Part 5
Bald nach Aufhebung des Konkurses ist der Mann wieder obenauf.
Eines Tages begegnet ihm ein früherer Gläubiger.
„Nu, Herr Schnupftuch,“ fragt er etwas ironisch, „wie geht's nach der Krankheit?“
„Wie soll's gehn? Sie sehn doch ...“
„Ja, ja,“ meint der andere, „=Sie sehen wirklich schon um 75 Prozent besser aus= ...“
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Fein pariert
Zwei Handlungs-Reisende kamen in der Geschäftsunterhaltung etwas in Eifer, ja Erregung, so daß sich der Reisende Neidig zur Bemerkung verstieg: „Bei all Ihren Bestrebungen und Geschäftsmanipulationen erkennt man allenthalben nur das Trachten nach Verdienst, das heißt Geld, während ich und beziehungsweise mein Haus mehr nach Ehre trachten!“ -- „Ganz richtig,“ erwiderte gelassen der Reisende Schneidiger: „Es trachtet eben jeder nach dem, =das ihm fehlt=!“
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Schlagfertig
=Wirt= (erregt): „Armer Herr! Sie haben wohl keine Ahnung davon, daß ich von Weinreisenden heute schon so geplagt wurde, daß ich =bereits zwei= hinausgeworfen habe!“
=Weinreisender=: „Doch! Doch! Gerade daraus schließe ich ja, daß Sie Ihre werten Aufträge =für mich= bestimmt haben!“
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Schadenfreude
Der Reisende von Schmonzes & Co. ist von seiner Frau mit Drillingen beschenkt worden. Deshalb muß sich der Chef entschließen, selbst auf die Tour zu gehen. Bei den ersten beiden Kunden Verwunderung, daß der Chef selbst reist und Bedauern des Reisenden, der ja schon so eine Menge Kinder hat. Er kommt zum dritten Kunden. „Nanu, Sie reisen jetzt?“ -- „Ja, was soll ich machen, bei meinem Reisenden sind Drillinge angekommen.“ -- „Was Sie sagen! Drillinge? Das ist ja großartig! Das geschieht dem Kerl recht!“ -- „Na, hören Sie mal. Sie sind der erste, dem der Mensch nicht leid tut. Warum freut Sie denn das so ungemein?“ -- „Ja, wissen Sie,“ grinst der Kunde, „das gönne ich dem Kerl! Jetzt sieht er doch mal, wie das ist, wenn man =ein= Stück bestellt, und =dreie= kommen an!!“ --
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Verwarnung
Elkan Stinker war 20 Jahre bei Löwenthal als Lagerist tätig. Da läßt ihn der Prinzipal eines Tages zu sich ins Kontor rufen und hält ihm folgende Ansprache:
„Stinker, Se sind jetzt gerade 20 Jahre bei mir ins Geschäft. Wie Se mich haben belogen un betrogen in diese Zeit, läßt sich gar nicht in Worten ausdrücken. Mein Sohn haben Se zu Unterschlagungen verleitet, mit meiner Frau haben Se e Verhältnis gehabt und jetzt hat sich meine Tochter Ihretwegen ins Wasser gestürzt. Ich sage Ihnen nur soviel, Stinker: =Sobald mer noch das geringste vorkommt, fliegen Se raus!= Merken Se sich das.“ --
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Auffällig
In einem Fabrikgeschäft ist es zur Regel geworden, daß niemals die Kasse stimmt. Bei jeder Revision zeigt sich eine Differenz von 30-50 Mark und man hat sich im Laufe der Zeit vollständig an dies Manko gewöhnt, so daß es gar nicht mehr auffällt. Eines Abends macht der Herr Chef wieder Kasse; nachdem er fertig ist, schüttelt er bedenklich mit dem Kopf und ruft den Prokuristen. Dann zählen sie beide nochmals und das Ergebnis ist wiederholtes Kopfschütteln. Jetzt wird auch dem Buchhalter gewinkt und das Trio zählt zum dritten Male. Endlich ruft der Prinzipal klassisch aus: „=Die Kasse stimmt! Das kann nicht stimmen!=“
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Entsetzliche Drohung
=Chef=: „Herr Müller, Sie kommen um zwei Minuten zu spät ins Bureau --“
=Buchhalter=: „Aber Herr Prinzipal, ich --“
=Chef=: „Keine Entschuldigung! Ich möchte wissen, was Sie sagen würden, wenn ich Ihnen am Monatsende =zwei Pfennig von Ihrem Salär abzöge=!“
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Auf Deutsch
In der Handelsschule fragt ein Lehrer einen Schüler beim Buchhaltungs-Unterrichte: „Also was haben wir jetzt vorgetragen?“
=Schüler=: „Den Saldo!“
=Lehrer=: „Gut; sagen Sie mir nun aber auch =auf Deutsch=, was Sie unter Saldo verstehen!“
=Schüler=: „=Saldo= ist die =Differenz= zwischen =Debet= und =Kredit=!“
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Boshaft
A: „Sehen Sie mal, der Partiewarenhändler Greulich fährt ja jetzt auch Automobil. Da muß er doch in seinem Geschäft einen ziemlich bedeutenden Umsatz machen?“
B: „Gewiß, ich hörte, er =betrüge Tausende=.“
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„Das Maschinen-Fräulein“
Der Chef war wieder mal, wie gewöhnlich, bei schlechter Laune. Und war er das, so ließ er sie stets an den Untergebenen aus, denn das geschieht immer. Und da das „Maschinen-Fräulein“ am meisten mit ihm zu tun hatte, so hatte sie auch am meisten darunter zu leiden.
„Es ist zum Verrücktwerden!“ rief er. „Wie oft habe ich gesagt, man soll mir auf meinem Schreibtisch nichts anrühren?!“
„Es ist auch nichts angerührt worden.“
„So? Und wer hat denn die Marken hier hingelegt? Wer sonst wieder als Sie!“
Sie sagte kein Wort, sondern fing an, auf ihrer Maschine zu klappern.
„Tun Sie die Marken weg!“ schrie er sie an.
„Wo soll ich sie hintun?“ fragte sie und stand auf.
„Irgend wohin, wohin Sie wollen. Nur mir aus den Augen, wo ich sie gar nicht mehr sehen kann.“
Und das Maschinen-Fräulein nickte, nahm die Briefmarken, befeuchtete sie ruhig, klebte sie dem Chef auf seine Glatze und sagte: „Ich bitte um meine Entlassung!“
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Wenig Geld, wenig Musik
Chef: „Sie, Herr Meyer, viel Gehalt haben Ihre Briefe nicht.“ -- Meyer (anzüglich): „Ich ja auch nicht!“
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Vielsagend
In einer mitteldeutschen Stadt befindet sich ein Bankgeschäft mit zwei Zugängen, einen von der Straße und einen zweiten von der Promenade durch den Garten. Dieser Zugang war nicht offiziell. Ein Schild an der Tür besagte vielmehr: „Kein Durchgang.“ Als das Schild nicht beachtet wurde, ließ die Bank ein zweites, größeres anbringen mit folgender Inschrift:
+----------------------------------------------------------+ | _Das Durchgehen ist nur den Mitgliedern | | der Direktion gestattet!_ | +----------------------------------------------------------+
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Vorwurf
Der Agent Treppengeländer verhandelt mit den Gläubigern des Nathan Magensaft, um einen Vergleich zustande zu bringen.
Dem Hauptgläubiger, einem reichen Bankier, bietet er zwanzig Prozent, die auch sofort akzeptiert werden. Als er Magensaft von diesem Resultat Mitteilung macht, entspinnt sich folgendes Gespräch:
Magensaft: „Sie haben selbst zwanzig angeboten?“
Treppengeländer (stolz): „Gewiß! Weniger werd' ich doch nicht bieten!“
Magensaft: „Wissen Sie, Herr Treppengeländer, for mei Geld brauchen Sie =keinen Kavalier zu spielen=!“
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Aufgeklärt
Ein Geschäftsreisender, der auf einer Tour wenig Erfolg hatte, schiebt in seinem Schreiben an seine Firma alle Schuld auf das schlechte Wetter, über dessen Launen er in allen Einzelheiten berichtet. Prompt erhält er von der Firma die Antwort: „Wetternachrichten erhalten wir von der meteorologischen Zentralanstalt, wir bitten Sie, uns lieber Aufträge zu senden.“
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Unverwüstlich
Ein Reisender kommt in das Bureau einer größeren Maschinenfabrik. Auf die Frage: „Sie wünschen?“ erwidert er: „Mein Name ist Fix, Vertreter von nur ersten Häusern. Ich reise in Glühstrümpfen, Kabelschuhen, Dampfhemden, Bleimänteln, Dampfzylindern und Gummischuhen ...“ -- Direktor: „Sagen Sie mal, ist Ihnen da das Reisen nicht manchmal etwas beschwerlich?“
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Zwecklos
Chef (zum Kommis, der schriftstellert): „Ich habe gehört, daß Sie während der Geschäftszeit Trauerspiele schreiben!“ -- Kommis: „Ich muß Geld verdienen ... geben Sie mir mehr Gehalt!“ -- Chef: „Das kennt man ... und nachher schreiben Sie Lustspiele!“
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Schöner Trost
A: „Warum fluchst und wetterst du denn nur so?“ -- B: „Ach, denke dir bloß, ich habe den verfl...... Prozeß in der ersten Instanz gewonnen, in der zweiten Instanz gewonnen und heut in der dritten Instanz verlier' ich glatt.“ -- A: „Na, so sei doch nicht so mißgünstig, du hast nun zweimal gewonnen -- laß den andern auch mal gewinnen.“
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Am Neujahrstage erschien bei Rothschild ein Bettler, um ihm zum Jahreswechsel zu gratulieren. Da er etwas laut sprach, sagte Rothschild zu ihm: „Sprechen Sie, bitte, etwas leiser -- man schreit doch nicht so, wenn man ein Anliegen hat!“ Der Bettler erwiderte gekränkt: „Wollen Sie mich etwa schnorren lehren? Uebernehmen Sie doch mein Geschäft und übergeben Sie mir das Ihre!“
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Das Arbeiten
Chef (zum Kontoristen): „Kohn, sagen Sie mir, ist Ihnen einmal etwas passiert beim Arbeiten?“
Kontorist: „O nein! Aber wie kommt der Herr Chef zu dieser Frage?“
Chef: „Weil Sie so 'ne Angst vor dem Arbeiten haben!“
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Mißverstanden
Ein Amerikaner war in einen Prozeß mit einem seiner Nachbarn verwickelt. Vor dem Schlußtermin war er genötigt, eine Geschäftsreise zu unternehmen, und bat seinen Rechtsanwalt, ihm von dem Resultat telegraphisch Nachricht zu geben. Er erhielt folgende Depesche: „Gerechte Sache gesiegt.“ Unverzüglich ging die Drahtantwort zurück: „Sofort Berufung einlegen.“
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Der Chef tritt ins Kontor und sieht seinen Buchhalter, eine Zigarette rauchend, beim Schreibpult stehen. Erzürnt ruft er:
„Was ist das? E' neue Einführung? Seit wann raucht man bei der Arbeit?“
=Buchhalter=: „Wer sagt Ihnen, daß ich arbeite?“
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„Valuta ...“
Am 1. Januar erhielt ein Kaufmann, der sich durch etwas langes „Pumpen“ auszeichnet, von einem seiner Lieferanten folgende Neujahrskarte:
+----------------------------------------------------------+ | _Herzliche Glückwünsche | | zum neuen Jahre._ | | _Valuta Juni!_ | +----------------------------------------------------------+
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Mit mathematischer Genauigkeit
=Prinzipal= (zum Kommis): „Aber, Herr Müller, Sie kommen doch auch regelmäßig eine =ganze halbe Viertel=-Stunde zu spät!“
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In der Erregung
Herren Schill, Göbel & Müller, Hamburg. „Sie sind also nicht gesonnen, mir den gekürzten Skonto zu bewilligen? Ich weiß wohl, daß die Regulierung diesmal etwas länger angestanden hat, als üblich, wenn Sie aber einem so alten Kunden den Skonto durchaus nicht mehr gewähren wollen, dann sage ich Ihnen: „=schämen Sie sich, Herr Schill, schämen Sie sich, Herr Göbel, schämen Sie sich, Herr Müller! Schämen Sie sich, Herr Schill, Göbel & Müller!=“
Achtungsvoll =Bruno Ruhig=.
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Der Bureaukrat
„Ordnen Sie diese Briefe bitte alphabetisch und werfen Sie sie dann in den Papierkorb.“
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Die Wahrheit
Der Produktenhändler Klosettdeckel hat einen Gehilfen, den jugendlichen Fritze Micheles, der dem Lager in altem Eisen, Lumpen, Metallabfällen und Knochen zu seiner Zufriedenheit vorsteht. Eines Tages entdeckt er jedoch zu seiner Empörung, daß Fritze Micheles ihn schnöde bemogelt, indem er Knochenposten an den Isidor Veigeles auf eigene Rechnung abgibt. Klosettdeckel wirft darauf entrüstet den ungetreuen Lageristen hinaus. Fritze Micheles, sehr zerknirscht und nur froh, daß sein Prinzipal von einer Anzeige des Diebstahls absieht, bittet ihn schließlich noch um ein Abgangszeugnis. -- „Was soll ich schraiben for 'n Zeigniß for so 'n Lumpen, soll ich auch noch lügen, nachdem de mich hast betrogen un' bestohlen?“ -- „Se sollen bei de Wahrheit bleiben, Herr Klosettdeckel,“ antwortete der zerknirschte Fritze, „schreiben Se bloß: ‚Ehrlich bis auf de Knochen’!“
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Schlechtes Geschäft
Buchhalter: „Ich möchte mir erlauben, wieder um eine kleine Zulage zu bitten; meine Familie hat sich neuerlich vermehrt.“ -- Chef: „Schon wieder? Ja, aber lieber Freund, Sie können doch nicht verlangen, daß ich Ihnen jedes Kind, das Sie in die Welt setzen, förmlich abkaufe!“
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Aus einem Geschäftsbrief
„.... Ihren Brief, über den ich mich sehr geärgert, habe ich augenblicklich vor mir. Bald werde ich ihn hinter mir haben ...!“
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A: „Was, Sie haben jetzt einen Posten als Prokurist in einer Pulverfabrik?“ -- B: „Ja!“ -- A: „Hm, da haben Sie ja =gute Aussicht, noch einmal in die Höhe zu kommen=!“
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Verdoppelter Schmerz
Der knauserige, aber sehr wohlhabende Kaufmann einer Provinzialstadt begibt sich mit dem Verkauf seiner Handlung in den Ruhestand, vor seinem beabsichtigten Wegzuge veranstaltet er ein kleines Fest, zu dem die mehrjährigen, treuen Kunden eingeladen werden. Seinem knauserigen Wesen getreu ist der Wein in einer als etwas Säuerling verrufenen Marke gewählt worden. Als der Festgeber seinen Nachbar, der als Satiriker bekannt war und sich auch kein Blatt vor den Mund nahm, fragte: „=Nun, wie finden Sie den Wein?=“ antwortete ihm dieser kühl und trocken: „=Mir macht er den Abschied doppelt sauer!=“
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Eine Unverschämtheit
Zum Chef kommt der Buchhalter:
„Herr Chef, ich bitte um Vorschuß.“
Chef: „Ich hab' jetzt keine Zeit, kommen Se morgen!“
Am nächsten Tage wiederholt der Buchhalter seine Bitte.
Chef: „Was ä Unverschämtheit! Gestern erst haben Se Vorschuß verlangt, heute kommen Se schon wieder?“
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Sonderbares Hindernis
=Reisender=: „Ich erlaube mir, Ihnen als Bewerber um den in Ihrem Hause vakanten Reiseposten meine persönliche Aufwartung zu machen!“
=Chef=: „Bedauere sehr! Sie sehen viel =zu wohlgenährt= aus! Wissen Sie, mein Herr, heutzutage muß ein Reisender durch sein Aeußeres quasi =Mitleid erwecken=, wenn er Geschäfte machen will!“
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Großartig
=Kommis=: „Der Lehrling Fritz ist nirgends zu finden.“
=Chef=: „Na, lassen Sie nur, bei der Inventur werden wir ihn schon finden.“
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Die englische Bureauzeit
Ich bin auf England nicht sehr gut zu sprechen, Doch sprech ich's trotzdem unumwunden aus, Daß manche Dinge in die Augen stechen Dem Deutschen, drin uns England weit voraus. So ist zum Beispiel -- jeder Mensch hat Schwächen -- Ein englisch Beefsteak ein solenner Schmaus; Die schönste, beste aber ihrer Sitten Ist die =Bureauzeit= in dem Land der Briten.
Um 8 Uhr morgens, den Kaffee im Magen, Begibt sich pünktlich ins Bureau der Mann Und pflegt der -- =Arbeit=, wollen wir mal sagen, Bis 11. Es folgt die Frühstückspause dann. Hurrah! Soeben hat es 3 geschlagen! Er klappt die Bücher zu, so schnell er kann, Und eilt zum Weibchen oder heim zur Mutter Und labt sich dort am wohlverdienten Futter.
=Dann ist er frei!= Dann kann er unternehmen, Was ihm behagt! Dann ist er =Herr=, statt Knecht. Er kann spazieren geh'n und zu sich nehmen Den Sauerstoff, der im Bureau so schlecht; Kann lesen, schreiben, schwelgen in Problemen, Wenn er nicht lieber mit Kollegen zecht. Er kann das Schläfchen halten, das bewußte, Das früher im =Bureau= er pflegen mußte.
Er ist ein =Mensch=, und nicht mehr wie am Morgen Laut seinem Vorgesetzten ein Kameel. Frei ist er, frei und ledig aller Sorgen, Kein Tadelwort erschreckt ihn, kein Befehl. Der =Arbeit= kommt's zu gut am nächsten Morgen, Wenn er, statt mürrisch, heiter und fidel; Ach: =schön ist Arbeit unter kluger Lenkung, Das heißt -- mit weiser, nötiger Beschränkung!=
=Karlchen.=
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Ausrede
Buchhalter: „Als Sie mich vor drei Monaten engagierten, sprachen Sie von einer Lebensstellung, und heute machen Sie Pleite!“ -- Prinzipal: „Kann ich dafür, daß Sie so lange leben?“
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Etwas umständlich
Bureauvorsteher (zum Schreiber): „Da haben Sie in Ihrem Skriptum einen i-Punkt vergessen. Geändert darf in dem Dokument nichts werden. Jetzt haben Sie das Vergnügen, die ganze Geschichte noch mal abzuschreiben.“
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Ein tüchtiger junger Mann
Prinzipal (zum neu engagierten Kontoristen): „Sie kommen meinem Diktat nicht nach -- weshalb stenographieren Sie nicht? Sie sagten doch beim Eintritt, daß Sie Stenograph sind?“ -- „Bin ich auch, aber dann geht's noch langsamer.“
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Schnell geholfen
Chef: „Worüber grübeln Sie denn?“ -- Kommis: „Ich will eine Steuerreklamation einreichen und weiß nicht recht, womit ich sie begründen soll!“ -- Chef (nachdenklich): „Wissen Sie, Meyer, ich werd' Ihnen etwas vom Gehalt abziehen!“
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Kein Grund
Angestellter (der krankheitshalber einen Tag im Geschäft gefehlt hat, sich beim Chef entschuldigend): „Herr Chef werden verzeihen, daß ich nicht kommen konnte, hatte mir anscheinend den Magen verdorben, konnte den ganzen Tag nichts essen.“ -- Chef: „So, das hätten Sie auch hier im Geschäft besorgen können.“
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Ein schofler Prinzipal
Der Hausknecht des als Knauser bekannten Kaufmanns Knickrig begeht das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit in Knickrigs Hause, bei welcher Veranlassung letzterer ihn morgens in sein Kontor ruft und ihm nach einigen salbungsvollen Worten über bewiesene Treue usw. eine entsprechende Belohnung verheißt, welche er dem mit hochgespannten Erwartungen vor ihm stehenden Hausknecht in Gestalt seines Porträts überreicht. „Aber, Herr Knickrig,“ ruft der Hausknecht, das Porträt betrachtend, „das sieht Ihnen ähnlich!!“
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Mit vereinten Kräften
„Bei den Schmumüllers soll's ja so wackelig stehen.“
„Das wundert mich nicht. Die ganze Familie von acht Köpfen ist im Geschäft tätig und jeder verrechnet sich zu seinen Gunsten.“
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Unter Geschäftsfreunden
Löb Wasserfloh, Grünwarenhändler aus Tarnapol, schreibt an seinen Spediteur Nachmann Traubeles in Alexandrowo:
„Ich bestätige Ihnen den Empfang von 1500 Gulden. Drei Banknoten à 100 Gulden waren falsch. Diesmal gelang es mir doch, dieselben unterzubringen.“
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Schlau
„Haben Se geschrieben dem Salzlecker, er sei e' Lump und e' Betrüger?“ -- „Jawohl, Herr Prinzipal!“ -- „Na, glauben Se nich, daß er sich noch besinnt und bezahlt gutwillig?“ -- „Wir haben immer noch einige Hoffnung!“ -- „Dann streichen Se wieder aus den Lump und den Betrüger -- aber so, =daß er's kann noch lesen zur Not!=“
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Gedankenbalken eines Handlungsgehilfen
Pünktlichkeit im Schließen des Geschäfts ist die Höflichkeit der Prinzipale.
Besser einen dicken Chef, als ein mageres Gehalt.
Man soll den Chef nicht vor der Weihnachtsgratifikation loben.
Gehalt gibt es Ultimo. Vorschuß am Ersten eines jeden Monats.
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Kaltblütig
Die Spinnerei von Moritz Keller ist in Flammen. Kolossale Aufregung in der ganzen Stadt.
Moritz Keller ist verschwunden. Endlich, gegen Mittag findet die besorgte Familie ihn im Kontor von Enesberger & Söhne, Wollwaren en gros.
„Vater,“ rufen die Söhne, „Moritz,“ schreit die Frau -- „was treibst du hier, während dein Haus brennt?“
„Nu, wie ich gesehn hab anfangen den Brand, hab ich kalkuliert: nu krieg ich doch ä größere Summe von der Versicherung. Nu kann ich doch ä größere Summe nicht gleich verwerten, denn die Spinnerei wird doch verbrännt sein. Hab ich gemacht mit Enesberger Söhne än Eventualvertrag auf stille Beteiligung mit 300000 M. für den Fall, daß meine Spinnerei abbrennt. Nu bin ich aber neugierig: is se nu richtig abgebrännt oder nich?“
Roda Roda
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Im Schuhwarenladen
„Sind die Sohlen auch dauerhaft?“
„Es sind die besten amerikanischen Sohlen -- wir garantieren ein volles Jahr.“
„Aber das Oberleder taugt nichts.“
„Erlauben Sie? Die paar Wochen, was unsre Sohlen halten, hält das Oberleder auch noch aus.“
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Die Haferlieferung. Von Roda Roda.
Eines Tages kam eine Kommission, bestehend aus drei Offizieren, einem Wachtmeister und einer Stehleiter, zu Joschkele Seidenfutter nach Mikulintze bei Tarnopol und begehrte das Fouragemagazin zu sehen. -- Joschkele öffnete jammernd, der Wachtmeister stieg auf die Leiter und besichtigte eingehend den Plafond des Magazins an zwanzig Stellen und in allen Fugen und Ecken. --
Als er fertig war, salutierte er und sagte: „Herr Oberst, ich meld ghorsamst, es is nix.“
„Hm,“ sagte der Oberst und weidete sich an dem Anblick des geängstigten Joschkele, „möchten vielleicht Herr Leutnant die Güte haben --?“
Also stieg der Herr Leutnant auf die Leiter -- mit einigen Segenswünschen für die Andersgläubigen -- pochte den Plafond von links nach rechts ab, dann von rechts nach links -- hinten und vorn -- -- -- nichts.
Der Herr Rittmeister deutete den flehenden Blick des Obersten ganz richtig, indem er ebenfalls auf die Leiter stieg. Er holte mit seiner besten Ulanka die Spinnweben von der Magazinsdecke, aber auch er fand nichts.
Endlich der Herr Oberst selbst. Er drohte zuerst dem Joschkele mit der Faust und kletterte dann. Er bohrte mit dem Finger in alle Ritzen. Er fand einen verstaubten Riß im Plafond, den die anderen alle nicht gefunden hatten, war sehr stolz auf ihn, putzte ihn sauber aus, besah ihn so lange, bis ihm der Schmutz in beide Augen fiel -- nichts.
Die Kommission ging, und Joschkele versperrte die Tür. Draußen zog er sehr tief den Zylinder und sagte: „Se entschuldigen schon, Euer Gnaden, Herr vün Oberst, bis hundertzwanzig Jahre sollen Se leben ünd gesünd sein und lauter Frad erleben. Aber wos kloppen Se mr auf mei Boden erüm?“
„Das will ich Ihnen sagen, Herr Seidenfutter,“ der Herr Oberst zog ein Schriftstück aus der Brusttasche -- „Sie haben vor einigen Wochen im Offertwege die Fouragelieferung für das Ulanenregiment Nr. 9 erstanden?“
„Ja, Herr vün Oberst, bis hün -- --“
„Mit zwanzig Hellern per Zentner unter dem Marktpreis?“
„Was tut e Mensch nit for dem Militär, Herr vün Oberst.“
„Sehr schön, daß Sie Patriot sind, Herr Seidenfutter -- aber die Leute glauben was andres. Da -- lesen S' den anonymen Brief, was ich gestern kriegt hab. Wenn der Proviantoffizier und Tierarzt den Hafer übernommen haben und das Magazin versiegelt is, sollen Sie durch ein Loch im Plafond schlechten Hafer herunterschütten.“
„E Konkorrenz-Manöver, Herr vün Oberstleben, bis hün --“
„Schon gut -- ich weiß -- wir haben uns überzeugt. Aber wir wollen ein wachsames Auge auf Sie haben -- richten Sie sich darnach.“
„Ich soll nix essen können, Euer Gnaden, wenn bei mir so eppes vorkümmt, Herr vün Oberstleben.“
* * * * *
Zwei Tage später kam eine neue Kommission: drei Herren, ein Wachtmeister und eine Leiter. Sie suchten wieder das Loch im Plafond und fanden es wieder nicht.
Es kam noch eine dritte Kommission am Montag früh, eine Donnerstags nachts, eine am Sonntag nachmittag.
In der folgenden Woche gab's täglich Untersuchungen: vom Regiment, von der nächstbeteiligten Eskadron, vom Verpflegsmagazin, vom Militär-Stationskommando, noch einmal vom Regiment und noch einmal von der Eskadron. Immer ohne Erfolg.
* * * * *
Dann setzte sich Joschkele Seidenfutter hin und schrieb einen Brief:
„Lieber Schwager Ignaz Germteig, Branntweinbrennerei und Schlempenerzeugung in Tarnopol!
Ich dank dir, lieber Schwager, daß du bist gewesen eso freindlich, aber vün jetz an schreib ka anenime Briefe mehr. Warüm? Weil auf den letzten is schon gar keine Kommission mehr gekümmen. Jetzt kann die Konkorrenz schreiben, wenn se will. Daweil hob' ich mr schon geloßt machen das Loch in Plafon. Mit tausend Griße
Joschkele.“
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Scharfblick
=Prinzipal=: „Na, haben Sie den =‚Müller’= gefunden, für den ich Ihnen die Rechnung ausgeschrieben hatte?“
=Kommis=: „Leider nicht! In dem Hause wohnten eine ganze Menge ‚=Müller=’, von denen keiner unser Schuldner sein wollte. Der letzte hat mich sogar hinausgeworfen!“
=Prinzipal=: „=Zu dem= gehen Sie nochmal -- =der ist's=!“
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Minenspekulation
„Was machst du hier vor der Börse?“ -- „Ich spekulier' in Minen!“ -- „Wieso in Minen?“ -- „Wenn einer rauskommt und macht 'ne gute Miene, schnorr ich ihn an -- macht er 'ne böse Miene, lass' ich ihn laufen!“
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Fein umschrieben
Maimum Kanalgeruch aus Tornow wird von einem Bekannten gefragt, wie sein letzter Konkurs ausgegangen sei.
„Hm,“ sagt Maimum, „wie soll er sein ausgegangen? Eines Tages haben mich eingeladen meine Gläubiger, ich soll geben Aufklärung über meine Bücher. Bin ich gekommen in e großes schönes Haus nach Lemberg, hat mich e Herr schöne grüne Beamtenuniform angezogen, hat mich aufgefordert zum Sitzen, und darauf bin ich gesessen und bin gesessen un =hab' sechs Monat Aufklärung gegeben über meine Bücher=!“ --
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Im Vertrauen
„Hörst, einem alten Freund nimmst Du eine etwas indiskrete Frage wohl nicht übel: Mit den Annoncen, daß Du Deine Waren unter dem Einkaufspreis verkaufst, hat es doch kaum seine Richtigkeit? Das ist nur ein Lockmittel fürs Publikum?“ -- „Ganz und gar nicht!“ -- „Aber wie kannst Du denn unter dem Einkaufspreis verkaufen?“ -- „Im Vertrauen gesagt, ich bezahle halt den Einkaufspreis nicht!“
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Spezialität