Regierung im eignen Lande zu befestigen und, was noch wichtiger ist, die schon ohnehin reichlich verwerfliche Agitation in Rußland zu stärken, in dem Sinn, daß England direkt die völlige Vernichtung Deutschlands wünsche und Rußland und die andern Verbündeten mitziehe«. Aus diesen taktischen Erwägungen heraus wurde beschlossen, daß die englische Regierung durch ihren Botschafter in Madrid folgende Antwort geben solle:

»Die Regierung Seiner Majestät wäre bereit, eine =Mitteilung= entgegenzunehmen, welche die deutsche Regierung ihr über den Frieden abzugeben wünsche, und diese Mitteilung mit ihren Verbündeten zu beraten.«

Das war weniger als nichts. Es war die Bestätigung dafür, daß auf der Seite Englands und seiner Verbündeten keine Geneigtheit bestand, in zweiseitige Verhandlungen einzutreten oder irgendwelche Bedingungen zu präzisieren, unter denen es zu solchen zweiseitigen Verhandlungen, die allein Aussicht auf Erfolg boten, bereit sei.

Auch auf spanischer Seite hatte man offenbar sehr stark diesen Eindruck. Die britische Antwort auf die spanische Eröffnung wurde dort so wenig als eine Antwort empfunden, daß später, als Balfour im Unterhaus auf eine Anfrage des Abgeordneten King diese Antwort bekanntgab, Herr von Kühlmann erklären mußte, die deutsche Reichsregierung habe von der Bereitwilligkeit des britischen Kabinetts, eine deutsche Mitteilung über den Frieden entgegenzunehmen, überhaupt erst durch die Erklärung Balfours im Unterhaus Kenntnis erhalten. Der spanische Vertrauensmann hatte sich darauf beschränkt, Herrn von Kühlmann wissen zu lassen, daß seine Sondierung des britischen Kabinetts auf die vermutete Bereitschaft zu Friedensverhandlungen ein gänzlich negatives Ergebnis gehabt habe.

Damit steht fest, daß die von Herrn Erzberger späterhin konstruierte englische »Friedensaktion«, die mit Ermächtigung der französischen Regierung und durch Vermittlung des Heiligen Stuhles eingeleitet worden sein soll, mit den wirklichen Vorgängen in vollendetem Widerspruch steht. Auch der Vatikan hat in der bereits erwähnten Veröffentlichung in der »Unità Cattolica« ausdrücklich festgestellt, daß es sich damals nicht um »von England oder anderen Ententestaaten ausgehende Friedensvorschläge« handelte. Eine Bereitschaft Englands, mit uns auf der Grundlage der Freigabe Belgiens von gleich zu gleich in Verhandlungen über einen »Verständigungsfrieden« einzutreten, war in jener Zeit nicht mehr vorhanden. Die im Frühsommer 1917 möglicherweise vorhandene Friedensbereitschaft Englands war kurz zuvor durch die habsburgisch-bourbonisch beeinflußten Quertreibereien des Herrn Erzberger im Keime erstickt worden. Seit dieser Zeit rechnete England auf den Sieg, wollte England den Sieg und war England entschlossen, allen Verhandlungen aus dem Wege zu gehen, die ihm die Früchte des Sieges hätten verkümmern können. Und seine Verbündeten dachten und handelten genau ebenso.

Es ist das Verhängnis Deutschlands geworden, daß unser Volk diese Lage nicht erkannt hat, daß es vielmehr unter der Einwirkung parteipolitischer Agitation das Friedenshindernis, statt in dem Vernichtungswillen des Feindes, im eignen Lande gesucht hat.

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Zeittafeln und Schlagwortverzeichnisse

Zeittafel zum ersten Band

1878 Berliner Kongreß

1879 Deutsch-österreichisches Bündnis

1880 Madrider Konvention (Internation. Marokko-Konferenz)

1881 Tunis von Frankreich okkupiert

1882 Ägypten von England okkupiert

1882 Zustandekommen des Dreibundes durch Hinzutritt Italiens

1884 Neutralitätsverträge zwisch. Deutschland, Rußland und Österreich-Ungarn

1884 Beginn der deutschen kolonialen Erwerbungen -- Kongo-Konferenz

1887 Erste Erneuerung des Dreibundes

1887 Deutsch-russischer Rückversicherungsvertrag

1887 Englisches Markenschutz-Gesetz (Made in Germany)

1887 Septennats-Vorlage

1888 Tod Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs III., Wilhelms II. Thronbesteigung und Romreise

1888 Suezkanal-Vertrag

1888 Erste Eisenbahn-Konzession in Kleinasien an eine deutsche Gesellschaft (Deutsche Bank)

1889 Erste russisch-französische Anleihe

1890 Bismarcks Rücktritt -- Caprivi Reichskanzler -- Helgoland-Sansibar-Vertrag

1890 Deutsch-marokkanischer Handelsvertrag

1892 Französisch-russische Militärkonvention

1893 Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der deutschen Armee

1894 Französisch-russisches Bündnis

1894/95 Japanisch-chinesischer Krieg

1895 Eröffnung des Nordostseekanals

1895 Jameson-Reid

1896/97 Burenkrieg

1896 Bahnstrecke Eskischehir--Konia (Anatolische Bahn) eröffnet

1897 Tirpitz Staatssekretär des Reichsmarineamts

1897 Griechisch-türkischer Krieg

1897 Deutsche Festsetzung in Kiautschou -- Russische Festsetzung in Port Arthur

1898 Englische Festsetzung in Wei-hai-wei -- Französische Festsetzung in Huangtschouwan

1898 Erstes Flottengesetz

1898 »Schmach von Faschoda«

1898 Spanisch-amerikanisch. Krieg

1898 Deutsch-englisches Geheimabkommen über den portugiesischen Kolonialbesitz

1899 Samoa-Vertrag

1899 Windsor-Vertrag (englisch-portugiesisches Geheimabkommen)

1899 Einvernehmen zwischen der Deutschen Bank und der französischen Gruppe der Ottomanischen Bank über die kleinasiatischen Eisenbahnfragen

1899/1902 Burenkrieg

1899 Erste Haager Friedenskonferenz

1900 Boxer-Krieg -- Yangtse-Abkommen

1900 Zweites Flottengesetz

1901 Königin Viktoria [gestorben] -- Eduards VII. Thronbesteigung -- Reise nach Portugal

1902 Dreibund erneuert

1902 Englisch-japanisch. Bündnis

1902/03 Venezuela-Affäre

1903 Beginn der Einkreisungspolitik -- Viktor Emanuel in Paris

1903 Deutschland überflügelt England in der Roheisenproduktion

1904 Entente cordiale

1904 8. 4. Englisch-französisches Marokko-Abkommen 7. 10. Französisch-spanisches Marokko-Abkommen

1904 Eduard VII. in Kiel

1904/05 Neuorganisation der englischen Flotte (1905 »Dreadnought« im Bau)

1904/05 Russisch-japanisch. Krieg

1905/08 Russische Revolution

1905 Französische Sondergesandtschaft nach Marokko -- Kaiser Wilhelm in Tanger -- Delcassés Sturz -- Algeciras-Konferenz

1907 Englisch-russisches Abkommen über Mittelasien

1907 Zweite Haager Friedenskonferenz

1907 Optanten-Vertrag

1908 Revaler Zusammenkunft zwischen Eduard VII. und Nikolaus II. -- Vollendung des »dreifachen Einverständnisses« -- Nordsee- und Ostsee-Abkommen

1908 Türkische Revolution

1908 Österreich-Ungarn verkündigt die formelle Annexion von Bosnien und der Herzegowina

1908 Bulgariens Unabhängigkeitserklärung

1908 Japanisch-amerikanischer Vertrag über den Stillen Ozean

1908 Zwischenfall von Casablanca

1909 Londoner Seerechts-Konferenz

1909 Österreichisch-türkische Verständigung über die bosnische Frage

1909 Deutsch-französisches Marokko-Abkommen

1909 Bethmann Hollweg Reichskanzler, Kiderlen-Wächter Staatssekretär des Auswärtigen

1909 Nikolaus II. bei Viktor Emanuel in Racconigi (Balkanfrage)

1910 Nikolaus II. und Ssasonow in Potsdam (Bagdadbahn- und Persische Frage)

1910 Eduard VII. [gestorben], Georgs V. Thronbesteigung

1911 Marokkokrisis -- 21. 5. Fez von den Franzosen besetzt -- 1. 7. »Panther« vor Agadir -- 21. 7. Rede des englischen Schatzkanzlers Lloyd George über Englands Stellung in Europa -- 4. 11. Deutsch-französischer Marokko-Vertrag

1911/12 Türk.-italienischer Krieg

1912 Lord Haldanes Sendung

1912 Entstehung d. Balkanbundes

1912 Dreibund erneuert -- Kaiser Wilhelm in Venedig bei Viktor Emanuel

1912/13 Deutsch-englische und deutsch-französische Verhandlungen über die vorderasiatischen Eisenbahn- und Wirtschaftsfragen

1912 (November) Briefwechsel zwischen Sir Edward Grey und M. Paul Cambon über englisch-französische Waffenhilfe

1912 Französisch-russisch. Marine-Konvention

1912/13 Balkankrieg

1913 Deutsche Militärvorlage

1913 Frankreich führt die dreijährige Dienstzeit ein

1913 Deutsche Militärmission nach Konstantinopel

1914 (April) König Georg in Paris

1914 28. 6. Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaares -- 23. 7. Österreichisch-ungarisches Ultimatum an Serbien -- 25. 7. Serbische Antwort -- 28. 7. Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien -- 30. bis 31. 7. Russische Generalmobilmachung zu Land und zur See

Zeittafel zum zweiten und dritten Band