Part 3
„In den Preis des Zimmers ist das Zimmermädchen nicht mit einbegriffen!“
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Am Gardasee
Ich stellte ärgerlich meinen Wirt zur Rede: „Ich muß seit Monaten zehn Lire Pension zahlen und mein Nachbar, der Berliner, der heute gekommen ist, zahlt für das gleiche Zimmer, die gleiche Küche nur sieben.“
Der Wirt zuckte die Achseln.
„Was wollen Sie,“ sagte er, „-- _e fortunato_. Er hat Glück.“
Roda Roda
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=Frau Goldstein= (im Hotel): „Sie Portier, wo steckt denn wieder der =Liftgoy=?!“
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In Galizien in einem kleinen Orte, wo kein Hotel existiert, steigt ein Reisender in einem Gasthofe ab. Um 12 Uhr mittags weckt ihn der Wirt und sagt: „Steh'n Sie auf, es ist Zeit zum Essen.“ Der Reisende sagt: „Ich dank' schön. Ich hab' kan Appetit.“ Der Wirt erwidert: „Ich brauch aber doch das Bettlaken zum Tischdecken.“
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Was alles im Hotel liegen bleibt!
Herr Klepper war um 5 Uhr des Morgens aufgewacht, schnell zog er sich an und eilte nach dem Bahnhofe. Als das Zimmer aufgeräumt wurde, fand man seine drei falschen Zähne mit mächtiger Goldplatte. -- Die Sängerin Jolanda war um 10 Uhr des Morgens abgereist, was hatte sie liegen lassen? Ein Strumpfband mit silbernem Schloß, Wappen A. von M. -- Der Geschäftsreisende Schirmer war um 7½ Uhr morgens aufgestanden, unbekannt wohin gereist, was fand man in seinem Bette? Eine kleine goldene Uhr. -- Herr Eberlein reiste in der Frühe ab, was fand man in seinem Bette? Ein kostbares Juchten-Zigarrenetui mit geheimem Verschluß. -- Ein Brillantenhändler aus Brüssel hatte im Schlafzimmer eine Zahnbürste liegen lassen. Er holte sie nach einigen Tagen ab, da fand man auch noch einige Perlen dabei liegen, worauf er sagte, „die gehören nicht mir.“ -- Mit einem großen Paket war ein Ehepaar angekommen. Sie zahlten im Voraus und gingen morgens in aller Frühe. Was ließen sie liegen? Ihr Paket. Es wurde geöffnet, und was fand man darin? Vier große Zigarrenkästen ohne Zigarren, aber mit Eierschalen. -- Frau Professor hatte einige Tage im Hotel gewohnt, sie reist ab, da vergißt sie ihren Photographenapparat, den sie täglich spazieren führt, mitzunehmen. Ein Telegramm trifft ein; da fällt der Apparat auf den Boden und mit ihm Seife, Waschlappen, Puder, Schminke usw. Es war nur ein Renommierapparat gewesen; recht praktisch für die Frau Professor.
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Mißverständnis
Ein Herr kommt in einen Handschuhladen.
Verkäuferin: „Womit kann ich Ihnen dienen?“
Herr: „Ach, weißt du, du kannst mir ein Paar Glacéhandschuhe geben!“
Verkäuferin (erstaunt): „Was wünschen Sie?“
Herr: „Na, ich hab's dir ja schon gesagt, du möchtest mir ein Paar Glacéhandschuhe geben!“
Die Verkäuferin geht kopfschüttelnd und empört zum Chef und sagt: „Herr Klosettdeckel, da ist vorne im Laden ein wildfremder Mann, der mich in unverschämtester Weise duzt.“
Der Chef geht nach vorn in den Laden.
Chef: „Sie wünschen, mein Herr?“
Herr: „Ja, ich habe es doch schon deinem Fräulein gesagt, du möchtest mir ein Paar Glacéhandschuh geben!“
Chef (wütend): „Herr, was soll das heißen? Erst duzen Sie meine Verkäuferin und jetzt machen Sie mit mir dieselben Tollheiten?!“
Herr (ruhig): „Tollheiten? Wieso? Da draußen in dem Schaufenster steht doch ein Schild:
+---------------------------------+ | _Glacéhandschuhe à Paar 3 Mark_ | | _=Duzend billiger=!_ | +---------------------------------+
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Korrekt
Diener: „Da ist der Weinhändler mit der Rechnung für den Champagner; soll ich ihn hinausschmeißen?“
Herr: „Nein, noch nicht; ich muß doch erst sehen, ob die Rechnung auch stimmt.“
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Nix zu machen!
Ein Hausierer kommt zu einem reichen Juden und bietet ihm Hosenträger an. „Nee, ich kaufe nix!“
„Nu, wenn ich Ihnen sag', es is e prima Qualität!“
„Nee, nee! Ich kaufe nix!“
„Nu, wenn Se nix kaufen, sind Se das größte Kameel, Rindvieh un Heupferd, das jemals gelebt hat!“
„=Se kennen mir schmeicheln wie Se wollen, aber ich kaufe nix!=“
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Sicheres Kennzeichen
Prinzipal: „Nun, haben Sie den Schuldner Müller gefunden?“ -- Kommis: „Leider nicht. In dem Hause wohnten eine Menge Müller, von denen keiner unser Gläubiger sein wollte. Der letzte hat mich sogar hinausgeworfen.“ -- Prinzipal: „=Zu dem gehen Sie noch einmal hin -- der ist's.=“
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Gerechtfertigter Wunsch
Beim Minister des Innern hat ein Herr Audienz, der wegen Namensveränderung petitioniert.
„Wie heißen Sie?“
„Mein Name ist: =Zietz=.“
„Ja, das ist doch ein ganz schöner Name; weshalb wollen Sie ihn denn ändern?“
„Ich hab' doch ein Geschäft! Und sowie ich angerufen werde und sage: =Hier Zietz!= ruft der andere immer: =Machen Sie die Tür zu!=“
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Die beiden Stotterer
Zwei Geschäftsreisende, die beide stottern, gehen zusammen spazieren.
Plötzlich sagt der eine: „Sieh--m--m--mal, da si--si--sitzt ein V--V--V-- -- schon fortgeflogen!“
Nach einer Weile der andere: „V--V--Vorsicht, d--d--da liegt -- sch--sch-- schon reingetreten!“
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Uebertrumpft
In einer Gesellschaft unterhält man sich mit drolligen Erzählungen von Kleinbahn-Erlebnissen.
„Das ist alles noch gar nichts,“ prahlte u. a. der Schnellphotograph Müller, „ich sprang mal während der Fahrt aus dem Zuge, rannte ein Stück voraus und photographierte den heranbrausenden Zug von vorn!“
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Das Kaufhaus der Zukunft
Nur noch kurze Zeit und im fashionablen Westen Berlins wird wiederum ein neues elegantes Riesen-Warenhaus eröffnet und mit Wertheim, Tietz und Jandorf um die Palme der Konkurrenzlosigkeit ringen. Von dem bisher ungeahnten Komfort desselben werden jetzt bereits Wunderdinge erzählt. Wir sind in der Lage, einige Details aus dem Betriebe des neuen Kaufhauses veröffentlichen zu können.
Jeder Besucher wird beim Eintritt vom Portier nach seinen Wünschen gefragt, hierauf in eine passende Kapsel gepackt und a la Rohrpost an den betreffenden Verkaufsstand „=gepustet=“, wodurch das ermüdende Herumlaufen vermieden wird. Nachdem man hierauf =pneumatisch= bezahlt und gewechselt bekommen hat, wird man ebenfalls per Luftdruck wieder an den Ausgang zurückbefördert und umsonst per Auto nach Hause gefahren.
Geradezu hervorragend sind die =Gratis-Zugaben=, die jeder Käufer im neuen Kaufhaus erhält. Wer für 1.-- Mk. einkauft, erhält einen Bon im Werte von 80 Pfg. und einen eleganten Klosettpinsel oder Zahnbürste gratis; bei Einkäufen zum Preise von 1.-- bis 5.-- Mk. bekommt man nach Wahl einen Kinderwagen, ein Leistenbruchband oder ein Paar Schneeschuhe zu; bei 5.-- bis 10.-- Mk. betragenden Einkäufen kann man zwischen einer Freifahrt mit dem Zeppelinschen Luftschiff, einem Diner im „Rheingold“ (Wein a discretion) oder einem Gummibusen wählen. Kauft man für 20.-- Mk., so erhält man ein Dutzend farbige Photographien in Lebensgröße mit Rahmen, einen Logenplatz zu den Kammerspielen oder ein Autogramm Wedekinds gratis, bei 100.-- Mk.-Einkäufen wird man gratis in Marmor ausgehauen oder erhält ein kleines Motorboot oder ein Pianola gratis. Wer aber gar für 1000 Mk. kauft, bekommt eine Villa am Wannsee mit vollständiger Einrichtung, oder einen echten „Böcklin“, oder ein Rundreisebillett um die Erde, oder den Schwarzen Adlerorden gratis zu.
Besonders zeitgemäß sind die =Erfrischungsräume= ausgeführt. Während der Sommermonate sind dieselben unter Wasser gesetzt, um als „=Ostende des Westens=“ vielen Familien die teuren Reisekosten zu ersparen. Jeder Käufer einer Badehose erhält ein Gratisbad, jeder Käufer eines Badeanzugs darf sich im „Familienbad“ tummeln, in welchem namentlich die „=five o'clocks= im =Wasser=“ von den Berliner W.-Damen stark frequentiert sein werden.
In den Erfrischungsräumen finden ferner =Familien-Konzerte= hervorragender Kunstgrößen wie Richard Strauß, Mahler, Nikisch usw. mit anschließendem Tanzkränzchen statt. Vielen Zuspruch wird jedenfalls auch die „=Henkel-Trocken-Fontäne=“ und das „=Kaufhaus-Kabarett=“ finden. Im Winter wird der wunderbare Palmengarten als „Riviera des Westens“ große Anziehungskraft ausüben. Jedem Schlittschuhläufer steht der „=Kaufhaus-Eis-Palast=“ zur Gratisbenutzung zur Verfügung.
Wie es schon jetzt üblich ist, den Käufern von Noten dieselben gleich vorzuspielen, so wird man im Neuen Kaufhaus in der Abteilung Theaterbilletts, Texte usw. auf einer Drehbühne die gewünschten Stücke von bedeutenden Schauspielern gleich zur Probe vorgemimt erhalten.
Jeder Käufer, der mit dem gekauften Gegenstand nicht zufrieden ist, erhält denselben nicht bloß gegen ein konvenierendes Objekt bereitwilligst eingetauscht, sondern außerdem noch sein Geld zurück und „bedagt“ hierauf vergnügt nach Hause.
Mehr kann man nicht verlangen! F. Schl.
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O weh!
In einer Gesellschaft bei Bankier Tulpenstiel werden Rätsel aufgegeben, plötzlich schreit da die kleine Tochter des Hauses: „Bitte, darf ich auch ein Rätsel aufgeben?“ „Ja, gerne, gerne,“ sagt ihre Mama, „wenn du ein schönes weißt!“ Da sagt die Kleine: „Welcher Unterschied ist zwischen dem Herrn Veilchenfeld hier und einer Katze?“ Niemand weiß es und man sagt zur Kleinen, sie möge die Auflösung sagen; da entgegnet die Kleine: „Die Katze hat einen Schweif und der Herr Veilchenfeld hat keinen.“ Ganz verlegen sagt die Mutter rasch, ohne zu überdenken, was sie spricht: „Entschuldigen Herr Veilchenfeld, =meine Tochter meint nämlich -- hinten=.“
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Ein Diplomat
Der wegen seiner Eleganz bekannte Herr Kommerzienrat Aaron steht nachdenklich vor der Börse; da tritt ein kleiner, schäbiger Börsenjobber an ihn mit der Frage heran: „Na, lieber Freund, wie geben Sie Russen?“ -- Entrüstet wendet sich der Kommerzienrat um und spricht würdevoll: „Erstens bin ich für Sie der Herr Kommerzienrat Aaron; zweitens bin ich nicht Ihr lieber Freund und drittens -- per wann wollen Sie se haben?“
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Bank-Usancen im fernen Westen
Seit dem jüngsten verwegenen Bankraube in Cody haben die meisten Banken im Staate Wyoming (U. S. A.) folgendes Regulativ an ihren Türen angeschlagen: „Wir zeigen an, daß wir Mitglieder der amerikanischen Scharfschützenvereinigung sind. Kunden, die glauben, daß der Kassierer sich geirrt hat, werden ersucht, nicht vor einer etwaigen Klarstellung zu schießen. Fremde dürfen die Bank nur mit hochgehaltenen Händen betreten, andernfalls setzen sie sich dem Feuer unseres Schützenstabes aus. Depositen von Leuten, die auf unserem Grund und Boden getötet werden, bleiben Eigentum der Bank. Die Bank ist für verlorene Revolver und Messer nicht verantwortlich. Kunden, die sich üben wollen, werden ersucht, nach den Federn in den Händen der Buchhalter zu schießen und den Kassierer unbelästigt zu lassen. Leute, die schnell bedient werden wollen, mögen freundlichst beachten, daß das Ausschießen der Lampen die Arbeit unserer Beamten mehr verzögert als beschleunigt. Die Leichenbestatter werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Bank nicht für die Beerdigungskosten von Personen aufkommt, die von unseren Stabsbeamten im Geschäftsbetriebe getötet werden.“
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Im Tuchladen
Tuchhändler (zum Kommis): „Ist der neue Stoff, der =gar nicht einlaufen soll, noch nicht eingelaufen=?“
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Kohns Gruß an die Sonne
Erdballerlaichtende ewige Lampe, wenn dich ich betrachte,
Szieht mer ä Wonnegefiehl faktisch derekt durch den Leib,
Funkelst doch so berückend wie =Gold=, un noch eins imponiert mer --
=Sonne=, akkrat as de Börs', gehste mal runter mal rauf!
Darum begrießt dich als strahlendes Urbild von Hausse und Baisse
Namens der „Spekulaßjon“
ganz untertänigst R. Kohn.
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Levys Sang an den Mond
Hat doch mei Chef, der Herr Kohn, die Sonne besungen ... e Kunststick!
Werd' ich besingen den Mond, -- auch e poet'sches Objekt! --
Also -- wenn abens ich auf'm Balkong sitz' un raufseh ßum Himmel,
Schleicht mer -- identisch mit Kohn -- auch e Gefiel dorch's Gemieth.
Sag' ich mer so: der Mond -- er pumpt von der Sonne sei Licht doch ...
=Goldiges= -- nu' und was werft runter er nachts auf die Erd? --
=Silbernes!= -- haißt e Geschäft! was? faktisch e faines Geschäft! --
Jeder =Agrarier= muß finden darin e Simbol --:
Sein Ideal --: 's Kappetal mechte ich borgen in =Gold= un de Szinsen
Szahlen in =weißem= Metall! ... -- Bimetallistekalkiel!
20 Reichsmark in Gold = 6 Taler 20, -- e Taler
Aber hat =inneren= Wert ßirka 'ne Mark nur im Kursch --
Haste gesehen! ... un ich? -- was lern' ich vom Nachtlicht da oben?
Nun, als e denkender Mensch komm ich ßu =dem= Resultat:
=Mond=, 's existiert ßwischen uns 'ne frappante Ideengemeinschaft,
Namentlich =kommerßiell= schätz ich als Vorbild dich hoch! --
Darum verneigt sich vor dir in hochachtungsvollster ergebener
Tiefster Subordenaßion
Levy, im Hause R. Kohn.
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Unerwartete Wirkung
War da ein biederer Kleiderhändler, der einmal in einem Fabrikskontor vorsprach. Unter den Inschriften und Emblemen, die die Wände schmückten, fesselte besonders seine Aufmerksamkeit:
„Was du heute kannst besorgen, Das verschiebe nicht auf morgen!“
Ein prächtiges Motto! dachte er. Das ist wirklich ein Ansporn für jedermann, der einen Entschluß lange in sich herumträgt, sich aber zur Ausführung nicht entschließen kann und sie von Tag zu Tag verschiebt! Und so ging er denn hin und brachte den Wahlspruch überall in seinem Geschäfte an. Die Wirkung war eine prompte, aber unerwartete. Am nächsten Tage war der Kassierer mit der Kassa und der Buchhalter mit der Frau des Prinzipals durchgegangen, und der Laufbursche hatte die Portokasse erbrochen und war mit einem Revolver und einem Schatz von hundertdreißig Nick-Carter-Heften durchgebrannt.
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Abschreckungsmittel
=Chef= (der einen herkulischen Hausknecht engagiert hat): „Haben Sie keine Photographie von sich?“
=Hausknecht=: „O ja; zu welchem Zweck?“
=Chef=: „Wir könnten sie gleich im Hausgang anheften für die Herren =Handlungsreisenden=!“
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Die interessante Geschichte
A: „Sag mal, hast du denn schon davon gehört?“
B: „Wovon denn?“
A: „Nu, von die Jeschichte mit den -- mit den -- na, da draußen, da neben die -- Jees! wie heeßen denn die Leute?“
B: „Meenst du vielleicht die neue Bierkneipe?“
A: „I nee doch! Ich meene die Jeschichte mit den -- na, der Name schwebt mir uf de Lippe. Die da draußen vorjejangen is, da bei -- da draußen bei -- Jott, du mußt ja den Ort kennen!“
B: „Ach Jees, det is die Jeschichte mit den -- ja, die kenn ick -- mit den -- na mit den -- Jees, wie heeßt er doch? Die meenste?“
A: „Richtig, die meen ick. Also du kennst se schon?“
B: „Ja, die kenn ick; die hat mir ja der -- der -- na, wie heeßt er denn, erzählt. Der -- da draußen -- du weeßt ja!“
A: „Ja, ick weeß schon, det is die Jeschichte! Von den hab ick se ooch.“
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Mißverstanden
Lotteriekollekteur: „Hier ist das gewünschte Los. -- Nun machen Sie aber endlich einmal, daß Sie =herauskommen=.“ -- Kunde: „Na, solche Flegelei ist mir denn doch noch nicht vorgekommen.“
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Kollegial
Agent A: „Ich war gestern so furchtbar aufgeregt, daß ich Sie einen Schwindler nannte. Sie nehmen es mir doch nicht übel?“ -- Agent B: „Nicht im geringsten, Herr Meyer, wir sind doch Kollegen!“
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Was einem Geschäftsreisenden passieren kann
Ich besuchte seit Jahren einen treuen Kunden in Sachsen, bei dem sich wie von selbst das „Gewohnheitsrecht“ herausgebildet hatte, daß er mit mir jedesmal, bevor wir ans Geschäft gingen, in einem benachbarten guten Weinrestaurant „eine“ gute Flasche trank, und er war nicht nur ein Freund von „Weinrot“, sondern auch von Rotwein, besonders wenn es auf Geschäftsunkosten ging. Am andern Tage bekam ich dann regelmäßig meinen guten Auftrag. So ging das Tour für Tour; auch neulich holte ich ihn abends, gleich nach meiner Ankunft an dem betreffenden Platze, zu unserem obligaten gemütlichen Schoppen ab. Diesmal wählte er eine ganz besonders schwere und teure Marke; ich machte aber gern mit, denn was tut man nicht alles für seinen Chef und seine Kundschaft. Auch quantitativ ging er diesmal über das bisher übliche Maß hinaus; ich hielt still, denn er schien mir auch bezüglich seiner Order diesmal besonders „große Rosinen im Sack“ zu haben ... Der Morgen graute schon, als ich ihm beim Abschied ein „Wohl bekomm's!“ zurief und ihn zum Schluß möglichst beiläufig fragte: „Na, lieber Freund, wann kann ich Ihnen morgen früh meinen Koffer schicken?“ „Hären se, mei Kutester“, erwiderte er, „diesmal gann ich Ihnen awer nischt bestellen, ich bin Se nemlich pleite!“
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In einem Modewarengeschäft
Kundin: „Und ist das auch wirklich der neueste Stoff?“ -- Verkäufer: „Gewiß, Madame, erst gestern hereingekommen!“ -- Kundin: „Ja, das sagen Sie so. Können Sie mir dafür garantieren?“ -- Verkäufer: „Gewiß, gnädige Frau, gewiß! So neu ist der Stoff, daß wir noch nicht einmal Zeit gehabt haben, seinen Preis herabzusetzen!“
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Eine wäss'rige Geschichte
Wenn die kleinen Schollen schmollen, Daß die lieben Muscheln tuscheln, Weil die fetten Schleien speien, Wenn im Teich Karauschen lauschen Und die Kieler Sprotten spotten Wie die glatten Pricken blicken, Oder mit den Hechten rechten, Ob die Elleritzen schwitzen Und wohin die Zandern wandern. Wenn wir von den Stören hören, Wie die armen Barben darben Und wir uns Makrelen wählen, Oder einen Rochen kochen. Wenn die Bachforellen schnellen Und die alten Kröten flöten, Oder bunte Unken tunken, Wo die fetten Schnecken stecken -- Werden sich die Flundern wundern!
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Vor Weihnachten
„Ich bitte um eine Bluse.“
Verkäuferin: „Jawohl, mein Herr, wäre Ihnen dieser Schnitt recht?“
„Janz ejal!“
Verkäuferin: „Welche Farbe dürfte es dann sein?“
„Auch ejal, auch ejal.“
Verkäuferin: „Aber um die Größennummer darf ich doch bitten?“
„Is ejal, is alles ejal, =umgetauscht wird se doch=!“
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Stoßseufzer
„Da hab' ich mir nun für teures Geld Normalbeinkleider gekauft, aber -- normal schauen meine Beine immer noch nicht aus!“
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Geburtsanzeige[3]
„=Trotz geschäftlicher Ueberbürdung= sind wir in der glücklichen Lage, die Geburt des dritten kräftigen Hamburger Jungen anzuzeigen. Motto: „=Wir haben keine Zeit, müde zu sein.=“
Hamburg, d. 17. Dez. 1907. Carl Voß und Frau.“
[3] Aus „Die meschuggene Ente“. Die 200 ulkigsten Enten, die im Blätterwalde deutscher Zeitungen unfreiwillig ausgebrütet worden sind. In Freiheit dressiert und vorgeführt von Felix Schloemp. Mit Geleitwort von Otto Julius Bierbaum. 18. Aufl. Verlag von Georg Müller in München.
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Seine Auslegung
Zigeunerin (dem jungen Kassier Meier aus den Linien der Hand wahrsagend): „Hier, junger Herr, sehe ich eine Linie, die für Ihr Leben große Bedeutung gewinnen wird.“ -- „Weiß ich, das ist die Hamburg-Amerika-Linie!“
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Vom Telegraphen-Kobold
Eine Depesche von dem Ableben des Vaters hatte folgende Fassung: „Vater sauft (anstatt sanft) verschieden.“
Die Telegrammadresse an eine Kammersängerin lautet: „An die Jammersängerin N. N.“
Von einem Verliebten aus der Ferne: „Liebes Rind (Kind), könnt' ich bei dir sein!“
Ein Kondolenztelegramm: „Auch wir sind schwer besoffen (statt betroffen).“
Eine Rückmeldung, betreffend die Unbestellbarkeit eines Telegramms wegen mehrerer gleicher Namen lautete: „Kohn ohne Bezeichnung des Vornamens unbestellbar, da mehrere gleichnasige.“ (Gleichnamige.)
Ein Kaufmann in Kr. ersuchte drahtlich einen ländlichen Verwandten um sofortige Absendung von „Grasbutter“. Das Telegramm ging durch Fernsprechverbindung weiter und der Verwandte erhielt eine Depesche mit der Weisung, „sofort Großmutter absenden.“ Letztere langte, in der Meinung, es sei etwas Außergewöhnliches passiert, alsbald sehr aufgeregt mit vielen Koffern und Schachteln in Kr. an.
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Aus dem Geschäftsbrief eines Materialwaren-Händlers
„Die mir gesandten Heringe gefallen mir nicht. Sie sind faul. Sie stinken ja vor Faulheit. Das Faß Tran, welches ich für Sie im Auge hatte, geht Ihnen jetzt auch vor der Nase vorüber.“
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Geschickt ausgewichen
Der lange Baron v. Schnabelwitz und der kleine Produktenhändler Veitel gehen die Straße laut sprechend und heftig gestikulierend auf und nieder. Kaum entfernt sich der lange Baron, so drängen sich die Konkurrenten an Veitel mit der Frage: „Was hat der Baron von dir gewollt?“
=Veitel=: „Was er gewollt hat? Weiß ich? Ich soll da =unten= verstehen, was der da =oben= spricht!“
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Im Wäschegeschäft
Einer Dame sind bei Bestellung eines größeren Wäschepostens ein halbes Dutzend Beinkleider zuviel geliefert und berechnet worden. Sie trägt dieselben zurück und ersucht um Richtigstellung der Rechnung. Darauf der Prinzipal:
„Ja, bitte, das ist ein Irrtum gewesen! Entschuldigen Sie vielmals!“ Und zum Buchhalter sagt er: „=Ziehen Sie mal der Dame die Beinkleider ab!=“
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Wetterbericht im Börsenstil
Seit einigen Tagen tritt das Gerücht auf, dass die bekannte Weltfirma Sommer u. Co. in Liquidation getreten sei. Zahlreiche Gläubigergruppen haben bereits vor Wochen Protestversammlungen veranstaltet, um gegen die besonders in den letzten Monaten zutage getretenen Mißstände Stellung zu nehmen. Ihre eingegangenen Verpflichtungen hat die Firma im letzten Geschäftsjahr zum Teil gar nicht, zum Teil nur sehr mangelhaft erfüllt. Es steht zu befürchten, daß der Zusammenbruch der Weltfirma den Konkurs zahlreicher anderer Firmen zur Folge haben wird ... Zu den am meisten geschädigten „Geschäftsfreunden“ gehören vor allem zahlreiche Gastwirte und Biergartenbesitzer. Sonnenschein war stets sehr knapp am Lager und wurde trotz reger Nachfrage gar nicht oder nur in sehr kleinen Quanten geliefert. Auch den Landleuten gegenüber hat die Firma die Lieferungsverträge nicht innegehalten. Es wurde in den letzten Monaten überhaupt nur noch mit „Wechseln“ gearbeitet, die natürlich immer unbeliebter wurden. Bei dem Konkursverwalter Aug. September laufen täglich zahlreiche Forderungen auch aus den Kreisen der Gewerbetreibenden und der sog. kleinen Leute ein; besonders aber in Sportkreisen und unter der Lebewelt der Badeorte hört man mannigfache Klagen über das unlautere Geschäftsgebaren der früher so angesehenen Firma. Als letzter Termin zur Anmeldung von Forderungen war der 23. d. Mts. festgesetzt. Mit diesem Tage übernahm, wie jetzt bekannt wird, die bekannte und gut fundierte Firma Herbst u. Co. den Betrieb mit sämtlichen Warenvorräten. Hoffentlich gelingt es dieser, das verloren gegangene Vertrauen unter der Bevölkerung wieder zu gewinnen.
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Nach dem Leben
Ein neuengagierter Reisender wird von seiner Firma auf die Tour geschickt, kommt aber ohne Aufträge zurück.
Der Chef der Firma ist sehr ungehalten und läßt den Reisenden in sein Privatkontor bitten.
„Ja, wie ist es bloß möglich, daß Sie nix verkaufen?“ fährt er ihn an, „gewiß machen Sie die Sache nicht energisch genug. Wir wollen gleich mal eine Probe machen. Also denken Sie, ich bin der Kunde, dem Sie Offerte machen sollen, und fangen Sie mal an!“
Der Reisende geht hinaus, klopft an, tritt mit einer Verbeugung ein: „Ich komme von der Firma Troddelkopp & Co. und wollte mir gestatten, Ihnen Offerte in Lebertranpillen zu machen.“
„Bedaure,“ sagt der Chef, „brauche nix!“
„Dann entschuldigen Sie bitte, vielleicht ein andermal! Empfehle mich gehorsamst!“ Der Reisende geht hinaus.
„Falsch,“ schreit der Chef, „sehen Sie, ich hab's ja gesagt, daß Sie nicht können energisch genug auftreten! Nun wollen wir mal die Sache umgekehrt machen. Setzen Sie sich mal her und spielen Sie den Kunden und ich werde den Reisenden machen!“
Gesagt, getan. Der Reisende setzt sich hin und der Chef geht hinaus, klopft an und tritt ein:
„Verzeihung, wenn ich störe, ich wollte mir gestatten, Ihnen von der bekannten Firma Troddelkopp & Co. die berühmten Lebertranpastillen zu offerieren!“
„Was,“ brüllt der Reisende los, „von diesem Schwindler wollen Sie mich beschummeln helfen! Raus!!!“
Packt den Chef beim Kragen und befördert ihn unter einem kräftigen Fußtritt aus dem Lokal.