Part 7
==+========+===========================================++===+== 11| Januar |Inserat (junge Komptoristin gesucht, die || | | | flott Schreibmaschine schreiben kann) || 2|50 13| " |Wochensalär, pränumerando an Frl. R. || | | | Lieblich || 5|-- 14| " |Besseren Komptoirstuhl für Frl. L. || --|50 20| " |Wochensalär für Frl. L. || 10|-- 22| " |Bonbons für R. || 16|-- 22| " |Veilchen für meine Frau || --|50 24| " |Frühstück mit Rosa || 15|75 26| " |Hut für Röschen || 28|-- 27| " |Salär an Röschen || 20|-- 29| " |Theater und Souper mit Röschen || 54|25 30| " |Sealskinmantel für meine Frau ||450|-- 30| " |Seidenkleid für meine Schwiegermutter ||180|-- 30| " |Inserat (junger =Sekretär= gesucht, der || | | | flott Schreibmaschine schreibt) || 2|50
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Unüberlegt
=Prinzipal:= Wer ist am Telephon?
=Lehrling:= Ihre Frau Gemahlin.
=Prinzipal:= Was will sie denn?
=Lehrling:= Ich hab nur das Wort „=Schafskopf=“ verstanden!
=Prinzipal: Gehen Sie fort -- sie will mich wahrscheinlich selbst sprechen!=
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Immer im Beruf
=Tochter des Hauses= (ihren Anbeter im Hausflur erwartend): „Nun, was hat Papa gesagt?“ =Der junge Mann= (Weinreisender, erschreckt): „Ach Gott, ich wollte ja um deine Hand anhalten -- =das habe ich ganz vergessen= -- ich habe ihm 25 Flaschen Rotwein verkauft!“
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Mangelnde Geschäftskenntnis
=Frau:= „Männchen, heute war der Bote von Schulz & Comp. hier und wollte die gelieferte Ware bezahlen; ich habe ihm aber die Tür weisen müssen!“
=Mann:= „Aber sage mir doch ...“
=Frau:= „Der Mensch hatte gar keine Erziehung! Er wollte sich in meiner Gegenwart durchaus -- was war es doch? -- den =Diskont abziehen=.“
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Der Chef einer „_en gros_“-Firma in Berlin wünscht auch in der Provinz eine ausgedehnte Kundschaft zu haben und will daher einen seiner jungen Leute probeweise auf die Reise schicken. Da der Jüngling in diesem Fache noch unbewandert ist, gibt ihm der Chef genaue Verhaltungsmaßregeln mit auf den Weg: „Also Se fahren erst nach Nakel. Da trinken Se ne Bouillon und dann jehn Se in das Jeschäft von Lilienthal und machen Offerte ... Se werden ja sehen, was sich machen läßt. Verkaufen Se nich jleich was, nu, schadet auch nichts. Schreiben brauchen Se erst am dritten Tag, am besten Se telegraphieren!“
Der Jüngling reist. Am zweiten Tage schon wird der Chef ungeduldig. Man beruhigt ihn, da er selbst doch erst am dritten Tage eine Nachricht haben wollte.
Am dritten Tage endlich kommt die Depesche. Der verzweifelte Jüngling drahtet: „In ganz Nakel keine Bouillon aufzutreiben! Was tun?“
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Schwer ausführbar
Chef (zum Angestellten): „Gestern war ein Stellesuchender hier, der sich um Arbeit beworben hat; haben Sie sich seine Adresse notiert?“ -- Angestellter: „Gewiß, Herr Chef, ich habe sie jedoch verlegt und kann sie nicht wiederfinden.“ -- Chef: „Na, da schreiben Sie dem Mann, er soll seine Adresse nochmals einsenden.“
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Auch eine Legitimation
Herr Meyer fragt auf der Reise in X. nach postlagernden Briefen. „Jawohl,“ sagt der Postbeamte, „da ist ein eingeschriebener Brief für Sie; Sie müssen sich aber legitimieren.“ Herr Meyer sucht in allen Taschen nach einer Legitimation, findet keine; zeigt aber schließlich dem Postbeamten seine Photographie. „Jawohl, das sind Sie!“ sagt dieser und händigt den Brief aus.
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Der gehorsame Diener
„Sie, Herr Weiß,“ redete der Chef eines Warenhauses seinen ersten Buchhalter an, „hat John & Comp. in letzter Zeit eine Zahlung auf seine Schuld geleistet?“ -- „Nichts,“ antwortete der Buchhalter. „So? Der Mann erweist sich seit längerem als schlechter Zahler,“ bemerkte kopfschüttelnd der Chef. „Jawohl, als schlechter Zahler,“ stimmte Weiß zu. „Man darf ihm in Zukunft nicht mehr kreditieren, Herr Weiß!“ -- „Nein, man darf ihm nicht mehr kreditieren.“ -- „Er scheint ein Bruder Leichtfuß zu sein.“ -- „Jawohl, ein Bruder Leichtfuß.“ -- „Na, schließlich ist er eben jung.“ -- „Jawohl, er ist eben jung.“ -- „Wollen also Geduld mit ihm haben.“ -- „Sehr wohl, Geduld mit ihm haben.“ -- „Kann noch 'mal ein brillanter Kunde werden.“ -- „Gewiß, kann noch sehr brillanter Kunde werden.“
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Selbstkritik
Der Kommis Meyer hat ziemlich laut nach dem Lehrling gerufen.
=Chef=: „Was soll das heißen, Herr Meyer! Sind Sie =Chef= oder sind Sie es nicht?!“
=Meyer=: „Ich bin nicht Chef, Herr Hirsch!“
=Chef=: „Also, wenn Sie sind =nicht der Chef, wie können Sie da so brüllen im Lokal wie ein Ochse=?!“
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Alles auf Lager
=Reisender=: „Kaufen Sie mir was ab, Herr Meyer, billig, preiswert, lauter Nouveautés.“
=Meyer=: „Was tu' ich mit Ihren Nouveautés; habe noch eine ganze Masse ‚alte Nouveautés’ auf Lager.“
=Reisender=: „Aber bedenken Sie doch, ich verkaufe Ihnen _à tout prix_.“
=Meyer=: „Atuprih habe ich ebenfalls noch auf Lager.“
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Schlimme Aussicht
=Reisender=: „Die Ware ist von bester Qualität, darauf können Sie sich verlassen; überhaupt würde es mir nicht einfallen, Ihnen =gleich beim ersten Geschäft schlechte Ware= zu liefern!“
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Der Generalinspektor. Von Roda Roda.
Eines Tages, als ich auf einem Kanonenrohr der Belgrader Festung saß und über Save und Donau hinweg in die Ferne blickte, kam mein Freund Milan auf mich zu und rief:
„Na, wie gehts, wie stehts, Mütterchens Goldsohn? Was machst du?“
„Ich denke über meine Zukunft nach und schwanke noch, ob ich Löwenbändiger oder Tanzlehrer werden soll.“
„Wähle den Mittelweg, Bruder, und werde Generalinspektor! -- Na, sieh mich nicht so groß an, ich meine es ernst. Du mußt wissen, ich bin seit acht Tagen eine Art Assekuranzkönig von Serbien -- im Dienste der La Terre, Zemlja, die Erde -- Erste internationale Hagel-, Feuer- und Lebensversicherungsgesellschaft. Da brauche ich einige Dutzend Generalinspektoren.“
„Wie ... und du ... du willst mich ernennen?“ Vor Freude stand mir das Herz im Leibe still.
„Was gibts da zu verwundern? Natürlich. Ich drücke mein Sultanssiegel darunter, und du bist Generalinspektor.“
Das sagte er so einfach. Nein, wer hätte das in dem kleinen Milan gesucht?
„Bist du einverstanden?“
„Aber natürlich. Mit tausend Freuden. Ich bitte dich: schon ein General schlechthin ist ein hoher Herr. Inspektor ... auch nicht zu verachten. Und ich soll nun mit einem Schlag Generalinspektor werden?“
„Na, laß dirs nur nicht in die Krone fahren. Ohne weitres gehts ja auch nicht. Du wirst dich zu einer Probeleistung verstehen müssen.“
„Auch das tue ich; überhaupt alles, was du willst.“
„So komm nur erst mit mir, da sollst du alles hören.“
Wir gingen im Kalimegdankkpark auf und ab. Dort erklärte mir Milan meine Pflichten und wie ich es anstellen müsse, die Leute zu bewegen, daß sie sich versichern ließen.
„Denn gern tun sies nicht,“ erzählte mir Milan. „Manchem muß man Zureden wie einem kranken Pferd. Zuerst fragt man ihn nach der Schwägerin in Nisch und ob der Onkel noch in Poscharewatz im Kerker sitze ... unschuldig natürlich. Dann kommt man langsam, ganz langsam auf die Politik zu reden. Ist der Kerl radikal, so schimpft man über die Schwaben, und sonst über die Russen, aber immer nur mäßig und ohne Hitze. Kommt die Sprache auf die Regierung, so wiegst du bedächtig den Kopf und sagst: „Sie werden sehen, es kommt bei diesem System nichts gutes heraus“ -- und bist gleich beim Wetter. Davon kann man viel erzählen. Nach und nach lenkst du das Gespräch entweder auf den Hagel, auf den Blitz oder die vielen Halsentzündungen -- je nach dem, was versichert werden soll. Du spielst mit der Hand in der Tasche, und auf einmal hast du ein Prospektchen in den Fingern. Das wäre dir rein zufällig untergekommen, sagst du -- und so gibt ein Wort das andre ... Wenn du aber Generalinspektor werden willst, mußt du mir heute noch den Joso Bojanitsch versichern. Er wohnt auf der Terasija, gleich beim alten Brunnen. Versuchs doch einmal, Alterchen. Viel Glück auf den Weg!“
Er klopft mir noch auf die Schulter -- und weg ist er.
* * * * *
„Gesundheit! Guten Tag!“ sagte Joso Bojanitsch ungemein zärtlich.
Ich freue mich über die gute Vorbedeutung des ersten Empfanges.
„Nehmen Sie doch Platz bei mir. Anitze! Anitze! Bring Schnaps für den Herrn!“
„O, ich danke,“ entgegne ich geschmeichelt. „Zu viel Ehre!“
„Nehmen Sie mit wenigem vorlieb, Herr ...“
„Roda“, ergänze ich.
„Tja, ja, Herr Roda! Schade, daß Sie nicht gestern gekommen sind, wir haben so herrlichen Kuchen gehabt. Aber immerhin -- Sie sind auch heute willkommen. Meine Schwägerin in Nisch ...“
„Wie, Sie haben auch eine Schwägerin in Nisch?“ frage ich -- fast erschrocken vor Freude darüber, daß Milans Rezept so prächtig zutrifft.
„Ja. Haben Sie auch eine Schwägerin in Nisch? ... Gesundheit, Herr Roda! Stoßen Sie an! ... Brr! Großartige Ware, der Schnaps, was? 's ist aber auch Eigenbau. Das heißt nämlich eigentlich kein Eigenbau, denn er stammt von meinem Oheim, der ihn leider Gottes nicht trinken kann.“
„Oh! Ist er tot, Ihr Oheim?“
„Schlimmer als das. Denken Sie nur: er ist in Poscharewatz eingesperrt ... Was haben Sie? Was staunen Sie?“
„Hm ... nichts, wirklich nichts ... Sagen Sie doch, bitte, Herr Bojanitsch, hat jede Belgrader Familie einen Oheim in Poscharewatz sitzen?“
„Wie witzig Sie sind! Ja, die Herren Ausländer! Das bringt den Geist aus der Welt mit. Ein andres Leben da draußen als hier auf dem Balkan -- wie? Na, es wird auch bei uns einmal anders werden. Denn, nehmen wir an, der Berliner Vertrag wird eines schönen Tages revidiert ...“
„Um Gottes willen, nur nicht zu viel von der Politik!“ rufe ich, eingedenk der Warnung Milans.
„Sie haben recht. Es ist ein undankbares Ding. Was dich nicht brennt, das blase nicht. Sie sind ein Oesterreicher, nicht wahr? Tja, ja -- zunächst hängt unser Heil doch nur von Oesterreich ab ...“ Joso Bojanitsch beginnt den Kopf zu wiegen. „Anitze, sag ich immer zu meiner Frau, Anitze ...“
Ich wiege mit. -- „Du wirst sehen, es kommt bei diesem System nichts gutes heraus.“
Joso blickt auf -- erfreut darüber, daß ich seine Gedanken so gut errate.
„Freund,“ schreit er, „Sie gefallen mir, wie Sie doch die Dinge so richtig zu beurteilen wissen!“
„Mein Gott, wenn man schon so lange hier ist ...“
„Ah, schon lange hier? Aber dennoch: Grütze muß man im Kopf haben. Hat man die, findet man sich überall gleich zurecht. Und gefällts Ihnen bei uns?“
„Sehr gut. Das Klima ...“
„Herr,“ ruft er. „Sie sind ein Gedankenleser! Eben auf das Klima wollt ich zu reden kommen. In Silber sollte man Ihre Worte fassen. Tja, ja. Scheußlich, dieses Wetter. Sind Sie Landwirt?“
„Nein. Ich ...“
„Also Hausbesitzer, nicht wahr?“
„Nein. Ich ...“
„Tja, ja, ein mörderisches Wetter! Wenn man in Belgrad umhergeht und die schönen Menschen sieht, meint man, es müsse, weiß Gott, wie, gesund sein, hier zu leben. Alle sehen aus, als sollten sie dereinst ihr Brot mit einem Zahn kauen. Aber, aber: sie sind wie die Pappeln, diese Belgrader -- der Stamm ist groß, das Holz ist morsch. Das lebt wie die Made im Speck und denkt nicht an die Zukunft ... Noch ein Gläschen, Herr Roda? ... Zur Gesundheit!“
Ich stoße fröhlich an. So leicht habe ich mir die Sache nicht gedacht. -- Ich habe ein verbindliches Lächeln auf den Lippen, stelle das Gläschen hin und greife in die Tasche. Jetzt muß ja bald mein Prospekt heraus.
„So sind die Leute; Sie haben wahr gesprochen, Herr Bojanitsch,“ knüpfe ich an. „In den Tag hinein leben sie und denken nicht daran: Was wird aus meinen Lieben, wenn ich einmal nicht mehr bin?“
„Bravo, junger Mann! Ich wollt, ich hätte eine Tochter. Ihnen würde ich sie anvertrauen.“
„Ich erkenne den guten Willen an. -- Wenn man sieht, wie so mancher in Saus und Braus lebt ...“
„Nicht wahr? Und alles verbraucht, so daß Weib und Kinder dereinst darben müssen, weil ihnen das Familienoberhaupt nichts zurückgelassen hat? ... Herr,“ ruft Bojanitsch, „wenn ich was zu befehlen hätte, müßte jedermann ...“
„Ein Viertel seines Einkommens in einer Lebensversicherungspolizze anlegen.“
„Was sagen Sie, ein Viertel? Ein Drittel wenigstens, ein volles Drittel.“
Jetzt heraus mit dem Prospekt! Aber wo hab ich ihn, zum Kuckuck?
Auf einmal fängt Bojanitsch herzlich an:
„Sehen Sie, da hab ich rein zufällig ein Prospektchen bei mir: von der Ozean, Internationale Versicherungsgesellschaft, einem Unternehmen ersten Ranges.“
„Aber ...“ Ich strecke ihm hilflos den Prospekt meiner La Terre entgegen.
„Nein Aber, junger Mann! Sie müssen unbedingt eine Polizze nehmen. Ich sage nur auf vierzigtausend Dinar.“
„Aber ...“
„Kein Aber! Sie sind nicht verheiratet, wollen Sie sagen? Denken Sie nicht an die armen Eltern, an die Geschwister? Sollen die verhungern, wenn Sie einst nicht mehr sind?“
„Aber ...“
„Lächerlich. Vierzigtausend Dinar, denken Sie nur! Sie gehn auf der Straße, ein Ziegel fällt Ihnen auf den Kopf, und schlägt Sie tot. Weinend umringt Sie Ihre Braut. Doch vierzigtausend Dinar sind da. Haha!“
„Aber ...“
„Unterschreiben Sie, junger Mann, rate ich Ihnen! So was von Gesellschaft, wie die Ozean, gibts doch nicht zum zweitenmal. Sie zucken noch mit Händen und Füßen, und die Gesellschaft zahlt schon aus. Dabei ist die Prämie lächerlich billig, vierteljährlich dreihundertundzwanzig Dinar und zwanzig Para. -- Anitze, schnell noch einen Schnaps! -- Schreiben Sie, junger Mann, morgen um neun Uhr ist der Arzt bei Ihnen ... So! Nun setzen Sie noch das Datum über Ihren Namen! So! ... Zur Gesundheit, Herr Roda! Mögen Sie sich, Gott behüte, recht bald von der Solidität der Ozean überzeugen!“
Vernichtet und geschlagen kehre ich zu den Kanonen in die Festung zurück.
's nützt nichts. Ich hab kein Talent fürs Versicherungsgeschäft.
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Ein Unglücksfall
passierte gestern im Geschäftszimmer der Essigfabrik von Schultze. Ein =Reisender=, der das Aufsehen erregende Buch „=Reise-Kniffe, die zu ungeahnten Erfolgen verhelfen=“, gekauft, gelesen und studiert hatte, war kaum mit seiner Offerte in das Zimmer des Geschäftsinhabers getreten, als er von Herrn Schultze gefaßt, geprügelt, in den Bauch gestoßen, auf den Rücken getrampelt, vermöbelt, zerbolzt, in Stücke gerissen und auf die Straße geworfen wurde! -- Ein unglückseliger Zufall hat es gefügt, daß =eine Viertelstunde vorher= auch Herr =Schultze die „Reise-Kniffe“ gelesen hatte=.
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Aufklärung
Herr Willi Schulz -- ein reicher Kaufmannssohn -- darf mit einigen Studenten verkehren, da er über ein Auto verfügte; wird aber von ihnen etwas von oben herab behandelt. Eines Tages fragt er, ob er die Herren am Sonntag morgen um 7 Uhr zu einer Fahrt abholen dürfe. Da wird ihm zur Antwort:
„Um 7 Uhr?! Was denken Sie, mein Lieber, da kotzt ja der Gent noch!“
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Verfehlte Wirkung
Der Bankier Tulpenthal beauftragt seinen Buchhalter, dem Herrn Baron von X., welcher trotz wiederholter Versprechungen seine alten Schulden nicht begleicht, einen recht groben Brief zu schreiben, ohne jedoch direkt verletzend, d. h. „ä bißchen durch die Blume grob“ zu sein. Der Buchhalter tut dies. Der Herr Chef ist aber mit der Leistung sehr unzufrieden; er vernichtet den Brief und schreibt selbst folgendermaßen: „Geehrter Herr Baron! Wer hat wollen seine Schuld ausgleichen spätestens am 1. Januar d. J.? -- Sie, Herr Baron! Wer hat es aber nicht getan? -- Sie, Herr Baron!! Wer hat darauf versprochen, am 1. März zu bezahlen? -- Sie, Herr Baron!!! Wer hat aber nicht bezahlt am 1. März? -- Sie, Herr Baron!!!! Wer hat also sein Wort zweimal gebrochen? -- Sie, Herr Baron!!!!! Wer ist demnach ein ganz gemeiner Lump?
Ihr ergebener Tulpenthal.“
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Verschnappt
Chef (der bemerkt, daß ein Lehrling einen Bleistift im Munde hält): „Ich verbitte mir diese ekelhafte Unsitte! Wer soll denn solchen Bleistift hernach =wieder= in den Mund nehmen?“
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Fatales Versprechen oder die Erinnerung an das Erlernte
Der Handlungskommis Fitzer war zwar in seiner Branche „Bandwaren“ ein ganz brauchbarer junger Kaufmann, allein seine, allerdings auch talentierte Neigung fürs Theatralische war gewaltiger als jene für die Bandwaren; kurz, er widmete sich dem Theater und hätte gelegentlich seines Auftretens einmal zu sagen gehabt: „All mein Glück war =wandelbar=!“ Statt dessen rief er pathetisch aus: „All mein Glück war =Bandelwar=!“
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Anzeige
„Für den Vertrieb von Oelen und Lacken werden Provisions-Reisende gesucht. Letztere sind im trocknen Zustande glänzend und hart wie Glas, zerspringen nicht, kriegen keine Risse und sind in dem Handel in Flaschen und Kruken auf dem Bauche mit unserer Firma versehen.“
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Fatale Empfehlung
Meine Schreibmaschinen sind in folgenden Häusern im Gebrauch
Maier & Müller in Berlin, Schutz & Cohn in Wien, Hirsch & Bär in Köln.
Außer diesen =angeführten= Firmen bin ich in der Lage, =noch viel mehr Firmen anzuführen=!
August Klapperle, Fabrik patentierter Schreibmaschinen.
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Sally Friedenthal wollte sein Herrengarderobengeschäft aufgeben und veranstaltete einen Ausverkauf. Schließlich blieben aber noch 49 Anzüge, für die sich keine Käufer finden wollten. „Was fang ich damit an?“ fragte er seinen Freund Lilienfeld, „morgen muß der Laden geräumt sein.“ -- „Nichts einfacher als das,“ erwidert Lilienfeld. „Du wirst doch haben, nu -- sagen wir: sieben Freunde.“ -- „Hab ich,“ versetzte Friedenthal. „Also schickste jedem von den sieben Freunden sieben Anzüge mit der Nota über sechs. Werden se nichts sagen und se behalten.“ -- „Ausgezeichnete Idee!“ ruft Friedenthal und begibt sich sofort an die Ausführung. Nach acht Tagen trifft er seinen Freund auf der Straße. „Nu?“ fragt dieser, „wie is es geworden mit den Anzügen?“ -- „n' Schlag sollste kriegen!“ ruft Friedenthal, „refüsiert haben se und retourniert haben se alle mit'nander, aber keiner mehr als sechs!“
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Böse Auskunft
Lehmann kommt in eine Auskunftei, um sich über den Kaufmann Fischer zu erkundigen, auf den er einen Wechsel gezogen. Der Auskunftsbeamte sagt, die Firma sei pikfein, das einzige Nachteilige, wenn jener es so ansehen wolle, sei, daß der Chef blind sei. „Au weih!“ schreit Lehmann, „das genügt, ich bin verloren; mein Wechsel ist ein Sichtwechsel!“
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Passender Ersatz
In einen Kolonialwarenladen kommt ein Herr und verlangt einen Matjeshering. „Bedaure,“ sagt der junge Kommis, „Matjesheringe haben wir nicht.“ -- Der Kunde geht. -- Der Prinzipal hat dies vom Nebenzimmer angesehen und haucht den Kommis an. „Wie kenn Se lassen geh'n ä Kundschaft ohne was zu kaufen! Wenn mer haben keene Matjesheringe missen Se anbieten, was is auf Lager: ä Stockfisch, ä Bülowhering, ä Ostseehering, ä paar Sprotten ... aber nie lassen fort die Kundschaft ohne was zu kaufen!“
„Gut,“ sagt der Kommis, „ich werd' mer's merken.“
Am nächsten Tage kommt eine feine Dame in den Laden und verlangt errötend eine Rolle Toilettepapier.
„Bedaure,“ sagte der Kommis, „=Toilettepapier= haben wir nicht, vielleicht nehmen Sie dafür =Schmirgelpapier=!“
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Zerstreut
Herren Bock & Ströbel in Mannheim. Heilbronn, den
Senden Sie uns gef. umgehend per Bahn 3 Ballen grün Santos, wie gehabt, Cond. bekannt.
Achtungsvoll =Klug & Comp=.
P.S. Wir bemerken soeben beim Gang durch unser Lager, daß wir noch Vorrat haben; wir annullieren also unsern obigen Auftrag; =senden Sie nicht!=
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Der vielgeplagte Herr Meyer!
=Meyer= (Geschäftsreisender): „Gott, bin ich zu bedauern! Du siehst doch die Fliege?“
=Schulze=: „Natürlich!“
=Meyer=: „Die sitzt schon seit der Früh' auf meiner Nase, und noch hab' ich keine Zeit gehabt, sie wegzujagen!“
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_________________________________________________ Jedem Leser von „Der tolle Koffer“ sei empfohlen:
Die meschuggene Ente
Die 200 ulkigsten Enten, die im Blätterwalde deutscher Zeitungen unfreiwillig ausgebrütet worden sind.
In Freiheit dressiert und vorgeführt von
Felix Schloemp
Mit einem Vor- und Nachwort von
Otto Julius Bierbaum
Mit lustigen Zeichnungen und Umschlag von C. O. =Petersen=
Geh. Mk. 2.--, geb. Mk. 3.--
_Innerhalb 5 Monaten sind 18 Auflagen erschienen im Verlag von Georg Müller in München_
Aus dem Inhalt: Der entfettete Zeppelin -- Caruso in der Badewanne -- Die elastische Cousine -- Die Kuh mit den höheren Absichten -- Die leichtfertigen Bullen -- Aepfel des Pegasus -- Lona Barrisson im Negligé -- Der „bockende“ Otto Erich -- Der Knabe mit de Schwimmfieß usw. usw.
Aus den zahlreichen spaltenlangen Urteilen der Presse: „... Wer auch nur eine Seite in diesem urkomischen Werkchen aufschlägt und liest, der lacht, lacht Tränen und ruft den Freund und läßt ihn mitlachen! Das gesunde, herzliche Lachen, das von dieser Sammlung wunderbarer Untaten des Zeitungsteufels ausgeht, verscheucht alle düsteren Schatten der Melancholie.“
________________________________________________________ Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“ erschien ferner:
Die Über-Ente
Ein lustigtoller Rekordflug von 300 =neuen=, meschuggenen Enten, so von allerlei Zeitungen =unfreiwillig= losgelassen wurden.
Arrangiert unter Protektorat von
Felix Schloemp
Mit zahlreichen =neuen= Zeichnungen von
Carl Olaf Petersen
Elfte Auflage
Preis geh. 2 Mark, geb. 3 Mark
=Verlag von Georg Müller in München=
Die außerordentlich beifällige Aufnahme der „meschuggenen Ente“ veranlaßte den Herausgeber diese neue Sammlung unfreiwilliger Zeitungskomik in künstlerisch-gediegener Ausstattung herauszugeben. Die mit eminentem Sammelfleiß aus Tausenden und Abertausenden von deutschen und ausländischen Zeitungen gesammelten Beiträge sind wieder mit glänzendem Humor und feinem Verständnis für die Pointen so geschmackvoll arrangiert, daß die Lektüre jedem Freund drastischer, unfreiwilliger Komik einen vollendeten Genuß gewährt.
______________________________________________________ Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“ erschien im Verlag von Georg Müller in München ferner:
Der perverse Maikäfer
Galante und ungalante Satiren von
Felix Schloemp
Mit einem Leitgedicht von
Rudolf Presber
Mit seltsamem Umschlag von Carl Olaf Petersen und zahlreichen ganzseitigen Original-Kunstblättern von
Franz von Bayros
Achte Auflage
Preis geheftet Mk 2.--, gebunden Mk. 3.--
Aus dem Inhalt: Der gepiesackte Nordpol. -- Abenteuer im Eispalast. -- Diabolo des Herzens. -- Nietzsche im Lindenkasino. -- Das impotente Knickebein. -- Reinhold Reinbold im „Rheingold“. -- Das eingebildete Känguruh. -- Die Musik des Mädchenleibes. -- Das Mitternachtsmädchen u. a. m.
Alle guten Geister des Humors werden in diesem eigenartigen, lustigtollen Werk glänzend entfesselt: scharfpointierte, aktuelle Satiren gegen die Torheiten unserer Zeit, amüsante Schilderungen galanter Liebesabenteuer, feingeschliffene Parodien auf moderne Literaten, wie Kerr, Sudermann, H. H. Ewers, Peter Altenberg, R. M. Rilke u. a. m. und die zahlreichen eleganten Originalkunstblätter von der Meisterhand Franz von Bayros' gestalten das Werk zu einem =reizvollen Leckerbissen für alle Freunde lustig-galanter Satire=.
_____________________________________________________________ Ferner ist vom Herausgeber von „Der tolle Koffer“ erschienen:
Der gekitzelte Aeskulap
Eine kräftige Dosis der medicynischsten Witze, Schnurren und Anekdoten von Aerzten, Patienten und lustigen Studenten
Verordnet von =Felix Schloemp=
Mit einem Geleitbrief von =Roda Roda= Mit vielen urkomischen Originalbildern von E. =Preetorius=.
Geh. 2 M., geb. 3 M. -- Dreizehnte Auflage.
Verlag von Georg Müller in München.